Schöpfungsordnung aus biochemischer Sicht: Es gibt ein Monogamie-Hormon

Von Dr. med. Edith Breburda

Der US-amerikanische Psychologe Seth Pollak von der Universität in Wisconsin/Madison vermutet, dass Kinder, die sehr früh in ihrem Leben zurückgewiesen oder missbraucht wurden bzw. die in Armut aufwuchsen, als Erwachsene häufiger unter Depressionen, Herzkrankheiten und Ängstlichkeit leiden. Er sieht sogar einen Zusammenhang mit Krebserkrankungen.  Dr. Breburda
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Stress kann einige Stellen des Gehirns schrumpfen lassen, und bei Mädchen eine abnormale Ausschüttung von einigen Hormonen bewirken, erklärt der Experte. Das sexuelle Verhalten der Mädchen verändert sich:
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“Unsere Erziehung beeinflusst unsere Biologie. Dadurch können wir langfristig soziale Verhaltensprobleme erklären. Es ist eine ganz neuartige Sicht, die Entwicklung des Kindes zu verstehen. Aus der tierexperimentellen Forschung wissen wir, wie eine normale Pflege diese Verhaltensdefizite restaurieren kann. Wir versuchen, eine entsprechende Therapie und Medikamente anzuwenden, um die Schäden rückgängig zu machen”, erläutert Pollak.
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Der Forscher untersuchte das sogenannte “Stress-Regulator-Gen” bei 56 Kindern. Ein Drittel der Probanden wurde physisch missbraucht. Bei ihnen zeigte die Blutprobe eine geringere Aktivität des Glucocorticoid-Rezeptors, der das Stress-Hormon Cortison reguliert.  Zu viel Cortison schwächt das Immunsystem und erregt den Menschen.
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Pollak erkannte bei 12-jährigen misshandelten Kindern, dass die Hirnregionen, die für Emotionen (Amygdala) und das Gedächtnis (Hippocampus) verantwortlich sind, kleiner ausgebildet waren.
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Vierjährige Kinder aus armen Familien hatten weniger “graue Substanz”. Dort werden Informationen verarbeitet und Handlungen geplant.
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Acht- bis 11-jährige Mädchen, die misshandelt wurden, schütteten anstatt Cortison das Liebes-Hormon Oxytocin aus. Oxytocin konnte ihnen helfen, unbekümmerter mit Fremden umzugehen. Damit hatten sie weniger Schwierigkeiten, Beziehungen einzugehen. Diese Freundschaften erwiesen sich allerdings als instabil.
Edith-Breburda-Fotos.
Teenagerschwangerschaften treten häufiger bei Kindern auf, die aus armen Familien kommen. Ihre schulischen Leistungen und ihr späterer Beruf werden dadurch beeinflusst: “Sie öffnen sich, anstatt sich selbst zu schützen. Das könnte erklären, warum diese Mädchen später in schwierige Lebensumstände verwickelt sind”, behauptet der Wissenschaftler [i].
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Oxytocin gilt heute als eine Substanz, welche das “Belohnungszentrum” des Gehirns aktiviert. Männer finden wegen des Oxytocins ihre Partnerin attraktiver, was der Monogamie zugute kommt.
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Wissenschaftler der Universität in Bonn weisen darauf hin, dass es im Tierreich nicht so ist. Hier gibt es die Monogamie äusserst selten. Somit handelt es sich um eine rein menschliche Angelegenheit, dass Oxytocin dafür mitverantwortlich ist, einander treu zu bleiben.
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Dr. Hurlemann von der Ruhr-Universität in Bochum arbeitete mit der Universität von Chengdu in China zusammen, um die Wirkung des Monogamie-Hormons Oxytocin genauer zu testen:
40 heterosexuellen Männern, die sich in einer permanenten Partnerschaft befinden, zeigten sie Fotos von ihren Frauen. Danach konnten die Männer Bilder von anderen Frauen sehen.
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Nasal applizierte man den Probanden entweder Oxytocin oder ein Placebo. Mit einem Magnetresonanz-Tomogramm wurde die Gehirnaktivität überprüft. Dirk Scheele sagte, wenn die Männer Oxytocin erhielten, bewerteten sie ihren eigenen Partner attraktiver als andere Frauen. Durch Fotos von Mitarbeiterinnen oder anderen bekannten Frauen liess sich die Gehirntätigkeit der Männer nicht anregen. Nur der eigene Ehepartner löste den Reiz im Gehirn aus.
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Die Ergebnisse lassen erklären, wie es nach dem Tod des Ehepartners zu tiefen Depressionen kommen kann. Eine fehlende Oxytocin-Ausschüttung wird als Grund angesehen.
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Man kann – hormonell betrachtet  –   davon ausgehen, dass Oxytocin der Grund für eine Monogamie beim Menschen ist. Die klassische evolutionsbiologische Sicht, wonach männliche Wesen danach drängen, ihre Gene so viel wie möglich “in Umlauf zu bringen”, wurde durch die Hurlemann-Studie beim Menschen widerlegt.
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Monogamie hat auch seine Vorteile, betont Dr. Hurlemann:
“Wenn Oxytocin eine Partnerschaft tiefer zusammenschweißt, wird auch die Ernährung der Nachkommen sicher gestellt. Männliche und weibliche Gene werden an Kinder weiter gegeben. Biologisch wird damit auch eine monogame Ehe der Kinder gefördert”, erläutert er.
