IRAN: Kritischer islamischer Geistlicher akut von Hinrichtung bedroht

Der im Iran sehr bekannte, hochrangige islamische Geistliche Ajatollah Borudscherdi kämpft seit Jahren friedlich für die Trennung von Staat und Religion und gegen die Herrschaft eines radikalen Islam. DSC00254

Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet, steht seine Hinrichtung unmittelbar bevor.

Am Morgen des 1. Oktober wurde er bereits aus seiner Zelle im Teheraner Evin-Gefängnis an einen unbekannten Ort gebracht. Ein Sondergericht für die Geistlichkeit verurteilte ihn 2007 zum Tode, wandelte das Urteil aber aufgrund seiner Bekanntheit und internationaler Proteste in eine elfjährige Haftstrafe um.

Die IGFM kritisiert scharf, dass die internationale Gemeinschaft nur in Fällen extremer Gewalt tatsächlich beginne, gegen islamische Extremisten vorzugehen. Doch „Extremisten sind nicht erst dann gefährlich, wenn Hunderttausende vor ihnen auf der Flucht sind und westliche Geiseln enthauptet wurden“, erklärte IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin.

Die Herrschaft von islamischen Extremisten im Iran und in Saudi-Arabien werde seit Jahren verharmlost, die Opfer dieser Regierungen in ihren eigenen Ländern wirtschaftlichen und diplomatischen Interessen geopfert.

Sondergerichte und Folter für Systemkritiker

Im Iran sei mehr als ein Jahr nach dem Amtsantritt des neuen Präsidenten Hassan Rohani, die Hoffnung auf eine Verbesserung der Menschenrechtslage tief enttäuscht. Das Regime in Teheran verfolgt nach Angaben der IGFM Andersdenkende, Demokratieaktivisten, Frauenrechtlerinnen und Angehörige von Minderheiten. Folter und willkürliche Haft werde weiter systematisch eingesetzt.  RTEmagicC_logo_Homepage_quad_gif

„In der islamischen Republik sind schiitische Geistliche die herrschende Kaste. Staatsoberhaupt ist offiziell der im ‚Verborgenen lebende Mahdi‘, der eines Tages die Weltherrschaft des Islam errichten soll. Doch schon seit der Machtergreifung der Mullahs im Jahr 1979 gibt es namhafte Kritiker aus den eigenen Reihen. Ajatollah Borudscherdi ist der wahrscheinlich bekannteste noch lebende unter ihnen“, erklärt die IGFM.

Im Iran sind alle Schlüsselpositionen vom „Führer“ bis zum Geheimdienstminister in der Hand von islamischen Geistlichen. Säkularismus oder gar Religionslosigkeit ist für sie ein direkter Angriff auf die Fundamente des Staates und ihrer Herrschaft.

Ajatollah Sayyed Hossein Kazemeyni Borudscherdi leidet unter unmenschlichen Haftbedingungen; immer wieder misshandelten Gefängniswärter ihn mit Schlägen.

Im Jahr 2012 verübte das Gefängnispersonal zwei Mordanschläge auf Borudscherdi. Seine Mutter, die sich zur selben Zeit in Haft befand, wurde vergiftet und starb infolgedessen.

Um ihn weiter unter Druck zu setzen, vergewaltigten iranische Strafvollzugsbeamte seine Frau. Trotz eines am 29. September 2013 erlittenen Herzinfarktes verweigerte ihm die Gefängnisleitung jede medizinische Behandlung. Sein Gesundheitszustand hat sich seit Januar 2014 dramatisch verschlimmert. Zeitweise lag er stundenlang bewusstlos am Boden.

Zur Lage der Menschenrechte im Iran: www.igfm.de/iran


Mißhandlungs-Skandal in Burbach: Union kritisiert NRW-Innenminister Jäger (SPD)

Immer mehr schreckliche Einzelheiten über den Umgang des Sicherheitspersonals mit Flüchtlingen in Burbach werden bekannt.

Dazu erklärt die Bundestagsabgeordnete und Integrationsbeauftragte der CDU/CSU-Fraktion, Cemile Giousouf:

“Der Misshandlungsskandal im Flüchtlingsheim in Burbach ist noch schlimmer als bisher bekannt. Es war nur eine Frage der Zeit, dass es zu derartigen Übergriffen kommt. Das Sicherheitspersonal in Burbach hat Asylbewerber in sogenannten “Problemzimmern” misshandelt, gedemütigt und ihnen Handschellen angelegt. 159481-3x2-teaser296

Als wäre dies nicht schlimm genug, sollen diese Vorkommnisse und Räume der örtlichen Polizei bekannt gewesen sein. Wie können Polizeibeamte wegschauen, wenn unschuldige Menschen der Freiheit beraubt werden?

