Prof. Dr. Dariusz Oko: Gibt es eine verstärkte Einflußnahme homosexueller Seilschaften im katholischen Klerus ?

Wahrheit und Klarheit zur Erneuerung der Kirche!

In der soliden Zeitschrift „Theologisches“ vom Sept.-Oktober 2012 schildert der polnische Priester, Religionsphilosoph und Kirchenrechtler Prof. Dr. Dariusz Oko aus Krakau in einer fundierten Abhandlung, wie ein gewisser innerkirchlicher Trend zur Homosexualität in den letzten Jahrzehnten angewachsen ist, aber durch Papst Benedikt deutlich in seine Grenzen verwiesen wurde.

Wir dokumentieren diesen aufschlußreichen Artikel (Titel: “Mit dem Papst gegen Homo-Häresie”), der nichts vertuscht oder schönredet, sondern eine klare Analyse der Problemlage bietet und  zugleich Lösungsmöglichkeiten aufzeigt:

“Sollte das Wohlergehen der homosexuellen Straftäter wichtiger sein als das Schicksal von Kindern und Jugendlichen und das Schicksal der Kirche im Ganzen?  Sollte das bewusst geschehen, dann wäre das kirchlicher Standesverrat, kirchlicher Verrat am jungekirche_innenraumn Menschen!

Bereits vor mehreren Wochen ist in Polen die Diskussion zum Thema „homosexueller Untergrund in der Kirche“ laut geworden, die durch Äußerungen des Priesters Tadeusz Isakowicz–Zaleski in seinem neuen Buch „Es geht mir nur um die Wahrheit“ hervorgerufen wurde [1].

Manche leugnen, dass ein solcher Untergrund existiert und verbreiten zugleich Thesen, die in tiefem Widerspruch zur Lehre der Kirche stehen; beides weicht deutlich von der Wahrheit ab [2].

Das Problem ist jedoch von großer Bedeutung, deswegen fühle ich mich verpflichtet, das Wort zu ergreifen, denn mir geht es auch um die Wahrheit, vor allem aber um das Gute, um das fundamentale Wohl des Menschen und der Kirche, die die Grundgemeinschaft seines Lebens ist.

Bei jeder Diskussion muss man von der axiomatischen Grundannahme ausgehen, dass jeder von uns zum jeweiligen Thema höchstens einen Bruchteil weiß und dass dieser noch dazu wahrscheinlich zum Teil falsch ist. Diese Einsicht sollte dazu führen, die eigene Stellung mit Demut zu vertreten und mit Achtung auf die Argumente der Gegner oder Partner zu hören. Auf diese Weise können wir uns mit unserem Teilwissen gegenseitig bereichern und dieses korrigieren.

Handeln wir so, dann bleibt unser Wissen zwar weiterhin Stückwerk, es wird aber größer und in höherem Maße von Fehlern gereinigt. Darauf beruht der Segen eines redlichen Dialogs, und in diesem Geiste habe ich vor zu handeln.

Meine Verpflichtung zur Stellungnahme ist mit meinem Einsatz für die philosophische Kritik der homosexuellen Ideologie und Propaganda (abgekürzt Homoideologie und Homopropaganda) verbunden, mit der ich mich im Auftrag und ermutigt von mehreren Kardinälen und Bischöfen seit vielen Jahren beschäftige. Kreuzkuppel

Dabei sammelte ich eine der wahrscheinlich größten Bibliotheken zu diesem Thema, eine der größten Datensammlungen. Hilfe bei meiner Arbeit leisteten mir viele Freunde und Verbündete, sowohl unter den Laien als auch unter Geistlichen, Professoren, Ärzten, sowie mehrere Personen, die sich durch meine Äußerungen und die Lektüre meiner Artikel ermutigt fühlten, mein Wissen zu ergänzen und zu korrigieren.

So strömten Informationen, wissenschaftliche Befunde und offizielle Unterlagen zu mir, sowohl aus Polen als auch aus verschiedenen Teilen der Welt, insbesondere aus den Vereinigten Staaten, Großbritannien, Irland, Deutschland, Österreich, Holland, Italien und vor allem vom Heiligen Stuhl.

Meine Arbeit begann als ein Einsatz für die Rettung des Christentums, von dem ich dachte, dass ihm Todesgefahr von außen drohe; schrittweise entdeckte ich aber, dass die Sache nicht so einfach ist. Die Gefahr droht nicht nur von außen, der Feind greift bereits in ihrem Innern an, oft sehr gut maskiert, gleich einem trojanischen Pferd.

Das Problem der Homoideologie und Homolobby existiert nicht nur außerhalb der Kirche, ein analoges Problem existiert auch innerhalb, dort, wo die Homoideologie die Gestalt einer Homohäresie annimmt.

Um dies festzustellen, reicht es, glaubwürdige Informationen von säkularen und kirchlichen Medien aus den jüngsten Jahren zu sammeln, die menschliche Natur zu begreifen, logisch zu denken, und Tatsachen und Dokumentationen in Verbindung zu bringen, die eine Reaktion auf diese Tatsachen darstellen.

Globalität des Phänomens

Zuerst muss eine allgemein verbreitete, mediale Lüge aufgedeckt werden. Die Medien reden ständig von der Pädophilie der Geistlichen, obwohl es hier meistens um Ephebophilie geht, d.h. eine Entartung von reifen, erwachsenen homosexuellen Männern, deren sexuelle Vorliebe nicht Kindern, sondern pubertierenden, heranwachsenden Jungen gilt. Das ist eine typische, mit Homosexualität verbundene Perversion.

Zum Grundwissen in dieser Frage gehört die Tatsache, dass mehr als 80 % der Fälle sexueller Gewalt seitens Geistlicher, die in den USA offenbar wurden, Fälle von Ephebophilie und nicht Pädophilie waren! [4] Diese Tatsache wird sorgfältig verborgen, vermieden und verschwiegen, weil es die Verlogenheit sowohl der weltlichen als auch kirchlichen Homolobby besonders nachhaltig entlarven würde.

In anderen Ländern sieht die Situation ähnlich aus, so dass man davon ausgehen muss, dass die Skandale sexueller Gewalt, die die Weltkirche erschütterten, überwiegend das Werk homosexueller Geistlicher waren. Für die aufgeklärten, drastischen Verbrechen zahlte die Kirche einen sehr schmerzhaften Preis, nämlich einen deutlichen Verlust an Glaubwürdigkeit.

Sie brachten sowohl dramatische seelische Schwierigkeiten mit sich, als auch in einzelnen Diözesen, Orden und Seminaren materielle Probleme, zunehmend menschenleere Kirchen in ganzen kirchlichen Provinzen [5]. Man schätzt, dass die Kirche in den USA im Zuge der Entschädigungen schon mehr als eineinhalb Milliarden Dollar auszahlen musste [6]. Die Skandale hätte es jedoch nicht gegeben ohne einen einflussreichen Untergrund, von dem die Staatsanwälte bisher nur einen Bruchteil, nur die Spitze des Eisberges aufgedeckt haben.

Die Skandale betrafen auch höchste kirchliche Würdenträger, zum Beispiel in Polen den Erzbischof von Posen, Juliusz Paetz, der im Jahre 2002 aus seinem Amt entfernt wurde. Im katholischen Irland wiederum, das Polen historisch und geistig ähnlich ist, wurden in den letzten Jahren auch einige Bischöfe aus ihren Ämtern entfernt.

Einer von ihnen war John Magee, der Bischof von Cloyne infolge einer Anklage wegen sexuellen Missbrauchs und Vertuschens von Verbrechen der Pädophilie und Ephebophilie durch 19 Priester aus seiner Diözese. Die beiden Priester Peatz und Magee arbeiteten früher lange Zeit im Vatikan zusammen, viele Jahre lang gehörten sie zu den engsten und einflussreichsten Mitarbeitern von drei aufeinander folgenden Päpsten.

Wie weit militante Homosexuelle im Priestergewand gehen können, verdeutlicht das Vorgehen des besonders „liberalen“ und „offenen“ Erzbischofs Rembert Weakland, der in den Jahren 1977-2002 der Diözese Milwaukee in USA vorstand. Er hat sich selbst bekannt, schwul zu sein und im Laufe seines Lebens mit mehreren Partnern Geschlechtsverkehr gehabt zu haben.    

In den Jahren seiner  –  25 Jahre dauernden  –  Amtszeit widersetzte er sich dem Papst und dem Heiligem Stuhl in mehreren Fragen, besonders kritisierte und negierte er die Lehre des kirchlichen Magisteriums in Sachen Homosexualität.

Dagegen bot er aktiven Schwulen in seiner Diözese Unterstützung und Schutz an, half ihnen, der Verantwortung für ihre serienmäßigen sexuellen Verbrechen zu entgehen. Seine Amtszeit endete mit einer gigantischen Veruntreuung – aus der Diözesankasse flossen etwa eine halbe Million Dollar für den Unterhalt seines ehemaligen Partners.

Einer der einflussreichsten Menschen der Kirche seiner Zeit, Marcial Maciel Degollado, der Gründer des Ordens der Legionäre Christi, erwies sich als Bisexueller, der schwere sexuelle Verbrechen gegenüber seinen Mitbrüdern und minderjährigen Schülern seines Ordens, ja sogar gegenüber seinem eigenen Sohn beging.

Obwohl eine Menge von Anklagen und Anschuldigungen gegen diese vier Geistlichen nach Rom gesandt wurden, blieben sie lange Zeit völlig straflos. Erst direkter Kontakt mit dem Heiligen Vater oder ein medialer Aufschrei waren hilfreich. Auf den niedrigeren Stufen der Hierarchie, egal ob lokal oder im Vatikan, blieben alle Bemühungen blockiert. In vielen anderen Fällen ging es ähnlich zu.

Amtsenthebungen von Bischöfen:

Folgende Bischöfe wurden erst nach vielen Jahren wegen aktiver homosexueller Pädophilie oder Ephebophilie ihres Amtes enthoben:

Patrick Ziemann aus Santa Rosa in Kalifornien (1999),
Juan Carlos Maccarone aus Santiago del Estero in Argentinien (2005),
Georg Müller aus Trondheim und Oslo in Norwegen (2009),
Raymond John Lahey aus Antigonisch in Kanada (2009),
Roger Vangheluwe aus Brügge in Belgien (2010),
John C. Favolara aus Miami (2010) und
Anthony J. O’Connell aus Palm Beach auf Florida (2010).

Auch mit vielen anderen Bischöfen musste man aufgrund von Verheimlichung und Vertuschen sexuellen Missbrauchs ähnlich vorgehen. Ein ähnliches Los traf viele, sehr einflussreiche Priester.

Nicht nur die Zahl schwerer, sexueller Verbrechen zeugt demnach von der Stärke dieses Untergrundes, sondern auch – und sogar noch mehr – wie sehr die Wahl der Kandidaten für das Bischofsamt beeinträchtigt ist, wie der „Aufstieg“ in der Kirche trotz Vergehen dieser Art, trotz Doppelleben möglich ist. Zeichen dieser Stärke ist auch die erfolgreiche Verheimlichung und das Vertuschen solcher Fälle, die innerkirchliche, oft unüberwindbare Blockade hinsichtlich der Verteidigung der Geschädigten und dem Recht auf elementare Wahrheit und Gerechtigkeit.

Wie schwer ist es oft, einem Homosexuellen gegenüber gerechte Konsequenzen zu ziehen, wie viele seltsame Schwierigkeiten tauchen dabei auf, so dass Erfolg auf diesem Gebiet oft beschränkt, vorübergehend oder halbherzig ist.

Infolgedessen geschieht etwas Schreckliches, nämlich, dass das Wohlbefinden der homosexuellen Straftäter wichtiger wird als das Schicksal der Kinder und Jugendlichen und das Schicksal der Kirche im Ganzen. Sollte das bewusst geschehen, dann wäre das kirchlicher Standesverrat, kirchlicher Verrat am jungen Menschen!

Eine Art Bestätigung ist hier die deutliche Furcht und Verlegenheit von Geistlichen besonders in einigen Diözesen und Orden, wenn sie mit dem Thema konfrontiert werden. Sie scheinen unfähig zu sein, die Grundlehre der Kirche zu diesen Themen zu artikulieren und fliehen ins Schweigen. Wofür fürchten sie sich so sehr? Woher kommt die Angst in den Augen ganzer Gruppen von reifen, erwachsenen Männern? Und woher kommen Neurosen, Herzerkrankungen und ähnliche Probleme bei Priestern, die es dennoch versuchen, sich dieser Art von Vorfällen zu widersetzen, gerade wenn es um den Schutz von Kindern und Jugendlichen geht? Offensichtlich fürchten sie sich vor einer einflussreichen Lobby, die Macht ausübt, und der sich in den Weg zu stellen, gefährlich ist [7].

Damit ein Dulden und Verheimlichen des Bösen in diesem Ausmaß möglich ist, müssen die entscheidenden Positionen mit Eingeweihten besetzt sein, muss es nicht nur eine Homolobby geben, sondern Homoseilschaften, ja eine Homomafia. foto 31.5.2010a - Kopie

In diesem Sinne äußerte sich der amtierende polnische Justizminister Jarosław Gowin in seiner Amtszeit im polnischen Senat über einen Skandal homosexuellen Missbrauchs in der Diözese Płock. Er erwähnte sexuelle Belästigung von Jugendlichen und Klerikern und das Vertuschen von Tatsachen.

Bei seiner Intervention bei der Kirche im Fall von Erzbischof Paetz hätte er den Eindruck gehabt, es mit einer Art Mafia zu tun zu haben, die zum Schutz der eigenen Interessen nicht davor zurückschreckt, unumstößliche Prinzipien und offensichtliche Tatsachen brutal zu negieren [8].

Die Ansicht, dass es sich hier um eine Art homosexueller Mafia in der Kirche handelt, äußerte vor kurzem auch der Geistliche Charles Scicluna, der die Hauptverantwortung für die Bewältigung dieser Fragen in der Kirche trägt. Er tritt sozusagen als „Anwalt“ der Disziplinarabteilung der Kongregation für die Glaubenslehre auf. Diese Bezeichnung benutzte er während des Symposiums „Hin zu einer Heilung und Erneuerung“, das im Februar 2012 in Rom veranstaltet wurde und die Probleme sexuellen Missbrauchs in der Kirche zum Thema hatte [9].