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Bei gleichgeschlechtlichen Paaren wurde der Versuch bisher nicht durchgeführt. Allerdings zeigten andere Studien einen ziemlichen Unterschied, ja sogar ein gegensätzliches Verhalten einer Oxytocin-Wirkung bei Männern und Frauen auf.
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Die Hormone sind bei den Geschlechtern anders verteilt. Es könnten auch weniger Oxytocinrezeptoren im männlichen Gehirn vorhanden sein, vermutet Hurlemann [ii].
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Oxytocin steht im Fokus der wissenschaftlichen Tätigkeiten von Paul Zak. Es handelt sich dabei eigentlich um ein uraltes Molekül, das man nur bei Säugetieren findet. Bei Nagetieren hilft es, den Mutterinstinkt aufrecht zu erhalten.
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Die Etruskerspitzmaus, die von der Nasenspitze bis zum Schwanzansatz nur etwa 40 Millimeter lang ist, lebt monogam. Eigentlich ist sie keine Maus, da Mäuse Nagetiere sind und damit Vegetarier. Die Spitzmaus frisst Insekten, Würmer, Maden, Ameisen, Grillen, Spinnen und Heuschrecken. Sie ist mit der Maus so verwandt wie der Fuchs mit dem Hirsch, sagt der emeritierte Professor Peter Vogel aus Lausanne. IMG_2852
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Bei Rindern sorgt Oxytocin für den Milchfluss. Kälber stossen vor dem Säugen mit ihrem Kopf in das Euter, um damit die Ausschüttung zu aktivieren. Bei allen Nutztieren kann Oxytocin verabreicht werden, um eine Geburt einzuleiten.
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Oxytocin wird bei der Paarung freigesetzt. Es wird im Gehirn (Nucleus paraventricularis) in einer Vorform gebildet und über den Hypophysenhinterlappen abgegeben. Ausser seiner Funktion als Sexualhormon wirkt es auch als Neurotransmitter im Gehirn. Es fördert prosoziales Verhalten und das Vertrauen in andere Menschen [iii].
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Professor Paul Zak, Gründungsdirektor des Claremont-Universitäts-Zentrums für Neuroökonomische Studien in Kalifornien, stellte sich die Frage, ob unsere Moral, auf die sich gläubige wie nichtgläubige Menschen beziehen, nicht doch mit Chemie zu tun hat?
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Er wollte beweisen, dass Oxytocin gleichsam das Moralmolekül ist, welches sich hinter unserem sittlichen Handeln verbirgt. In seinen Versuchen konnte er nachweisen, wie eine Veränderung der Oxytocingehalte im Blut unser Mitgefühl beeinflusst. 
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Bei Frauen, die missbraucht wurden, wird die Oxytocin-Sekretion unterdrückt:
“Man muss pfleglich behandelt werden, damit sich das System richtig entwickeln kann. Viel Stress hemmt Oxytocin. Wir wissen alle, dass wir unter Stress nicht bestmöglich handeln können”, sagt Zak.
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Auch das hauptsächlich männliche Hormon Testosteron hemmt die Oxytocin- Ausschüttung. Bei einer Hochzeit in England, zu der 200 Leute geladen waren, fand Paul Zak heraus, dass die Braut den höchsten Oxytocinwert aufwies. Ihr folgten die Brautmutter, der Vater des Bräutigams und dann erst der Bräutigam.
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Der Wissenschaftler ist der Meinung, eine Hochzeit ist ein Ritual, um sich mit dem neuen Brautpaar emotional zu verbinden. Ein neuvermähltes Paar ist uns für die Arterhaltung bei der Fortpflanzung wichtig und wir wollen seinen Erfolg.
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Wir kennen unzählige Möglichkeiten, um mit anderen in Verbindung zu treten. Soziale Medien erleichtern uns dieses Vorhaben. Man twittert, stellt seine Videos auf Youtube. Mitglied eines sozialen Netzwerkes zu sein führt auch zu einem Anstieg des Oxytocinwertes.
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Am Ende werden unsere Empfindungen belohnt. Wir sind glücklicher, wenn wir Oxytocin freisetzten, erklärt Paul Zak. Sein Rezept ist, täglich acht Mitmenschen zu umarmen. Dann wird man glücklicher werden  –  und die Welt wird ein besserer Ort [iv].
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Wir alle kennen das Gefühl, wenn es in unserem Bauch kribbelt und die Angst vor etwas spürbar im Raum steht. Oxytocin kann aber neben leidenschaftlichen Liebes-Anwandlungen auch emotionalen Schmerz verursachen, sagen die Wissenschaftler der Northwest-Universität in Chicago.
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Es werden nicht nur unsere sozialen positiven Erinnerungen gestärkt, sondern auch stressige soziale Situationen graben sich in unser Gedächtnis ein. Wenn wir später wieder in eine ähnliche Situation kommen,  reagieren wir von vornherein sehr ängstlich. Dies ist eine neue Erkenntnis.
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Forscher erhofften sich, mit Hilfe der Substanz eine Anti-Angst-Droge entwickeln zu können, da man annahm, mit ihr positive Emotionen wecken zu können, wenn man sich in einer stressbezogenen Situation befindet.
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Sich wiederholende Stress-Erlebnisse fördern Angst und Depression: “Basierend auf jahrelanger Forschung wurde Oxytocin als Stress reduzierende Substanz betrachtet. Durch die neue Studie konnte gezeigt werden, dass durch Oxytocin Angst eher gefördert wird”, erläutert der Studienleiter Yomarya Guzman.

