Risiko Kita: Kinderkrippen dienen nicht dem Wohlbefinden der Kinder

„Kinder, die in den ersten sieben Lebensjahren außerfamiliär in Gruppen betreut wurden, weisen mehr Problemverhalten auf“, faßt Dr. Margit Averdijk von der ETH Zürich die wissenschaftlichen Befunde über den Zusammenhang zwischen Quantität, Art und Dauer  von externer Kinderbetreuung und Problemverhalten zusammen. SDC12139

Die Untersuchung basiere auf  Daten der langjährigen Zürcher Studie zur sozialen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen  (Z-Proso), berichtet der Verein „Verantwortung für die Familie“.

Die Risikofaktoren außerfamiliärer Betreuung äußerten sich besonders deutlich in sozialen Defiziten wie Aggression, dem Hyperaktivitäts-Syndrom ADHS, in Lügen und Stehlen, Angst bis hin zur Depression.

Auch Prof. Dr. Jay Belsky von der University of California in Davis (USA) beobachtete in einer groß angelegten, inzwischen 15 Jahre andauernden Langzeitstudie an 1300 Kindern vermehrte Aggressivität, unangepaßtes Risikoverhalten und soziale Auffälligkeiten.

Prof. Belsky vermutet zudem, dass frühere problematische Verhaltensmuster mit dem Eintritt in die Pubertät wieder aktiviert werden und einen Einfluß auf das Risikoverhalten und die Impulsivität haben.

„Es ist nicht länger haltbar, dass Entwicklungswissenschafter und Krippenverfechter die Auffassung verleugnen, dass frühe und extensive Krippenbetreuung, wie sie in vielen Gemeinden verfügbar ist, ein Risiko für kleine Kinder und vielleicht die ganze Gesellschaft darstellt,“ so Prof. Belsky.

Die sozialen Auffälligkeiten der Krippenkinder werden erklärt durch deren meßbar höheren Streßpegel als bei Kindern, die zu Hause betreut werden.

„Bei Kindern in der Krippe steigt dieser Wert im Lauf des Tages noch höher an“, berichtet Dr. Carola Bindt, Kinder- und Jugendpsychiaterin an der Hamburger Universitätsklinik Eppendorf (UKE). Diese Kinder sind aggressiver, impulsiver, kommen schlechter mit Belastung zurecht und können sich schlechter sozial integrieren.

Der renommierte Familientherapeut und Gründer von Familylab International, Jesper Juul, resümiert: „Kinderkrippen sind nicht für das Wohlbefinden der Kinder geschaffen worden“.

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Wissenschaftliche Quellen:

Averdijk ,M., Besemer, S., Eisner, M., Bijleveld,C., Ribeaud, D.: The relationship between quantity, type, and timing of external childcare and child problem behavior in Switzerland. European Journal of Developmental Psychology 2011, 8 (6), 637–660.

Belsky,J., Vandell,D.L., Burchinal,M., Clarke-Stewart,K.A., McCartney,K., Tresch Owen,M.: Are There Long-Term Effects of Early Child Care? Child Development, Volume 78, Issue 2: 681-701, 2007.

Nachricht aus: ZENIT.org


Zur Studie des IFO-Instituts: Ist Wahlfreiheit für Mütter etwa schädlich?

Leiden Mütter unter Wahlfreiheit?   -  Zu diesem Schluss müsste kommen, wer jüngste Medienberichte über eine Studie des IFO-Instituts ernst nähme. Die Studie, so heißt es, „warne“ vor einem höheren Kindergeld. Mütter seien die „Leidtragenden“ von höherem Kindergeld und Betreuungsgeld.

Der Grund für dieses Leid sollen „negative Beschäftigungseffekte“ sein, also dass diese Leistungen von monatlich ca. 100 bis 200 € Mütter davon abhielten, erwerbstätig zu sein. Vor der vermeintlichen „Verführung“ durch Familientransfers sollten Frauen geschützt werden, indem man diese Leistungen kürzt (1).  prolife-usa

Das ist das Credo einer Koalition von Arbeitsmarkt- und Gleichstellungspolitikern; es wird nun angeblich durch den Forschungsbericht des IFO-Instituts bestätigt.

Vom Betreuungsgeld ist in dem Bericht aber gar nicht die Rede. Er prognostiziert auch nicht die Folgen etwaiger Kindergelderhöhungen, geschweige dass er vor ihnen warnt.

Er untersucht lediglich die Kindergeldreform von 1996 auf deren Auswirkungen auf die Erwerbstätigkeit von Frauen und ihre Geburtenneigung, die Einkommenssituation und die „soziale Teilhabe“ von Familien. Die IFO-Forscher betrachten diese Reform als ein „natürliches Experiment“, um kausale Effekte des höheren Kindergeldes auf das Verhalten der Mütter finden zu können (2).

In ähnlicher Weise haben die Forscher auch versucht, die „Effekte“ der Kinderbetreuung zu berechnen (3). Trotz oder gerade wegen der komplizierten Analysen sind die Ergebnisse nicht immer eindeutig, oft zeigen sich gar keine Zusammenhänge (4).

Besonders für die „soziale Teilhabe“ kann das nicht überraschen: Wer würde schon erwarten, dass mehr Betreuungsplätze oder mehr Kindergeld das „ehrenamtliche Engagement“ von Eltern fördern?

Auch das Geburtenverhalten lässt sich durch solche Einzelmaßnahmen kaum beeinflussen. Das betonen Bevölkerungsforscher immer wieder, wenn es um das 2007 eingeführte Elterngeld geht, das keine messbaren „Wirkungen“ auf die Geburtenrate hatte. Nennenswerte „Effekte“ finden die IFO-Forscher folgerichtig nur für die Erwerbstätigkeit und das Einkommen.

