Syrien: Schweizer Bischofskonferenz appelliert an den Westen, den Extremismus der “Rebellen” nicht zu dulden
Veröffentlicht: 27. April 2013 Einsortiert unter: Causa SYRIEN | Tags: Bischof Büchel, islamischer Extremismus, Rebellen, Schweizer Bischofskonferenz, Syrien Schreibe einen Kommentar »Stellungnahme von Bischof Markus Büchel, Vorsitzender der Schweizer Bischofskonferenz:
“Tief betroffen und empört nehmen die Schweizer Bischöfe Anteil am Schicksal der beiden entführten syrischen Amtsbrüder. Sie fordern von den Entführern umgehend die Freilassung des syrisch-orthodoxen Bischofs Yohanna Ibrahim sowie des griechisch-orthodoxen Bischofs Bulos Yazigi.
Gleichzeitig rufen wir, gemeinsam mit Kirchenvertretern aus aller Welt, die Parteien im syrischen Bürgerkrieg dazu auf, endlich die Rechte religiöser Minderheiten, gleich welcher Herkunft, zu respektieren und zu schützen.
Die jüngsten Entführungsfälle der beiden Bischöfe aus Aleppo stehen in einer langen Reihe von gewaltsamen Übergriffen gegen Christen in Syrien. Die fortschreitende Vertreibung und Ermordung christlicher Gemeinschaften in Syrien muss endlich gestoppt werden.
Hier tragen auch die westlichen Verbündeten der Aufständischen in Syrien eine große Verantwortung. Diese jüngsten Entführungen, wofür gemäß kirchlichen Quellen eine Gruppe islamistischer Extremisten verantwortlich ist, zeigen einmal mehr, dass im Krieg in Syrien extremistische Kräfte einen immer stärkeren Einfluss gewinnen.
Die Bischöfe fordern deshalb auch die westlichen Regierungen auf, in ihrer Syrienpolitik die Interessen der religiösen Minderheiten stärker einzubeziehen und den zunehmenden Einfluss extremistischer Kräfte nicht zu dulden.”
126 Parlamentarier von CDU/CSU fordern sofortige Freilassung der entführten orthodoxen Bischöfe in Syrien
Veröffentlicht: 26. April 2013 Einsortiert unter: Causa SYRIEN | Tags: Appell, CDU/CSU, Entführung, Freilassung, Gerda Hasselfeldt, orthodoxe Bischöfe, Syrien, Unions-Abgeordnete, volker kauder 2 Kommentare »Eindringlicher Appell der Bundestagsabgeordneten
In der Nacht auf Dienstag, 23. April 2013, wurden in Syrien zwei orthodoxe Erzbischöfe von radikal-islamischen “Rebellen” entführt.
126 Abgeordnete der CDU/CSU-Bundestagsfraktion haben einen Appell unterzeichnet und fordern die sofortige Freilassung der beiden Bischöfe. Der Appell, der auch vom Fraktionsvorsitzenden Volker Kauder und seiner 1. Stellvertreterin Gerda Hasselfeldt unterzeichnet ist, hat folgenden Wortlaut:
„Wir fordern die sofortige Freilassung des syrisch-orthodoxen Erzbischofs von Aleppo, Mor Gregorios Yohanna Ibrahim, und des griechisch-orthodoxen Erzbischofs von Aleppo und Iskenderum, Boulos Yazigi.
Die beiden Erzbischöfe wurden in der Nacht auf Dienstag, 23. April 2013, von Aufständischen entführt, ihr Aufenthalt ist weiter unbekannt. Ein Diakon, der Fahrer der beiden Erzbischöfe, wurde bei der Entführung ermordet.
Wir nehmen mit großer Sorge wahr, dass die Religionen von den Bürgerkriegsparteien gezielt gegeneinander aufgehetzt werden, um so den Hass zwischen den Menschen in Syrien weiter anzustacheln.
Die dramatische Situation in Syrien fordert täglich weitere Menschenleben – die Entführung der beiden Erzbischöfe und die erbarmungslose Hinrichtung ihres Fahrers sind nur drei von vielen Schicksalen, bei denen täglich Unschuldige dem Bürgerkrieg zum Opfer fallen.
