Freispruch für Ex-Staatsoberhaupt Wulff widerlegt Medien-Schlammschlacht

Der ehem. Bundespräsident und frühere niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) ist am heutigen Donnerstag, den 27.2.2014, durch das Landgericht Hannover vom Verdacht der Vorteilsnahme bzw. Korruption freigesprochen worden. Dieses positive Urteil kommt für Kenner der Causa Wulff allerdings wenig überraschend.

English: President of Germany Christian Wulff ...Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft Hannover dem ehem. deutschen Staatsoberhaupt vorgeworfen, vor 6 Jahren von dem Filmproduzenten Groenewold 720 Euro für Hotel- und Bewirtungskosten erhalten zu haben. Zwei Monate später habe Wulff bei Siemens-Chef Peter Löscher um Unterstützung für Groenewold geworben.

Das Landgericht sah es keineswegs als erwiesen an, daß Wulff damals illegale Zuwendungen erhalten und deshalb sein Amt als Ministerpräsident rechtswidrig für eine Unterstützung Groenewolds genutzt habe. Auch der Filmproduzent selbst wurde vom Vorwurf der Vorteilsgewährung freigesprochen.

Christian Wulff war im Februar 2012 nach einer monatelangen Medienkampagne, an der sich vor allem die BILD-Zeitung beteiligte, als Bundespräsident zurückgetreten.

Hinweis:
Unser CHRISTLICHES FORUM hatte sich in fast vierzig Artikeln und Berichten gegen jene Presse-Schlammschlacht ausgesprochen:
hier eine chronologische Auflistung: http://charismatismus.wordpress.com/category/causa-christan-wulff/

Foto: Wikipedia

 


Souverän und mutig: Glaubenspräfekt Gerhard Ludwig Müller und die Causa Christian Wulff

Von Felizitas Küble

Erzbischof Gerhard L. Müller   –  er ist  Chef der römischen Glaubenskongregation  –  stellt bei vielen Themen unter Beweis, daß er mutig, standpunktfest und geistig souverän auf aktuelle Ereignisse, Streitthemen und grundsätzliche Herausforderungen zu reagieren vermag.

Dies zeigt sich z.B. auch angesichts diverser Debatten um Ex-Bundespräsident Christian Wulff:

Zu einem Zeitpunkt, als dieser auf dem Höhepunkt seiner Macht und Beliebtheit stand, als er sich zudem noch der besonderen Gunst der BILD-Zeitung erfreute, die das “Traumpaar” Christian und Bettina ständig in Jubelpose präsentierte  –  genau damals, als die Medien-Sonne äußerst freundlich über dem Präsidenten leuchtete, besaß der damalige Bischof von Regensburg den Mut, das deutsche Staatsoberhaupt daran zu erinnern, daß er als Katholik durchaus keine Sonderrechte beanspruchen kann.

In jener Zeit  –  Mitte September 2011  –  ging es in der öffentlichen Diskussion u.a. darum, daß Wulff als geschieden-Wiederverheirateter nicht zum Tisch des HERRN geladen ist.

Reformorientierte Katholiken wandten sich wie üblich gegen den vermeintlich “starren” Standpunkt der katholischen Kirche   –  und auch der Bundespräsident selbst brachte beim amtlichen Empfang von Papst Benedikt in Berlin sein persönliches Eheschicksal indirekt zur Sprache, was durchaus nicht zu seiner Aufgabe als Staatsoberhaupt gehörte.

Der damalige Bischof von Regensburg, Gerhard L. Müller, hatte seinerzeit öffentlich daran erinnert, daß geschieden-Wiederverheiratete nicht zu den Sakramenten zugelassen sind   –   und wir berichteten darüber. Der Untertitel unseres Beitrags lautete: „Der Bundespräsident hat als Katholik keine besonderen Vorrechte.“

Der damalige Oberhirte von Regensburg hatte öffentlich klargestellt: „Wir Katholiken gehen von dem hohen Gut, ja, dem Geschenk der Unauflöslichkeit der Ehe aus.” 

