Der Geist des HERRN erfüllt das All

Das PFINGST-Poster des ECCLESIA-Plakatdienstes in Münster

ECCLESIA-Plakat des KOMM-MiT-Verlags in Münster

ECCLESIA-Plakat des KOMM-MiT-Verlags in Münster


Apostolat im Supermarkt: „Schmuddelware – nein, danke!“

Unsere Leserin, die Familienmutter Cordula Mohr, schickte uns folgenden interessanten Erlebnisbericht, der hoffentlich viele Christen dazu anregt, auch selber für die Ideale von Glaube und Sittlichkeit einzutreten:

„Kürzlich betrat ich unseren Lebensmittel-Supermarkt. Bereits im letzten Jahr beschwerte ich mich dort über Sexkalender, die schamlos nackte Frauen darstellten.  –  und sich noch dazu genau in Augenhöhe der Kinder befanden. Der Geschäftsführer stimmte meiner Kritik zu und versprach, derartiges in Zukunft zu unterlassen.

Nun wurden in diesem Jahr tatsächlich keine „nackten“ Kalender mehr angeboten, allerdings Adventskalender mit ganz knapp bekleideten Damen und Herren, die bei den üblichen Kinder-Adventskalendern lagen.  Ich beschwerte mich erneut beim Geschäftsführer.

Doch er fand es nicht so schlimm, da die abgebildeten Leute ja etwas anhatten  -  gerade mal eine Mütze und einen Streifen in roten Plüsch über Brüste und Unterleiber.  Immerhin versicherte er mir: „Wir werden diese Kalender nach hinten verlagern.“

Danach fragte er mich, ob ich gläubig sei, was ich bejahte. Er fragte weiter: „Katholisch gläubig?“   – Auch hier stimmte ich zu. Nun wollte er es noch genauer wissen: „Streng katholisch?“ -  Dieses beantwortete ich mit „Richtig katholisch!“

Er erzählte mir sodann, daß er nicht gefirmt sei und deshalb aus der Kirche ausgeschlossen. Ich erwiderte ihm, er sei nicht ausgeschlossen, da er ja getauft sei. Nun erkundigte er sich nach dem Sinn der Firmung. Ich erklärte ihm kurz etwas über die Gaben und Früchte des Heiligen Geistes.

So kamen wir in ein intensives Glaubensgespräch. Zwischendurch wurde der Dauerbrenner „Mißbrauch“ diskutiert. Ich wies ihn darauf hin, daß in den Medien vieles, was die Kirche betrifft, aufgebauscht wird.  Ich hätte die Zeit lieber genutzt, um ihm noch einiges über Glaubenslehre und Sakramente nahezubringen.

Als ich den Laden verließ, dachte ich bei mir: „Bring ihm doch den Katechismus. Dort kann er alles Wichtige über die Sakramente lesen.“

Als ich ihm mittlerweile das Büchlein brachte, nahm er es gerne an. Es handelte sich um den kleinen Katechismus von Pater Martin Ramm (Petrusbruderschaft). Nun meinte er aber, man müsse die Kinder selber entscheiden lassen, ob sie die Sakramente empfangen wollen  – er hatte selber zwei Kinder im Schulalter.

Ich konterte, daß man doch nur über etwas entscheiden kann, was man kennt. Dieses notwendige Wissen sollen die Eltern ihren Kindern weitergeben.  Wenn dies unterlassen wird, können Sekten die Unwissenheit der jungen Leute für ihre Zwecke ausnutzen.  Ich hatte den Eindruck, daß er nachdenklich und ernsthaft zuhörte.

Es war sicherlich eine etwas außergewöhnliche Begegnung.

Ich meine, daß wir Christen die Kaufhäuser kritisch auf Schmuddelware aufmerksam machen müssen, erst recht, wenn Kinder sie sehen können. Gerade zur Adventszeit kommt viel seichter Mist in die Regale. Mich hat diese Begegnung ermutigt, weiterhin die Geschäftsführer anzusprechen, wenn es nötig ist.“


Warum der kirchlich überlieferte Rosenkranz der beste ist

Vorsicht vor “geoffenbarten” Rosenkränzen

HERR, leite mich auf dem altbewährten Weg!“ (Ps 139,24)

Von Stjepan Vucina aus Bochum

 Teil I

Es gibt mittlerweile eine Menge verschiedener Rosenkränze im Angebot; etwa 50 sind mir der Benennung nach bekannt, andere auch inhaltlich.

Darunter findet sich auch eine ganze Reihe “geoffenbarter” Rosenkränze (die also auf angebliche Visionen bzw. “Privatoffenbarungen” zurückgehen), z.B. der „Tränenrosenkranz“, der „Endzeitrosenkranz“, der „Heilig-Geist-Rosenkranz“, der „Rosenkranz für die Armen Seelen“ oder der „Rosenkranz zur göttlichen Barmherzigkeit“.

Alle diese “visionär” entstandenen Rosenkränze bergen gewisse Gefahren in sich, die man bei oberflächlicher, unreflektierter Betrachtung nicht unbedingt erkennt.

Ein Problem liegt zunächst darin, dass man den klassischen Rosenkranz mit seinen Christus-Geheimnissen (das Evangelium!) verdrängt, wenn man sich den geoffenbarten Rosenkränzen widmet, die diese wichtigen Geheimnisse nicht oder nur geringfügig enthalten.

Wenn man z.B. in einer Offenbarung an die hl. Schwester Faustina über den „Rosenkranz zur göttlichen Barmherzigkeit“ liest: „Bete unablässig den Rosenkranz, den ich dich gelehrt habe“, dann stellt sich die Frage, wann dann überhaupt noch der klassische Rosenkranz gebetet werden soll, der doch wegen seiner erhabenen Glaubensgeheimnisse (eine Art Kurzform des Evangeliums) weit höher steht  -  und wenn man nach anderen Privatoffenbarungen dann noch weitere visionär entstandene Rosenkränze beten soll, etwa den „Rosenkranz für die Armen Seelen“:

Jede Seele, die diesen Rosenkranz betet, verteidige ich in der Stunde des Todes wie meine Ehre.“ (ebenfalls offenbart an Sr. Faustina)   .   oder den „Heilig-Geist-Rosenkranz“, der der Seherin Katharina Vogl von der Muttergottes offenbart worden sein soll:  „Ich bin die Braut des Heiligen Geistes. Rufe mich, sooft es dir möglich ist, im Heilig-Geist-Rosenkranz an.“

Wo also bleibt bei so vielen “visionären” Rosenkränzen noch Zeit und Raum für den klassischen, kirchlichen Rosenkranz mit dem Evangelium von Jesus Christus?

