VATIKAN: Glaubenspräfekt Gerhard L. Müller über Heimweh nach Regensburg, Rückgrat gegenüber dem Zeitgeist, Laien in der Politik, Frauen in der Kirche und “kreuz.net”

Die Mittelbayerische Zeitung (MZ) veröffentlichte am heutigen Abend (14.12.) auf ihrem Web-Portal ein ausführliches Interview mit Erzbischof Gerhard Ludwig Müller, dem Präfekten der römischen Glaubenskongregation und früheren Oberhirten des Bistums Regensburg.

MZ-Mitarbeiterin Christine Schröpf stellte dem Kurien-Erzbischof eine Reihe von Fragen, wobei die erste lautete: “Seit fünf Monaten leben und arbeiten Sie nun im Vatikan. Sind Sie schon ein echter Römer?”

Hierauf antwortete der Glaubenspräfekt: 

“Meine Wohnung wird erst nächste Woche fertig. Erst wenn ich dort eingezogen bin, bin ich richtig angekommen. Noch lebe ich im Gästehaus der Deutschen Bischofskonferenz im Provisorium auf etwa 50 Quadratmetern. Es ist dort etwas spartanisch: Ich habe keinen Schreibtisch, kein Telefon, keinen Fernseher. Und ich schlafe in einem Bett, das von der Länge gerade mal so zu meiner Größe passt.”

Zudem erklärte der Erzbischof, er habe durchaus Heimweh nach Regensburg (“ja, das kann man sagen”), zugleich sei er gut im Bilde, was dort passiert, wobei er sich durch das Internet informiere.

Die Interviewerin stellte zudem einige Fragen hinsichtlich des noch amtierenden Diözesan-Administrators Dr. Wilhelm Gegenfurtner, der unlängst mit öffentlichen Seitenhieben gegen Erzbischof Müller von sich reden machte:

“In der PresseClub-Runde forderte Gegenfurtner von einem neuen Bischof unter anderem „Herzenswärme“ und „Rückgrat gegenüber Rom“. Verstehen Sie das als persönlichen Vorwurf gegen Sie, herzenskalt und rückgratlos zu sein?”

Darauf folgte die knappe, aber treffliche Antwort des Erzbischofs:

“Es ist immer gut, wenn sich jeder selbst diese Frage in einer gesunden Gewissenserforschung stellt. Und das Urteil über Andere dem lieben Gott überlässt.”

Ein Bischof soll Rückgrat gegenüber dem Zeitgeist zeigen

Auf die Frage “Hat der Auftritt Gegenfurtners das Verfahren der Bischofsernennung in Regensburg beschleunigt?”, reagierte der Erzbischof mit einer klaren Ansage: 

“Es ging sowieso schon schnell. Ein Bischof muss übrigens gegenüber dem Zeitgeist Rückgrat haben und dem Druck standhalten, der auf die Kirche ausgeübt wird, von der Wahrheit des Evangeliums abzuweichen.”

Zudem wollte die Journalistin gerne wissen: “Überschattet die aktuelle Debatte im Bistum Regensburg den Amtsantritt des neuen Bischofs Rudolf Voderholzer?”

“Ich glaube, die künstliche und überflüssige Aufregung ist schon wieder ein bisschen verflogen. Das kann nicht sein, dass einem neuen Bischof die Bahnen seines Episkopats vorgezeichnet werden.

Rudolf Vorholzer spielt theologisch in einer höheren Liga als selbsternannte Ratgeber und hat zum Bischofsamt sehr reflektierte Gedanken. Er möchte wie ich dem Bischofsideal des Zweiten Vatikanums entsprechen.”

Zum Dauerbrenner “Laien in der Kirche” erläuterte der römische Glaubenspräfekt:

“Wer nicht an Macht, sondern an die Mitverantwortung denkt, wiederholt nicht diese Leier von der angeblichen Nichtbeteiligung der katholischen Laien am kirchlichen Leben. Laien noch stärker in die Kirche einzubinden, geht eigentlich gar nicht mehr.

Im Bistum Regensburg haben wir die größten Vereine und Verbände bundesweit in allen Sparten  –  fast 300 000 Gläubige sind dort organisiert. Wir haben 14.000 Pfarrgemeinderatsmitglieder, davon sind mindestens die Hälfte Frauen.

An den kirchlichen Schulen gibt es zumeist Direktorinnen. Überall sind die Frauen voll und ganz präsent. Im Ordinariat gibt es mit Maria Luise Öfele eine Ordinariatsrätin  –  sie ist auf dieser Ebene den Domkapitularen gleichgestellt.”

