Der hohe Preis der Transplantationsmedizin ist das menschliche Leben

Die österreichische Tageszeitung “Der Standard” veröffentlichte am heutigen Mittwoch, den 30. Oktober 2012, den folgenden kritischen Gastkommentar von Andreas Kirchmair (siehe Foto) zur Organspende sterbender Menschen, zur “Hirntod”-Definitition und Organtransplantations-Medizin:

Andreas Kirchmair empfiehlt, sich und seine Kinder in das Widerspruchregister gegen Organentnahmen eintragen zu lassen und  Ärzte zum Widerstand gegen "Totspenden" aufzufordern.“Ist der Hirntod der wirkliche, endgültige Tod? Wenn nicht, was gibt uns dann das Recht, diesem Leben ein Ende zu setzen?

Organspendeskandale wie jetzt der im deutschen Göttingen sind nur die Spitze eines Eisbergs. Nach potenziellen Organ-”Spendern” wird ja überall gefahndet. Als gäbe es ein 11. Gebot Gottes, das da lautet: “Du sollst Deine Organe spenden”!

Der gut klingende Zweck, Leben zu retten, heiligt alle Mittel. Seit der “Harvard-Deklaration” 1968 über die sogenannte “Totspende” gibt es eine stillschweigende Aufgabenteilung: Die Medizin erfindet eine Reihe neuer Todesdefinitionen, die Politik erhebt das Überlassen der eigenen Organe an Fremde zur “Bürgerpflicht” und die Kirchen verkaufen diesen Vorgang als “Akt der Nächstenliebe”.

Doch die Kritik wächst unaufhaltsam und weltweit. Immer mehr Philosophen, Ärzte, Priester und Juristen halten das Konzept des menschlichen Körpers als “Organlagerstätte” für verwerflich. Dr. Paul Byrne, ehemals Präsident der Catholic Medical Association in den USA, spricht vom “Kannibalismus” der Mediziner, die hilflose, sterbende Menschen wie Sklaven ausbeuten.

Er war einer der Hauptredner der internationalen Tagung “Signs of Life” am 19.2.09 in Rom, wo 16 Fachexperten aus aller Welt den Nachweis führten: Organentnahmekandidaten sind vor der Explantation nicht tot, sie leben!

Auf welchen Pfeilern ruht das Gebäude der Transplantationsmedizin?

1) Der Tod wird aus der Familie gedrängt, gestorben wird im Krankenhaus. Es dominiert das Diesseits. Das Sterben ist fremd geworden, mit Angst besetzt und wird verdrängt. Viele Alte und Sterbende werden ins Altersheim und dann ins Krankenhaus abgeschoben. Und dort herrschen für die Familien unbekannte (Krankenanstalten-) Gesetze und mächtige, verdeckte Interessen.

2) Die Medizin nutzt eine Generalvollmacht der Gesellschaft aus, um den Todeszeitpunkt zweckgerichtet umzudefinieren.

Die Organe von Toten sind unbrauchbar. Nur die von Lebenden, deren Gehirntätigkeit angeblich ausgefallen ist, die aber noch atmen und fiebern, während der Explantation Narkotika, Schmerz- und Beruhigungsmittel erhalten, können transplantiert werden.

Kunstgriff “Hirntod”

Der Kunstgriff “Hirntod”, seit 1968 Stand der medizinischen Wissenschaft, ist nur Insidern und Betroffenen bekannt. Aber ist dieses Konzept wirklich plausibel? Welche der über 30 verschiedenen Definitionen gilt jeweils? Können alle Gehirntätigkeiten gemessen werden? Ist das Hirn die einzige Schaltstelle im Körper oder nur eine von mehreren (zB das Herz)? Ist ein Kind ohne Großhirn kein Mensch? Bis heute gibt es mehr Fragen als Antworten.”

QUELLE und FORTSETZUNG des Artikels hier:  http://derstandard.at/1350259866056/Der-hohe-Preis-der-Transplantationsmedizin


Konversion: Der evangelische Theologe Andreas Theurer und seine Frau sind katholisch geworden

Der evangelisch-lutherische Ex-Pfarrer Andreas Theurer und seine Frau Gudrun – vorher Mitglied der Landessynode -  sind  am Montag, den 26. Oktober 2012, in die katholische Kirche aufgenommen worden.   

Anfang August hatte die Leitung der evang. Landeskirche in Württemberg den Pastor amtsenthoben, nachdem er ein Buch mit dem Titel “Warum werden wir nicht katholisch?” veröffentlichte und seinen geplanten Konfessionswechsel bekanntgab.

Andreas Theurer wird künftig am “Institut für Neuevangelisierung und Gemeindepastoral” im Bistum Augsburg arbeiten, seine Frau in der katholischen Krankenhauspastoral.

Der Übertritt in die katholische Kirche sei ein “Ankommen in einer ersehnten Heimat” gewesen, erklärte der Ex-Pastor seine Konversion.

Lesen Sie hierzu diese Besprechung des Theurer-Buches von Felizitas Küble, die in der aktuellen Ausgabe des “Theologischen” (Sept.-Okt. 2012) erschien:

Ein evangelischer Pastor und seine Sehnsucht nach kirchlicher Einheit in Christus

Bereits der Buchtitel „Warum werden wir nicht katholisch?“  ist von erfrischender Direktheit  – und durchaus kennzeichnend für dieses 96 Seiten umfassende Bändchen, das ein amtierender evangelisch-lutherischer Pastor verfaßte.

In dieser Schrift ruft der  –  noch  –  protestantische Theologe dazu auf, die für das christliche Zeugnis in der Welt abträgliche Spaltung der Christenheit durch eine allgemeine Rückkehr in die katholische Kirche zu überwinden.

Natürlich führte diese schnörkellose „Provokation“ zu einigem Pressewirbel, schließlich kommt es nicht alle Tage vor, daß ein evangelischer Pfarrer  - noch dazu per Buch  -  die öffentliche Frage stellt: “Warum werden wir nicht katholisch?”

Wenig verwunderlich also, daß die zuständige Landeskirche von Württemberg den theologischen Querdenker kurzerhand  als Pfarrer von Seewald-Göttelfingen suspendierte, so daß der nunmehrige Ex-Pastor seinen bisherigen Weg zum passenden Ziel führen will, indem er (…)  gemeinsam mit seiner Frau, einer evangelischen Synodalen, der katholischen Kirche beitritt.

In der amtlichen Begründung zur Amtsenthebung heißt es u.a.:

“Mit dieser für die Öffentlichkeit zugänglichen Schrift bewegt Theurer sich nicht mehr auf dem Boden der für die Evangelische Landeskirche in Württemberg geltenden Bekenntnisse und kann deshalb sein Amt nicht mehr glaubwürdig ausfüllen.”

Die Publikation des lutherischen Pfarrers hat den amtskirchlich-protestantischen Geduldsfaden offensichtlich überspannt; sie mußte seinem   -  sonst freilich denkbar liberalen und obertoleranten  -  Dienstherrn als anstößige „Provokation“ erscheinen, wobei die Sprache des Autors allerdings durchgängig sachlich und gediegen ist.

Das Bändchen enthält keinerlei Rundumschläge, es verzichtet auf jede Polemik und erweist sich als eine theologische Argumentation, die gehaltvoll und zugleich in verständlicher Sprache abgefaßt ist.