Wie zu erwarten begünstigen Betreuungsplätze die Erwerbstätigkeit von Müttern. Genau dies ist auch das Ziel des flächendeckenden Betreuungsausbaus, während von einer Kindergelderhöhung nie jemand dergleichen erwartete. Ziel des Kindergelds war es immer, Eltern die Unterhaltslasten für  Kinder zu erleichtern, um so die Wohlstandsnachteile gegenüber Kinderlosen zu verringern.

Diese Philosophie des „Familienlastenausgleichs“ setzte als  zentrale Prämisse voraus, dass Kindererziehung nicht bloß ein „Hobby“ der Eltern ist, sondern eine Leistung, die auch der Allgemeinheit zugute kommt (5).

So sah es auch das Bundesverfassungsgericht, das den Gesetzgeber aufforderte, zu berücksichtigen, dass Eltern ihren Kindern nicht nur Unterhalt, sondern auch Fürsorge und Zuwendung schuldeten. Dementsprechend habe der Staat dafür zu sorgen, „dass es Eltern gleichermaßen möglich ist, teilweise und zeitweise auf eine eigene Erwerbstätigkeit zugunsten der persönlichen Betreuung ihrer Kinder zu verzichten wie auch Familientätigkeit und Erwerbstätigkeit miteinander zu verbinden” (6).

Wahlfreiheit in der Kinderbetreuung lautete also der Auftrag der Verfassungsrichter.

Im Blick auf die Wahlmöglichkeiten von Eltern kommen die IFO-Studie zu einem überraschend positiven Resultat:  Die Kindergelderhöhung, so heißt  es, „verschaffte den Familien und hier vor allem den Müttern zusätzliche Freiräume“ (7). Das Resultat der erweiterten Wahlmöglichkeiten war, dass Mütter ihre Erwerbstätigkeit verringerten und statt in Vollzeit häufiger in Teilzeit arbeiteten (8).

Statt für ein höheres Einkommen entschieden sich diese Mütter dafür, mehr Zeit mit ihren Kindern zu verbringen (9). Solche Entscheidungen missfallen Zeitgeistmedien, die mit Inbrunst das Ideal der vollzeitberufstätigen Mutter propagieren.

In ihrem Weltbild ist weder Platz für die Wahlfreiheit von Eltern noch für die Bedürfnisse von Kindern, die nicht nur „satt, sauber, beschäftigt“ sein müssen, sondern Zeit und Zuwendung ihrer Eltern brauchen (10).


(1)   Der Autor paraphrasiert hier den Beitrag: „Ifo-Experten warnen vor höherem Kindergeld“ im Handelsblatt vom 29.4.2013 – siehe hier.
(2)   Vgl. Helmut Rainer et. al: Kindergeld – im Auftrag der Geschäftsstelle Gesamtevaluation der ehe- und familienbezogenen Leistungen in Deutschland, München 2013, S. 42 ff.
(3)   Helmut Rainer: Kinderbetreuung – im Auftrag der Geschäftsstelle Gesamtevaluation der ehe- und familienbezogenen Leistungen in Deutschland, München 2013, S. 26 ff.
(4)   Exemplarisch dafür: Ebd., S. 131-132; Helmut Rainer et. al: Kindergeld, a.a.O., S. 133.
(5)   Im Zuge des Paradigmenwechsels hin zur sog. „nachhaltigen“ Familienpolitik ist der „Familienlastenausgleich“ vergessen bzw. verdrängt worden. In jüngster Zeit scheint das Bundesfamilienministerium dieses Ziel wieder stärker zu beachten, was aber zumindest bisher in den Medien nicht „durchdringt“. Näheres siehe hier.
(6)   BVerfGE 99, 216 – 2 BvR 1057/91 vom 10.11.1998. Zusammenfassend zu den „Familienurteilen” des Bundesverfassungsgerichts: Deutscher Familienverband: Verfassungstreue bei der Anerkennung von Familienleistungen – Informationen zum Jahresschwerpunktthema 2006, Berlin 2006.
(7)   Helmut Rainer et. al: Kindergeld, a.a.O., S. 148.
(8)   Ebd., S. 61-62.
(9)   Vgl. ebd., S. 126-127.
(10) Dass die Zuwendung mit der Lebensform der Eltern und ihrer Aufteilung von Berufs- und Erwerbsarbeit zu tun hat, zeigten zum Beispiel die Antworten von Kindern in der „World-Vision-Studie“ 2007. Siehe hierzu: „Zeit für Kinder – Erwerbsleben und Familie“ (Abbildung unten).
 
Quelle: http://www.i-daf.org/

Wie das Rote Kreuz seine Kindertagesstätten zu füllen gedenkt

Von Birgit Kelle

Ein Rechtsanspruch für einen Betreuungsplatz für Ein- bis Dreijährige ist nur etwas für Anfänger. Profis fordern den Rechtsanspruch für bis zu 12-jährige Kinder  -  und toll, wenn man damit auch noch Geld verdienen kann.

Birgit Kelle

Birgit Kelle

Dieser bahnbrechende Vorschlag kommt vom Präsidenten des Deutschen Roten Kreuzes, Rudolf Seiters. Man fragt sich ja, was hat das DRK mit der Sache zu tun?  -  Klar wird es, wenn man weiß, dass das Rote Kreuz auch Kindergärten betreibt. Bundesweit sind es rund 1300 Kindertagesstätten mit rund 93.000 Kindern. Da geht doch noch was auf der Skala nach oben!