Der Erzbischof bemängelte sodann, daßwir nicht genug überzeugte Katholiken haben, die auf allen Ebenen in der Politik tätig sind.”

“Der politische Atheismus ist die größte Gefahr”

Er fügte hinzu:  “Wir überlassen das Feld oft anderen ideologischen Gruppierungen und wundern uns dann, wenn die Kirche plötzlich zurückgeschoben wird und Gläubige als geduldete Minderheit betrachtet werden.

Unsere ganze Kultur ist vom Christentum geprägt. Wenn wir diese Wurzeln verlieren, enden wir nicht einem neutralen Feld, sondern im Negativen und Abgründigen. Das haben wir schon zwei Mal durchbuchstabiert in Deutschland. Die größte Gefahr für Deutschland und Europa ist der politische Atheismus und aggressive Säkularismus.”

Abschließend stellte Christine Schröpf  folgende aktuelle Frage:

Muss die Kirche weiter nach den Hintermännern  den anonymen Schmähportals kreuz.net forschen? Wissen Sie, wer im Bistum Regensburg bei kreuz.net mitmischte?”

“Wahrscheinlich niemand. Aber wie soll man nachforschen? Es ist ja anonym. Wer will wissen , ob die überhaupt katholisch sind im Sinne des katholischen Glaubens und der Moral. Der Papst und die Bischöfe  –  auch ich persönlich  –  sind immer wieder scharf angegriffen worden.

Da stand zwar ,katholisch‘ drauf, aber das kann jeder hinschreiben. Das sind keine katholischen Fundamentalisten  –  das wäre ein Widerspruch in sich  –  sondern irgendwelche Extremisten, die nicht argumentieren, sondern nur diffamieren können.

Ein anständiger Mensch sagt über andere nichts Negatives, ohne dass er seinen Namen preis gibt und damit dafür Verantwortung übernimmt. Das ist ein Nachteil unseres Internets und müsste entsprechend gesetzlich geregelt werden. Aber auch die Öffentlichkeit muss kritisch reagieren und darf Anonymes nicht ernst nehmen  –  genauso wie man anonyme Briefe in den Papierkorb wirft.”

Quelle und vollständiges Interview hier: http://www.mittelbayerische.de/index.cfm?pid=10009&lid=0&cid=0&tid=0&pk=860444

Foto: Bischöfliches Presseamt Regensburg


Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat von Herzogenrath stellen sich voll hinter ihren Pfarrer Dr. Guido Rodheudt

Vollständige Dokumentation der heutigen gemeinsamen Erklärung beider Pfarrei-Gremien: 

“Die katholische Kirchengemeinde St. Gertrud in Herzogenrath steht uneingeschränkt und ohne Wenn und Aber zu ihrem Pfarrer Dr. Guido Rodheudt.

Mit großem Bedauern nehmen die Gremien der katholischen Kirchengemeinde St. Gertrud aber zur Kenntnis, daß es sich antikirchliche Kräfte die unsägliche Hetze eines sich zu Unrecht als katholisch bezeichnenden Internetportals offenbar zunutze machen, verdiente Priester zu diskreditieren.

Die Pfarrgemeinde St. Gertrud kennt und schätzt Pfarrer Dr. Guido Rodheudt als Verfechter eines klaren Wortes, der treu zur katholischen Lehre steht und ein unermüdlicher Arbeiter im Weinberg des Herrn ist.

Gegen die Betreiber des Internetportals „kreuz.net“ ist laut Medienberichten vor einigen Wochen Strafanzeige u.a. wegen Volksverhetzung bei der Staatsanwaltschaft Berlin erstattet worden.

In der Berichterstattung über die Ermittlungen ist in bestimmten Medien der Verdacht geäußert worden, der Pfarrer der Kirchengemeinde St. Gertrud in Herzogenrath, Pfarrer Dr. Guido Rodheudt, stehe in Verbindung mit diesem Internetportal.

Hierzu erklären der Kirchenvorstand und der Pfarrgemeinderat der Kirchengemeinde St. Gertrud Herzogenrath als die für die Vertretung der Kirchengemeinde zuständigen Gremien:

Wir haben uneingeschränktes Vertrauen in die Aussage von Pfarrer Dr. Guido Rodheudt, keine Kenntnisse über die Hintergründe und Betreiber der Internetseite „kreuz.net“ zu haben und auch kein Aktivist der Seite zu sein.

