Papst Franziskus über die Madonna: Maria ist unsere Mutter und Erzieherin; sie sorgt sich um unsere geistliche Gesundheit

In dieser allgemein verständlich formulierten, aber gehaltvollen und tiefsinnigen Predigt am 6. Mai 2013 vor der bekannten Madonnen-Ikone „Salus Populi Romani“ (Beschützerin des römischen Volkes) erläuterte Papst Franziskus die freudenreichen Glaubensgeheimnisse des Rosenkranzes, die uns im Neuen Testament bezeugt werden; vor allem die Menschwerdung Gottes in Christus.

Foto: Radio Vatikan

Foto: Radio Vatikan

Zu ihrem und unserem göttlichen Erlöser will die selige Jungfrau uns alle führen mit jenem Leitwort, mit dem sie einst bei der Hochzeit zu Kana die Diener aufforderte: “Was ER euch sagt, das tut!”  -  Hier folgt nun die marianische Predigt im vollen Wortlaut, worin der Papst vor allem Mariens Aufgabe als unsere geistliche Erzieherin erläutert:

Liebe Brüder und Schwestern!

Heute Abend stehen wir vor Maria. Unter ihrem mütterlichen Schutz haben wir sie darum gebeten, uns zu einer immer tieferen Einheit mit ihrem Sohn Jesus zu führen; wir haben unsere Freuden und Sorgen, unsere Hoffnungen und Schwierigkeiten zu ihr hingetragen.

Unter dem schönen Titel „Salus Populi Romani“ haben wir sie um Gesundheit für uns alle, für Rom und für die gesamte Welt angerufen, denn Maria schenkt uns Gesundheit; sie ist unsere Gesundheit.

Durch seine Passion, seinen Tod und seine Auferstehung bringt Jesus Christus uns die Rettung. ER schenkt uns die Gnade und die Freude an der Gotteskindschaft und daran, Gott in Wahrheit als Vater bezeichnen zu dürfen.

Maria ist die Mutter; eine Mutter ist vor allem um die Gesundheit ihrer Kinder besorgt und versteht es, diese stets mit großer Liebe und Zärtlichkeit zu pflegen. Die Gottesmutter schützt unsere Gesundheit   -  doch was bedeutet das?

Orientalische Ikone

Orientalische Ikone

Ich denke dabei vor allem an drei Aspekte: Sie unterstützt uns in unserem Wachstum, bei der Bewältigung unseres Lebens und in unserer Freiheit.

Eine Mutter hilft ihren Kindern dabei, groß zu werden und möchte, dass sie gut gedeihen. Daher erzieht sie ihre Kinder dazu, sich nicht von der  – nicht zuletzt einem gewissen Wohlstand entspringenden   -  Bequemlichkeit leiten zu lassen, sich nicht an ein angenehmes Leben zu gewöhnen, das allein auf den Besitz von Habseligkeiten ausgerichtet ist.

Die Mutter trägt Sorge dafür, dass die Kinder immer weiter wachsen, stark werden und die Fähigkeit zur Verantwortung, zum Einsatz und zum Streben nach großen Idealen erlangen.

Im Evangelium nach dem hl. Lukas lesen wir folgendes über Jesus in der Familie von Nazareth: „Das Kind wuchs heran und wurde kräftig; Gott erfüllte es mit Weisheit und seine Gnade ruhte auf ihm“ (Lk 2,40).

Maria hilft uns, stark im Glauben zu werden

Genau dies vollbringt die Gottesmutter an uns: Sie unterstützt uns in unserem Wachstum als Menschen und im Glauben   -  und sie hilft uns dabei, stark zu werden und nicht der Versuchung eines oberflächlichen Mensch- und Christseins zu erliegen, sondern vielmehr ein verantwortungsvolles und immer weiter nach oben strebendes Leben zu verbringen.

In zweiter Hinsicht denkt eine Mutter auch insofern an die Gesundheit ihrer Kinder, indem sie diese dazu erzieht, den Schwierigkeiten des Lebens entgegenzutreten. Die Erziehung und die Sorge um das Wohl der Kinder bestehen nicht darin, Probleme zu vermeiden, als sei das Leben eine Autobahn ohne Hindernisse.

Eine Mutter hilft ihren Kindern dabei, die Problemen des Lebens realistisch zu betrachten, sich nicht in ihnen zu verlieren, sondern sich ihrer mit Mut anzunehmen, nicht schwach zu sein, sondern sie in einem gesunden Gleichgewicht zu überwinden, das eine Mutter zwischen den Bereichen der Sicherheit und den Gefahrenzonen „spürt“.

Es gibt kein Leben ohne Herausforderungen. Wenn ein Junge oder ein Mädchen diesen nicht zu begegnen weiß, indem er bzw. sie sich selbst ins Spiel bringt, dann ist er bzw. sie ohne Rückgrat!

Erinnern wir uns an das Gleichnis vom barmherzigen Samariter: Jesus empfiehlt nicht die Haltung des Priesters und des Leviten, die dem unter die Räuber geratenen Mann keine Hilfe zuteil werden lassen, sondern jene des Samariters, der die Lage dieses Mannes erfasst und sich seiner auf konkrete Weise annimmt.

