IRAN: Junge Frau verhaftet, weil sie ein Volleyballspiel anschauen wollte

Ghoncheh Ghavami wird seit dem 30. Juni 2014 im berüchtigten Evin-Gefängnis in Teheran gefangen gehalten. Sie hatte an einem friedlichen Protest teilgenommen: Für das Recht von Frauen, Volleyballspiele ansehen zu dürfen. Ghoncheh Ghavami

Bei dem Versuch, ein Länderspiel zwischen dem Iran und Italien anzuschauen, wurde sie verhaftet.

Nach über drei Monaten ohne Anklage fand am 14. Oktober eine Verhandlung statt  –  ein Urteil wurde nicht bekannt gegeben, ihre Freilassung weiter verschleppt. Ihrem Anwalt wird jetzt sogar die Besuchserlaubnis verweigert.

[zum Appell für Ghonchehs sofortige Freilassung  ...] 

[mehr Infos zum Fall von Ghoncheh ...]


Jerusalem: Regierungschef Netanjahu zum Terroranschlag auf einen Rabbiner

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu (siehe Foto) berief gestern eine Diskussionsrunde zur Sicherheitslage in Jerusalem ein. Hintergrund ist der Terroranschlag, bei dem gestern Abend Rabbiner Yehuda Glick erschossen wurde.  netanyahu07-14

An der Diskussion nahmen Verteidigungsminister Moshe Yaalon, der Minister für Öffentliche Sicherheit, Itzhak Aharonovitch, der Chef des israelischen Sicherheitsdienstes (ISA), Yoram Cohen, Polizeipräsident Yohanan Danino, der  Polizeikommandant für den Bezirk Jerusalem, Moshe Edri, sowie der Jerusalemer Bürgermeister Nir Barkat und Vertreter der Staatsanwaltschaft, des Verteidigungsministeriums und der Verteidigungsstreitkräfte teil.

Ministerpräsident Netanyahu sagte zu Beginn des Treffens:

„Ich möchte zunächst meine besten Genesungswünsche für Yehuda Glick aussprechen, der jetzt um sein Leben kämpft. Ich möchte ISA und der Polizei mein Lob aussprechen, die diesen Akt des Terrorismus schnell beendet haben.

Vor einigen Tagen sagte ich, dass wir uns mit einer Welle der Aufhetzung durch radikale islamistische Kräfte und durch den Präsidenten der PA konfrontiert sehen. Abu Mazen sagte, dass Juden unter allen Umständen davon abgehalten werden sollen, auf den Tempelberg zu gehen. Ich habe noch immer kein Wort der Verurteilung dieser aufrührerischen Worte durch die internationale Gemeinschaft gehört.

Die internationale Gemeinschaft sollte diese Heuchelei aufgeben und gegen alle vorgehen, die anstacheln und den Status quo verändern wollen. Ich habe eine deutliche Verstärkung der Sicherheitskräfte angeordnet, so dass wir die Sicherheit in Jerusalem und den Status quo in den heiligen Stätten aufrechterhalten können. (…)

Keine Seite sollte das Gesetz in die eigenen Hände nehmen. Wir müssen besonnen, entschlossen und verantwortlich handeln.“

Quelle: Israelische Botschaft in Berlin


Christus heilt einen kranken Mann am Sabbat

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Lk 14,1-6:

Als Jesus an einem Sabbat in das Haus eines führenden Pharisäers zum Essen kam, beobachtete man ihn genau. Da stand auf einmal ein Mann vor ihm, der an Wassersucht litt. media-390606-2

Jesus wandte sich an die Gesetzeslehrer und die Pharisäer und fragte: Ist es am Sabbat erlaubt zu heilen oder nicht?   –  Sie schwiegen. Da berührte ER den Mann, heilte ihn und ließ ihn gehen.

Zu ihnen aber sprach ER: Wer von euch wird seinen Sohn oder seinen Ochsen, der in den Brunnen fällt, nicht sofort herausziehen, auch am Sabbat?

Darauf konnten sie ihm nichts erwidern.