[i] Wahlberg D.: Childhood stress can reconfigure biology, UW-Madison research says. Wisconsin State Journal. 24. 7.2014
[ii] Ellis M.: Oxytocin: the monogamy hormone? Medical News Today, 26. Nov. 2013
[iii] Kosfeld M. et al.: Oxytocin increases trust in humans. Nature: 435 (7042): 673-6, June 2 2005
[iv] Zak P.: Vertrauen, Moral-und Oxytocin. Technology, Entertainment and Design, http://www.ted.com/talks/paul_zak_trust_morality_and_oxy tocin/ transcript?language=de, Nov. 2011
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Unsere Autorin Dr. med. Edith Breburda (von ihr stammen auch die Fotos) ist Buchautorin, Bioethik-Expertin und Veterinär-Medizinerin (Tierärztin); sie lebt in den USA (Bundesstaat Wisconsin).

Kardinal G. Pell wünscht klares Bekenntnis der Kirche zur Heiligkeit der Ehe

Im Media-Maria-Verlag erschien soeben ein neues Sachbuch mit einem Vorwort von Kardinal George Pell, dem Präfekten des vatikanischen Wirtschaftssekretariats und früheren Erzbischofs von Melbourne und Sydney.

Wir dokumentieren die Stellungnahme des Kardinals aus dieser empfehlenswerten Neuerscheinung “Das wahre Evangelium der Familie”, die Beiträge der Professoren Juan José Pérez-Soba und Stephan Kampowski enthält und sich theologisch fundiert für die sakrametale Heiligkeit und die Unauflöslichkeit der Ehe einsetzt: f11

“Dieses Buch ist aus vielen Gründen wichtig. Eine höfliche, sachkundige und gründliche Debatte ist besonders in den kommenden Monaten notwendig, um die christliche und katholische Tradition der monogamen, unauflöslichen Ehe zu verteidigen.

Hierbei ist es wichtig, sich auf die zentralen Elemente der Herausforderungen zu konzentrieren, vor denen Ehe und Familie stehen, anstatt sich von einer ebenso kontraproduktiven wie nutzlosen Suche nach kurzfristigen Tröstungen ablenken zu lassen.

Die Gesundheit einer Organisation kann daran gemessen werden, wie viel Zeit und Energie für die Diskussion verschiedener Themen aufgebracht werden. Gesunde Gemeinschaften verwenden nicht die meiste ihrer Energie für nebensächliche Themen, und die Zahl der geschiedenen und wiederverheirateten Katholiken, die meinen, dass es ihnen erlaubt sein sollte, die Kommunion zu empfangen, ist leider in der Tat sehr gering.

Das Drängen auf diese Veränderung ist hauptsächlich auf einige europäische Teilkirchen konzentriert, wo der Kirchenbesuch niedrig ist und eine wachsende Zahl Geschiedener sich entscheidet, nicht erneut zu heiraten. Das Thema wird von Freund und Feind der katholischen Tradition als Symbol gesehen: ein Siegespreis im Kampf zwischen dem, was vom Christentum in Europa übrig ist, und einem aggressiven Neuheidentum. Jeder Gegner des Christentums will, dass die Kirche in Bezug auf dieses Thema kapituliert.