Wenn man nämlich alle diese Sonder-Rosenkränze beten wollte – und laut dieser Offenbarungen sollen sie alle gebetet werden  -  der „Rosenkranz zur göttlichen Barmherzigkeit“ sogar unablässig und der „Heilig-Geist-Rosenkranz“ sooft wie möglich etc., dann bleibt für den bewährten, jahrhundertealten Rosenkranz keine Zeit mehr übrig.

Es liegt also auf der Hand, was mit der Flut der geoffenbarten Rosenkränze erzielt wird: Der kirchlich überlieferte Rosenkranz wird verdrängt    -  stattdessen wird man gelockt und gebunden mit Aussagen wie etwa den folgenden:

Jede Seele, die dieses Rosenkranzgebet betet, verteidige ich in der Stunde des Todes wie meine Ehre. Auch wenn andere bei einem Sterbenden so beten, erhält er den gleichen Ablass.“

Ich bin die Braut des Heiligen Geistes. Rufe mich sooft es dir möglich ist im Heilig-Geist-Rosenkranz an. Diese Bitten, die darin enthalten sind, werden auf meine Fürbitte hin von der heiligen Dreifaltigkeit ganz besonders erhört.“

Wer auch immer ihn beten wird, erfährt in seiner Todesstunde meine große Barmherzigkeit.“

Solche Versprechen bzw. Verheißungen sollen den Katholiken an die geoffenbarten Rosenkränze binden, damit sie oft gebetet werden, wobei dann der wahre Rosenkranz, den der Heilige Geist seiner Kirche geschenkt hat, mehr oder weniger vernachlässigt wird.

Teil II

Im ersten Teil war die Rede von den geoffenbarten Rosenkränzen, die auf Kosten des kirchlichen Rosenkranzes verbreitet werden.. Hier im zweiten Teil geht es um ein sehr wichtiges Detail, das mehr Licht darauf wirft.

Der klassische Rosenkranz ist wegen seiner erhabenen Glaubensgeheimnisse christuszentriert. Diese Geheimnisse über die wichtigsten Lebensstationen Christi sowie über Christi Wirken über seinen Tod hinaus stehen im Mittelpunkt und ziehen den Blick des Betenden auf das Evangelium, das Wort Gottes, das beim Beten und Betrachten die Seele mit seiner Kraft und Weisheit nährt (Röm. 1,16), denn lebendig ist es, „kraftvoll und schärfer als jedes zweischneidige Schwert; es dringt durch bis zur Scheidung von Seele und Geist, von Gelenk und Mark; es richtet über die Regungen und Gedanken des Herzens.“ (Hebr. 4,12)

In den geoffenbarten Rosenkränzen nehmen dagegen spezielle Anliegen bzw. Bitten im wesentlichen den Platz des Evangeliums ein, so dass der Betende sich nicht mehr auf das Evangelium konzentriert,  sondern auf die speziellen Bitten.

Hier geschieht letztlich etwas Unerhörtes:  Diese Bitten verdrängen oder ersetzen gar das Evangelium. Für einen gläubigen Christen ist das eine Sackgasse, ist doch das Evangelium Gottes Wort, „das Wort der Wahrheit“, des Heils (Eph. 1,13), des Friedens (Eph. 6,15), der göttlichen Herrlichkeit (1 Tim. 1,11), des Lebens (2 Tim. 1,10), das für das Seelenheil von so großer Bedeutung ist (Röm. 1,16). Deshalb hat Christus seinen Aposteln aufgetragen, der ganzen Menschheit das Evangelium zu verkünden:

Geht hinaus in die ganze Welt und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen! Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet.“ (Mk. 16,15)

Das Evangelium rettet uns, denn es ist Gottes Kraft, göttliches Leben, das von keinem Christen verdrängt werden darf,  weil es so erhaben ist, dass man sogar sein Leben dafür geben muss, wenn es darauf ankommt:

Wer aber sein Leben um meinetwillen und um des Evangeliums willen verliert, wird es retten.“ (Mk. 8,35)

Deshalb schreibt der hl. Paulus im Heiligen Geist an Timotheus: “Leide mit mir für das Evangelium.“ (2 Tim. 1,8)

Wenn also das Evangelium nach der Heiligen Schrift, dem größten göttlichen Offenbarungsbuch aller Zeiten, so groß ist und so viel höher steht als unser Leben, wie könnte es dann sein, dass Christus oder seine Mutter Maria in geoffenbarten Rosenkränzen das Evangelium durch spezielle Bitten ersetzen und so letztlich verdrängen?

Sagt uns doch der hl. Paulus, von Gott inspiriert:

Halte Jesus Christus im Gedächtnis …, von den Toten auferstanden; so lautet mein Evangelium, für das ich zu leiden habe und sogar wie ein Verbrecher gefesselt bin; aber das Wort Gottes ist nicht gefesselt.“ (2 Tim. 2,8f.)

Halte … im Gedächtnis“ heißt es, denke an das Evangelium – auch im Rosenkranzgebet!

Es darf auch aus dem Rosenkranz nicht verschwinden! Und wer es durch Bitten (welcher Art auch immer)  ersetzt, der bereitet dem Evangelium Christi ein Hindernis!

„Damit wir dem Evangelium Christi kein Hindernis bereiten“ (1 Kor. 9,12), sollen wir die Bitten, die meist in Form von Gesätzchen vorkommen, aus dem Rosenkranz verbannen bzw. uns eben an den überlieferten, klassischen Rosenkranz halten.

Wer also ist es, der hier durch Offenbarungen von Bitt-Rosenkränzen dem Evangelium Christi ein Hindernis bereitet? Ist es Christus selbst? Seine Mutter? Nach dem Urteil der Heiligen Schrift unmöglich! Deshalb hören wir auf die Warnung der Apostel:  „Seid nüchtern und wachsam!“ (2 Petr. 5,8)  -  „Liebe Brüder, traut nicht jedem Geist, sondern prüft die Geister, ob sie aus Gott sind“ (1 Joh. 4,1)  -  „Prüft alles und das Gute behaltet! Meidet das Böse in jeder Gestalt!“ (1 Thess. 5,21-22)

Deshalb: Jede “Erscheinung”, die auf welche Art und Weise auch immer das Evangelium verdrängt oder es zu verdrängen versucht, auch im Rosenkranz, ist ein Geist, der nicht aus Gott sein kann.

