Gratis-Jubiläumskalender-2014 für Wallfahrtsort “Maria Vesperbild”

Schon zum 25. Mal erschien unlängst der Wallfahrtskalender von Maria Vesperbild. Der „silberne Jubiläumskalender“ bietet auf 88 Seiten die wichtigsten Wallfahrtstermine,  Gebete und zahlreiche Bilder aus dem Alltag von Maria Vesperbild im Bistum Augsburg (bayerisches Schwaben). 

Allein vier Seiten listen die Literatur zu und aus Maria Vesperbild auf. Am 13. eines jeden Monats wird der Fatimatag besonders gefeiert. Am Fatimatag und an jedem Donnerstag wird in Maria Vesperbild der Krankensegen allgemein und auch einzeln erteilt.

Für die Zeit von April 2014 bis März 2015 werden ca. 200 einzelne Termine aufgelistet, die das ganze Spektrum traditioneller bayerisch-schwäbischer Volksfrömmigkeit lebendig werden lassen, z.B. Lichterprozessionen, schwarze Wetterkerzen, Rita-Rosen, Skapuliere und die „wundertätige“ Medaille. 

Maria Vesperbild bietet auch die Übertragung der Hauptgottesdienste auf Bildschirme, die vor der Kirche aufgestellt sind. Draußen wird auch die Hl. Kommunion ausgeteilt.

Ein Serviceteil des Kalenders bietet Anfahrtsskizze, Fahrpläne, Auflistung von Übernachtungsmöglichkeiten, gastronomische Angebote und Hinweise auf die religiöse Volkskunst, die aktuell mit der Wallfahrt Maria Vesperbild in engem Kontakt steht.

Der kostenlose Jubiläumskalender ist ein Dokument bewährter Volksfrömmigkeit.

Hier bestellen:
Wallfahrtsdirektion Maria Vesperbild, Schellenbacher Straße 4 in 86473 Ziemetshausen, Fax 08284/8358;
E-Mail: maria-vesperbild@bistum-augsburg.de
oder direkt hier: >> kostenlosen Jubiläumskalender anfordern <<

“Siegessäulen”: Prof. Stefan Samerski über die Prager Mariensäule und ihren Abriss 1918

Von Susanne Habel

Der Theologieprofessor und Kirchenhistoriker Stefan Samerski bietet derzeit in München eine mehrteilige Vortragsreihe über „Prags vergessene Denkmale“.

Sein erster Vortrag behandelte die Geschichte der Mariensäule auf dem Altstädter Ring in Prag. „Diese Prager Mariensäule war, wie viele andere im katholischen Habsburgerreich, eine Siegessäule“, stellte Samerski bei seinem Bildervortrag im Sudetendeutschen HausSamerski_HABEL_1278 gleich fest.

Er erläuterte die Geschichte der Errichtung von Mariensäulen in Mitteleuropa. Diese Art von Säulen hätten ihre Ursprung schon in den reinen Siegessäulen der Spätantike und ähnelten der Trajanssäule (eingeweiht im Jahr 113 n. Chr. ) und der Marc-Aurel-Säule (176 – 193 n. Chr.).

BILD: Professor Dr. Stefan Samerski referiert über die Prager Mariensäule 

Eine frühe Mariensäule in Rom vor der Kirche Santa Maria Maggiore (errichtet 1614) zeige dann schon die Muttergottes als „Immaculata Conceptio“: „Dies war der Urtyp der Mariensäule“, sagte der Kirchenhistoriker.

Von dort aus hätten sich die Mariensäulen über Mittel- und Zentraleuropa ausgebreitet, und dies besonders im Habsburgerreich und nach der Reformation und Rekatholisierung.

Vorbilder für Mariensäulen in Europa

Samerski nennte als Beispiele die 1638 errichtete Mariensäule in München auf dem heutigen Marienplatz  -  und deren Pendant in Wien vor dem Jesuitenkolleg, die 1646 aufgestellt wurde, beide aus Dank über die Verschonung vor den Schweden.

Die Säule in Wien sei ikonographisch ganz ähnlich gestaltet wie in Rom oder München, mit Putti oder Engeln, Weltkugel und Mond sowie zwölf Sternen als Strahlenkranz um das Haupt der Maria, wie man dies man aus der Apokalypse kenne.

Ebenfalls aus Dank für die Rettung Prags vor schwedischen Truppen sei auch in Prag 1650 auf dem Altstädter Ring eine Mariensäule aufgestellt worden: Die barocke, 16 Meter hohe Sandsteinskulptur vor der Teynkirche wurde von dem Bildhauer Johann Georg Bendl gestaltet.

Die Schweden hätten noch kurz vor dem westfälischen Frieden 1648 das andere Moldau-Ufer, also Hradschin und Kleinseite, besetzt gehalten, bevor sie auf der Karlsbrücke, hauptsächlich von Jesuitenschülern aus dem Klementinum, in die Flucht geschlagen werden konnt

Die Prager Säule sei damals ganz genau dort aufgestellt worden, wo 1621 die Anführer des protestantischen Ständeaufstands in Böhmen hingerichtet wurden, um ein Zeichen für die erfolgreiche Restauration der Habsburgermacht zu setzen: „Ein Tribut gegen Habsburg und die Macht der katholischen Kirche: Somit waren dies alles in gewisser Weise ,Siegessäulen‘“, so Prof. Samerski. Samerski_HABEL_1278 - Kopie

Diese Mariensäulen breiteten sich, auch anlässlich der militärischen Siege im Kampf gegen die Osmanen im Habsburgerreich immer weiter aus; so gebe es in Böhmen auch eine Mariensäule auf dem Heiligen Berg bei Pribram in Mittelböhmen, zu der Katholiken von überall reisten, um an der Säule zu beten.