Und falls Sie zu denjenigen gehören, die das Deutsche Rote Kreuz mit Spenden unterstützen, sollten Sie unbedingt lesen, welch Geistes Kind man dort in Sachen Kinder und Familie ist – dem ein oder anderen wird der Spenden-Stift vielleicht abbrechen. Seiters fordert, mehr Plätze auszubauen, einen Rechtsanspruch auf ganztätige Betreuung von Kindern, bis diese 12 Jahre alt sind und natürlich: Kein Betreuungsgeld.

Und er hat auch gleich vorgerechnet, wie günstig das ist: Zwar koste das den Staat zunächst rund 2,4 Milliarden Euro jährlich. Aber dadurch, dass Alleinerziehende und andere Mütter mehr erwerbstätig sind, können Transferleistungen in Höhe von 441 Millionen Euro pro Jahr eingespart werden und jährlich 1,4 Milliarden Euro an Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen zusätzlich eingenommen werden.

Die Alleinerziehenden und die Mütter würden also die Kosten, die die Betreuung ihrer Kinder versursachen, selbst erwirtschaften und ganz nebenbei die Kindertagesstätten von Herrn Seiters ständig gefüllt halten.

Ja großartig, finden Sie nicht? Damit wären endlich alle Eltern Vollzeit von zu Hause weg und die Kinder auch.

Lesen Sie dazu den Beitrag in der Neuen Osnabrücker Zeitung.

Birgit Kelle
Vorsitzende von Frau 2000plus e.V.
Kontakt: birgit.kelle@frau2000plus.net
Web: www.frau2000plus.net

Experte warnt vor gesundheitsschädlicher Krippenerziehung für Kleinkinder

Vor den negativen Folgen der Krippenbetreuung für unter Dreijährige hat der Kinder- und Jugendarzt Rainer Böhm gewarnt. Der am Sozialpädiatrischen Zentrum Bielefeld-Bethel tätige Mediziner ist seit 2012 Sachverständiger beim Familienausschuss des Deutschen Bundestages.

„Die kindlichen Stresshormonpegel in Krippen sind gesundheitsschädlich. Sie bedrohen die hochempfindlichen Nervenzellen des sich entwickelnden Gehirns“, schreibt der Arzt in einem Beitrag für die Internetseite „A.T. Kearney361grad“. (Die A.T. Kearney GmbH ist eine Unternehmensberatung, die sich auch um Fragen der Familie kümmert.) DorisBub

Böhm zufolge schädigen übermäßige Stressbelastungen in früher Kindheit insbesondere das soziale Gehirn: „Sie erklären den eindeutigen Zusammenhang zwischen der Dauer von Krippenbetreuung und aggressivem, hyperaktivem und ängstlich-depressivem Verhalten, der bei großen und sorgfältig konzipierten Studien, zum Beispiel in den USA oder in der Schweiz, gefunden wurde.“

Nach Ansicht des Sachverständigen leistet sich Deutschland mit dem forcierten Krippenausbau „ein teures, überholtes und kindeswohlgefährdendes Betreuungsmodell“. Wesentlich wirkungsvoller und vor allem gesundheitsverträglicher wäre es laut Böhm, „konsequent in die Förderung junger Familien mit kleinen Kindern zu investieren“.

Betreuungsgeld: Schritt in die richtige Richtung

Er bezeichnete das vom Deutschen Bundestag beschlossene Betreuungsgeld als einen ersten, „wenn auch deutlich unterdimensionierten Schritt in die richtige Richtung“.

Ab dem 1. August erhalten Eltern, die für ihr Kind im zweiten und dritten Lebensjahr keinen Kitaplatz oder keine staatlich bezahlte Tagesmutter in Anspruch nehmen, monatlich ein Betreuungsgeld von 100 Euro. Ab 2014 werden 150 Euro pro Monat gezahlt.

Nach Ansicht Böhms ist darüber hinaus ein gerechter Familienleistungsausgleich überfällig, „der jungen Eltern den  –   ihnen bisher in verfassungswidriger Weise vorenthaltenen   -  Finanzspielraum in der Familiengründungsphase eröffnet“. 

Sein Vorschlag: 18 Monate Erziehungszeit für die Mutter, gefolgt von 18 Monaten für den Vater, mit finanzieller Absicherung, Wiedereinstiegsgarantie in den Beruf und Rentenanwartschaften für beide. „Das wäre ein gleichstellungskonformes und kindeswohlgerechtes Modell, für das es sich zu streiten lohnt“, so Böhm.

Quelle: http://www.idea.de


OFFENER BRIEF an Katja Dörner, Grünen-Sprecherin für Familienpolitik: “Ein Kleinkind braucht Verläßlichkeit, Sicherheit und Geborgenheit”

Von Almut Rosebrock

Sehr geehrte Frau Dörner!                                           
Auf Ihre Presseerklärungen zum Betreuungsgeld möchte ich gerne antworten: Sie wollen Millionen dafür ausgeben, dass ein- und zweijährige Zwerge fernab von ihrer Mama “gefördert” und “gebildet” werden.

Wie sind Sie selbst aufgewachsen? Finden Sie es wirklich erstrebenswert, diese kleinen, zarten Wickelkinder, die gerade Laufen und Sprechen lernen, in Gruppen von “Professionellen” betreuen zu lassen, damit die Mütter endlich wieder “was Richtiges” arbeiten können?  

