Sudetendeutsche Vertreter überreichten Bischof Rudolf Voderholzer eine “Krumauer Madonna”
Veröffentlicht: 22. Mai 2013 Einsortiert unter: BISCHOF Voderholzer (Regensb.), BRAUCHTUM, Folklore (relig.) | Tags: Bischof Rudolf Voderholzer, Krumauer Madonna, Pater Victricius Bernd, Regensburg, Sudetendeutsche, Vilsbiburg Schreibe einen Kommentar »Der Regensburger Bischof ist Mitglied der Sudetendeutschen Landsmannschaft
Zu einem Antrittsbesuch bei Bischof Rudolf Voderholzer ist am gestrigen Dienstagnachmittag der Vorstand der Bezirksgruppe Niederbayern-Oberpfalz der Sudetendeutschen Landsmannschaft (SL) nach Regensburg gekommen. 
Die drei Vertreter überreichten dem Regensburger Bischof eine Nachbildung der Krumauer Madonna. Vorsitzender Max Strecker sprach in diesem Zusammenhang von „landsmannschaftlicher Verbundenheit“.
Mit Freude, Ehre und Genugtuunghätten die Sudetendeutschen die Ernennung von Dr. Voderholzer zum Bischof von Regensburg aufgenommen.
Angesichts des Geschenks erklärte der Bischof, die Marienverehrung sei eine schöne Verbindung des gemeinsamen Kulturraums. Beiderseits drücke sich darin die Liebe zur Kirche aus.
Weitere Themen des Gedankenaustauschs waren der Amtsverzicht Papst Benedikt XVI. sowie künftige Aktivitäten der Sudetendeutschen Landsmannschaft, der Bischof Voderholzer als Mitglied angehört. 
Seinerseits überreichte der Bischof den Band „Er führte mich hinaus ins Weite. Pater Victricius Berndt OFMCap (1915–2003). Lebensbild eines sudetendeutschen Priesters. Aufzeichnungen. Predigten. Erinnerungen“, den er 2006 zusammen mit Ernst Kögler herausgegeben hat.
Der vorbildliche Kapuzinerpater Victricius stammte aus dem Sudetenland und hatte als Religionslehrer und darüber hinaus maßgeblichen Einfluß auf die geistliche Entwicklung des Regensburger Oberhirten.
Erst am vergangenen Donnerstag hatte Bischof Voderholzer in Vilsbiburg am Grab des Kapuzinerpaters Victricius Weiß um dessen baldige Seligsprechung gebetet. Dessen Namen trug Victricius Berndt, sein Religionslehrer.
Quelle (Text/Fotos): Pressestelle des Bistums Regensburg
Bischof Rudolf Voderholzer beteiligte sich an der 184. Regensburger Fußwallfahrt nach Altötting
Veröffentlicht: 18. Mai 2013 Einsortiert unter: BISCHOF Voderholzer (Regensb.), BRAUCHTUM, Folklore (relig.) | Tags: Altötting, Bischof Rudolf Voderholzer, Fußwallfahrt, Madonna, Regensburg Schreibe einen Kommentar »Das feierliche Pontifikalamt mit Bischof Rudolf Voderholzer in der „Zeltbasilika“ von Altötting war am Samstagmittag der Höhepunkt der diesjährigen 184. Regensburger Fußwallfahrt.
Der pilgernde Oberhirte rief tausende Gläubigen in seiner Predigt dazu auf, Brücken zu bauen statt Mauern zu errichten. Er lud dazu ein, die Vorbereitungen zum Katholikentag 2014 im Gebet und tatkräftig zu unterstützen.
Das überfüllte Zelt sowie die vielen Menschen auf der Wiese antworteten mit begeistertem Beifall und mit Dankbarkeit gegenüber Gott – auch für die Verbundenheit in der großen Gemeinschaft der Kirche.
Derzeit wird die St.-Anna-Basilika, in der die Gottesdienste sonst stattgefunden haben, umfassend renoviert. Das Zelt, in dem der Gottesdienst gefeiert wurde, ist benachbart im Garten des Kapuzinerklosters.
In seiner Predigt dort ging der Bischof auch auf das Motto der Regensburger Fußwallfahrt ein: „Selig, die geglaubt hat, dass sich erfüllt…“
MARIA verbindet Himmel und Erde
So sei Maria an der Brücke zwischen Himmel und Erde besonders beteiligt. Ihr für Gottes Wort und Wille offenes Ohr habe diesen Brückenschlag – die Menschwerdung Christi – erst ermöglicht.
Mit den Gästen aus Böhmen, die den Katholikentag besuchen werden, sei man nicht zuletzt über den Brückenheiligen Johannes Nepomuk verbunden. Angesichts des bevorstehenden Pfingstfestes sagte Bischof Voderholzer, das Brückenbauen könnten die Christen aber nur leisten, wenn sie sich für die Kraft des Heiligen Geistes öffnen, der ihnen in Taufe und Firmung gegeben ist. 
Pilgerpfarrer Hannes Lorenz hob hervor, dass der Bischof ein ganzes Stück der Wallfahrt mitgegangen ist (siehe Foto), wofür die Gläubigen mit einem langanhaltenden Applaus dankten.
Bereits am Donnerstagfrüh waren tausende Teilnehmer von Regensburg aus auf die 111 Kilometer lange Strecke gestartet. Nach Schätzungen von Pilgerführer Bernhard Meiler waren es rund 8500 Gläubige, die am Samstagvormittag eine Stunde lang auf dem Altöttinger Kapellplatz vor der schwarzen Madonna vorbeizogen.
Die Zahl entspreche der Teilnehmerzahl der vorangegangenen Jahre, so Meiler. Viele unter ihnen hatten Tränen in den Augen, als sie erschöpft ihr Ziel erreichten. Bischof Rudolf Voderholzer war in den frühen Morgenstunden in Wald bei Massing zu den Pilgern gestoßen und hatte eine Strecke mit den Gläubigen gebetet und zu ihnen gesprochen.
Er drückte am Lautsprecher seine Freude über den unübersehbar großen Zug aus. Selten könne man den Satz Benedikt XVI.“Wer glaubt, ist nie allein”, so anschaulich erleben wie bei einer Wallfahrt, sagte der Bischof.
Anschließend dankte Bischof Voderholzer in der vollbesetzten Zeltbasilika auch den Teilnehmern der 178. Riedenburger Fußwallfahrt, die ebenfalls am Samstag, aber noch vor den Teilnehmern der Regensburger Fußwallfahrt in Altötting angekommen waren und zuvor Gottesdienst feierten.