Untermauert wird die Richtigkeit seiner Aussage durch den Umstand, daß in den Medien zwar Mutmaßungen jedweder Art, bislang aber keinerlei belegbare Fakten oder auch nur tatsächliche Anhaltspunkte für die gegenteilige Annahme präsentiert worden sind.

Zudem hat der für das Vorgehen gegen die Betreiber des Internetportals zuständige Staatsanwalt unlängst bestätigt, daß gegen Pfarrer Dr. Rodheudt nicht ermittelt wird.

Auch dem Bistum Aachen liegen nach Aussage seines Sprechers keinerlei Erkenntnisse darüber vor, daß Pfarrer Dr. Rodheudt etwas mit dem in Rede stehenden Internetportal zu tun hat.

Pfarrer Dr. Rodheudt ist auch nicht dadurch zu einem Mit-Verantwortlichen dieses Internetportals geworden, daß dieses Portal ungefragt Texte übernommen hat, die er für andere Medien publiziert hatte. Es ist hinlänglich bekannt, daß „kreuz.net“ oftmals in genau dieser Weise vorgegangen ist.

Herzogenrath, den 14.12.2012

V.i.S.d.P. (verantwortlich im Sinne des Presserechts):
Dr. Frank Schafranek
Für den Kirchenvorstand: Margarete Jussen (stellv. Vorsitzende)
Für den Pfarrgemeinderat Klaus Puhl (Vorsitzender)”
 
Quelle: Webseite der Pfarrgemeinde http://www.st-gertrud.info/Erklaerung_der_Gremien.pdf

Israelische Botschaft empfiehlt Besichtigung der “Muttergottes-Kirche” in Mi’iliya (West-Galiläa)

 Nachricht mit Foto aus dem heutigen Newsletter der israelischen Botschaft (Berlin) im Wortlaut:

Weihnachtsdeko anschauen

Samstag ist der letzte Chanukka-Tag, gleichzeitig bietet er aber auch Gelegenheit, sich einmal ein bisschen wie im Ausland zu fühlen:

Zehn Tage vor Weihnachten ist das christliche Dorf Mi’iliya in West-Galiläa schon festlich geschmückt.

Mi’iliya ist ein traditionsreiches Dorf, zu sehen gibt es neben der Muttergottes-Kirche unter anderem eine Burg aus dem 13. Jahrhundert.

Am Freitag finden ab 16:30 Uhr in der Kirche und an anderen Orten im Dorf Chanukka- und Advents-Konzerte statt.

Mehr Informationen (leider nur auf Hebräisch) und Bilder unter http://bit.ly/miiliya


“Hellseher” lagen auch 2012 wieder völlig daneben – Die EZW warnt vor Wahrsagerei

Wie in den Vorjahren haben Astrologen und Wahrsager auch 2012 mit ihren Vorhersagen kräftig danebengelegen. Das hat eine Überprüfung durch die „Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften“ (GWUP) ergeben.

Weder sei der Euro abgeschafft worden, der Vesuv ausgebrochen noch die Olympischen Spiele in London von Terroranschlägen überschattet gewesen, wie es Anfang des Jahres behauptet worden sei.

Nach GWUP-Einschätzung hat die Kanadierin Nikki Pezaro, die sich selbst als „Medium“ bezeichnet, für die absurdeste Prognose gesorgt:

Sie kündigte an, dass Vögel am Jahresende Menschen angreifen würden, Tiefseemonster auftauchten und der heilige Gral gefunden werde, der dem Finder Unsterblichkeit verleihe. Ihre über 200 Prognosen erweckten den Eindruck, aus einem Hollywood-Drehbuch zu stammen, erklärte GWUP in einer Pressemitteilung. Andere “Hellseher” rechneten für Mitte Juli 2012 mit „Bombenattentaten, Terroranschlägen, Flugzeugunfällen und anderen Katastrophen“.

Der Papst wurde kein Opfer eines Aufstands

Für den Mainzer Mathematiker Michael Kunkel, der seit Jahren diese Prophezeiungen sammelt und auswertet, sind solche Schwarzsehereien nicht überraschend: „Traditionell werden für die Zukunft immer Katastrophen aller Art vorausgesagt, die in den letzten Jahren um dramatische Schilderungen der Folgen wirtschaftlicher Krisen ergänzt wurden.“

So habe ein Wahrsager aus altindischen Palmblättern Aufstände und Plünderungen in europäischen Hauptstädten herausgelesen, denen sogar der Papst zum Opfer fallen sollte.