Almut Rosebrock

Almut Rosebrock

Ich hätte meine Zwerge (die inzwischen 11 und 13 Jahre sind) in dem zarten Alter  n i e  abgegeben!  Ab 2,5 oder 3 Jahren (die Kinder reagieren auch hier unterschiedlich!) sind sie dann von sich aus in der Lage und bereit, eine Weile ohne die vertraute Bezugsperson zu bleiben und den “Schutzraum Familie” zu verlassen.

Freiwillig! Nicht gezwungen!

Zählt für Sie die Freiheit der persönlichen Entscheidung von Eltern (und auch den Kindern) nichts? -  Müssen Frauen dafür, dass sie von Ihnen als “vollwertige Menschen” anerkannt werden, in Erwerbsarbeit stehen? Wollen Sie Menschen zu ihrem “Glück” zwingen?

Ich finde das eine sehr einseitige Sicht der Dinge – denn liebevoll, qualitätsbewusst und individuell für seine eigenen Kinder verantwortlich da zu sein, ist Arbeit und eine große Herausforderung – die leider gesellschaftlich  -  auch unter Ihrer Führung  -  keinerlei Achtung mehr erfährt. 

Bei der Geburt hat ein Baby ca. 30 % der Gehirnzellen  –  mit dem 3. Geburtstag sind es ca. 90%!
Es liegen wahnsinnig komplexe Wachstums-, Vernetzungs-  und Entwicklungsvorgänge in diesen ersten 3 Jahren – die aber auch äußerst anfällig auf Störung reagieren! Ein Kleinstkind muss ja erstmal zu seinem eigenen “ICH” finden, seinen “Platz” in der Welt finden und einnehmen.

Dafür braucht es Verlässlichkeit, Sicherheit und Geborgenheit. Menschen, die es von Herzen lieben -  und als SCHATZ genauso annehmen, wie es ist, auch wenn die Windel schon wieder vollgekackt ist, auch wenn es gar nicht in unser “System” von Normalität passen will, ständig schreit, sich nicht von der MAMA lösen will, gerne “trödelt” und  -  in geborgener Umgebung -  auf eigene Faust die kleine Welt um es Schritt für Schritt erkunden will  – und schon wieder hinfällt. Aber MAMA ist ja da (die es von der Zeugung an “kennt”!)

Die Geborgenheit, die Liebe (in vielfältigen Signalen im Streicheln, Reden, Trösten, Füttern, alltäglichen Miteinander), das lebendige Miteinander, ob vor der Waschmaschine, beim Türmchenbauen, beim “Ausräumen” der Tupper-Schublade in der Küche, beim mühsamen Einschlafen oder Aufwachen, beim Kuscheln, beim Trösten nach Hinfallen oder bei “Bauchweh”, etc., beim gemeinsamen Lachen, Spazierengehen, Wegrennen und Einfangen, beim ermutigenden Loben, Ansehen, Unterstützen, Auffangen  -  alles sind bedeutende Signale für die Entwicklung zum komplexen Menscheneine Riesenanzahl sich bildende Vernetzungen der Nervenzellen im Gehirn -  und zur Persönlichkeit, die 70, 80 oder 90 Jahre auf dieser Erde vor sich hat!

Unter STRESS und Unsicherheit geht der Körper in einen Nothaushalt: Verteidigung, Abwehr, Totstellen sind natürliche Schutzreflexe, die das Überleben sichern. Komplexe Vorgänge – wie es das Wachstum und die Neubildung von Nervenzellen sind – werden da zurückgestellt.

Man hat bei Krippenkindern erheblich höhere Cortisolwerte (“Überträgerstoff” von Stress) messen können. Dieser Stress löst die Schutzreflexe aus – und beeinträchtigt somit die ungestörte Entwicklung des Gehirns. Mit dem Zeitfenster von 3 Jahren hören jedoch die Fähigkeiten zur Zellvermehrung im heranwachsenden Menschlein  auf.  DorisBub (2)

Studien von vernachlässigten Kindern in rumänischen Waisenhäusern zeigen eine mangelnde Zelldichte (regelrechte “Löcher”) gerade an Stellen, an denen komplexe Reaktionen und Emotionen verarbeitet werden – im Präfrontalen Kortex. Die Kinder sind später regelrecht “verkümmert” – die (Reiz- und Liebesmangel-) Schäden sind irreparabel bzw. nur mit sehr großem Aufwand später zu bearbeiten!

Diese Gehirn-Zentren sind für die komplexe Verarbeitung von Erfolg, Misserfolg und zentralen Emotionen, Bindungsfähigkeit verantwortlich –
aggressive Reaktionen werden hier “moduliert” (reguliert).

Wer in der frühen Kindheit (auch schon vorgeburtlich besteht Sensibilität!) Stress ausgesetzt ist, bei dem ist die Stressverarbeitung im späteren Leben (bis ins Jugend- und Erwachsenenalter) beeinträchtigt. Es treten vermehrt Abwehrreaktionen / Aggressivität / Gewalt sowie “Fehlverarbeitung” im Sinne von Suchtverhalten, Abhängigkeit und geringem Selbstwertgefühl auf! Darum ist diese frühkindliche Phase so prägend wichtig, mit ihren vielen Eindrücken, “Erfolgen”, Emotionen.

In der politischen “Krippen-Diskussion” werden die Grundbedürfnisse der Kleinstkinder (Entwicklungspsychologie!) “ausgeklammert”. Man will den “besseren Menschen” schaffen. Im Zentrum stehen die “Bedürfnisse” der Gesellschaft (Ideologie) bzw. der Frauen (“Emanzipation”, Quote), der Wirtschaft (billige Arbeitskräfte) und der Politik (Steuergelder).

Um doch noch “für die Kinder” (pro forma) zu sprechen, wird “frühkindliche Bildung” als neuer Begriff eingeführt und propagiert.