Freude herrschte in diesem Jahr über die Tatsache, dass es während der Wallfahrten wiederum keine gravierenden Zwischenfälle gab. Am Nachmittag nahmen viele Pilger den Sonderzug, der sie nach Hause führte. Zudem waren eigens Busse bereitgestellt worden, um die große Zahl an Gläubigen aufzunehmen. Allerdings prägten die zahlreichen Wallfahrer aus dem Bistum Regensburg noch stundenlang den Kapellplatz, zumal bei passendem Pilgerwetter.
Quelle (Text/Fotos): Presseamt des Bistums Regensburg
184. Regensburger Fußwallfahrt nach Altötting vom 16. bis 19. Mai: Bischof Voderholzer sagte Teilnahme zu. – 10.000 Pilger werden erwartet
Veröffentlicht: 12. Mai 2013 Einsortiert unter: BISCHOF Voderholzer (Regensb.), BRAUCHTUM, Folklore (relig.) | Tags: Altötting, Bischof Rudolf Voderholzer, Fußwallfahrt, Regensburg Schreibe einen Kommentar »Pilgerführer Bernhard Meiler und Pilgerpfarrer Hannes Lorenz haben Bischof Voderholzer zur Teilnahme an der diesjährigen 184. Regensburger Fußwallfahrt eingeladen (siehe Foto: von links nach rechts).
Die Wallfahrt findet vom Donnerstag, 16. Mai, bis Samstag, 19. Mai 2013, statt. Der Bischof nahm die Einladung an und wird in diesem Jahr ein Stück des Weges mit den Fußpilgern mitgehen. 
Die beiden Verantwortlichen der traditionsreichen Fußwallfahrt von Regensburg nach Altötting stellten während des Gesprächs wichtige Details der Großveranstaltung vor, wobei sich herausstellte, dass der Bischof bereits gut informiert war.
Er erinnerte daran, dass er selbst zwölf Jahre lang mit den Gläubigen von Pförring aus an der Sternwallfahrt der Legion Mariens nach Altötting teilgenommen hatte.
Die Teilnehmer dieser Wallfahrt erreichen Altötting jeweils zwei Tage später als die Regensburger. Von Pförring aus hat der Weg eine Länge von 120 Kilometern.
Bei der Regensburger Fußwallfahrt werden in diesem Jahr erneut knapp 10.000 Teilnehmer erwartet, die auf dem Kapellplatz anlangen. Bis zu 20 Priester werden unter den Pilgern sein, bei denen an bestimmten Orten gebeichtet werden kann.
Der große Pilgergottesdienst am Pfingstsamstag in Altötting wird mit Bischof Rudolf in diesem Jahr nicht in der großen Basilika St. Anna gefeiert werden, da sie noch bis ins kommende Jahr renoviert wird. Allerdings wird der Gottesdienst im „Kirchenzelt“ im benachbarten Garten der Kapuziner zelebriert werden.
Die 184. Regensburger Diözesan-Fußwallfahrt „Zu unserer Lieben Frau von Altötting“ steht in diesem Jahr unter dem geistlichen Motto „Selig, die geglaubt hat, dass sich erfüllt…“.
Volksfrömmigkeit: Papst ermutigt Traditions-Bruderschaften zu Christustreue und Missionsgeist
Veröffentlicht: 5. Mai 2013 Einsortiert unter: BRAUCHTUM, Folklore (relig.) | Tags: Bruderschaften, Papst Franziskus, Rom, Tradition 1 Kommentar »Wenn man in diesen Tagen durch Rom läuft, fallen einem an allen Ecken und Enden gleichförmig und mitunter etwas altertümlich gekleidete Gruppen auf, die historische und sakrale Stätten besuchen. Im Rahmen des Jahres des Glaubens hat der Vatikan auch an die Bruderschaften gedacht.
Dies sind meist von Laien getragene Zusammenschlüsse von Gläubigen, die eine wichtige Rolle für die Bewahrung kultureller und kirchlicher Traditionen an ihrem Ursprungsort spielen und an diesem Wochenende zu einer eigenen Pilgerfahrt in der Ewigen Stadt unterwegs sind.
Der Höhepunkt des Programms der 50.000 Bruderschafts-Katholiken war die gemeinsame Meßfeier am heutigen Sonntagvormittag mit Papst Franziskus auf dem Petersplatz.
Mit den Begriffen „Evangelientreue, Kirchlichkeit, Missionsstreben“ charakterisierte der Papst die Bruderschaften und appellierte in seiner Predigt an sie: „Geht entschlossen den Weg der Heiligkeit; gebt euch nicht mit einem mittelmäßigen christlichen Leben zufrieden. Eure Zugehörigkeit sei für euch ein Ansporn, Jesus Christus mehr zu lieben.“
Quelle: Radio Vatikan
1. Mai: Große Wallfahrt zum Bogenberg in Niederbayern: “Maria in der Hoffnung”
Veröffentlicht: 12. April 2013 Einsortiert unter: BISCHOF Voderholzer (Regensb.), BRAUCHTUM, Folklore (relig.) | Tags: Bischof Voderholzer, bistum regensburg, Bogenberg, schwangere Madonna, Wallfahrtsort 1 Kommentar »Mehrere tausend Wallfahrer werden am 1. Mai 2013 auf den „Heiligen Berg Niederbayerns“ ziehen, um gemeinsam den Schutz der Gottesmutter zu erbitten. Vom Stadtplatz in Bogen pilgern die Gläubigen zum Bogenberg. Dort erwartet sie ein festliches Vorprogramm, bevor die Pilger zusammen mit allen bayerischen Bischöfen ein Pontifikalamt unter freiem Himmel feiern.
Im Anschluss wird Bischof Rudolf Voderzolzer die Weihe an der Gottesmutter vor dem Gnadenbild in der Wallfahrtskirche erneuern. Die musikalische Gestaltung tragen rund 300 Mitglieder aus Kirchenchören des Dekanats Bogenberg-Pondorf, sowie der Kammerchor des St. Michael-Gymnasiums, Metten.
Vor zwei Jahren starteten die Bischöfe in Bayern eine Gebetsinitiative, die 2017 zum 100. Jubiläum der Erhebung der Gottesmutter zur Schutzfrau Bayerns ihr Ziel findet. Bis dahin sollen jedes Jahr die Gläubigen im Freistaat zusammen kommen, um gemeinsam den Schutz der Gottesmutter zu erbitten.