Die mit der Flüchtlingsbetreuung beauftragten Unternehmen, bzw.  zweite oder gar dritte Subunternehmens haben einschlägig vorbestrafte Mitarbeiter mit rechtsradikalen Hintergrund, die sich selbst “SS-Trupps” nannten und typische Tätowierungen der rechtsradikalen Szene trugen, beschäftigt. Wie können diese Menschen für die Sicherheit von Flüchtlingen sorgen?

Die Unterkunft in Burbach entwickelte sich zu einem rechtsfreien Raum. Eine Schande für Innenminister Jäger und ein Armutszeugnis für die Landesregierung. Die Betreiber der Flüchtlingsheime haben die Qualitätsstandards nicht eingehalten. Das Land NRW hat “die Kontrollen nicht ausreichend durchgeführt”, so Landesmutter Hannelore Kraft (SPD).

Ihr Argument, diesen Missstand mit steigenden Asylbewerberzahlen zu rechtfertigen, ist unfassbar. Eine menschliche Behandlung verdienen alle Flüchtlinge, egal ob 3 oder 300 zu uns kommen. Die Landesregierung hat ganz klar die ihr obliegende Pflicht zur Rechtsaufsicht nicht wahrgenommen und muss ernsthafte Konsequenzen aus dieser Sache ziehen.

Burbach ist kein Einzelfall. Medienberichten zufolge soll es in mindestens drei Unterkünften in Nordrhein-Westfalen Misshandlungen gegeben haben. Diese Vorfälle gefährden den guten Ruf unseres demokratischen Rechtsstaates.

Die Stärke einer Demokratie misst sich auch daran, wie man mit den Schwächsten in der Gesellschaft umgeht.”


Vatikan: Haben die Medien eine Deutungshoheit über die Weltbischofssynode?

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Als sich Papst Benedikt nach seinem Rücktritt vom römischen Klerus verabschiedete, sprach er auch über seine Erfahrungen beim Zweiten Vatikanischen Konzil, das er als Berater des Kölner Kardinals in Rom erlebte. fssp-pa00255 - Kopie

Dabei erinnerte er an den Unterschied zwischen dem wirklichen Konzil in der Konzilsaula und dem „Medienkonzil“ draußen, d.h. über das, was in den Medien darüber verbreitet wurde. Die Medieninterpretation hat das Konzilsverständnis ganz wesentlich geprägt.

Heute stehen wir vor den beiden Sitzungen der Weltsynode der Bischöfe mit dem Thema „Pastorale Herausforderungen der Familie im Rahmen der Evangelisierung“.

Was Ehe und Familie für Kirche und Gesellschaft bedeuten, hat 1998 der damalige Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Ratzinger, in seiner Einführung zum Werk „Über die Pastoral der geschiedenen Wiederverheirateten“ („Sulla pastorale dei divorziati risposati“) mit diesen Worten ausgedrückt:

„Ehe und Familie sind für die gesunde Entwicklung von Kirche und Gesellschaft von entscheidender Bedeutung. Zeiten, in denen das Ehe- und Familienleben blüht, sind immer auch Zeiten des Wohlergehens für die Menschen. Geraten Ehe und Familie in eine Krise, hat dies weitreichende Folgen für die Ehegatten und deren Kinder, aber auch für Staat und Kirche“.

Wegen der großen Bedeutung von Ehe und Familie haben die Medien schon vor der Weltsynode der Bischöfe das Thema auf geschiedene Wiederverheiratete einzuengen und die Meinungsführerschaft in der Diskussion an sich zu reißen versucht.

Julius Müller-Meiningen schreibt in der Augsburger Allgemeinen Zeitung (AZ) vom 22. September 2014: 1511

„Bei der in zwei Wochen beginnenden außerordentlichen Synode zum Thema Familienseelsorge steht die Katholische Kirche an einem Scheideweg. In der Diskussion um den Umgang mit Familie, Ehe und Sexualität diskutieren die Beteiligten über eine Frage, von der die künftige Ausrichtung der Kirche mit abhängt: Können geschiedene Katholiken, die ein zweites Mal geheiratet haben unter Umständen wieder zur Kommunion zugelassen werden? Was auf Außenstehende wie eine Marginalie wirkt, ist im Vatikan und in der katholischen Welt zu einer Existenzfrage gereift“.