Während der Zeit der tschechischen nationalen ,Wiedergeburt‘ sei die Mariensäule auf dem Altstädter Ring in Prag immer mehr als Symbol der Unterdrückung der tschechischen Nation durch das Habsburgerreich angesehen worden, so Samerski:

„Nach Ende des Ersten Weltkriegs und nur fünf Tage nach der offiziellen Gründung der Tschechoslowakei, am 3. November 1918, wurde die Säule niedergerissen, angeblich als spontane Aktion des Volkes.“

Mit Fotos bewies Samerski, dass dies von langer Hand geplant war und gezielt angezettelt wurde: „Provokateure hetzten die Massen dazu auf, und auch die Feuerwehr stand bereit, um den Abriss zu unterstützen.“

Gewaltsamer Sturz im November 1918

Der Kopf der Marienstatue auf der Spitze der Säule wurde danach im Prager Nationalmuseum untergebracht, Teile des Sockels in der Teyn-Kirche; später wurde auch eine Gedenkplakette am früheren Standort angebracht.

Nach der Samtenen Revolution habe es mehrere Projekte gegeben, eine Nachbildung der barocken Kolumne auf ihrem Platz auf dem Altstädter Ring zu errichten: „2012 gab es die letzte große Aktion“, so Samerski, man habe aber keine Erlaubnis der Stadtregierung erhalten, die schon fertiggestellte Rekonstruktion der Säule aufzustellen.

„Das weitere Schicksal der Säule ist offen, was sicher an ihrer ursprünglich hochsymbolischen Bedeutung liegt: Symbol des Glaubens und seines Siegs“, schloss Samerski seinen inhaltsreichen und spannenden Vortrag.

Weitere Vorträge Prof. Samerskis über den „Weißen Berg“ (23. Juni), “Das Loreto-Heiligtum auf dem Hradschin” (15.September) und “Das Grab der Hl. Agnes” (10. November) im Sudetendeutschen Haus in der Münchener Au folgen.

Veranstalter sind die Ackermann-Gemeinde in der Erzdiözese München und Freising, die Heimatpflegerin der Sudetendeutschen, Zuzana Finger, und die Bezirksgruppe der Sudetendeutschen Landsmannschaft in Oberbayern.

Die Autorin ist Journalistin und Redakteurin in München.

Fotos: Susanne Habel


Geschichte, Symbolik und Bedeutung der “Schutzmantel-Madonna”

Das traditionelle Rosenkranzgebet unter dem Leitwort „Maria – Königin des Friedens“ beginnt in diesem Jahr am Freitag, 4. Oktober 2013 um 19 Uhr im Dom St. Peter zu Regensburg. xrosenkranz2013_flyer-web-1_jpg_pagespeed_ic_xUJw_26bcX

Die anschließende Lichterprozession führt von der altehrwürdigen Kathedrale durch die Regensburger Altstadt hin zum Gnadenbild der Schutzmantelmadonna in die Dominikanerkirche St. Blasius. Dort endet die Feier gegen 21 Uhr. 

Vom Typus der Schutzmangelmadonna   –  Von Dr. Friedrich Fuchs

Der Typus der Schutzmantelmadonna ist unter den Marienbildern eine sehr spezielle Variante. Die Wurzeln für das Motiv des schützenden Mantels liegen im juristisch-symbolischen Bereich. Die Adoption oder öffentliche Legitimierung eines Kindes durch den Vater erfolgte, indem er es unter seinen Mantel nahm. Auch Verfolgte konnten unter dem Mantel vorzugsweise hochgestellter Frauen Zuflucht finden.

Im 13. und 14. Jahrhundert übertrug die fromme Legendenbildung dieses Mantelschutzrecht auf die Gottesmutter Maria, welche die ganze Welt unter ihrem Mantel birgt.

Und dies gilt nicht nur für die Schutzbefohlenen auf Erden, sondern auch für die im Himmel, wie es im Bericht von einer Vision eines Zisterziensermönchs heißt. Dieser war zunächst sehr verwundert, als er im Himmel keinen seiner Mitbrüder vorfand, bis Maria ihren Mantel lüftete, wo alle Getreuen versammelt waren.

Von den Zisterziensern ging die Verehrung der Schutzmantelmadonna auch auf andere Orden über und spielte vornehmlich bei den Dominikanern eine große Rolle. Mit der aufblühenden Marienverehrung im Spätmittelalter erhielt das Thema alsbald auch in der allgemeinen Glaubenspraxis weite Verbreitung. imm018_17A

Die Entwicklung unterscheidet zwei Darstellungstypen, wobei die in einen weit ausgebreiteten Mantel gehüllte Madonna einmal mit, einmal ohne Jesuskind erscheint. In den Bildern ohne Jesuskind gilt Maria als aktive Beschützerin der Menschen, aber weniger vor Unglück auf Erden, denn vielmehr als Fürbitterin beim himmlischen Gericht.

Ist auch das Jesuskind zugegen, dann steht ihre Rolle als Gottesmutter und damit als Vermittlerin zum Erlösungswerk durch den Opfertod Christi im Vordergrund.