2011 pilgerten die bayerischen Pilger nach Altötting, 2012 nach Vierzehnheiligen. Heuer ist das Bistum Regensburg Gastgeber: „Kommen Sie auf unseren altehrwürdigen Bogenberg zum dortigen Marienwallfahrtsort. Ehren wir Maria, die Patrona Bavariae. Bitten wir sie alle um die Fürsprache für die vielen Belange von Kirche und Welt“, so Bischof Voderholzer in seiner Einladung.
Das außergewöhnliche mittelalterliche Gnadenbild einer schwangeren Gottesmutter hat der diesjährigen Wallfahrt auch den Leitsatz „Mit Maria voll Hoffnung leben“ gegeben.
Die Wallfahrt zum Bogenberg findet ihren Ausgangspunkt am Stadtplatz in Bogen um 14.30 Uhr. Ältere und kranke Menschen gelangen mit Shuttlebussen auf den Bogenberg. Der Malteser Hilfsdienst stellt Spezialtransporter für Menschen mit Behinderung bereit.
Mit Eintreffen der Prozession beginnt ab 15.15 Uhr ein Vorprogramm auf der „Festwiese“ mit Texten zur Geschichte des Bogenbergs, der Wallfahrt und des Gnadenbildes sowie Liedern und Gebeten. In der Wallfahrtskirche kann das Bußsakrament empfangen werden.
Um 16 Uhr beginnt der feierliche Pontifikalgottesdienst mit allen bayerischen Bischöfen und den Pilgern. Danach folgt die Erneuerung der Weihe an die Gottesmutter vor dem Gnadenbild in der Wallfahrtskirche durch Bischof Vorderholzer.
Ab 18 Uhr werden kostenlose Pendelbusse zu den Ausgangspunkten bereitgestellt. An mehreren Stationen wird auf dem Bogenberg für das leibliche Wohl der Pilger gesorgt.
Für Hörgeschädigte wird während des Festgottesdienstes eine Induktionsschleife installiert. An ausgezeichneten Stationen können dazu Kopfhörer ausgeliehen werden. Eine zusätzliche Ausstattung sanitärer Anlagen ist vorhanden.
Auf der Donau zum Bogenberg
Für die Wallfahrt und den Gottesdienst erhält jeder Pilger ein Pilgerheft und einen Pilgerschal. Gruppen können das Pilgerpaket vorbestellen. Alle anderen Gläubigen erhalten Heft und Schal vor Ort an den Ausgabestellen an den Parkplätzen, auf dem Stadtplatz in Bogen und auf dem Bogenberg.
In den jeweiligen Heimatpfarreien kann erfragt werden, ob eine organisierte Busanreise zum Wallfahrtsort angeboten wird.
Eine Besonderheit stellt die Anreise per Schiff dar:Von Straubing fährt die „Kristallprinzessin“ (ab 12.15 Uhr), von Deggendorf die „MS Sissi“(ab 12 Uhr) auf der blauen Donau zum Anlegeplatz unterhalb des Wallfahrtsberges. Für die Rückfahrt werden Busse eingesetzt.
Weitere Infos sowie zum Pilgerpaket und zur Buchung der Schifffahrten gibt das Bischöfliche Seelsorgeamt. E-Mail: seelsorgeamt@bistum-regensburg.de Telefon 0941 / 597-1601.
Die Geschichte des Wallfahrtsortes
Im Jahr 1104 begann laut der Legende die Wallfahrt zum Bogenberg. Das berühmte Gnadenbild soll damals die Donau flussaufwärts geschwommen sein und gelangte bis zum „Frauenstein“ am Fuß des Berges. Graf Aswin von Bogen, so erzählt die Geschichte, soll die Figur sodann auf den Gipfel gebracht und in der Schlosskapelle zur Verehrung aufgestellt haben. Eine romanische Steinmadonna, die heute in der Wallfahrtskirche zu bewundern ist, zeugt vom frühen Beginn der Pilgertradition im Mittelalter.
Die Wallfahrt erlangte schnell einen hohen Bekanntheitsgrad: In einer Urkunde des Papstes Honorius III. von 1223 wird der Bogenberg als „Berg der heiligen Maria“ genannt. Im Jahr 1295 entstand ein neuer Kirchenbau, das heutige Gotteshaus wurde 1463 gebaut. Zur Pflege der Wallfahrt baute das Kloster Oberaltaich neben der Kirche eine Konstante für Mönche. Daraus entstand später das Priorat Bogenberg. 1803 wurde das Kloster Oberaltaich aufgehoben, das barocke Prioratsgebäude findet bis heute seine Nutzung als Pfarrhaus.
Quelle: Bischöfliches Presseamt Regensburg
Frohes Brauchtum: OSTER-Witze und OSTER-Märlein fürs OSTER-Lachen
Veröffentlicht: 31. März 2013 Einsortiert unter: BRAUCHTUM, Folklore (relig.), WITZE aller Arten und Unarten | Tags: Brauchtum, Osterlachen, Ostern, Witze 3 Kommentare »Um die Auferstehungsfreude auszudrücken, gab es vor allem in katholischen Gebieten den alten Brauch des Osterlachens, wobei die Kanzel fast zur Bühne wurde, weil der Pfarrer seine Schäflein zu Beginn der Predigt durch Witze oder lustige Verse zum Schmunzeln oder gar zum Lachen brachte – sozusagen eine “Theologie mit Augenzwinkern”.
Der Zusammenhang mit Ostern war klar: Christus ist auferstanden, dem Teufel ist dabei das Lachen vergangen, den Gläubigen aber umso weniger. Für den Himmel verspricht Christus jedenfalls: „Ihr werdet lachen!“ (Lukas 6,21)
Diese kirchliche Gewohnheit entstand im späten Mittelalter; besonders in Bayern war das “Ostergelächter” bis ins 19. Jahrhundert hinein weit verbreitet. Mitunter erzählte der Pfarrer auch ein paar drollige Geschichten oder Anekdoten, die dann als “Ostermärlein” bezeichnet wurden.
Allerdings wurde in einigen Regionen dabei wohl etwas übertrieben, so daß das Osterlachen in einem derben Klamauk ausartete. Daher wurde der Brauch zeitweise von den zuständigen Kirchenoberen verboten.