Foto: KOMM-MiT-Verlag

Des Pastors Buch „Warum werden wir nicht katholisch?“ befaßt sich mit wesentlichen katholisch/evangelischen “Unterscheidungs-Lehren”  – und beleuchtet  diese sowohl aus biblischer Sicht wie auch im Lichte der kirchlichen Tradition, vor allem der apostolischen Überlieferung, die dem Verfasser besonders wichtig ist.Dabei gelangt der 1966 geborene Pfarrer zu sehr “katholisch” anmutenden Schlußfolgerungen oder – wie er im Untertitel seines Buches schreibt  – “Denkanstößen”.

Für den evangelischen Theologen ist es schlichtweg  “ein Skandal, dass die Christenheit seit Jahrhunderten zerteilt ist” (Seite 8); er schreibt korrekt “die Christenheit”, nicht “die Kirche”, denn diese ist eben nicht getrennt, der Leib Christi ist unzerteilt: die katholische Kirche als Stiftung Christi ist (sich) “einig”.

Außerdem verweist er im Vorwort seines Büchleins auf den Wunsch des HERRN an seine Apostel: “Ich will, dass alle eins seien” (Joh 17,21).

Diesem Auftrag des HERRN möchte der evangelische Theologe dienen:

“Es ist ein Skandal, weil es dabei um den Leib Christi geht, und es der Herzenswunsch des HERRN ist, dass sein Volk eins ist im Glauben und in der Anbetung, eins im Bekenntnis und im Dienst für die Notleidenden.” (S. 8)

Diesen Einsatz für die kirchliche Einheit vermißt er in seinem “eigenen Lager”:

“Trotzdem geben sich die meisten Evangelischen damit zufrieden, die Trennung zu akzeptieren, die Schuld daran den Katholiken zuzuweisen und vielleicht die Vielfalt der christlichen Kirchen – der Buntheit der Schöpfung vergleichbar  – als ein besonderes Wunder Gottes zu verklären. Sonderbar!”(8)

Der Autor überlegt sodann, ob die “Gründe für eine anhaltende Trennung” denn “wirklich gewichtig genug” seien, um diese Trennung “angesichts der fortschreitenden Entchristlichung unserer Welt beizubehalten?”

Sorge um die Glaubwürdigkeit des christlichen Zeugnisses 

Es geht dem Verfasser nicht zuletzt um das christliche Zeugnis in einer weitgehend unchristlichen Welt, wobei dieses missionarische Bemühen durch die Zerspaltenheit der Christenheit bislang getrübt ist.

Um dieser Sehnsucht nach Einheit zu dienen, wendet sich sein Buch, wie er schreibt, “in erster Linie an Protestanten, denen ihr Glaube wertvoll ist und die diesen ihren Glauben bewusst an die Autorität der Heiligen Schrift binden wollen.” (9)

Diesen bibelorientierten Evangelischen will er nunmehr “die Glaubensaussagen der römisch-katholischen Christen erklären”.

Dabei beschreibt er ein Grundgefühl, das vielen theologisch konservativen Protestanten eigen ist, wenn sie an die medienwirksamen “Auftritte” etwa des Papstes denken oder an klare katholische Widersprüche gegen den Zeitgeist, die Evangelikale sich von ihrer eigenen Kirchenleitung vergeblich wünschen; der Autor schreibt hierzu:

“Andererseits schauen wir oft neidisch auf die katholische Kirche, wenn sie wieder einmal die geballte öffentliche Aufmerksamkeit auf sich zieht, wenn sie es schafft, unpopulären Wahrheiten öffentlich Gehör zu verschaffen, wenn sie Klarheit in der Lehre und Geschossenheit demonstriert, während aus den Evangelischen Landeskirchen ein vielstimmiges Gewirr von unterschiedlichen Meinungen ertönt.” (10)

Mit dieser Situationsbeschreibung hat der evangelische Theologe sicher vielen Evangelikalen aus dem Herzen gesprochen, wenngleich die meisten von ihnen daraus nicht seine Schlußfolgerungen ziehen oder gleich mit der Frage anrücken: “Warum werden wir nicht katholisch?”

Tatsächlich fällt seine Schrift reichlich aus dem Rahmen dessen, was man üblicherweise von evangelischen Autoren zu lesen bekommt, selbst von evangelikalen, also theologisch-konservativen Protestanten, die mitunter  – so scheint es  -  mit einem Fuß in der katholischen Kirche stehen, zumindest aber deren “Grundsatztreue” und Geschlossenheit bewundern, was angesichts der Zersplitterung und Zeitgeistsurferei im evangelischen Spektrum wenig erstaunt.

Dennoch halten auch evangelikale Autoren bei aller Kritik an ihrer eigenen, liberal abgedrifteten Kirchenleitung “in Treue fest” an ihren protestantischen Grundüberzeugungen.

Ex-Pastor Andreas Theurer geht mit seinem “umstrittenen” Buch freilich einen wesentlichen Schritt weiter; er bietet nicht in erster Linie ein Klagelied über “verkommene” Verhältnisse in evangelischen Landeskirchen, sondern beschäftigt sich mit grundlegenden theologischen Fragen, wobei ihn die unstillbare Sehnsucht nach der kirchlichen Einheit auch für seine evangelischen Mitchristen antreibt.

“Warum sind wir noch protestantisch?”

Ihnen stellt er in seinem Schlußkapitel die  -  nicht nur rhetorische  -  Frage: “Warum sind wir noch protestantisch?” (92)

Ausgangspunkt seiner Überlegungen ist der Gedanke, daß die Trennung der Christenheit nicht durch “Verhandlungen” nach Art der Welt erreicht werden kann, denn Glaubensinhalte sind keine verhandelbaren Gegenstände. Es geht um den Willen des HERRN, nicht um die Wünsche der Menschen.

Hierzu schreibt der Autor einleitend:

“Beim Deutschlandbesuch von Papst Benedikt XVI. im September 2011 wurden von evangelischer Seite teilweise hohe Erwartungen genährt, dass der Papst dem Protestantismus entgegenkommen und sie endlich als Kirche anerkennen könnte. Das ging soweit, daß er sich in Erfurt genötigt sah, darauf hinzuweisen, dass theologische Fragen keine Verhandlungsgegenstände sein können, bei denen man Kompromisse schließen und sich irgendwo in der Mitte treffen könne.”(92)

Der evangelische Ex-Pastor stellt klar: “Vielmehr kann Kircheneinheit nur mithilfe eines ernsthaften Ringens um die Wahrheit gefunden werden.” (92)

Zugleich erläutert er nüchtern, daß die protestantische Seite mit ihren modernistischen Einfällen und Ausfällen die Ökumene mit der katholischen Kirche ständig erschwert:

“Dabei ist es nicht hilfreich, wenn wir Evangelischen immer neue Sonderlehren und Abweichungen von der apostolischen und altkirchlichen Lehre in unseren Gemeinden einführen.

Der Papstbesuch hat es wieder neu deutlich gemacht: die größten Hindernisse für die Ökumene liegen heute nicht (mehr) bei der katholischen Kirche und beim Papst, sondern bei uns! Wir sind selbst schuld, dass uns “Rom” nicht als Kirche im Vollsinn anerkennen kann.” (92)

Ex-Pastor Theurer schreibt, daß er mit seinem Buch “Denkanstöße” für evangelische Mitchristen geben wolle, um zu verdeutlichen, “dass die Kircheneinheit auch auf der theologischen Ebene möglich wäre, wenn wir Evangelischen nur wollten! Aber dazu müssten wir auf manche liebgewonnene Rechthaberei und einige Irrtümer verzichten.” (93)

Das ist sicher starker Tobak für evangelische Ohren, nicht allein für “stock-protestantische”. Auch evangelikalen Lesern wird diese Schlußfolgerung zu weit gehen – bei aller Zustimmung zur Kritik des Autors an landeskirchlichen evangelischen Mißständen.