Maria als “Mater omnium”

In jedem Falle tritt Maria als „Mater omnium“ (aller Mutter) auf. Die Schutzbefohlenen unter ihrem Mantel können Einzelpersonen, Familien oder andere Gruppen sein. Ab dem 15. Jahrhundert ist es häufig „die ganze Menschheit“, wobei Vertreter aller gesellschaftlichen Stände vorgeführt werden.

Dies ist auch bei der Schutzmantelmadonna der Regensburger Dominikanerkirche der Fall.

Die vorzügliche Holzfigur mit alter Farbfassung ist um 1460/70 entstanden. Die anmutige, mädchenhaft schlanke Gestalt birgt in ihrem schalenförmig geöffneten Mantel dicht gedrängte Figürchen oder Brustbilder von geistlichen und weltlichen Repräsentanten. Die „gute Seite“, das heißt zur Rechten Mariens, gehört der Geistlichkeit. Dargestellt sind ein Papst, ein Kardinal, ein Bischof, andere Kleriker sowie Mönche und Nonnen. Gegenüber erscheinen Kaiser, König und Herzog sowie Bürgerinnen und Bürger.

Der ursprüngliche Platz dieses kostbaren Marienbildes in der Dominikanerkirche ist nicht bekannt. 1950 wurde die Schutzmantelmadonna in einem neuen Schrein am nördlichen Pfeiler des Eingangs zum Hauptchor neu aufgestellt und dient seither als Bekrönung des Sakramentsaltars der Marianischen Männerkongregation.

Quelle (Text und 1. Foto): Bischöfliches Presseamt Regensburg


München: Vortrag über berühmte Wallfahrtsstätten in Böhmen am 16.9.

Altbunzlau in Böhmen (heute Tschechien) ist eine Stadt mit ca 18.000 Einwohnern und einer vielfach tragischen Geschichte, nicht zuletzt wegen der Zerstörung vieler Kirchen und Bauwerke durch die Hussiten, danach durch schwedische Truppen im 30-jährigen Krieg. 20130916_Altbunzlau

Durch Jesuiten wurden viele Gotteshäuser neu errichtet, die Stadt blühte wieder auf, es bildete sich ein Marienwallfahrtsort (siehe Foto des Madonnenbildes) mit zehntausenden Pilgern.

Am Montag, den 16. September 2013, veranstaltet das Kulturforum im Sudetendeutschen Haus (Hochstraße 8, München) einen um 19 Uhr beginnenden Vortragsabend mit Prof. Dr. Stefan Samerski.

Er spricht zum dritten Mal über “berühmte Wallfahrtstätten in Böhmen”  – diesmal über Altbunzlau.

Der Eintritt ist frei, vorherige Anmeldung nicht nötig.


Bistum Augsburg: 18.000 Gläubige bei Lichterprozession in Maria Vesperbild

Presse-Information der Wallfahrtsleitung von “Maria Vesperbild”:

Voller Dankbarkeit blickt die Wallfahrtsdirektion auf einen großartigen Wallfahrtstag in Maria Vesperbild zurück. Bei herrlichem Wetter fanden unzählige Menschen den Weg nach Maria Vesperbild. 15August2013__MV_I_362_01

Den ganzen Tag über war das Wallfahrtsgelände übervoll, am Morgen wurden in jeder Messe die Kräuterbuschen feierlich gesegnet.

Das Pontifikalamt mit der Lichterprozession, an der ca. 18.000 Menschen teilnahmen, war dann der Höhepunkt dieses großen Tages.

Die eindringliche Predigt des deutschen Familienbischofs finden Sie hier dokumentiert: www.maria-vesperbild.de/index.php?id=886

Eine Bilderserie mit interessanten Eindrücken bietet die „Augsburger Allgemeine“: www.augsburger-allgemeine.de/guenzburg/Mariae-Himmelfahrt-in-Maria-Vesperbild-id26649921.html

Unser Wallfahrtspriester Christoph Banacki hat wieder eine schöne Bildergalerie zusammengestellt: www.maria-vesperbild.de/index.php?id=885

Hier finden Sie Bilder vom Aufbau des Blumenteppichs: www.facebook.com/media/set/?set=a.575848939148996.1073741826.146704055396822&type=3

Quelle (Text/Foto): Maria Vesperbild

 


Regensburg: Tausende Pilger strömen heute zu bewährten Wallfahrtsorten

Stadlern gilt als das “bayerische Betlehem”

Am 15. August, dem Tag „Mariä Himmelfahrt“ machen sich noch heute im Bistum Regensburg unzählige Gläubige auf den Weg zu jenen Marienkirchen, die an diesem Tag ihr Patrozinium feiern: borMedia1836601

Weithin bekannt ist Stadlern in der Region Cham mit seiner Wallfahrtskirche „Unserer Lieben Frau aus Erden gebrannt“. Die herrliche Lage in 730 Metern Höhe, gleich unterhalb einer romantischen Felsenlandschaft, hat dem Ort den Beinamen „bayerisches Bethlehem“ gebracht.

Der Sage nach wurde das Kirchlein von einem Ritter zu Ehren der Madonna erbaut. Er hatte sich in den unwegsamen Wäldern verirrt und in seiner Not gelobt, eine Kapelle zu bauen, wenn er gerettet würde.

Schon bald wurde die Kapelle zu einer größeren Kirche ausgebaut und im 14. Jahrhundert zur Pfarrkirche erklärt. Bis heute zählt Stadlern zu den beliebtesten Wallfahrtsorten der Oberpfalz.