In dieser Diskussion berufen sich beide Seiten auf christliche Kriterien und jeder ist bestürzt über das Maß an Leid, das ein Zerbrechen der Ehe beim Paar und den Kindern verursacht. BILD0235

Welche Hilfe kann und soll die katholische Kirche hier anbieten? Einige sehen die Hauptaufgabe der Kirche darin, Rettungsboote für diejenigen zur Verfügung zu stellen, die durch die Scheidung Schiffbruch erlitten haben. Und Rettungsboote sollten für alle da sein, insbesondere für die auf tragische Weise unschuldig Beteiligten.

Aber welche Richtung sollten die Rettungsboote einschlagen? In Richtung Felsen oder Sumpfgebiet oder in einen sicheren Hafen, der nur unter Schwierigkeiten erreicht werden kann? Andere sehen eine noch wichtigere Aufgabe für die Kirche darin, Führung und gute Seekarten anzubieten, um die Zahl derer zu verringern, die Schiffbruch erleiden.

Beide Aufgaben sind notwendig, aber wie werden sie am besten erfüllt?

Das christliche Verständnis von Barmherzigkeit ist ein zentraler Punkt, wenn wir über Ehe und Sexualität, Vergebung und heilige Kommunion sprechen, und so werden im vorliegenden hervorragenden Buch die wesentlichen Zusammenhänge von Barmherzigkeit und Treue, von Wahrheit und Gnade in der Lehre des Evangeliums klar und überzeugend dargelegt.

Barmherzigkeit unterscheidet sich von den meisten Formen der Toleranz, die einer der lobenswerteren Aspekte unserer pluralistischen Gesellschaften ist. Einige Formen der Toleranz definieren Sünde als nicht existent, aber Erwachsenenfreiheiten und unvermeidliche Differenzen müssen nicht auf einen kompromisslosen Relativismus gegründet sein. DSC05485

Die Unauflöslichkeit der Ehe ist eine der bedeutsamen Wahrheiten der göttlichen Offenbarung. Es ist kein Zufall, dass Monogamie und Monotheismus in der jüdisch-christlichen Tradition zusammengehen. Lebenslange Ehe ist nicht einfach eine Last, sondern sie ist ein Schatz, eine Leben schenkende Institution.

Wenn Gesellschaften diese Schönheit und Gutheit erkennen, dann schützen sie sie in der Regel mit wirksamen disziplinarischen Maßnahmen.

Sie verstehen, dass Lehre und pastorale Praxis nicht im Widerspruch zueinander stehen können und dass man nicht die Unauflöslichkeit der Ehe aufrechterhalten und zugleich den „Wiederverheirateten“ den Empfang der Kommunion erlauben kann.

Zweifellos ist es ein Opfer für Gläubige, anzuerkennen, dass sie nicht voll an der Eucharistie teilnehmen können: eine unvollkommene, aber reale Form der opfernden Liebe.

Das Christentum und besonders der Katholizismus stellt eine einzige historische Realität dar, in der die apostolische Tradition des Glaubens und der Sitten, des Gebets und der Liturgie aufrechterhalten wird. Die Lehre Christi ist unser Eckstein.

Interessanterweise folgt die harte Lehre Jesu  –  „Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen“ (Mt 19,6)  –  kurz nachdem er gegenüber Petrus nachdrücklich die Notwendigkeit der Vergebung betont hat (vgl. Mt 18,21–35).

Es ist wahr, dass Jesus die vom Tod durch Steinigung bedrohte Ehebrecherin nicht verurteilt hat. Aber er hat ihr auch nicht gesagt, dass sie ihre gute Arbeit fortsetzen und unverändert weitermachen soll. Er sagte ihr, dass sie nicht mehr sündigen solle (vgl. Joh 8,1–11). slider3-640x360

Eine unüberwindliche Hürde für die Befürworter einer in Lehre und Pastoral vorzunehmenden Neuregelung in Bezug auf den Kommunionempfang ist die beinahe vollkommene Einstimmigkeit von 2000 Jahren katholischer Geschichte in diesem Punkt. Es ist wahr, dass die Orthodoxen eine seit Langem bestehende, aber andere Tradition haben, die ihnen ursprünglich von ihren byzantinischen Kaisern aufgezwungen wurde. Aber dies ist nie katholische Praxis gewesen.

Man könnte vorbringen, dass die Bußdisziplin in den ersten Jahrhunderten vor dem Konzil von Nicäa zu unerbittlich war, als man darüber diskutierte, ob des Mordes, des Ehebruchs oder des Glaubensabfalls Schuldige mit ihrer örtlichen Gemeinde durch die Kirche nur einmal versöhnt werden könnten oder überhaupt nicht. Man hat immer anerkannt, dass Gott vergeben kann, auch wenn die Möglichkeit der Kirche, Sünder wieder in die Gemeinschaft einzugliedern, beschränkt war.