Doch dem Verfasser geht es nicht um vordergründige Provokationen, sondern um die Herausforderung, der sich die Christenheit von Christus her stellen muß, da dieser wünschte, “daß sie alle eins seien”. Dabei hat der Autor das glaubwürdige christliche Zeugnis für die Welt im Blick, das durch die konfessionelle Zersplitterung verdunkelt wird.  

Foto: KOMM-MIT-Verlag

Andreas Theurer nimmt diesen Auftrag Christi konsequent ernst; daher geht er kontroverstheologischen Themen  auf den Grund und gelangt zu dem Ergebnis, daß die katholischen Standpunkte sehr wohl mit der Heiligen Schrift und der apostolischen Tradition vereinbar sind, daher einer Rückkehr evangelischer Christen zur katholischen Kirche durchaus nichts im Wege stände.

Allerdings stellt der Autor zugleich fest, daß auf evangelischer Seite das Bestreben wächst, sich von der katholischen Seite zu distanzieren und selbstverliebt das eigene Profil zu pflegen:

“Nun nähert sich mit dem Jahr 2017 das 500-jährige Reformationsjubiläum und immer deutlicher wird auf protestantischer Seite das Bemühen, die seither hinzuge-kommenen Unterschiede zu betonen und sich damit als “Kirche der Freiheit” gegenüber dem dogmatisch und ethisch festgelegten Katholizismus zu profilieren.” (94)

Dabei werde auf den ökumenischen Flurschaden kaum Rücksicht genommen:

“Dass die Spaltung der Christenheit dadurch nur noch immer mehr vertieft wird und der Protestantismus sich selbst immer weiter von seinen einstmals in Bibel und Bekenntnis gegebenen Grundlagen entfernt, wird dabei unsererseits zumeist achselzuckend in Kauf genommen.” (94)

Aus der Sicht von Ex-Pastor Theurer ist hingegen klar, daß es für “gläubig Evangelische” nur “eine Konsequenz geben” könne, wie er am Schluß seiner Schrift   ohne Umschweife feststellt:

“Die Trennung muß beendet werden! Es gibt keinen Grund, uns weiterhin von der Gemeinschaft mit dem Papst und der Katholischen Kirche fernzuhalten. 500 Jahre sind genug!” (95)

Der Verfasser beläßt es nicht bei schwungvollen Aufrufen, sondern befaßt sich Punkt für Punkt mit katholisch-evangelischen Unterscheidungslehren.

Zu jenen zwischen den christlichen Konfessionen strittigen Punkten gehört auch die katholische Marien- und Heiligenverehrung, darunter die Dogmen über die Gottesmutter sowie ihre weitverbreitete Anrufung als Fürsprecherin im Himmel.

Der evangelische Theologe und seine Stellung zu Maria

Wie steht es also aus Sicht des Autors um die himmlische Fürbitte der Madonna?

Sein eher praktischer Ansatz, sich dem Thema zu nähern, beginnt mit einer Alltagserfahrung:

“Für die meisten bewusst evangelischen Christen ist es ganz selbstverständlich, bei Sorgen oder Notlagen gläubige Freunde um ihr fürbittendes Gebet zu bitten. Sie gehen davon aus, dass es Gott wohlgefällig ist, wenn mehrere Christen miteinander um ein Eingreifen Gottes zugunsten einer Person oder Sache bitten und füreinander im Gebet eintreten.” (58)

Dem wird kaum ein Protestant widersprechen wollen. 

Foto: Dr. Bernd F. Pelz

Nun stellt sich die weitere Frage, ob wir auch “himmlische Freunde” um denselben “Gefallen” bitten dürfen. Dazu schreibt der evangelische Theologe:

“Nun gehen katholische Christen aber noch einen Schritt weiter und bitten nicht nur die auf Erden lebenden Glaubensgeschwister um Fürbitte, sondern auch die bereits im Himmel lebenden. Der Grundgedanke der Heiligenverehrung ist es, die vor dem Thron Gottes stehenden (…) vollendeten Christen zu bitten, für die angefochtenen und leidenden Christen auf der Erde im Gebet einzutreten. Nicht die Heiligen sollen helfen, sondern die Heiligen sollen für uns vor dem Thron Gottes bitten.” (59)   

Immerhin, so erläutert der Autor, ist die selige Jungfrau bereits aus dem Neuen Testament als Fürsprecherin bekannt:

“Schon zu Lebzeiten Jesu ist ja Maria bei Jesus als Fürbitterin für die Menschen eingetreten  -  denken wir an die Hochzeit zu Kana, bei der Jesus auf die Fürbitte Marias hin sein erstes Wunder wirkt(Joh 2,1-22).” (77)

Theurer erinnert außerdem daran, daß die Christenheit ihre Heiligen schon in frühester Zeit verehrte, was heute  noch  -  zB.  in den römischen Katakomben  -  erkennbar ist. Damals waren es vor allem die Märtyrer, die kirchlich hoch gewürdigt wurden. 

Es habe sich, so Theurer, der Brauch entwickelt, “an den Grabstätten der Glaubenszeugen Gottesdienst zu feiern. Später wurden über den bekannten Gräbern Kirchen errichtet (…) In der Alten Kirche war es allgemein üblich, dass alle Christen, die nachweislich um ihres Christusbekenntnisses willen umgebracht wurden (“Märtyrer”), als Heilige anerkannt und um Fürbitte angerufen werden konnten.” (60)

Hinsichtlich der marianischen Dogmen weist Theurer darauf hin, daß sich die Reformatoren ausdrücklich zum Titel “Gottesmutter” für Maria bekannt haben, ebenso zu ihrer immerwährenden Jungfräulichkeit.

Vor allem Luther selbst hat sich betreffs dieser beiden grundlegenden Lehrausssagen klar positioniert, etwa in seiner Auslegung des “Magnificat”, des biblisch bezeugten Lobgesangs der Madonna bei der Begegnung mit ihrer Cousine Elisabeth.

Der Autor erwähnt einen archäologischen Fund aus der ägyptischen Wüste von 1917, als man Papyrusteile mit einem Mariengebet aus dem 3. Jahrhundert entdeckte, das mit den Worten beginnt: “Unter Deinen Schutz und Schirm fliehen wir, o heilige Gottesgebärerin, verschmähe nicht unser Gebet in unseren Nöten…(65)

Das Motiv der Schutzmantelmadonna war also schon in der Frühzeit der Christenheit geläufig  – und ist nicht etwa eine mittelalterliche oder “barocke” Erfindung.