Das gelte auch für den Katholiken Christian Wulff, so der Bischof: „Als Bundespräsident hat Christian Wulff im staatlichen Sektor Anspruch auf besondere Achtung. Als Katholik hat er keine besonderen Vorrechte.“

Als sich Christian Wulff noch in Glanz und Gloria, in Glamour und Glück sonnen konnte, zeigte Bischof Müller klaren Mut zum Widerspruch  –  und genauso beweist er ihn jetzt, wenn er jene unfaire, geradezu verleumderische Pressekampagne vom Vorjahr kritisiert, die Christian Wulff zum Rücktritt veranlaßte.

Medienkritik hört man von Kirchenführern sonst eher selten  –  viele Bischöfe wollen es sich mit dieser mächtigen “vierten Gewalt” im Staate wohl nicht verderben (mitunter gewinnt man den Eindruck, als hätten die Medien längst schon die “erste Gewalt” inne).

Glaubenspräfekt Gerhard L. Müller hat sich jetzt zum Korruptionsprozeß gegen Ex-Präsident Wulff geäußert: “Wer nur ein wenig Gerechtigkeitssinn hat, kann den juristischen und finanziellen Aufwand um 700 Euro nicht verstehe”, stellte er in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazins FOCUS klar. 

Er fügte hinzu: “Es ist auch nicht zu tolerieren, dass Personen in ihrer Menschenwürde so verletzt und gekränkt werden dürfen, besonders wenn die Vorwürfe gar nicht bewiesen sind.”

Damit dokumentiert Erzbischof Müller erneut seinen wachen Gerechtigkeitssinn und seine zeitgeistkritische Courage, die allen Bischöfen zu wünschen wäre.

Foto: Bistum Regensburg


Der Katholik Christian Wulff und der ewige Wert der ehelichen Treue

Erst verließ er (Wulff) sie (seine rechtmäßige erste Frau) – und jetzt verläßt sie (Bettina) ihn (den Ehebrecher)

Viel Schadenfreude über das  –  zumindest vorläufige  –  Scheitern der Zweit-Ehe von Christian Wulff ist allenthalben vernehmbar, das Internet quillt davon über  –  und wohl bald auch die “restliche” Medienlandschaft, wenngleich vielleicht etwas dezenter als im weniger geordneten Netz.

“Bettina gehört zu Wulff wie der Islam zu Deutschland”   – “Der Wulff ohne Schlafpelz”  –   solche und ähnliche Scherze machen nun die Runde.

Doch mit flapsigen Sprüchen, so trefflich sie auch erscheinen,  ist es nicht getan.

Vielmehr sollte jetzt eine ernsthafte Werte-Debatte in Gang kommen; eine Diskussion über ewige Werte  –  genau: zeitlose, immer gültige Grundsätze.

Dazu gehört auch und vor allem die eheliche Treue, die kein leerer Wahn sein darf.

Gemälde: Evita Gründler

Gemälde: Evita Gründler

Christian Wulff hatte in seiner Amtszeit als niedersächsischer Ministerpräsident seine ihm angetraute Ehefrau Christiane und die gemeinsame Tochter verlassen und sich eine weitaus jüngere Lebedame angelacht; die Geliebte wurde bereits schwanger, als Wulffs Ehe noch nicht einmal geschieden war.

Der CDU-Politiker Christian Wulff ist katholisch, seine erste Ehe bleibt gültig, auch nach Scheidung und standesamtlicher zweiter Heirat, denn das sakramentale Band der Ehe ist unauflöslich  –  das gilt auch für Politiker, Staatsoberhäupter usw.

Wie wurde doch damals anläßlich von Wulffs Ehebruch mit seiner jungen Strahlefrau vielfach über die angeblich so altmodische katholische Ehe-Moral hergezogen. 

Wie wurde der Bundespräsident von Presseleuten noch und nöcher gelobt, nachdem er bei seiner Begrüßungs-Ansprache anläßlich des Papst-Besuches  2011 indirekt an der katholischen Haltung gegenüber geschiedenen Wiederverheirateten herummäkelte:

Wulff hatte dem Oberhaupt der kath. Kirche in seiner Rede provokativ die Frage gestellt, wie „barmherzig“ denn diese Kirche mit den „Brüchen in den Lebensgeschichten von Menschen“ umgehe. Er hätte sich besser selber der Frage gestellt, wie “barmherzig” er als Ehebrecher mit Frau und Tochter umgegangen ist.