Heute werden mancherorts passende Witze oder heitere Geschichten beim Ostereier-Essen im Pfarrheim erzählt. In einigen Gemeinden trifft sich das Kirchenvolk nach der Osternachtsfeier zum gemütlichen Beisammensein mit dem Pfarrer.
Wir wollen nun dem alten Brauch die Ehre und ein paar Osterwitze zum Besten geben:
„Würden die Christen erlöster aussehen, dann würden auch mehr Menschen an die Erlösung glauben“, sagte einst Nietzsche. Ein Seminarleiter erklärte den angehenden Geistlichen: „Wenn Ihr vom Himmel predigt, lasst Euer Gesicht strahlen. Wenn Ihr von der Hölle predigt, genügt Euer normales Aussehen.“
Der feste Freund der großen Schwester wurde Ostern zum Mittagessen eingeladen. Nach dem Essen sagt er brav: “Mein großes Kompliment. So gut habe ich lange nicht mehr gegessen!” - Da meint der kleine Bruder etwas brummig: “Wir auch nicht…”
Ein Rollstuhlfahrer, ein Vietnamese, eine Frau aus der ehem. „DDR“ und ein Schwuler unternehmen einen Osterspaziergang, einen sog. „Emmausgang“. Die vier Wanderer kommen in ein Gasthaus und der Wirt meint: „Ihr seid ja eine interessant gemischte Gruppe. Wer seid Ihr denn?“ - Darauf antworteten sie gemeinsam: „Wir sind die Bundesregierung.“ 
Am Samstagabend sitzt Mutti noch spät in der Küche und färbt die Ostereier für das Fest heimlich hinter geschlossener Tür. Die dreijährige Tochter liegt im Bett und schläft. Plötzlich wird sie wach, steht auf und sieht die Mutter beim Eierfärben. “Was machst Du denn da?” fragt sie ganz überrascht. “Ach weißt Du, der Osterhase hat doch so viel Arbeit jedes Jahr und ich wollte ihm einfach dabei helfen.” - Die Tochter schluchzt und sagt nur “Arme Mutti.” – Am nächsten Tag gehen sie zusammen in ein großes Kaufhaus. Sie stehen auf der Rolltreppe; durch die Regale sieht die Dreijährige einen großen Osterhasen im Gras liegend mit einer Möhre in der Pfote. Das Kind ruft empört: “Schau Mutti, dieser faule Sack! Der liegt da im Gras und Du kannst für ihn arbeiten!”
Zwei Hennen stehen vor einem Schaufenster und betrachten die bunten Oster-Eierbecher. Da sagt die eine erstaunt: “sagenhaft, tolle Kinderwagen haben die hier!”
Einem 60-jährigen Mann erscheint im Traum ein Engel und sagt zu ihm: „Du hast einen Wunsch frei. Gott will dir eine neue Oster-Erfahrung schenken. Aber überlege gut, was Du Dir wünscht. Gott erhört Gebete, aber oft ganz anders, als wir denken.“ – Der Mann überlegt und sagt dann nicht gerade sehr christlich: „Ich möchte eine 30 Jahre jüngere Frau.“ - Als er am nächsten Morgen aufwacht, war er 90.
Die Religionslehrerin fragt: „Na, wer war denn Ostern in der Kirche – und wie hat es Euch gefallen?“ - Darauf Fritz: „Oh, stinklangweilig, der Pfarrer hat so lange gepredigt.“ - Theo: „Die eintönige Musik ist echt nicht so mein Ding.“ – Dann meldet sich Julia begeistert zu Wort: „Ich fand es ganz toll. Die Leute haben ständig gesungen: Hallo Julia, Hallo Julia, Hallo Julia.“ 
Auf dem Hühnerhof ist Hochbetrieb. Ostern steht vor der Tür. In einer kleinen Arbeitspause kommen zwei Hennen ins Gespräch. Sagt die eine Henne: “Nanu, Sie legen ja kugelrunde Eier!” - Meint die andere Henne: “Ja, das ist ein Spezialauftrag vom Golfklub.”
Stefan kauft alle paar Tage in der Apotheke Schlankheitsmittel. Eines Tages fragt ihn der Apotheker: “Ist das alles für Deine Mutter?” - “Nein, für meine Kaninchen. Mein Vater hat gesagt, wenn sie fett genug sind, werden sie zu Ostern geschlachtet…”
Internationales Managerseminar: 30 Teilnehmer treffen sich um Ostern herum zu einem Wissenstest. “Das geht ganz einfach”, erklärt der Seminarleiter, “ich nenne ein Zitat und Sie sagen mir, wer es wo und wann geschrieben hat.” - Der Manager beginnt mit dem bekannten Gedicht “Osterspaziergang” von Goethe: “Also los: “Vom Eise befreit sind Strom und Bäche…” - Eisiges Schweigen, bis sich ein Japaner meldet: “Johann Wolfgang von Goethe, Faust, Osterspaziergang, 1806.” - Alle murmeln anerkennend, der Seminarleiter nennt das nächste Zitat: “Der Mond ist aufgegangen, die goldenen Sternlein prangen…” – Wie aus der Pistole geschossen kommt die Antwort vom Japaner: “Matthias Claudius, Abendlied, 1782.” - Die anderen Teilnehmer sehen betreten zu Boden, als der Tagungsleiter wieder loslegt: “Festgemauert in der Erden…” – “Schiller”, strahlt der Japaner, “das Gedicht von der Glocke, 1799.” - In der ersten Reihe murmelt einer der Manager: “Scheiß Japaner!” – Wieder ertönt die Stimme des Japaners: “Max Grundig, CEBIT, 1982!”
Wer einen weiteren Osterwitz kennt, möge ihn bitte mitteilen - danke!
FOTOS: Dr. Bernd F. Pelz
Bischof Rudolf Voderholzer besuchte die Passionsprozession in Saal an der Donau
Veröffentlicht: 25. März 2013 Einsortiert unter: BISCHOF Voderholzer (Regensb.), BRAUCHTUM, Folklore (relig.) | Tags: Bischof Rudolf Voderholzer, Passionsprozession, Prozession, Saal Schreibe einen Kommentar »Am Palmsonntag-Nachmittag fand in Saal an der Donau die traditionelle Passionsprozession statt Viele hundert Gläubige säumten die Straßen, als sich der Gebetszug mit der Darstellung der wichtigsten Kreuzwegstationen über die Straßen der niederbayerischen Gemeinde bewegte. 