Was nun das 1950 verkündete Dogma der “Aufnahme Marias in den Himmel” betrifft, so weist der Verfasser auf folgenden biblischen Sachverhalt hin:

“Im Matthäusevangelium (Mt 27,52-53) wird berichtet, dass nach dem Kreuzestod Jesu einige Heilige aus ihren Gräbern auferstanden und auch von vielen Menschen gesehen wurden.”  (74)

Daraus leitet er den Glauben an die Assumpta (an die in den Himmel aufgenommene Madonna) ab:

“Der zur Zeit der Apostel so beliebte Schluss vom Geringeren auf das Höhere, den wir im Neuen Testament so oft beobachten können, erzwingt geradezu die Annahme, dass, wenn schon “gewöhnliche” Heilige leiblich zum Himmel auffahren, Maria erst recht diese Gnade zuteil wurde.” (74)

Ergänzend hätte der Autor noch vermerken können, daß bereits im Alten Bund zwei Gerechte, nämlich  Henoch und Elias, in den Himmel “aufgefahren” sind, ein solch wunderbares Geschehen sich demnach heilsgeschichtlich mehrfach ereignete.

Tatsächlich liegt der Schluß nahe: Warum also nicht auch die Mutter unseres Erlösers?  – Wenngleich sich das Ereignis nicht direkt in der Bibel findet, so liegt dies zumindest in der Logik der Heilsgeschichte Gottes.

Freilich stellt der Verfasser, der sich die marianischen Dogmen der katholischen Kirche ausnahmslos zu eigen macht, gleichzeitig fest, daß manche Traditionen der Volksfrömmigkeit sich tatsächlich kritische Rückfragen gefallen lassen” müßten. (77)  

Dem wird jeder nüchterne Katholik durchaus zustimmen, der gewisse Auswüchse des “Volksglaubens” selber bedauert, etwa Neigungen zum Aberglauben, magischen Denken, Wundersucht, ungeistlicher Sensationslust bzw. einer ungesunden Fixierung auf Visionen, “Erscheinungen”, außergewöhnlichen „charismatischen“ Phänomenen usw.

Derlei Entgleisungen werden allerdings vom kirchlichen Lehramt keineswegs gutgeheißen. Die amtliche Anerkennungsrate bei sog. “Privatoffenbarungen” befindet sich unter 1%, was erscheinungsbewegte Gläubige vielfach als Ärgernis empfinden mögen, womit die Kirchenleitung aber eine vorsichtige und bodenständige Gangart einlegt, die sich im Laufe der Jahrtausende zweifellos bewährt hat.

Der Buchautor stellt insgesamt zutreffend fest: Echte katholische Heiligen- und Marienverehrung lenkt deshalb den geistlichen Blick nicht weg von Jesus, sondern hin zur Anbetung der Herrlichkeit des Dreieinigen Gottes.”(78)

Das Neue Testament entstammt der kirchlichen Tradition

Neben der Marien- und Heiligenverehrung liegt Ex-Pastor Theurer auch das Thema “Bibel und Tradition” am Herzen, gehört es doch zu den wesentlichen Streitpunkten zwischen den christlichen Konfessionen.

Dabei beruft sich die protestantische Seite auf ihr bekanntes reformatorisches Wort bzw. Schlagwort „Allein die Schrift“ und versteht dieses Prinzip „Sola scriptura“ als Abgrenzung zum katholischen Traditionsverständnis. Demzufolge hat die Heilige Schrift als einzige Glaubensquelle zu gelten.  

Allerdings läuft es in der evangelischen Praxis  sehr wohl auf “Schrift und Bekenntnis” hinaus, wobei dies damit gerechtfertigt und erklärt wird, daß die protestantischen amtlichen “Bekenntnisse” (etwa die Confessio Augustana, die Schmalkaldischen Artikel oder bei den Reformierten der Heidelberger Katechismus bzw. die calvinistischen “Fünf Punkte”) lediglich eine “Auslegung” der Bibel darstellen, also durchaus keine eigentliche Ergänzung, geschweige ein Ersatz für die Heilige Schrift seien.

Freilich will auch die katholische Seite das, was sie “Tradition” oder “Überlieferung” nennt, in ähnlicher Weise als Entfaltung, Auslegung und amtliche Deutung der Heiligen Schrift verstanden wissen.

Allerdings weist die kath. Kirche darauf hin, daß das Neue Testament nicht “vom Himmel fiel”, sondern aus der lebendigen apostolischen Überlieferung der Kirche entstand, gleichsam aus ihrem Schoß geboren wurde. 

Foto: KOMM-MiT-Verlag

Zudem war es das kirchliche Lehramt, das in frühchristlicher Zeit den “Kanon” der Bibel zusammenstellte und somit festlegte, welche der vielfältig kursierenden Schriften zum NT gehören – und welche eben nicht.

Die Kirche Christi existierte bereits früher als das Neue Testament  -  ein schon rein historisch gesehen eindeutiger Sachverhalt.

Eben damit befaßt sich auch Theurer in seinem Buch und schreibt:

“Was war zuerst? Schrift oder Tradition?
Meine Antwort dazu ist: Natürlich die Tradition!
Die Bibel, speziell das Neue Testament, und der Kanon der biblischen Bücher
sind das Produkt der kirchlichen Tradition, nicht umgekehrt!” (11)

Sodann erläutert er:

“Wo schlugen die damaligen Gläubigen nach, wie die Gemeinde zu organisieren war? Natürlich fragten sie die Apostel, die mit Jesus vor und nach seiner Auferstehung zusammen gewesen waren. Natürlich feierten sie die Sakramente so, wie es ihnen die Apostel beibrachten.” (11)

Der Autor fügt hinzu:

“Dass die Heilige Schrift nicht alles fasst, was Jesus gesagt und getan hat, und vieles mündlich überliefert wurde – davon gibt das Evangelium selbst Zeugnis: “Es sind noch viele andere Dinge, die Jesus getan hat, Wenn aber eines nach dem anderen aufgeschrieben werden sollte, so würde, meine ich, die Welt die Bücher nicht fassen, die zu schreiben wären”(Joh 21,25). – Die Urkirche lebte von Anfangt an aus der lebendigen Überlieferung.”(13)

An dieser sowohl mündlichen wie schriftlichen Tradition der Apostel orientierten sich die urchristlichen Gemeinden.

Als die Gläubigen bereits unter Kaiser Nero den Löwen zum Fraß vorgeworfen wurden, gab es noch kein Neues Testament  -  es kursierten nur wenige Apostelbriefe in einzelnen Gemeinden.

Gleichwohl bewährte sich die junge Christenschar in Rom mit ihren Märtyrern aus der Kraft der apostolischen Überlieferung und aus den Sakramenten der Kirche.

Wäre die Bibel hingegen die einzige Quelle des Glaubens, dann wären ausgerechnet die damaligen, oft so heldenhaften Christen ohne Fundament gewesen (abgesehen vom AT). Davon kann freilich keine Rede sein: diese Gläubigen des ersten Jahrhunderts standen in lebendiger Verbindung mit den Aposteln und ihren Mitarbeitern; somit befanden sie sich im Strom der „mündlichen Tradition“ unserer Kirche.

Der katholische Glaube steht unverrückbar auf dem Fundament der “göttlichen Offenbarung”, die gleichsam auf zwei Säulen emporrankt: der Heiligen Schrift und der apostolischen Überlieferung. Das kirchliche Lehramt wiederum versteht sich als der von Christus beauftragte “Hüter” dieser heilsamen Offenbarung Gottes.