Das bestätigen nicht nur das fehlende Evangelium in den geoffenbarten Rosenkränzen und diese “Visionen” solche, die zum beständigen Beten dieser Spezial-Rosenkränze auffordern, so dass für den echten Rosenkranz und sein Evangelium keine Zeit und kein Raum bleibt, sondern zudem meine eigenen Erfahrungen, die ich mit diesen “visonären” Rosenkränzen gemacht habe: sie haben mich nicht nur vom Beten des kirchlichen Rosenkranzes abgehalten, sondern in mir kam auch ein schlechtes Gewissen auf, als ich sie dann doch nicht mehr beten wollte, weil mir der echte Rosenkranz fehlte. Hinzu kam eine unterschwellige Angst, weil ich nun befürchtete, dass mir die entsprechenden Verheißungen nicht zuteil würden, die an diese geoffenbarten Rosenkränze gebunden sind. Mit Hilfe von Felizitas Küble bin ich  aus dieser Sackgasse herausgekommen!

In Anbetracht dieser Erfahrungen, die mich unter Druck setzten, und der Analysen, die ich gemacht habe, kann ich nur jedem raten, in aller Gelassenheit den kirchlichen Rosenkranz mit dem Evangelium zu beten und zu betrachten  -  und zwar so als ob es die geoffenbarten Rosenkränze gar nicht gäbe – denn was soll größer, stärker und mächtiger sein als Gottes Wort, das Evangelium von Jesus Christus?!

Lassen wir uns also nicht von irgendwelchen Privatoffenbarungen binden, gefangennehmen und in die Irre führen. Christus hat uns nämlich zur Freiheit der Kinder Gottes berufen  -  und nichts und niemand soll sie uns nehmen!

Teil III

Die Bitten, die in den geoffenbarten Rosenkränzen anstelle des Evangeliums im Mittelpunkt des Betrachtens stehen, können im echten Rosenkranz, den uns der Heilige Geist durch die Kirche geschenkt hat, ggf. vor dem jeweiligen Gesätz vorgetragen werden. Warum sollen sie nun ihren Platz im Gesätz haben  – also dort, wo sonst ein Glaubensgeheimnis aus dem Evangelium steht?

In diesem dritten Teil will ich an einigen Beispielen aufzeigen, dass die geoffenbarten Rosenkränze noch in einer anderen Hinsicht problematisch sein können, nämlich wenn sie durch die “Visionen” mit Irrlehren bespickt sind; ob diese nun offensichtlich oder weniger offensichtlich sind.

So wird zB. im „Tränenrosenkranz“ hinsichtlich der Madonna zu Jesus gebetet:  „…die dich auf Erden am meisten geliebt und dich am innigsten liebt im Himmel

Der zweite Teil des Gebets ist eine massive Irrlehre, die darauf abzielt, den Betenden zu dem Irrglauben zu führen, Mariens Liebe zu Christus sei inniger und damit größer und stärker als die des Vaters und des Heiligen Geistes.

Doch tatsächlich ist es so, dass im Himmel nicht etwa die Gottesmutter Jesus am innigsten liebt,  sondern der Vater und der Heilige Geist!

Durch diese Irrlehre, vermittelt durch einen Irrgeist, der sich als “Engel des Licht” tarnte, wird Mariens Liebe über die Liebe Gottes gestellt  – und damit das Geschöpf über den Schöpfer!  – Eine Gotteslästerung, die von nicht wenigen Katholiken gebetet wird (bis vor kurzem auch von mir) und die vom Unterbewusstsein aufgenommen wird, auch dann, wenn sie einem nicht bewusst ist, was die Sache noch gefährlicher macht!

Als weiteres Beispiel nehme ich den „Heilig-Geist-Rosenkranz“ mit seinen fünf Bitt-Geheimnissen. Beim Lesen dieser Geheimnisse habe ich nicht nur den Eindruc, als wäre der Heilige Geist bloß eine unpersönliche Kraft, die Jesus Christus für uns erst erbitten und zum Wirken anregen müsse, sondern es wird durch den Gebetstext letztlich auch verhindert, dass man den Heiligen Geist, der die dritte göttliche Person ist, im Namen Jesu Christi selbst um seine Gnaden und sein Wirken bittet:

Erstes Anliegen-Geheimnis: Jesus, der unser Herz für die Gnadenfülle des Heiligen Geistes empfänglich machen wolle.

Zweites Anliegen-Geheimnis: Jesus, der uns den Heiligen Geist erbitten und in uns die drei göttlichen Tugenden vermehren und stärken wolle.

Drittes Anliegen-Geheimnis: Jesus, der uns durch den Heiligen Geist stärken, erleuchten, leiten, regieren, führen und heiligen wolle.

Viertes Anliegen-Geheimnis:  Jesus, der unser Herz, mit der Liebe des Heiligen Geistes entzünden und mit tiefster Demut, Sanftmut, Geduld, Ergebung, Hingabe, Kraft und Heiligkeit erfüllen wolle.

Fünftes Anliegen-Geheimnis:  Jesus, der uns die sieben Gaben und zwölf Früchte des Heiligen Geistes erflehen, alles Gute verleihen und alles Böse abhalten wolle.

Im zweiten Geheimnis wird indirekt gesagt, dass wir Katholiken den Heiligen Geist nicht hätten, also sollen wir darum bitten, dass Jesus ihn uns erbeten wolle. Die Lehre unserer Kirche lautet aber: Jeder empfängt den Heiligen Geist durch die Taufe!

Zudem werden in der fünften Heilig-Geist-Bitte die “Sieben Gaben” des Heiligen Geistes erfleht, obwohl uns diese im Sakrament der Firmung verliehen werden.

Also Finger weg von geoffenbarten Rosenkränzen, die den überlieferten Rosenkranz verdrängen (der eine Kurzform des Evangeliums darstellt)   – und die mitunter sogar Irrlehren enthalten – unsere Seele soll aber auch beim Rosenkranzgebet von der Wahrheit, vom Wort Gottes genährt werden!

Also was bleibt uns nach all diesen Überlegungen?