Im Namen Papst Benedikts XVI. verurteilte er nicht nur entschieden die Täter selbst, sondern auch die kirchlichen Oberhäupter, die deren Taten vertuschten. Er forderte zu entschiedenem Widerstand gegen solche Vorgehensweisen, zu offener Mitarbeit mit der Polizei auf. Er rief auch dazu auf, den Weg der Reinigung, der von dem Heiligen Stuhl vorgegeben wurde, zu gehen.

Je besser die Verbrecher organisiert sind und je erfolgreicher sie ihre eigenen Interessen schützen, desto erfolgreicher tun sie anderen Leid an und desto erfolgreicher zerstören sie die Glaubwürdigkeit der Kirche.

Darum ist meines Erachtens bei der bisherigen Diskussion die Äußerung des Professors und Paters Josef Augustyn SJ besonders wertvoll, der sagte: „Meinem Gefühl nach liegt das Problem nicht «bei ihnen», sondern in unserer Reaktion «auf sie»“

Nicht zurückweichen!

Wie reagieren wir, ganz normale Priester und deren Vorgesetzte auf solches Verhalten? Lassen wir uns einschüchtern, weichen wir zurück, rufen wir zum Schweigen auf, tun wir so, als ob es kein Problem gäbe?

Oder im Gegenteil: Bieten wir die Stirn, sprechen wir klar darüber, nehmen wir diesen Menschen ihren Einfluss weg, entfernen wir sie aus ihren Positionen? Sie sollten in keinem Seminar arbeiten und keine Positionen bekleiden dürfen. Wenn es eine homosexuelle Lobby gibt und diese etwas in irgendwelchen kirchlichen Strukturen zu sagen hat, dann nur deswegen, weil wir ihnen nachgeben, vor ihnen zurückweichen, so tun, als ob es sie nicht gäbe.

Der Heilige Stuhl (…) hat ein klares Zeichen gegeben, wie diese Art Probleme gelöst werden sollen. Die Verheimlichung der Taten von unaufrichtigen Personen, die früher oder später enthüllt werden, diskreditiert die Autorität der Kirche. Die Gläubigen fragen spontan, wie es mit der Glaubwürdigkeit der kirchlichen Gemeinschaft aussieht, wenn sie solche Umstände toleriert. Wenn wir a priori annehmen, dass es kein Lobbying von homosexuellen Geistlichen gibt und nie gegeben hat und nicht geben wird, dann unterstützen wir dadurch dieses Phänomen. Dann bleibt diese Lobby ungestraft und wird zu einer ernsten Gefahr“[10].

Zur Entstehung des Homo-Milieus

Wie die erwähnten Fälle zeigen, musste man dieser Lobby gegenüber wirklich sehr nachgiebig sein, wenn solche Missbrauchsfälle möglich waren (und nach wie vor sind). Aber die normale Mehrheit sollte sich nicht von einer gestörten Minderheit einschüchtern lassen. Deswegen muss man den Mechanismus der Expansion des Einflussbereiches dieser Lobby gut verstehen.

Alles beginnt damit, dass es für einen Kleriker mit homosexueller Neigung oder gar mit entschiedener, homosexueller Orientierung wesentlich schwerer ist, ein anständiger Priester zu werden. Auf der einen Seite hat das Priestertum eine besondere Anziehungskraft, es scheint ein ideales Biotop zu sein, weil man in seinem Umfeld ausschließlich unter Männern verweilen kann, ohne die Abwesenheit von Frauen in seinem Leben erklären zu müssen. Ganz im Gegenteil, der Verzicht auf Ehe (zu der er sowieso nicht fähig ist) wird als großes Opfer für das Himmelreich angesehen. Die Situation scheint äußerst komfortabel.

So kommt es, dass in gewissen Orden und Diözesen der Prozentsatz solcher Kleriker viel höher ist als der Durchschnitt der Homosexuellen in der Welt, also deutlich mehr als 1,5 % [11]. Wie viel genau, hängt davon ab, wie dominant die errungene Position ist und in welchem Maß andere Geistliche eingeschüchtert sind, oder ob sie sich gar des Ernstes der Lage noch nicht bewusst sind.

Homosexualität erschwert die Achtung vor Ehe und Weiblichkeit

Gemälde: Evita Gründler

Auf der anderen Seite wirkt Homosexualität wie eine Wunde an der Persönlichkeit, die viele ihrer Funktionen beeinträchtigen kann. Unter anderen stört sie die Beziehungen sowohl zu Männern als auch zu Frauen und Kindern; sie erzeugt die Gewohnheit einer ständigen Vortäuschung und Verheimlichung eines wesentlichen Bereiches des eigenen Lebens. Man gewöhnt sich an ein gewisses Spiel, das offene, freimütige und tiefe emotionale Beziehungen mit Kommilitonen und Lehrern unmöglich macht. Es erschwert auch das Verstehen und die Achtung vor der Natur der Weiblichkeit, ebenso der Ehe als Mysterium der Liebe von Mann und Frau.Hinzu kommt, dass ein homosexueller Kleriker durch die ständige Nähe der Objekte seiner Begierde erregt wird. Er befindet sich in einer Situation, die vergleichbar ist mit der eines normalen Mannes, der Jahre lang (oder sein ganzes Leben lang) jeden Tag unter einem Dach Schlafräume und Badezimmer mit vielen hübschen Frauen teilt. Die Wahrscheinlichkeit, dass er unter solchen Umständen seine Keuschheit lebt, sinkt dramatisch.

Jedem Menschen gegenüber, also auch unseren homosexuellen Brüdern gegenüber, müssen wir Verständnis und Achtung entgegen bringen. Sie geben sich oft viel Mühe, und manchen von ihnen gelingt es, enthaltsam oder sogar heilig zu leben. Aber objektiv gesehen, fällt es ihnen viel schwerer  –  und deswegen gelingt es ihnen auch viel seltener.

Schaffen sie es jedoch nicht, die eigene Neigung zu beherrschen, und es gelingt ihnen, durch das Netz der Seminar-internen Kontrolle zu schlüpfen, dann beginnt der Kummer erst richtig, wenn sie schließlich Priester oder Ordensleute werden. Die ständige Nähe der Vorgesetzten und die von ihnen ausgeübte Kontrolle fallen weg, der Freiraum wird grösser. Wenn sie der Versuchung erliegen und den Weg der aktiven Homosexualität betreten, wird ihre Situation unerträglich.

Auf der einen Seite spenden sie jeden Tag Sakramente, halten Messe, halten das größte Heiligtum in ihren Händen, auf der anderen Seite tun sie ständig etwas, was dazu im Widerspruch steht, etwas besonders Verwerfliches. Auf diese Weise werden sie „immun“ gegen höhere Werte, gegen das, was heilig ist. Ihr moralisches Leben erliegt einer Atrophie, sie geraten auf die schiefe Ebene des Verfalls. Wenn die höheren Werte in ihnen aussterben, dann gibt es immer mehr Platz für Niedriges, für Begierde nach Materiellem und Sinnlichem – nach Geld, Macht, Karriere, Luxus, Sex. Es ist wirklich schwer, ihnen zu helfen; was kann sie noch retten, wenn die besten Methoden und alle Bemühungen, ihr Gewissen zu formen, Glaube und Gnade versagt haben?

Ihnen ist bewusst, dass sie Gefahr laufen, demaskiert und bloßgestellt zu werden, deswegen wollen sie sich absichern, indem sie sich gegenseitig unterstützen. Sie bilden also informelle Bünde mit den Zügen einer Clique oder Mafia und streben danach, Schlüsselpositionen zu erobern, die über Macht und Geld verfügen. Wenn sie einen Posten einnehmen, dann sorgen sie dafür, jemanden aus den eigenen Reihen zu befördern, oder wenigstens jemanden, der zu schwach ist, um sich ihnen zu widersetzen.

Auf diese Art und Weise können tief verwundete Menschen zu Oberhäuptern der Kirche werden. Sie sind dem geistigen Niveau, das sie verkörpern sollen, nicht gewachsen; sie leben in Verlogenheit und lassen sich besonders leicht von den Feinden des Christentums beeinflussen. Das sind Menschen, die nicht „von Herzen“ sprechen, sie können ihr Herz nicht öffnen, weil sie wissen, wie sehr sie sich schämen müssten. Stattdessen wiederholen sie erlernte Phrasen, kopieren Texte von anderen. Manchmal umgibt sie eine spürbare Atmosphäre von Verlogenheit und Trägheit – Pharisäismus in reiner Form [12].

Auch wenn sie ihre Homosexualität nicht aktiv leben, versuchen sie in der Regel diejenigen, die es tun, zu schützen und zu fördern, sind solidarisch mit ihnen und stehen ihnen beharrlich zur Seite. So stellen sie ihr Wohlbefinden über das Wohl der Gemeinschaft – nach dem Motto: „Selbst wenn die Kirche bloßgestellt und lächerlich gemacht wird, Hauptsache mir und den Meinen geht es gut, Hauptsache, wir bringen unser Schäfchen ins Trockene“.

Auf diese Art und Weise können sie in vielen Stellen der kirchlichen Hierarchie dominieren und die Zügel in der Hand halten, somit in der Tat großen Einfluss auf wichtige Ernennungen und insgesamt auf das Leben der Kirche ausüben. Aufrichtige, engagierte Bischöfe kommen gegen sie oft nicht an.[13]

Für die übrigen Priester wird die Situation dann entsetzlich. Es können Personen in die Seminare aufgenommen werden, die bereits jüngere Partner von Homo-Priestern sind. Sollte der Rektor oder ein anderer Vorgesetzter versuchen, diese zu verweisen, so kann es sein, dass sie selbst verwiesen werden und nicht die Homo-Kleriker. Oder sollte ein Vikar versuchen, Jugendliche vor dem Pfarrer, der sexuelle Übergriffe begeht, zu verteidigen, wird er schikaniert, diszipliniert und versetzt und nicht der Pfarrer. Das mutige Erfüllen seiner wichtigsten Pflichten macht sein Leben zur Hölle.

Es kommt vor, dass er bei einer geplanten Aktion erpresst und in seiner Pfarrei oder vor seinen Mitbrüdern gedemütigt und diffamiert wird. Wenn ein Priester oder Mönch selbst sexuellen Übergriffen seitens eines Kollegen oder Vorgesetzten ausgesetzt ist und er sich mit der Bitte um Hilfe und Schutz an höhere Vorgesetzte wendet, stößt er mitunter auf noch mächtigere Homosexuelle.

Auf diesem Weg erobern die Mitglieder der Homo-Clique bedeutende Positionen und Einflüsse, so dass sie sich immer mächtiger und sicherer fühlen [14]. Ihr Leben wird oft zu einer teuflischen Karikatur des Priestertums, ähnlich wie die Homopartnerschaft eine Karikatur der Ehe ist. Wie man weiß, jedenfalls aus den Medien, fangen sie an, sich wie Homosex-süchtige zu benehmen: sie werden immer schamloser, schrecken auch vor Gewalttaten nicht zurück. Sie fangen an, Minderjährige zu missbrauchen und zu Sex zu zwingen. Dann kommt es zu schlimmsten Situationen bis hin zu Mord und Selbstmord.

Über das Problem von Bischof Paetz erfuhr ich zufällig von einem Kleriker, der mir zitternd vor Entsetzen erzählte, wie er von seinem eigenen Bischof missbraucht worden war. Dieser Junge wurde der Gefahr ausgesetzt, nicht nur seinen Glauben, sondern auch seine seelische und geistige Gesundheit zu verlieren. Es war nicht einfach, ihn zu überzeugen, dass solch ein Mensch nicht die ganze Kirche ausmacht, dass es gerade deswegen wert ist, Priester zu sein, dass man gerade deswegen Priester sein muss, um etwas so Großes und Heiliges wie das Priestertum nicht dem Werk solcher Menschen zu überlassen. Ähnliche Geschichten konnte man von Priestern aus Łomża und Posen (wo er nacheinander auch amtierender Bischof war) auf nationalen und internationalen wissenschaftlichen Symposien hören.

Dennoch blieben unsere Interventionen auf verschiedenen Stufen der kirchlichen Hierarchie erfolglos. Sie stießen selbst in einem solch klaren Fall auf eine undurchdringliche Mauer. Wenn es um einen Vikar oder Katecheten ginge, würde eine kurze Information ausreichen, um entsprechende Reaktionen auszulösen. Aber in diesem Fall brachten erst der Druck der Medien und die Intervention beim Papst selbst die Sache voran.

Hier treffen die Worte von Pater J. Augustyn SJ zu:

„Die Kirche generiert keine Homosexualität, wird aber zum Opfer von unehrlichen Menschen mit homosexueller Neigung, die die kirchlichen Strukturen für ihre niedrigsten Instinkte ausnutzen. Aktive, homosexuelle Priester sind ohnehin Meister der Tarnung. Manchmal werden sie durch Zufall demaskiert (…) Eine echte Gefahr für die Kirche stellen (…) zynische homosexuelle Priester dar, die ihre Position für eigene Interessen ausnutzen und das oft außerordentlich geschickt machen. Solche Situationen sind für die Kirche, für die ganze Gemeinschaft der Priester und für die Vorgesetzten äußerst schmerzhaft. Das ist ein großes, schwer zu lösendes Problem“[15].

Der Einsatz von Benedikts XVI.

Benedikt XVI. lernte diesen Typ des Geistlichen während seiner langjährigen Arbeit im Vatikan gut kennen. Mehrmals betonte er, was für ein Schock es für ihn war, als er das Ausmaß des Missbrauchs seitens homosexueller Geistlicher und deren Untergrund, als auch des unermesslichen Leides, das den Jugendlichen und der ganzen Kirche zugefügt wurde, erkannte. Im Interview-Buch “Licht der Welt” sagt der Papst:

„Ja, es ist eine große Krise, das muss man sagen. Es war für uns alle erschütternd. Plötzlich so viel Schmutz. Es war wirklich fast wie ein Vulkankrater, aus dem plötzlich eine gewaltige Schmutzwolke herauskam, alles verdunkelte und verschmutzte, so dass vor allen Dingen das Priestertum plötzlich als ein Ort der Schande erschien und jeder Priester unter dem Verdacht stand, er sei auch so einer“ [16].

Über solche Geistliche sprach er im Jahre 2005 als Kardinal während des berühmten Kreuzwegs im Collosseum, kurz vor dem Tode Johannes Pauls II. und vor der Übernahme des Heiligen Stuhls:

Wie viel Christus in seiner Kirche selbst erleiden muss? (…) Wie oft wird das heilige Sakrament seiner Gegenwart missbraucht, in welche Leere und Bosheit des Herzens tritt er da oft hinein? Wie oft feiern wir nur uns selbst und nehmen ihn gar nicht wahr? Wie oft wird sein Wort verdreht und missbraucht? Wie wenig Glaube ist in so vielen Theorien, wie viel leeres Gerede gibt es? Wie viel Schmutz gibt es in der Kirche und gerade auch unter denen, die im Priestertum ihm ganz zugehören sollten? Wie viel Hochmut und Selbstherrlichkeit? Wir können nur aus tiefster Seele zu ihm rufen: Kyrie, eleison – Herr, rette uns!“ (vgl. Mt 8, 25).