Maria weist uns den Weg ihres Sohnes

Maria begegnete vielen schweren Momenten in ihrem Leben: von der Geburt Jesu, als „in der Herberge kein Platz für sie war“ (Lk 2,7) bis hin zum Kalvarienberg (vgl. Joh 19,25). Wie eine gute Mutter ist sie uns nahe, damit wir angesichts der widrigen Umstände des Lebens, unserer Schwäche und unserer Sünden den Mut nicht verlieren: Sie gibt uns die Kraft und weist uns den Weg ihres Sohnes.

Auf Johannes zeigend, sagt Jesus vom Kreuz herab zu Maria: „Frau, siehe, dein Sohn!“  – und zu Johannes: „Siehe, deine Mutter!“ (vgl. Joh 19,26-27). Dieser Jünger ist der Inbegriff für uns alle: Der HERR vertraut uns voller Liebe und Zärtlichkeit den Händen der Mutter an, so dass wir uns bei der Bewältigung der   -  auf unserem menschlichen und christlichen Weg vorhandenen  -  Hindernisse getragen fühlen.

Schließlich begleitet eine gute Mutter ihre Kinder nicht allein in ihrem Wachstum, wobei die Probleme und Herausforderungen des Lebens nicht vermieden werden, sondern hilft auch, die endgültigen Entscheidungen in Freiheit zu treffen.

Freiheit ermöglicht gute Entscheidungen

Doch was ist Freiheit?  -  Gewiss besteht sie nicht darin, alles zu tun, was man will, sich von Leidenschaften beherrschen zu lassen, unreflektiert von einer Erfahrung zur anderen überzugehen, den Moden der Zeit zu folgen; Freiheit bedeutet nicht, gleichsam alles, was einem nicht gefällt, aus dem Fenster zu werfen. Die Freiheit ist uns geschenkt, damit wir es verstehen, die guten Entscheidungen im Leben zu treffen!

Als gute Mutter erzieht uns Maria dazu, wie sie selber zu sein und endgültige Entscheidungen zu treffen, in jener vollkommenen Freiheit, mit der sie dem göttlichen Plan für ihr Leben mit Ja zugestimmt hat (vgl. Lk 1,38).

Wir dürfen nicht immer “Jugendliche” bleiben

Liebe Brüder und Schwestern, wie schwierig ist es in unserer Zeit, endgültige Entscheidungen zu treffen! Das Vorläufige verführt uns. Wir sind Opfer einer Tendenz, die uns zur Vorläufigkeit führt, als wollten wir unser ganzes Leben lang Jugendliche bleiben!

Lasst uns keine Angst vor dem verbindlichen Engagement haben; vor jenen Verpflichtungen, die das gesamte Leben betreffen und einschließen! So wird unser Leben fruchtbar sein!

Die gesamte Existenz Mariens ist ein Hymnus auf das Leben, ein Hymnus der Liebe zum Leben: Sie hat Jesus aus ihrem Fleisch hervorgebracht und die Geburt der Kirche am Kalvarienberg und im Abendmahlsaal begleitet.

Die „Salus Populi Romani“ ist die Mutter, die uns im Wachstum und bei der Bewältigung der Probleme Gesundheit schenkt und uns für die endgültigen Entscheidungen frei macht. Sie ist die Mutter, die uns lehrt, fruchtbar und offen zu sein für das Leben, stets Früchte des Guten, der Freude und der Hoffnung zu tragen und den anderen leibliches und geistliches Leben zu schenken.

Darum bitten wir dich, O Maria, „Salus Populi Romani“, Beschützerin des römischen Volkes und unser aller Beschützerin: Schenke uns die Gesundheit, die du allein uns geben kannst, auf dass wir stets Zeichen und Werkzeuge des Lebens seien.

Quelle: kath. Nachrichtenagentur ZENIT.org


HOCHFEST der Verkündigung des HERRN: “Der Engel des HERRN brachte Maria die Botschaft”

Aus der heutigen Festlesung der kath. Kirche: Lukas 1,26-38:

Im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret zu einer Jungfrau gesandt. Sie war einem Mann namens Josef anverlobt, der aus dem Hause David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria.

Der Engel trat bei ihr ein und sprach: Sei gegrüßt, du Gnadenvolle, der HERR ist mit dir.  media-373855-2
Maria erschrak über diese Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe. Da sprach der Engel zu ihr:

Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben. ER wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der HERR, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. ER wird über das Haus Jakob herrschen in Ewigkeit   –   und seiner Herrschaft wird kein Ende sein.

Maria fragte den Engel: “Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne?

Der Engel antwortete ihr:

Der Heilige Geist wird über dich kommen und die Kraft des Höchsten dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden. Auch Elisabeth, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat. Denn für Gott ist nichts unmöglich.

Und Maria sprach:  “Siehe, ich bin die Magd des HERRN; mir geschehe nach Deinem Wort.”  -  Danach verließ sie der Engel.


Kardinal Newman über Marias Diskretion und Bescheidenheit auf Erden – und im Himmel !