Solch eine Strenge war die Regel in einer Zeit, als sich die Kirche trotz Verfolgung zahlenmäßig vergrößerte. Das kann man genauso wenig ignorieren wie die Lehren des Konzils von Trient oder die des heiligen Johannes Pauls II. oder Papst Benedikts XVI. über die Ehe. Waren die Verfügungen im Anschluss an die Scheidung von Heinrich VIII. vollkommen überflüssig?

Die vorliegende Arbeit enthält einige tiefgründige Analysen der kulturellen Ursachen für das Auseinanderbrechen der Familien in der heutigen pansexualistischen Kultur. Es ist ein gutes Argument, dass eine korrekte Diagnose bei einer Epidemie wichtiger denn je ist!

An einer Stelle wird gesagt, dass Scheidung die wichtigste gesellschaftliche Revolution der Neuzeit sei, und zweifellos spiegelt die Krise der Ehe die Krise des Glaubens und der religiösen Praxis. Aber was war zuerst da: die Henne oder das Ei? 1529 - Kopie (2)

Neben der altbekannten Ahnung, dass ein geschwächter Glaube weniger Kinder bedeutet, halte ich es für sehr wahrscheinlich, dass die Entscheidung, keine oder nur ganz wenige Kinder zu haben, oft ein beträchtliches Schwächerwerden des Glaubens zur Folge hat. Die Einflüsse gehen in beide Richtungen.

Gegenwärtig befinden wir uns in einer ziemlich neuen Situation – ohne Vergleichbares seit den Tagen des Zweiten Vatikanischen Konzils –, in der eine wachsende Bandbreite von moralischen Alternativen in aller Öffentlichkeit ausgelotet wird, und das sogar von Geistlichen. Das bringt insofern einen Nutzen mit sich, als eine wachsende Zahl vorher Desinteressierter beginnt, über christliche Thesen zu diskutieren. Allerdings führt dies unausweichlich auch zu Verletzungen und Verwundungen.

Wer der Überlieferung treu ist, so wie die Autoren dieses Buches, der sollte gelobt werden, wenn er seine Sache ruhig und liebevoll darlegt. Wir haben immer noch die besten Melodien. Wir müssen jetzt auch aktiv werden, um eine Wiederholung des Nachspiels von Humanae vitae im Jahr 1968 zu vermeiden.

Wir sollten uns klar und deutlich ausdrücken, denn je früher die Verwundeten, die Lauwarmen und die Fernstehenden merken, dass wesentliche Änderungen in Lehre und Pastoral unmöglich sind, in desto größerem Umfang wird die feindselige Enttäuschung (die der Bekräftigung der Lehre unweigerlich folgen wird) vorweggenommen und zerstreut werden.”

Buchdaten: Juan José Pérez-Soba, Stephan Kampowski
Das wahre Evangelium der Familie
Die Unauflöslichkeit der Ehe: Gerechtigkeit und Barmherzigkeit
Media Maria Verlag, Preis 20,50 Euro, gebundene Ausgabe, 240 Seiten


FOCUS-Artikel (“Verrat an der Familie”) thematisiert die Benachteiligung der Eltern

Pressemitteilung des Verbands Familienarbeit:

Verrat an der Familie. Der Staat drängt Mütter in den Job – und Kinder damit in die Krippe. Doch nicht alle Eltern wollen das so einfach hinnehmen und leisten Widerstand.“ frage

Diese Worte könnten ebenso in einer Verlautbarung unseres Verbandes stehen. Es handelt sich aber um die Titelzeilen eines Beitrags von Ulrike Plewnia im „Focus“ (Nr. 40/14 vom 29. 9.2014, S. 52).

Der Artikel hebt sich deutlich von der sonst üblichen „Mainstream“-Berichterstattung unserer Leitmedien ab, die unkritisch der Regierungspolitik folgen.

Es wird klar ausgesprochen, dass Eltern, die ihre Kinder in den ersten Lebensjahren selbst betreuen wollen, in den großen politischen Parteien keinen Fürsprecher mehr finden.

Die politischen Kräfte hinter dieser familienfeindlichen Politik in Wirtschaft und Gesellschaft, die Eltern nur als Arbeitskräftepotential betrachten, ohne das Kindeswohl zu berücksichtigen, werden offen benannt.

Es wird auch angesprochen, wie versucht wird, mit pseudowissenschaftlichen Studien eine Überlegenheit der Krippenbetreuung von Kleinkindern gegenüber der Betreuung durch die Eltern vorzutäuschen, während die seriöse Wissenschaft die Krippenbetreuung eher kritisch sieht.

Der Verband Familienarbeit e.V. wendet sich seit langem besonders gegen die gezielte Diskriminierung von Eltern mehrerer Kinder, wie sie beispielhaft im seit 2007 geltenden Elterngeldgesetz zum Ausdruck kommt.