Der Papst stellt auch fest: „Die größte Verfolgung der Kirche kommt nicht von den äußeren Feinden, sondern erwächst aus der Sünde in der Kirche“ [17].

Er war sich bewusst, welche Aufgabe vor ihm steht, daher sagte er bei seiner Amtseinführung am 24. April 2005: „Betet für mich, dass ich nicht furchtsam vor den Wölfen fliehe“ [18].

Deswegen begann er als Papst sofort, mit Entschlossenheit zu handeln.

Die Reinigung der Kirche von homosexuellem Missbrauch und das Nicht-Zulassen derartiger Fälle in Zukunft machte er zu einer der Prioritäten seines Pontifikats. Er fing an, kompromittierte Geistliche ihrer Ämter zu entheben. Schon in den ersten Monaten nach seiner Wahl, noch 2005, ließ er eine Anweisung herausgeben, die es streng verbat, nicht geheilte Homosexuelle zu Priestern zu weihen.

Diese Anweisung wurde vom Heiligen Stuhl mit einem Leitbrief an die Bischöfe der ganzen Welt versandt mit dem Befehl, Priester mit homosexuellen Neigungen umgehend aus allen möglichen erzieherischen Funktionen in den Seminaren zu entfernen [19].

Ein Schreiben der Kongregation für das katholische Bildungswesen aus dem Jahre 2008 verbat hingegen, sie überhaupt in die Seminare aufzunehmen. Es steht dort eindeutig geschrieben, dass sie erst nach dauerhafter Heilung aufgenommen werden können [20].

Diese Grundsätze bestätigte im Jahre 2010 die Note des Römischen Vikariats für den Nachfolger des Heiligen Petrus – als vorbildlich für die ganze Kirche [21]. Wie man in solchen Fällen handeln soll, beschreibt der Hirtenbrief des Papstes an die Katholiken in Irland aus dem Jahre 2010 mit dem Titel: „Schwere Sünde gegen schutzlose Kinder“ [22].

Ähnlich wie der amtierende deutsche Bundespräsident Pastor Joachim Gauck die Stasi-Akten für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht hat, sodass die Aufarbeitung der dunklen Geschichte der DDR möglich wurde, so führt sein Landsmann im Vatikan eine solide, gewissenhafte und christliche Reinigung der Kirche durch [23].

Der Papst sorgt auch dafür, Katastrophen dieser Art in Zukunft zu verhindern, indem er entschlossen die Priesterweihe von Seminaristen mit homosexuellen Neigungen verbietet und dadurch die Erneuerung dieses Milieus unmöglich macht. 

Leider wurde in der polnischen Kirche das Problem der Beziehung Homosexualität – Priestertum noch nicht ausreichend wahrgenommen. Es sieht so aus, als sei der von Benedikt XVI. und dem Heiligen Stuhl gesetzte Wendepunkt an der Weichsel noch wenig bekannt. Seine Resultate lassen sich in folgenden Punkten zusammenfassen:

1) Statt der Einteilung in aktive und passive Homosexualität führte der Heilige Vater in offiziellen Urkunden eine Einteilung in die vorübergehende homosexuelle Neigung, die während der Pubertät vorkommt, und die tief verwurzelte Neigung ein. Beide Formen, die aktive und die passive Homosexualität, und nicht nur die (meist nur zeitweise) Freiheit von aktiver Homosexualität, sind Hindernisse, die den Kandidaten von der Priesterweihe ausschließen.

2) Homosexualität ist mit der Berufung zum Priestertum nicht vereinbar. Daraus resultiert das strenge Verbot, Männer mit homosexuellen Neigungen (auch vorübergehenden) zu Priestern zu weihen, sie dürfen nicht einmal in die Priesterseminare aufgenommen werden.

3) Eine vorübergehende homosexuelle Neigung muss noch vor der Aufnahme in das erste Studiensemester oder in das Noviziat völlig geheilt werden.

4) Seminare, Orden, Pfarreien und Bischofssitze sollen frei von jeglicher Form der Homosexualität sein.

5) Männer mit homosexueller Neigung, die bereits die Diakonen-, Priester- oder Bischofsweihe empfangen haben, behalten die Gültigkeit ihrer Weihe, sind aber aufgerufen, alle Gebote Gottes und die Vorschriften der Kirche einzuhalten. Genau wie die anderen Priester sollen sie in Keuschheit leben und jegliches, gegen das Wohl des Menschen und der Kirche gerichtete Tun einstellen, vor allem den Widerstand gegen den Heiligen Vater und den Vatikan und jegliches mafiose Agitieren.

6) Geistlichen, die unter derartigen Störungen leiden, wird dringend empfohlen, sich so schnell wie möglich einer entsprechenden Therapie zu unterziehen [24].

In dem Interviewbuch Peter Seewalds mit Benedikt XVI. “Licht der Welt” finden wir eine enorm wichtige Äußerung über Homosexualität und Priestertum. Diese Worte des Heiligen Vaters können als Kommentar zu den früheren Urkunden des Heiligen Stuhls betrachtet werden:

PAPST: “Homosexualität und Priesterberuf unvereinbar”

„Homosexualität ist mit dem Priesterberuf nicht vereinbar. Denn dann hat ja auch der Zölibat als Verzicht keinen Sinn.

Es wäre eine große Gefahr, wenn der Zölibat sozusagen zum Anlass würde, Leute, die ohnehin nicht heiraten mögen, ins Priestertum hineinzuführen, weil letztlich auch deren Stellung zu Mann und Frau irgendwie verändert, irritiert ist, und jedenfalls nicht in dieser Schöpfungsrichtung steht, von der wir gesprochen haben. 

Gemälde: Evita Gründler

Die Kongregation für das katholische Bildungswesen hat vor einigen Jahren eine Bestimmung erlassen, dass homosexuelle Kandidaten nicht Priester werden können, weil ihre geschlechtliche Orientierung sie von der rechten Vaterschaft, von dem Inneren des Priesterseins distanziert. Die Auslese der Priesterkandidaten muss deshalb sehr sorgsam sein. Hier muss größte Aufmerksamkeit walten, damit eine solche Verwechslung nicht einbricht und am Schluss die Ehelosigkeit der Priester sozusagen mit der Tendenz zur Homosexualität identifiziert würde.“ [25].

Wie wichtig dies für den Papst und Heiligen Stuhl ist, bekräftigt die Tatsache, dass trotz des großen Priestermangels und der sinkenden Zahl an Berufungen in Westeuropa und Amerika die Kirche nicht gewillt ist, solche Kandidaten in die Seminare aufzunehmen, weil die schwerwiegenden Verstöße der homosexuellen Geistlichen schreckliches Unheil und großes Leid mit sich brachten.

Die innerkirchliche Homo-Häresie

Jedoch nicht alle wollen die erwähnten Prinzipien annehmen. Die Lehre des Papstes stößt auf Widerstand. Die homosexuelle Bewegung innerhalb der Kirche wehrt sich und greift an. Sie braucht auch intellektuelle Werkzeuge, eine Rechtfertigung, deswegen nimmt die Homoideologie in ihren Gemütern, in ihren Mündern und in ihren Schriften die Gestalt einer Homohäresie an.

Die breiteste und offenste Revolte gegen den Papst und die Kirche wird von einigen Jesuiten aus den Vereinigten Staaten geführt. Sie leisten offenen Widerstand und künden an, dass sie nach wie vor die Kleriker mit homosexueller Neigung aufnehmen und sogar mit Absicht einladen werden [26].

Sie pflegen damit ihre Tradition, da sie seit Jahren als Bastion der Homoideologie und Homohäresie gelten. Viele Behauptungen des häretischen Moraltheologen und Ex-Priesters Charles Curran werden von ihnen anerkannt. Sie befinden sich auch unter dem mächtigen Einfluss ihres ehemaligen Konfraters Pater John McNeil SJ, des Gründers der Pro-Homosexuellen Bewegung Dignity, der das Buch Kirche und Homosexuelle veröffentlichte, in dem er die Kirchenlehre direkt ablehnt und Homoideologie eigener Art betreibt.

Dieses Buch erhielt das Imprimatur seines Provinzials aus New York und wurde trotz des Verbotes des Vatikans mehrmals neu aufgelegt. Dadurch wurde es zu einer Art homosexueller Bibel amerikanischer Jesuiten. McNeil bedeutet für sie wahrscheinlich mehr als Jesus oder der hl. Paulus und mit Sicherheit mehr als der Papst [27]. Die von ihnen herausgegebenen Zeitschriften wie „Theological Studies“ und „America“ enthalten nach wie vor pro-homosexuelle Ideen und verbreiten sie. Im Zusammenhang damit wird geschätzt, dass sie den höchsten Sättigungsgrad an Homosexuellen erreicht haben – mehr als 30 Prozent! Den Schwulen geht es immer besser bei ihnen, immer schlechter aber den anderen Priestern, die in dieser spezifischen Atmosphäre in Bedrängnis kommen.[28]

Es scheint, dass das traditionelle, vierte Gelübde der Jesuiten des Gehorsams gegenüber dem Papst von einem Gelübde des Erz-Ungehorsams abgelöst wurde. Dies sollte uns weder besonders verwundern noch schockieren, denn auch die Geistlichen sind allen Einflüssen dieser Zeit ausgesetzt. Wenn sie intellektuell oder moralisch zu schwach sind, dann sind sie diesen Einflüssen nicht nur ausgesetzt, sondern werden geradezu von ihnen überwältigt. Das ist eine der wichtigsten Ursachen für die Entstehung von Häresie in der Kirche, von der es schon zahlreiche gab und die von der Kirche immer wieder demaskiert und überwunden werden mussten.

Zur Zeit der Vorherrschaft der faschistischen Ideologie und des Marxismus gab es auch in der Kirche Priester-Faschisten und Priester-Marxisten. Heutzutage haben wir unter dem Druck der homosexuellen Bewegung natürlich auch in der Kirche Homoideologen und manchmal sogar Homohäretiker.

Es geht hier um die Existenz der Kirche selbst. Ideologie und Manipulation muss man im Keim ersticken, sonst kann es zu spät sein, wenn mehrere solche Priester auftauchen. Es kann zur Autodestruktion der Kirche kommen, wie es schon vielerorts im Westen geschehen ist. Eine Kirche, die sich selbst widerspricht, die ihre eigene Lehre ablehnt, wird von keinem mehr gebraucht, sie stirbt aus – wie die Kirche in Holland. Etwas, das in sich selbst widersprüchlich ist, kann nicht lange existieren.

Falsche Theologie  –  eine Todesgefahr für die Kirche

Falsche Theologie bedeutet Todesgefahr für die Kirche. Ein inkompetenter Theologe kann Glauben zerstören, Theologie und Philosophie auf Psychologie beschränken, er kann den Organismus der Kirche mit den kranken Viren feindlicher Ideologie infizieren, kann sich selbst und andere mit fremden Krankheiten anstecken. So war das z. B in dem Fall des deutschen Ex-Priesters Eugen Drewermann, der seine Tätigkeit als Professor für Dogmatik in Paderborn begann, aber durch Reduktion der Theologie auf Psychologie vermischt mit New Age und Buddhismus endete. Auch für ihn wurden Sigmund Freud und Carl Gustav Jung wichtiger als Jesus und der hl. Paulus. Man musste nicht lang auf die Konsequenzen warten [29].

Wenn sich derartige Theorien verbreiten, können deren Konsequenzen für die ganze Kirche destruktiv sein – so wie in Holland. Eben in diesem Land trug eine derartig kranke Theologie wie die von Edward Schillebeeckx unter anderem zum Zerfall und beinahe zum Untergang der früher außergewöhnlich lebendigen Kirche bei. Sie führte dazu, dass sie innerhalb von etwas mehr als zehn Jahren beinahe aufhörte, zu existieren. Die falsche Theologie war wie Sprengstoff, der unter dem Gebäude angebracht wurde. Gegen eine derartige „holländische Theologie“ muss man sich mit Entschiedenheit wehren. Es geht hier um Sein oder Nichtsein der Kirche.

Wenn man den Homolobbyisten freie Hand läßt, dann sind sie imstande, innerhalb von etwas mehr als zehn Jahren ganze Orden und Diözesen zu Fall zu bringen – wie in den USA, wo der Priesterberuf immer häufiger gayprofession genannt wird, oder wie in Irland, wo Männer sich fürchten, in die zunehmend menschenleeren Seminare zu gehen, weil sie sofort irgendwelcher Störungen bezichtigt werden.

Die Situation ähnelt gewissermaßen der Zeit zu Anfang der Reformation, als ganze Länder und Nationen von der Kirche abfielen, wobei eine der wichtigsten Ursachen der unerhörte moralische Verfall und die Unzucht einiger Geistlicher einschließlich von Papst Alexander VI. war.  –  So wie das Konzil von Trient versuchte, die Kirche durch Umkehr und Verschärfung der Disziplin zu retten, so versucht dies auch Benedikt XVI., sowohl durch das Verbot der Aufnahme ins Priesterseminar und die Priesterweihe von Homosexuellen als auch durch maximale Einschränkung des Einflussbereiches der kirchlichen Homolobby.

Papst Benedikt und sein prophetisches Genie

Darin sieht man sein prophetisches Genie, das unterstreicht seinen Rang als einen der hervorragendsten Theologen unserer Zeit, der zugleich fähig ist, den geistigen Kampf aufzunehmen. Dies wird besonders deutlich in einer längeren Zeitperspektive, wenn man bedenkt, inwieweit sich viele Theologen geirrt haben, die auf verschiedene Weise mit modernen Ideologien flirteten oder ihnen sogar erlagen.

Die Haltung des Theologen und Bischofs Ratzinger in diesen Fragen war immer sachlich und entschieden. Er ließ sich von derartigen Illusionen nicht verführen, verfiel weder einer „Zeitungs-Theologie“ noch einer „Postmodernen Theologie“, die beide höchst unverantwortlich sind und die leicht Inhalte verkünden, die im tiefen Gegensatz zum Christentum stehen. Jetzt hat er keinen Grund, um beschämt zu sein.