Wir appellieren an die Entführer, die beiden hohen Geistlichen sofort freizulassen und unversehrt zu ihren Gemeinden zurückkehren zu lassen.“
Den Appell unterzeichneten neben Volker Kauder und Gerda Hasselfeldt folgende Parlamentarier aus CDU und CSU:
Ingrid Fischbach, Dr. Maria Flachsbarth, Ute Granold, Ilse Aigner, Dorothee Bär, Thomas Bareiß, Norbert Barthle, Ernst-Reinhard Beck, Peter Bleser, Prof. Dr. Maria Böhmer, Wolfgang Bosbach, Dr. Reinhard Brandl, Klaus Brähmig, Helmut Brandt, Heike Brehmer, Ralph Brinkhaus, Gitta Connemann, Thomas Dörflinger, Marie-Luise Dött, Enak Ferlemann, Dirk Fischer, Hartwig Fischer, Klaus-Peter Flosbach, Michael Frieser, Erich G. Fritz, Dr. Michael Fuchs, Alexander Funk, Norbert Geis, Alois Gerig, Eberhard Gienger, Peter Götz, Reinhard Grindel, Hermann Gröhe, Michael Grosse-Brömer, Prof. Monika Grütters, Manfred Grund, Olav Gutting, Dr. Stephan Harbarth, Jürgen Hardt, Helmut Heiderich, Ursula Heinen-Esser, Frank Heinrich, Rudolf Henke, Christian Hirte, Robert Hochbaum, Karl Holmeier, Franz-Josef Holzenkamp, Hubert Hüppe, Thomas Jarzombek, Prof. Dr. Egon Jüttner, Andreas Jung, Dr. Franz Josef Jung, Alois Karl, Bernhard Kaster, Dr. Stefan Kaufmann, Ewa Klamt, Volkmar Klein, Jürgen Klimke, Jens Koeppen, Hartmut Kosch, Michael Kretschmer, Dr. Günter Krings, Rüdiger Kruse, Dr. Hermann Kues, Günter Lach, Dr. Karl A. Lamers, Prof. Dr. Norbert Lammert, Katharina Landgraf, Dr. Max Lehmer, Paul Lehrieder, Ingbert Liebing, Daniela Ludwig, Dr. Michael Luther, Georg von der Marwitz, Stephan Mayer, Dr. Michael Meister, Philipp Mißfelder, Dr. Philipp Murmann, Michaela Noll, Dr. Georg Nüßlein, Franz Obermeier, Rita Pawelski, Sibylle Pfeiffer, Beatrix Philipp, Ruprecht Polenz, Eckhard Pols, Thomas Rachel, Eckhardt Rehberg, Lothar Riebsamen, Josef Rief, Klaus Riegert, Prof. Dr. Heinz Riesenhuber, Johannes Röring, Erwin Rüddel, Dr. Annette Schavan, Karl Schiewerling, Christian (Fürth) Schmidt, Nadine Schön, Dr. Ole Schröder, Bernard Schulte-Drüggelte, Armin Schuster, Detlef Seif, Johannes Selle, Reinhold Sendker, Bernd Siebert, Thomas Silberhorn, Johannes Singhammer, Carola Stauche, Erika Steinbach, Dieter Stier, Stephan Stracke, Max Straubinger, Dr. Peter Tauber, Hans-Peter Uhl, Arnold Vaatz, Stefanie Vogelsang, Andrea Voßhoff, Marco Wanderwitz, Marcus Weinberg, Peter Weiß, Sabine Weiss, Annette Widmann-Mauz, Klaus-Peter Willsch, Elisabeth Winkelmeier-Becker
Syrien: Radikal-islamische “Rebellen” entführten mehrere Bischöfe – Unionsfraktion fordert sofortige Freilassung
Veröffentlicht: 23. April 2013 Einsortiert unter: Causa SYRIEN | Tags: Aleppo, Aufständische, CDU/CSU-Fraktion, Entführung, islam, orthodoxe Bischöfe, Rebellen, Syrien, volker kauder Schreibe einen Kommentar »Am 22. April wurden der syrisch-orthodoxe Erzbischof von Aleppo, Mor Gregorios Y. Ibrahim und sein griechisch-orthodoxer Amtsbruder Boulos Yazigi, der Erzbischof von Aleppo und Iskenderum, von Aufständischen in Syrien brutal entführt. Ihr Verbleib ist unbekannt.