Dazu unterstützt unser Verband mehrere Beschwerden beim Bundesverfassungsgericht und beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg, vgl. unsere Pressemeldungen vom 8. Mai 2014 und vom 4.12.2013: http://familienarbeit-heute.de/?cat=31

Es ist unverkennbar, dass im Rahmen der einseitigen Krippenförderung unter Vorspiegelung der Gleichberechtigung der Geschlechter eine „Gleichstellung“ der Eltern in der Erwerbswelt angestrebt wird, ohne deren Wünsche zu berücksichtigen. Gleichstellung gegen den Willen der Betroffenen ist aber Bevormundung und damit das Gegenteil von Gleichberechtigung.

Dr. Johannes Resch
Stellv. Vorsitzender Verband Familienarbeit e.V.
www.familienarbeit-heute.de
www.johannes-resch.de

 


Die Familien-Synode in Rom ist mit den Folgen der “Sexuellen Revolution” konfrontiert

Mathias von Gersdorff

Vom 5. bis zum 19. Oktober 2014 wird im Vatikan eine Bischofssynode unter dem Thema „Die pastoralen Herausforderungen der Familie im Rahmen der Evangelisierung“ stattfinden. Solche Synoden sind nicht ganz außergewöhnlich, und so nimmt die große Öffentlichkeit meist wenig Notiz von ihnen. Bildungsplan-Demo-1.2.1448b

Diesmal ist es anders: Der deutsche Kardinal Walter Kasper hielt vor der Versammlung der Kardinäle (Konsistorium) am 20. und 21. Februar 2014 in Rom eine Ansprache, die den Diskussionsrahmen abstecken sollte.

Er regte an, darüber nachzudenken, ob man wiederverheiratete Geschiedene zum Empfang der Kommunion zulassen sollte. Seitdem ist eine hitzige Diskussion im Gange. Es haben sich mehrere Meinungsströmungen gebildet, die völlig konträre Ansichten vertreten.

Für einen Nicht-Katholiken mag diese Debatte schwer verständlich sein, doch für Katholiken geht es um einen essentiellen und seit vielen Jahrhunderten und in vielen gewichtigen kirchlichen Dokumenten eigentlich geklärten Punkt der katholischen Lehre.

Wiederverheiratete Geschiedene leben nämlich entsprechend der katholischen Morallehre in fortlaufendem Ehebruch und somit in einem öffentlichen Zustand der schweren Sünde. Dieser Umstand schließt sie vom Empfang der Kommunion aus. Eine Änderung dieser Praxis würde einen schwerwiegenden Bruch mit der traditionellen Lehre bedeuten.

Nicht Kirche, sondern Popkultur ist bestimmend

In der Synode geht es aber nicht nur um die Frage der Kommunion. In diesem Aspekt verdichtet sich im Grunde eine viel umfassendere Problemstellung: Wie soll die katholische Kirche mit der Tatsache umgehen, daß eine große Zahl der Gläubigen die Ehe- und Familienlehre der Kirche nicht kennt oder zumindest nicht verinnerlicht hat? DSC05485

In kaum einem anderen Bereich läßt sich so deutlich feststellen, wie stark der Einfluß, die moralische Autorität und die Gestaltungskraft der katholischen Kirche abgenommen haben.

Selbst viele Katholiken lassen sich nicht mehr von der Lehre der Kirche zu Ehe und Familie orientieren, sondern vom Ehebild, das Spielfilme, Fernsehserien, Pop-Stars usw. vermitteln. Kurz: Sie lassen sich von einem Zeitgeist orientieren, der stark von der „Sexuellen Revolution“ der 1960er Jahre geprägt ist.

Mit der Folge, daß immer weniger Ehen überhaupt zustande kommen und viele der geschlossenen nicht mehr christlich geführt werden und zerbrechen. Die Synode soll sich nun Gedanken machen, wie man mit diesem Riesenproblem fertig wird.

Prophetische Sorge der Päpste des 20. Jahrhunderts

Im Oktober dieses Jahres wird sich die Kirche natürlich nicht zum ersten Mal mit diesem so wichtigen Thema beschäftigen. Die Krise der Familie, wie wir sie heute sehen, begann allerspätestens nach dem 1. Weltkrieg mit dem definitiven Ende der Agrargesellschaft und dem Anbruch einer säkularen Kultur, die die christlichen Werte immer mehr in Frage stellte.

Auf diese Situation machte Papst Pius XI. im Jahr 1930 in seiner Enzyklika „Casti connubi“ aufmerksam und schilderte die vielen Angriffe auf die moralischen Grundlagen für die Existenz stabiler Ehen: Pornographie, sittenlose Schauspiele und Spielfilme, unzüchtige literarische Werke, aber auch Abtreibung und Euthanasie.

Im Jahr 1968 erschien die Enzyklika „Humanae Vitae“ von Papst Paul VI. Diese ist insbesondere für die Verurteilung der künstlichen Empfängnisregelung bekannt, doch ihr inhaltlicher Gegenstand sind Ehe und Familie und die Angriffe auf sie.