Doch genau wegen seiner richtungsweisenden Entscheidungen wird er so stark abgelehnt und von manchen Mitgliedern der Kirche sogar gehasst, vor allem von der Homolobby, die zum Kern der inneren Opposition gegen den Papst gehört.

Die Größe des Papstes erkennt man auch an seiner Fähigkeit, dies zu ertragen, an seiner Gelassenheit und Geduld, wenn er demütig schweigend sogar die primitivsten Angriffe – gerade aus den eigenen Reihen – hinnimmt. Er verteidigt sich nicht, ihm geht es nur um Christus selbst und um den Menschen. Er ist ein großer Wissenschaftler und treuer Zeuge der Offenbarung. Er ist einer der größten Geister der Gegenwart und zugleich „der gute Hirte, der nicht, wenn er den Wolf kommen sieht, die Schafe im Stich lässt und flieht, sondern der sein Leben hingibt für die Schafe“ (vgl. Joh 10, 12-15).

Allein kann er jedoch mit der Situation nicht fertig werden. Er braucht jeden und jede von uns. Er braucht Unterstützung und gesunde Verkündigung in jeder Ortskirche. Das ist eine Sache der Treue des Gewissens: die Verteidigung der Wahrheit von der Erlösung, egal, wie viel es kostet.

In diesem Kontext kommen Größe und Heiligkeit der Kirche besonders deutlich zur Geltung. Die Homoideologie scheint so mächtig zu sein und wird ebenso aggressiv verbreitet wie früher der Marxismus und Faschismus. Vielen scheint ihr Sieg unausweichlich zu sein (wie es bei den erwähnten Ideologien der Fall war).

In einer solchen Situation ist es vor allem die Kirche, die die elementare Wahrheit und die Vernunft verteidigt. Wenn die Dämonen der Ideologien wüten, dann übernimmt paradoxerweise der Glaube die Rolle des Verteidigers der Vernunft. Die Kirche ist schon mit ganz anderen Schwierigkeiten, mit ganz anderen Häresien fertig geworden. Das Absurde muss letztlich in sich zusammenbrechen, sich erschöpfen, sich selbst zerstören. Man kann nicht endlos im Widerspruch leben. Man kann nicht ewig gegen die Vernunft leben, gegen die Natur, gegen die Gebote, so wie man auch nicht endlos auf dem Kopf stehen kann. Schließlich muss man sich auf die Füße stellen, oder man wird umfallen.

Die Größe der Kirche besteht unter anderem darin, dass sie Fehler eingestehen kann, dass sie die Schuld ihrer Mitglieder bekennen, dafür um Verzeihung bitten und den Weg der Reinigung und Bekehrung gehen kann. Andere Kreise sind dazu nicht immer fähig, auch wenn sie Schlimmeres verschuldet haben. Die Medien, die oft Zentren der Agitation gegen Christen zu sein scheinen, stellen die Situation so dar, als betreffe das Problem der Ephebophilie nur Priester und als ob jeder Priester ein Verdächtigter wäre.

Auf ähnliche Weise sprach auch zur Hitlerzeit die Goebbels’sche Propaganda von den Geistlichen. Das ist die alte Methode der Verallgemeinerung von Einzelfällen. Alle ehrlichen Journalisten sind dagegen der Meinung, dass die Kirche die einzige Institution ist, die auf den sexuellen Missbrauch reagiert, der ein weit verbreitetes Phänomen aller Milieus und Erziehungsanstalten ist [30].

Man könnte die Frage stellen, wann die Journalisten das Ausmaß dieses Problems in den eigenen Reihen unter die Lupe nehmen, auch unter den Zeitschriften-Besitzern, unter denen, die in den Medien den Ton angeben, wenn es um Manipulation und Aufhetzung geht? Das wird nicht einfach sein – zum Beispiel in Belgien oder Litauen, wo selbst hochgestellte Personen verschiedener Machthierarchien in Pädophilie verstrickt sind.

Aber wo bleibt der Mut und das Engagement der Journalisten, die so gerne die Kirche angreifen? Sachliche Untersuchungen zeigen, dass das Ausmaß des Problems in der katholischen Kirche noch am geringsten ist. Warum wird dann hauptsächlich von ihr gesprochen? Untersuchungen zufolge kommen auf tausend Fälle von Pädo- oder Ephebophilie nur einer aus dem Bereich der katholischen Kirche, in den Vereinigten Staaten auf zehntausend lediglich 3 bis 5. Die Statistiken sind hier wesentlich belastender z. B. für verheiratete protestantische Geistliche und Lehrer  –  besonders für Sportlehrer [31].

Die Ursache liegt nicht im Zölibat

Somit ist nicht, wie einige meinen, der Zölibat daran Schuld. Darauf macht auch der Staatssekretär Kardinal Tarcisio Bertone (sozusagen die Nummer zwei im Vatikan) aufmerksam, wenn er sagt, dass „viele Psychologen und Psychiater nachgewiesen haben, dass es keinen Zusammenhang zwischen Zölibat und Pädophilie gibt, dass es aber einen gibt zwischen Homosexualität und Pädophilie“.

Er verweist auch auf die Tatsache, dass „80 Prozent der in den USA verurteilten Pädophilen Homosexuelle sind. Unter den wegen Pädophilie verurteilten Priestern machen sie 90 Prozent aus“. Diese Tatsachen zeugen davon, „dass die Kirche eher ein Problem mit Homosexualität als mit Pädophilie hat“.

Ihm sekundiert der italienische Soziologe Massimo Introvigne, der in Erinnerung ruft, „dass es keinen Zusammenhang zwischen Zölibat und Pädophilie gibt, weil es unter verheirateten (evangelischen) Geistlichen mehr Pädophile gibt als unter den katholischen Priestern (…) In den USA wurden fast tausend Priester wegen sexuellen Missbrauchs verklagt, aber verurteilt wurden kaum mehr als fünfzig. Wegen des gleichen Verbrechens verurteilt wurden jedoch 6000, zumeist verheiratete, Sportlehrer und Trainer“ [32].

Das wäre doch ein Thema für die Medien! Warum wird kaum darüber gesprochen? Offensichtlich liegt ihnen weit weniger an dem Wohl der Kinder und Jugendlichen als an der Zerstörung der Kirche. Wenn sie ehrliche Absichten hätte, würden sie doch vor allem die angreifen, die solche Verbrechen am häufigsten begehen. Hier fehlt es jedoch viel mehr an „Gerechten“, die sich einzusetzen wagen, die bereit sind, ein Risiko einzugehen.

Vorfälle in den eigenen Reihen vertuscht man und rechtfertigt sie sehr viel mehr, als das in der Kirche geschehen ist (z.B. das Verhalten von Roman Polanski 1978 in Hollywood, welches anscheinend in diesem Milieu Standard war). Sie scheinen nach dem Motto zu handeln: „Wenn es einer von uns macht, dann mischen wir uns nicht ein, sollen doch die Kinder missbraucht werden. Das geht uns nichts an, Hauptsache, wir kommen weiter“.

Einsatz gegen sexuellen Mißbrauch

Es ist wichtig zu verstehen, warum die Kirche mit dem Problem der Homolobby nicht fertig wurde. Es geht hier nicht nur um den Einfluss der Homolobby selbst, oder darum, dass die Beschwerde gegen einen Homosexuellen in Soutane auf dem Schreibtisch eines anderen und dann im Papierkorb landete, oder, noch schlimmer, in den Händen des Beschuldigten selbst – damit er sich freimütig an seinen Opfern rächen konnte. Es war nicht nur eine falsche Gruppensolidarität nach dem Motto „den Bruder schützen“ – er ist doch „einer von uns“, egal wie schuldig er ist [33].

Eine andere Ursache war, dass man sich der Bedeutung des Problems nicht bewusst war. Für einen normalen Priester war es unvorstellbar, dass ein so großes Unrecht hinter seinem Rücken verübt werden konnte. Überdies sind aufrichtige, engagierte Geistliche gewöhnlich so mit Arbeit belastet, so überfordert, dass sie oft keine Kraft mehr haben, sich noch zusätzlich mit diesem Problem zu befassen. Außerdem, wer möchte sich schon ohne dringende Notwendigkeit mit solchem Schmutz beschäftigen? Deswegen wird oft solange die Decke darüber gebreitet, bis ein wirklich großer Skandal ausbricht. Schließlich haben wir es dabei oft mit Kriminalität zu tun, die Kirche ist aber keine Polizei und hat keine Mittel, um mit organisierter Kriminalität fertig zu werden. Wenn ein Priester einen Autounfall verursacht oder ein Wirtschaftsdelikt begeht, dann muss in erster Linie die Polizei oder die Staatsanwaltschaft zum Einsatz kommen und nicht der Bischof oder Provinzial.

Akte von Pädophilie und Ephebophilie gehören zu den schwerwiegendsten Verstößen gegen Leib und Seele, gegen die kindliche und jugendliche Psyche. Wie schwer gestört müssen die Geistlichen sein, die serienmäßig solche Taten verüben, um nur für einen Augenblick ihren Spass zu haben! Sie ruinieren das Leben ihrer Nächsten. Eben genau von den Pädophilen und Ephebophilen sprach Jesus, wenn er sagte: „Wehe ihnen“. Und fügte hinzu: „Wer einen von diesen Kleinen, die an mich glauben, zum Bösen verführt, für den wäre es besser, wenn er mit einem Mühlstein um den Hals im tiefen Meer versenkt würde“ (vgl. Mt 18, 6-11 und Lk 17, 1-2).

Einem Jungen solche Gewalt anzutun, ist in höchstem Maße abscheulich, hinterlässt schreckliche Wunden bis hin zur Tötung seiner Seele. Es kommt oft vor, dass sich das Opfer eines Ephebophilen sein Leben lang nicht davon erholen kann, das Vertrauen zu den Menschen, ja Achtung vor sich selbst und für die moralischen Normen verliert. Wenn das brutale Übel zusätzlich von einem Geistlichen verübt wurde, dann ist die Sache umso schmerzhafter, weil das Unrecht ja von jemandem begangen wurde, der erhabene Ideen verkündet, dem der Junge vertraute, von dem er zurecht etwas Gutes und Edles erwartete. Die missbrauchten Jungen sagen: „Nie wieder setze ich einen Fuß in die Kirche!“, „Alle Priester sind gemeine Schufte“. Manchmal verlieren sie völlig ihren Glauben oder gehen in irgendwelche Sekten und kehren der Kirche für immer den Rücken.

So weit kommt es, obwohl sie zu den Jugendlichen gehörten, die in besonderer Nähe des Priesters waren, die sich besonders stark religiös engagierten, aus gläubigen Familien stammten, Ministranten oder Lektoren waren, an Ferienlagern, Exerzitien und Pilgerfahrten teilnahmen. Sie waren der Schatz und die Zukunft der Kirche. Die große und mühsame Arbeit mit solchen Jugendlichen, die von einer ganzen Schar von aufrichtigen Eltern, Nonnen, Katecheten, Priestern und Bischöfen geleistet wurde, wird durch das Verbrechen von einer Handvoll verwerflicher Menschen zerstört.

Foto: KOMM-MIT-Verlag

In dieser Situation kann es für die Opfer besonders hilfreich sein, wenn die Verteidigung von einem anderen Priester kommt. Es kann dazu führen, das Vertrauen in die Kirche wieder herzustellen, wenn ein anderer Priester ihn vor dem perversen Kollegen in Schutz nimmt und mit ihm zur Polizei geht. Darin besteht die Treue gegenüber dem Menschen und Christus. Das ist notwendig, weil Akte der Pädophilie oder Ephebophilie üblicherweise Teile einer ganzen Serie sind, die man unbedingt abbrechen muss.In einer solchen Angelegenheit darf man nicht zögern, egal wie hoch das Risiko ist und wen wir gegen uns aufbringen. So wie es Aufgabe des Vaters ist, sein Leben zur Rettung des eigenen Kindes aufs Spiel zu setzen, so hat ein Priester die Pflicht, jedes von den Kleinen, die Kinder Gottes sind, in Schutz zu nehmen und notfalls dafür zu sterben.

In Polen ist die Situation umso gefährlicher, weil ältere Schwule und Ephebophile im Priestergewand mit ehem. Mitarbeitern der Sicherheitsdienste in Verbindung stehen können; sie zu erpressen, war besonders leicht, deswegen ließen sich viele von ihnen schnell von den Mitarbeitern der Geheimdienste rekrutieren. Manche werden sogar bis heute noch erpresst. Wenn ihre Schandtaten ans Licht kommen, dann verlieren die Sicherheitsbeamten den Stoff, um sie zu terrorisieren und dadurch ihre Quelle regelmäßigen Einkommens.

Deswegen kann ein Priester, der die Jugendlichen in Schutz nimmt und sich einem einflussreichen Pädophilen oder Ephebophilen widersetzt, wahrhaftig die Hölle durchmachen. Es kann sich plötzlich herausstellen, dass nicht nur die ganze lokale kirchliche Homomafia gegen ihn ist, sondern auch die alten Strukturen der Sicherheitsdienste. Diese wiederum haben Erfahrung darin, wie man Geistliche misshandelt und ermordet.

Ein solches Schicksal traf vor nicht so langer Zeit nicht nur den seliggesprochenen Priester Jerzy Popiełuszko, sondern auch andere Priester wie Zych, Niedzielski und Suchowolec, die auch von der polnischen Geheimpolizei ermordet wurden.

Aus alledem folgt, dass man höchst professionell vorgehen muss – wie ein Anwalt oder ein Offizier auf dem Schlachtfeld. Man muss in Betracht ziehen, dass die Seite des Gegners, die oft jahrzehntelang in Sünde und Verlogenheit lebte, innerlich so degeneriert ist, dass sie auf das Niveau gemeiner Krimineller heruntergekommen ist und zur Verteidigung der eigenen Interessen, der eigenen Position vor nichts zurückschreckt – weder in Wort noch in Tat.

Man muss darauf gefasst sein und darf sich nicht wundern, wenn man mit allen möglichen Schimpfwörtern beleidigt wird, wenn man verleumdet und der schlimmsten Taten bezichtigt wird. Wenn jemand jahrzehntelang große Schandtaten begeht, ist er zu mindestens genauso schlimmen Schandtaten bereit, um das Böse zu verheimlichen und der Verantwortung zu entkommen. Viel einfacher als jemanden zu verprügeln oder zu töten, ist es, zu leugnen, etwas Derartiges getan zu haben.