Als Christus zu predigen begann, zog sich seine Mutter zurück; sie mischte sich nicht in sein Werk ein; ebenso begann sie nicht zu lehren und zu predigen, nachdem Jesus in den Himmel zurückgekehrt war; sie setzte sich auch nicht auf den päpstlichen Stuhl; sie nahm am priesterlichen Dienst nicht teil; sie beschränkte sich darauf, ihrem Sohn demütig in der von den Aposteln täglich gefeierten hl. Messe zu begegnen. Die Apostel sind nun ihre Diener im Himmel aber auf Erden waren sie ihre Oberen in der Kirche.

Foto: Paul BaddeSelbst damals, nach ihrem Tod und den der Apostel, als sie Königin wurde und zur Rechten ihres Sohnes Platz genommen hatte, wandte sie sich nicht an das gläubige Volk, damit es ihren Namen bis an die Enden der Erde bekannt mache und die Welt auf sie blicke, sondern wartete geduldig auf den Zeitpunkt, an dem ihre Glorie dazu beitragen konnte, der Glorie ihres Sohnes zu dienen. (…)

Als man gegen ihre Verehrung Einwände vorbrachte, hat sie geduldig auf den Tag gewartet, an dem man ihr ihre Rechte nicht mehr streitig machte; ja, sie hat bis heute gewartet, um endlich, wenn Gott es erlaubt, und ohne jeden Widerspruch, die prächtigste ihrer Kronen zu erhalten, indem man unter dem Jauchzen der ganzen Kirche die makellose Reinheit ihrer Empfängnis anerkennt.

Quelle:   John-Henry Newman (1801 – 1890): “Konferenzen für Protestanten und Katholiken”, 17. Konferenz, Die Glorie Mariens hat die Glorie ihres Sohnes zum Gegenstand


Der hl. Beda über zwei prophetische Mütter: die Madonna und ihre Kusine Elisabeth

Der Hl. Beda lebte im Frühmittelalter (um 673 – 735),  er war Mönch und Kirchenlehrer. Über den Lobgesang der Gottesmutter, das im Lukas-Evangelium bezeugte Magnificat, das Maria bei der Begegnung mit ihrer Kusine Elisabeth anstimmte, schrieb der hl. Beda folgende Betrachtung:

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Maria sprach:Meine Seele preist die Größe des HERRN und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter“.

Sie sagt damit: Der HERR hat mir eine so große, unerhörte Gnade erwiesen, daß sie in keiner Sprache Ausdruck finden kann; allein die Liebe  -  und auch sie nur im Herzensgrund  – kann sie erfassen. Deshalb will ich mit der ganzen Kraft meiner Seele durch Lobpreis danken…

Der HERR hat Großes an mir getan und sein Name ist heilig.  – Nur sie, an der Gott Großes getan hat, kann IHN in rechter Weise erheben und uns dazu einladen, ihren Willen und Wunsch zu teilen und mit dem Psalmisten zu beten: „Verherrlicht mit mir den HERRN, lasst uns gemeinsam seinen Namen rühmen“ (Ps 34,4).

Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen.“   -  Trefflich  ist es, Israel den “Knecht des HERRN” zu nennen, Israel, das der Herr erhoben hat und es rettet, weil es gehorsam und demütig ist.

So spricht Hosea: „Als Israel noch ein Kind war, habe ich ihn geliebt“ (3,1; vgl. 11,4). Wer sich nicht demütigen will, kann offensichtlich nicht gerettet werden: “Wer aber klein wie ein Kind sein kann, der ist im Himmelreich der Größte“ (Mt 18,4).

ER denkt an sein Erbarmen, das ER unseren Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.“

Es handelt sich hier nicht um leibliche Nachkommen Abrahams, sondern um seine geistlichen Nachkommen, um Menschen, die den Spuren seines Glaubens folgen.

Das Kommen des HERRN ist Abraham und seinem Stamm auf ewig verheißen, den Söhnen der Verheißung, die der hl. Paulus meint, wenn er sagt: „Wenn ihr also zu Christus gehört, dann seid ihr Abrahams Nachkommen, Erben kraft der Verheißung“ (Gal 3,29).

Schließlich ist es auch ein glücklicher Umstand, daß die Geburt des HERRN und jene des Johannes durch ihre Mütter prophetisch angekündigt worden ist.

Durch das Versagen einer einzigen Frau war einst das Leben zugrunde gerichtet worden, es sollte aber der Welt durch zwei Frauen zurückgegeben werden, die im Lobpreis Gottes miteinander wetteifern.


Maria ist die “Mutter unseres HERRN” – und deshalb “Gottesmutter”

Die meisten evangelischen Christen vermeiden den Ehrentitel “Gottesmutter” für die seligste Jungfrau Maria. Oft begründen sie dies damit, daß dieser Ausdruck in der Heiligen Schrift nicht zu finden sei. Doch dies trifft keineswegs zu. 

Abgesehen davon hat Martin Luther den Begriff “Gottesmutter” für die Madonna zeitlebens entschieden verteidigt. Es ist also durchaus “unlutherisch”, ihn bewußt zu vermeiden oder gar abzulehnen.