Alljährlich am 15. August strömen tausende Pilger herbei, oft kann die kleine Kirche die Zahl der Wallfahrer nicht mehr aufnehmen. Dann ziehen alle auf den nahe gelegenen Kalvarienberg mit seiner natürlichen Felsenkanzel, wo der Gottesdienst im Freien abgehalten wird.

Wallfahrtsort Weißenregen in der Oberpfalz

Bis in die Reformationszeit geht der Ursprung der Wallfahrt „Zu Unserer Lieben Frau“ in Weißenregen bei Kötzting zurück. Als auch in der Oberpfalz der protestantische Glaube eingeführt wurde, soll der Legende nach ein Marienbild von Nabburg nach Weißenregen gebracht worden sein, um „es vor Entehrung zu schützen“.

Hier wurde das Bild in eine große Eiche gehängt und schon bald erzählte man sich von zahlreichen Wundern und Gebetserhörungen. Als der Zustrom der Gläubigen und Hilfesuchenden immer größer wurde, wollte man das Gnadenbild in der St.-Veitskirche in Kötzting aufstellen.

Hier aber sei es nicht geblieben, sondern auf wundersame Weise an den alten Ort zurückgekehrt. Auch in der Blaibacher Kirche „hat es nit bleiben wollen“. So durfte es seinen Platz in der Eiche behalten, bis der Baum einem Brand zum Opfer fiel.

Das Marienbild, das bei dem Feuer unversehrt geblieben war, fand seinen Platz in einem gemauerten Bildstock  -  und im Jahr 1593 ließ der Abt des Klosters Niederalteich ein kleines Kirchlein errichten. Als immer mehr Wallfahrer nach Weißenregen pilgerten, wurde Mitte des 18. Jahrhunderts mit dem Bau der heutigen Wallfahrtskirche begonnen.

Bis heute ist Weißenregen ein vielbesuchter Wallfahrtsort. Ein Höhepunkt im Wallfahrtsjahr ist auch hier alljährlich das Patrozinium an Mariä Himmelfahrt am 15. August.

Quelle (Text/Foto): Bischöfliches Presseamt Regensburg


Kirchweihfest der römischen Basilika “Santa Maria Maggiore”

“Santa Maria Maggiore” ist die am häufigsten von Papst Franziskus besuchte Kirche in Rom  -  neben dem Petersdom. Bereits fünfmal war der Papst zu Gast und zum Gebet in der Basilika. Basilika-Santa-Maria-Maggiore

Am gestrigen Montag wurde dort Kirchweih gefeiert: Alljährlich wird am 5. August der Neueinweihung der Basilika im fünften Jahrhundert gedacht.

Der Beiname der Basilika lautet „Maria zum Schnee“ und geht aus einer Legende hervor, nach der in Rom zur Zeit des Papstes Liberius ein reicher Senator namens Johannes mit seiner Frau lebte. In der Nacht zum 5. August erschien die Madonna sowohl den Eheleuten als auch Papst Liberius mit dem Auftrag, eine Kirche auf dem Esquilinhügel zu bauen. Am nächsten Morgen war der Hügel auf wunderbare Weise mit Schnee bedeckt.

Quelle: Radio Vatikan

Foto: Andreas Gehrmann (Kathnews.de)


München: Vortrag über böhmischen Marienwallfahrtsort Pribram am 24. Juni

Veranstaltung im Sudetendeutschen Haus in München, Hochstraße 8

Montag, 24. Juni 2013, 19 Uhr
Kulturforum im Sudetendeutschen Haus, München           2013_06_24_Pribram

Vortrag von Prof. Dr. Stefan Samerski über
berühmte Wallfahrtstätten in Böhmen: Pribram

Die Gründung des Marienwallfahrtsortes geht auf das Mittelalter und eine Marienstatue des Prager Bischofs Ernst von Pardubitz zurück. Erst in der Barockzeit wurde der Hügel mit einer prächtigen Kirchenanlage und dem gedeckten Zugang ausgestattet und zieht bis heute ungebrochen Pilger und Hilfesuchende aus nah und fern an.

Die Anlage und die dortige Wallfahrt ist ein typisches Beispiel der böhmischen Marien-Religiosität, die zwar immer wieder Höhen und Tiefen kennt, nicht aber ihren Charme und ihre Volkstümlichkeit eingebüßt hat.

Veranstalter: Ackermann-Gemeinde und Heimatpflegerin der Sudetendeutschen


München-Freising: Sonderausstellung über die einzigartige “Madonna von Ainhofen”

Unter dem Titel “Biografie eines Gnadenbildes” zeigt das Diözesanmuseum Freising seit dem 12. Mai bis zum 15. August 2013 (Hochfest Maria Himmelfahrt) die  um 1120 entstandene Madonna aus der Wallfahrtskirche Ainhofen; es ist das älteste Mariengnadenbild der Erzdiözese München-Freising.

Zudem präsentiert die Ausstellung weitere hochmittelalterliche Marienbilder und Skulpturen aus dem sonst nicht ausgestellten BestanAinhofen-679x1024d.

Die vor kurzem abgeschlossene Restaurierungsmaßnahme bestätigte die Vermutung: die Madonna von Ainhofen ist die älteste Gnadenmadonna im süddeutschen Raum.

Im Laufe der Jahrhunderte wurden verschiedene Veränderungen an der um 1130 entstandenen Holzskulptur vorgenommen: ihr wurde eine Brust abgenommen, sie wurde in barocke Gewänder gekleidet und mit einer üppigen Krone versehen. Ihre ursprüngliche Bemalung aber blieb unverändert.

Lange Zeit wurde ihr Entstehungsdatum deutlich später, nämlich auf das 17. Jahrhundert datiert.

