Frankreich: Katholische Schulen leisten Widerstand gegen die Homo-“Ehe”

Die katholischen Schulen werden sich gegen die Anerkennung gleichgeschlechtlicher Ehen einsetzen. Das sagte der Generalsekretär der katholischen Bildungseinrichtungen in Frankreich, Eric de Labarre, nach Angaben der Nachrichtenagentur ansa.

Er habe einen Brief an die über 8300 katholischen Einrichtungen geschrieben, um auf dieses Thema aufmerksam zu machen. Jede Schule solle auf ihre Art und Weise ihren Widerspruch ausdrücken, so der kath. Generalsekretär.

Er kritisierte die französischen Medien, die sich seiner Meinung nach zu wenig mit dem politischen Vorhaben von Staatspräsident Francois Hollande auseinandersetzen würden. Der Sozialist plant, ein entsprechendes Gesetz einzuführen, das eine Zivilehe für gleichgeschlechtliche Paare vorsieht.

Quelle: ansa, Radio Vatikan


Bamberg: Erzbischof Schick wünscht geringere Mehrwertsteuer für Kindersachen

Erzbischof Ludwig Schick hat an die Bundesregierung appelliert, die Familien finanziell stärker zu entlasten. So sollten die derzeit „sozial unausgewogenen“ Mehrwertsteuersätze entsprechend korrigiert werden.

Es dürfe nicht sein, Hundefutter oder eine Hotelübernachtung nur mit sieben Prozent zu besteuern, während für Kinderkleidung und Windeln 19 Prozent anfielen, erklärte der Bamberger Oberhirte am heutigen Freitag in Bamberg.

Familien leisten einen unverzichtbaren Dienst für die Zukunft und sie sind eine wichtige Stütze der Gesellschaft, so Schick. In anderen europäischen Staaten sei es durchaus üblich, daß Eltern für Kinderartikel einen geringeren Steuersatz bezahlen.

Die katholische Kirche begeht am Sonntag, den 30. Dezember, das Fest der Heiligen Familie.

Quelle: Radio Vatikan


Bistum Regensburg: Eröffnung der Sternsinger-Aktion in Oberalteich unter dem Motto “Segen bringen – Segen sein”

Sternsinger 3 OberalteichAm heutigen Freitagnachmittag hat Diözesan-Administrator Dr. Wilhelm Gegenfurtner die diözesane Aktion Dreikönigssingen mit einer Andacht in der Pfarrkirche St. Peter und Paul in Oberalteich bei Bogen eröffnet.

Gut 800 Sternsinger, darunter Mädchen und Jungen aus dem gesamten Bistum Regensburg, waren zuvor in einem beeindruckenden Zug bei Gesang und Gebet von der Albertus-Schule in Oberalteich durch den Ortsteil Furth zur Pfarrkirche St. Peter und Paul gezogen, wo der Diözesanadministrator alle Teilnehmer herzlich begrüßte.  Sternsinger 1 Umzug in Furth Oberalteich

Die diesjährige Aktion steht unter dem Leitwort „Segen bringen – Segen sein“.

Träger der seit langen Jahren im Bistum Regensburg gepflegten Aktion Dreikönigssingen ist der Bund der deutschen katholischen Jugend (BDKJ), die Arbeitsstelle Weltkirche und das Ministrantenreferat im Bischöflichen Ordinariat.

Auf Bundesebene sind die Träger der Aktion der BDKJ zusammen mit dem Kindermissionswerk, das seinen Sitz in Aachen hat.

In den kommenden Tagen werden allein im Bistum Regensburg tausende junger Menschen als Sternsinger den Bewohnern in Dörfern und Städten den Segen Gottes bringen.

Als Beispielland dient für die jungen Menschen heuer das ostafrikanische Tansania. Die Gelder, die die Sternsinger sammeln, werden weltweit für Projekte der Gesundheitsfürsorge eingesetzt. Sternsinger 2 Umzug in Oberalteich

Zu Beginn der Andacht drückte Pater KilianSaum seine Freude darüber aus, daß die diözesanweite Eröffnung der Aktion in Oberalteich stattfindet.