Buchdaten: ANDREAS THEURER. Warum werden wir nicht katholisch?  -  Dominus-Verlag, Augsburg 2012, 96 Seiten, ISBN: 978-3-940879-22-6, Preis 5,90 €

Felizitas Küble, Leiterin des KOMM-MIT-Verlags und des Christoferuswerks in Münster

Hier können Sie das Buch direkt beim Dominus-Verlag online bestellen:

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Michael Ragg spricht am 8. November in Oschersleben übers “christliche Menschenbild”

Über „Das christliche Menschenbild und seine Gegner“ spricht der katholische Journalist Michael Ragg am Donnerstag, den 8. 11.2012, in Oschersleben bei Magdeburg.

Der Vortrag im katholischen Vereinshaus neben der Kirche Sankt Marien, Alte Dorfstraße 21, beginnt um 19 Uhr. Jeder Interessierte ist willkommen.

Der Referent geht der Frage nach, was sich hinter dem „christlichen Menschenbild“ verbirgt, mit dem manche Politiker das Fundament ihres Handelns beschreiben.

Er schildert die Auswirkungen auf Staat und Gesellschaft, macht deutlich, welche konkurrierenden Menschenbilder es gibt und was es bedeutet, wenn die Politik, teils unausgesprochen, anderen Leitbildern folgt.

Michael Ragg war von 1998 bis 2009 Pressesprecher der päpstlichen Stiftung KIRCHE IN NOT. Jetzt leitet Ragg das Unternehmen „Ragg`s Domspatz“, eine Agentur für christliche Kultur. Bekannt ist Ragg vor allem als Moderator im christlichen Radio und Fernsehen, als Organisator katholischer Kongresse, als Redner und Publizist.


Syrien: radikal-islamische Rebellengruppen “terrorisieren die Bevölkerung”

“Assads Gegner wollen keine Demokratie, sondern das islamische Gesetz”

Die Kämpfe in Syrien haben 300.000 Christen in verschiedenen Landesteilen zur Flucht gezwungen. Diese Zahl nannte die Ordensfrau Mariam-Agnes aus Qara, die den Hilfsverband „Mussalaha“  –  zu deutsch „Versöhnung“  –  leitet.

In einem Internet-Interview betont sie, die Christen in Syrien stünden keineswegs blind auf der Seite von Präsident Bashar al-Assad. Die Zivilbevölkerung werde jedoch von beiden kämpfenden Seiten „zu Geiseln genommen“.

Gruppen, die sich selbst zur Opposition zählten, „terrorisieren die Bevölkerung, zerstören die Infrastruktur, tragen den Krieg in Wohnviertel hinein und plündern das kulturelle Erbe“.

Die Ordensfrau verweist auf westliche Schätzungen, denen zufolge mittlerweile über 2000 bewaffnete Rebellengruppen in Syrien operieren: “Die meisten von ihnen sind mit El Kaida verbunden, mit den Muslimbrüdern oder den Salafisten – und sie sind nicht gekommen, um Demokratie zu verbreiten, sondern das koranische Gesetz.“ 

Quelle: Radio Vatikan


Peer Steinbrück, SPD-Chef Gabriel und die “Transparenz”

Von Prof. Dr. Joachim Selenz

Der Kanzlerkandidat der SPD sorgt in der Politiker-Kaste für großen Knatsch. Durch kleine Nebenverdienste. Derartiges kennt man ja inzwischen von ehemaligen Polit-Größen.

Alt-Kanzler und Ex-Minister profitieren mitunter fürstlich von ihren früheren demokratischen Ämtern. Mit Eliten-Belustigungen verdienen sie sich den einen oder anderen Euro zur kargen Polit-Rente dazu.

Auch Peer Steinbrück ist abgewählter Landesvater und Ex-Finanzminister, doch als Bundestagsabgeordneter noch immer aktiv in der Politik tätig. Als solcher sammelte er seit 2009 1,25 Mio. Euro ein. Ist das der „verdiente Lohn“ für frühere Taten? In der Finanz-Szene ist er noch immer sehr beliebt.

Mit seinem Intimus Asmussen sorgte er einst für die weitgehende Deregulierung der Finanzmärkte. Die „Reduzierung unnötiger Prüf- und Dokumentationspflichten“ öffnete den deutschen Markt für faule Finanzprodukte aller Art. Die Aufsichtsbehörde Bafin beließ man im Tiefschlaf. Die dramatischen Folgen wurden sozialisiert. Durch staatliche Rettungsfonds. So entstehen Finanz-Freundschaften.

Wie gut, dass wenigstens der SPD-Vorsitzende weiß, was sich gehört. In der immer turbulenter werdenden Debatte fordert Sigmar Gabriel den gläsernen Abgeordneten. Sämtliche Nebeneinkünfte und deren Quellen seien zu veröffentlichen:

„Jeder Cent, den ein Abgeordneter neben seinem Mandat verdient, muss offengelegt werden. Jeder Bürger hat das Recht, die Höhe und die Herkunft von Nebenverdiensten zu kennen, denn die Menschen wollen wissen, ob ihr Abgeordneter durch Nebenverdienste in seinen Entscheidungen beeinflusst werden kann oder nicht.“

Damit wurde Gabriel offenbar vom Saulus zum Paulus. Denn Transparenz war sein Ding bis dato gerade nicht.

Am 2. Februar 2003 verlor er die Landtagswahl gegen Christian Wulff und stürzte in eine Sinnkrise: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-26950113.html

Als SPD-Fraktionsvorsitzender in Hannover erhielt er fortan monatlich 10.800 Euro, also doppelte Abgeordnetenbezüge. Das reichte dem Ex-MP jedoch nicht. Als Aufsichtsrat beim Landesunternehmen VW hatte er die Gagen der Manager gesehen. Das weckte Begehrlichkeiten. Er dachte gar an einen Wechsel in die Wirtschaft.

Nach ein paar Wochen beschloss er jedoch, Politiker zu bleiben. Sein Ziel: Politik und Wirtschaft auf das Vorteilhafteste miteinander zu verbinden.

Quelle und Fortsetzung des Artikels hier: http://www.hans-joachim-selenz.de/kommentare/2012/steinbrueck-gabriel-und-die-transparenz.html


Kritik am ideologisch beeinflußten Konzept des geplanten Vertriebenenzentrums in Berlin

Das im August vorgelegte Konzept für das geplante Vertriebenenzentrum in Berlin hält einer kritischen Prüfung nicht stand und ist offenbar stark rot-ideologisch eingefärbt.

Geschichtliche Tatsachen würden verfälscht oder verschwiegen, um das politisch vorgegebene Ziel, die Vertreibung als Kriegsfolge darzustellen, zu erfüllen, erklärte Rudi Pawelka, Vorsitzender der Landsmannschaft Schlesien, in einem Gastbeitrag der Wochenzeitung JUNGEN FREIHEIT.

So werde beispielsweise die Zahl der Vertreibungstoten heruntergerechnet  –  von den durch das Bundesarchiv bestätigten 2,2 Millionen Toten blieben im Ausstellungskonzept nur noch 600.000 übrig.

Auch von den „unschuldigen Deutschen, vor allem Frauen, aber auch viele Kinder“, die in polnischen und tschechischen Zwangsarbeitslagern vielfach den Tod fanden, erfährt man nichts. „Wer gibt den ermordeten Kindern eine Stimmen?“, fragt Pawelka.


Gaza: radikal-islamische Hamas schießt aus Wohnvierteln Raketen nach Israel

Am Montag, den  26. Oktober 2012, hat die im Gazastreifen regierende Hamas ein Video veröffentlicht, auf dem der Abschuß von Raketen auf Israel gezeigt wird. Dort ist deutlich zu sehen, daß die Raketenabschußbasis zwischen Wohnhäusern steht, wie das Infoportal Israel heute berichtet.