Angriffe auf Ehe und Familie

Papst Johannes Paul II. befaßte sich mehrmals mit den Schwierigkeiten der Familie in der modernen Welt. Sein wichtigstes Dokument ist „Familiaris Consortio“ aus dem Jahr 1981. Auch das Oberhaupt aus Polen schilderte die Gefahren, die von der modernen Kultur auf die Familie ausgehen:

Gemälde: Evita Gründler

Gemälde: E.Gründler

„Es gibt Anzeichen einer besorgniserregenden Verkümmerung fundamentaler Werte: eine irrige theoretische und praktische Auffassung von der gegenseitigen Unabhängigkeit der Eheleute; die schwerwiegenden Mißverständnisse hinsichtlich der Autoritätsbeziehung zwischen Eltern und Kindern; die häufigen konkreten Schwierigkeiten der Familie in der Vermittlung der Werte; die steigende Zahl der Ehescheidungen; das weit verbreitete Übel der Abtreibung; die immer häufigere Sterilisierung; das Aufkommen einer regelrechten empfängnisfeindlichen Mentalität.“

Die päpstlichen Texte stießen nicht auf ungeteilte Zustimmung. Insbesondere in Deutschland versuchte man immer, einen „Sonderweg“ zu finden, der im Grunde daraus bestand, zu resignieren und vor der „Sexuellen Revolution“ einzuknicken.

So gab der deutsche Episkopat als Reaktion auf „Humane Vitae“ am 30. August 1968 die „Königsteiner Erklärung“ heraus, in der man den Gläubigen die Entscheidung überließ, ob sie künstliche Verhütungsmittel verwenden wollen oder nicht. Das österreichische Pendant zur „Königsteiner Erklärung“ ist die „Maria Troster Erklärung“.

Um liberale Positionen nicht verlegen

Am 10. Juli 1993 erschien ein vielbeachteter Hirtenbrief der Bischöfe von Freiburg (Oskar Saier), Stuttgart-Rottenburg (Walter Kasper) und Mainz (Karl Lehmann), in welchem ein geänderter Umgang mit den geschiedenen Wiederverheirateten gefordert wurde, auch hinsichtlich des Empfangs der Kommunion.

Der Präfekt der Glaubenskongregation und spätere Papst Benedikt XVI., Joseph Kardinal Ratzinger, lehnte jeden Kompromiß in dieser Hinsicht ab.

Auch bei der laufenden, von Kardinal Kasper angestoßenen Diskussion sind die Deutschen nicht um liberale Positionen verlegen. Herder, immerhin der größte katholische Verlag hierzulande, veröffentlichte das Buch „Keine Christen zweiter Klasse“ des Theologen Hermann Häring.

Dieser hält die katholische Lehre über die Ehe schlicht für mittelalterlich und überholt. Die katholische Kirche solle sich endlich an die geänderten Ansichten des Kirchenvolkes anpassen und den heutigen Wissenstand über Natur, Mensch und zwischenmenschliche Beziehungen zur Kenntnis nehmen. 120505184_B_July und Mike draussen

Nicht viel anders denkt die reformkatholische Initiative „Wir sind Kirche“, die eine „katastrophale Weltferne und Unbeweglichkeit der kirchlichen Lehre“ bedauert.

Eines der wichtigsten Presseorgane des liberalen Lagers  –  sie selber nennen sich Reformkatholiken  –  ist erstaunlicherweise die FAZ. Vor allem Daniel Deckers ergreift offen Position und weiß schon jetzt, wie Papst Franziskus zum Thema „Kommunion für geschiedene Wiederverheiratete“ steht. Am 4. September 2014 schrieb er: „Der Kampf um Rom hat begonnen: Wie Papst Franziskus und einige Gleichgesinnte die Irrwege der kirchlichen Lehre von Ehe und Familie nach dem II. Vatikanischen Konzil korrigieren wollen.“

Kardinäle veröffentlichen Buch über die Ehe

Die Verteidiger der traditionellen Lehre über Ehe und Familie sind unterdessen nicht untätig geblieben. So wird unmittelbar vor der Synode das Buch „Remaining in the Truth of Christ“ (Verbleiben in der Wahrheit Christi) der Kardinäle Walter Brandmüller, Raymond Leo Burke, Carlo Caffarra, Velasio De Paolis und Gerhard L. Müller auf englisch und italienisch erscheinen.

Auf deutsch wird am 3. Oktober „Das wahre Evangelium der Familie: Die Unauflöslichkeit der Ehe: Gerechtigkeit und Barmherzigkeit“ des Professors für Pastoraltheologie in Rom, Juan José Pérez-Soba, herauskommen. Das Buch mit einem Vorwort von George Kardinal Pell wurde aus dem Spanischen übersetzt und wird im Verlag Media Maria erscheinen. Es zeigt akribisch die Unhaltbarkeit von Kaspers Vorschlag.