Das Baby braucht den Schutzraum Familie

Die tatsächliche “Bildung”, die ein Kleinstkind braucht, ist verlässliche, vertrauens- und liebevolle frühkindliche Bindung an die engsten Bezugspersonen in der Familie! Aus der Sicherheit und Geborgenheit heraus im “Schutzraum Familie” (natürlich sind die Verhältnisse nicht überall optimal, dahingehend müsste man Eltern schulen und auch konstruktiv unterstützen!) kann der Nachwuchs nach und nach in kleinen “Ausflügen” die Welt erkunden. Immer wieder, bis ins Erwachsenenalter hinein, wird es die Rückversicherung und den Rückhalt des “Schutzraumes Familie” suchen und benötigen.

Kinder ohne Schutzraum bekommen keine festen Wurzeln, keinen festen Halt. Sie suchen sich Halt – wo und wie auch immer. Die Gefahr, dass sie in den Armen “falscher Freunde” (Missbrauch, Sex, Drogen, Alkohol) landen, ist deutlich erhöht.

Es ist für die Entwicklung wichtig, die Eltern (bzw. Mutter)-Kind-Bindung zu fördern und zu stärken. Fremdbetreuung von Kleinstkindern und Zwingen von jungen Müttern in Erwerbsarbeit ist jedoch das Gegenteil dessen! Der (gesellschaftlich gewollte) Druck, der auf Müttern lastet, schwächt das Einfühlungsvermögen und die LIEBE zueinander (Zerbruch von Ehen!).

Gelingende Beziehung braucht ZEIT –  und Kinder brechen als “zeitlose Wesen” in unsere durchrationalisierte Welt ein. Kinder in dieses”SYSTEM” zu zwängen, und das frühestmöglich (es geht dann weiter mit (Zwangs-)Ganztagsschule, Erfolgs- und Lerndruck, Funktions- und Arbeitsdruck- bis zum Tod) ist eine Gefährdung für die gesunde, kreative, freiheitliche Entwicklung der gesamten Menschheit!

Das Elterngeld, mit dem der Politik Kinder von Vielverdienern viel mehr Geld wert sind als die von nicht verdienenden Müttern, ist eine große Ungerechtigkeit!

Auch hierdurch wird die soziale Ungleichheit verstärkt und zementiert.

Das früher dem Mutterschaftsgeld (einkommensabhängig, 14 Wochen gezahlt) folgende Erziehungsgeld wurde „sozial“ für 2, in einigen Bundesländern über 3 Jahre in einem festen Betrag (300 Euro,  n i c h t  auf Sozialleistungen angerechnet) gezahlt:
Großverdiener bekamen es gar nicht, Menschen mit mittlerem Einkommen nur für 6 Monate und Menschen mit geringem Verdienst für 2 bzw. 3 Jahre. Das ermöglichte allen verantwortliche elterliche Sorge für die ersten Jahre.

Das vielgepriesene “Elterngeld” war ein großer Einbruch für Familien –  und für weniger “betuchte” Eltern eine klare Verschlechterung (nur noch ein Jahr!)  – bis dahin, dass ganz arme Eltern (Hartz 4) es gar nicht bekommen; denn es wird als “Einkommen” den Eltern zugeschlagen, so dass weniger Hartz 4 fällig wird (nachträglich berechnet und zurückgefordert, wenn es bereits ausgegeben ist).

Babies und Kleinkinder von armen wie von reichen Eltern haben dieselben Bedürfnisse: Sie brauchen liebevolle und verlässliche Rund-um-die-Uhr-Betreuung und Fürsorge! Es ist nicht einzusehen, warum reiche Eltern dafür mehr Geld bekommen sollen als arme!

Kinder armer wie reicher Eltern haben dasselbe Grundbedürfnis nach Fürsorge durch die vertraute und geliebte Mutter! Arme wie reiche Mütter / Eltern sollten das Anrecht haben, ihre Kinder in den ersten 3 “sensiblen” Jahren eigenverantwortlich zu betreuen!

Es ist nicht zu akzeptieren, dass Erwerbsarbeit von Frauen / Müttern  w i c h t i g e r  als das Wohl der Kleinstkinder sein soll!  Dass man die Fremdbetreuung mit tausenden Euros fördert -  und die selbst ihre Kinder betreuenden Mütter (wie es Millionen von Jahren in der Menschheitsgeschichte gewesen ist) leer ausgehen lässt!

SELBSTBESTIMMTES LEBEN hat für mich oberste Priorität!  – FREIHEIT, VERNUNFT und auch TRADITION stehen klar  v o r  Ideologie und Zwang!

Ich empfinde wie viele andere Menschen das Betreuungsgeld als positives Signal der Anerkennung und Wertschätzung an verantwortliche Eltern, die sich mit gutem Recht für die eigenverantwortliche Betreuung ihrer kleinen Kinder entscheiden (WAHLFREIHEIT).

Ich wäre dafür, das Betreuungsgeld bei hohen Familieneinkommen nicht oder abgestuft zu zahlen. Ärmere Eltern sollten nicht benachteiligt, sondern in ihrer Entscheidungsfreiheit und Elternliebe (Menschenwürde!) akzeptiert werden! Das erfordert natürlich ein gewisses Vertrauen (evtl. Bildung) in ihre Fähigkeiten – was heutzutage ein „wunder Punkt“ ist.

Es ist wichtig, mehr für die Eltern- und vor allem Mütterbildung zu tun!
Die Sorge für Haushalt und Kinder (gesunde Ernährung, Organisation, wirtschaftliches (sparsames!) Handeln und Entscheiden) wird einem nicht in die Wiege gelegt – es ist harte Arbeit! Man wächst an den Herausforderungen!