Dazu erklärt Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, in einer Pressemitteilung:
„Die feige Entführung der hohen Geistlichen ist ein weiterer Schlag gegen die Christen in Syrien. Wir verurteilen dieses Verbrechen, bei dem der Fahrer der Bischöfe hingerichtet wurde, auf das Schärfste.
Wir fordern die sofortige Freilassung der beiden Kirchenführer.
Mit großer Sorge beobachten wir die Entwicklung des Bürgerkrieges in Syrien, der der Bevölkerung unfassbares Leiden bringt. Das Assad-Regime, aber auch die islamistischen Kämpfer führen ihre Auseinandersetzung brutal und ohne Rücksicht auf die Menschen.
Gerade die syrischen Christen sind dabei in einer schwierigen Lage. Ihre geistigen Führer wie Erzbischof Mor Gregorios Ibrahim rufen zu Friede und Vernunft auf. Junge Christen entziehen sich dem Wehrdienst. Dennoch werden sie Opfer des Konfliktes.
Wir erinnern uns an das schreckliche Leiden der Christen im Irak, das viele der sich nun in Syrien abzeichnenden Züge trug. Entführungen, gezielte Gewalt, Terrorakte und Erpressungen haben zu einem Exodus der irakischen Christen geführt. Viele von ihnen leben als staatenlose Flüchtlinge in Syrien. Nun droht ihren Glaubensbrüdern und -schwestern dort das gleiche Schicksal.“
Syrien: Hunderttausende Christen auf der Flucht im In- und Ausland – “Rebellen” streben islamische Diktatur an
Veröffentlicht: 21. April 2013 Einsortiert unter: Causa SYRIEN | Tags: Christenverfolgung, HMK, islam, Rebellen, Scharia, Syrien Schreibe einen Kommentar »Christen geraten in Syrien immer mehr zwischen die Fronten rivalisierender islamischer Kampfgruppen. Sie werden von radikalen Moslems attackiert, entführt oder grausam ermordet.
Mehr als 150.000 syrische Christen leben als Flüchtlinge im eigenen Land. Sie sind meist aus den großen Städten in ländliche Regionen geflohen oder irren durch die Hauptstadt Damaskus, ohne Bleibe und ohne Versorgung mit Nahrungsmitteln oder Medizin. 
Viele Kinder und Jugendliche sind angesichts der erlebten Grausamkeiten schwer traumatisiert.
Hunderttausende Christen haben sich in benachbarten Ländern in Sicherheit gebracht. Doch in den Flüchtlingslagern in der Südost-Türkei wollen und können sie nicht bleiben: “Die Rebellen sammeln in den Lagern junge Männer ein und schicken sie zum Kämpfen über die Grenze zurück nach Syrien. Aber die Christen wollen nicht kämpfen, denn das ist nicht ihr Krieg“, erklärt Evgil Türker, der Vorsitzende des Verbandes aramäischer Vereine in der Türkei.
Viele Islamisten unter den “Rebellen”haben ein klares Feindbild: Nicht nur der Sturz Assads, sondern auch die Vertreibung der Christen ist ihr Ziel.
„Das sollten die EU-Außenminister bedenken, die über eine Aufhebung des Waffenembargos für Syrien beraten“, schreibt die FAZ über jene „Rebellen“, die einen islamischen “Gottesstaat” per Scharia (islamisches Religionsgesetz) errichten wollen.
Quelle (Text/Foto): Hilfsaktion Märtyrerkirche (HMK)
Syrien: Islamische “Rebellen” drohten entführter junger Journalistin mit “Hand abhacken”
Veröffentlicht: 16. April 2013 Einsortiert unter: Causa SYRIEN | Tags: Bürgerkrieg, islam, Rebellen, Syrien Schreibe einen Kommentar »Vier italienische Journalisten, die in Syrien verschleppt waren, sind wieder frei. Am Wochenende reisten sie wieder nach Rom zurück. Die Journalisten hatten sich in einer ehemals christlichen Zone Syriens aufgehalten, um über eine Kirche zu berichten, als sie von einer bewaffneten Gruppe gefangen genommen wurden.