In der Auseinandersetzung wird die heute weitverbreitete religiöse Unwissenheit der Katholiken über das Ehesakrament ausgenutzt. Das wird besonders in Leserbriefen der Zeitungen deutlich.

Jetzt rächt sich, dass das katholische Ehe- und Familienverständnis jahrzehntelang in Predigt, Katechese und Hirtenschreiben der Bischöfe vernachlässigt wurde, um bei Gläubigen und Medien nicht anzuecken.

Dieses Defizit hat auch damit zu tun, dass die Autorität der Bischöfe in Deutschland schwer angeschlagen ist, seit sie mit ihrer „Königsteiner Erklärung“ auf die Enzyklika „Humane vitae“ Paul VI. die Gläubigen einem autonomen Gewissen ausgeliefert haben.

Das Ansehen der Bischöfe ist noch einmal beschädigt worden, als sie in der Abtreibungsfrage einer rechtswidrigen, aber straffreien Regelung mit dem Beratungsschein zugestimmt haben.

Dieses Verhalten hat Prof. Josef Isensee einmal als die „größte Blamage“ der Bischöfe der Nachkriegszeit bezeichnet.

Die heutige Situation der deutschen Bischöfe in der anstehenden Weltbischofssynode ist auch deswegen schwierig, weil sie sich mehrheitlich in der Themenfrage in die Verengung auf „geschiedene Wiederverheirate“ hineinmanövrieren ließen, obwohl Erzbischof Schick kürzlich zu Recht geäußert hat: „Nicht die geschiedenen Wiederverheirateten sind unser größtes Problem, sondern der Mangel an Eheschließungen und Familiengründungen“. bildma1

Kardinal Marx bezeichnete es als „verheerend“, dass die Frage der Ehe- und Familienpastoral auf den einen Punkt „geschiedene Wiederverheirate“ fixiert worden sei. Kardinal Marx äußerte aber zugleich, dass die „große Mehrheit der deutschen Bischöfe die Position von Kardinal Kasper teile” (Tagespost, 27.9.14).

Kardinal Kasper vertritt die Auffassung, geschiedene Wiederverheiratete sollten nach einer Bußzeit zur Kommunion zugelassen werden. Die Medien haben das Referat von Kardinal Kasper auf der Kardinalsversammlung im Februar 2014 zur diskutierten Thematik zur „Richtungsentscheidung“ durch Papst Franziskus hochstilisiert.

Nun kommt kurz vor Eröffnung der Synode das Buch „In der Wahrheit Christi bleiben“ von fünf Kardinälen heraus. Zu den Autoren gehört auch der Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Müller.

Dieses Werk fährt den Medienleuten in die Parade, die sich der Deutungshoheit über die Weltbischofssynode schon sicher waren. Sogleich begann ein Gezeter und Lamento, die fünf Kardinäle würden eine ergebnisoffene Debatte auf der Synode verhindern wollen, noch bevor sie begonnen habe.

Foto: Radio Vatikan

Foto: Radio Vatikan

Die gleichen Medienleute, die seit Monaten die Debatte anheizen, geifern nun, weil eine qualifizierte Gegenmeinung auftaucht. Sie sehen ihr Meinungsmonopol gefährdet.

Die Augsburger Zeitung (AZ) titelte entsprechend: „Der Papst wird zur Zielscheibe“ (22.9.14). Die Neue Passauer Presse hatte am 18.9.14 eine Artikelüberschrift „Fünf Kardinäle auf Gegenkurs zum Papst“.

Auch Kardinal Kasper goss Öl ins Feuer mit den Worten: „Zielscheibe der Polemik bin nicht ich, sondern der Papst… einige wollen einen theologischen Krieg bei der nächsten Synode“.

In der AZ (22.9.14) stand: „Schon seit längerem hieß es, dass einflussreiche Konservative im Vatikan gegen den neuen und äußerst beliebten Papst arbeiten würden“.

Obwohl die, die die Lehre der Kirche zu Ehe und Familie verändern wollen, alle, die ihnen im Weg stehen, als „Modernisierungsverweigerer“ abstempeln und Papst Franziskus für ihre Zwecke einspannen wollen, sind sie sich nicht sicher, ob das gelingt.

So schreibt Müller-Meiningen am 22.9.14: „Doch obwohl der Papst oft als Schreck des katholischen Establishments dargestellt wird, hat sich in der Kirche seit seinem Amtsantritt vor eineinhalb Jahren programmatisch nichts verändert“.