Die 39 cm große, aus Weidenholz geschnitzte Figur ist über 870 Jahre alt und im romanischen Stil gearbeitet. Die Madonna wurde um 1130 für das Sühnekloster Indersdorf in Oberbayern angefertigt.

Im 15. Jahrhundert entfernte man die entblößte Brust und gab die Madonna an die Dorfkirche Maria Himmelfahrt Ainhofen bei Markt Indersdorf, die erstmals 1229 urkundliche Erwähnung fand.

Quellen: Diözesanmuseum Freising, kath. Nachrichtenagentur ZENIT


Buchklassiker über die europaweite Wallfahrt zum Gnadenbild „Maria vom Blut“

Gediegene Volksfrömmigkeit und Brauchtum jenseits aller Schwärmerei

Buchdaten:                                                                                                                         
Alexander Hepp  –  MARIA VOM BLUT.  -  Ursprung, Geschichte und Wunder der Wallfahrt im oberschwäbischen Bergatreute.  –  Fe-Medienverlag, Kisslegg 2009. (Die 2., überarbeitete und erw. Auflage erschien 2011)  –  448 Seiten. 29,80 €.  – ISBN-10: 3863570103 00384-n_m

Seit einigen Jahrzehnten werden auch katholische Kreise von schwarmgeistigen Bewegungen und ihren enthusiastischen Begleiterscheinungen heimgesucht, die früher weitgehend in der vielfältigen protestantischen Charismatikerszene beheimatet waren.

Doch die Sehnsucht nach dem Wunder(baren), nach „übernatürlichen“ Gaben, nach außergewöhnlichen Glaubenserfahrungen, nach  Heilungen und besonderen religiösen Erlebnissen wächst geradezu enorm in einer Zeit, die theologisch stark von einem „seelenlosen“, kalten Rationalismus geprägt ist, oftmals auch innerhalb der Kirche.

Umso mehr suchen verunsicherte Menschen nach den Quellen wahrer Frömmigkeit, nach dem „Herz“ des Glaubens, weil jene überzogene Verkopfung zu innerer Ausdürrung geführt hatte.

Freilich besteht nun die naheliegende Gefahr, daß das Pendel in die andere Richtung ausschlägt: hin zum Irrationalismus, zu einem irrgeistigen Mystizismus, zur Suche nach Erscheinungen, angeblichen Himmelsoffenbarungen, ja zur Sucht nach „Zeichen und Wundern“. Mag die Sehnsucht auch verständlich sein, so darf sie doch nicht zur Sucht entarten.

In einer vernünftigen und soliden Mitte zwischen diesen Extremen, die beide dem gesunden Glauben und Denken abträglich sind, steht jene bewährte katholische Volksfrömmigkeit, die das Herz am rechten Fleck hat, aber gleichwohl nicht „kopflos“ wird, sondern bei aller Gemütsinnigkeit des Glaubens doch zugleich nüchtern und bodenständig bleibt. DSCF8427 - Kopie

Zu dieser gediegenen Volksfrömmigkeit mit ihrem vielfältigen, lebensnahen Brauchtum gehören auch die katholischen Wallfahrtsorte: große und kleine, bedeutende und unbekannte. Solche Pilgerstätten beinhalten durchaus mehr als nur „Folklore“:  sie verwurzeln die Menschen stärker im Glauben und zeigen ihnen im Rahmen bewährter Traditionen immer wieder neu das Licht der Liebe Christi und den Abglanz seiner Heiligen, vor allem eine feste Geborgenheit unter dem „Schutzmantel“ der Madonna.

Zugleich sind solche altehrwürdigen und liebreichen Stätten der Frömmigkeit ein lebendiges Zeugnis der Kirche Christi, ihrer hohen Kunst und ihrer tiefen Volksverbundenheit durch die Jahrhunderte hindurch.

Ein imposantes Werk deutscher Gründlichkeit

Zu den „kleinen“, eher unscheinbaren Pilgerstätten dieses soliden „Volksglaubens“ gehört auch der oberschwäbische Wallfahrtsort Bergatreute im Kreis Ravensburg, nicht weit vom Allgäu entfernt.

Der noch recht junge, 1974 geborene Autor Alexander Hepp erforschte zehn Jahre lang mit Präzision, unermüdlicher Freude am Detail und solider Sorgfalt die interessanten Ursprünge, die vielseitige Geschichte und erstaunliche europaweite Verbreitung des Madonnenbildes von Re (Norditalien, Diözese Novara), von dem auch in Bergatreute ein eindrucksvolles Abbild von herber Schönheit verehrt wird.

Der geborene Bergatreuter, der heute mit seiner Familie im nahegelegenen Fürstentum Wolfegg lebt, verfaßte ein fast 450 Seiten umfassendes, im besten Sinne „erschöpfendes“ und zudem über 1,3 kg. schweres Standardwerk, das selbst einem Fachhistoriker oder professionellen Chronisten zur Ehre gereichen würde.

Der junge Verfasser des faktenstarken Marienbuches ist kernkatholischer Christ und  profunder Geschichtsschreiber aus innerer Leidenschaft, der bereits seit 1989  –  er war damals 15-jähriger Ministrant  -  in Bergatreute ehrenamtlich das Pfarrarchiv hütet.

Sein ansprechend und gediegen gestaltetes Werk ist intensiv vom Geist der vielgerühmten „deutschen Gründlichkeit“ durchdrungen  –  bis hinein in die zahlreichen akribischen Fußnoten, das ausführliche Sach- und Personen-Register im Anhang oder die präzisen Bildbeschreibungen von 172 Fotos, grafischen Dokumenten und Abbildungen.