Unterdessen hat die belgische Skeptikerorganisation SKEPP (Brüssel) ein Preisgeld in Höhe von einer Million Euro für diejenigen Wahrsager aussetzt, die bis zum 30. September 2013 Beweise für ein paranormales Phänomen wie Hellsehen unter kontrollierten, wissenschaftlichen Bedingungen vorlegen könnten. Kunkel selbst wagt eine Vorhersage: „Bisher gibt es für 2013 nur die üblichen, schwammigen Katastrophenprognosen – wenn da nicht mehr kommt, können zumindest die selbsternannten Propheten die Million nicht gewinnen.“

Selbst Akademiker schalten ihren kritischen Verstand aus

Die Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) in Berlin warnt davor, den Dienst von Wahrsagern und Hellsehern in Anspruch zu nehmen. „Der Blick in die Zukunft ist jedem Menschen verschlossen“, sagte EZW-Referent Michael Utsch der evangelischen Nachrichtenagentur IDEA.

Nach seiner Einschätzung verspüren viele Menschen in einer technisierten Welt den Wunsch, ihr ganzes Leben und damit auch die Zukunft zu kontrollieren. Gerade unter Akademikern gebe es manche, die sich wünschten, ihr Seelenleben und die Zukunft steuern zu können  –  etwa durch den Rückgriff auf angeblich „verborgene Kammern” des Wissens. „Diese Leute schalten dann einfach ihren sonst kritischen Verstand aus“, so Utsch.

Nach seiner Erkenntnis setzen Wahrsager und Hellseher oft Psychotechniken ein, um angeblich verborgene Informationen über die Zukunft zu erhalten. Leichtgläubige Kunden könnten durch Wahrsager beeindruckt und getäuscht werden, meint Utsch unter Berufung auf Erkenntnisse des Psychologen Prof. Toni Forster.

Quelle: www.idea.de

Hier ist die ausführliche Prognosen-Rückschau der GWUP: http://www.gwup.org/infos/nachrichten/1154-prognosenrueckschau-2012


Kreuz.net-Debatte: Pfarrer Guido Rodheudts Stellungnahme vom 12.12.2012

“David Berger führt einen Privatkrieg gegen die kath. Kirche”

Pfarrer Dr. Guido Rodheudt aus Herzogenrath, einem Vorort nördlich von Aachen, ist einer der Sprecher des “Netzwerks katholischer Priester” und Mitveranstalter der “Kölner Liturgischen Tagung”, die seit mehreren Jahren in seiner Pfarrgemeinde (das Foto zeigt den Altar der Pfarrkirche) abgehalten wird.

Der Geistliche nahm am 12.12.2012 auf der Webseite seiner Pfarrei St. Gertrud öffentlich Stellung zu diffamierenden Äußerungen des Theologen Dr. David Berger im Zusammenhang mit der Kreuz.net-Affäre.  

Die Erklärung des Priesters, die der “Aachener Zeitung” vorliegt, wird hier ungekürzt wiedergegeben:xxx0002

“Wie ich bereits auf der Homepage meiner Pfarrei http://www.st-gertrud.info ausführlich dargelegt habe, sind meine Texte, die an anderer Stelle bereits publiziert worden waren, auf dem besagten Internetportal ungefragt kopiert oder kommentiert worden. Gegen dieses Vorgehen eines anonymen Portals ist im Zeitalter des Internet kaum etwas zu unternehmen.

Daraus abzuleiten, ich hätte gewußt, wer diese Seite initiiert hat und gestaltet, ist absurd. Ich bin darüber nicht informiert und sehe mich auch außerstande, eigene Nachforschungen anzustellen.

Ebenso abwegig ist es, das Netzwerk katholischer Priester, das keine Vereinigung mit einer Mitgliedschaft ist, sondern lediglich eine Plattform für die Zusammenarbeit von Geistlichen, pauschal unter Verdacht zu stellen.

Dies aber geschieht durch den Theologen David Berger, der eine bislang unhinterfragte inquisitorische Rolle einnimmt, indem er im Wissen um die Anonymität des Portals ständig Verdachtsmomente äußert, Mitwisserschaften vermutet und Verantwortlichkeiten unbescholtener Personen suggeriert, ohne sich dabei auf Fakten berufen zu können.

David Bergers Veröffentlichungen wurden jedoch selbst lange auf diesem Portal gelobt, solange er eine theologisch konservative Haltung vertrat.