Da Christus der menschgewordene GOTT selbst ist, der göttliche Erlöser, die zweite Person der heiligsten Dreieinigkeit, ist seine Mutter logischerweise Gottesmutter. Advocata

Maria ist selbstverständlich nicht die Mutter der göttlichen Dreifaltigkeit, die ewig ist und keiner Mutter bedarf, sondern sie ist vielmehr ein Geschöpf des Höchsten   -  und wurde doch als sein edelstes Geschöpf zur Mutter des Heilands auserwählt.

Daher würdigt Elisabeth (die Mutter von Johannes dem  Täufer)  die Madonna als die “Mutter meines HERRN”.

Da der Ausdruck “HERR” (Kyrios) in der Heiligen Schrift allein für GOTT vorkommt, bedeutet dies nichts anderes als “Gottesmutter”. Dieser kirchliche Ehrentitel für Maria ist also eindeutig biblisch belegt.

Betrachten wir nun den entspechenden Abschnitt im Lukas-Evangelium 1,39-45, der am heutigen vierten Advent-Sonntag in den katholischen Gottesdiensten vorgelesen wurde:

Nach einigen Tagen machte sich Maria auf den Weg
und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa.
Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth.
Als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib.
Da wurde Elisabeth vom Heiligen Geist erfüllt
und rief mit lauter Stimme:
Gesegnet bist du unter den Frauen -  und gesegnet ist die Frucht deines Leibes.
Wer bin ich, daß die Mutter meines HERRN zu mir kommt?
In jenem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte,
hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib.
Selig ist die, die geglaubt hat, daß sich erfüllt, was der HERR ihr sagen ließ.
 
                                                                                                                                                                                                                                                               Foto: Paul Badde

Evangelischer Domprediger: Weihnachten ohne Maria ist wie “Hoffnung ohne Inhalt”

Weihnachten sollte man nicht feiern, ohne an Maria zu denken. Die Mutter Jesu überrage alle Männergestalten bei der Geburt Christi, schreibt der frühere Braunschweiger Domprediger, Propst Armin Kraft, in der Zeitschrift „Doppelpunkt“ des evangelischen Marienstifts in Braunschweig.

Nur dem Kind in der Krippe gebühre größere Ehre als Maria, so der evangelische Theologe. Maria sei aber weder evangelisch noch katholisch, sondern sie gehöre der ganzen Christenheit. Das Ziel ihrer Verehrung bestehe darin, Gott zu loben und die Christen zu einem Leben anzuhalten, das seinem Willen entspreche.      Madonna

Einerseits sei vieles in Marias Leben normal. Es gebe Probleme und Spannungen in der Familie, etwa mit dem zwölfjährigen Jesus im Tempel. Beispielhaft an ihr sei, dass sie sich ganz auf Gott verlasse und sich ihm zur Verfügung stelle, obwohl ihr mit dem unverhofften Kind einiges zugemutet werde, womit sie nicht im entferntesten gerechnet habe. Trotzdem sei sie nicht davongelaufen.

Maria ist laut Propst Kraft auch ein Vorbild, weil sie mit dem Wort Gottes lebte. Der Evangelist Lukas berichte: „Sie behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen.“

Der evangelische Theologe hierzu: „So fragt uns Maria: Wie leben wir mit der Bibel? Machen wir unseren Kindern und Enkeln die Freude, ihnen biblische Geschichten zu erzählen?“ - In Marias Lobgesang klängen aber auch revolutionäre Töne an: „Er stößt die Gewaltigen vom Thron und erhebt die Niedrigen; die Hungrigen füllt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehen…“

Es falle auf, dass der Apostel Paulus kein Wort mehr über Maria sage. Sie verschwinde hinter Christus. Propst Kraft erläutert: „Sich zurücknehmen ist auch eine Tugend, die wir von Maria lernen können.“  -  Jedenfalls sei Weihnachten ohne Maria „wie Hoffnung ohne Inhalt“. 

Quelle: evangelische Nachrichtenagentur www.idea.de

 


Der Täufer JOHANNES und die Jungfrau MARIA: adventliche Gestalten auf CHRISTUS hin

Predigt-Impuls zum 2. Adventssonntag

Von Prälat Dr. Peter von Steinitz*

Liturgisch ist diese Zeit im Kirchenjahr geprägt durch die beiden großen adventlichen Gestalten Maria und Johannes der Täufer.

Zunächst begegnet uns an diesem 2. Adventssonntag Johannes, wie er, der seine Kindheit und Jugend in der Wüste verbracht hat, dem zum Jordan strömenden Volk mehrere Bußpredigten hält, die sich gewaschen haben.

Moderne Wellness-Christen könnten sich über seine Wortwahl nur entrüsten. „Ihr Schlangenbrut, wer hat euch denn gelehrt, dass ihr dem kommenden Gericht entgehen könnt?“ (Lk 3,7)    imm010_8A

Vom Gericht war schon am vorigen Sonntag die Rede. Es hilft alles nichts: die Frohbotschaft wäre unvollständig, wenn man die gewaltige endzeitliche Macht des Erlösers und den Ernst des Weltgerichts ausklammern wollte.