Hier lohnt es, sich um eine möglichst große Gruppe an Menschen guten Willens zu bemühen, die uns und unser Handeln schützen und unterstützen [34]. Es müssten auch Geistliche höchstmöglichen Ranges, Experten verschiedener Bereiche, Archiv-Fachleute, Juristen, Polizisten, Journalisten und eine möglichst große Gruppe von Gläubigen dazugehören. Als Gegengewicht zum globalen Netz der Homolobby und der Homomafia muss es ein globales Netz der Verteidiger christlicher Werte geben. Ein wunderbares Werkzeug dafür ist das Internet, das ermöglicht, eine weltweite Gemeinschaft von Menschen zu bilden, die bereit sind, der Homoideologie und Homomafia entgegen zu wirken. Je mehr wir wissen, desto mehr können wir tun.

Man muss sich allerdings damit abfinden, dass man sich fühlen wird, wie „Schafe, die mitten unter die Wölfe gesandt sind“. Es gilt, „arglos wie die Tauben“ aber auch „klug wie die Schlangen“ zu sein (Mt 10, 16). Man muss den Übeltätern mutig gegenübertreten, so wie Christus den Pharisäern seiner Zeit. Man darf das Leben nicht auf süßen Illusionen aufbauen, denn nur „die Wahrheit wird euch befreien“ (Joh 8, 32).  –   „Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit” (2 Tim 1, 7).

Alle Interventionen müssen mit höchster Achtung und Liebe für jeden Menschen, auch für die Täter geschehen. Zum Wesen des Christentum gehört der Wille, jede Person zu retten  –  und gerade die schlimmsten Täter schweben in der Gefahr, sowohl ihr diesseitiges als auch ihr ewiges Leben zu verlieren, deswegen brauchen sie besonders viel Sorge und Gebet.

Zur Größe und Schönheit des Christentums gehört auch, dass Abel aufgerufen wird, nicht nur sich selbst zu retten, sondern auch alle Anderen, selbst Kain.

Liebe und Wahrheit in der Kirche

Bei unserem Ringen um die Kirche Jesu Christi dürfen wir uns nicht von Argumenten wie „die Kirche ist unsere Mutter, von der Mutter spricht man nicht schlecht“ verführen lassen. Solche Sprüche verwenden oft genau diejenigen, die dieser Mutter das schlimmste Unrecht angetan, sie krank gemacht haben und sich jetzt davor scheuen, den Heilungsprozess in Gang zu bringen. Und sollte sogar die Mutter krank werden, dann brauchen wir die beste Medizin und die bestmögliche Diagnose, um ihre Behandlung erfolgreich durchzuführen. Dazu muss man die Krankheit erkennen und über sie sprechen.

Wenn auf die polnische Kirche jetzt schlechtere Zeiten zukommen, wenn sie sich auf Verfolgungen vorbereiten muss, wenn sie bald Widerstand leisten und kämpfen muss, dann muss ihr Organismus gesund und stark und frei von Verfallserscheinungen sein. Bundespräsident Gauck machte darauf aufmerksam, dass in der ehemaligen DDR diejenigen, die sich dem Prozess der Reinigung am stärksten widersetzten, die waren, deren Gewissen am meisten belastet war, die ihren Schwestern und Brüdern das schlimmste Unrecht angetan, sie verraten hatten.

Ähnliche Vorwürfe des Mangels an Loyalität könnte man den Evangelisten machen, wenn sie über den Verrat von Judas, die Verleugnung von Petrus, von seiner Verurteilung durch Christus, über das Misstrauen des Thomas und die Karriere-Mentalität von Jakobus und Johannes berichten. Man könnte auch fragen, warum sie diese peinliche Wahrheit nicht verheimlicht haben – und das zu Zeiten der Anfänge der Kirche, als sie noch schwach war, als die Jünger und Christen blutig verfolgt und getötet wurden.

Ähnliche Vorwürfe könnte man schließlich Christus, dem Herrn selbst machen – warum er mit solchem Radikalismus die Pharisäer kritisierte, warum er ihre Schandtaten, Heucheleien und Verlogenheiten vor einem breiten Publikum entlarvte? Auf diese Weise griff er doch die damalige religiöse und nationale Elite an, die öffentliche Gestalt der Religion des auserwählten Volkes.

Die Evangelisten schrieben das alles auch noch nieder und mehr noch, sie beschrieben, wie die Hohenpriester, Sadduzäer und Pharisäer IHN während des Passahfestes misshandelten. Wie sehr stellten sie dadurch die höchste religiöse und moralische Autorität ihrer Nation in Frage – und das zur Zeit der dunklen Nacht römischer Besatzung!

Aber Jesus sah in der öffentlichen Bekämpfung gesellschaftlicher Strukturen der Sünde bei den Pharisäern eine seiner wichtigsten Aufgaben. Darin müssen wir IHN auch nachahmen – in seinem Mut, in seiner Entschlossenheit, das Böse zu bekämpfen, in der Genauigkeit seiner Argumentation bei der Entlarvung der Übeltäter. Das, was Christus getan hat, gilt immer, zu jeder Zeit, als Vorbild.

Aber wenn unser Kampf gegen das Böse erfolgreich sein soll, dann brauchen wir Wissen. Deswegen muss – auf Grund von öffentlich bekannten Vorkommnissen des letzten Vierteljahrhunderts und der Reaktion des Heiligen Stuhls samt der von ihm veröffentlichten Dokumente – klar, deutlich und entschlossen gesagt werden: ja, in der katholischen Kirche existiert (ähnlich wie in anderen Einrichtungen) ein starker homosexueller Untergrund, der – je nach Ausmaß des Engagements seiner Mitglieder, je nach ihren Worten und Taten – als Homohäresie, Homolobby, Homoclique oder als Homomafia bezeichnet werden kann.[35]

Derartige kirchliche Kreise treten entschieden gegen Wahrheit, Moral und Offenbarung auf, arbeiten mit Gegnern der Kirche zusammen, entfachen eine Rebellion gegen den Petrus unserer Zeit, gegen den Heiligen Stuhl und die Kirche im Ganzen. Die Mitglieder dieser Lobby machen zwar in der Kirche keine große Gruppe aus, bekleiden aber oft Schlüsselposten (um die sie sich beharrlich bemühen), bilden ein dichtes Netz von Beziehungen und unterstützen sich gegenseitig; deswegen sind sie gefährlich.

Gefährlich sind sie vor allem für Jugendliche, die ihrer sexuellen Gewalt ausgesetzt sind. Sie sind gefährlich aber auch für sich selbst, weil sie immer tiefer im Bösen versinken und „in ihren Sünden sterben“ (Joh 8, 24) können, wie Christus warnte. Sie sind gefährlich für Laien und Geistliche, die sich ihnen widersetzen. Schließlich sind sie gefährlich für die Kirche im Ganzen, denn wenn ihre Schandtaten schließlich ans Licht kommen, wenn die Medien sie an die große Glocke hängen, dann wird der Glauben von Millionen Menschen geschwächt oder sogar vernichtet. Viele sagen dann: „Nein, zu einer solcher Kirche will ich nicht gehören, weder ich noch meine Kinder oder Enkelkinder“. So werden die Verderber und homosexuellen Übeltäter zum Anstoß für Millionen Menschen und zu einem großen Hindernis auf dem Weg zum Glauben, zu Christus, zum Heil. Und das alles für einige Jahrzehnte bequemen Lebens in Sünde.

Die Kirche wurde als die schönste und wunderbarste Gemeinschaft geschaffen, als Gemeinschaft der Liebe und des Guten unter den Erlösten, die in Freundschaft mit ihrem Herrn und untereinander leben. Wir dürfen die Vernichtung unseres größten Schatzes nicht zulassen. Seien wir vertrauensvoll und zuversichtlich. Die normalen und gutwilligen Menschen bilden die dominierende Mehrheit. Man muss sie nur entsprechend informieren, mobilisieren und in ihrem Tun vereinen.

Jede Wahrheit, sogar die schwierigste, sollte uns dazu führen, Gutes zu schaffen und um das Wohlergehen des Menschen und der Kirche zu ringen. Trotz aller ihrer Sünde und Schwäche ist das Beste und Schönste, was wir haben, immer noch die Kirche. Auch weil das Böse, unter anderem das homosexuelle Böse, sich in viel größerem Ausmaß außerhalb der Kirche, in den anderen Einrichtungen befindet. Diejenigen, die uns kritisieren, sind oft wie Heuchler, die „den Balken in ihrem eigenen Auge nicht bemerken“ (Mt 7, 1-5).

Die Kirche wird auch deshalb oft so gehasst und so heftig angegriffen – weil sie allein durch ihre Existenz bei vielen Gewissensbisse hervorruft, die in viel schlimmere Sünden verstrickt sind als so manche Mitglieder der Kirche.

Lasst uns die Proportionen bewahren. In der Kirche gab es, gibt es und wird es immer solche Getauften geben, die wie Kain oder Judas leben, aber man darf Abel nicht wegen Kain verurteilen oder wegen Judas die übrigen 11 Apostel ablehnen und am Ende schließlich Christus selbst. Aber man darf auch Judas nicht erlauben, die Kirche zu unterwandern und zu beherrschen.

Der Petrus unserer Zeit ist die wichtigste Person in der Kirche, auf ihn muss man hören. Benedikt XVI. ist ein großes Geschenk der Vorsehung, ähnlich wie sein verehrter Vorgänger Johannes Paul II. Stellen wir uns gemeinsam auf die Seite von Benedikt XVI., genauso wie wir uns auch auf die Seite des seligen Johannes Paul des Großen gestellt haben. Die beiden haben zusammen ein so kluges und mutiges, apostolisches Duo gebildet. Sie waren eines Geistes – auch in dieser Angelegenheit [36].

Die Kirche besteht aus Sündern, aber sie ist unzerstörbar heilig. In dieser Kirche gibt es unter den mehr als einer Milliarde Mitgliedern Tausende von Schandtätern, aber auch Hunderte von Millionen nach Heiligkeit strebenden Gläubigen. Mehr als die Hälfte von ihnen sind Frauen, die für das Wohl des Menschen, für das Schicksal von Kindern und Jugendlichen, für die Reinheit der Liebe besonders sensibel sind. Auf der Welt leben Millionen von Menschen, die Tag für Tag die Mühe von Arbeit, Ehe, Familie, von Gebären und Großziehen der Kinder auf sich nehmen.

Es gibt Tausende von Missionarinnen und Missionaren (über zweitausend allein aus Polen), die ihr ganzes Leben aufopfern, um in extrem schwierigen Umständen und in Armut zu leben. Es gibt ca. 700.000 Nonnen, die sich hingebungsvoll bemühen, nach dem Evangelium zu leben. Es gibt Mutter Theresa und einige tausend ihrer Schwestern.

Zu sagen „ich trete aus der Kirche aus, weil diese Kirche für mich zu sündhaft, zu böse ist“, das ist, als würde man sagen: „Ich bin zu gut für sie“, also „ich bin ein besserer, wertvollerer Mensch als Mutter Theresa, als die Mutter Gottes und der Herr Jesus selbst“.

Denn für sie ist diese Kirche trotz alldem gut genug, um in ihr zu bleiben, um sie zu lieben und zu beschützen. Weil genau diese Kirche das meiste von Gott, und dadurch auch das meiste von dem Wahren, Schönen und Guten besitzt. Weil in dieser Kirche Gott gegenwärtig ist, weil sie das Wahre, das Schöne und das Gute bewahrt, deswegen kann man, wenn man bei ihr bleibt und sich entwickelt, die Höhe des Christentums und des Menschseins erlangen – so wie die selige Mutter Theresa von Kalkutta, der selige Johannes Paul der Große, wie Benedikt XVI. – die wahren Vorbilder unserer Zeit.

Wir alle sind eingeladen, in der Kirche Jesu Christi dank der Gnade und unserer Arbeit heilig zu werden – unabhängig davon, in welcher Entwicklungsphase und an welcher Stelle der Kirche wir uns gerade befinden. Man muss nur „aufstehen und losgehen“ (Joh 14, 31).”

Übersetzt von Magdalena Czarnik

Zur Person des Autors:

Dariusz Oko, geb. 1960 in Auschwitz, zum Priester geweiht 1985, Priester der Erzdiözese Krakau, Dr. habil. in Philosophie und Dr. in Theologie, Dozent an der Philosophischen Fakultät der Päpstlichen Universität Johannes Paul II. in Krakau. Hauptgebiete seiner Forschung sind Metaphysik, Philosophische Gotteslehre, moderne Theologie, Grenzgebiete zwischen Philosophie und Theologie, Kritik der atheistischen Ideologien. Insgesamt sechs Jahre studierte er an Universitäten in Deutschland, Italien und den USA. Seit seiner Priesterweihe war er neben der wissenschaftlichen Arbeit immer in der Seelsorge als Aushilfepriester in verschiedenen europäischen und amerikanischen Pfarreien tätig. Sechzehn Jahre lang war er Studentenseelsorger. Seit 1998 ist er der Ärzteseelsorger der Erzdiözese Krakau. In Polen ist er sehr bekannt auch als Publizist, dessen Aufsätze große Beachtung fanden und mehrmals wichtige Debatten auslösten.

Bisherige Rezeption dieses Artikels:

Dies ist die deutsche Version des Artikels, der zuerst auf polnisch erschienen ist: “Z papieżem przeciw homoherezji”, Fronda 63 (2012), S. 128-160 (http://www.fronda.pl/news/czytaj/tytul/z_papiezem_przeciw_homoherezji_(cz.i)_22079/strona/2 ). In Polen und im Ausland hat er eine große Diskussion hervorgerufen.

Sofort wurde er ins Tschechische übersetzt und im Juli 2012, an fünf folgenden Mittwochen (4., 11., 18., 25. und 31. Juli) in Abschnitten in der Tschechischen Sektion von Radio Vatikan publiziert (anstelle der Berichte von Papstaudienzen, die im Juli entfallen).

Er wurde danach intensiv in der Slowakei und Tschechien diskutiert, da er eine Teilerklärung bot, warum Erzbischof Robert Bezak aus Trnwa gerade in diesen Tagen durch den Vatikan von seinem Amt abgesetzt wurde. (…)

Vergleiche auch das Interview, das eine Art Zwischenbilanz der bisherigen Diskussion ist: Jacek Gądek – wywiad z ks. Dariuszem Oko w Portalu “Onet” z 20.07.2012: Homolobby ma swoich ludzi na kluczowych stanowiskach w Kościele, http://religia.onet.pl/wywiady,8/ks-oko-homo-lobby-ma-swoich-ludzi-na-kluczowych-stanowiskach-w-kosciele,44528.html.