Prälat Dr. Gegenfurtner dankte allen Sternsingern für ihr Engagement: „Vergelt´s Gott für Euren Dienst und dafür, dass Ihr so toll angezogen und geschmückt seid.“  –  Nach der Andacht in der Kirche gab es Tee und Brezeln in der Schule.

Quelle (Text/Fotos): Bischöfliches Presseamt Regensburg


Wir haben hier keine bleibende Stätte!

Von Gerhard A. Schäfer

Als Wanderer durch die Zeiten stehen wir wieder einmal an der Schwelle eines neuen Jahres. Was wird es uns bringen?

Denen, die bewusst mit Gott leben, macht die Ungewissheit nicht besorgt. Sie wissen sich in Gottes Hand geborgen, von ihm geführt, bewahrt und errettet. Sie halten ihren Blick auf das Ziel gerichtet, unterwegs zur himmlischen Herrlichkeit, bereitet von Jesus für seine Leute.

Bedrückend jedoch ist ungewisse Zukunft für die, die ohne Gott durchs Leben gehen, ziellos, hoffnungslos, rettungslos, eben gottlos; ihnen gilt die Einladung des Christkindes: Kommt zu mir, ich will euer Heiland sein! Glücklich ist, wer darauf reagiert und Jesus in sein Leben einlädt.

Nach den Märchen der vergangenen Tage sollte diese Botschaft alle erfreuen, die traurig von den Heiligabendgottesdiensten nach Hause gingen, enttäuscht von den geist- und kraftlosen Predigten, wenn’s denn eine gab!

Jesus, der Gekreuzigte und Auferstandene, ist der einzige Retter der Menschheit, nicht nur das Krippenkind. Dort nahm sein Weg den Anfang, der Ostern seine Vollendung fand.

Möge ER uns durch dieses Jahr geleiten, auf das Ziel im Sinne der Jahreslosung zu:

Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir (Hebr 13,14).



Wirre Weihnachts-Weisheiten von der “Gospa” zu Medjugorje

Zu den “Sehern” von Medjugorje  –  einem kirchlich  nicht anerkannten Erscheinungsort  –  gehört Jakov Colo. Der Knabe war erst zehn Jahre alt, als ihm und den anderen jugendlichen Visionären im Sommer 1981 zum ersten Mal die “Gospa” erschienen sein soll, wie die Madonna dort in Bosnien-Herzegowina genannt wird. 

Jakov ist mittlerweile seit langem verheiratet und hat drei Kinder; zugleich leitet er eine Kinder-Gebetsgruppe in der Pfarrgemeinde Medjugorje. media-374336-2

Am 12. September 1998 endeten die täglichen (!) Marienvisionen bei Jakov. Seitdem erscheint ihm die Gospa nur noch einmal jährlich am Weihnachtsfest.

Hier folgt nun die aktuelle “Jahresbotschaft” an Jakov vom 25. Dezember 2012:

„Liebe Kinder, schenkt mir euer Leben und übergebt euch mir vollkommen, damit ich euch helfen kann, meine mütterliche Liebe und die Liebe meines Sohnes zu euch zu begreifen.

Meine Kinder, ich liebe euch unermesslich, auch heute auf besondere Weise am Tag der Geburt meines Sohnes, möchte ich jeden von euch in meinem Herzen aufnehmen und eure Leben meinem Sohn schenken.

Meine Kinder, Jesus liebt euch und gibt euch die Gnade, in Seiner Barmherzigkeit zu leben, aber viele eurer Herzen sind von der Sünde ergriffen und ihr lebt in der Finsternis.

Deshalb, meine lieben Kinder, wartet nicht, sagt nein zur Sünde, eure Herzen aber übergebt meinem Sohn, denn nur so könnt ihr die Barmherzigkeit Gottes leben und euch mit Jesus in euren Herzen auf den Weg des Heils aufmachen.“

Abgesehen von der üblichen “frommen” Platte, die hier zum x-ten Male abgespult wird, fällt wieder einmal folgende Merkwürdigkeit auf:

Nun erscheint seit über 30 Jahren die himmlische Mutter angeblich in Medjugorje, teils täglich, teils monatlich, teils jährlich, teils zu den Geburtstagen der “lieben Kinder”  –  je nach Laune der “Gospa” und den Lebensumständen der Seher.