Gottes Liebe will uns nicht umschmusen, sondern retten!

Wenn nun Johannes der Täufer solche Töne anschlägt, dann ist das keineswegs eine „Drohbotschaft“, sondern, wie alles, was von Gott kommt, Zeichen seiner großen Liebe zu uns. Seiner Liebe, die uns nicht umschmusen, sondern uns retten will.

Auf welche Zuhörer trifft diese Botschaft heute?

Versuchen wir einen kleinen historischen Rückblick. Die Älteren erinnern sich: nach dem 2. Weltkrieg war nach 12 Jahren offiziell verordneter Gottlosigkeit der Hunger nach Gott ziemlich groß. Die Kirchen waren voll. Bußprediger wie Pater Leppich fanden großen Zulauf. 

Dann kam der Wohlstand. Viele sagten sich: Muss man das alles so ernst nehmen?

Nächste Phase: ein gewisser Gotteshass repräsentiert durch einige Organe der veröffentlichten Meinung, die sich mit regelrecht missionarischem Eifer darum bemühten, die Menschen von Gott zu entwöhnen. Natürlich hat sich die Mehrheit nicht zum Atheismus bekehren lassen. Denn konsequenter Atheismus kann ganz schön anstrengend sein. Eigentlich ist ein Atheist, der sein Auffassungen wirklich ernst nimmt, ein tiefgläubiger Mensch: Er glaubt ja fest daran, dass es Gott nicht gibt.

Ende des 20. Jahrhunderts entfaltet sich mit Macht ein lockerer Agnostizismus, das heißt die Auffassung, dass man über Gott nichts sagen kann. Kann sein, dass es ihn gibt oder auch nicht. Brauchen tun wir ihn eigentlich nicht. Wir warten einfach ab. Nicht besonders originell, die Religion wird einem gleichgültig.

Verbissener Atheismus und Papsthaß nehmen zu

In den letzten Jahren jedoch feiert ein oft verbissener Atheismus mehr oder weniger fröhliche Urständ. Zunächst gerät das Bodenpersonal ins Visier. Man greift den Papst an und verhöhnt ihn. (…) Dann aber geht es gegen Gott selbst.

Die „Zeit“ titelt in ihrer neuesten Ausgabe „Wo Gott nichts zu suchen hat“ und bringt Michelangelos Bild der Erschaffung des Menschen mit einer abweisenden Hand Adams gegenüber Gott. Das Bild ist entlarvend: Der Mensch weiß sich als Geschöpf Gottes, will aber nichts mehr von ihm wissen.

Dann aber: Im gleichen Regal im Supermarkt steht eine Zeitschrift mit dem großen Foto eines Mannes mit der Bildunterschrift „Der Erlöser“. Bevor man erleichtert aufatmet, stellt man fest, es ist die Sportzeitschrift „11 Freunde“, und der Erlöser ist ein prominenter Fußballspieler.

Fazit: Sind wir ein Volk von Gottlosen geworden, die Gott ablehnen und mit den Begriffen der Religion ihren Schabernack treiben? Sicher nicht!

Wir haben nur eine subtile Meinungsdiktatur von einigen Cliquen, die ihre abgedrehte (so nennt man das heute) Weltanschauung der Allgemeinheit überstülpen wollen. Die suggestive Macht der Medien erreicht tatsächlich manches. Dennoch ist an christlicher Grundsubstanz in unserem Volk noch viel vorhanden. Aber es fehlt das, was man anderenorts „innere Führung“ nennt.

Religionsunterricht und vielfach auch die Sonntagspredigten sprechen von vielen guten Dingen, blenden aber das Wichtigste aus. Es ist da die Rede von sozialem Engagement, von Toleranz, auch von der Barmherzigkeit Gottes. Aber oft erfahren die Menschen nicht, warum Gott eigentlich barmherzig sein soll, wo ich doch schon alles richtig mache. (…)

Am Vortag des 2. Adventssonntags, am 8. Dezember, feiert die Kirche das Hochfest der „Ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria“, kurz „Unbefleckte Empfängnis“. Da Maria ohne Sünde ist, auch ohne Erbsünde, ist für sie die Demut ein ganz natürlicher Zustand. Bitten wir sie, die unser aller Mutter ist, um diese so wichtige und zugleich oft verkannte Tugend.

Der wahrhaft große Mensch ist tatsächlich der demütige Mensch. Wir sehen es deutlich an Jesus Christus, dem gewaltigen Weltenrichter, der sich uns Menschen als einfaches Kind in der Krippe zeigt.

Wenn wir also in diesen adventlichen Tagen unseren Blick auf Johannes und Maria richten, wird es uns relativ leicht fallen, „den alten Menschen abzulegen und den neuen Menschen anzuziehen“ (vgl. Eph 4,22 ff).

*Msgr. Dr. Peter von Steinitz war bis 1980 als Architekt tätig; 1984 zum Priester geweiht, war er von 1987 bis 2007 Pfarrer an St. Pantaleon in Köln; seit 2007 ist er Seelsorger in Münster.