Es ist seit langem zynische Vorgehensweise radikal-islamischer Terrorgruppen, ihre Raketen von bewohnten Gebieten aus abzuschießen, um sich so vor israelischen Gegenangriffen zu schützen; man geht somit bewußt das Risiko ein, die eigene Bevölkerung zu gefährden.

Natürlich weiß die judenfeindliche Hamas-Regierung genau, daß Israel von der UNO, EU etc. verurteilt würde, wenn arabische Zivilisten infolge eines Gegenangriffs getötet werden, wohingegen der palästinensische Dauerbeschuß gegen Israel anscheinend längst Alltag geworden ist, nach dem kein internationaler Protesthahn kräht, erst recht keine Süddeutsche Zeitung oder ähnliche “israelkritische” Mainstream-Medien in Deutschland, deren Berichterstattung einseitig pro-palästinensisch ausgerichtet ist.


Kardinal Karl Lehmann übt scharfe Kritik am Vatikan: “Manchmal hätte man auf den Tisch hauen müssen”

Der Mainzer Kardinal Karl Lehmann sieht im “Zentralismus” der katholischen Kirche eine noch unbearbeitete Aufgabe nach dem  Zweiten Vatikanischen Konzil.

Dieser sei „zweifellos ein echtes Problem“, sagte Lehmann am gestrigen Montagabend in München, wie Radio Vatikan  meldet.

Durch die Liturgiereform des Konzils sei zwar relativ viel Freiheit in der Kirche entstanden. Heute aber entscheide Rom über ein national-kirchliches Gesangbuch, so Lehmann im Hinblick auf die vom Papst gewünschte Korrektur der Wandlungsworte bei der Kelch-Konsekration (“für euch und für viele”).

„Wir haben uns auch einfach manches gefallen lassen“, fügte der ehem. Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz hinzu – und  setzte noch einen drauf: In einigen Angelegenheiten hätte man, so meinte er, gegenüber Rom “auf den Tisch hauen müssen“.

Zweifellos ein echtes Problem, wenn ein Kardinal der katholischen Kirche mit solchen Sprüchen um sich wirft, die weder in der Sache noch in der Form angebracht sind.

 

 

 

 

 


Großes Jubiläum im Vatikan: 500 Jahre Deckenfresken in der Sixtinischen Kapelle

Die Schönheit der Kunst als Hinführung zum Glauben

Ein großartiges Jubiläum für die Sixtinische Kapelle: Michelangelo Buonarrotis Deckenfresken werden am heutigen Mittwoch 500 Jahre alt.

Am 31. Oktober 1512 präsentierte der toskanische Künstler sein Werk Papst Julius II., der ihn mit der Gestaltung der Kapelle beauftragt hatte.

Das Fresko stellt die Anfänge der Welt und der Heilsgeschichte dar; mit dem „Jüngsten Gericht“ fügte Michelangelo ihm Jahre später ein weiteres Meisterwerk hinzu.

Papst Benedikt wird die Sixtinische Kapelle am heutigen Mittwochabend besuchen und das Jubiläum in besonderer Weise begehen, erzählt der Direktor der Vatikanischen Museen, Antonio Paolucci:

„Der Papst wird in die Sixtinische Kapelle zurückkehren und genau die Gesten wiederholen, die sein Vorvorgänger Papst Julius II. fünf Jahrhunderte zuvor, am Vorabend vor Allerheiligen, ausführte. Er wird die Vespergebete sprechen, genau wie es Julius II. am 31. Oktober 1512 tat. Das ist eine Geste von hoher spiritueller und symbolischer Bedeutung, die ganz im Zeichen des Gebetes steht: Ein römischer Papst, 500 Jahre später, wiederholt dieselben Gesten in der Sixtinischen Kapelle.“

Drei Päpste sind mit der Sixtinischen Kapelle und Michelangelos Fresken eng verknüpft. Der Vorgänger von Julius II., Papst Sixtus IV., auf den der Name „Sixtinische Kapelle“ zurückgeht, ließ sie errichten und weihte sie am 15. August 1483 ein.  –   Dazu erklärt Paolucci:

„Er hat seinen Architekten Baccio Pontelli gebeten, die genauen Maße des verlorenen Tempels in Jerusalem zu reproduzieren. Die Kapelle sollte der neue Tempel sein, eine neue Brücke zwischen Gott und dem christlichen Volk.

Sixtus IV. rief zwischen 1481 und 1482 die besten italienischen Künstler seiner Zeit zusammen  –  Sandro Botticelli, Domenico Ghirlandaio, Luca Signorelli, Pietro Perugino  –  und hat die Wände mit Geschichten aus dem Leben Jesu an der Nordwand und Geschichten aus dem Leben des Moses auf der Südwand bemalen lassen.“

Der junge Michelangelo überraschte seine Neider

Als der spätere Papst Julius II. den jungen Michelangelo 1508 mit der Gestaltung des Tonnengewölbes beauftragte, dachten Neider des aufstrebenden Künstlers, er würde sich mit diesem Projekt übernehmen, doch sie irrten gewaltig.  -  Paolucci hierzu:

„Michelangelo hat auf radikale Weise die Ausdrucksmittel erneuert, darin liegt seine Größe. Wenn man in die Sixtinische Kapelle hineinkommt und die Fresken der anderen großen Künstler an den Wänden sieht  –  Botticelli, Perugino, Ghirlandaio, die größten Künstler der Renaissance  –  und dann den Blick zur Decke erhebt, versteht man, dass es da einen enormen Unterschied gibt. Nur 30 Jahre Unterschied, es scheint aber, als ob 300 Jahre vergangen wären.“

Daran liegt für Paolucci die Größe von Michelangelo. Ein „neuer Michelangelo“ müsste „einen Stil erfinden, den es noch nicht gibt, die Ausdrucksformen komplett erneuern  –  unvorstellbar“, so das Urteil des Kunsthistorikers.

Auf Veranlassung des reformerischen Konzilspapstes von Trient, Paul III., vollendete Michelangelo schließlich die Sixtinische Kapelle:

„Michelangelo ist schon ein alter Mann. In Italien, Europa ist alles Mögliche passiert, Religionskriege, die Reform usw. Und dieser Papst bittet Michelangelo, die letzte Wand zu bemalen – das Jüngste Gericht. Michelangelo folgt seiner Bitte und malt das Jüngste Gericht zwischen 1536 und 1541.“

Papst Benedikt XVI. setzt diesen Dialog von Kunst und Kirche fort, wenn er vom „Weg der Schönheit“ als Hinführung zum Glauben spreche, so Paolucci:

„Er hat dieses wunderschöne Bild auf Latein erfunden, die ,via pulchritudinis‘, der ,Weg der Schönheit‘. Benedikt XVI. sagt, es gibt einen Weg, um zum Absoluten zu kommen, der selbst wichtiger ist als Philosophie, Theologie und Spekulation: die Kontemplation der Schönheit. Die Schönheit hat Flügel, die uns über die Reflexion selbst hinaustragen.“

Die Sixtinische Kapelle ist weitaus mehr als einfach ein „Ort der Kunst“, betont Paolucci. Sie sei ein Herzstück, ein symbolischer Ort der katholischen Kirche.