Kardinal Kurt Koch, der jetzige Präsident des vatikanischen Einheitsrates, äußerte kürzlich in einem Interview: „Ich sehe überhaupt keine Anzeichen, dass er (Papst Franziskus) die Lehre der Kirche ändern will und wird“. (Tagespost, 27.9.14) slider3-640x360

Auf der sog. Dialogkonferenz in Magdeburg (12/13.September 14) wurde wiederholt geäußert, man müsse verstärkt auf Jesus Christus hören. Genau das sagte Kardinal Ratzinger in seiner o.a. Einführung von 1998:

Es geht „einzig um die uneingeschränkte Treue zum Willen Christi, der uns die Unauflöslichkeit der Ehe als Gabe des Schöpfers zurückgegeben und neu anvertraut hat“. Und weiter: „Aufgrund ihrer objektiven Situation dürfen die wiederverheirateten geschiedenen Gläubigen nicht zur heiligen Kommunion zugelassen werden und auch nicht eigenmächtig zum Tisch des Herrn hinzutreten“.

Was wird die „große Mehrheit“ der deutschen Bischöfe, die die Ansichten von Kardinal Kasper vertritt, den Gläubigen sagen, wenn am Ende der Weltsynode der Bischöfe die Ehelehre der Kirche, die auf Jesus Christus zurückgeht, erneut bekräftigt wird und über die Alpen nach Deutschland kommt?

Wie wird das katholische Volk darauf reagieren?

Die Leserbriefe in den Zeitungen zeigen das ganze Ausmaß der Verwirrung, das die Desinformation der Medien und die Aussparung der kirchlichen Ehelehre in Predigt und Katechese angerichtet haben. Es erscheint fraglich, ob bei den Katholiken, die sich ihr eigenes Credo zu Ehe und Familie zurechtgelegt haben und das auch praktizieren, mit einer Klarstellung der kirchlichen Lehre noch Einsicht einzieht. 120505288_BV_July und Mike

Es ist auch denkbar, dass viele ihren autonomen Lebensstil fortsetzen oder auch in großer Zahl aus der Kirche austreten werden. Das würde dann an die Stelle bei Johannes erinnern, als Jesus über das eucharistische Lebensbrot gesprochen hatte. Dort heißt es: „Von da an zogen sich viele seiner Jünger zurück und begleiteten ihn nicht mehr auf seinen Wanderungen“. (Joh 6.66)

Wie wird es schließlich Papst Franziskus ergehen, wenn die katholische Ehelehre auf der Weltsynode der Bischöfe erneut bekräftigt wird?

Am Ende der Synode, dem 19. Oktober, wird Papst Paul VI. selig gesprochen. Dieser Papst wurde von den Gläubigen geachtet und auf seinen Reisen begeistert aufgenommen  –  bis er die Enzyklika Humane vitae entgegen dem Rat von Bischöfen und der von ihm eingesetzten Kommission veröffentlichte. Dann schlug die Meinung abrupt um.

Auch Bischöfe ließen ihn im Stich. Am 18.8.1974 äußerte er: „Ich bedaure oder bereue nichts. Ich bin ganz sicher, das getan zu haben, was ich tun musste… es steht… das Leben der Menschheit auf dem Spiel.“

Unser Autor Prof. Dr. Hubert Gindert ist Vorsitzender des “Forums Deutscher Katholiken”, das den jährlichen Kongreß “Freude am Glauben” organisiert

 


München: Werke der Künstlerin Rimma Arslanov in der Galerie Campoi ausgestellt

Die Galerie Campoi in München zeigt vom 10. Oktober bis 27. November 2014 einige Arbeiten der israelischen Künstlerin Rimma Arslanov. (Foto (c) Rimma Arslanov)

Rimma Arslanov wurde in Tadschikistan geboren und ist in Usbekistan aufgewachsen. Im Jahr 2000 emigrierte sie nach Israel.

Die Kultur, die sie in Usbekistan kennenlernte, zeichnet sich durch eine einzigartige Kombination aus orientalischen und muslimischen Elementen aus; es werden zudem auch sowjetische Einflüsse deutlich.

Die Auswanderung nach Israel förderte einen weiteren prägenden Einfluß, als die westliche Kultur durch das israelische Leben für sie sichtbar und erfahrbar wurde.