Bei den Entführern handelte es sich um radikal-islamische Aufständische. Susan Dabbous ist eine der vier Journalisten. Die Italienerin hat syrische Wurzeln und war als freie Journalistin in Syrien unterwegs; sie schreibt häufig für die kath. italienische Tageszeitung Avvenire; nun berichtet sie:
„Neun Tage lang haben wir Hochs und Tiefs erlebt. Besonders am Anfang war es schlimm. Die Gruppe drohte, mir die Hand abzuhacken, falls ich einen Artikel über sie schriebe. Ich hatte Angst und dachte, dass ich sterben würde. Ich fragte die Gruppe, ob sie mir beibringen würden, wie sie beten. Damit wollte ich mich besser integrieren, weil ich dachte, dass ich monatelang bei ihnen bleiben würde.“
In dieser Situation sei ihr auch deutlich bewusst geworden, was wirklich im Leben zählt:
„Das Außergewöhnliche an einer Erfahrung dieser Art ist, dass sie einem paradoxerweise die Augen öffnet, wie viele Menschen dich lieben und wie einfach das Leben sein kann, wenn du einige wenige wichtige Dinge hast: Gesundheit, Glauben und Personen, die dich lieben.“
Die Entwicklung in Syrien sei insgesamt schwer einzuschätzen: „Dieser Bürgerkrieg könnte noch sehr lange dauern, wahrscheinlich ist es schon kein Bürgerkrieg mehr, denn es gibt inzwischen sehr viele Fremde hier, die gegen Assad kämpfen.”
Quelle: Radio Vatikan, div. Agenturen
Steht die Christenheit in Syrien vor dem Untergang?
Veröffentlicht: 9. April 2013 Einsortiert unter: Causa SYRIEN | Tags: Aleppo, Fatwa, Islamisten, Rebellen, Scharia, Syrien, Thomas Schirrmacher Schreibe einen Kommentar »Der seit zwei Jahren anhaltende Bürgerkrieg in Syrien ist zur „Hölle“ geworden. Besonders die christliche Minderheit leidet unter den Kämpfen zwischen dem Regime von Diktator Baschar Al-Assad und Aufständischen, zu denen auch zahlreiche islamische Extremisten gehören.
So hat der Chef des Terrornetzwerks El Kaida, Aiman al-Sawahiri, die Kämpfer aufgerufen, nach dem Sturz Assads einen islamischen “Gottesstaat” zu schaffen. Bis zu 6000 ausländische Islamisten kämpfen in Syrien; darunter sollen mehrere Dutzend Deutsche sein.
Christen werden von muslimischen Extremisten als Verbündete Assads wahrgenommen, weil sie unter dem sozialistischen Regime relative Glaubensfreiheit genossen. Kirchenleiter befürchten eine Auslöschung des Christentums in dem Land, in dem einst der Christenverfolger Saulus zum Völkerapostel Paulus wurde.
„Zeit der Rache“ an Christen
Mehr als 70.000 Tote hat der Bürgerkrieg bisher gefordert. Über vier Millionen Menschen – etwa ein Viertel der Bevölkerun – sind auf der Flucht; davon befinden sich 1,25 Millionen im Ausland, vor allem in der Türkei, dem Libanon und Jordanien. Allein vom 5. bis 8. April sind etwa 500 Syrisch-Orthodoxe in die Türkei geflohen. Sie finden vor allem in der Nähe des Klosters Mor Gabriel im anatolischen Tur Abdin Zuflucht.
In Syrien sind Christen teilweise brutaler Gewalt ausgeliefert. Sie werden von Islamisten enthauptet oder entführt, Frauen werden vergewaltigt, Kirchen und christliche Einrichtungen zerstört. Das berichten übereinstimmend die assyrische Nachrichtenagentur AINA, der Christliche Hilfsbund im Orient (Bad Homburg) und der Zentralrat Orientalischer Christen in Deutschland (ZOCD) mit Sitz in München.