Vergleiche auch andere polnische Kommentare zu diesem Artikel:   K. Wiśniewska, Homoherezja o homomafii księdza Oko, ”Gazeta Wyborcza”, 27.06.2012, S. 3; T. Isakowicz-Zaleski, Pochyłe drzewo, Gazeta Polska 27 (987) 4.07.2012, S. 36; T. Terlikowski, Zaskakujące milczenie, Gazeta Polska 28 (988) 11.07.2012, S. 33; P. Skwieciński, Stasiński broni Figurskiego i Wojewódzkiego, Portal Uważamrze.pl 27.06.2012, http://www.rp.pl/artykul/902442.html; W. Tejster, Geje zamiast księży?, Portal Gość Niedzielny 27.06.2012, http://gosc.pl/doc/1192560.Geje-zamiast-ksiezy; T. Terlikowski, Skwieciński: świętokradztwo księdza Oko, Portal Fronda.pl 27.06.2012,ttp://www.fronda.pl/news/czytaj/tytul/skwiecinski:__swietokradztwo_ks._oko_22138; T. Terlikowski, Wiśniewska broni homoheretyków, Portal Fronda.pl 27.06.2012, http://www.fronda.pl/news/czytaj/tytul/terlikowski:_wisniewska_broni_homoheretykow_22114; R. Graczyk, Antyhomofobiczny bełkot, Portal Interia Fakty 28.06.2012, http://fakty.interia.pl/felietony/graczyk/news/antyhomofobiczny-belkot,1815393; Redakcja Fronda.pl, Sukces Frondy: Tekst ks. Dariusza Oko pt. “Z Papieżem przeciw homoherezji” na stronach Watykanu 5.07.2012; Ks. M. Dziewiecki, “Gazeta Wyborcza” w obronie homo-krzywdzicieli, Portal Fronda.pl 13.07.2012, http://www.fronda.pl/news/czytaj/tytul/ks._dziewiecki:_gazeta_wyborcza_w_obronie_homo-krzywdzicieli__22511.

___________________________________________________

Fußnoten

[1] Vgl. Ks. T. Isakowicz-Zaleski, Chodzi mi tylko o prawdę [Mir geht es nur um die Wahrheit], Warszawa 2012, S. 114-119.

[2] Vgl. Ks. J. Prusak, Lawendowa historia Kościoła [Die Lavendelgeschichte der Kirche], „Rzeczpospolita”, 26.3.2012.

[3] In Zusammenhang mit diesem Auftrag entstanden viele Publikationen: Dziesięć argumentów przeciw [Die Zehn Argumente dagegen], „Gazeta Wyborcza”, 28. – 29. 5. 2005; Godne ubolewanie wypaczenie [Die bedauernswerte Entstellung], „Tygodnik Powszechny” 27 (2921) 2005, S. 6; Śmieci nie można zamiatać pod dywan [Den Abfall darf man nicht unter den Teppich fegen], „Rzeczpospolita”, 5.3. 2007; W tej walce trzeba zaryzykować wszystko [In diesem Kampf muß man alles rieskieren], „Rzeczpospolita”, 18.3.2007; Zmaganie z głębi wiary [Das Ringen aus der Tiefe des Glaubens] Interview von Katarzyna Strączek und Janusz Poniewierski, „Znak” 11 (630) 2007, S. 16-33; O czym można dyskutować na Uniwersytecie [Worüber darf man an der Universität diskutieren?], „Rzeczpospolita”, 8.5.2009; Dezorientacja prawa [Desorientierung des Gesetzes] gemeinsame Aussage mit dem Sprecher für Bürgerrecht, Janusz Kochanowski im Artikel von Przemysław Kucharczak, „Gość Niedzielny”, 24.5.2009; Na celowniku Homolobbystów [Im Visier von Homolobbyisten] Gespräch mit Bartłomiej Radziejewskim, „Fronda” 51/2009, S. 188-208; Homoseksualizm nie jest normą [Homosexualität ist keine Norm], Gespräch mit Bogumił Łoziński, „Gość Niedzielny”, 13.9.2009; Dwugłos wobec homoideologii [Zwei Stellungnahmen zur Homoideologie], „Miłujcie się!” 4 (2009), S. 23-41; Non possumus. Kościół wobec homoideologii [Non possumus. Die Kirche und die Homoideologie], in: T. Mazan, K. Mazela, M. Walaszczyk (Red.), Rodzina wiosną dla Europy i świata. Wybór tekstów z IV Światowego Kongresu Rodzin. Warszawa 11-13 maja 2007 [Die Familie – der Frühling Europas und der Welt. Eine Walaszczyk (Red.), Rodzina wiosną dla Europy i świata. Wybór tekstów z IV Światowego Kongresu Rodzin. Warszawa 11-13 maja 2007 [Die Familie - der Frühling Europas und der Welt. Eine Auswahl von Texten des IV Weltkongresses der Familien in Warschau 11.-13. Mai 2007], Łomianki 2008, S. 355-361; parallel dazu: Homoideologia? Non possumus! [Homoideologie? Non possumus!], „Głos dla życia” 07/08 2007, S. 12-14; „Non possumus”. Kościół wobec homoideologii [Non possumus. Die Kirche und die Homoideologie], „Miłujcie się!”, Teil I, 1 (2009), S. 40-43, Teil II, 2 (2009), S. 41-44.

[4] Eine wahre Fundgrube für Wissen zu diesem Thema ist das fundamentale Grundsatz-Dokument der Bischofskonferenz der Vereinigten Staaten, ein sehr sachlicher Rapport, verfasst auf der Basis von gründlichen Untersuchungen in allen Diözesen der USA: The Nature and Scope of Sexual Abuse of Minors by Catholic Priests and Deacons in the United States 1950-2002, New York, 2004, allgemein bekannt als der John Jay Report 2004, http://www.usccb.org/issues-and-action/child-and-youth-protection/upload/The-Nature-an-Scope-of-Sexual-Abuse-of-Minors-by-Catholic-Priests-and-Deacons-in-the-United-States-1950-2002.pdf. Vgl. Auch R. Dreher, The Gay Question, „National Review”, 22.4. 2002 sowie R. J. Neuhaus, Rozejm roku 2005? [Ein Waffenstillstand im Jahre 2005?], „First Things. Edycja Polska” Nr. 1, Herbst 2006, S. 13-19, 18.

[5] George Weigel beschreibt die Situation sowie die Schuld der Geistlichen in seinem Buch The Courage to Be Catholic, New York 2002 (polnische Übersetzung: Odwaga bycia katolikiem, Übers. J. Franczak, Kraków 2005).

[6] Vgl. D. Michalski, The Price of Priest Pederastry, „Crisis”, Oktober 2001, S. 15-19.

[7] Merkwürdig ist, dass einerseits die Kirche die Schuld von Bischof Paetz anerkannte – sonst wäre er nicht seines Amtes enthoben worden – und andererseits die Priester, denen das zu verdanken ist und die den Mut hatten, die Opfer in Schutz zu nehmen, zum Teil bis heute noch zahlreichen Schikanen ausgesetzt werden. Vergl. W. Cieśla, Pokuta [Die Buße], http://religia.onet.pl/publicystyka,6/pokuta,35716, page1.html.
[8] J. Gowin äußerte sich dazu am 5. März 2007 in der Fernsehsendung von Jan Pospieszalski Warto rozmawiać [Es lohnt sich zu sprechen] (TVP2), die den homosexuelle Skandal in der Diözese Płock thematisierte. Vgl. Por. A. Adamkowski, Dwaj duchowni do prokuratury [Zwei Geistliche vor dem Staatsanwalt], “Gazeta Wyborcza“ 6. 03. 2007.

[9l] Vergl. T. Bielecki, Kościół zmaga się z pedofilią. Nie hołdujmy zasadzie omerta! [Die Kirche ringt mit der Pädophilie. Huldigen wir nicht dem Omerta-Prinzip! (die Schweigepflicht der Mitglieder der Mafia)], “Gazeta Wyborcza“ 11.02.2012.

[10] Vergl. J. Augustyn SJ, Bez oskarżeń i uogólnień [Ohne Anschuldigungen und Verallgemeinerungen], ein Interview von T. Królak über Homosexualität unter Priestern für KAI (Kath. Nachrichten Agentur in Polen) 23.03.2012: http://ekai.pl/wydarzenia/temat_dnia/x52614/bez-oskarzen-i-uogolnien/?print=1.

[11] P. Hans Zollner SJ, Dekan des Lehrstuhls für Psychologie an der Päpstlichen Gregorianischen Universität in Rom, macht darauf aufmerksam, dass „unter den Laien (…) die Zahl der missbrauchten Mädchen die der Jungen erheblich übersteigt. Woher dieser Unterschied? Offensichtlich weist er darauf hin, dass die Prozentzahl der Personen mit homosexueller Orientierung unter den Geistlichen, wo zahlreiche Missbrauchsfälle mit homosexuellem Hintergrund festgestellt wurden, höher ist als allgemein in der Gesellschaft“. (P. J. Augustyn SJ, Kościelna omerta [Die kirchliche Omerta], ein Interview mit P. H. Zollner SJ, übersetzt von Priester B. Steczek SJ „Rzeczpospolita“, 19 April 2012).

[12] Dies erklärt teilweise, warum die Vertreter dieser beiden Gruppen sowohl in Fragen der Moral als auch intellektuell manchmal so mäßig sind. Es hat nämlich enorme Bedeutung, wer die Kirche leitet, ob Bischöfe wie Wojtyła, Wyszyński, Nagy, Jaworski, Nossol, Pietraszko i Małysiak, oder solche wie Paetz, Magee oder Weakland.

[13] So sagte etwa der polnische Primas, Kardinal Józef Glemp, als er Erzbischof von Warschau wurde: „Bei der Übernahme dieser Diözese habe ich nicht erwartet, dass die homosexuelle Lobby in der Kirche so stark ist“  – Vergl. blog ks. Wojciecha Lemańskiego: http://natemat.pl/5729,ks-lemanski-juz-prymas-glemp-mowil-o-silnym-lobby-homoseksualnym.  – Ein anderer polnischer Kardinal sagte: “Am schwierigsten ist es, mit der Schwulenlobby zurecht zu kommen.”

[14] Der Mechanismus der Entstehung derartiger informeller Homobeziehungen, ein solches gegenseitiges, pyramidenförmiges „sich nach oben Ziehen“ ist soziologisch betrachtet typisch für den „uniformierten“ Dienst, wo nahezu ausschließlich Männer arbeiten, die zueinander in strenger, hierarchischer, dienstlicher Unterordnung stehen. Ähnliche Probleme kommen im Heer, bei der Polizei und im Gefängnissystem vor. Jedoch ist das für jede Gemeinschaft zerstörerisch – wenn vor allem die homosexuelle Neigung und nicht die berufliche Kompetenz, persönliches Engagement oder bisherige Leistung darüber entscheidet, wer besonders wichtige Aufgaben übernimmt. Das ist eine fundamentale Ungerechtigkeit, eine Diskriminierung der normalen Mehrheit.

[15] P. J. Augustyn SJ, Bez oskarżeń i uogólnień [Ohne Anschuldigungen und Verallgemeinerungen], op.cit.

[16] Benedikt XVI., Licht der Welt, Freiburg i.Br. 2010, S. 40.

[17] Op.cit.

[18] Ebd.

[19] Es geht hier um das Dokument: Anleitung zu den Erkennungskriterien für die Berufung bei der Aufnahme in die Priesterseminare und der Zulassung zur Priesterweihe hinsichtlich Personen mit homosexueller Neigung, Rom 2005. Vergl. Kommentar von G. Mansini, L. J. Welch, W posłuszeństwie Chrystusowi [Im Gehorsam Christus gegenüber], First Things. Edycja Polska 1/2006, S. 10-12. Besonders zutreffende Analyse des Wesens des Priestertums Christi als gegensätzlich zur homosexuellen Haltung.

[20] Das ist das Dokument: Grundsätze zur Nutzung der Errungenschaften der Psychologie im Aufnahmeprozess von Priesterschaftskandidaten und deren Bildung, Rom 2008.

[21] Vgl. Nota del Vicariato in merito all’articolo di „Panorama“, pubblicato il 23 lugilio 2010, Rom 2010. Diese Note erschien als Reaktion auf einen Artikel aus dem italienischen „Panorama”, der die sexuellen Ausschweifungen und den Zynismus der im Vatikan arbeitenden Homopriester einschließlich ins Internet gestellter Filme zeigte. Vergl. http://blog.panorama.it/italia/2010/07/22/le-notti-brave-dei-preti-gay-una-grande-inchiesta-in-edicola-venerdi-con-panorama/

[22] Vgl. Benedikt XVI, Licht der Welt, op.cit., S. 217.

[23] Mit welcher Entschlossenheit Benedikt XVI. die Seuche der Pädophilie und Ephebophilie in der Kirche bekämpft, wie stark er ihnen gegenüber das Prinzip „Null Toleranz“ anwendet, zeigt der Überblick darüber, was er in diesem Bereich getan hat. Auf Italienisch unter: http://paparatzinger5blograffaella.blogspot.com/2011/10/le-decisioni-e-lesempio-di-papa.html, auf Deutsch unter: http://www.kath.net/detail.php?id=33076.

[24] Hinsichtlich dieser Beschlüsse wäre es vernünftig, Bilanz zu ziehen, wie diese in Polen umgesetzt wurden, wie es um unsere Treue gegenüber dem Heiligem Vater und dem Stuhl Petri bestellt ist. Wir haben mehr als hundert Priesterseminare; ein Symposium, das dem Austausch der Erfahrungen dienen würde, könnte wertvoll sein. Es wäre gut, sich zu fragen, wie die Aufnahme der Kandidaten in die Seminare in Polen aussieht? Was für ein Verfahren wird hinsichtlich der sexuellen Neigung angewendet? Unterschreiben die Kandidaten eine Erklärung in dieser Frage? Werden sie einschlägigen psychologischen Untersuchungen, entsprechend dem vatikanischen Dokument aus dem Jahre 2008, unterzogen? Wie groß ist die Bandbreite dieses Problems in den polnischen Seminaren? Wohin werden Kandidaten geschickt, die eine vorübergehende homosexuelle Tendenz aufweisen und diese vor dem Eintritt ins Seminar behandeln lassen möchten? Besteht ein Bedürfnis, ein nationales Zentrum für derartige Therapien zu gründen? Inwiefern wurde die Anweisung des Heiligen Stuhls aus dem Jahre 2005, alle homosexuellen Rektoren und Erzieher von den Seminaren zu verweisen, durchgeführt? Bei all diesen Fragen kann die folgende Abhandlung wesentlich hilfreich sein: Richard Cross Ph.D. (With reasearch data from Daniel Thoma, Ph.D.) The Collapse of Ascetical Discipline And Clerical Misconduct: Sex and Prayer, „Linacre Quarterly“ vol. 73, February 2006, No. 1, S. 1- 114.