Gender Mainstreaming und “Emanzipation” sorgen in ihrer Verachtung bzw. Negierung des Mutterseins für eine Überlastung und weitere Ungleichbehandlung der FrauenDas OPFER sind die KINDER  -  denen in dieser “modernen Zeit” die Ganzheitlichkeit der Mutter vorenthalten wird! Aber auch die Frauen / Mütter, die sich zwischen Beruf  – “Karriere” und Kindern – Familie quasi “zerreißen” müssen. Um ihr Kleinstkind in die Krippe zu bringen, muss eine Mutter den angeborenen Schutzinstinkt für ihr Kinder aktiv bekämpfen und niederringen!

Familien und Kinder sind die Zukunft unsere Gesellschaft!

Diejenigen, die dort die Arbeit tun (und das sind nach wie vor zumeist die FRAUEN!) brauchen dafür ANERKENNUNG! Wichtig und zu fördern (nicht zu erzwingen!) ist auch die Partnerschaftlichkeit von Vätern und Müttern in der Verantwortung für die Kinder!
Mit freundlichen Grüßen
Almut Rosebrock, Apothekerin und Mutter, Aktionsbündnis “Gerne leben mit Kindern”, www.glmk.de

Mein Offener Brief an Gerhard Schröder und S. Gabriel zur “Herdprämie” vom August 2012

Almut Rosebrock, Rheinblick 1, D – 53343 Wachtberg


Der dänische Familientherapeut Jesper Juul und die langjährigen Erfahrungen eines “West-Linken” in der Kita

Unter dem Titel „Die Debatte ist nicht ehrlich“ veröffentlichte die “Frankfurter Rundschau” (FR) am 16.11.2012 ein Interview von Katja Irle mit dem dänischen Publizisten und Familientherapeuten Jesper Juul.

Darin warnt der Pädagoge vor den Nachteilen der Fremdbetreuung von Kleinkindern und spricht über die Trennungsängste jener Kleinen, die in die Kita kommen. Die bundesdeutsche Empörung  in vielen Medien über das Betreuungsgeld kann er nicht nachvollziehen.

Der Familientherapeut wendet sich gegen die “Zwangsbetreuung” in Staatseinrichtungen:  

Gemälde: Evita Gründler

Gemälde: Evita Gründler

“Die Europäische Union und andere politische Organisationen wollen, dass so viele Kinder wie möglich in Tageseinrichtungen untergebracht werden. Das ist für mich eine Zwangsmaßnahme und hat mit demokratischen Gepflogenheiten nichts zu tun.”

Auf den Einwand der FR, es werde niemand gezwungen, seine Kleinkinder in eine Kita zu geben, antwortet Jesper Juul:

“Es ist vollkommen in Ordnung, wenn beide Eltern arbeiten müssen oder wollen und ihre kleinen Kinder in Institutionen betreuen lassen. Aber die Debatte, die wir führen, ist nicht ehrlich:

Der Ausbau der Krippen und auch die Forderung nach flächendeckenden Ganztagsschulen geschieht, weil dahinter ökonomische Interessen stehen. Krippen und Kitas sollen Eltern die Möglichkeit geben zu arbeiten. Gleichzeitig sollen sie unsere Kinder in einer bestimmten Art und Weise formen, sie anpassen und auf die Zukunft vorbereiten. Hier geht der Staat aus meiner Sicht zu weit und die Behauptung ist falsch, das alles geschehe zum Wohle der Kinder. Wir sind eher dabei, Reservate anzulegen: für die Kinder, für die Jugend und für die Alten.”

Juul weist zudem auf Erfahrungen in seinem eigenen Land hin: 

“Forscher in Dänemark haben 3600 Kinder in verschiedenen Krippen, Kindergärten und bei Tagesmüttern befragt. 24 Prozent der Jungen und 10 Prozent der Mädchen sagten: Uns geht es nicht gut. -  Laut Fachleuten gibt es mittlerweile viel zu viele kleine Kinder, die resigniert haben: Sie sind passiv, machen nicht mit und fühlen sich einsam. Eine sehr bedenkliche Entwicklung.”

AUFSCHLUSSREICH ist hierzu nun folgender Leserkommentar eines sich als “alten Westlinken” bezeichnenden “Galeano” vom 16.11.2012 (17,58 Uhr), der auf das Interview mit Jesper Juul in der FR wie folgt reagiert:

Für mich als alten Westlinken ist es nicht abgemacht, ob für die Kleinen und ihre Eltern Kita oder Elternbetreuung das menschlichere und im Sinne einer progressiven Neurobiologie und Entwicklungspsychologie richtigere Konzept darstellen. Allerdings tendiere ich eher zur Verteidigung der Elternbetreuung im Bedarfsfall und je nach Reife des Kindes bis zum Schulbeginn!

Ich habe 15 Jahre Grundschulkinder in einer Kernzeit betreut, zudem 2 Jahre Vorschulunterricht in Kindergärten gemacht:

Immer wieder war ich entsetzt, mit welcher Härte und Rohheit die Kleinen am Morgen in der Kita von ihren Eltern getrennt wurden  -  oder wie oft Grundschulkinder bei mir in der Kernzeit weinten, weil sie von ihren Eltern mehr oder weniger roh zum frühen Aufstehen, Anziehen usw. und Schulgang erpresst und zur Trennung gezwungen wurden.