Nich mehr und nichts weniger als das, was uns der Heilige Geist über Jahrhunderte hinweg geschenkt hat: der klassische, der bewährte, der kirchlich verkündete Rosenkranz! So können wir mit dem von Gottes Geist inspirierten Psalmisten beten:

HERR, leite mich auf dem altbewährten Weg!“ (Ps 139,24)


Katholischer Glaube: Leben und Wahrheit in Fülle

Die Kirche ist der “fortlebende  Christus” und ein Werk des Heiligen Geistes

Alle Jahre wieder hören wir dasselbe Lied, genauer gesagt Klagelied: sobald von vatikanischer Seite ein Wort ertönt, aus dem hervorgeht, daß die katholische Kirche als einzige im Vollsinn „Kirche“ ist, die anderen sog. „Kirchen“ jedoch  -  genau genommen -  allenfalls kirchenähnliche „Gemeinschaften“, dann ertönt ein Aufschrei allenthalben, nicht etwa nur von protestierenden Protestanten, sondern auch von „ökumenisch“ gesinnten Katholiken, zumal von vielen Theologen.

Dabei vergessen diese Kritiker, daß sich die zahllosen protestantischen Konfessionen selbst keineswegs als „Heilsinstitution“ betrachten, daß sie also ein ganz anderes Selbstverständnis vertreten als die kath. Kirche, die sich als „Ursakrament“ oder „Grundsakrament“ ansieht und somit  als Vermittlerin jenes Heiles wahrnimmt, das von Christus kommt und vor allem in den 7 Sakramenten wirksam wird.

Wie wenig sich der Protestantismus selber als „Kirche“ versteht, läßt sich auch an vermeintlichen Kleinigkeiten buchstäblich „ablesen“. Eine der umfangreichsten und angesehensten evangelischen Bibel-Konkordanzen ist die  großformatige „Elberfelder Bibelkonkordanz“ mit fast 1900 Seiten im Kleindruck, erschienen im Brockhaus-Verlag (Wuppertal).

Es gibt kaum ein Alltagswort (vom „Platzregen“ bis zum „Käuzchen“), das man dort entbehren müßte, doch den Ausdruck „Kirche“ sucht man vergebens. Offenbar wird „Kirche“ für Protestanten erst dann interessant, wenn die kath. Kirche diesen Begriff für sich selbst beansprucht.

Nun gibt es nicht wenige Katholiken,  zumal in konservativen Kreisen, die sich relativ innig zur Orthodoxie hingezogen fühlen und ernsthaft die These vertreten, die römische Kirche sei quasi der westliche Teil der Gesamtkirche Christi  -  und die orthodoxe Kirche sei ihr östlicher Teil (oder „Lungenflügel“).

Demnach hätte Christus also wohl einen Kirchenverband in zwei Teilen gegründet oder gar zwei Kirchen, die zwar getrennt, aber auf einer höheren Ebene  doch wiederum vereint sind. Solche Vorstellungen sind biblisch und dogmatisch gesehen aber unsinnig.

Wenngleich nicht bestritten werden kann, daß die orthodoxen Konfessionen dem katholischen Glauben  -  zumal in der Sakramentenlehre  – sehr viel näher stehen als die protestantischen Konfessionen, so ändert dieser unterschiedliche „Entfernungsgrad“ nichts an der grundlegenden Tatsache, daß die Orthodoxie keineswegs eine Stiftung Christi ist, sondern eine vor ca. 1000 Jahren erfolgte  Abspaltung von der Kirche des HERRN.

Warum sind wir Christen?

Weil wir uns auf die Zusage Christi verlassen: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben in Fülle.“ (Joh.10,11)

Dazu gehört nicht allein ein gelingendes Dasein im Diesseits, sondern vor allem die Verheißung ewigen Lebens im Jenseits:  dort werden wir einst das Leben in seiner ganzen Fülle erfahren, weil wir in GOTT die Quelle des Lebens schauen.

Warum sind wir Katholiken?

Weil zur Fülle des Lebens auch die Fülle der Wahrheit gehört.

In Joh. 20,31 heißt es, daß wir „durch den Glauben das Leben haben“.

Der Glaube ist die Annahme der Wahrheit Gottes, das JA zur „Offenbarung“, zur Selbstmitteilung Gottes durch die Propheten des Alten Bundes und besonders durch Christus, seinen eingeborenen Sohn.

Der Glaube kommt von Hören“, wie das bekannte Apostelwort erklärt  –  also nicht vom Fühlen oder rein menschlichen Denken; das sind nur Begleiterscheinungen. Entscheidend ist unser Hören auf Gottes Wort, auf seine Selbstoffenbarung in Christus, die uns die Kirche in Wort und Sakrament verkündet.

Wir sind also Katholiken, weil Christus selbst die Kirche gegründet hat, „damit sie die Wahrheit haben in Fülle“.  

Auch diese Aussage finden wir der Sache nach im Neuen Testament: So bezeichnet Paulus die „Kirche des lebendigen Gottes“  als „Haus Gottes“ und als eine „Säule und Grundfeste der Wahrheit“ (1 Tim 3,15).

Der hl. Apostel nennt die Christen sodann „Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes“, die auferbaut sind „auf der Grundlage der Apostel und Propheten, während Jesus Christus der Eckstein ist, in welchem der ganze Bau zusammengefügt ist zu einem heiligen Tempel im Herrn.“(Eph 2,19)

Aus diesen Worten geht hervor, daß Christus der Kirche vor allem zwei Aufgaben verliehen hat: sie soll als „Haus Gottes“ und „Tempel im Herrn“ die Wahrheit in Fülle verkünden und zugleich das Leben in Fülle vermitteln, also die Menschen durch „Wort und Sakrament“ zum Himmel führen.

Paulus bezeichnet die Apostel als „Diener Christi und Verwalter seiner Geheimnisse“ (1 Kor 4,1). Christus gab seinen Aposteln den Lehrauftrag: „Geht hinaus in alle Welt und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen.“ (Mk 16,15)

WORT und SAKRAMENT in ihrer HARMONIE

Dieser doppelte Auftrag in Wort und Sakrament wird allein in der kath.  Kirche in seiner ganzen Vielfalt, Fülle und Harmonie wahrgenommen.

Während die protestantischen Konfessionen insgesamt gesehen sehr „wortlastig“ sind, ist die Orthodoxie genau das Gegenteil, gewissermaßen „sakramentenfixiert“.

Allein die kath. Kirche hält hier eine gesunde Mitte ein, getreu jener vom Heiligen Geist getragenen Vernunft und Einsicht, die  Einseitiges und Extremes vermeidet.