[25] Benedikt XVI., „Licht der Welt”, op.cit., S. 181.

[26] Vgl. z.B. die Äußerungen zu diesem Thema von zwei jesuitischen Provinzialen aus den USA, Pater John Whitney SJ aus Oregon und Pater Gerald Chojnacki SJ aus New York, die auch in der polnischen Presse veröffentlicht wurden: M. Gadziński, Gej to nie ksiądz [Ein Schwuler ist kein Priester], „Gazeta Wyborcza“, 1-2 Oktober 2005, S. 2.
In Polen ist vor allem ein Jesuit, Pater Jacek Prusak SJ, als Verbreiter der Homoideologie bekannt. Vgl. J. Prusak SJ, Inni inaczej. O prawie homoseksualistów do bycia zrozumianymi [Die Anderen sind anders. Über das Recht der Homosexuellen verstanden zu werden], „Tygodnik Powszechny“ 25 (2919) 2005, S. 1 und 7; Instrukcja ma luki [Die Instruktion hat Lücken], Interview mit K. Wiśniewska, „Gazeta Wyborcza“, 30. Nov. 2005, S. 11; Homofobia Camerona niebezpieczna, także dla Kościoła [Homofobie Camerons gefährlich auch für die Kirche], Interview mit z K. Wiśniewska, „Gazeta Wyborcza“, 19.05.2009; O homoseksualizmie przed Mszą [Über Homosexualität vor der Messe], Interview mit R . Kowalski, “Gazeta Wyborcza”, 28.08.2009; Lawendowa historia Kościoła [Die Lavendelgeschichte der Kirche], op.cit.
Wie die homosexuelle Propaganda innerhalb der deutschen Kirche aussieht, kann am Beispiel des Dominikanerklosters in Braunschweig besonders gut gesehen werden: http://www.dominikaner-braunschweig.de/Kloster/Homosex/Homosex.html.

[27] Vergl. J. McNeill, The Church and the Homosexual, Kansas City 1976.

[28] Vgl. R. J. Neuhaus, Rozejm roku 2005? [Ein Waffenstillstand im Jahre 2005?], op.cit., S. 15.

[29] Vgl. D. Oko, Wokół sprawy Drewermanna (razem z J. Bagrowiczem) [Rund um die Drewermann-Frage (zusammen mit J. Bagrowicz)], „Ateneum Kapłańskie” 4 (500) 1992, S. 102-114; Sprawa Drewermanna czyli „Luter dwudziestego wieku” [Die Drewermann-Frage - der Luther des XX. Jahrhunderts], „Tygodnik Powszechny” 51 (2267) 1992; Fałszywy prorok. W odpowiedzi Tadeuszowi Zatorskiemu [Der falsche Prophet. Eine Antwort an Tadeusz Zatorski], „Tygodnik Powszechny” 7 (2275) 1993.

[30] P. J. Augustyn SJ, Kościelna omerta [Die kirchliche Omerta], op.cit.

[31] Vgl. Benedikt XVI., Licht der Welt, op.cit., S. 42.

[32] P. Kowalczuk, Watykan: nie zawinił celibat [Vatikan: nicht der Zölibat ist schuldig], „Rzeczypospolita”, 14. 4. 2010. Nach dem römischen Symposium Hin zu einer Heilung und Erneuerung erinnerte der polnische Delegat, Bischof Marian Rojek aus Przemyśl, dass im Falle der „amerikanischen Realität des Kindesmissbrauches 0.05 Prozent der Fälle Geistliche betreffen” (…)  –  Ähnliche Zahlen weisen italienische Untersuchungen auf. Von 1995 bis Mitte 2012 wurden in Deutschland wiederum 210 000 solcher Missbrauchsfälle notiert. Von diesen stehen lediglich 94 Fälle mit der katholischen Kirche im Zusammenhang. Es läuft darauf hinaus, dass hierzulande einer von Tausend Fällen des Kindesmissbrauches einen Geistlichen betrifft”. Deswegen wird die Kirche „angesichts der Fälschung des Allgemeinbildes über Pädophilie auf der Welt nicht schweigen” (M. Majewski, Prawda i miłość lekarstwem na nadużycia [Wahrheit und Liebe als ein Medikament gegen den Mißbruch], Interview mit Bischof Marian Rojek, „Uważam Rze”, 20. 2. 2012, S. 60-62). Vgl. Pf. D. Kowalczyk, Mówić prawdę o pedofilii [Über Phädophilie die Wahrheit sagen], „Gość Niedzielny”, 19. 2. 2012, S. 28f.

[33] Man muss hinzufügen, dass diese Unfähigkeit der Kirche, Skandal erregende Geistliche, besonders in höheren Positionen, zu disziplinieren, zu einem der größten Probleme der Kirche gehört, es ist eine strukturelle Schwäche der Kirche. Ebenso fehlt es oft an Reaktion, wenn ein Geistlicher dem Alkoholismus verfällt oder sich wie ein Parteipolitiker benimmt. Ein solcher Zustand kann über Jahrzehnte dauern, d.h., dass das Wohlbefinden eines einzelnen Geistlichen über das geistige Wohl von Millionen von Gläubigen gestellt wird. Für den Komfort einer einzelnen Person werden ganze Scharen von Menschen der Gefahr ausgesetzt, angesichts eines solchen Skandals ihren Glauben zu verlieren. Ähnlich geht es mit Pfarrern, die im Konkubinat leben. Obwohl diese Tatsachen allgemein bekannt sind, geben sich die Schuldigen keine große Mühe, das zu verheimlichen, so dass alles unverändert bleibt.

Manchmal geben die Vorgesetzten vor, keine zwingenden Beweise zu haben. Die Mehrheit der personellen Entscheidungen wird nicht dem Weg ausführlicher Gerichtsverfahren getroffen, sondern auf Grund von allgemein bekannten Tatsachen über eine Person (besonders wenn die Aussagen von vielen glaubwürdigen Personen kommen). Auf jeden Fall wird die Notwendigkeit von Institutionen, die sich um die Disziplin des Lebens der Geistlichen kümmern, hier deutlich sichtbar. Wir brauchen mehr Menschen wie den Priester Charles Scicluna und mehr Ämter wie seines. Die Kirche, die so hohe Ansprüche an die Welt stellt, muss diese zuerst und vor allem an sich selbst stellen und diese erfüllen. Sie darf sich nicht zum Gespött machen. Man darf die Quellen eines so großen Übels nicht so lange tolerieren, vor allem auch, um weitere Opfer sexuellen Missbrauchs zu verhindern.

Der Petrus unserer Zeit, Benedikt XVI., ist der Ansicht, dass eine der Hauptursachen der Flut der Schandtaten in der Kirche Irlands der Verzicht auf die Funktion des Kanonischen Strafrechtes war, denn auf diese Weise „ist das Bewusstsein, dass auch Strafe ein Akt der Liebe sein kann, erloschen. So kam es dann auch bei ganz guten Leuten zu einer merkwürdigen Verdunkelung des Denkens“ (Benedikt XVI., Licht der Welt, op.cit., S. 38).

[34] Um einem Opfer sexuellen Missbrauchs zu helfen, muss man die Beweise sicher stellen, sich um eine ärztliche Untersuchung des Opfers kümmern, möglichst umgehend Live-Aufnahmen der Aussagen des Opfers und der eventuellen Zeugen machen. Das ist sehr wichtig, weil selbst die auf schlimmste Weise missbrauchten Opfer manchmal ihre Aussagen zurücknehmen – z.B. wegen Scham, Opportunismus, Angst vor dem Täter und seinen Verbündeten, von denen sie in vielfacher Hinsicht abhängig oder ihnen unterlegen sind. Kriminaldelikte soll man bei der Polizei oder Staatsanwaltschaft anzeigen und nicht nur bei kirchlichen Institutionen. Andere Angelegenheiten hingegen sollte man zunächst innerhalb der lokalen Kirche lösen. Wenn die Situation vor Ort sehr schlimm ist, man muss sich an den Heiligen Stuhl um Hilfe wenden, aber an einen verantwortlichen, zuverlässigen Menschen – um nicht wieder an die falsche Adresse zu geraten. Eine der besten Personen hier ist der Priester Charles Scicluna. Man muss ihm entweder auf Italienisch oder auf Englisch schreiben und nachprüfen, ob die Urkunden wirklich in seine Hände gelangt sind. Er weiß, was damit zu tun ist.
Man muss im Gedächtnis behalten, dass jeglicher Geschlechtsverkehr mit Personen, die unter 15 Jahre alt sind, nach dem polnischen Strafgesetzbuch strafbar ist und öffentlich verfolgt wird. Im Lichte des kanonischen Rechts liegt die Altersgrenze noch höher. Sexueller Missbrauch eines Minderjährigen bis zum 18. Lebensjahr seitens eines Geistlichen muss bei der Kongregation für die Glaubenslehre gemeldet werden.

[35] Man muss dabei auch betonen, dass nicht jeder Geistliche mit solcher Neigung zu diesem Milieu gehört, dass manche von ihnen sehr darunter leiden, dass ihre Brüder auf diese Art vorgehen.

[36] Vergl. das Dokument der Kongregation für die Glaubenslehre aus dem Jahr 2003 „Bemerkungen zur Legalisierung der Homopartnerschaft“, in der Johannes Paul II. und Kardinal Ratzinger einmütig darauf hinweisen, dass es „zu den Pflichten aller Gläubigen gehört, sich der Legalisierung von Homopartnerschaft zu widersetzen“ (Pkt. 10) und weiter Kritik an der Ideologie üben, die hinter solchen Versuchen steckt. Vergl. auch Johannes Paul II.: „Erinnerung und Identität“, Kraków, 2005, S. 20. Der selige Johannes Paul der Große verurteilte mehrmals Homosexualität, er nannte sie „Abweichung, die dem Plan Gottes nicht entspricht“ (1994), „bedauernswerte Entstellung“ (1999), und stellte fest: „Homosexuelle Akte stimmen nicht mit dem Naturgesetz überein“ (2005).

PRINT-Version dieses Artikels aus dem “Theologischen”: http://www.pfarrverband-raitenbuch.de/HomosexualitaetDariusOko.pdf

Hier folgt eine wichtige Nachrichten-ERGÄNZUNG zu diesem Artikel über ein halbes Jahr nach seiner Veröffentlichung: http://www.welt.de/politik/ausland/article117050316/Papst-sieht-Schwulen-Lobby-im-Vatikan-am-Werk.html


Papst: „Sakrale Musik führt uns näher zu Gott“


Die Sakralmusik hilft den Gläubigen, sich näher bei Gott zu fühlen. Das betonte Papst Benedikt am heutigen Samstag bei einer Audienz für die italienische Vereinigung Santa Cecilia. Der Verein fördert den Gesang insbesondere für Kirchenchöre.

Benedikt XVI. sagte in der Audienzhalle, daß die Gesänge während der Liturgie auch eine Wiederentdeckung Gottes darstellen. Dies sei gerade in Ländern wichtig, die zwar traditionell katholisch wie Italien seien, aber von der Verweltlichung bedroht würden:

„Die sakrale Musik hat auch weitere wichtige Funktionen, um Gott neu zu entdecken. So ist es wichtig, dass das Volk Gottes bei der Liturgie nicht nur spricht, sondern auch zuhört. Indem der Gläubige mit seinen Sinnen und seinem Geist das Wort Gottes aufnimmt, nähert er sich Gott. Dazu zählt auch das Hören der Sakralmusik. Wichtig ist auch, dass der Gesang während der Liturgie ernst genommen wird.“

Bei der Audienz mit dem Papst waren etwa 6000 Mitglieder der Vereinigung in der Aula Paolo Sesto anwesend.

Quelle: Radio Vatikan


Türkei: Zahl amtlich erfaßter Sexualvergehen in zehn Jahren vervierfacht

Die Zahl der aktenkundig gewordenen Fälle von Sexualvergehen in der Türkei hat sich nach Angaben eines Staatsanwalts innerhalb von zehn Jahren mehr als vervierfacht, wie ZEIT-online berichtet. Fussmatte__

Im Jahre 2002 seien rund 8000 Fälle registriert worden, im vergangenen Jahr seien es knapp 33.000 gewesen, sagte Oberstaatsanwalt Veli San nach Medienberichten in Zonguldak an der Schwarzmeerküste. Sexuelle Übergriffe richten sich vor allem gegen Frauen.

Ergänzend hierzu berichten “Kopten ohne Grenzen” heute Folgendes:

Laut einer Studie aus dem Jahr 2009 an der Uludag-Universität unter 591 Frauen gaben 86,9 % an, mindestens einmal sexuell belästigt worden zu sein. Davon waren 24 % verbale, 7,5 % physische, 5,3 % sexuelle Andeutungen während der Kommunikation, 12,6 % durch Gesten und 21,4 % mit all diesen Formen beslästigte Frauen und Mädchen.  

Die in Verbindung mit sexueller Belästigung angegebenen Personen waren folgende: 15,3 % Mitstudenten, 3,6 % befreundete Studenten, 54,3 % setzen sich aus Kampusangestellten, Chauffeuren, Gendarmen, Beamten und Besuchern der Universität zusammen, 2,3 % vom eigenen Lehrer oder von Professoren, 24,6 % wurden schon von all diesen Gruppen sexuell belästigt.

Foto: IGFM


Der Papst betont die Bedeutung der lateinischen Sprache für Liturgie und Wissenschaft in der Kirche

Benedikt XVI. errichtete heute eine Akademie pro Latein


Papst Benedikt ruft eine neue Institution zur Förderung der lateinischen Sprache ins Leben.

Mit einem Motu Proprio gründete er am heutigen Samstag die Päpstliche Akademie „Latina Lingua“. Sie wird zunächst „ad experimentum“ für fünf Jahre eingerichtet und Teil des Päpstlichen Kulturrates sein.

Sie wird aus einem Präsidenten, einem Sekretär und einem fünfköpfigen akademischen Rat bestehen. Dazu sollen weitere, ehrenamtlich arbeitende Mitglieder kommen.

Zum ersten Präsidenten ernannte der Papst den italienischen Latinisten Ivano Dionigi. Er ist Latein-Professor an der Universität Bologna.