Die prachtvolle Kapelle, in der auch das Konklave zur Papstwahl stattfindet, ist zudem eines der meistbesuchten touristischen Ziele des Christentums. Rund fünf Millionen Besucher seien es im Jahr, an manchen Tagen kämen 15-20.000 Besucher täglich, gibt der Museumsdirektor an.

Im jetzigen Jubiläumsjahr wolle man u. a. etwas für den Schutz der Fresken tun: Staub, Schweiß und Kohlendioxid setzen den Kunstwerken zu. Deshalb wollen die Vatikanischen Museen eine neue Klimaanlage in die Kapelle einbauen.  – Dazu Paolucci:

„Sie soll die Umgebungstemperatur kontrollieren, Staubpartikel und Schadstoffe bekämpfen und vor allem die Temperatur und Feuchtigkeit konstant halten. Wir arbeiten gerade an der Definition des Projektes, das dann auf einer Pressekonferenz präsentiert werden wird, sobald es fertig ist. Die Kosten werden ohne Sponsoren vom Vatikan selbst getragen.“

Nächster Höhepunkt in der Sixtinischen Kapelle ist ein Konzert des Päpstlichen Chores unter Leitung von Massimo Palombella am 11. November: Aufgeführt wird  – i n privater Form  – die „Missa Anno Santo“ von Papstbruder Georg Ratzinger.

Quelle: Radio Vatikan
Foto (Glasfenster): Dr. Bernd F. Pelz
 
 

Predigt von Papst Benedikt am 28. Oktober 2012 zum Abschluß der Weltbischofssynode

Vollständiger Wortlaut der bibelexegetischen Predigt im Petersdom über die Heilung des Bartimäus

Verehrte Mitbrüder,
sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Brüder und Schwestern!

Das Wunder der Heilung des blinden Bartimäus hat im Aufbau des Markusevangeliums einen besonderen Platz. Es steht nämlich am Ende des Abschnittes, der als der „Weg nach Jerusalem” bezeichnet wird, das heißt die letzte Pilgerreise Jesu in die Heilige Stadt zum Paschafest beschreibt, wo ihn, wie er weiß, Leiden, Tod und Auferstehung erwarten. 

Um vom Jordantal aus nach Jerusalem hinaufzugehen, kommt Jesus durch Jericho  -  und die Begegnung mit Bartimäus ereignet sich am Ausgang der Stadt, „als er”, wie der Evangelist anmerkt, „mit seinen Jüngern und einer großen Menschenmenge Jericho wieder verließ” (10,46). Es ist jene Menschenmenge, die bald darauf Jesus bei seinem Einzug in Jerusalem als Messias bejubelte.

Am Straßenrand saß also der Bettler Bartimäus, der „Sohn des Timäus”  –  so erklärt der Evangelist den Namen. Das gesamte Markusevangelium ist ein Weg des Glaubens, der sich schrittweise unter der Anleitung Jesu entfaltet. Die Jünger sind die ersten Protagonisten dieser Entdeckungsreise, doch es gibt auch andere Personen, die dabei eine wichtige Rolle spielen  -  und einer von ihnen ist Bartimäus.

Seine Heilung ist die letzte Wunderheilung, die Jesus vor seinem Leiden vollzieht, und nicht zufällig ist es die eines Blinden, eines Menschen also, dessen Augen das Licht verloren haben. Auch aus anderen Texten wissen wir, dass der Zustand der Blindheit in den Evangelien reich an Bedeutung ist. Er steht für den Menschen, der das Licht Gottes, das Licht des Glaubens braucht, um die Realität wirklich zu erkennen und auf dem Weg des Lebens zu gehen.

Wenn Menschen sich die eigene Blindheit nicht eingestehen, bleiben sie für immer blind

Es ist wesentlich, sich die eigene Blindheit, den Bedarf an diesem Licht einzugestehen, sonst bleibt man für immer blind (vgl. Joh 9,39-41).

Bartimäus wird also an diesem strategischen Punkt der Erzählung als Modell vorgestellt. Er ist nicht von Geburt an blind, sondern hat das Sehvermögen verloren: Er ist der Mensch, der das Licht verloren hat und sich dessen bewusst ist, der aber nicht die Hoffnung verloren hat, sondern die Gelegenheit einer Begegnung mit Jesus zu ergreifen weiß und sich ihm anvertraut, um geheilt zu werden.

Als er nämlich hört, dass der Meister auf seinem Weg vorbeikommt, ruft er: „Sohn Davids, Jesus, hab Erbarmen mit mir!” (Mk 10,47) und wiederholt dies mit Nachdruck (v. 48). Und als Jesus ihn ruft und ihn fragt, was er von ihm erbitte, antwortet er: „Rabbuni, ich möchte wieder sehen können!” (v. 51).

Bartimäus steht für den Menschen, der das eigene Übel erkennt und im Vertrauen, geheilt zu werden, den Herrn anruft. Seine einfache und ehrliche Bitte ist beispielhaft und in der Tat  –  wie jene des Zöllners im Tempel: „Gott, sei mir Sünder gnädig!” (Lk 18,13)  – in die Tradition des christlichen Betens eingegangen.

In der gläubigen Begegnung mit Christus gewinnt Bartimäus das verlorene Licht zurück und mit ihm seine volle Würde: Er erhebt sich und nimmt seinen Weg wieder auf; von jenem Moment an hat er einen, der ihn führt, Jesus, und einen klaren Kurs, denselben, den Jesus beschreitet.

Foto: KOMM-MIT-Verlag

Der Evangelist sagt uns dann nichts mehr über Bartimäus, doch in ihm stellt er uns vor Augen, wer der wahre Jünger ist: derjenige, der mit dem Licht des Glaubens Jesus „auf seinem Weg” folgt (v. 52).

Der heilige Augustinus macht in einer seiner Schriften eine ganz eigene Beobachtung zur Gestalt des Bartimäus, eine Beobachtung, die auch für uns heute interessant und bedeutungsvoll sein kann.

Der heilige Bischof von Hippo denkt über die Tatsache nach, dass Markus in diesem Fall nicht nur den Namen des Geheilten nennt, sondern auch den seines Vaters, und kommt zu dem Schluß, daß „Bartimäus, der Sohn des Timäus, eine Persönlichkeit war, die aus sehr großem Wohlstand herausgefallen war. Seine Notlage musste allgemein bekannt sein, da er nicht nur blind war, sondern am Straßenrand saß und bettelte.

Darum wollte Markus [im Unterschied zu Matthäus] nur ihn erwähnen: Daß er es war, der das Augenlicht wiedererlangt hatte, verlieh dem Wunder eine Resonanz, die ebenso groß war wie das Gerede über das Unglück, das dem Blinden zugestoßen war” (De consensu evangelistarum, 2, 65, 125: PL 34, 1138). Soweit Augustinus.

Diese Interpretation, daß Bartimäus ein Mensch sei, der aus einer Situation „großen Wohlstands” herausgefallen ist, gibt uns zu denken; sie will uns bewusst machen, dass es kostbare Schätze für unser Leben gibt, die wir verlieren können und die nicht materieller Art sind.