Am 22. Dezember 2011 schrieb ich im CHRISTLICHEN FORUM in einem Artikel über Wulffs “Fettnäpfchen” Folgendes hierzu:

“Nicht zu vergessen seine fast schon peinliche Ansprache beim diesjährigen Papstempfang, wo er dem hohen Gast indirekt seine Privatprobleme servierte  –  und sich damit eher spätpubertär als staatsmännisch verhielt…

Folgendes kann angesichts der aktuellen Wulff-Debatte vielleicht auch bedacht werden: Hätte er nicht seine Ehefrau verlassen und sich eine Geliebte namens Bettina an Land gezogen, die heute als “First Lady” durchs Land flaniert, dann hätte er kein neues Haus benötigt  –  und den jetzigen Skandal gäbe es schlichtweg nicht.

“Das ist der Fluch der bösen Tat, die fortzeugend Böses muß gebären“, schrieb Schiller einst in seinem Drama “Wallenstein” – wie wahr!”

Bereits am 30. September 2011 haben wir die deutliche Kritik von Prälat Wilhelm Imkamp  –  Direktor der Wallfahrtsstätte “Maria Vesperbild”   – veröffentlicht, der u.a. erklärte:

“Wenn der katholische Christ Wulff sein politisches Amt und dessen Möglichkeiten dazu benutzt, seine persönlichen Probleme mit und in der Kirche zu thematisieren, könnte man durchaus von einer gewissen Grenzüberschreitung sprechen.” 

Auch Bischof Gerhard L. Müller sprach damals Klartext

Noch früher, am 19. September, hatten wir Bischof Gerhard L. Müllers klare Äußerungen zitiert, der daran erinnerte, daß geschieden-Wiederverheiratete grundsätzlich nicht zum Tisch des HERRN geladen sind.  –  Der Untertitel unseres Beitrags lautete: „Der Bundespräsident hat als Katholik keine besonderen Vorrechte.“

Der damalige Oberhirte von Regensburg hatte öffentlich klargestellt: „Wir Katholiken gehen von dem hohen Gut, ja, dem Geschenk der Unauflöslichkeit der Ehe aus.” 

Das gelte auch für den Katholiken Christian Wulff, so der Bischof: „Als Bundespräsident hat Christian Wulff im staatlichen Sektor Anspruch auf besondere Achtung. Als Katholik hat er keine besonderen Vorrechte.“

Diese beiden Kirchenmänner, die wir beispielhaft erwähnen,  zeigten Standfestigkeit und Mut in einer Zeit, als das “Traumpaar” Christian und Bettina die Fotoserien der Illustrierten prägte  –  und alles in Glanz und Gloria, in Glamour und Glück erstahlte.

Und jetzt?

Die Frage stellen heißt sie beantworten.

Immerhin wird jetzt sogar  die links-alternative Berliner “taz” etwas nachdenklich. In ihrem Kommentar “Ein bürgerliches Trauerspiel” schreibt die “Tageszeitung” heute Folgendes:

“So aber wird Christian Wulff in steigendem Maße zum Sinnbild einer Gesellschaft, die unsicher ist hinsichtlich ihres eigenen Wertesystems: Reichtum und Glamour werden bewundert  –  und zugleich beneidet… Schicke, möglichst junge Lebenspartnerinnen zeugen von der eigenen Potenz. So lange – und nur so lange – sie bleiben.

Erstaunlich, dass die Unionsparteien noch immer so hohe Umfragewerte verbuchen können, obwohl vieler ihrer Repräsentanten das, wofür Konservative einstmals standen, im Privaten längst nicht mehr vertreten. Man blicke auf Horst Seehofer, auf Ole van Beust oder auf Karl-Theodor zu Guttenberg.”

Mit dem “bürgerlichen Lager” kann es wohl kaum zum besten stehen, wenn es jetzt ausgerechnet von linker Seite an konservative Werte erinnert wird.

Von diesen Grundsätzen will Frau Bettina Noch-Wulff offenbar nicht allzu viel wissen. Bereits in ihrem Buch “Jenseits des Protokolls”, in dem sie ihren Mann ohnehin unverblümt blamierte, hatte sie klargestellt:

“Ich will mich endlich einmal um meinen eigenen Kern kümmern, um mich selbst, meine Träume und Wünsche. Auch Christian muss sich diesbezüglich umstellen, denn ich fordere jetzt mehr Zeit für mich ein.”