Nach Angaben des Hilfsbunds haben Aufständische seit Karfreitag eine Offensive in Aleppo begonnen. Die „Zeit der Rache“ an Christen komme näher, weil sie als Unterstützer Assads gälten.
Fatwa erlaubt Vergewaltigungen
Wie der Ökumene-Beauftragte der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien in Berlin, Amill Gorgis, in einer Mitteilung des ZOCD schreibt, sei die “Freie Syrische Armee” (FSA), die Assad stürzen will, zum Teil von der Muslimbruderschaft unterwandert. Sie sei jedoch nicht so radikal und christenfeindlich wie die Salafisten und andere islamistische Gruppierungen, die Syrien als Schauplatz für ihren sogenannten „Heiligen Krieg“ betrachteten. Sie hätten in eroberten Städten die Scharia eingeführt und praktizierten Selbstjustiz. Christen gälten als „Menschen zweiter Klasse“. So hätten die Extremisten eine Fatwa (islamisches Rechtsgutachten) erlassen, die es muslimischen Kämpfern erlaube, unverheiratete Christinnen zu vergewaltigen.
Der Armenisch-Orthodoxe Patriarch von Jerusalem, Nourhan I., befürchtet, dass das Ende des Christentums in Syrien bevorsteht. Das Töten habe bereits begonnen. Der Menschenrechtsbeauftragte der Weltweiten Evangelischen Allianz, Prof. Thomas Schirrmacher, sieht einen „Massenexodus“ der rund 2,3 Millionen Christen voraus.
Von den 21 Millionen Einwohnern Syriens waren vor dem Bürgerkrieg 90 Prozent Muslime und 6,3 Prozent Christen, davon jeweils drei Prozent Katholiken und Orthodoxe plus kleine Gruppen von Protestanten. Die übrige Bevölkerung bestand aus Nichtreligiösen oder Anhängern anderer Religionen.
Quelle: http://www.idea.de
Syrien: Christen sind verfolgt im eigenen Land – “Rebellen” wollen islamische Diktatur errichten
Veröffentlicht: 6. April 2013 Einsortiert unter: Causa SYRIEN, CHRISTEN-Verfolgung | Tags: Christenverfolgung, Flüchtlinge, islam, open doors, Rebellen, Scharia, Syrien Schreibe einen Kommentar »Die Situation in Syrien spitzt sich dramatisch zu: Seit Beginn des Bürgerkrieges vor über zwei Jahren gibt es über 70.000 Todesopfer. Geschätzte 3,2 Millionen Menschen befinden sich innerhalb des Landes auf der Flucht.
Unter den “Rebellen” kämpfen vermehrt radikal-islamische Fanatiker mit dem erklärten Ziel, nach dem Sturz des Assad-Regimes einen “Gottesstaat” unter der Scharia (dem islamischen Religionsgesetz) zu errichten.
Syrische Christen sind inmitten der Kämpfe ein leichtes Ziel für Übergriffe, da sie erstens in der Regel keine der beiden Kriegsparteien unterstützen und zweitens der Errichtung einer islamischen Diktatur im Weg stehen. Das christliche Hilfswerk “Open Doors” erhält Berichte, wonach Christen von Islamisten attackiert, entführt oder grausam ermordet werden.
Mehr als 150.000 syrische Christen leben als Flüchtlinge im eigenen Land; weitaus mehr haben sich bereits in benachbarten Ländern in Sicherheit gebracht. Christliche Familien, die in Syrien bleiben wollen, sind aus den großen Städten in ländliche Regionen geflohen oder irren durch die Hauptstadt Damaskus, ohne Bleibe und ohne Versorgung mit Nahrungsmitteln oder Medizin. Viele Kinder und Jugendliche sind angesichts der erlebten Grausamkeiten schwer traumatisiert.
Weitere aktuelle Infos - auch zur weiteren Entwicklung der Hilfsprojekte - stellt Open Doors Deutschland unter http://www.opendoors.de/syrien zur Verfügung.