Wenn das Licht des Glaubens schwach wird, verlieren Menschen einen großen Schatz

Aus dieser Sicht könnte Bartimäus für diejenigen stehen, welche in Gebieten alter christlicher Tradition leben, wo das Licht des Glaubens schwach geworden ist, und die sich von Gott entfernt haben, ihn nicht mehr als für das Leben wichtig ansehen:

Menschen, die daher einen großen Schatz verloren haben, aus einer hohen Würde  –  nicht der wirtschaftlichen Situation oder der irdischen Macht, sondern des Christentums  –  „herausgefallen” sind; Menschen, welche die sichere und feste Lebensorientierung verloren haben und – oft unbewusst – zu Bettlern um den Sinn des Lebens geworden sind.

Es sind die vielen, die einer neuen Evangelisierung bedürfen, d. h. einer neuen Begegnung mit Jesus Christus, dem Sohn Gottes (vgl. Mk 1,1), der ihnen wieder die Augen öffnen und den Weg weisen kann.

Es ist bedeutsam, daß die Liturgie uns zum Abschluss der Synodenversammlung das Evangelium von Bartimäus vorlegt. Dieses Wort Gottes hat besonders uns etwas zu sagen, die wir uns in diesen Tagen mit der Dringlichkeit auseinandergesetzt haben, Christus dort neu zu verkünden, wo das Licht des Glaubens schwach geworden ist, wo das Feuer Gottes einer Glut gleicht, die angefacht werden muss, damit sie zu einer lebendigen Flamme wird, die dem ganzen Haus Licht und Wärme spendet.

Foto: Dr. Bernd F. Pelz

Die neue Evangelisierung betrifft das gesamte Leben der Kirche. Sie geht in erster Linie die gewöhnliche Seelsorge an, die mehr vom Feuer des Heiligen Geistes belebt sein muss, um die Herzen der Gläubigen zu entzünden, die sich regelmäßig in der Gemeinde zusammenfinden und sich am Tag des Herrn versammeln, um sich vom Wort Gottes und vom Brot ewigen Lebens zu ernähren.

Die Sakramente des HERRN rufen uns zur Heiligkeit

Ich möchte hier drei pastorale Linien hervorheben, die sich aus der Synode ergeben haben. Die erste betrifft die Sakramente der christlichen Initiation. Es wurde erneut auf die Notwendigkeit hingewiesen, die Vorbereitung auf die Taufe, die Firmung und die Eucharistie mit einer geeigneten Katechese zu begleiten.

Ebenso wurde die Bedeutung der Beichte, des Sakraments der Barmherzigkeit Gottes, bekräftigt. Über diesen sakramentalen Weg ergeht der an alle Christen gerichtete Ruf des Herrn zur Heiligkeit. Tatsächlich ist mehrmals betont worden, daß die wahren Protagonisten der neuen Evangelisierung die Heiligen sind: Sie sprechen mit dem Beispiel ihres Lebens und den Werken der Nächstenliebe eine Sprache, die allen verständlich ist.

An zweiter Stelle ist die neue Evangelisierung im Wesentlichen verknüpft mit der missio ad gentes. Die Kirche hat die Aufgabe zu evangelisieren, die Heilsbotschaft den Menschen zu verkünden, die Jesus Christus noch nicht kennen.

Auch im Laufe der Überlegungen der Synode wurde unterstrichen, daß es in Afrika, Asien und Ozeanien viele Gegenden gibt, deren Bewohner die Erstverkündigung des Evangeliums sehnlich erwarten, manchmal ohne sich dessen voll bewußt zu sein. Darum muß man zum Heiligen Geist beten, daß er in der Kirche einen neuen Missionseifer entfache, dessen Protagonisten in besonderer Weise die Seelsorgehelfer und die gläubigen Laien sein sollen.

Alle Christen haben die Pflicht, das Evangelium zu verkünden

Die Globalisierung hat eine beachtliche Bevölkerungsverschiebung verursacht; so wird die Erstverkündigung auch in den Ländern alter christlicher Tradition notwendig. Alle Menschen haben das Recht, Jesus Christus und sein Evangelium kennenzulernen; dem entsprechend haben die Christen, alle Christen  –  Priester, Ordensleute und Laien  –  die Pflicht, die Frohe Botschaft zu verkünden.

Ein dritter Aspekt betrifft die Getauften, die jedoch in ihrer Lebensweise den Ansprüchen der Taufe nicht gerecht werden. Im Laufe der Synodenarbeit wurde deutlich, dass es solche Menschen in allen Kontinenten gibt, besonders in den am stärksten säkularisierten Ländern. Die Kirche widmet ihnen besondere Aufmerksamkeit, damit sie Jesus Christus erneut begegnen, die Freude des Glaubens wiederentdecken und zur Ausübung der Religion in der Gemeinschaft der Gläubigen zurückkehren. 

Foto: KOMM-MIT-Verlag

Außer den nach wie vor wertvollen traditionellen pastoralen Methoden versucht die Kirche ebenso neue Methoden anzuwenden, indem sie sich auch neuer Ausdrucksweisen bedient, die den verschiedenen Kulturen der Welt angepasst sind, und die Wahrheit Christi im Dialog und in einer Atmosphäre der Freundschaft anbietet, die in Gott, der die Liebe ist, ihr Fundament hat. In verschiedenen Teilen der Welt hat die Kirche diesen Weg der kreativen Pastoral bereits eingeschlagen, um die Menschen zu erreichen, die sich entfernt haben oder auf der Suche nach dem Sinn des Lebens, nach Glück und letztlich nach Gott sind.

Wir erinnern an einige wichtige Stadtmissionen, an den „Vorhof der Völker”, an die Kontinentalmission usw. Es besteht kein Zweifel, dass der Herr, der Gute Hirt, diese Bemühungen, die aus dem Eifer für seine Person und sein Evangelium hervorgehen, reichlich segnen wird.

Die Freude an Gott ist unsere Stärke

Liebe Brüder und Schwestern, nachdem Bartimäus von Jesus das Augenlicht zurückerhalten hatte, schloss er sich der Jüngerschar an, unter denen es sicher noch andere gab, die wie er vom Meister geheilt worden waren.

Ebenso sind die neuen Glaubensboten: Es sind Menschen, die die Erfahrung gemacht haben, durch Jesus Christus von Gott geheilt worden zu sein. Und ihr charakteristisches Merkmal ist eine Herzensfreude, die mit dem Psalmisten sagt: „Großes hat der Herr an uns getan. Da waren wir fröhlich” (Ps 126,3).

Auch wir wenden uns heute in froher Dankbarkeit an Jesus, den HERRN, der Redemptor hominis (Erlöser der Menschen) und Lumen gentium  (Licht der Völker) ist  -  und wir machen uns ein Gebet des heiligen Klemens von Alexandrien zu eigen:

„Bis jetzt bin ich umhergeirrt in der Hoffnung, Gott zu finden, doch da Du mich erleuchtest, o Herr, finde ich Gott durch dich und empfange den Vater von dir, werde dein Miterbe, denn du hast dich nicht geschämt, mich zum Bruder zu haben.

Vertreiben wir also die Vergessenheit der Wahrheit, die Unwissenheit: Indem wir die Finsternis, die wie Nebel vor den Augen die Sicht behindert, beiseiteschieben, betrachten wir den wahren Gott (…), denn ein Licht vom Himmel erstrahlte über uns, die wir in der Finsternis begraben und im Schatten des Todes gefangen waren, ein Licht, reiner als die Sonne und süßer als das Leben hier auf Erden” (Protreptikòs113,2 – 114,1).

Quelle: Libreria Editrice Vaticana / kath. Nachrichtenagentur Zenit


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