Zu dieser Zeit betrieb er  –  ebenso wie heute, wenn auch jetzt unter veränderten Vorzeichen  –  die öffentliche Demontage von ihm mißliebigen Personen aus dem eher kirchenkritischen und sogenannten fortschrittlichen katholischen Lager. Dabei war besonders der berühmte Konzilstheologe Karl Rahner lange Zeit eine von ihm bevorzugte Zielscheibe. Schon in seiner traditionalistisch argumentierenden Doktorarbeit von 1998 läßt Berger kein gutes Haar an Rahner.

In diesem Zusammenhang ist Herbert Vorgrimler, einer der prominentesten und als kritisch-fortschrittlich geltenden Theologen Deutschlands, ein unverdächtiger Zeuge. Er beklagte sich schon damals über die „Unterstellungen, grotesken Fehldeutungen (und) gezielten Mißverständnisse“, mit denen unter Bergers geistiger Führung gearbeitet wurde.

Nach diesem Muster führt Berger heute seinen Privatkrieg gegen die katholische Kirche. Er hat schlicht die Seiten gewechselt. Daß er auch die Liturgische Tagung in Herzogenrath auf´s Korn nimmt, wundert nicht, so grotesk dies auch ist. Vor zehn Jahren hätte er sich hier vielleicht noch als Referent beworben.

Herzogenrath, 12. Dezember 2012

Pfarrer Dr. Guido Rodheudt”

Quelle (Text/Foto):
http://www.st-gertrud.info/Stellungnahme_Rodheudt_fuer_die_AZ.pdf
Zudem siehe hier:
http://www.kathnews.de/privater-krieg-gegen-die-katholische-kirche

Christlich-jüdische Schulfeier über Grenzen hinweg: “Weihnukka” in Wolmirstedt

Zum zweiten Mal feierten in diesem Jahr am gestrigen Donnerstag Schüler der Gerhard-Schöne-Schule Wolmirstedt und Schüler der Partnerschule Beit Uri gemeinsam Chanukka.

Die Zeremonie, die über Skype übertragen wurde, war eingebettet in das Weihnachtsprogramm des Kurfürst-Joachim-Friedrich-Gymnasiums Wolmirstedt, bei dem die Gymnasiasten alljährlich die geistig und körperlich behinderten Schüler der Gerhard-Schöne-Schule mit ihren Weihnachtsliedern und -geschichten unterhalten.

In diesem Jahr nun kam das jüdische Lichterfest Chanukka als Höhepunkt der Veranstaltung hinzu.


(Foto: israelische Botschaft)

Der Magdeburger Rabbiner Benjamin Soussan erklärte den Schülern die Herkunft des Feiertags und führte durch die Zeremonie. Gleichzeitig entzündete Zeev Glezin in Beit Uri die sechs Kerzen an der Chanukkiya. Gemeinsam mit den deutschen Freunden wurde gesungen und gleichzeitig in Wolmirstedt und Afula gefeiert.

Für die deutschen und israelischen Schüler war dies bereits die zweite  –  wenn auch nur virtuelle  –  Begegnung in diesem Jahr, denn im Sommer hatten acht Wolmirstedter ihre Partnerschule in Israel besucht.

In seinem Grußwort, das verlesen wurde, erklärte der Innenminister von Sachsen-Anhalt, Holger Stahlknecht: „Durch Veranstaltungen wie der heutigen lernen Schüler, aber auch wir Erwachsene, jüdische Traditionen kennen […]. Es sind das Wissen und der Kontakt zu anderen Kulturen, die Offenheit, Verständnis und Toleranz fördern.“

Am Samstag endet das achttägige Chanukka-Fest.

Quelle: Botschaft des Staates Israel in Berlin


Schweizer Bischof Vitus Huonder: Hirtenwort über die Würde des Menschen

Vollständige Dokumentation

Hirtenwort des Bischofs von Chur

DIE WÜRDE DES MENSCHEN

Wort zum Tag der Menschenrechte am 10. Dezember 2012

von Dr. Vitus Huonder

Brüder und Schwestern im Herrn,

einen der wohl schönsten Texte über die Würde des Menschen aus christlicher Sicht finden wir im Tagesgebet von Weihnachten:

“Allmächtiger Gott, du hast den Menschen in seiner Würde wunderbar erschaffen und noch wunderbarer wiederhergestellt. Lass uns teilhaben an der Gottheit deines Sohnes, der unsere Menschennatur angenommen hat”. (1)