Campoi Gallery
Viktoriastraße 9  in 80803 München
Tel.: 089 / 127115-99

Quelle: Israelische Botschaft


Die Familien-Synode in Rom ist mit den Folgen der “Sexuellen Revolution” konfrontiert

Mathias von Gersdorff

Vom 5. bis zum 19. Oktober 2014 wird im Vatikan eine Bischofssynode unter dem Thema „Die pastoralen Herausforderungen der Familie im Rahmen der Evangelisierung“ stattfinden. Solche Synoden sind nicht ganz außergewöhnlich, und so nimmt die große Öffentlichkeit meist wenig Notiz von ihnen. Bildungsplan-Demo-1.2.1448b

Diesmal ist es anders: Der deutsche Kardinal Walter Kasper hielt vor der Versammlung der Kardinäle (Konsistorium) am 20. und 21. Februar 2014 in Rom eine Ansprache, die den Diskussionsrahmen abstecken sollte.

Er regte an, darüber nachzudenken, ob man wiederverheiratete Geschiedene zum Empfang der Kommunion zulassen sollte. Seitdem ist eine hitzige Diskussion im Gange. Es haben sich mehrere Meinungsströmungen gebildet, die völlig konträre Ansichten vertreten.

Für einen Nicht-Katholiken mag diese Debatte schwer verständlich sein, doch für Katholiken geht es um einen essentiellen und seit vielen Jahrhunderten und in vielen gewichtigen kirchlichen Dokumenten eigentlich geklärten Punkt der katholischen Lehre.

Wiederverheiratete Geschiedene leben nämlich entsprechend der katholischen Morallehre in fortlaufendem Ehebruch und somit in einem öffentlichen Zustand der schweren Sünde. Dieser Umstand schließt sie vom Empfang der Kommunion aus. Eine Änderung dieser Praxis würde einen schwerwiegenden Bruch mit der traditionellen Lehre bedeuten.

Nicht Kirche, sondern Popkultur ist bestimmend

In der Synode geht es aber nicht nur um die Frage der Kommunion. In diesem Aspekt verdichtet sich im Grunde eine viel umfassendere Problemstellung: Wie soll die katholische Kirche mit der Tatsache umgehen, daß eine große Zahl der Gläubigen die Ehe- und Familienlehre der Kirche nicht kennt oder zumindest nicht verinnerlicht hat? DSC05485

In kaum einem anderen Bereich läßt sich so deutlich feststellen, wie stark der Einfluß, die moralische Autorität und die Gestaltungskraft der katholischen Kirche abgenommen haben.

Selbst viele Katholiken lassen sich nicht mehr von der Lehre der Kirche zu Ehe und Familie orientieren, sondern vom Ehebild, das Spielfilme, Fernsehserien, Pop-Stars usw. vermitteln. Kurz: Sie lassen sich von einem Zeitgeist orientieren, der stark von der „Sexuellen Revolution“ der 1960er Jahre geprägt ist.

Mit der Folge, daß immer weniger Ehen überhaupt zustande kommen und viele der geschlossenen nicht mehr christlich geführt werden und zerbrechen. Die Synode soll sich nun Gedanken machen, wie man mit diesem Riesenproblem fertig wird.

Prophetische Sorge der Päpste des 20. Jahrhunderts

Im Oktober dieses Jahres wird sich die Kirche natürlich nicht zum ersten Mal mit diesem so wichtigen Thema beschäftigen. Die Krise der Familie, wie wir sie heute sehen, begann allerspätestens nach dem 1. Weltkrieg mit dem definitiven Ende der Agrargesellschaft und dem Anbruch einer säkularen Kultur, die die christlichen Werte immer mehr in Frage stellte.

Auf diese Situation machte Papst Pius XI. im Jahr 1930 in seiner Enzyklika „Casti connubi“ aufmerksam und schilderte die vielen Angriffe auf die moralischen Grundlagen für die Existenz stabiler Ehen: Pornographie, sittenlose Schauspiele und Spielfilme, unzüchtige literarische Werke, aber auch Abtreibung und Euthanasie.

Im Jahr 1968 erschien die Enzyklika „Humanae Vitae“ von Papst Paul VI. Diese ist insbesondere für die Verurteilung der künstlichen Empfängnisregelung bekannt, doch ihr inhaltlicher Gegenstand sind Ehe und Familie und die Angriffe auf sie.