Allein die Prozession mit dem unübersehbaren Feld an Figuren, Kreuzen und weiteren Marterwerkzeugen auf den Holzstangen war mehrere hundert Meter lang. Drei Bläsergruppen begleiteten die Beter mit kirchlichen Chorälen.
Bischof Rudolf Voderholzer, der sich mit zahlreichen Geistlichen an der Prozession beteiligte, zeigte sich von der gesammelten Atmosphäre ergriffen und bewegt. Nach etwa einer halben Stunde erreichte die Passionsprozession die Pfarrkirche Christkönig, die Bischof Rudolf Graber vor 50 Jahren geweiht hatte.
Träger der Passionsprozession ist der in Saal beheimatete Passionsspielkreis. Die erste Prozession wurde 1996 durchgeführt. Vor vier Jahren hatte Erzbischof Gerhard Ludwig Müller an der geistlichen Veranstaltung teilgenommen.
Bürgermeister Peter Buberger begrüßte die vielen Geistlichen des Dekanats, die Ordensleute aus dem Benediktinerkloster Weltenburg und die Franziskanerinnen aus Mallersdorf. Besonders dankte er dem Regensburger Oberhirten für seine Teilnahme. 
Bischof Rudolf Voderholzer zeigte sich erfreut, daß es auch im Bistum Regensburg diese Tradition gibt, die er bereits aus Lohr am Main kenne. Dies sei Ausdruck eines lebendigen und profunden Glaubens. Er habe keinen Augenblick gezögert, auf die Einladung einzugehen, an der Prozession teilzunehmen.
Außerdem sprach der Bischof die Hoffnung aus, daß die Teilnehmer dadurch die innere Stärkung erfahren würden, das Kreuz zu tragen, das jeder zu tragen hat.
Andreas Weiß, Pfarrer in der Pfarreiengemeinschaft Saal, dankte Bischof Voderholzer für seine „ermunternden Worte“. Durch ihn wüßten sich die Gläubigen mit Papst Franziskus und über Papst Franziskus mit allen Christen auf der Erde verbunden.
Auf die Prozession folgte das Prozessionskonzert; es spielte das Bayerische Polizeiorchester.
Quelle (Text/Fotos): Bischöfliches Presseamt Regensburg
Buchklassiker über die europaweite Wallfahrt zum Gnadenbild „Maria vom Blut“
Veröffentlicht: 21. März 2013 Einsortiert unter: BÜCHER / Publikationen, BRAUCHTUM, Folklore (relig.), Maria und ihre Wallfahrtsstätten | Tags: Alexander Hepp, Bergatreute, Klattau, Madonna, Maria vom Blut, Re, Sitz der Weisheit, Wallfahrt 1 Kommentar »Gediegene Volksfrömmigkeit und Brauchtum jenseits aller Schwärmerei
Buchdaten: Alexander Hepp – MARIA VOM BLUT. - Ursprung, Geschichte und Wunder der Wallfahrt im oberschwäbischen Bergatreute. – Fe-Medienverlag, Kisslegg 2009. (Die 2., überarbeitete und erw. Auflage erschien 2011) – 448 Seiten. 29,80 €. – ISBN-10: 3863570103Seit einigen Jahrzehnten werden auch katholische Kreise von schwarmgeistigen Bewegungen und ihren enthusiastischen Begleiterscheinungen heimgesucht, die früher weitgehend in der vielfältigen protestantischen Charismatikerszene beheimatet waren.
Doch die Sehnsucht nach dem Wunder(baren), nach „übernatürlichen“ Gaben, nach außergewöhnlichen Glaubenserfahrungen, nach Heilungen und besonderen religiösen Erlebnissen wächst geradezu enorm in einer Zeit, die theologisch stark von einem „seelenlosen“, kalten Rationalismus geprägt ist, oftmals auch innerhalb der Kirche. 
Umso mehr suchen verunsicherte Menschen nach den Quellen wahrer Frömmigkeit, nach dem „Herz“ des Glaubens, weil jene überzogene Verkopfung zu innerer Ausdürrung geführt hatte.
Freilich besteht nun die naheliegende Gefahr, daß das Pendel in die andere Richtung ausschlägt: hin zum Irrationalismus, zu einem irrgeistigen Mystizismus, zur Suche nach Erscheinungen, angeblichen Himmelsoffenbarungen, ja zur Sucht nach „Zeichen und Wundern“. Mag die Sehnsucht auch verständlich sein, so darf sie doch nicht zur Sucht entarten.
In einer vernünftigen und soliden Mitte zwischen diesen Extremen, die beide dem gesunden Glauben und Denken abträglich sind, steht jene bewährte katholische Volksfrömmigkeit, die das Herz am rechten Fleck hat, aber gleichwohl nicht „kopflos“ wird, sondern bei aller Gemütsinnigkeit des Glaubens doch zugleich nüchtern und bodenständig bleibt.
Zu dieser gediegenen Volksfrömmigkeit mit ihrem vielfältigen, lebensnahen Brauchtum gehören auch die katholischen Wallfahrtsorte: große und kleine, bedeutende und unbekannte. Solche Pilgerstätten beinhalten durchaus mehr als nur „Folklore“: sie verwurzeln die Menschen stärker im Glauben und zeigen ihnen im Rahmen bewährter Traditionen immer wieder neu das Licht der Liebe Christi und den Abglanz seiner Heiligen, vor allem eine feste Geborgenheit unter dem „Schutzmantel“ der Madonna.
Zugleich sind solche altehrwürdigen und liebreichen Stätten der Frömmigkeit ein lebendiges Zeugnis der Kirche Christi, ihrer hohen Kunst und ihrer tiefen Volksverbundenheit durch die Jahrhunderte hindurch.
Ein imposantes Werk deutscher Gründlichkeit
Zu den „kleinen“, eher unscheinbaren Pilgerstätten dieses soliden „Volksglaubens“ gehört auch der oberschwäbische Wallfahrtsort Bergatreute im Kreis Ravensburg, nicht weit vom Allgäu entfernt.
Der noch recht junge, 1974 geborene Autor Alexander Hepp erforschte zehn Jahre lang mit Präzision, unermüdlicher Freude am Detail und solider Sorgfalt die interessanten Ursprünge, die vielseitige Geschichte und erstaunliche europaweite Verbreitung des Madonnenbildes von Re (Norditalien, Diözese Novara), von dem auch in Bergatreute ein eindrucksvolles Abbild von herber Schönheit verehrt wird.