Anm. des Bischofs: (1) In der älteren, außerordentlichen Form des römischen Messritus spricht der Priester bei der Bereitung des Kelches über das Wasser das Segensgebet: “Gott, du hast den Menschen in seiner Würde wunderbar erschaffen und noch wunderbarer erneuert: Lass uns durch das Geheimnis dieses Wassers und Weines teilnehmen an der Gottheit dessen, der sich herabgelassen hat, unsere Menschennatur anzunehmen”.  – Von dort wurde dieser Text für die Messfeier des Weihnachtstages in der ordentlichen Form übernommen

Menschenwürde und Menschenrechte

Die Würde des Menschen besteht darin, dass Gott ihn erschaffen und ihm Anteil an seinem Leben gegeben hat; dass Gott ihm, nachdem die Sünde über ihn Macht gewonnen hatte, diese Würde von neuem und in noch reicherem Maße durch Jesus Christus geschenkt hat. Schöpfung und Erlösung sind die zwei Säulen, auf denen die Menschenwürde aufruht.

Eine Bestätigung dieser Würde gab uns der Sohn Gottes selber, da er Mensch wurde, um den Menschen zu befreien und das Haupt der neuen Menschenfamilie, der Kirche, zu werden.

Von der Menschenwürde lassen sich die Rechte des Menschen ableiten: die Menschenrechte. So betrachtet, sind die Menschenrechte ein Ausfluss der Wertschätzung, welche der Mensch als Abbild Gottes besitzt; sie sind ein Schutzschild, der sich vor diese Würde stellt; sie sind – und müssen es sein – eine Anwendung der Gebote Gottes, welche sich in der Gottes- und Nächstenliebe verdichten.

Papst Benedikt XVI. sieht einen engen Zusammenhang zwischen Menschenrechten und Gottesglauben. Wenn die Menschenrechte ihres transzendentalen Fundamentes, des Gottesglaubens, beraubt werden, laufen sie Gefahr, nicht beachtet zu werden.

Gefährdete Menschenwürde

Die Würde des Menschen wird in vielfacher Hinsicht in Frage gestellt. Sie war es schon immer, sie ist es in unserer Zeit ebenso und neuerdings. Wir stellen einerseits eine geistige Gefährdung der Menschenwürde fest, anderseits eine materielle.

Die Menschenwürde wird gefährdet, wenn der Mensch seine geistigen Anlagen und Fähigkeiten nicht zu entfalten und zu entwickeln vermag, oder wenn seine Anlagen und Fähigkeiten in eine falsche Richtung geleitet werden; er wird seiner Würde aber auch beraubt, wenn ihm die materielle Grundlage für eine eben “menschenwürdige” Existenz fehlt oder entzogen wird.

Vor eben diesen Problemen stehen wir heute vermehrt. Sie werden durch starke gesellschaftliche, vor allem ökonomische, aber auch weltanschauliche Veränderungen verursacht, welche Menschen in eine neue Form der Armut, der Verwahrlosung und des Mangels an moralischer Orientierung treiben, und dies auch in unserem Land und in unserer nächsten Umgebung.

Wenn wir genau hinschauen, sind es insbesondere Kinder und Jugendliche, die das höchste Risiko haben, in Armut und Verwahrlosung zu geraten oder davon betroffen zu werden. Das Leben in den Städten wird immer teurer. Die Verschuldung nimmt zu. Viele Familien weichen in die Agglomerationen und in Randgebiete aus. Es ist absehbar, dass sich die Situation dort eben für Kinder und Jugendliche zuspitzen wird.

Menschenwürde und soziale Herausforderungen

Soziale Probleme und Herausforderungen werden oft von abwehrenden, misstrauischen, lieblosen bis menschenverachtenden Reaktionen begleitet. Unter den Bürgern und Bürgerinnen wächst der Unmut. Es kommen Ängste auf. Es entstehen Vorurteile. Das wirkt sich auf die Hilfesuchenden aus. Betroffene Menschen geraten nicht selten in die Kritik. Statt Hilfe zu empfangen, werden sie ausgegrenzt, verurteilt und geraten in noch größere Schwierigkeiten.

Anderseits können wir nicht über die Tatsache hinwegsehen, dass sich unser Sozialstaat nicht selten mit missbräuchlichen Forderungen und Ansprüchen konfrontiert sieht, mit einem gekonnten Stil, andere Menschen auszunutzen. Das kann zu Verärgerung und Verhärtung bei vielen Menschen guten Willens führen. Dennoch dürfen wir darüber nicht den Grundsatz vergessen:

Das Wohlergehen der Schwächeren ist unsere Stärke.