Die „Wortlastigkeit“ des Protestantismus ist offensichtlich und in den reformierten Bekenntnissen, vor allem bei den Calvinisten, besonders ausgeprägt.

Hingegen haben die Lutheraner vergleichsweise mehr von der „sakramentalen“ Denkweise der kath. Kirche beibehalten. Immerhin vertrat Luther in der „Abendmahlsfrage“  – im Streit um die „Realpräsenz Christi“  – gegenüber Calvin und Zwingli einen Standpunkt, der dem katholischen Glauben relativ nahesteht. Auch die „Bilderstürmerei“ durch Reformierte bzw. „Wiedertäufer“ lehnte Luther ab.

Es handelt sich gleichwohl nur um graduelle Unterschiede innerhalb des Protestantismus. Im Wesentlichen  ist man sich darin einig, daß es in erster Linie Aufgabe kirchlicher Vertreter sei, das Wort Gottes zu verkünden  – die Sakramente dienen eher als Begleitmusik, gelten mit Ausnahme der Taufe als nicht heilsnotwendig, wobei sogar die Heilsnotwendigkeit der Taufe von einigen protestantischen Konfessionen bestritten wird (zB. Freikirchen, Baptisten, Mennoniten, Adventisten).

Die Orthodoxie hingegen vertritt genau das andere Extrem: Dort ist das kirchliche Leben weitgehend auf Gottesdienst und Sakramente konzentriert  – man könnte inso-fern von einem „Sakristei-Christentum“ sprechen. Im orthodoxen Gottesdienst, der sich stundenlang hinziehen kann, fehlt normalerweise die Predigt, ebenso vermißt man Lesungen aus dem Alten Testament (die es nur ausnahmsweise gib).

Bezeichnenderweise gibt es in der Orthodoxie kein  eigentliches, verbindliches  “Dogmengebäude”,  keine präzise,  systematische, klarumrissene, “amtliche”  Glaubenslehre. (Insoweit ist es auch bezeichnend, daß die katholische “Scholastik” abgelehnt wird  – und das nicht nur deshalb, weil diese zeitlich erst nach der Abspaltung der Orthodoxie auftrat; vielmehr wird die Verstandesbetontheit der Scholastik kritisiert.)

Der orthodoxe Glaube wirkt weniger vernunftorientiert,  er  erscheint mitunter eher wie eine weihrauch-umschwängerte Mysterienreligion, geprägt von spirítuellen Weisheiten und geheimnisvollen Betrachtungen über das „geistliche Leben“ usw.   – Im Vergleich zur Orthodoxie sind sselbst Protestanten mit ihren lehrhaften “Bekenntnisschriften“ strukturell noch stärker dogmatisch und systematisch orientiert.

Allein die kath. Kirche versteht es aber, erleuchtet vom Heiligen Geist, die beiden Grundpfeiler „Wort und Sakrament“ in ihrer ausgewogenen Bedeutung zu erkennen und zu gewichten.

So werden Einseitigkeiten vermieden, die ganze Wahrheit in ihrer Fülle  präsentiert und zur Harmonie eines umfassenden (und daher eben „katholischen“) Glaubens geführt.

Von der KRIPPE über das KREUZ zur HERRLICHKEIT

Diese Ausgewogenheit der Wahrheiten zeigt die kath. Kirche auch auf einer anderen Ebene, nämlich in „heilsgeschichtlicher“ Hinsicht:

Während die lutherische Mentalität bekanntlich auf die „Kreuzestheologie“ fixiert ist (weshalb z.B. der Karfreitag für Evangelische der höchste kirchliche Feiertag ist), konzentriert sich die Orthodoxie auf eine „Theologie der Herrlichkeit“, stark bezogen auf Auferstehung, Himmelfahrt und Pfingsten, auf die glorreichen Heilsgeheimnisse also.

Aus dieser Glaubensweise ergibt sich in spiritueller Hinsicht eine intensive Sehnsucht nach einer „Vergöttlichung“ des Menschen, was in manchen orthodoxen Werken derart stark betont wird, daß der Eindruck entstehen könnte, der grundlegende Abstand zwischen Gott und Mensch, der Abgrund zwischen Schöpfer und Geschöpf werde nicht mehr ausreichend beachtet, der Himmel gewissermaßen „vorweggenommen“. Aber hienieden wandeln wir eben im Glauben und durchaus nicht im Schauen, wie Paulus betont (2 Kor 5).

Allein die kath. Kirche knüpft hier wieder das Band der Harmonie: sie betont auch die „Inkarnations-Theologie“, also das Wunder der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus.

Daher die hohe Bedeutung von Weihnachten, daher die Verehrung der Gottesmutter, daher die vielen Darstellungen der seligen Jungfrau mit dem Christuskind, daher auch die Innigkeit und Wärme einer gesunden katholischen Marienfrömmigkeit.

Nicht zu vergessen der „Angelus“, das Gebet vom „Engel des Herrn“, der Maria die Botschaft brachte, wobei fromme Katholiken das Knie beugen, wenn es im Angelus heißt: „Und das Wort ist Fleisch geworden  – und hat unter uns gewohnt.“

Dasselbe geschieht beim „Großen Credo“ im überlieferten Ritus der hl. Messe: Beim Abschnitt „ER hat Fleisch angenommen vom Heiligen Geist aus Maria der Jungfrau und ist Mensch geworden“ kniet sich die Christenschar hin, um das zentrale Heilsgeheimnis der Menschwerdung Gottes zu ehren.

Gleichwohl weiß auch die kath. Kirche die Bedeutung von Kreuz und Auferstehung zu würdigen. Das Kreuzzeichen, das Freitagsgebot, das Kruzifix, der Kreuzweg und besonders das Meßopfer orientieren sich an Christi Opfertod auf Golgotha, Dreh- und Angelpunkt unserer Erlösung.

Auch von einer Vernachlässigung des Osterglaubens kann nicht die Rede sein, ist Ostern doch das höchste Fest im katholischen Kirchenjahr  – und auch durch Sonntagsheiligung und Sonntagskirchgang feiern wir die Auferstehung des HERRN.

Ergebnis also: Allein die Katholische Kirche gibt allen drei heilsgeschichtlichen Stufen (Inkarnation, Kreuzestheologie, Auferstehung)  den ihnen gebührenden Rang, verfällt in keine Übertreibungen, praktiziert keine Einseitigkeiten, sondern läßt auch hier alles in geordneter Harmonie an seinem richtigen Platz, verkündet und feiert die Heilsgeschichte in ihrer ganzen Vielfalt und Fülle von der Krippe über das Kreuz zur Herrlichkeit.