Der geborene Bergatreuter, der heute mit seiner Familie im nahegelegenen Fürstentum Wolfegg lebt, verfaßte ein fast 450 Seiten umfassendes, im besten Sinne „erschöpfendes“ und zudem über 1,3 kg. schweres Standardwerk, das selbst einem Fachhistoriker oder professionellen Chronisten zur Ehre gereichen würde.
Der junge Verfasser des faktenstarken Marienbuches ist kernkatholischer Christ und profunder Geschichtsschreiber aus innerer Leidenschaft, der bereits seit 1989 – er war damals 15-jähriger Ministrant - in Bergatreute ehrenamtlich das Pfarrarchiv hütet.
Sein ansprechend und gediegen gestaltetes Werk ist intensiv vom Geist der vielgerühmten „deutschen Gründlichkeit“ durchdrungen – bis hinein in die zahlreichen akribischen Fußnoten, das ausführliche Sach- und Personen-Register im Anhang oder die präzisen Bildbeschreibungen von 172 Fotos, grafischen Dokumenten und Abbildungen.
Das imposante Werk mit zwei roten Lesebändchen, einer Leinenprägung mit Marienbild und vierfarbigem Schutzumschlag wird abgerundet durch wichtige Urkunden, alte Gebete und Lieder zur Wallfahrtsmadonna, die unter dem Titel „Maria vom Blut“ seit Jahrhunderten vom gläubigen Kirchenvolk verehrt wird. 
Die Vatikanzeitung „Osservatore Romano“ würdigte in ihrer Ausgabe vom 14. Oktober 2011 das fundierte Werk des gläubigen Familienvaters, illustriert durch ein Foto, das Papst Benedikt zeigt, wie er im Anschluß an eine Generalaudienz das Buch des schwäbischen Autors entgegennimmt, der als „ehrenamtlicher Pfarrarchivar“ vorgestellt wird.
Neben ihm steht sein engagierter Gemeindepfarrer Dr. Claus Blessing, der dem Wallfahrtsbuch Hepps ein ausführliches, theologisch erhellendes Geleitwort beisteuerte, das bestens in die Gesamtthematik einführt. Außerdem wurde der Druck des Buches durch die Bergatreuter Pfarrei unterstützt.
In einem Interview mit dem PUR-Sonderheft „Sitz der Weisheit“ (Fe-Medienverlag) berichtet Alexander Hepp im Herbst 2011, dass er “immer schon die Wurzeln meiner Heimatwallfahrt in Bergatreute kennenlernen wollte“. Er fügt hinzu: „Natürlich hat mich auch als Ministrant die absolute Nähe zu dem Gnadenbild fasziniert.“ – Das Gnadenbild gehöre „zum christlichen Lebensmittelpunkt unserer Familie“, erläutert er. 
Das Motiv des Pilgerns sei „die Suche nach der christlichen Wahrheit“.
Man begebe sich auf die Spuren Jesu, „der auch vor unserer Haustür, beispielsweise an Wegekreuzen und Bildstöcken, seine Botschaft offenbart“.
Mit seinem Buch wolle er „die wahren Quellen des Muttergottesbildes objektiv erfassen“, erklärte der Autor, „um so eine wissenschaftlich einwandfreie Dokumentation der Gnadenorte von Re, Klattau, Bergatreute und all den anderen Orten seiner Verehrung zu erhalten“.
Das Gnadenbild im italienischen Re (1494)
Der Ausgangspunkt all dieser glaubensinnigen Pilgerstätten ist das malerische Gebirgsdorf Re im oberitalienischen Bistum Novara:
Dort geschah am Dienstag, dem 29. April 1494, um 23 Uhr folgendes Ereignis: Das Madonnenfresko an der Außenwand der Mauritiuskirche beginnt zu bluten – verursacht durch den Steinwurf eines betrunkenen Frevlers namens Giovanni Zucone, der beim Würfelspiel verloren hatte und aus Wut darüber einen Stein gegen das Marienbild schleuderte, wobei er die dargestellte Madonna an der Stirne traf. Schon bald danach soll sich der Zornentbrannte reumütig bekehrt haben.
Am nächsten Tag wurde der Blutguß erkannt, der sich bis Mitte Mai mehrmals erneuert haben soll. Der Bürgermeister des Gebirgsdorfs zweifelte zunächst, ließ aber alles kritisch untersuchen und bestätigte sodann, daß „dieses Blut auf wunderbare Weise und nicht durch menschliche Kunst herabgeflossen ist“.
Das Blut wurde in Kelchen und Tüchern gesammelt, wobei sich Reliquien davon noch heute auf der Rückseite des barocken Hochaltars der Sankt-Mauritius-Kirche befinden, die mehrfach umgebaut und sodann im Jahr 1958 zu einer monumentalen Basilika im neo-byzantinischen Stil erweitert wurde. Am Originalfresko in Re sind nach wie vor Spuren des Steinwurfs und des Blutes erkennbar.
Aus dem kleinen Dorf wurde eine beliebte Wallfahrtsstätte, wobei die thronende Gottesmutter als „Madonna del Sangue“ (Maria vom Blut) verehrt wird, die bis heute tausende Pilger anzieht. Fast fünfhundert gemalte Votivtafeln aus vielen Jahrhunderten bezeugen wunderbare Gebetserhörungen, Bekehrungen und Heilungen.
Ursprung der Wallfahrt von Bergatreute
Durch Kaminkehrer und andere Handwerker wurden Abbilder des wundersamen Gnadenbildes, das von unbekannter Hand stammt, weit über die Grenzen des Landes verbreitet. In Europa entstanden dort, wo sich fromm gesinnte Handswerksleute niederließen, kleinere und größere Wallfahrtsorte, in denen eine Kopie des ikonenartigen Madonnenbildes verehrt wurde, vor allem in Deutschland und Tirol, aber auch in Slowenien, Ungarn und Tschechien.
In der böhmischen Stadt Klattau ereignete sich 1685 an einem Abbild de Re-Freskos ein neues Blutwunder: Der Schneider Andreas Hirschberger, dessen Frau das Gemälde als Erbstück mit in die Ehe brachte, nahm nach einer schweren Erkrankung seiner Gattin Zuflucht zum Gnadenbild, worauf dieses an der Stirn zu bluten begann. Der Prager Erzbischof Johann F. Waldstein anerkannte zwei Monate später in einem Dekret das wunderbare Ereignis, worauf das Bild zur allgemeinen Verehrung in die dortige Pfarrkirche gebracht wurde.