Syrien: Israelischer Armeechef warnt vor islamistischen Rebellen, die vom Westen unterstützt werden
Veröffentlicht: 14. März 2013 Einsortiert unter: Causa SYRIEN | Tags: Bashar Al-Assad, Golanhöhe, islam, Israel, Rebellen, Syrien, UN-Blauhelme Schreibe einen Kommentar »Der israelische Armeechef Benny Gantz hat davor gewarnt, daß sich die syrischen Rebellen, die von Europa und Amerika trainiert und ausgerüstet werden, gegen Israel wenden könnten, wenn sie das Regime des Diktators Assad gestürzt haben. “
Die Situation in Syrien ist unstabil und sehr gefährlich geworden,“ betonte Gantz bei der Herzlia- Sicherheitskonferenz: „Obwohl die Wahrscheinlichkeit eines Krieges mit Syrien gering ist, könnten die Terrororganisationen, die zur Zeit gegen Assad kämpfen, uns als nächste Herausforderung sehen.“
Seit dem Ausbruch des Bürgerkriegs in Syrien hat Israel wiederholt davor gewarnt, daß die Rebellengruppen aus radikalen islamistischen Organisationen wie Al Kaida bestehen und daß ihr Sieg die Spannungen an der israelisch-syrischen Grenze steigern würde.
Am Samstag hatten syrische Rebellen das Feuer auf UN-Truppen eröffnet, was die internationale Organisation dazu veranlaßte, eine „sehr aktive Überprüfung“ der Sicherheit ihrer Friedenssoldaten zu fordern. Israel befürchtet, daß die UN ihre Blauhelme gerade dann abziehen wird, wenn sie am meisten gebraucht werden.
Quelle: http://www.israelheute.com
Syrische “Rebellen” entführen über zwanzig Blauhelmsoldaten der UNO
Veröffentlicht: 8. März 2013 Einsortiert unter: Causa SYRIEN | Tags: Bashar Al-Assad, Daraa, Golan, Rebellen, Syrien, UNO-Soldaten Schreibe einen Kommentar »Am vergangenen Mittwoch haben radikal-islamische “Rebellen” auf den Golanhöhen an der Grenze zu Israel mehr als 20 Soldaten der Vereinten Nationen als Geiseln genommen. Der UNO-Sicherheitsrat hat eine Krisensitzung einberufen und fordert die Freilassung.
Die Blauhelm-Soldaten sind in der südlichen Provinz Daraa gefangengenommen worden. Die syrischen Rebellen wollen ihre Geiseln nicht freilassen, bevor Präsident Baschar al-Assad seine Regierungstruppen aus der Region zurückzieht.
SYRIEN: Metropolit Ibrahim über den Bürgerkrieg, die Lage der christlichen Minderheit und Chancen des Friedens
Veröffentlicht: 16. Februar 2013 Einsortiert unter: Causa SYRIEN | Tags: Aleppo, Bashar Al-Assad, Bürgerkrieg, Christen, Metropolit Ibrahim, Orthodoxie, Rebellen, Syrien Schreibe einen Kommentar »INTERVIEW von Edgar Auth mit Mar Gregorios Y. Ibrahim, Metropolit der Syrisch-orthodoxen Kirche von Aleppo
Was halten Sie von dem jüngsten Angebot der Regierung Assads zu Verhandlungen?
Metropolit Ibrahim: Das ist gut. Man sollte verhandeln. Es gibt drei wichtige Themen. Erstens: jede Übereinkunft sollte bald kommen – und eine Feuerpause einschließen. Sie können nicht zu einem neuen Level übergehen ohne Waffenruhe.
Danach sollte der zweite Schritt humanitäre Hilfe nach Syrien bringen. Viele Länder sind bereit, zu kommen und zu helfen. Das wäre gut für die Bürger, für Christen und Moslems.
Aber die dritte Frage ist, wie man einen wirklichen Verhandlungstisch etablieren könnte. Das Regime sollte wissen, dass die Opposition durch verschiedene Länder unterstützt wird. Es sind einerseits die Amerikaner, die Russen, die Iraner, dann die Länder der Region, Saudi Arabien, Katar und die Türkei.