Doch die sogenannten “lieben Kinder” leben immer noch “in der Finsternis” und sie sind “von der Sünde ergriffen”. Da fragt man sich schon ein wenig nach dem Sinn der mittlerweile insgesamt über 40.000 Marienerscheinungen zu Medjugorje….


28. Dezember – Gedenktag der Unschuldigen Kinder (ermordet in Bethlehem)

Kindermord damals und heute

Sag mir, wo die Kinder sind, wo sind sie geblieben?

Unbarmherzig wurden sie in den Tod getrieben.

Mütterseelen leiden Not, haben abgetrieben,

gaben ihrem Kind den Tod, wollten es nicht lieben.

Baby (2)

Aber unauslöschlich leben ewig diese Kleinen.

Werden sich mit uns erheben, zum Gericht erscheinen.

ER hat Dein und meine Würde stets geliebt auf Erden. 

Darum drängte GOTTES SOHN, selbst ein Kind zu werden.

Pfr. Winfried Pietrek


Erfahrungsbericht: “Warum ich als Christ nicht mehr homosexuell leben wollte”

Fliehe die Begierden der Jugend! Jage aber nach der Gerechtigkeit, dem Glauben, der Liebe, dem Frieden mit allen, die den HERRN anrufen aus reinem Herzen (2. Tim 2, 22 f.).

Du aber bleibe bei dem, was du gelernt hast und was dir anvertraut ist, du weißt ja, von wem du gelernt hast, und daß du von Kind auf die Heilige Schrift kennst, die dich unterweisen kann zur Seligkeit durch den Glauben an Christus (2.Tim 3, 14).

Persönliche Vorbemerkung:

Als Jugendlicher entdeckte ich bei mir starke homosexuelle Gefühle. Sie nahmen dermaßen zu, auch verstärkt durch negative Erfahrungen, daß ich meinte, gar nicht anders zu können, als sie zur Leitlinie meines Handelns zu erklären.

Es war mir einfach nicht vorstellbar, daß ich dagegen ankämpfen könnte oder daß es einen anderen Lebensweg für mich geben könnte, als meine Neigungen auszuleben. Die Intensität dieser Gefühle dominierte mich vollständig.   

Auf der anderen Seite wollte ich als bewußter Christ und in meiner Lebensgestaltung den Willen Gottes an die erste Stelle setzen. Ich wußte durch meine Beschäftigung mit der Bibel, daß die Aussagen zur ausgelebten Homosexualität durchgängig negativ waren. Obwohl mir das auf den ersten Blick nicht paßte, wollte ich nicht einfach darüber hinweggehen. media-358103-2

So begann ich, sowohl intellektuell als auch gefühlsmäßig nach einer Lösung des Konfliktes zu suchen, in dem ich mich befand.

Im Lauf der Jahre haben sich bei mir Grundüberzeugungen gebildet, die für mich lebensprägend geworden sind und die ich hier weitergeben möchte.

Ich tue dies anonym, weil ich die Angriffe, Verleumdungen und Belästigungen, die von manchen Vertretern der homosexuellen Lobbygruppen, seien sie nun innerhalb oder außerhalb der Kirche, schon am eigenen Leib erfahren habe und mich davor schützen möchte.

Dabei will ich gleichzeitig betonen, daß ich jeden Anders­denkenden und Anderslebenden respektiere, mich nicht als Richter über ihn oder sie aufspiele, und daß ich nach wie vor Freunde habe, die bewußt homosexuell leben. Genauso wie ich ihre Lebensentscheidung akzeptiere, akzeptieren auch sie meine Entscheidung gegen einen homosexuellen Lebensweg.

Durch diese echte Toleranz sind Begegnung und Gespräch, ja sogar Freundschaft auch über die unterschiedlichen Grundüberzeugungen hinweg möglich. Darüber freue ich mich.