Das imposante Werk mit zwei roten Lesebändchen, einer Leinenprägung mit Marienbild und vierfarbigem Schutzumschlag wird abgerundet durch wichtige Urkunden, alte Gebete und Lieder zur Wallfahrtsmadonna, die unter dem Titel „Maria vom Blut“ seit Jahrhunderten vom gläubigen Kirchenvolk verehrt wird.

Die Vatikanzeitung „Osservatore Romano“ würdigte in ihrer Ausgabe vom 14. Oktober 2011 das fundierte Werk des gläubigen Familienvaters, illustriert durch ein Foto, das Papst Benedikt zeigt, wie er im Anschluß an eine Generalaudienz das Buch des schwäbischen Autors entgegennimmt, der als „ehrenamtlicher Pfarrarchivar“ vorgestellt wird.

Neben ihm steht sein engagierter Gemeindepfarrer Dr. Claus Blessing, der dem Wallfahrtsbuch Hepps ein ausführliches, theologisch erhellendes Geleitwort beisteuerte, das bestens in die Gesamtthematik einführt. Außerdem wurde der Druck des Buches durch die Bergatreuter Pfarrei unterstützt.

In einem Interview mit dem PUR-Sonderheft „Sitz der Weisheit“ (Fe-Medienverlag) berichtet Alexander Hepp im Herbst 2011, dass er “immer schon die Wurzeln meiner Heimatwallfahrt in Bergatreute kennenlernen wollte“. Er fügt hinzu: „Natürlich hat mich auch als Ministrant die absolute Nähe zu dem Gnadenbild fasziniert.“  –  Das Gnadenbild gehöre „zum christlichen Lebensmittelpunkt unserer Familie“, erläutert er.   60505_05102011

Das Motiv des Pilgerns sei „die Suche nach der christlichen Wahrheit“.

Man begebe sich auf die Spuren Jesu, „der auch vor unserer Haustür, beispielsweise an Wegekreuzen und Bildstöcken, seine Botschaft offenbart“.

FOTO: Papst Benedikt mit Alexander Hepp und seinem Gemeindepfarrer

Mit seinem Buch wolle er „die wahren Quellen des Muttergottesbildes objektiv erfassen“, erklärte der Autor, „um so eine wissenschaftlich einwandfreie Dokumentation der Gnadenorte von Re, Klattau, Bergatreute und all den anderen Orten seiner Verehrung zu erhalten“.

Das Gnadenbild im italienischen Re (1494)

Der Ausgangspunkt all dieser glaubensinnigen Pilgerstätten ist das malerische Gebirgsdorf Re im oberitalienischen Bistum Novara:

Dort geschah am Dienstag, dem 29. April 1494, um 23 Uhr folgendes Ereignis: Das Madonnenfresko an der Außenwand der Mauritiuskirche beginnt zu bluten  – verursacht durch den Steinwurf eines betrunkenen Frevlers namens Giovanni Zucone, der beim Würfelspiel verloren hatte und aus Wut darüber einen Stein gegen das Marienbild schleuderte, wobei er die dargestellte Madonna an der Stirne traf. Schon bald danach soll sich der Zornentbrannte reumütig bekehrt haben.

Am nächsten Tag wurde der Blutguß erkannt, der sich bis Mitte Mai mehrmals erneuert haben soll. Der Bürgermeister des Gebirgsdorfs zweifelte zunächst, ließ aber alles kritisch untersuchen und bestätigte sodann, daß „dieses Blut auf wunderbare Weise und nicht durch menschliche Kunst herabgeflossen ist“.

Das Blut wurde in Kelchen und Tüchern gesammelt, wobei sich Reliquien davon noch heute auf der Rückseite des barocken Hochaltars der Sankt-Mauritius-Kirche befinden, die mehrfach umgebaut und sodann im Jahr 1958 zu einer monumentalen Basilika im neo-byzantinischen Stil erweitert wurde. Am Originalfresko in Re sind nach wie vor Spuren des Steinwurfs und des Blutes erkennbar.

Aus dem kleinen Dorf wurde eine beliebte Wallfahrtsstätte, wobei die thronende Gottesmutter als „Madonna del Sangue“ (Maria vom Blut) verehrt wird, die bis heute tausende Pilger anzieht. Fast fünfhundert gemalte Votivtafeln aus vielen Jahrhunderten bezeugen wunderbare Gebetserhörungen, Bekehrungen und Heilungen.

Ursprung der Wallfahrt von Bergatreute

Durch Kaminkehrer und andere Handwerker wurden Abbilder des wundersamen Gnadenbildes, das von unbekannter Hand stammt, weit über die Grenzen des Landes verbreitet. In Europa entstanden dort, wo sich fromm gesinnte Handswerksleute niederließen, kleinere und größere Wallfahrtsorte, in denen eine Kopie des ikonenartigen Madonnenbildes verehrt wurde, vor allem in Deutschland und Tirol, aber auch in Slowenien, Ungarn und Tschechien.

In der böhmischen Stadt Klattau ereignete sich 1685 an einem Abbild de Re-Freskos ein neues Blutwunder: Der Schneider Andreas Hirschberger, dessen Frau das Gemälde als Erbstück mit in die Ehe brachte, nahm nach einer schweren Erkrankung seiner Gattin Zuflucht zum Gnadenbild, worauf dieses an der Stirn zu bluten begann. Der Prager Erzbischof Johann F. Waldstein anerkannte zwei Monate später in einem Dekret das wunderbare Ereignis, worauf das Bild zur allgemeinen Verehrung in die dortige Pfarrkirche gebracht wurde.