Ein weiteres Gemälde der blutenden Maria mit dem ernsten Blick und dem hoheitsvollen Christuskind auf ihrem Schoß gelangte ein Jahr später in die oberschwäbische Pfarrei Bergatreute, was in dieser geradezu idyllischen Region eine dauerhafte Wallfahrtsbewegung auslöste, die bis heute anhält. 
Der damalige Pfarrer Michael Mietinger war ein Schwager des Ratsherrn Johann Jakob Teplitz in Klattau, der ihm ein hochwertiges Abbild der „Maria vom Blut“ schenkte (siehe Foto).
Der Geistliche bewahrte das Mariengemälde, das eine etwas hoheitsvolle Schönheit und Würde ausstrahlt, zunächst zur privaten Andacht jahrelang in seinem Pfarrhaus auf.
Doch auf Drängen der Gläubigen ließ er das herrliche Bild in seiner Pfarrkirche St. Philippus und Jakobus aufstellen, was schon bald eine breite Pilgerwelle auslöste, die im 18. Jahrhundert ihre größte Blütezeit erreichte. So waren z.B. 1794 achtzehn Pfarrer zum jährlichen Wallfahrtsfest nach Bergatreute gekommen.
Aber auch in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts konnte die Verehrung des Bergatreuter Gnadenbildes bereits Wurzeln fassen. Nach den Schrecken des 30-jährigen Krieges suchten die Menschen wieder nach Heimat und Geborgenheit im Glauben, so daß eine wahre Aufbruchstimmung in der Frömmigkeit entstand.
Pfarrer Mietinger blieb angesichts des anhaltenden Pilgerstroms nichts übrig, als eine neue Kirche errichten zu lassen, die 1697 eingeweiht wurde. 20% der gesamten Baukosten bezahlte der seeleneifrige Hirte aus seiner eigenen Tasche. Er war neben seiner Marienfrömmigkeit besonders auch dem hl. Josef zugetan und gründete eine Bruderschaft zu seinen Ehren.
Pfarrer Mietinger wurde 1688 - also bereits zwei Jahre nach der Ankunft des Klattauer Gnadenbilds - von seinem Bischof beauftragt, alle Berichte über angebliche Heilungen und wunderbare Gebetserhörungen notariell vernehmen zu lassen und die Gläubigen auf die Folgen eines falschen Eides hinzuweisen. Auch im 17. Jahrhundert war die Kirche hierbei sehr nüchtern, präzise und vorsichtig, um keine bedenkliche Wundersucht im Volke aufkommen zu lassen.
Die Taufe “unfröhlicher” Kinder
Zu den „Wunderzeichen vor dem Gnadenbild“ gehörte neben zahlreichen Heilungen nicht selten auch die Befreiung von Besessenheit. Eine besondere pastorale Schwierigkeit stellte freilich das vielfache Verlangen nach einer Taufe totgeborener Kinder dar:
Verzweifelte Mütter aus nah und fern brachten akut verstorbene Neugeborene nach Bergatreute zur Madonna und erflehten vom Dorfpfarrer die Taufe ihres Kindes. Der Priester war hin und hergerissen zwischen Mitleid und berechtigten kirchlichen Vorschriften, wonach keine Sakramentenspendung bei Toten erlaubt ist.
So befanden sich Bergatreuter Pfarrer – auch Mietingers Amtsnachfolger – bei der sehnlichst erflehten, sogenannten „Taufe unfröhlicher Kinder“ ständig im Dilemma – es sei denn, das Neugeborene gab wenigstens noch minimale Lebenszeichen von sich.
Die „Taufe von Verstorbenen“ ist kein neuzeitliches Phänomen; es gab diesen Brauch bereits bei gnostisch-esoterischen Gruppen der ersten christlichen Jahrhunderte; später außerdem bei den „Neuapostolischen“ und vor allem bis heute systematisch bei den Mormonen, wobei diese Sekte sich – neben den „Offenbarungen“ ihres „Gründerpropheten“ Joseph Smith – auf Christi Predigt im jenseitigen „Gefängnis“ (1 Petr 3,18 f. und 4,6) beruft.
So heißt es zum Beispiel in 1 Petrus 4,6: „Denn dazu ist auch den Toten das Evangelium verkündigt, dass sie zwar nach Menschenweise gerichtet werden im Fleisch, aber nach Gottes Weise das Leben haben im Geist.“
Diese beiden Bibelstellen können als Hinweis gesehen werden auf den Abstieg Jesu in die Unterwelt (mit der Erlösung der Gerechten des Alten Bundes), aber sie taugen nicht als Begründung für eine Totentaufe, die dort auch gar nicht erwähnt ist.
In diesem Punkt hat also der sonst sicherlich vorbildlich wirkende Wallfahrtspfarrer Mietinger, der hunderte „unfröhlicher“ Kinder taufte, sicherlich geirrt bzw. allzu zu sehr seinen „pastoralen“ Mitleidsgefühlen nachgegeben.
Eine bewegte und bewegende Geschichte
Es gab später allerdings für Bergatreute zudem noch schwerwiegende Probleme von staatlicher Seite, denn die Wallfahrt wurde in den Wirren von „Aufklärung“ und Säkularisation über ein halbes Jahrhundert lang durch die weltliche Obrigkeit untersagt.
Im „Namen des Königs“ wurde 1811 verfügt, daß das Dorf „nach den neuen Religionsgrundsätzen nicht mehr als Wallfahrt behandelt“ werde. Das als liberal bekannte Konstanzer Generalvikariat unter Wessenberg fand diese königliche Anordnung freilich „ganz entsprechend“ und genehmige sie offenbar gerne.
Erst ab 1866 konnte das glaubensfrohe Pilgerleben in Bergatreute wieder zu neuem Leben erwachen, wobei die stattliche Pfarrkirche das passende Ambiente bot. Das festlich wirkende Bauwerk mit Zwiebelturm gilt heute geradezu als Juwel der oberschwäbischen Barockstraße.
Von Bergatreute aus verbreitete sich die Andacht zu „Maria vom Blut“ mit jeweils ähnlichen Gemälde-Kopien in Schwaben und Vorarlberg, so etwa in Dillingen und Sonderhofen.
1889 wurde die Bergatreuter Kirche restauriert, wobei die Entfernung der wunderschönen Barock-Altäre vor allem durch den entschiedenen Widerstand von Bürgermeister Feuerstein (nomen est omen) verhindert wurde.