Es darf nicht dazu kommen, dass Menschen, die der Hilfe bedürfen, wegen missbräuchlicher Praktiken anderer um ihre Rechte kommen. Dazu ist zu bedenken: Auch Menschen, die sich ins Unrecht setzen, haben ihre Menschenwürde. Leben wir christliche Nächstenliebe und Gerechtigkeit dort, wo wir können, und verurteilen wir niemand vorschnell.

Die Pfarrei als Ort der Achtung der Menschenwürde

Wenn ich mit diesem Wort an alle Gläubigen gelange, bin ich mir bewusst, dass viele der genannten Probleme zu ihrer Lösung der Professionalität bedürfen. In diesem Sinn sagt Papst Benedikt XVI.: “Was nun den Dienst der Menschen an den Leidenden betrifft, so ist zunächst berufliche Kompetenz nötig: Die Helfer müssen so ausgebildet sein, dass sie das Rechte auf rechte Weise tun und dann für die weitere Betreuung Sorge tragen können”.

Wir haben in unserem Bistum und in vielen unserer Pfarreien glücklicherweise viele diesbezüglich kompetente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und sind dafür dankbar. Sie sind aus unserem pfarreilichen und überpfarreilichen Alltag nicht mehr wegzudenken.

Allen in diesem Bereich tätigen Personen möchte ich meine Anerkennung und meinen Dank aussprechen. Doch darf die Professionalität nicht dazu führen, dass sich der einzelne Christ oder die einzelne Christin für die Sorge um in Not geratene Menschen nicht mehr verantwortlich weiß. Die Kirche als solche hat den Auftrag, der Not der Menschen zu begegnen, und zur Kirche gehören wir alle.

Wir alle sind Glieder dieser Kirche, die sich um das geistige und materielle Wohl der Menschen kümmern muss. Wir alle sind Glieder dieser Kirche, die um die Menschenwürde des andern besorgt sein muss. Da kommen uns eben unsere Pfarreistrukturen entgegen.

Hier, vor Ort, kann direkte und unbürokratische Hilfe erfolgen. Wer ist den Menschen näher als eben die Pfarreigemeinschaft? Wer ist mit den Sorgen und Nöten der Menschen in ihrem Alltag vertrauter als die Pfarreigemeinschaft? Da kann man unmittelbar Hand anlegen bei der Wohnungssuche oder bei kleineren Einsätzen in der Nachbarschaftshilfe, bei Aufgabenhilfe oder Suche nach einer Lehrstelle; da können auch Kinder- und Jugendverbände wie Jungwacht, Blauring, Pfadi, Cevi, selbst Sportclubs in das caritative Wirken der Kirche einbezogen werden.

Menschenwürde und Glaubensvermittlung

Abschließend möchte ich auf das Fundament der Menschenwürde zurückkommen, nämlich auf die Tatsache, dass der Mensch Schöpfung Gottes ist, von Gott berufen, in ewiger beglückender Gemeinschaft mit ihm zu leben. Das bedeutet, dass der Mensch auch ein Recht hat, Gott kennen zulernen. Dies umso mehr, als der Glaube dem Menschen hilft, seine Würde wahrzunehmen und zu leben.

Da wir uns im Glaubensjahr befinden, wollen wir uns eben dieser Tatsache neu bewusst werden und als Kirche alles tun, dass die Menschen in unserer Umgebung uns als Glaubensgemeinschaft erfahren können. Die Glaubensverkündigung ist immer auch ein Akt der Nächstenliebe, der Caritas, und damit der diakonischen Ausrichtung der Kirche. Denn “ohne Gott weiß der Mensch nicht, wohin er gehen soll, und vermag nicht einmal zu begreifen, wer er ist” (Papst Benedikt).

Wort des Dankes

In unzähligen Pfarreien und Haushalten, in Organisationen und Verbänden, in der vielfältigen Freiwilligenarbeit geschehen täglich unschätzbare Einsätze für Menschen in Schwierigkeiten. Dafür möchte ich danken, besonders in diesen Tagen, da wir uns auf das Geburtsfest unseres Herrn vorbereiten und uns bewusst werden, was sein Kommen in unsere Welt bedeutet: Wiederherstellung der Würde des Menschen.
 
Die Gottesmutter, die Mutter des Guten Rates, dessen wir in den vielen Entscheidungen unseres Alltags immer neu bedürfen, begleite uns und stehe uns stets helfend zur Seite. Mit diesem Wunsche grüße ich alle herzlich und lasse allen gerne meinen bischöflichen Segen zukommen.