Man kann das Problem nicht ohne sie lösen. Also sollten sie zusammenkommen und verhandeln. Aber am Ende sollte man Syrien den Syrern überlassen. Die Syrer sind bereit zusammenzuleben. Denn für viele Jahrhunderte präsentierte sich Syrien als Modell der Koexistenz in verschiedener Hinsicht, religiös, ethnisch etc.
Ich denke, das ist die Hoffnung, auf die wir für die Zukunft bauen. Das Regime sagt, dass es Verhandlungen ohne Vorbedingungen will. Aber die Opposition fordert, dass zuerst die Gefangenen freigelassen werden. Sie sollten zusammenkommen, reden und dann über die Zukunft Syriens entscheiden. Das könnte sehr schnell gehen. Wenn sie über diese beiden Themen einig sind, könnten sie einige Wochen verhandeln und zu einer Übereinkunft kommen, und Syrien wäre gerettet.
Doch derzeit versinkt Syrien in Chaos und Gewalt. Ihre Heimatstadt Aleppo ist in großen Teilen zerstört, viele Einwohner sind geflohen. Gibt es Hoffnung, dass das Leiden der Syrer beendet werden kann?
Metropolit G.: Ja, als Vertreter der Religion sollten wir immer mit Hoffnung leben und an Lösungen glauben. Das ist nicht leicht, aber teilweise und in bestimmten Situationen können wir ein wenig Licht am Ende des Tunnels sehen. Anders könnten wir nicht leben.
Es richtig, zwei Drittel der Stadt Aleppo sind zerstört. Viele Einwohner haben ihren Glauben und ihre Hoffnung verloren. Aber ich glaube, dass schließlich etwas kommen wird, das denen, die noch da sind, Hoffnung bringt. Dann können diejenigen, die geflohen sind, zurückkommen, so dass irgendwann nicht nur Aleppo, sondern der ganze Distrikt, das ganze Land Hoffnung schöpft.
Glauben Sie, es könnte eine Lösung mit Bashar al Assad geben?
Metropolit G.: Es könnte drei Schritte zur Beendigung dieses Kriegs in Syrien geben:
Erstens: zurück zur Verfassung von 1953. Denn dort ist eine Begrenzung der Macht des Präsidenten enthalten.
Zweitens: Man sollte eine neue Regierung haben, die alle Seiten und Parteien in Syrien und außerhalb repräsentiert. Diese Regierung sollte alle Bereiche innnerhalb Syriens kontrollieren.
Drittens wäre es gut, auf die Wahlen des Jahres 2014 zu warten. Wenn die Verfassung von 1953 anerkannt würde und auf der anderen Seite eine Regierung, die alle Bereiche und Parteien repräsentiert, könnten wir bis dahin warten. Wenn Präsident Bashar al Assad erwartet, dass er gewählt werden könnte, warum nicht.
Es ist die Entscheidung des Volkes, wir brauchen keine Einmischung von außen. Wenn es eine syrische Entscheidung wäre, dass Präsident Bashar al Assad zurückkommen soll, warum nicht?
Befürworten Sie ein militärisches Eingreifen von außen?
Metropolit G.: Es ist wichtig, drei Dinge nicht nach Syrien zu bringen: Erstens, eine militärische Intervention wäre eine Katastrophe. Jede militärische Intervention würde bedeuten, dass Syrien besetzt wird durch Truppen, die von außen kommen. Und dann wissen Sie nicht, wann diese Truppen Syrien wieder verlassen würden. Und wir wollen nicht, dass Syrien unter Kontrolle von außerhalb des Landes steht.
Zweitens sollten wir den Bürgerkrieg vermeiden. Es sollte nicht so kommen, dass die Länder von außerhalb diesen unterstützen. Das würde heißen, jeder nimmt ein Gewehr und die Menschen bringen sich gegenseitig um.
Drittens wollen wir keine Teilung des Landes. Denn das Land aufzuteilen wäre ein anderes Desaster. Wir haben von unserer Einheit profitiert. Eine Militärintervention könnte den Bürgerkrieg und dann die Teilung des Landes zur Folge haben. Ich bin also gegen jede Intervention von außen.