Während der NS-Diktatur kam es erneut zu staatlichen Repressalien: 1940 wurde die Prozession am Wallfahrtsfest durch die NSDAP verboten. Passend dazu sprach ein als Prediger angereister Stadtpfarrer über das Thema „Des Glaubens Licht, des Glaubens Nacht.“
In der ländlichen Pfarrgemeinde wird bis heute jährlich am 2. Juli, dem Hochfest der Heimsuchung Mariens, der traditionelle Wallfahrtstag „Maria vom Blut“ begangen. Pilger aus nah und fern strömen zur Festmesse und zur glaubensfrohen Prozession.
Die Madonna als „Sitz der Weisheit“
Die Gottesmutter wird hier vor allem mit dem altkirchlichen, bewährten Ehrentitel als „Sitz der Weisheit“ (sedes sapientiae) verehrt. Ein geistliches Schauspiel aus dem 18. Jahrhundert, das dem Bergatreuter Gnadenbild gewidmet ist, trägt ebenfalls diesen Titel.
Kein Geringerer als Kardinal Giovanni Lajolo verfaßte am 23.8.2008 ein eigenes Gebet zum Gnadenbild „Maria vom Blut“, das mit den Worten beginnt: „Maria, Mutter der Weisheit!“ – Diese Anrufung erinnert an das Heilszeichen ihres göttlichen Sohnes: „Sein Kreuz sei unsere Weisheit und unser Stärke.“
Der italienische Kardinal hat dem Buch eine ausführliche, theologisch vertiefende Betrachtung zum Thema „Maria als sedes sapientiae“ beigesteuert, ebenso der em. Erzbischof Dr. Karl Braun aus Bamberg.
Der Artikel des Kardinals ist betitelt mit jenen tiefsinnigen Worten, die auch auf dem Gnadenbild zu Bergatreute in einer dargestellten antiken Schriftrolle enthalten sind: „In gremio matris sedet sapientia patris“ – Im Schoß der Mutter sitzt die Weisheit des Vaters.
Zu den Co-Autoren des Buches zählt zudem Alt-Abt Dr. Emmeram Kränkl OSB aus Schäftlarn, der dort unter dem Leitwort „Glaube und Wunder“ über das „blutende Marienbild von Klattau“ schreibt. Dabei unterscheidet er sorgfältig zwischen einer ungesunden Wundersucht und jenem gläubigen Vertrauen auf unseren allmächtigen Gott, „der Wunder tut“.
Früher wurden Gebetserhörungen und Heilungen in einem „Mirakelbuch“ der Pfarrei aufgezeichnet. Heute gibt es Anliegenbücher, die in der Wallfahrtskirche ausgelegt sind, worin Gläubige ihre Sorgen, Bitten und ihren Dank niederschreiben können.
Auch das offizielle Wallfahrtslied von Pfarrer Wilhelm Scholter aus Bergatreute ist ganz von einem bodenständigen, starken und zuversichtlichen katholischem Glauben durchdrungen. Das dreistrophige Lied mit festlicher Melodie wendet sich an „Maria, du vom Blute, du Mutter treu und mild“ und fleht vertrauensvoll:
„Erbitt von Gott uns Frieden, erfleh uns Glaubensmut, deck uns mit deinem Mantel, Maria du vom Blut. Und hilf uns in den Stürmen, wenn sich die Wogen türmen, Maria, Maria, Maria du vom Blut.“In echt katholischer Haltung wird auch die Sterbestunde nicht verdrängt, wird der Tod mitten ins Leben und in den Glauben hineingeholt und der Fürsprache der Gottesmutter anvertraut:
„Maria voll der Gnaden, oh Mutter, du vom Blut: des Vaters Weisheit selber in deinem Schoße ruht. Zu ihm wollst uns geleiten, wenn wir vom Leben scheiden: Maria, Maria, Maria du vom Blut.“Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks und KOMM-MIT-Verlags in Münster
ERSTVERÖFFENTLICHUNG dieser Rezension in der Zeitschrift “Theologisches” (Nr. 1-2/2013)
Eine BESTELLUNG des Buches ist direkt hier möglich.
Erstes Madonnengemälde: http://germania-catholica.blogspot.de/2006/09/das-gnadenbild-maria-vom-blute-in.html
Bischof Voderholzer besuchte das Kemnather Passionsspiel
Veröffentlicht: 18. März 2013 Einsortiert unter: BISCHOF Voderholzer (Regensb.), BRAUCHTUM, Folklore (relig.) | Tags: Bischof Voderholzer, Kemnath, Passionspiel Schreibe einen Kommentar »Am gestrigen Sonntag hat Bischof Rudolf Voderholzer die Stadt Kemnath im Landkreis Tirschenreuth besucht. Bei einem Empfang im Rathaus trug sich der Bischof in das Goldene Buch der Stadt ein und war anschließend Zuschauer bei den 7. Kemnather Passionsspielen.
1731 hatte ein Franziskanermönch des Klosters St. Antonius den Text der Passion verfaßt. 30 Jahre lang wurde die Passion ihm Rahmen der Karfreitagsprozession aufgeführt und im Zuge der Aufklärung 1767 untersagt. Zur 975-Jahr-Feier der Stadt 1983 wurde das Passionsspiel überarbeitet und wieder aufgenommen.
Es zeigt die Gefangennahme, Verurteilung und Kreuzigung Jesu Christi. Der Abschnitt der Auferstehung kommt nicht zur Aufführung, so daß die bewegenden Szenen der Passion den Höhepunkt des Abends bilden.
Im Anschluß nutzte Bischof Rudolf die Gelegenheit, mit den Mitwirkenden ins Gespräch zu kommen. Dabei bedankte er sich für den ehrenamtlichen Einsatz aller Beteiligten: „Das war eine sehr gute Vorbereitung für die letzten Tage der Fastenzeit. Ich bin tief berührt. Die Aufführung war fast wie ein Gottesdienst. Es ist wie bei einer guten Predigt – das Gehörte muss sich erst einmal setzen.“
Ziel eines Passionsspiels sei es, die Zuschauer das Leiden Christi miterleben zu lassen, so der Bischof weiter. Dies sei den Kemnathern bei ihrer Inszenierung gelungen – dank der 160 Schauspieler auf der Bühne, des 90 Sänger starken Chores, der professionell geschneiderten Kostüme und des „wunderschönen Bühnenbildes“.
Quelle (Text/Foto): Bischöfliches Presseamt Regensburg