Natürlich vergaßen diese Kinder nach einiger Zeit, was ihnen da morgens an gesellschaftlich-familiärer Rohheit widerfahren war  -   aber nach allen heute vorhandenen psychologischen Kenntnissen werden da ganz oft Mikrotraumata (Reinhold Biancchi), Trennungsängste fürs ganze Leben, besonders fürs spätere Liebesleben, eingebrannt!

Ich halte das Kitawesen schon im Möchtegern-Sozialismus weniger für Frauenemanzipatorisch, sondern für Ausfluß der patriarchalen Dominanz des aus dem Kapitalismus stammenden und von Marx teils betriebenen Arbeitskult und Produktivismus, der auf diese Weise Kinder oft fürs ganze Leben schädigt.”


Kritik an den familienfeindlichen und einseitig wirtschaftsorientierten Tendenzen des staatlich beauftragten Familien-Gutachtens

Pressemitteilung des “Verbands Familienarbeit”:

In einem Bericht des „Spiegel“ vom 4. 2. 2013 wurden „Ergebnisse“ aus einem internen Zwischenbericht bekannt, zu einem von Justiz- und Familienministerium bei der Prognos-AG in Auftrag gegebenen Gutachten über die staatlichen familienpolitischen Finanzleistungen.

Darin werden fast alle Zahlungen, die den Eltern direkt zufließen, um ihnen die Erziehung der Kinder zu erleichtern, in Frage gestellt. 1511

Das Kindergeld wird als „wenig effektiv“ und die Mitversicherung von Eltern, die Kinder erziehen, in der Krankenversicherung als „besonders unwirksam“ bezeichnet. Nur der Krippenausbau gilt als „effektiv“.

Unter anderem übergehen die Gutachter die Tatsache, dass das Kindergeld zu etwa zwei Dritteln gar keine Leistung des Staates ist, sondern sich aus der vom Bundesverfassungsgericht festgeschriebenen steuerlichen Freistellung des Existenzminimums der Kinder ergibt.

Nach der Logik dieser Gutachter wäre dann auch der Grundfreibetrag für Erwachsene eine „Leistung des Staates“ von mindestens 120 Mrd. € /Jahr.

Gertrud Martin, Vorsitzende des Verbands Familienarbeit e. V., äußert sich dazu:

„Die Gutachter der Prognos-AG lassen deutlich erkennen, dass es ihnen nicht um die berechtigten Anliegen der Eltern und Kinder geht, sondern nur um die Profitmaximierung für die Wirtschaft. Möglichst viele Leistungen, die direkt in die Familien fließen, sollen entzogen werden, um beide Eltern auf den Arbeitsmarkt zu treiben. Je mehr Arbeitslose, desto niedriger können die Löhne und desto höher die Profite sein. Kinder werden nicht mehr als lohnende und notwendige Zukunftsinvestition betrachtet. Deren ‘Gewinn’ fiele erst in 20 Jahren an. Heute hat sich eine Investition aber in wenigen Jahren auszuzahlen.“

Die Familienministerin sei gut beraten gewesen, sich von dieser Sichtweise zu distanzieren und eine gleichberechtigte Behandlung aller Familienentwürfe zu befürworten.

Verbandschefin Martin findet es abwegig, die Definition der „Effizienz“ in die Hände wirtschaftsorientierter Gutachter zu geben:

„Grundsätzlich stellt sich die Frage, wieviel Lobbyismus hat auf der Regierungsbank in Berlin Platz?“

Und: „Warum gibt die Bundesregierung überhaupt Steuergelder aus, zu denen die Familien selbst erheblich beitragen, um solche Gutachten zu finanzieren?“

Immer wieder neu sei es empörend zu sehen, wie fast die ganze Presse auf diese durchsichtige und gewissenlose Stimmungsmache zu Lasten der Eltern hereinfalle: „Wo bleibt ein investigativer Journalismus, der die Zusammenhänge aufdeckt?”

Pressestelle Verband Familienarbeit e. V.
Kontakt:  Dr. Johannes Resch
www.johannes-resch.de

Hedwig von Beverfoerde zur umstrittenen Familienstudie: „Krieg gegen die Familie“

Pressemitteilung der Initiative Familienschutz: 

Ungenannte „Experten“ arbeiten derzeit im Auftrag des Finanzministeriums sowie des Familienministeriums an einer Studie zur Bewertung der Wirksamkeit familienpolitischer Leistungen.

Vor wenigen Tagen hat das Magazin DER SPIEGEL einen „internen Zwischenbericht“  der Studie veröffentlicht. Aus der sicheren Deckung vermeintlicher Wissenschaftlichkeit heraus wird darin die finanzielle Basis der Familien in Deutschland unter Beschuß genommen.

Die Studie basiert allerdings auf Grundlagen, die so grob fehlerhaft sind, daß man sowohl bezüglich des Inhalts als auch des Prozederes ihrer Veröffentlichung von einem interessegeleiteten Propagandamanöver sprechen muß.

H. von  Beverfoerde

H. von Beverfoerde

Das Fazit der „Studie“ überrascht deshalb nicht. Es ist ebenso simpel wie durchsichtig: Gelder, die den Familien direkt zukommen zur eigenverantwortlichen Verwendung, werden im Bericht fast durchgängig als „unwirksam“ beurteilt, während die Subventionierung außerhäuslicher Betreuung positive Bewertung erfährt.

Dazu die Sprecherin der Initiative Familienschutz, Hedwig von Beverfoerde (siehe Foto): „Das hat mit seriöser Evaluation nichts mehr zu tun. Hier wird Krieg geführt gegen die Familie.“

Drastischster Beleg für die mangelnde Seriosität der Studie ist die Tatsache, daß sie nach wie vor an der erwiesenermaßen falschen Zahl von 200 Milliarden Euro Familienleistungen festhält. Diese seit Jahren in der Debatte umherirrende Zahl hatte das Familienministerium erst vor wenigen Wochen im Familienreport 2012 auf 55 Milliarden als „Familienförderung im engeren Sinne“ korrigiert.