Was halten sie von dem Vorschlag, den der CDU-Politiker Volker Kauder in Ägypten gemacht hat, eine Flugverbotszone einzurichten und diese mit den Nato-Raketen in der Türkei zu kontrollieren?
Metropolit G.: Ich habe Herrn Kauder vor einem Jahr getroffen. Er war sehr für jeden Vorschlag, Frieden nach Syrien zu bringen. Ich weiß nicht, was jetzt in Ägypten passierte, aber ich denke, eine Flugverbotszone würde sich nicht negativ auf unsere Existenz auswirken. Es könnte ein wenig helfen, die Situation zu verbessern.
Wer sind die Kräfte, die in Syrien gegeneinander kämpfen? Man hört von islamischen Extremisten und von Banden. Man hört vom Kampf von Volksgruppen, Alawiten, Sunniten und Kurden gegeneinander. Welches sind die Hauptkräfte?
Metrop0lit G.: Ich denke, es gibt nur zwei Hauptkräfte: Eine ist repräsentiert durch die Freie Syrische Armee. Und innerhalb dieser finden sich verschiedene Gruppen wie die islamischen und andere. Aber diese sind nicht sehr wirkungsvoll. Die FSA ist gut organisiert und einig und sie versucht, alles gegen das Regime zu kontrollieren.
Die zweite Kraft ist das Regime. Sie haben das Militär, sie haben alles und sie kämpfen. Gewiss sind die Kurden ein Teil des Problems. Ich weiß, dass die (kurdische) PKK jetzt das Regime unterstützt und gegen die anderen kämpft, die gegen das Regime sind. Vielleicht sind auch Teile der Kurden auf Seiten der FSA. Aber das heißt nicht, dass da eine ethnische Gruppe gegen eine andere vorgeht. Die islamischen Fundamentalisten, die da kämpfen, sind indirekt unter Kontrolle der FSA. Am Ende, wenn es eine Lösung geben wird, werden diese Kämpfer zusammenkommen unter einem Schirm.
Den Christen Syriens sagt man nach, dass sie sich mit dem gewalttätigen Regime von Bashar al Assad verbündet hätten. Der Kirchenführung wird gar vorgeworfen, sie sei von Assad gekauft. Wie ist Ihre Haltung dazu?
Metropolit G.: Das ist nicht wahr. Es ist wichtig, zwei Daten zu unterscheiden. Eines ist der März 2011. Davor haben nicht nur Christen, sondern viele Syrer das Regime und den früheren Präsidenten Hafis al Assad und dann seinen Sohn Bashar gepriesen und unterstützt. Das war so etwas wie eine Tradition für alle ethnischen und für alle religiösen Gruppen, zusammenzukommen und sehr nette Worte zum Regime und dem Präsidenten zu sagen – und darunter waren die Christen, denn bis dahin hatte dieses Regime die Christen in Syrien beschützt.
Aber nach 2011 wurde das Regime beschuldigt, am Töten von Menschen beteiligt zu sein. Beide Seiten beschuldigten sich, an den Problemen schuld zu sein. Die Christen bildeten sich ihre Meinung. 80 Prozent von ihnen blieben ruhig. Von den übrigen zwanzig Prozent war ein Teil für und ein Teil gegen das Regime.
Wenn Sie heute nach Syrien kommen, haben Sie auf beiden Seiten Christen. Das ist eine sehr kleine Zahl. Die Mehrheit ist nicht glücklich und nicht willens, an den Auseinandersetzungen teilzunehmen. Für sie ist das wichtigste, dass jeder Wandel in der Zukunft für sie den vollen Respekt bringen wird. Die Christen erwarten von jedem Wandel, dass er eine neue konstruktive und akzeptierte Verfassung bringen wird, in der ihre Rechte und ihre Würde garantiert werden.
Das Zusammenleben ist für die Christen wichtig. Man kann nicht in einem Getto leben. In einem Getto leben, heißt langsam zu sterben. Wir müssen dynamisch sein und unsere Beteiligung an der Gesellschaft muss wie bei allen anderen sein.
Quelle per Metropolit Mar Gregorios Y. Ibrahim