Da ich aber erfahren habe, daß nicht jeder zu dieser Differenzierung bereit oder in der Lage ist, schreibe ich diese Zeilen ohne Namensnennung. Sie entsprechen meiner Auffassung und sind deshalb bewußt betitelt: „Warum ich als Christ nicht homosexuell leben kann“:

1. Ich nehme die gemeinsame Tradition der gesamten christlichen Kirche ernst. Als Christ bin ich Teil einer die Zeiten und Länder übergreifenden Gemeinschaft. Nicht ich erfinde den christlichen Glauben neu, sondern ich steige ein in eine Glaubens- und  Lebensgeschichte der weltweiten Kirche.

Von Anfang an stand christliche Existenz im Widerspruch zu herrschenden Auffassungen und Gewohnheiten. In der Auseinandersetzung mit der römisch-hellenistischen Kultur sahen sich Christen in der bewußten Nachfolge Jesu gerufen, anders zu leben als ihre Umwelt. Sie nahmen die gemeinsame Überzeugung der Urkirche auf und führten sie weiter, nicht nur in Fragen des Glaubens, sondern auch gerade in Fragen der Lebensgestaltung. Für sie gab es keine Trennung zwischen Glauben und Leben. Leben in der Nachfolge Christi war etwas Ganzheitliches, Eindeutiges, Erkennbares.

Schon die frühchristliche Schrift „Didache“ oder „Zwölfapostellehre“ nahm an der Wende vom 1. zum 2. Jahrhundert n. Chr. eindeutig Stellung: „Das zweite Gebot der Lehre: Du sollst nicht töten. Du sollst nicht ehebrechen. Du sollst nicht Knaben schänden. Du sollst nicht Zauberei treiben. Du sollst nicht das Kind im Mutterschoß töten und nicht das Neugeborene umbringen.“

Auch Polykarp, Bischof von Smyrna, der im Jahre 155/156 als Märtyrer starb, schrieb: bischof

„Desgleichen müssen auch die jungen Männer in allen Stücken untadelig leben, vor allem auf Keuschheit bedacht sein und sich im Zaum halten vor allem Bösen. Denn es ist gut, sich zurückzuhalten von den Begierden der Welt, weil jede Begierde gegen den Geist kämpft, und weder Hurer, noch Weichlinge, noch die beim Manne liegen, das Reich Gottes erben werden, noch überhaupt, die das Unstatthafte tun. Daher ist es notwendig, sich von alledem fernzuhalten.“  

Gelebte Homosexualität war nach der Glaubensüberzeugung der Christen aller Jahrhunderte gegen den geoffenbarten Willen Gottes. Diese Überzeugung war bis vor kurzem gemeinsamer ökumenischer Konsens.

Erst in der Folge der sogenannten sexuellen Revolution hat sich vor allem in manchen protestantischen Kirchen des Westens eine Umwertung von Lebensstilfragen ausgebreitet. Diese Entwicklung stößt in den orthodoxen und orientalischen Kirchen ebenso auf Befremden und Unverständnis wie in den lebendigen jungen Kirchen Afrikas und Asiens. Auch die römisch-katholische Kirche kann sich dieser Neubewertung nicht anschließen.

Die westlichen protestantischen Kirchen, die sich die Neubewertung oder sogar Propagierung (z.B. durch Synodenbeschlüsse zur Segnung) sogenannter „alternativer Lebensformen“ zu eigen gemacht haben, kommen in ein ökumenisches Abseits, obwohl sie sicher im Trend des nachchristlichen geistigen Klimas der westlichen Welt liegen und damit ihre „politische Korrektheit“ diesen Kräften gegenüber beweisen.

Überzeugen kann mich das alles aber nicht, da ich keine geistige oder geistliche Grundlage erkennen kann, die mir zeigt, daß die gesamte Weltkirche bislang in einer falschen Bewertung gefangen gewesen sein soll.