Quelle und vollständiger Sonntags-Impuls hier bei ZENIT:  http://www.zenit.org/article-26101?l=german


Gegrüßet seist Du MARIA, Du Gnadenvolle, der HERR ist mit Dir!

Hochfest der makellos empfangenen Gottesmutter Maria

Advocata

Aus dem Buch Genesis 3,9-15.20:

Gott, der HERR, rief Adam zu und sprach: Wo bist du?
Er antwortete: Ich habe dich im Garten kommen hören; da geriet ich in Furcht, weil ich nackt bin  -  und versteckte mich.
Darauf fragte ER: Wer hat dir gesagt, daß du nackt bist? Hast du von dem Baum gegessen, von dem zu essen ich dir verboten habe?
Adam antwortete: Die Frau, die du mir beigesellt hast, sie hat mir von dem Baum gegeben, und so habe ich gegessen.

Gott, der HERR, sprach zu der Frau: Was hast du getan?

Die Frau antwortete: Die Schlange hat mich verführt  – und so habe ich gegessen.

Da sprach Gott, der HERR, zur Schlange:

Weil du das getan hast, bist du verflucht unter allem Vieh und allen Tieren des Feldes. Auf dem Bauch sollst du kriechen und Staub fressen alle Tage deines Lebens.

Feindschaft will ich setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Nachwuchs und ihrem Nachwuchs. ER trifft dich am Kopf  -  und du triffst ihn an der Ferse.

Und Adam nannte seine Frau Eva (= Leben), denn sie wurde die Mutter aller Lebendigen.

Das Foto von Paul Badde zeigt die Madonna als “Advocata” (Beistand, Fürsprecherin)


Ein evangelischer Theologe über “Marias Mutterglück” in Christus

Prof. Dr. Adolf Schlatter über die Mutter unseres HERRN

Der Tübinger Neutestamentler Adolf Schlatter  – er starb 1938  -  stand als einer der wenigen protestantischen Theologen  in harter Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus, aber auch mit Modernismus und Bibelkritik in den eigenen Reihen.

Was er in seinem Beitrag “Marias Mutterglück” über die Madonna zu sagen weiß, könnte von katholischen Theologen kaum vortrefflicher geschrieben werden.

Der Samstag ist bekanntlich besonders der Gottesmutter geweiht.  Das nehmen wir gerne zum Anlaß, um Prof. Schlatters Artikel zu veröffentlichen, den wir in dem früheren evangelisch-lutherischen Sammelband “Geboren von der Jungfrau Maria“  (Stiftungsverlag Potsdam) entdeckt haben:

“Als Jesus einst mit seinem mächtigen Wort eine ihm zuhörende Schar  in der Tiefe ihrer Seele erfasst hatte, unterbrach eine Frau  die andächtige Stille  durch  den Ruf:

„Selig ist der Leib, der dich getragen und die Brust, an der Du gesogen hast“ (Luk 11,27).

Sie pries Marias Mutterglück. Ist nicht die Größe des Sohnes das Glück der Mutter, und was ist groß neben der Herrlichkeit des Christus, und was ist Glück neben dem Glück seiner Mutter?

Diese Frau (aus dem Volke) empfand nicht kindisch; sie sprach vielmehr so, wie jede Mutter denkt.

Jedem treuen Sohn bringt es eine tiefe Freude, daß sein Erfolg seine Mutter  beglückt und seine Ehre auch seiner Mutter ehrt.

Darum beschreibt uns auch die Einleitung zur Weihnachtsgeschichte Marias Mutterglück; denn sie stellt uns jene selige Stunde dar, in der zum ersten Male ein menschlicher Mund Marias Geheimnis aussprach.

Dies geschah, als Elisabeth sie sah und mit dem Zuruf empfing: „Die Mutter meines HERRN kommt zu mir, und das Kind in meinem Schoß jubelt dir entgegen“ (Luk 1,43).

Das war eine selige Stunde, die in Maria die Gott lobenden Psalmen aufgeweckt hat. Ihr Mutterglück lacht uns an und entzückt uns, wenn wir ihrer in der Weihnachtszeit gedenken.

Der Jubel Marias erneuert sich, als Jesus mit dem Zeugnis des Täufers zurückkam und mit seiner Sippe in Kana die Hochzeit feierte.

Als eine selige Mutter wies Maria die Dienenden an: „Was ER euch sagt, das tut“ (Joh 2,5). 

Wunderbares wird ER euch sagen und Unglaubliches wird ER gebieten, widersprecht IHM nicht,  wagt kein Einreden, laßt jeden Zweifel fahren, so wird daraus die alle beglückende Hochzeitsfeier!

Die Mutter war geborgen in der Herrlichkeit ihres Sohnes und selig im Vertrauen  zu seiner Heilandsmacht.

Wie  nahm Jesus den Jubelruf jener Frau auf, die seine Mutter selig pries? 

ER eignete sich ihren Jubel an; auch er jubelte: O Ja! Selige gibt es; wer sind sie?