Von diesen drei Etappen der neutestamentlichen Heilsgeschichte zeugt auch der Rosenkranz, der einen betenden Bogen spannt von der Verkündigung des HERRN über Golgotha bis hin zur himmlischen Glorie.

Während die protestantische Glaubenswelt sehr christozentrisch orientiert ist gemäß dem reformatorischen Prinzip „Christus allein“ (solus Christus), ist die orthodoxe Spiritualität stark auf den Heiligen Geist bezogen, also pneumatisch geprägt.  Das zeigt sich dort auch in der Liturgie, etwa bei der Epiklese, der Herabrufung des Heiligen Geistes vor der hl. Wandlung.

Merkwürdig ist allerdings, daß das Sakrament der Firmung bei den Orthodoxen meist an die Kindertaufe „drangehängt“ wird und dadurch viel an eigenständiger Bedeutung einbüßt.

Auch in der Anbetung der heiligsten Dreifaltigkeit verzichtet die Katholische Kirche auf einseitige Fixierungen; sie läßt die drei göttlichen Personen quasi alle zu ihrem Recht kommen, auch Gott-Vater, den Schöpfer und „Gesetzgeber“. Keine Konfession betont die Bedeutung der göttlichen Gebote so stark wie die Katholische Kirche. Dabei verweist sie auf das zeitlos gültige Wort des HERRN: „Willst Du zum Leben eingehen, so halte die Gebote!“ (Mt 19,17)

Felizitas Küble, Leiterin des KOMM-MIT-Verlags und des Christoferuswerks in Münste


Bischof Peric über die wirkliche Gottesmutter und die “Erscheinungen” von Medjugorje

Firm-Predigt von Bischof Ratko Peric am  1.7.2000 in Medjugorje

Liebe Firmlinge
und alle anderen frommen Gläubigen!

Gestern wurde der Tag des Heiligsten Herzens Jesu an mehreren Orten in unseren Diözesen festlich gefeiert.  Heute feiert die Kirche den Gedenktag des Unbefleckten Herzens Mariens.

Früher war dieser Gedenktag am 22. August (ich erinnere mich mit Dankbarkeitsgefühl Gott gegenüber daran, dass ich 1969 gerade diesen Mariengedenktag für meine Primiz ausgewählt habe)  –  und seit mehreren Jahren wird er am Tag nach dem Feiertag des Herzens Jesu gefeiert  – nebeneinander: und es ist auch recht so. Der heutige Gedenktag regt uns an, über die Heilige Jungfrau Maria, die vom Heiligen Geist erfüllt war, insbesondere über ihr mütterliches Herz, einige Worte zu sagen.

In der Heiligen Schrift wird zweimal das mütterliche Herz Mariens erwähnt:

1)   Nach allem, was sich um die Geburt Jesu abspielte, schreibt der hl. Lukas: “Maria aber bewahrte alle diese Worte und erwog sie in ihrem Herzen” (Lk 2, 19).

2)  Nach der Begegnung im Tempel, als Jesus 12 Jahre alt war, schreibt wieder der hl. Lukas: “Seine Mutter bewahrte alle diese Worte in ihrem Herzen” (Lk 2,51)

Es ist eine einfache, mütterliche, menschliche Geste und Ausdrucksweise: sie bewahrte mit Dankbarkeit und erwog mit Liebe alle diese Worte  bzw. alle Erinnerungen in ihrem mütterlichen Herzen.

Sowohl in einem wie im anderen Fall wird nicht nur über die Worte geredet, die die Heilige Jungfrau gehört hat, denn in der ursprünglichen griechischen Sprache rhemata heißt Worte: Nachrichten, Lehre, Ereignisse, Erinnerungen.

Die Heilige Jungfrau erwägt es in ihrem Herzen, wie wenn man an den Perlen des Rosenkranzes die freudenreichen Geheimnisse erwägt, bewahrt es wie einen großen Schatz, bedankt sich bei Gott und bittet ihn, all das in ihrem Kopf und Herzen sinnig einzubinden.

Maria erzählte alles höchstwahrscheinlich dem HERRN, nachdem er erwachsen war; von IHM konnte sie den Sinn dessen hören und während seiner und ihrer Lebenszeit den vollen und verwirklichten Sinn all dieser Erinnerungen und Ereignisse erleben.

In den Evangelien erfahren wir einige Male, dass Maria etwas sagte, Fragen stellte, Gebete sprach. In den Evangelien nach Matthäus und  Markus gibt es keine direkte Rede Mariens. In den Evangelien des hl. Lukas und hl. Johannes gibt es einige direkte Äußerungen von ihr:

1)  In Nazareth fragte sie den Engel der Verkündigung: “Wie wird dies geschehen, da ich keinen Mann erkenne?” (Lk 1, 34). Und nachdem der Engel es auf eigene Art und Weise erklärt hatte

2) nahm sie es an und sagte: “Mir geschehe nach deinem Wort.” (Lk 1,38).

Diese Aussage Mariens wiederholen wir Katholiken täglich wenigstens einmal, wenn nicht dreimal, im Angelus-Gebet (Engel des Herrn).

3) Gottverherrlichend ist ihr Danklied aus zehn Zeilen, das Magnificat, ähnlich dem Gebet der alttestamentlichen Mutter Hannah:

“Hochpreiset meine Seele den Herrn –  und mein Geist frohlockt in Gott, meinem Heiland…Seine Barmherzigkeit währet von Geschlecht zu Geschlecht über denen, die ihn fürchten…” (Lk 1, 46-56).

Diesen Lobgesang beten oder singen wir Priester und Ordensleute jeden Abend aus unserem offiziellen Brevier als Pflichtgebet.

Danach zwei Worte, die Maria zu Christus sprach:

4)  Als er 12 Jahre alt war, damals im Tempel, als man ihn fand, sagte sie: “Kind, warum hast du uns das angetan? Siehe, dein Vater und ich suchten dich mit Schmerzen” (Lk 2, 48), was heute im Evangelium gelesen wurde.

5)  Am Anfang des öffentlichen Wirkens Jesu bei der Hochzeit zu Kana in Galiläa: “Sie haben keinen Wein mehr” (Joh, 2,3). Und gleich danach

6) sagte sie zu den Dienern: “Alles, was ER euch sagt, das tut” (Joh 2,5). Möglicherweise ähnlich bei noch weiteren Gelegenheiten.