Ein weiteres Gemälde der blutenden Maria mit dem ernsten Blick und dem hoheitsvollen Christuskind auf ihrem Schoß gelangte ein Jahr später in die oberschwäbische Pfarrei Bergatreute, was in dieser geradezu idyllischen Region eine dauerhafte Wallfahrtsbewegung auslöste, die bis heute anhält.   238217763_8ea6fe4722

Der damalige Pfarrer Michael Mietinger war ein Schwager des Ratsherrn Johann Jakob Teplitz in Klattau, der ihm ein hochwertiges Abbild der „Maria vom Blut“ schenkte (siehe Foto).

Der Geistliche bewahrte das Mariengemälde, das eine etwas hoheitsvolle Schönheit und Würde ausstrahlt, zunächst zur privaten Andacht jahrelang in seinem Pfarrhaus auf.

Doch auf Drängen der Gläubigen ließ er das herrliche Bild in seiner Pfarrkirche St. Philippus und Jakobus aufstellen, was schon bald eine breite Pilgerwelle auslöste, die im 18. Jahrhundert ihre größte Blütezeit erreichte. So waren z.B. 1794 achtzehn Pfarrer zum jährlichen Wallfahrtsfest nach Bergatreute gekommen.

Aber auch in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts konnte die Verehrung des Bergatreuter Gnadenbildes bereits Wurzeln fassen. Nach den Schrecken des 30-jährigen Krieges suchten die Menschen wieder nach Heimat und Geborgenheit im Glauben, so daß eine wahre Aufbruchstimmung in der Frömmigkeit entstand.

Pfarrer Mietinger blieb angesichts des anhaltenden Pilgerstroms nichts übrig, als eine neue Kirche errichten zu lassen, die 1697 eingeweiht wurde. 20% der gesamten Baukosten bezahlte der seeleneifrige Hirte aus seiner eigenen Tasche. Er war neben seiner Marienfrömmigkeit besonders auch dem hl. Josef zugetan und gründete eine Bruderschaft zu seinen Ehren.

Pfarrer Mietinger wurde 1688  -  also bereits zwei Jahre nach der Ankunft des Klattauer Gnadenbilds  -  von seinem Bischof beauftragt, alle Berichte über angebliche Heilungen und wunderbare Gebetserhörungen notariell vernehmen zu lassen und die Gläubigen auf die Folgen eines falschen Eides hinzuweisen. Auch im 17. Jahrhundert war die Kirche hierbei sehr nüchtern, präzise und vorsichtig, um keine bedenkliche Wundersucht im Volke aufkommen zu lassen.

Die Taufe “unfröhlicher” Kinder

Zu den „Wunderzeichen vor dem Gnadenbild“ gehörte neben zahlreichen Heilungen nicht selten auch die Befreiung von Besessenheit. Eine besondere pastorale Schwierigkeit stellte freilich das vielfache Verlangen nach einer Taufe totgeborener Kinder dar:

Verzweifelte Mütter aus nah und fern brachten akut verstorbene Neugeborene nach Bergatreute zur Madonna und erflehten vom Dorfpfarrer die Taufe ihres Kindes. Der Priester war hin und hergerissen zwischen Mitleid und berechtigten kirchlichen Vorschriften, wonach keine Sakramentenspendung bei Toten erlaubt ist.

So befanden sich  Bergatreuter Pfarrer  –  auch Mietingers Amtsnachfolger  – bei der sehnlichst erflehten, sogenannten „Taufe unfröhlicher Kinder“ ständig im Dilemma  – es sei denn, das Neugeborene gab wenigstens noch minimale Lebenszeichen von sich.

Die „Taufe von Verstorbenen“ ist kein neuzeitliches Phänomen; es gab diesen Brauch bereits bei gnostisch-esoterischen Gruppen der ersten christlichen Jahrhunderte; später außerdem bei den „Neuapostolischen“ und vor allem bis heute systematisch bei den Mormonen, wobei diese Sekte sich  –  neben den „Offenbarungen“ ihres „Gründerpropheten“ Joseph Smith  – auf Christi Predigt im jenseitigen „Gefängnis“ (1 Petr 3,18 f. und 4,6) beruft.

So heißt es zum Beispiel in 1 Petrus 4,6: „Denn dazu ist auch den Toten das Evangelium verkündigt, dass sie zwar nach Menschenweise gerichtet werden im Fleisch, aber nach Gottes Weise das Leben haben im Geist.“

Diese beiden Bibelstellen können als Hinweis gesehen werden auf den Abstieg Jesu in die Unterwelt (mit der Erlösung der Gerechten des Alten Bundes), aber sie taugen nicht als Begründung für eine Totentaufe, die dort auch gar nicht erwähnt ist.

In diesem Punkt hat also der sonst sicherlich vorbildlich wirkende Wallfahrtspfarrer Mietinger, der hunderte „unfröhlicher“ Kinder taufte, sicherlich geirrt bzw. allzu zu sehr seinen „pastoralen“ Mitleidsgefühlen nachgegeben.

Eine bewegte und bewegende Geschichte

Es gab später allerdings für Bergatreute zudem noch schwerwiegende Probleme von staatlicher Seite, denn die Wallfahrt wurde in den Wirren von „Aufklärung“ und Säkularisation über ein halbes Jahrhundert lang durch die weltliche Obrigkeit untersagt.