„Selig sind die, die Gottes Wort hören und bewahren“. 

Wenn jene Frau nur an Marias unvergleichliche Freude dachte, so sah sie die Größe der göttlichen Gnade noch nicht. War denn nur das der Sinn dessen, was in der Weihnacht am Maria geschah, daß sie das mütterliche Glück empfange? 

Ihr mütterliches Werk war, daß sie den gebar, durch den Gott zu uns spricht.

Gottes Wort, das  ist die Verherrlichung Gottes; Gottes Wort, das ist der Aufgang des Lebens für alle, die es hören und bewahren. Gottes Wort wird vernommen, das ist das, was Jesus jubeln macht, weshalb er von Menschen  spricht, die jubeln dürfen  und selig sind.

Das hebt Maria über ihr mütterliches Glück empor.

Das war kein Widerruf der ihr gewährten Seligkeit, keine Verkürzung und Trübung ihres Glücks. Wie kam sie denn zur Mutterschaft? 

„Siehe!  Ich bin des HERRN Magd“ (Luk 1,38)

Die Magd des HERRN begehrt nicht eigenes Glück. Sie ist nicht mehr bei sich allein und lebt nicht mehr für sich. Sie ist Gottes Eigentum, Gottes Werkzeug  zur Vollendung seines Willens  -  und was sie erlebt, empfängt sie durch Gottes Wirksamkeit.

Das macht sie frei von dem, was ihr eigenes Herz erfüllt. Die Lust unserer Seele überwältigt uns leicht und nimmt unseren ganzen Willen gefangen; dagegen ist aber die Magd Gottes geschützt.

Maria horcht auf das Wort des HERRN, dem sie gehört  -  und wartet auf sein Werk. Denn sie weiß: Gottes Wort hören und bewahren, das ist der Grund meiner Seligkeit.

Das hat auch Elisabeth zu Maria gesagt, als sie sie in ihr Haus aufnahm: „Selig bist du, die du geglaubt hast“ (Luk 1,45).

Das Glauben kommt da zustande, wo ein Wort zu uns kommt, das uns als Gottes Wort erkennbar ist. Daß Gottes Wort in mich eingeht, mich faßt und formt, das ist  Glauben.

Darin besteht die Gerechtigkeit und Macht des Glaubens, daß durch ihn Gottes Wort zu meinem Eigentum geworden ist.

„Selig bist du, die du geglaubt hast“, das heißt: „Selig bist du, weil du Gottes Wort hörtest und es bewahrtest“.

Mit der Antwort Jesu an jene Frau, die Marias Größe pries, hat er seiner Mutter bestätigt, was ihr von Elisabeth gesagt worden ist

Gottes Wort ist in uns eingegangen; das hebt uns empor über alles, was unser Herz erfüllt, und gibt uns den festen Standort oberhalb von unserer Lust und von unserem Leid.  Lust und Leid sind untrennbar miteinander verbunden und wachsen beide aus derselben Wurzel hervor. Nur unsere Eigensucht malt uns ein Glück vor, das kein Leid bei sich hätte.

Weil aber Marias Mutterglück ihr wirklich durch Gottes Werk beschert war, empfing sie mit ihrem mütterlichen Glück zugleich ihr mütterliches Leid  -  und dies gleich in der Weihnachtszeit.

Auch jene Stunde, da Maria das Kind in den Tempel brachte, war mit Seligkeit gefüllt. Sie empfing von Simeon die Segnung, und die Größe dieses Segens wurde ihr durch den Lobpreis  sichtbar gemacht, mit dem Simeon die Zeit, da er auf  Christus gewartet hatte, beschloß.

Auch Maria wird den Dienst, in den sie berufen ist, im Frieden beschließen, weil auch sie den Heiland sah.

Aber Simeon sprach nicht nur vom Frieden und vom Licht, das den Völkern leuchtet, und vom Ruhm,  durch den die Sendung Israels bestätigt wird, sondern auch vom Streit, der an dem entsteht, der Gottes Zeichen ist  -  und dieser Angriff trifft Maria nicht nur von außen, sondern Simeon verkündet ihr, daß das Schwert durch ihre eigene Seele fahre.

Wenn ihr Simeon weissagt, daß ihre Seele von einem Schwertstoß getroffen werde, so ist ihr gesagt, sie werde ähnlich wie die mit Jesus verbundenen Jünger und doch in besonderer Weise seinen Kelch trinken und mit seiner Taufe getauft werden.

Es war keine Übertreibung, wenn dieses Leid mit einer todbringenden Verwundung verglichen wurde.

Aus dem Gang Jesu zum Kreuz entstand für die Seinen ein Sterben, das alle ihre Pläne zerstörte und sie in eine Ohnmacht versetzte, die für sie unerträglich war, unter der sie sich wehrlos und hilflos wanden.

Es hat festen Grund, wenn die Kunst der Kirche Maria nicht nur als die unvergleichlich beseligte Mutter, sondern zugleich als die vor allen Frauen am tiefsten im Leid versenkte, schmerzensreiche Mutter dargestellt hat.