Es geht also um die liebe “Selbstverwirklichung”  -  nicht gerade der beste Baustein für die ewige Treue….

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

 
 

Ex-Bundespräsident Christian Wulff: nach wie vor kein Tatverdacht

Im Ermittlungsverfahren gegen Ex-Bundespräsident Christian Wulff hat die Staatsanwaltschaft Hannover nach Informationen des Nachrichtenmagazins “Focus” zurzeit keinen hinreichenden Tatverdacht. Dieser ist die Voraussetzung für eine Anklage.

Eine Entscheidung darüber, ob Anklage erhoben wird, solle frühestens im September fallen.

Auch im Verfahren gegen Wulffs Ex-Sprecher Olaf Glaeseker gibt es laut “Focus” zurzeit keinen ausreichenden Tatverdacht.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Wulff wegen des Verdachts der Vorteilsannahme, gegen Glaeseker wegen des Verdachts der Bestechlichkeit.

Quelle: dts /Fulda-Info

Im Mai dieses Jahres hatte die Berliner Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen Christian Wulff mangels Tatverdacht eingestellt: http://charismatismus.wordpress.com/2012/05/24/ermittlungsverfahren-gegen-ex-bundesprasident-christian-wulff-wird-eingestellt/

Hinweis: Das CHRISTLICHE FORUM äußerte sich in dutzenden Artikeln  g e g e n  die unfaire Schlammschlacht, die in der Causa Wulff von Medien- und Politikerseite geführt wurde – siehe hier:

http://charismatismus.wordpress.com/category/causa-christan-wulff/


Ermittlungsverfahren gegen Ex-Bundespräsident Christian Wulff wird eingestellt

Die Staatsanwaltschaft Berlin wird ihr Ermittlungsverfahren wegen Vorteilsannahme gegen den zurückgetretenen Bundespräsidenten Christian Wulff einstellen.  Dies erfuhr die Berliner Zeitung “Tagesspiegel” aus Justizkreisen.

Eine offizielle Bestätigung gab es allerdings noch nicht. “Die Ermittlungen sind abgeschlossen”, sagte Justizsprecher Matthias Rebentisch.

Quelle hierfür:  http://www.tagesspiegel.de/politik/ex-bundespraesident-berliner-staatsanwaltschaft-stellt-ermittlungen-gegen-wulff-ein-/6665872.html

Damit ist der Bundespräsident teil-entlastet. In Hannover läuft ein weiteres Ermittlungsverfahren, das vermutlich länger dauert und dessen Ausgang noch offen ist.

Hinweis: Unser CHRISTLICHES FORUM äußerte sich in dutzenden Artikeln und Berichten  g e g e n  die Schlammschlacht, die in der Causa Wulff von Medien- und Politikerseite geführt wurde – siehe hier:

http://charismatismus.wordpress.com/category/causa-christan-wulff/


Martin Mosebach stellt klar: Der Islam gehört nicht zu Deutschland

Gestern veröffentliche die Tageszeitung “Die Welt” (online) ein Interview mit dem bekannten Schriftsteller und Büchner-Preisträger Martin Mosebach über die Situation des christlichen Glaubens in Deutschland und der Welt.

Dabei stellte ihm die Redaktion auch die Frage: “Gehört der Islam zu Deutschland, wie es Christian Wulff gesagt hat und wie es Volker Kauder jetzt in Abrede stellt?”

Mosebachs Antwort:

“Wenn ein Politiker sich über den Islam äußert, kann er sagen: Die Deutschen, die sich zum Islam bekennen, haben dieselben Bürgerrechte wie die anderen Deutschen. Das ist eine Selbstverständlichkeit. Aber der Satz “Der Islam gehört zu Deutschland” ist eine verantwortungslose und demagogische Äußerung. Was hat der Islam zu unserer politischen und gesellschaftlichen Kultur bisher beigetragen?