Angriffe auf Ehe und Familie

Papst Johannes Paul II. befaßte sich mehrmals mit den Schwierigkeiten der Familie in der modernen Welt. Sein wichtigstes Dokument ist „Familiaris Consortio“ aus dem Jahr 1981. Auch das Oberhaupt aus Polen schilderte die Gefahren, die von der modernen Kultur auf die Familie ausgehen:

Gemälde: Evita Gründler

Gemälde: E.Gründler

„Es gibt Anzeichen einer besorgniserregenden Verkümmerung fundamentaler Werte: eine irrige theoretische und praktische Auffassung von der gegenseitigen Unabhängigkeit der Eheleute; die schwerwiegenden Mißverständnisse hinsichtlich der Autoritätsbeziehung zwischen Eltern und Kindern; die häufigen konkreten Schwierigkeiten der Familie in der Vermittlung der Werte; die steigende Zahl der Ehescheidungen; das weit verbreitete Übel der Abtreibung; die immer häufigere Sterilisierung; das Aufkommen einer regelrechten empfängnisfeindlichen Mentalität.“

Die päpstlichen Texte stießen nicht auf ungeteilte Zustimmung. Insbesondere in Deutschland versuchte man immer, einen „Sonderweg“ zu finden, der im Grunde daraus bestand, zu resignieren und vor der „Sexuellen Revolution“ einzuknicken.

So gab der deutsche Episkopat als Reaktion auf „Humane Vitae“ am 30. August 1968 die „Königsteiner Erklärung“ heraus, in der man den Gläubigen die Entscheidung überließ, ob sie künstliche Verhütungsmittel verwenden wollen oder nicht. Das österreichische Pendant zur „Königsteiner Erklärung“ ist die „Maria Troster Erklärung“.

Um liberale Positionen nicht verlegen

Am 10. Juli 1993 erschien ein vielbeachteter Hirtenbrief der Bischöfe von Freiburg (Oskar Saier), Stuttgart-Rottenburg (Walter Kasper) und Mainz (Karl Lehmann), in welchem ein geänderter Umgang mit den geschiedenen Wiederverheirateten gefordert wurde, auch hinsichtlich des Empfangs der Kommunion.

Der Präfekt der Glaubenskongregation und spätere Papst Benedikt XVI., Joseph Kardinal Ratzinger, lehnte jeden Kompromiß in dieser Hinsicht ab.

Auch bei der laufenden, von Kardinal Kasper angestoßenen Diskussion sind die Deutschen nicht um liberale Positionen verlegen. Herder, immerhin der größte katholische Verlag hierzulande, veröffentlichte das Buch „Keine Christen zweiter Klasse“ des Theologen Hermann Häring.

Dieser hält die katholische Lehre über die Ehe schlicht für mittelalterlich und überholt. Die katholische Kirche solle sich endlich an die geänderten Ansichten des Kirchenvolkes anpassen und den heutigen Wissenstand über Natur, Mensch und zwischenmenschliche Beziehungen zur Kenntnis nehmen. 120505184_B_July und Mike draussen

Nicht viel anders denkt die reformkatholische Initiative „Wir sind Kirche“, die eine „katastrophale Weltferne und Unbeweglichkeit der kirchlichen Lehre“ bedauert.

Eines der wichtigsten Presseorgane des liberalen Lagers  –  sie selber nennen sich Reformkatholiken  –  ist erstaunlicherweise die FAZ. Vor allem Daniel Deckers ergreift offen Position und weiß schon jetzt, wie Papst Franziskus zum Thema „Kommunion für geschiedene Wiederverheiratete“ steht. Am 4. September 2014 schrieb er: „Der Kampf um Rom hat begonnen: Wie Papst Franziskus und einige Gleichgesinnte die Irrwege der kirchlichen Lehre von Ehe und Familie nach dem II. Vatikanischen Konzil korrigieren wollen.“

Kardinäle veröffentlichen Buch über die Ehe

Die Verteidiger der traditionellen Lehre über Ehe und Familie sind unterdessen nicht untätig geblieben. So wird unmittelbar vor der Synode das Buch „Remaining in the Truth of Christ“ (Verbleiben in der Wahrheit Christi) der Kardinäle Walter Brandmüller, Raymond Leo Burke, Carlo Caffarra, Velasio De Paolis und Gerhard L. Müller auf englisch und italienisch erscheinen.

Auf deutsch wird am 3. Oktober „Das wahre Evangelium der Familie: Die Unauflöslichkeit der Ehe: Gerechtigkeit und Barmherzigkeit“ des Professors für Pastoraltheologie in Rom, Juan José Pérez-Soba, herauskommen. Das Buch mit einem Vorwort von George Kardinal Pell wurde aus dem Spanischen übersetzt und wird im Verlag Media Maria erscheinen. Es zeigt akribisch die Unhaltbarkeit von Kaspers Vorschlag.