2. Ich bin als evangelischer Christ in meinem Gewissen an die Heilige Schrift gebunden. polskaweb

Das kann mir niemand abnehmen. Es ist nicht gut und ratsam, etwas gegen das Gewissen zu tun, hat schon Martin Luther gesagt. Als evangelischer Christ ist für mich das Zeugnis der Heiligen Schrift bindend, auch in Fragen der Ehe und Sexualität.

Es ist deutlich, daß Gott den Menschen in der Zuordnung und gegenseitigen Ergänzung von Mann und Frau geschaffen hat. Diese Grundordnung der Ehe sollen wir nicht brechen, wie schon in den Zehn Geboten ausgesagt ist. Die biblischen Abschnitte, die über ausgeübte Sexualität zwischen Gleichgeschlechtlichen sprechen (3. Mose 18, 22; 3. Mose 20, 13; 1. Kor 6, 9-11; Römer 1, 18ff, 1;  1. Tim 1, 10 und andere), sind alle warnend und ablehnend.

Ich habe in all meinem Nachforschen keine überzeugenden theologischen Argumente gefunden, die das Gewicht des biblischen Zeugnisses abändern könnten. Als Christ nehme ich die Bibel ganz ernst, also auch dort, wo es mir nicht leicht fällt.

 “Ich bin als Mensch mehr als die Summe meiner Gefühle”

3. Ich glaube nicht an den Mythos, daß ein Mensch alles, was er fühlt, auch ausleben muß bzw. daß Gefühle unabänderlich sind.

Ich bin als Mensch mehr als die Summe meiner Gefühle. Meine Gefühle, unbewertet und ungelenkt, führen mich häufig in eine destruktive Richtung. Die Total-Psychologisierung des Lebens ist eine Sackgasse. Emotionen sind beeinflußbar, z.B. durch verhaltenstherapeutische Maßnahmen.

Auch homosexuelle Gefühle sind kein von oben verhängtes Schicksal, sondern das Ergebnis bestimmter Ereignisse in der persönlichen psychosexuellen Entwicklung. Die wissenschaftliche Literatur belegt unzählige Beispiele von gefühlsmäßiger Veränderung bei homosexuell empfindenden Männern und Frauen. Diese Tatsachen kann und will ich nicht verdrängen, sondern wahrnehmen und ernstnehmen.

4. Ich habe entdeckt, daß homosexuelle Impulse aus unreifen inneren Haltungen und ungelösten Identitätskonflikten herrühren und aufgelöst werden können.

Bei der Durcharbeitung hilfreicher Literatur und der analytischen Aufarbeitung meiner Lebensgeschichte habe ich die Gründe für meine auf Mitglieder des gleichen Geschlechts gerichteten emotionalen Wünsche erkennen und durchleuchten gelernt. Dabei ist mir deutlich geworden, daß die homosexuellen Impulse der Ausdruck tieferliegender ungelöster Konflikte bzw.

Identitätsverunsicherungen sind, die ich nicht durch „schnellen Sex“ überdecken kann und will. Umgekehrt habe ich eine Verminderung und Abnahme der Intensität homosexueller Wünsche erfahren, als ich mich den tieferliegenden unreifen Gefühlshaltungen und Identitätskonflikten stellen konnte. Ich habe als Ergebnis dieser Wahrnehmung einen für mich wichtigen Entschluß gefaßt:

Ich möchte als Mensch nicht auf einer unreiferen Stufe stehenbleiben, sondern in die Ganzheitlichkeit der männlichen Identität in ergänzendem Gegenüber zu einer Frau hineinwachsen. Dieser Weg der Veränderung hat mich in eine erfüllende Ehe hineingeführt. 

Bild: Evita Gründler

Bild: Evita Gründler

5. Ich weiß, daß  –  entgegen mancher öffentlichen Darstellung  –  die Wirklichkeit der homosexuellen Lebensweise von Promiskuität geprägt ist.