Über diese Bibelstellen, in denen Maria direkt und ausdrücklich etwas fragt, sagt, betet, und über andere Stellen, wo sie zuhört, wo sie als Jungfrau und Mutter beschrieben und dargestellt wird, wurden tonnenweise theologische Bücher geschrieben, unzählige marianische Tagungen und Abhandlungen abgehalten, ernsthafte mariologische Magister- und Doktorprüfungen abgelegt.

Aus diesen biblischen Worten sprießt auch unser Glaube, unsere Beziehung zu Maria als Mutter Jesu und Leitbild im Glauben; hier ist sie uns Vorbild und Hilfe.

Besonders lieben wir das Wort Mariens, dass die Barmherzigkeit Gottes über denen währet, die ihn fürchten, denen, die in sich die Gabe der Ehrfurcht vor Gott und vor seinen Geboten haben.

Firmlinge, betet heute und immer besonders um die Geistesgabe der Ehrfurcht!

Wenn man das berücksichtigt, wenn man durch die Heilige Schrift Maria als fromme und schweigsame Jungfrau, als sorgsame und besonnene Mutter kennenlernt, die alles in ihrem Herzen erwägt und sehr wenig darüber erzählt, dann kann ein Gläubiger über die Geschichte nur staunen, dass sie hier in Međugorje schon seit fast zwanzig Jahren  –  ein Jahr weniger  –  von Tag zu Tag angeblich “erscheine” und jeweils fünf, zehn oder fünfzehn Minuten lang den sogenannten “Sehern” etwas übertrage: entweder in Form von sogenannten “Botschaften” oder in Form von “zehn Geheimnissen” (…)

Bedeutet dies, dass diese “Erscheinung, die bis vor kurzem etwa 6.940 Male geschah bzw.19 Jahre mal 365/6 Tage? Und dass sie ständig alltäglich erzählt und sich nur einmal im Monat mit einer öffentlichen “Botschaft” meldet, sich bei den angeblichen “Sehern” bedankend, ihrem Ruf gefolgt zu sein? Und dies zwanzig Jahre lang, und es würde so weiterhin in den nächsten zehn-zwanzig Jahren  -  oder wie lange auch immer  –  fortgesetzt.

Die offizielle Kirche, von den lokalen Bischöfen bis zur Bischofskonferenz, hat in diesem Fall nie eine “Erscheinung” als authentisch (echt) anerkannt.

Es wurde klar und deutlich erklärt, dass es nicht möglich ist, festzustellen, dass es sich überhaupt um übernatürliche Erscheinungen handelt.

Deswegen habe ich seelenruhig, entschlossen und deutlich am 14. Februar 1998 an den lokalen Pfarrer geschrieben: “Für die angeblichen sogenannten phantasiereichen und von der Katholischen Kirche weder anerkannten noch akzeptierten ‘Erscheinungen’ sollen den ‘Sehern’ für deren „Privatgebrauch’ keine offiziellen kirchliche Räumlichkeiten im Eigentum des Pfarramtes zur Verfügung gestellt werden”.

Der Pfarrer hat dies bereitwillig und gehorsam angenommen. Deswegen gebe ich hier die eindeutige Erklärung ab  -  und zwar als zuständiger Ordinarius bzw. Bischof, dass mich keine sogenannte “Erscheinung”, keine sogenannte “Botschaft” davon überzeugt, dass es sich um eine übernatürliche Erscheinung handelt.

Die Botschaften über Frieden und Gnade, über Fasten und Gebet, über Liebe und Buße sind ohnehin sowohl auf der biblischen als auch auf der Ebene der Kirchenlehre auf offizielle Weise ausgedrückt.

Und was ist mit den berühmten “Geistesgaben”?

Liebe Gläubige,

immer, indem ihr eine Kirche betretet und gläubig zu Gott betet, eure Sünden aufrichtig bekennt und bereut sowie mit Andacht die hl. Kommunion empfangt, könnt ihr diese Geistesgaben empfangen.

Die Firmlinge empfangen die Siebenfache Gabe des Heiligen Geistes  –  nicht weil sie in Međugorje oder in Mostar oder in Rom sind, sondern weil dies Sakrament von einem rechtmäßigen Amtsträger gültig gespendet wird.

Kein Mensch, der vernünftig ist und an Gott glaubt, würde sagen, dass es in den Pfarreien in der Welt, wo heilige Sakramente gültig und dem Kirchenrecht gemäß gespendet werden, keine Geistesgaben gibt.

Wo der Geist Gottes wirkt, dort gibt es auch die Geistesgaben!

Die Katholische Kirche läßt sich in ihrer Lehre und Bewahrung der heilbringenden Wahrheit nicht von der Anzahl  – ob viel oder wenig  -  der Menschen oder Völker leiten. Die Kirche Christi hält sich daran, was Gott verkündete, sowohl über sich selbst als auch über den Menschen und so auch über Maria, von der wir im Glauben festhalten

dass sie makellos empfangen wurde,
dass sie Muttergottes ist, d. h. dass sie nach dem Heilsplan des Vaters durch den Heiligen Geist unseren Erlöser Jesus Christus, den Sohn Gottes, die zweite Person der Heiligsten Dreifaltigkeit empfing und gebar
dass sie für immer Jungfrau blieb,
dass sie mit Seele und Leib in den Himmel aufgenommen wurde.

Die Kirche hält daran fest und glaubt, dass die hl. Jungfrau Maria erscheinen kann, dass sie im Laufe der Geschichte erschienen ist  -  dass es aber bis heute weder Beweise noch überzeugende Argumente gibt, dass sie in Međugorje jemals übernatürlich erschienen ist.

Wir alle, sowohl ihr Firmlinge als auch wir, beten zur hl. Jungfrau Maria, zur Mutter Jesu und unserer geistlichen Mutter, daß sie mit der Liebe ihres makellosen Herzens bei Gott für uns Fürbitte einlege. Möge sie mit ihrer mütterlichen Fürsorge über uns, über diese Ortschaft, über unser Bistum und die ganze Welt wachen. Amen.