 


Prof. Bernd Lucke (AfD): Eurozone steckt in ihrer schwersten ökonomischen Krise

“Die EU macht den Stabilitätspakt zu einem leeren Popanz”, kritisiert Professor Bernd Lucke, Bundessprecher der AfD (Alternative für Deutschland) und Europa-Abgeordneter, die Entscheidung der EU-Kommission, “Verständnis, Geduld und Nachsicht” gegenüber Frankreichs und Italiens Haushaltsplanungen walten zu lassen: AFD_EU_Abgeordnete - Kopie

“Es ist unverständlich und unverantwortlich, dass zwei Tage vor ihrem Amtsende die alte Barroso-Kommission Frankreich und Italien einen Persilschein ausstellt.”  

Diese Entscheidung habe nachteilige Folgen weit in die Amtszeit der neuen Kommission hinein, so dass diese die Entscheidung eigentlich hätte verantworten müssen: “Aber so kann die neue Kommission sich immer unter Verweis auf die Fehler ihrer Vorgängerin reinwaschen – obwohl ja zum Teil dasselbe Personal weiteramtiert.”

EU-Kommission verhindert Sanktionen sogar ohne Begründung 

Es zeige sich jetzt, dass die Kanzlerin den Wählern Trugbilder vorgegaukelt habe, als sie von “quasi-automatischen Sanktionen” gegen Defizitsünder geredet habe.

Tatsächlich könne die EU-Kommission in jedem Fall verhindern, dass Sanktionen verhängt würden. “Kommissar Katainen begründet noch nicht einmal, warum Frankreich und Italien die EU-Vorgaben nicht erfüllen muss, die vor 14 Tagen noch als maßgeblich galten”, so Lucke. “In Brüssel scheint die Willkür zu regieren – oder die politische Willfährigkeit”.

“Aufgrund übermäßiger Staatsschulden steckt die gesamte Eurozone in ihrer schwersten ökonomischen Krise”, erklärt Lucke. Daher sei es unverständlich, dass die EU-Kommission gerade gegenüber den am höchsten verschuldeten Staaten immer wieder nachgebe und Aufschub gewähre:

“Der Stabilitätspakt gilt für alle. Man kann keine gemeinsame Währung haben, wenn für manche Länder stets eine Extrawurst gebraten wird.”


Der hl. Apostel Paulus empfiehlt den Christen die “Waffenrüstung Gottes”

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Eph 6,10-20:

Brüder! Werdet stark durch die Kraft und Macht des HERRN. Zieht die Rüstung Gottes an, damit ihr den listigen Anschlägen des Teufels widerstehen könnt. media-NTdG3gKCLTh-2

Denn wir haben nicht gegen Menschen aus Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern gegen die Fürsten und Gewalten, gegen die Beherrscher dieser finsteren Welt, gegen die bösen Geister des himmlischen Bereichs.

Darum legt die Rüstung Gottes an, damit ihr am Tag des Unheils standhalten, alles vollbringen und den Kampf bestehen könnt.

Seid also standhaft: Gürtet euch mit Wahrheit, zieht als Panzer die Gerechtigkeit an und als Schuhe die Bereitschaft, für das Evangelium vom Frieden zu kämpfen.

Vor allem greift zum Schild des Glaubens! Mit ihm könnt ihr alle feurigen Geschosse des Bösen auslöschen.

Nehmt den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, das ist das Wort Gottes.

Hört nicht auf, zu beten und zu flehen! Betet jederzeit im Geist; seid wachsam, harrt aus und bittet für alle Heiligen, auch für mich: dass Gott mir das rechte Wort schenkt, wenn es darauf ankommt, mit Freimut das Geheimnis des Evangeliums zu verkünden, als dessen Gesandter ich im Gefängnis bin.

Bittet, dass ich in seiner Kraft freimütig zu reden vermag, wie es meine Pflicht ist.

 


Neue Methoden der Auseinandersetzung um das Lebensrecht der Ungeborenen

Mathias von Gersdorff

Mitte September wurde in dieser Kolumne gezeigt, wie sich der „Kampf um das Leben“, also die Auseinandersetzungen zwischen Lebensrechtlern und Abtreibungslobby, in den letzten Jahren radikalisiert hat.  Podium5

Diese Auseinandersetzung findet natürlich auch seit Jahren im Internet statt, zuweilen in einer Art und Weise, die noch grotesker ist, als was sich auf den Straßen aufgrund der Angriffe linksradikaler Chaoten abspielt.v

Spitzenreiter in dieser Hinsicht sind die Vereinigten Staaten. Die Abtreibungsbefürworter betreiben zuweilen Propaganda für ihre Position mit makabren Methoden, die man in Deutschland wohl als skandalös oder exhibitionistisch bezeichnen würde.