Zahllose soziologische und sexualwissenschaftliche Studien belegen, was jeder B­etrachter der homosexuellen Szene unschwer wahrnehmen kann, wenn er nicht die Augen davor verschließen will: die homosexuelle Lebensweise, besonders bei Männern, ist extrem promisk. Die Suche nach immer neuen Partnern und flüchtigen sexuellen Begegnungen sind notwendiger Ausdruck der inneren Suche des homosexuell empfindenden Mannes.

Mir ist bei meiner eigenen Suche nach Veränderung deutlich geworden, daß dies ein fast zwangsläufiger Tatbestand ist, der die Lebenswirklichkeit der Mehrheit der homosexuell Lebenden kennzeichnet: Der homosexuelle Impuls ist ein ich-gerichteter Impuls, der teilweise zwanghafte Züge hat und auch häufiger als meist zugegeben zu Zwanghaftigkeiten, z.B. sexsüchtigem Verhalten, führt.

Diese selbstbezogene Emotionalität ist letztlich der Versuch der Lösung innerer Konflikte durch die ausgelebte Sexualität. Ich habe den Sog homosexueller Praktiken, die in vielen Fällen nach immer intensiveren oder extremeren „Kicks“ verlangen, erkannt und nehme das lebensverengende Suchtpotential ernst, das in der homosexuellen Lebenspraxis vorhanden ist.

6. Ich habe das Potential tiefer, nicht-sexueller Freundschaften zu Männern entdeckt, die nicht emotional abhängig machen, sondern aufbauen.

Was ich in homosexuellen Phantasien und Beziehungen gesucht, aber nicht gefunden habe, nämlich die tiefe, echte Freundschaft, habe ich in nicht-sexuellen Freundschaften mit Männern erleben können  –  jenseits aller emotionalen Spielchen und Abhängigkeiten. Sie bereichern mein Leben so, wie es die gesuchte sexuelle Verschmelzung mit homosexuellen Partnern nicht konnte. Dabei entdecke ich, daß ich in meiner männlichen Identität gestärkt werde und auch meinerseits andere in ihrer Identität bestätigen kann.

Diese Freundschaften sind nicht exklusiv oder einengend und machen weder süchtig noch abhängig; sie sind von Freiheit, Respekt, Wärme und Brüderlichkeit gekennzeichnet. Sie setzen ein ungeheures Potential frei, weil sie nach vorn gerichtet und zu anderen hin offen sind.Boppard-Severus-DSC_0357-2-2

7. Ich habe als oberstes Ziel meines Lebens erkannt, Christus zu lieben und in sein Bild umgewandelt zu werden.  Die Berufung, als Christ zu leben, umfaßt mein ganzes Leben. Ich will ein Nachfolger von Jesus sein und ihn immer mehr erkennen: Ihn will ich erkennen und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft mit seinem Leiden (vgl. Phil 3, 10). 

Jesus Christus ist für mich als Christ Anfang, Mitte und Ziel meines Lebens. Er soll mir in seiner erbarmenden Liebe, Reinheit, Wahrhaftigkeit, Schönheit und Selbstlosigkeit vor Augen stehen. Dabei werde ich selbst verändert: Wir alle sehen mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn und werden verwandelt in sein Bild (vgl. 2. Kor 3, 18).

Dieser Weg der Identifizierung mit Christus führt uns in unsere wahre Identität hinein. Das Leben wird, wenn auch hier nur stückweise, heil und hell. Diese Erfahrung ist für mich die Grundlage für alles andere.

Das Geschenk dieses Lebens ist, daß ich ein Segen für andere sein kann, daß mein Leben fruchtbar wird und Frucht bringen darf durch die Verbindung mit Jesus Christus (vgl. Joh 15, 1ff).

Sieben Gründe, anders zu leben. Was ich aufgegeben habe, ist nichts im Vergleich zu dem, was ich gewonnen habe. Was zuerst wie ein Opfer erschien, ist zu einer Quelle des Segens geworden.   

Quelle: Zeitschrift “Salzkorn” Nr. 2/2005, Ausgabe: ” Bei deinem Namen gerufen. Unterwegs zu Identität und Berufung”, S. 114-117, herausgegeben von der OJC (Offensive Junger Christen), einer evangelikal-ökumenischen Kommunität.


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