Hedwig von Beverfoerde stellt dazu klar: „Die Autoren dieser Studie haben offenbar erneut Leistungen zur Familienförderung gezählt, die überhaupt nicht dazu gehören. Das Kindergeld ist zu zwei Dritteln eine Rückzahlung des Staates von zu viel bezahlten Steuern der Familien mit Kindern. Die Mitversicherung von Familienangehörigen in der Krankenkasse wird über die Krankenversicherungsbeiträge vom Versicherten selbst finanziert, nicht vom Staat. Es ist eine Frechheit, nach der jüngst endlich erfolgten Richtigstellung des Familienministeriums hier nach wie vor etwas anderes zu behaupten.“

Auch die Diskreditierung des Ehegattensplittings als „Förderung der traditionellen Versorger-Ehe“, in der ein Hauptverdiener (meist der Mann) den Rest der Familie versorge, ist unredlich, da sachlich falsch. Das Splittingverfahren dient vielmehr der Vermeidung von Überbesteuerung von Ehegatten im Verhältnis zu Singles, da Ehegatten in einer Wirtschafts- und Erwerbsgemeinschaft leben, die ihnen auch vielfältige finanzwirksame gegenseitige Verpflichtungen auferlegt. Das Ehegattensplitting erfüllt, anders als in der Studie behauptet, genau seinen steuerlichen Gleichbehandlungs-Zweck.

Hedwig von Beverfoerde hierzu: „Ein Staatsziel zur Erzwingung gleichmäßiger Voll-Erwerbstätigkeit von Müttern und Väter bei maximaler staatlicher Kindesbetreuung, zu dessen Erreichen staatliche Familienleistungen in ihrer Wirksamkeit zu messen wären, existiert nicht. Ein solches Ziel wäre mit unserer Verfassung auch nicht vereinbar. Diese Studie ist daher das Papier nicht wert, auf dem sie steht.“

Initiative Familienschutz
Hedwig von Beverfoerde
H.: 0172 88 80 198
Zionskirchstr. 3
10119 Berlin

SPD will Betreuungsgeld bald per Bundesrat stoppen

Die SPD will das bereits vom Parlament beschlossene Betreuungsgeld mit einem neuen Gesetz baldmöglichst stoppen: 

Die bisherige Regelung sieht vor, daß ab August 2013 jene Eltern einen staatlichen Zuschuß erhalten, die für ihre Kinder im zweiten und dritten Lebensjahr keinen Kita-Platz oder eine staatlich bezahlte Tagesmutter in Anspruch nehmen. Vorgesehen ist hierfür ein bescheidenes Betreuungsgeld von zunächst 100 Euro, später 150 Euro im Monat.

Nach Informationen von “Handelsblatt-Online” soll eine entsprechende Initiative gegen das Betreuungsgeld von einem der SPD-geführten Bundesländer in den Bundesrat eingebracht werden.

Dies soll frühestens nach der Wahl von Stephan Weil (SPD) zum Ministerpräsidenten des Landes Niedersachsen geschehen. Danach müsste sich der Bundestag mit dem Gesetz befassen.

Das Gesetz soll zwei Punkte umfassen: die Rücknahme des von Schwarz-Gelb beschlossenen Gesetzes sowie Investitionen in den Ausbau der Kindertagesstätten und Ganztagsschulen.

In der Länderkammer haben die von SPD oder Grünen geführten Länder eine klare Mehrheit, wenn beide Parteien in Niedersachsen die Regierung übernehmen.

Quelle: dts-Nachrichtenagentur


Deutscher Familienverband: Steuerfreibetrag für Kinder muß steigen!

Als halbherzig kritisiert der Deutsche Familienverband (DFV) das am 17. Januar vom Bundestag in Teilen verabschiedete Jahressteuergesetz.

„Zwar ist die Anhebung des steuerlichen Grundfreibetrages zu begrüßen“, sagt DFV-Präsident Dr. Klaus Zeh. Denn die Verfassung gebiete, das Existenzminimum eines Menschen steuerlich freizustellen. 0035

„Das allerdings gilt auch für Kinder“, betont Zeh. Hier greife das Jahressteuergesetz viel zu kurz, indem es den Kinderfreibetrag auf 7.008 Euro belässt und auch das damit verrechnete Kindergeld nicht erhöht.

„Die im Steuerrecht bereits bestehende Kluft zwischen dem Bedarf von Erwachsenen und dem von Kindern wird mit dem Jahressteuergesetz erneut verschärft“, kritisiert der DFV-Präsident.

Dabei hatten sich bereits 2005 die Unionsparteien für eine Erhöhung des Kinderfreibetrages auf 8.000 Euro ausgesprochen. Der Verweis darauf, dass die Bundesregierung rechtzeitig die Erhöhung des Kinderfreibetrages in 2014 auf den Weg bringen wird, könnte die Geduld von Eltern überstrapazieren.

Die Anhebung des Kinderfreibetrages und des damit verrechneten Kindergeldes hat nach Auffassung des DFV besondere Priorität:

„Bevor bestehende Regelungen nicht im Einklang mit Beschlüssen des Bundesverfassungsgerichtes umgesetzt wurden, und Familien stattdessen ständig vertröstet werden, braucht man über weitere Neuerungen und Entlastungen im Steuerrecht nicht nachzudenken.”

Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Familienverbandes


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