In seinem Begleitschreiben betont der Papst, daß die lateinische Sprache in der Geschichte der Kirche immer die Universalität der Botschaft Christi garantiert habe.

Auch wenn seit dem Pfingstfest die Kirche in allen Sprachen der Welt spräche und betete, so habe das Lateinische  –  neben dem Griechischen  –  seit Beginn der Kirche den Austausch mit der Umwelt ermöglicht.

Die Kirche sei nach der Übernahme dieser Weltsprache so etwas wie die Schützerin und Förderin der lateinischen Sprache geworden. Liturgie und Dokumente der Kirche seien immer auf Latein geschrieben worden. Dies geschehe auch heute noch, so der Papst.

Deswegen sei das Erlernen dieser Sprache nicht nur für die Erschließung der Quellen des Christentums unumgänglich. Als Beispiel-Disziplinen nennt Benedikt u.a. das Kirchenrecht und die Patristik.

In der zeitgenössischen Kultur würden die Lateinkenntnisse und das Wissen über die lateinische Kultur immer oberflächlicher, erklärte der Papst weiter. Das sei etwa auch im Bereich der Priesterausbildung zu beobachten.

Dagegen wolle die Kirche die Einrichtung der Akademie „Latina Lingua“ setzen, die sich um neue Vermittlungsformen, um Tagungen, wissenschaftliche Kongresse und generell um die Förderung der lateinischen Sprache in der Kirche und darüber hinaus in der Begegnung mit der Kultur kümmern soll.

Die 1976 von Papst Paul VI. errichtete Stiftung Latinitas geht in der neuen Einrichtung auf.

Quelle: Radio Vatikan


Italien: Schwarze Messen, “Sonnenwunder” und “Marienerscheinungen” in Montesilvano bei Pescara

20.000 wunderbewegte Gläubige und Neugierige warteten auf ein “Himmelszeichen”

Im Jahre 1987 und danach ging es rund bei Erscheinungsgläubigen in Italien und den damit gerne verbundenen Massensuggestionen, denn Zehntausende von mehr oder weniger frommen Neugierigen pilgerten damals nach Montesilvano an der Adria, einer mittelgroßen Stadt unweit von Pescara, der Provinzhauptstadt in der mittel-italienischen Region der Abruzzen.  

Dort wollte eine 32-jährige Frau von der Madonna selbst “auserwählt” sein, um mal eben die Menschheit zu retten.

Dergleichen Wahnvorstellungen kommen im wundersüchtigen Lager öfter vor, doch in diesem Fall war es besonders tragisch, daß der damalige junge Kaplan namens Vincenzo Diodati  – ein früherer Fußballspieler  –  voll auf die “Visionen” der jungen Frau hereingefallen war  – und dies, obwohl der dortige Bischof  Antonio Iannucci ihn und die Gläubigen ausdrücklich davor warnte und zu striktester Zurückhaltung ermahnte. Der ältere Pfarrer von Montesilvano war hingegen bodenständiger als der junge Priester –  er blieb dem irrgeistigen Treiben ferne.

Der visionsbewegte Vikar Don Vincenzo und die junge “Seherin” Fioritti

Der kritische Bischof hatte mittlerweile Jesuitenpater Carlo Colonna beauftragt, die mirakulösen Vorgänge gründlich zu untersuchen.

Nach seinen Beobachtungen und Kontrollgängen, darunter einem vierstündigen Gespräch mit der “Seherin” Maria Antonietta Fioritti, war dem Jesuiten klar, daß alles nur ein (un)fromme Schwindel war:

Die Visionärin sei keine Botin des Himmels, erklärte er  –  eher eine Abgesandte des Gegenteils, denn sie habe bereits an Schwarzen Messen teilgenommen.  

Entweder hat sie also alles erfunden oder der Erzfeind erschien ihr als “Engel des Lichts”  – vor diesen teuflischen Täuschungsmanövern warnt die Heilige Schrift in 2 Kor 11,14 ausdrücklich, außerdem vor falschen Propheten, “die in Schafskleidern zu euch kommen” (Mt 7,15).

Mitte Februar 1988 verkündete der erscheinungsbewegte Vikar von Montesilvano sogar felsenfest, daß am Sonntag, den 28. Februar in der nahegelegenen Stadt Pescara am Himmel ein leuchtender Schriftzug, eine Art “letzter Bußruf “erscheinen werde, wodurch die Madonna die Menschheit vor dem Verderben und dem kommenden  Strafgericht warnen wolle.

Er berief sich hierbei auf seine Hausvisionärin Fioritti, außerdem will er selber göttliche Einsprechungen erhalten haben.

Wie die italienische Zeitung La Notte am 1. März 1988 berichtete, wurde der schwärmerische Geistliche im Auftrag des Bischofs von Pescara durch Jesuitenpater Colonna ebenfalls näher in Augenschein genommen. Dieser erklärte, der Vikar sei ein “Fanatiker im religiösen Delirium”, er habe also Wahnvorstellungen entwickelt.

Gleichwohl konnten die beiden “Seher” zehntausende Wundergläubige in ihren Bann ziehen und sogar Medien in Bewegung setzen:

Kein “Lichtzeichen” am Firmament, aber “Sonnenwunder” in Hülle und Fülle

Wie zu erwarten war und wie die Giornale d’Italia am 1. März 1988 berichtete, ist das von Kaplan angekündigte Lichtwunder am Firmament keineswegs eingetroffen, obwohl Sensationslustige noch bis Sonntag-Nacht bzw Montag-Früh 2 Uhr gewartet hatten. Der Vikar und die Seherin hatten die Menschenmengen, die sich abends in Decken und Schlafsäcken hüllten, auf einem Hügel versammelt.

Sogar nach Mitternacht hatte der abergläubische Kaplan die mittlerweile erschöpften Leute zum weiteren Ausharren ermutigt und ihnen dies als eine Art “Glaubensprüfung” erläutert nach der Devise:  Der Himmel habe schließlich das Recht, sich etwas zu verspäten und vielleicht wolle Gott ja damit die vertrauensvolle Ausdauer der Seinen testen…

Sogar Fernsehkameras harrten an Ort und Stelle der Ereignisse, die nicht eintrafen – es wurde live aus der Menschenmenge berichtet, immerhin hatten sich nach Polizeiangaben sage und schreibe 20.000 Leute eingefunden. Solch ein Spektakel lohnt sich durchaus für Funk und Fernsehen sowie die Regenbogenpresse.

Obwohl das Ganze bei Licht betrachtet eine große Pleite fürs abergläubische Völkchen war, behaupteten damals gleichwohl hunderte von Leuten hartnäckig   – auch gegenüber den Medien  –  sie hätten am besagten Sonntag, den 28. Februar, sehr wohl ein großartiges “Sonnenwunder” zur Mittagszeit erlebt.  Ein junger Mann hatte sie animiert: “Schaut in die Sonne, wie sie sich entwickelt.” 

Zu ihnen gehörte auch Luigi Serafini, ein Freund des erscheinungsbewegten Vikars. Serafini erklärte einer Zeitung, er habe in Medjugorje ein Sonnenphänomen erlebt, aber nicht nur dort: “Auch heute sah ich die Sonne, wie sie ihre Farben veränderte.”

Andere Pilger erzählten ebenfalls, die Sonne habe ständig rotiert und pulsiert und geradezu getanzt, sie habe grünes Licht abgestrahlt und ein grandiosen Farbenspiel geliefert und dergleichen mehr, wobei es von diesen Phänomenen auch allerlei “Wunderbilder” geben soll.

Geschicht(ch)en also über “Himmelszeichen”, wie man diese bereits aus Medjugorje und andernorts zuhauf kennt, z.B. auch aus Heroldsbach und Montichiari, typische “Schauwunder” eben, die nicht den theologischen Glauben, sondern vielmehr die menschlichen Sinnenfreude und die Phantasie ansprechen.

Das einzige Faktum, das bei derlei “Sonnenguckerei” aber als sicher gelten kann, ist ein deutlicher Anstieg der Patienten bei den Augenärzten, denn das anhaltende Stieren in die Sonne ist durchaus schädlich bis gefährlich für die Augen.

Der Bischof von Pescara warnt vor Wundersucht und Erscheinungslust

Nach dem massenhysterischen Treiben am “schicksalhaften” 28. Februar 1988 verschärfte der zuständige Bischof von Pescara seine Gangart:

Diese “sensationelle Schlappe”  sei ein erneuter Beweis dafür, so verkündete die Bistumsleitung in einem amtlichen Schreiben, daß die “Marienerscheinungen” von Montesilvano “keinerlei Kennzeichen eines übernatürlichen Geschehens enthalten und nicht von der Kirche anerkannt sind”.

Der Bischof untersagte sowohl den Priestern wie dem Kirchenvolk jede Versammlung mit den beiden “Sehern” (der jungen Frau und dem visionsbewegten Kaplan)  – und er ermahnte die Pfarrgemeinde von Montesilvano, den Zustrom von Wundergläubigen nunmehr strikt zu unterbinden.

Der wahre Glaube habe sich stets durch Apostolat, Gottesdienst und Werke der Liebe ausgezeichnet, nicht durch derlei mirakulöse Phänomene, die nichts zum geistlichen Wachstum der Kirche beitragen, sondern vielmehr den Fanatismus nähren und die Einheit der Gläubigen gefährden würden.

Vikar Don Vincenzo wurde nach seiner Bauchlandung als erfolgloser “Prophet” sodann für einige Zeit zwecks Nachdenkens und zur geistlichen Ernüchterung in eine Klosterzelle geschickt, damit er das Kirchenvolk nicht weiter in Verwirrung stürzt und sich von seinen Schwärmereien erholt und abkehrt.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks und des KOMM-MIT-Verlags in Münster


Rot-China: Kein Hinweis auf Einführung von Rechtsstaat und Menschenrechtsgarantien

Größtes Zwangsarbeitslager-System der Welt

Im kommunistisch regierten China gibt es nach Einschätzung der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) nicht die geringsten Hinweise darauf, daß die alleinregierende Kommunistische Partei Chinas nach der Machtweitergabe Menschenrechte garantieren und Rechtsstaatlichkeit einführen wolle.

Zentrale Probleme seien nach wie vor mit Tabus belegt und Ankündigungen  –  z.B. zur Reform des KZ-Lager-Systems  –  seien heute genauso unkonkret wie in der Vergangenheit, so die IGFM.

„Die Kommunistische Partei hat keines ihrer Versprechen zu Menschenrechten eingelöst und zur systematischen Folter, zum exzessiven Gebrauch der Todesstrafe oder zu Hinrichtungen zur Organentnahme noch nicht einmal Lippenbekenntnisse abgelegt“, kritisierte IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin auf einer IGFM-Pressekonferenz in Düsseldorf.

Vor dem 18. Parteikongress der Kommunistischen Partei Chinas, der am 8. November 2012 in Peking beginnt, sei die Nervosität der Führung mit den Händen greifbar. Die intransparente Art, wie Ämter besetzt und Entscheidungen getroffen werden, sei zwar sowieso typisch  –  nur werde sie beim Parteikongreß auch für Außenstehende unübersehbar, erläutert Lessenthin.

Inzwischen gebe es selbst nach staatlichen Quellen jedes Jahr weit über 100.000 „Vorkommnisse mit Massencharakter“, bei denen Bürger gegen staatliche Willkür auf die Straße gingen. Doch statt die Ursachen der Probleme anzugehen, versuche die kommunitische Diktatur weiterhin, Kritik und Proteste mit Einschüchterungen und nackter Gewalt zu ersticken.

Weltweit größtes KZ-Lager-System mit 4 Millionen Gefangenen

Ein zentrales Mittel zu Machterhalt und konkurrenzlos billiger Produktion seien nach Beobachtungen der IGFM dabei systematisch eingesetzte Folter und das größte Zwangsarbeitslagersystem der Welt.

Chinesische Polizeidienststellen könnten ohne Richter und Anwälte mißliebige Bürger „administrativ“ für bis zu drei Jahre in Zwangsarbeitslager „zur Umerziehung“ einweisen.

Im System der Zwangsarbeitslager, dem „Laogai“-Komplex, seien heute über eintausend Haftanstalten identifiziert. Schätzungsweise vier Millionen Menschen werden gegenwärtig darin zur Zwangsarbeit gezwungen, sieben Tage die Woche  –  bis zu 16 Stunden am Tag.

Die Häftlinge sind vielfach ohne Anklage, ohne Gerichtsverfahren, ohne eine Möglichkeit zur Verteidigung oder Berufung in den LZ-Lagern.

Der IGFM liegen über 1000 Berichte über Folter mit Todesfolge in chinesischen Haftanstalten und “Umerziehungs”-Einrichtungen vor.

Die IGFM beklagt, daß die deutsche Politik und Öffentlichkeit sich selbst an offensichtliche Verbrechen gegen Menschenrechte aus Peking gewöhnt habe und nicht mehr als anstößig wahrnehme. Beispielhaft nannte die IGFM die sog. „Separatismus“-Vorwürfe, mit denen Rot-China lange Haftstrafen vor allem gegen Uiguren und Tibeter rechtfertige.

Damit werde verschleiert, daß am 7. Oktober 1950 die rot-chinesische „Volksbefreiungsarmee“ in den souveränen Nachbarstaat Tibet einmarschierte und schließlich völkerrechtswidrig eroberte und einverleibte. Kommunistische Besatzer ermordeten dabei schätzungsweise 80.000 Tibeter. Es folgten Jahrzehnte des Terrors, bis zu 90 Prozent aller religiösen Einrichtungen Tibets wurden zerstört.  

Kein Wandel durch Handel eingetreten

Die Hoffnung, der verstärkte wirtschaftliche Handel mit demokratischen Staaten würde auch zu einer demokratischen Öffnung und zum Schutz der elementaren Menschenrechte führen, sind nach Einschätzung der IGFM restlos enttäuscht worden.

„Noch nicht einmal die internationalen Mindeststandards für die Rechte von Arbeitern oder ein Schutz vor Enteignung sind gewährleistet“, kritisiert die IGFM.

Deutsche Unternehmen, die in Rot-China produzieren, lassen zu, daß in ihren Betrieben kommunistische Funktionäre über die Arbeiter bestimmen. Somit können sich in den Firmen keine freien Gewerkschaften bilden und es gibt keine Betriebsräte für die Interessen der Arbeitnehmer.

Weitere Infos zur Menschenrechtslage in China:
http://www.igfm.de/Menschenrechte-in-der-VR-China.485.0.html


Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 266 Followern an