Das Thema wird uns noch länger begleiten, denn die außerordentliche Synode, die nächste Woche beginnt, ist nur eine Vorbereitung für eine größere Synode, die im Oktober 2015 stattfinden soll.

Jedoch ist schon jetzt abzusehen, daß die „Reformkatholiken“ alles in ihrer Macht stehende nutzen werden, um die katholische Ehe- und Sexualmoral zu demolieren.

Unser Autor Mathias von Gersdorff leitet die Frankfurter Aktion “Kinder in Gefahr” und betreibt das Webmagazin “Kultur und Medien online”

Erstveröffentlichung dieses Beitrags in der Wochenzeitung “Junge Freiheit”


Y. B. Alniak: Terroristen-“Karriere” von der Gaza-Flottille zum IS-Kampf in Syrien

Ein prominentes Mitglied der Organisation „İnsan Hak ve Hürriyetleri ve İnsani Yardım Vakfı“ (IHH) ist am vergangenen Dienstag bei US-Luftschlägen gegen die islamistische Terrororganisation Islamischer Staat (IS) in Syrien getötet worden, wie nun bekannt wurde.  zj4fwkX15H8Bzl5NS6_ujg

Ya’akov Bolinet Alniak war 2010 an Bord jener bekannten Gaza-Flottille gewesen, durch die Soldaten der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (ZAHAL) von Aktivisten angegriffen wurden, wobei schließlich neun der Aktivisten getötet wurden. Die IHH organisierte diese Flottille und wird in Israel als Terrororganisation eingestuft.

FOTO: Waffen, welche israelische Soldaten auf der Gaza-Flottille sicherstellten

Türkischen Presseberichten zufolge hatte Alniak, der 2010 direkt an den Angriffen auf israelische Soldaten beteiligt war, sich erst vor kurzem der Terrororganisation IS angeschlossen und war unmittelbar in die Kämpfe in Syrien involviert.

Der ehem.  Gesandte der israelischen Botschaft in Berlin und jetzige Sprecher des Außenministeriums, Emanuel Nahshon, erklärte, die Berichte belegen „eine direkte Verbindung zwischen den Extremisten der IHH und den Mördern des IS. Dieser Mann, der versucht hat, Soldaten von ZAHAL zu verletzen, machte später Karriere als Henker im Dienst des extremistischen Islam.“

Quellen: Ynet, israelische Botschaft in Berlin


Verhängnisvolle Auswirkungen des Genderismus in der Kindererziehung

Von Christa Meves

Unverdrossen schreitet der Genderismus nun auch in den Unterrichtsplänen der Schule hierzulande voran. Zwar ist mittlerweile in der Bevölkerung ein ratloses Staunen darüber aufgekeimt; aber bei meinen Fachvorträgen in der letzten Zeit lässt sich immer wieder der Eindruck feststellen, dass die Gefahr für unsere Kinder und Jugendlichen unterschätzt wird. Christa Meves

Das ist verständlich, ist es doch eine absurde Idee, in die Gehirne bereits der Kleinen im Vor- und Grundschulalter einpflanzen zu wollen, dass sie es aufgeben mögen, ein Junge oder ein Mädchen zu sein und zu einem Mann bzw. einer Frau heranzuwachsen.

„So eine blöde Mode wird sich schon bald wieder verflüchtigen”, schallt es mir dann entgegen. „So eine verrückte Idee ist doch einfach viel zu unnatürlich.”  –  Das ist zwar richtig, wird aber der Gefahr zu seiner Realisierung als „Mainstream”   –  dieses zur Hauptsache gemachten Umerziehungsplans  – nicht gerecht.

Es ist für den Laien in der Tat auch nicht einfach, die Raffinesse dieses Eingriffs in die Elternrechte sogleich zu erkennen. Hier ist mit diesem internationalen Großprogramm mehr beabsichtigt als ein ideologisches Spielchen; denn warum soll nun ausgerechnet schon bei den Kleinen eine „Offenheit in der geschlechtlichen Identität” erwirkt werden?

Hier liegt eine Strategie vor, die auf entwicklungspsychologisches Fachwissen der Initiatoren schließen lässt; denn in der 4 bis 7-Jährigkeit vollzieht das seelisch gesunde Kind einen bedeutsamen Entfaltungsschritt: die Bejahung der geschlechtlichen Identität. IMG_4228

In diesem Zeitfenster keimt, erst noch halb bewusst, die Frage auf (z. B. bei den Jungen): „Okay, ich bin ein Junge – und wie geht das nun weiter? Na klar, ich werde ein Mann wie Papa!” (Vice versa bei den Mädchen).