So ließ die 25jährige Emily Letts im Sommer ihre Abtreibung filmen und auf Youtube hochladen. Das Video zeigt allerdings nicht die Abtreibung an sich, also das Eindringen der Instrumente in den Körper, um das Kind zu töten und dessen Reste zu entfernen, sondern „nur“ ihr eigenes Gesicht.

Im Vorspann erklärt die junge Frau lakonisch, wieso sie das Kind abtreibt: „Ich bin nicht so weit, Kinder zu kriegen.“ –  In der folgenden Einstellung sagt sie lachend, sie würde eine Abtreibung haben. Das Ganze wirkt seltsam unecht, fast surrealistisch. Man fragt sich zwangsläufig, wie man eine solche Situation emotional bewältigen kann, ohne Drogen genommen zu haben.P1020483

Während der Aufnahme des „Eingriffs“ gibt es Einblendungen, in denen Emily Letts erklärt, es gäbe positive „Abtreibungsgeschichten“. Das Video wurde äußerst bekannt und erzeugte eine riesige öffentliche Diskussion.

Auf Video aufgenommene Zeugnisse über eigene Abtreibungen sind auf Youtube zahlreich zu finden. Bei vielen hat man den Eindruck, die Frau käme über ihre Tat nicht hinweg und müsse sich irgendwie aussprechen oder gar rechtfertigen. Dem modernen Zeitgeist entsprechend, demzufolge das Private in der Öffentlichkeit zu geschehen hat, praktizieren sie das in einem Video für Youtube.

Geld für Abtreibung mittels Crowdfunding

Ganz im Stile des Web 2.0 wurde das Facebook-Profil Emily Letts’ zu einer Diskussionsplattform. Wie bei Justin Bieber auch, zog die Frau mit der Zeit vom Web 2.0 zum Mainstream. Massenpublikationen wie Cosmopolitan gaben ihr die Möglichkeit, sich breit über ihre Tat auszulassen. CNN nutzte den Fall, um die Reportage „Can abortion be de-stigmatized?“ zu produzieren. Elle wird gleich 25 Frauen berichten lassen, die Abtreibungen hinter sich haben. iStock_000014086034XSmall

Noch extremer und aus politischer und ideologischer Perspektive auch interessanter ist das etwas unbekanntere Beispiel der 23jährigen Bailey: Sie sammelte auf der Crowdfundigseite „GoFundMe“ Geld, um ihre Abtreibung zu finanzieren.

De facto sind das Spenden an eine private Person, die sich in schriller, brutaler und das persönliche Schicksal einbindenden Form für die Abtreibung einsetzt. Solche Zuwendungen setzen eine hohe Identifikation des Spenders mit dem Empfänger voraus. Die Spende ist somit ein finanzielles Bekenntnis zur Abtreibung; sie ist das finanzielle Pendant zum „Gefällt mir“ oder zum „Teilen“ in Facebook.

Propaganda-Wirkung bringt Nachahmer hervor

Sie brauchte 2.500 US-Dollar, doch als sie 2.100 gesammelt hatte, wurde ihr Profil gelöscht. „GoFundMe“ hätte zu viele Protestschreiben bekommen, und dieses Anliegen sei sowieso nicht im Sinne des Betreibers. Kurz nach dem Fall wurden sogar die Nutzungsbedingungen geändert. media-389705-4

Diese Aktion zog auch die Aufmerksamkeit der Fachpresse auf sich. Der Economist bemerkte zum Rückzieher von „GoFundMe“: „Given the outpouring of financial support Bailey received, there is good reason to believe another platform may be more hospitable towards women who need help paying for an abortion.“

Dieses Vorgehen könnte zu einer Konkurrenz für Abtreibungsorganisationen wie „Planned Parenthood“ (die US-amerikanische Mutterorganisation von Pro Familia) erwachsen.

Aufgrund der starken propagandistischen Wirkung ist davon auszugehen, daß viele Frauen Emily Letts oder Bailey nachahmen werden, bis es zu einer Professionalisierung kommt, etwa wie Justin Biber ab einem bestimmten Bekanntheitsgrad von Usher gecoached wurde.