Unser Grundgesetz fußt auf dem Christentum, auf der Aufklärung und auf weit in die deutsche Geschichte zurückreichenden Konstanten, wie etwa dem Partikularismus. Da gibt es kein einziges islamisches Element – woher sollte das auch kommen?

Wenn die muslimischen Deutschen die kulturelle Kraft besitzen sollten, der deutschen Kultur islamische Wesenszüge einzuflechten, dann mag man in hundert Jahren vielleicht einmal sagen: der Islam gehört zu Deutschland.”

Quelle und vollständiges Interview hier:   http://www.welt.de/kultur/article106207333/Der-Unglaube-im-Osten-ist-ein-Erbe-Preussens.html


Staatsrechtler Martin Kriele beanstandet Medien-Übermacht bei Kampagnen

Scharfe Kritik an der Rolle der Medien bei den Rücktritten der Bundespräsidenten Horst Köhler (2010) und Christian Wulff (2012) übt der Staatsrechtler Prof. Martin Kriele.

Er vermißt die Kontrolle der Medien durch andere Medien, insbesondere durch die seriöse Presse und die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten. In diesen beiden Kampagnen habe sich gezeigt: „Presse kritisiert nicht Presse.“

In einem Artikel der “Zeitschrift für Rechtspolitik”, deren Mitherausgeber der emeritierte Professor ist, bekräftigt Kriele den Grundsatz, daß alle Machtausübung Kontrolle durch eine freie Presse brauche.

Die Medien besäßen in der Demokratie viel Macht: „Sie können die Inhaber der Staatsgewalt um Vertrauen und Amt bringen.“  -Doch auch diese Macht bedürfe der Kontrolle durch die jeweils anderen Medien.

Prof. Kriele: „Bleibt ihr die Kritik erspart, wird sie zu einer übermächtigen Manipulations-Instanz, die die gewählten Amtsinhaber zum Machtkampf herausfordert.“  – Köhler habe mit seinem überraschenden Rücktritt sofort  davor „kapituliert“.

Im Fall Wulff sei in den Medien zwei Monate lang zur alles beherrschenden Frage geworden: „Was lässt sich dem Bundespräsidenten Übles nachsagen?“

Dabei habe man zu Mutmaßungen, Andeutungen und Unterstellungen gegriffen, aber die juristischen Voraussetzungen etwa für Vorteilsnahme im Amt vernachlässigt.

Bei den staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen werde es darauf ankommen, ob eine Verknüpfung von Leistung und Gegenleistung gegeben war. Wenn nicht, werde es nach rechtsstaatlichen Prinzipien zu einer Einstellung des Verfahrens oder Freispruch kommen.

Prof. Kriele fragt: „Wieso fühlten sich nicht auch die anklagenden Medien diesen Grundsätzen verpflichtet? Wieso haben nicht wenigstens einige widersprochen?“ Journalisten hätten den Grundsatz „erdacht“, dass nicht einmal der „Anschein“ eines Delikts entstehen dürfe. Kriele: „Ob er entsteht, haben die Medien in der Hand. Sie erzeugen ihn, indem sie ihn unterstellen.“

Freilich habe auch Wulff dazu beigetragen, dass er angreifbar geworden sei. So habe er nicht immer die „ganze“ Wahrheit gesagt. Als Bundespräsident Johannes Rau umstritten war, sei Wulff selbst als „übertriebener Moralist“ aufgetreten: „Das wird ihm jetzt heimgezahlt.“

Das grundsätzliche Problem sei aber: „Boulevard- und Kampfpresse bedürfen der Ergänzung durch eine seriöse Presse, das private Fernsehen der Ergänzung durch öffentlich-rechtliche Anstalten, die den Bürger verlässlich informieren.“

Diese Kontrolle der Medien durch die Medien funktioniere aber nicht. Dieses Problem sei nicht durch eine Änderung des Grundgesetzes zu lösen. Prof. Kriele hierzu: „Es ist ein Problem der politischen Kultur unserer Demokratie.“

Die Medien könnten sich zwar freuen, daß sie diesen Machtkampf gewonnen hätten: „Aber sie haben wenig Anlass zu moralischer Selbstgerechtigkeit. Wir sind darauf angewiesen, dass sie uns verlässlich informieren.“

Quelle: evangelische Nachrichtenagentur IDEA

 


Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 271 Followern an