+ Vitus, Bischof von Chur

Chur, 1. November 2012

Quelle: http://www.bistum-chur.ch/Wort%20des%20Bischofs%20-%20Tag%20der%20Menschenrechte%202012.pdf


Als der Papst 7 Jahre alt war: “Liebes Christkind! Ich will immer brav sein.”

Der fromme Bub wünschte sich ein Meßbuch und ein “grünes Meßkleid”: Früh übt sich..

Im Elternhaus des Papstes in Marktl am Inn sind derzeit Briefe an das Christkind von den Geschwistern Maria, Georg und Joseph Ratzinger zu sehen.

Unter dem Titel „Licht, das uns leuchtet“ will die bis 6. Januar dauernde Ausstellung einen Einblick in das vorweihnachtliche Leben einer bayrisch-katholischen Familie in den 1930er Jahren geben.

Wie das „Passauer Bistumsblatt“ in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, stammen die Christkindlbriefe von 1934. Damals lebte die Familie in Aschau am Inn. Bei der Renovierung des Wohnhauses von Papst Benedikt XVI. in Pentling waren die Papiere entdeckt worden.

Der siebenjährige Joseph schrieb auf dem ausgestellten Wunschzettel u.a.:

„Liebes Christkind!  Ich wünsche mir den Volks-Schott, ein grünes Meßkleid und ein Herz Jesu. Ich will immer brav sein.“ 

 Quelle: Radio Vatikan


Studie: Das Zusammenspiel von Musikern schafft mentale Verbindungen

Wenn zwei Musiker zusammenspielen, spielen sie oft im Takt. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung und der Universität Salzburg haben nun erstmals gezeigt, daß sich dabei auch die Hirnwellen von Gitarristen im Zusammenspiel synchronisieren. 

Foto: KOMM-MIT-Verlag

Foto: KOMM-MIT-Verlag

Ulman Lindenberger, Viktor Müller und Shu-Chen Li vom Berliner Max-Planck-Institut für Bildungsforschung sowie Walter Gruber von der Universität Salzburg baten acht Gitarrenduos zur Jazzsession ins Labor.

Während ein Duo eine Jazzmelodie im Zusammenspiel bis zu 60 Mal wiederholte, zeichneten die Wissenschaftler die elektrische Aktivität der Gehirne der Gitarristen mittels Elektroenzephalographie (EEG) auf.

Es zeigte sich, daß die Ähnlichkeiten der Hirnwellenmuster beim Musizieren signifikant zunahmen – und dies sowohl in der Vorbereitungsphase, beim Hören des Takts mittels eines Metronoms, als auch während des gemeinsamen Gitarrenspiels.

Die Synchronisation der elektrischen Hirnaktivität nahm sowohl innerhalb der einzelnen Gehirne zu als auch zwischen den Gehirnen des jeweiligen Musikerduos.

Wie erwartet, war die Synchronisation zwischen den Gehirnen über mittig gelegenen Arealen des Stirnhirns besonders hoch. Die Autoren vermuten, dass diese Areale dazu beitragen, die Handlungen der Musiker zu koordinieren. “Unsere Ergebnisse zeigen, dass Synchronisation zwischen Gehirnen der zeitlich koordinierten Aktivität zweier Menschen vorausgeht und diese begleitet”, erklärt Ulman Lindenberger.

Es wird angenommen, dass die Synchronisation der Hirnaktivität vermutlich durch das Hören des Metronomtakts und das Beobachten und Hören des Mitspielers entsteht.

In Folge-Untersuchungen soll geklärt werden, ob dieser Synchronisationsprozess darüber hinaus eine notwendige Voraussetzung für die zeitlich präzise Koordination von Handlungen mehrerer Personen darstellt.

Quelle: Max-Planck-Institut für Bildungsforschung


Der HERR kennt den Weg der Gerechten

Die heutige liturgische Lesung in der kath. Kirche: Psalm 1,1 ff.

Wohl dem Mann, der nicht dem Rat der Frevler folgt, nicht auf dem Weg der Sünder geht, nicht im Kreis der Spötter sitzt,
sondern Freude hat an der Weisung des HERRN, über seine Gebote nachsinnt bei Tag und bei Nacht.

polskawebEr ist wie ein Baum, der an Wasserbächen gepflanzt ist, der zur rechten Zeit seine Frucht bringt und dessen Blätter nicht welken. Alles, was er tut, wird ihm gelingen.

Nicht so die Frevler: Sie sind wie Spreu, die der Wind verweht.
Denn der HERR kennt den Weg der Gerechten, der Weg der Frevler aber führt in den Abgrund.

Foto: http://wobroniewiaryitradycji.wordpress.com/


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