QUELLE:  Internet-Portal des Bistums MOSTAR:

http://www.cbismo.com/index.php?mod=vijest&vijest=429


Die 7 Gaben des Heiligen Geistes

Der Prophet Jesaja kündigt in einer messianischen Vorschau an, daß Christus auch in seinem Menschsein ganz von den Gaben des Heiligen Geistes erfüllt ist. In der Septuaginta  -  der jüdisch-antiken griechischen Übersetzung des Alten Testamentes  -  heißt es in Jesaia 11,2 f.:

„Der Geist des HERRN ruht auf IHM: der Geist der Weisheit und der Einsicht, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis, der Frömmigkeit und der Gottesfurcht.”

Aus dieser prophetischen Aussage der Heiligen Schrift hat die katholische Kirche ihre Lehre von den „Sieben Gaben des Heiligen Geistes“ entfaltet, die im Sakrament der Firmung vermittelt werden  –  und zwar durch Gottes Gnade und den Dienst der Kirche, nicht aus eigener Anstrengung, denn der Mensch kann sich die Gaben des Heiligen Geistes nicht eigenmächtig „aneignen“, geschweige kann er über den Heiligen Geist, „verfügen“, der nicht etwa nur eine „Kraft“ ist, sondern die anbetungswürdige dritte Person des dreieinigen Gottes.

Die katholische Lehre von den Sieben Gaben des Heiligen Geistes ist also keine selbstgebastelte „Zahlensymbolik“, sondern geht auf den Propheten Jesaja zurück. Zugleich entspricht die Siebenzahl der Geistesgaben auch der Siebenzahl der Sakramente  – und der Siebenzahl der Tugenden.

Die 7 Sakramente lauten: Taufe, Buße (Beichte), Hl. Kommunion, Firmung, Ehe, Priesterweihe und Krankensalbung.

Die 7 Tugenden teilen sich auf in die drei göttlichen Tugenden (Glaube, Hoffnung, Liebe) und die vier Kardinaltugenden (Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit, Mäßigkeit.)

Zurück zu den Sieben Gaben des Heiligen Geistes, über die leider kaum noch gepredigt oder im Religionsunterricht informiert wird, was zur Folge hat, daß zuweilen nicht einmal die Firmlinge darüber Bescheid wissen.

Die Sieben Gaben, die das Wirken des Heiligen Geistes im Menschen zum Ausdruck bringen, sind also folgende:

Der Geist der WEISHEIT
und des VERSTANDES (der Einsicht),
der Geist des RATES
und der STÄRKE,
der Geist der WISSENSCHAFT (Erkenntnis),
der FRÖMMIGKEIT
und der GOTTESFURCHT.

Mit WEISHEIT ist keine Ansammlung bloßen Wissens gemeint, sondern die Gabe, Gottes Wort zu erforschen und seinen Willen zu erkennen  – und ins eigene Herz aufzunehmen.

Bei der Gabe des VERSTANDES bzw. der EINSICHT geht es nicht allein um die natürlich-menschliche Vernunft, obwohl diese dazugehört, zumal sie von Gott geschaffen ist: Die Gnade baut auf der Natur auf und vollendet sie!  –  Hier ist vielmehr vor allem jene Einsicht gemeint, die immer tiefer in die Glaubensgeheimnisse eindringt und die fähig ist, Gutes und Böses, Wahrheit und Irrtum zu unterscheiden (Gabe der Unterscheidung der Geister).

Die Gabe des RATES hilft uns, den Willen Gottes in unserem Alltagsleben und vor wichtigen Entscheidungen zu erkennen. Wichtig ist es, guten Rat sowohl annehmen wie auch geben zu können   -  dazu hilft uns z.B. das Lesen der Heiligen Schrift, eine ernsthafte Gewissensbildung und die Wahl guter Freunde.

Die Gabe der STÄRKE entspricht in etwa der Kardinaltugend der Tapferkeit: hier geht es um die Bereitschaft, für Gott, seinen Gebote und unseren Glauben falls nötig auch Nachteile, Spott und Verfolgung in Kauf zu nehmen, um standhaft und unerschütterlich dem Willen Gottes gemäß zu sprechen und zu handeln.

Die Gabe der WISSENSCHAFT bzw. der ERKENNTNIS schenkt uns die Fähigkeit, menschliche Vernunft und Wissenschaft in den Dienst des Glaubens und eines sittlich guten Lebens  zu stellen und auf diese Weise der eigenen Ethik und dem Gemeinwohl zu dienen.

Die Gabe der FRÖMMIGKEIT meint keine abgehobene, weltfremde Einstellung, sondern die bewußte Gestaltung unseres alltäglichen Lebens aus einer tiefen Verbindung mit Gott  – etwa durch Gebet, Gottvertrauen, Sakramente, Werke der Nächstenliebe, Einsatz für Glaube und Kirche.

Die Gabe der GOTTESFURCHT hat nichts mit panischer Angst oder irdischer Furcht zu tun, sondern mit der nötigen Ehrfurcht vor Gott und seiner vollkommenen Heiligkeit, Erhabenheit und Herrlichkeit   –   wie dies dem Geschöpf gegenüber seinem Schöpfer geziemt. Die Gottesfurcht ist verwandt mit der Demut, der Bescheidenheit vor dem Ewigen im Bewußtsein unserer geschöpflichen Armseligkeit und unserer Anfälligkeit für die Sünde.

Diese Sieben Gaben des Heiligen Geistes sollen unser Christenleben prägen, gestalten und stärken. Wie wir sehen, geht es hier nicht um „Außergewöhnliches“, nicht um enthusiastische Schwärmerei, nicht um weltfremde Verstiegenheiten, sondern um einen besonnenen, vernünftigen und starkmütigen Glauben, der sich im Alltag bewährt und der auch in Leiden und Nöten standhält und treu bleibt.

Um diese Gedanken zusammenfassend auf einen Nenner zu bringen, können wir feststellen: der Heilige Geist ist ein Geist der Besonnenheit und der Nüchternheit, der Erkenntnis und der Selbstbeherrschung.  Der glaubensstarke Völkerapostel Paulus schreibt in diesem Sinne an seinen Schüler bzw Mitarbeiter Timotheus, daß Gott uns „einen Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit geschenkt“ hat (2 Tim 1,17).

Daher bringt der Heilige Geist keine unnüchternen, schwarmgeistigen Früchte hervor, die seiner Natur widersprechen, zu der eben auch die Besonnenheit gehört. Der heilige Paulus ruft mehrfach dazu auf, auch in seinem Brief an die Römer, worin es heißt, jeder solle „darauf achten, besonnen zu sein“ (Röm 12,3).

Felizitas Küble, Leiterin des KOMM-MIT-Verlags und des Christoferuswerks in Münster

 


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