Mittel der psychologischen Kriegsführung

Diese Form der Propaganda für Abtreibung erinnert an Alices Schwarzers Aktion „Wir haben abgetrieben!“ im Jahr 1971. Dennoch gibt es erhebliche Unterschiede. Alice Schwarzers Aktion stand unter dem großen Motto der Frauenemanzipation. baby_hand_abtreibg_cdl11_a4357ad790

Die Feministinnen argumentierten mit dem Arsenal des marxistischen Klassenkampfes: Frauen seien in einer männerdominierten Welt den Männern völlig untergeordnet, die über ihre Schicksale verfügten, wie sonst nur die Herren über ihre Sklaven. Die Männer hätten sogar Besitz über ihre Körper, und durch eine Schwangerschaft würden sie die Frauen völlig unter ihre Kontrolle bringen.

Im Grunde wurde in der marxistischen Klassenanalyse das Proletariat durch die Frau ersetzt. So entstanden Sprüche wie „Mein Bauch gehört mir“ (und nicht dem Mann). John Lennon formulierte es in „Woman is the nigger of the world“ so: „We make her bear and raise our children.“

Die Bekenntnisse zur Abtreibung im Web 2.0 folgen einem ganz anderen Muster. Man kann behaupten, sie entstammen nicht mehr dem Arsenal des Klassenkampfes, sondern der psychologischen Kriegführung.

Neue Formen der Auseinandersetzung

Auf eine ideologische Rechtfertigung der Entscheidung zugunsten der Abtreibungen wird in den Web-2.0-Beispielen komplett verzichtet. Man argumentiert rein stimmungsmäßig und erwartet gar nicht, eine Diskussion anzuregen.

Es geht ausschließlich um die Bildung von Empathie bzw. Mitgefühl. Damit dies gelingt, wird in krasser Form das persönliche Schicksal der weiten Öffentlichkeit präsentiert – ein Seelen-Striptease. So wirken diese Fälle sehr authentisch, besonders „echt“.  imagesCAHIF86C

Anhand einer Fokussierung auf extreme Einzelfälle und einer grenzenlose Zurschaustellung der psychologischen Aspekte des Konflikts wird wohl die Bildung eines Prototyps angestrebt, der als Leitmodel für die Generationen Y und Z dienen könnte, die in einer poststrukturalistischen Gesellschaft aufgewachsen ist.

Solche Fälle könnten zu Archetypen und damit zu lebendigen Katalysatoren für die Empfindungen der „Digital Natives“ werden.

Die Lebensrechtler müssen sich auf diese neue Form der öffentlichen Auseinandersetzung einstellen, um die jungen Generationen erreichen zu können.

In der Tat versuchen einige US-Lebensrechtler, Gegenstrategien zu entwickeln. So mehren sich die Videos mit emotional vorgetragenen Reuebekenntnissen von Frauen, die ihr Kind abgetrieben haben. Andere berichten in rührender Weise, wie sie das Kind, das sie zunächst abtreiben wollten, trotz großer gesundheitlicher, finanzieller oder sozialer Probleme trotzdem zur Welt brachten.

Für das Leben rocken bis zur Erschöpfung

Vor allem Organisationen mit jungen Aktivisten verbinden vollen persönlichen Einsatz und Kommunikation über die sozialen Netzwerke. Ich nenne zwei recht gegensätzliche Beispiele: „Stand True Pro Life Outreach“ und die „TFP-Student Action“.

„Stand True Pro Life Outreach“ wird geleitet von Bryan Kemper, einer schillernden Figur voller Piercings und Tätowierungen. Diese Attribute sind noch aus seiner Zeit, als er „Rock for Life“ gründete und leitete. „Rock for Life“ trägt Trikots in der Öffentlichkeit, in denen ein Fötus E-Gitarre spielt. Irgendwann konvertierte er zum katholischen Glauben und gründete „Stand True“. images (2)

In beiden Gruppen waren vorwiegend junge Menschen aktiv, die sich Tag und Nacht im ganzen Land in allen möglichen Aktionen bis zur Erschöpfung für die Ungeborenen einsetzten. Diese Intensität erleichtert die Bildung einer Fangemeinde. Das äußere Auftreten dieser beiden Gruppen ist alles andere als konservativ. In Deutschland würden sie zumindest äußerlich als „Autonome“ eingestuft werden.