Aber wenn dieser Papa nun kein nachahmenswertes Mannsbild ist, weil er seinen kleinen Sohn lieblos behandelt, weil er säuft und Mama schlägt, weil er so oft weg ist, oder so viel rumschreit; einer, von dem Mama sagt, dass Papa ein „Waschlappen” oder ein „Schlappschwanz” sei, dann kann leicht mal die Vorstellung auftauchen, dass man so nicht werden will  –  und das ist bei unserer hohen Scheidungsrate gar nicht so selten.

Dann kann etwa folgende Stimmung in dem Kind einsetzen, wie ich mir das als Kinderpsychotherapeutin manchmal sogar von einem Buben habe direkt erzählen lassen: „Wie Papa werden? Bäh, dann lieber wie Mama!

Kleine Jungen grübeln nicht. Sie fassen handelnd Entschlüsse, jedenfalls solange sie klein sind. Später, im Jugendalter, wenn sie sich noch einmal sehr bewusst –  in den Spiegel schauend  –  fragen „Wer bin ich eigentlich?”, meinen einige dann oft, lieber eine Frau werden zu wollen, sei immer schon angeboren in ihnen vorhanden gewesen.

Aber objektiv stimmt das nicht (von seltenen pathologischen Fällen abgesehen). Erst im Kleinkindalter hat sich diese Wendung vollzogen!

So also kann  –  durch Enttäuschung hervorgerufen – der Entfaltungsschritt in dieser frühen Prägungsphase für geschlechtliche Identität in eine andere Richtung gehen. Und deshalb gibt es an der Schwelle zum Erwachsensein bei einigen Kindern die Vorstellung, „andersrum zu sein”.

Genderismus als Unterrichtsprogramm in der Schule kann deshalb die neue Vielfalt (LSBTTIQ) bei manchen Jugendlichen mit einer solchen oder ähnlichen Vorgeschichte schmackhaft machen. Und zwar als etwas Besonderes, in unserer Gesellschaft Hervorgehobenes, ja sogar als etwas Super-Anerkanntes. Und manchmal keimt dann sogar eine innere Hoffnung auf: dadurch eine bedrückende Unsicherheit im eigenen Selbstwertgefühl durch Outen zu beseitigen.  BILD0222

Warum dann also auch nicht? Schließlich sind wir doch alle zu Toleranz erzogen und auch dazu, jeden Menschen in seinem Eigenwert anzunehmen.

Dennoch sollten Eltern sich fragen: Gehört dergleichen wirklich zu ihrem Erziehungsziel? Das muss im Hinblick auf die Erziehung heute sehr allgemein und vorab gefragt werden; denn mit der Hoffnung auf das Entstehen von Familien in der jungen Generation kann es dann immer öfter vorbei sein. Wenn die „Vielfalt” erst einmal zur praktizierten Realität geworden ist, gibt es kaum einmal einen Weg zurück….

Aber 80 % der Menschen hierzulande wünschen sich, in Familien zu leben, und ein Großteil der Älteren wünscht sich Enkel und Großelternschaft.

Es muss vermutet werden – und die hohe Scheidungsrate kann hier als Gradmesser dienen, dass einer nicht geringen Zahl von Kindern schon im Kleinkindalter solche Änderungswünsche anfliegen können, so dass sie damit für Gender Mainstreaming in der Tat aufgeschlossen gemacht werden können.

Wenn man diese Zusammenhänge für unsere brüchige Gesellschaft heute durchschaut, wird es dringlich, in später Stunde den Anfängen zu wehren!

Jetzt ist es geboten, dass verantwortungsbewusste, gut informierte Väter den Entschluss fassen, sich um ihre kleinen Buben so zu kümmern, dass sie ihnen durch liebevolle männliche Zuwendung als erstrebenswerte Vorbilder erscheinen.

Spätestens im Vor-und Grundschulalter muss in der einzelnen Familie heute Vorbeugung beginnen; denn die Wissenschaft kann nun eindeutig die Aussage machen:

Das Geschlecht, als Mann oder als Frau durchs Leben zu gehen, wird bereits im Fötus installiert. Im Kleinkindalter wird diese Gewissheit dann durch das positive Erleben des Kindes mit erwachsenen Vorbildern in seinem Gehirn noch einmal verfestigt, es sei denn, eine dekadente, den Mann ins Out gesetzte Umwelt treibt das Kind auf einen erschwerten Lebensweg.


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