Wenn uns aber die Mutter Jesu so beschrieben wird, daß sie von ihrem Schmerz überwältigt wird und völlig in ihrem Leid versinkt, so ist dies nicht mehr die echte Maria, nicht mehr die, welche die große Seligkeit in ihrer Seele trug, weil  sie geglaubt hat, nicht mehr die, die das Wort Jesu gehört und in ihrem Herzen bewahrt hat: „Selig sind die, die Gottes Wort hören und bewahren“.

Geht Gottes Wort in uns ein, so haben wir einen Besitz, der herrlicher und mächtiger ist als Lust und Leid.

Wie kann eine Seele für größtes Glück  und tiefstes Leid miteinander offen sein, ohne daß sie hin und her schwankt, auseinander bricht und mit dem einen Erlebnis das andere erstickt?

Wie kann Maria, wenn das Wort des Engels sie bewegt, mit jubelndem Psalm den HERRN erheben und sich Gottes, ihres Heilandes freuen, und wiederum, wenn sich Gottes Heiligkeit und Gerechtigkeit am Kreuze Jesu offenbart, von einem Schwertstoß getroffen werden, durch den ihre Seele verwundet wird?

Beides wird ihr von derselben Hand zugeteilt; in beidem wird Gottes Wort in ihr wirksam.  Gottes Wort ist von dem, was wir denken und wollen, verschieden. Es widerspricht unserer Eigensucht.

Darum beginnt da, wo Gottes Wort hörbar wird, immer ein Streit; für uns Menschen ist es ein leidvoller Streit, da er unsere Eigensucht sterben läßt. Aber Gottes Wort macht, weil  Christus es uns sagt, Gottes Gnade offenbar  -  und deshalb, weil in seinem Willen seine Gnade leuchtet, brachte es Maria durch ihr großes Leid zugleich die gr0ße Seligkeit.

Wenn wir nun wieder die Weihnacht feiern, kehrt mit dem leuchtenden Christbaum in manches Haus ein stilles, aber großes Glück ein, Mutterglück, Kinderglück; wo Kinderglück ist, da ist auch Mutterglück. 

Wird es erlöschen, wenn die Zweige des Christbaums einer nach  dem anderen wieder dunkel werden? 

Es gibt eine Macht, die es fertig bringt, daß unsere Feier das sichtbar macht, womit wir beständig und für immer begnadet sind, diese Macht ist Gottes Wort.

Von ihm erhielt Maria ihre mütterliche Seligkeit und Josef seinen hohen väterlichen Beruf, und von ihm erhielt unser Volk seine Weihnachtsfeier – und von ihm erhält der Christbaum für jeden, der  ihm leuchtet, seinen ihn frohmachenden Glanz.

„Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren“.

Darum ist der Christbaum auch nicht nur da am rechten Ort, wo Vaterstolz und Mutterglück die Festfeier rüsten. Es gibt auf der deutschen Erde ungezählte Häuser, in denen tiefes Mutterleid heimisch ist  -  und erst noch viele solche, in denen weder Leid noch Lust mehr gedeiht, sondern Stumpfheit und Verhärtung die Gesichter formen.

Geht die Einladung, die uns zur Feier des Christus beruft, an ihnen vorbei?

Durch den, von dem Maria ihr Glück und ihr Leid empfing, hat Gott gesprochen  -  und sein Wort ist allen gesagt. Es spricht auch zu den Leidenden und hebt sie über ihr Leid empor, und so öffnet sich auch das Ohr der Harten und überwindet ihren Trotz.

Wo es aber eingekehrt ist, da tritt die Zusage Jesu in Kraft: „Selig, die Gottes Wort hören und es bewahren“.

Fotos: Dr. Bernd F. Pelz


Am 17. Juli feiert die Kirche das “Fest der Demut Mariens”

Das Fest der Demut Mariens vom 17. Juli gehört zu den weniger bekannten Marienfesten, ist es aber wert, mehr beachtet zu werden.

Dieser unscheinbare Feiertag ehrt die wahre Bescheidenheit der Gottesmutter, die zum Engel Gabriel sprach: “Siehe, ich bin die Magd des HERRN.”  

Auch das Magnificat, der biblisch bezeugte Lobgesang Marias beim Besuch ihrer Cousine Elisabeth, bezeugt die Demut der Madonna, heißt es dort doch: “ER hat herabgeschaut auf die Niedrigkeit seiner Magd.”  

MAGNIFICAT

Meine Seele preist die Größe des HERRN,

und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd

hat ER geschaut.

Siehe, von nun an preisen mich selig

alle Geschlechter.

Denn der Allmächtige hat Großes an mir getan

und Sein Name ist heilig.

Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht

über alle, die IHN fürchten.

ER vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten,

ER zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind.

ER stürzt die Mächtigen vom Thron

und erhöht die Niedrigen.

Die Hungernden beschenkt ER mit Seinen Gaben

und läßt die Reichen leer ausgehen.

 ER nimmt sich seines Knechtes Israel an

und denkt an Sein Erbarmen,

das ER unseren Vätern verheißen hat,

Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

Lukas 1,46 ff

Foto: Dr. Bernd F. Pelz


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