Betont unangepaßt gegenüber dem Zeitgeist tritt die „TFP-Student Action“, die Jugendorganisation der „American Society for the Defense of Tradition, Familiy and Property“, auf. Sie gehören dem katholisch-konservativen Milieu an. Sie tragen Blazer und Krawatte und scheuen auch nicht davor zurück, an den linkesten Universitäten für das Recht auf Leben einzutreten. Nicht selten werden sie von linken Abtreibungsbefürwortern tätlich angegriffen.

Online-Kampagne pro Gedenktag für die Ungeborenen

Die Fangemeinden beider Gruppen können die Aktionen fast zeitgleich durch Twitter, Facebook, Instagramm usw. verfolgen.

Deutschland ist noch nicht so weit. Hier gibt es zwar auch Gruppen, die sich sehr intensiv auf der Straße für die Ungeborenen einsetzen, wie etwa die „Helfer für Gottes kostbare Kinder“, die die Gehsteigberatungen organisieren, doch sie haben noch nicht so richtig den Weg ins Internet gefunden.

Doch auch bei uns tut sich etwas in dieser Hinsicht. So schreiben die Autoren Eike Sanders, Ulli Jentsch und Felix Hansen im soeben erschienenen, ultralinken Buch „Organisierter Lebensschutz – christlicher Fundamentalismus und Antifeminismus“ zum Online-Aktivismus in Deutschland:

„In manchen Fällen werden die SympathisantInnen der Bewegung aufgefordert, an Online-Kampagnen, E-Mail-Aktionen oder Petitionen teilzunehmen. Besonders aktiv in dem Feld ist die Aktion SOS Leben der DVCK, sie sammelt u.a. Unterschriften für die Einführung eines ‘Gedenktages für die ungeborenen Kinder’.“

Mit der Zeit wird es dazu aus Deutschland sicherlich noch viel mehr zu berichten geben.

Unser Autor Mathias v. Gersdorff ist Leiter der Frankfurter Aktion “Kinder in Gefahr” und des Webmagazins “Kultur und Medien online”

Erstveröffentlichung des Beitrags in der Wochenzeitung “Junge Freiheit”


Venezuela: Oppositionsführer droht Haftstrafe

Dem seit Februar inhaftierten venezolanischen Oppositionsführer und Demokratieaktivisten Leopoldo López steht eine Verurteilung in einem hochumstrittenen Prozess unmittelbar bevor. Das berichtet die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM). IGFM_Logo_blau_R32 G90 B165

Die UNO-Arbeitsgruppe für willkürliche Verhaftungen (WGAD) hat am 20. Oktober die venezolanische Regierung aufgefordert López umgehend freizulassen. Seine Festnahme stellt eine “willkürliche Inhaftierung” dar, urteilten die Mitglieder der fünfköpfigen UNO-Arbeitsgruppe.

Nach Angaben der IGFM ist eine große Zahl von Venezolanern davon überzeugt, dass Präsident Nicolás Maduro persönlich die Inhaftierung und Anklage wegen angeblichem Mord, Brandstiftung und Terrorismus initiiert habe. Bis heute wurden keinerlei Beweise vorgelegt.

„Hinter der demokratischen Fassade der venezolanischen Regierung verbirgt sich ein Regime, dass jede Opposition verfolgt und nicht davor zurückschreckt, selbst international bekannte Oppositionspolitiker und Menschenrechtler willkürlich gefangen zu halten“, erklärt IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin.

Im Zuge der Proteste gegen die venezolanische Regierung sind seit der Verhaftung von Leopoldo López im Februar mehr als 40 Demokratieaktive und Protestler durch die Polizei getötet worden.

Die venezolanische Regierung wies indessen die Forderung nach Transparenz und Rechtsstaatlichkeit als „Einmischung” in innere Angelegenheiten zurück. Die IGFM kritisierte diese Anschuldigung als „durchsichtiges Ausweichmanöver“.

Venezuela habe völkerrechtlich bindende Menschenrechtsverträge ratifiziert. Die übrigen Vertragsstaaten, wie z.B. Deutschland, hätten „jedes Recht und die moralische Pflicht“ die Vertragserfüllung auch bei den übrigen Vertragsstaaten einzufordern, so die IGFM weiter.


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