Im „Namen des Königs“ wurde 1811 verfügt, daß das Dorf „nach den neuen Religionsgrundsätzen nicht mehr als Wallfahrt behandelt“ werde. Das als liberal bekannte Konstanzer Generalvikariat unter Wessenberg fand diese königliche Anordnung freilich „ganz entsprechend“ und genehmige sie offenbar gerne.

Erst ab 1866 konnte das glaubensfrohe Pilgerleben in Bergatreute wieder zu neuem Leben erwachen, wobei die stattliche Pfarrkirche das passende Ambiente bot. Das festlich wirkende Bauwerk mit Zwiebelturm gilt heute geradezu als Juwel der oberschwäbischen Barockstraße.

Von Bergatreute aus verbreitete sich die Andacht zu „Maria vom Blut“ mit jeweils ähnlichen Gemälde-Kopien in Schwaben und Vorarlberg, so etwa in Dillingen und Sonderhofen.

Koptisches MARIENBILD aus Äthiopien

Koptisches MARIENBILD aus Äthiopien

1889 wurde die Bergatreuter Kirche restauriert, wobei die Entfernung der wunderschönen Barock-Altäre vor allem durch den entschiedenen Widerstand von Bürgermeister Feuerstein (nomen est omen) verhindert wurde.

Während der NS-Diktatur kam es erneut zu staatlichen Repressalien: 1940 wurde die Prozession am Wallfahrtsfest durch die NSDAP verboten. Passend dazu sprach ein als Prediger angereister Stadtpfarrer über das Thema „Des Glaubens Licht, des Glaubens

Nacht.“

In der ländlichen Pfarrgemeinde wird bis heute jährlich am 2. Juli, dem Hochfest der Heimsuchung Mariens, der traditionelle Wallfahrtstag „Maria vom Blut“ begangen. Pilger aus nah und fern strömen zur Festmesse und zur glaubensfrohen Prozession.

Die Madonna als „Sitz der Weisheit“

Die Gottesmutter wird hier vor allem mit dem altkirchlichen, bewährten Ehrentitel als „Sitz der Weisheit“ (sedes sapientiae) verehrt. Ein geistliches Schauspiel aus dem 18. Jahrhundert, das dem Bergatreuter Gnadenbild gewidmet ist, trägt ebenfalls diesen Titel.  

Kein Geringerer als Kardinal Giovanni Lajolo verfaßte am 23.8.2008 ein eigenes Gebet zum Gnadenbild „Maria vom Blut“, das mit den Worten beginnt: „Maria, Mutter der Weisheit!“  –  Diese Anrufung erinnert an das Heilszeichen ihres göttlichen Sohnes: „Sein Kreuz sei unsere Weisheit und unser Stärke.“

Der italienische Kardinal hat dem Buch eine ausführliche, theologisch vertiefende Betrachtung zum Thema „Maria als sedes sapientiae“ beigesteuert, ebenso der em. Erzbischof Dr. Karl Braun aus Bamberg.

Der Artikel des Kardinals ist betitelt mit jenen tiefsinnigen Worten, die auch auf dem Gnadenbild zu Bergatreute in einer dargestellten antiken Schriftrolle enthalten sind: „In gremio matris sedet sapientia patris“  – Im Schoß der Mutter sitzt die Weisheit des Vaters.

Zu den Co-Autoren des Buches zählt zudem Alt-Abt Dr. Emmeram Kränkl OSB aus Schäftlarn, der dort unter dem Leitwort „Glaube und Wunder“ über das „blutende Marienbild von Klattau“ schreibt. Dabei unterscheidet er sorgfältig zwischen einer ungesunden Wundersucht und jenem gläubigen Vertrauen auf unseren allmächtigen Gott, „der Wunder tut“.

Früher wurden Gebetserhörungen und Heilungen in einem „Mirakelbuch“ der Pfarrei aufgezeichnet. Heute gibt es Anliegenbücher, die in der Wallfahrtskirche ausgelegt sind, worin Gläubige ihre Sorgen, Bitten und ihren Dank niederschreiben können.

Auch das offizielle Wallfahrtslied von Pfarrer Wilhelm Scholter aus Bergatreute ist ganz von einem bodenständigen, starken und zuversichtlichen katholischem Glauben durchdrungen. Das dreistrophige Lied mit festlicher Melodie wendet sich an „Maria, du vom Blute, du Mutter treu und mild“ und fleht vertrauensvoll:

„Erbitt von Gott uns Frieden,
erfleh uns Glaubensmut,
deck uns mit deinem Mantel,
Maria du vom Blut.
Und hilf uns in den Stürmen,
wenn sich die Wogen türmen,
Maria, Maria, Maria du vom Blut.“

In echt katholischer Haltung wird auch die Sterbestunde nicht verdrängt, wird der Tod mitten ins Leben und in den Glauben hineingeholt und der Fürsprache der Gottesmutter anvertraut:

„Maria voll der Gnaden,
oh Mutter, du vom Blut:
des Vaters Weisheit selber
in deinem Schoße ruht.
Zu ihm wollst uns geleiten,
wenn wir vom Leben scheiden:
Maria, Maria, Maria du vom Blut.“

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks und des KOMM-MIT-Jugend-Verlags in Münster

ERSTVERÖFFENTLICHUNG dieser Rezension in der Zeitschrift “Theologisches” (Nr. 1-2/2013)

Eine BESTELLUNG des Buches ist direkt hier möglich.

 

 


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