Das Thema wird uns noch länger begleiten, denn die außerordentliche Synode, die nächste Woche beginnt, ist nur eine Vorbereitung für eine größere Synode, die im Oktober 2015 stattfinden soll.

Jedoch ist schon jetzt abzusehen, daß die „Reformkatholiken“ alles in ihrer Macht stehende nutzen werden, um die katholische Ehe- und Sexualmoral zu demolieren.

Unser Autor Mathias von Gersdorff leitet die Frankfurter Aktion “Kinder in Gefahr” und betreibt das Webmagazin “Kultur und Medien online”

Erstveröffentlichung dieses Beitrags in der Wochenzeitung “Junge Freiheit”


Verhängnisvolle Auswirkungen des Genderismus in der Kindererziehung

Von Christa Meves

Unverdrossen schreitet der Genderismus nun auch in den Unterrichtsplänen der Schule hierzulande voran. Zwar ist mittlerweile in der Bevölkerung ein ratloses Staunen darüber aufgekeimt; aber bei meinen Fachvorträgen in der letzten Zeit lässt sich immer wieder der Eindruck feststellen, dass die Gefahr für unsere Kinder und Jugendlichen unterschätzt wird. Christa Meves

Das ist verständlich, ist es doch eine absurde Idee, in die Gehirne bereits der Kleinen im Vor- und Grundschulalter einpflanzen zu wollen, dass sie es aufgeben mögen, ein Junge oder ein Mädchen zu sein und zu einem Mann bzw. einer Frau heranzuwachsen.

„So eine blöde Mode wird sich schon bald wieder verflüchtigen”, schallt es mir dann entgegen. „So eine verrückte Idee ist doch einfach viel zu unnatürlich.”  –  Das ist zwar richtig, wird aber der Gefahr zu seiner Realisierung als „Mainstream”   –  dieses zur Hauptsache gemachten Umerziehungsplans  – nicht gerecht.

Es ist für den Laien in der Tat auch nicht einfach, die Raffinesse dieses Eingriffs in die Elternrechte sogleich zu erkennen. Hier ist mit diesem internationalen Großprogramm mehr beabsichtigt als ein ideologisches Spielchen; denn warum soll nun ausgerechnet schon bei den Kleinen eine „Offenheit in der geschlechtlichen Identität” erwirkt werden?

Hier liegt eine Strategie vor, die auf entwicklungspsychologisches Fachwissen der Initiatoren schließen lässt; denn in der 4 bis 7-Jährigkeit vollzieht das seelisch gesunde Kind einen bedeutsamen Entfaltungsschritt: die Bejahung der geschlechtlichen Identität. IMG_4228

In diesem Zeitfenster keimt, erst noch halb bewusst, die Frage auf (z. B. bei den Jungen): „Okay, ich bin ein Junge – und wie geht das nun weiter? Na klar, ich werde ein Mann wie Papa!” (Vice versa bei den Mädchen).

Aber wenn dieser Papa nun kein nachahmenswertes Mannsbild ist, weil er seinen kleinen Sohn lieblos behandelt, weil er säuft und Mama schlägt, weil er so oft weg ist, oder so viel rumschreit; einer, von dem Mama sagt, dass Papa ein „Waschlappen” oder ein „Schlappschwanz” sei, dann kann leicht mal die Vorstellung auftauchen, dass man so nicht werden will  –  und das ist bei unserer hohen Scheidungsrate gar nicht so selten.

Dann kann etwa folgende Stimmung in dem Kind einsetzen, wie ich mir das als Kinderpsychotherapeutin manchmal sogar von einem Buben habe direkt erzählen lassen: „Wie Papa werden? Bäh, dann lieber wie Mama!

Kleine Jungen grübeln nicht. Sie fassen handelnd Entschlüsse, jedenfalls solange sie klein sind. Später, im Jugendalter, wenn sie sich noch einmal sehr bewusst –  in den Spiegel schauend  –  fragen „Wer bin ich eigentlich?”, meinen einige dann oft, lieber eine Frau werden zu wollen, sei immer schon angeboren in ihnen vorhanden gewesen.

Aber objektiv stimmt das nicht (von seltenen pathologischen Fällen abgesehen). Erst im Kleinkindalter hat sich diese Wendung vollzogen!

So also kann  –  durch Enttäuschung hervorgerufen – der Entfaltungsschritt in dieser frühen Prägungsphase für geschlechtliche Identität in eine andere Richtung gehen. Und deshalb gibt es an der Schwelle zum Erwachsensein bei einigen Kindern die Vorstellung, „andersrum zu sein”.

Genderismus als Unterrichtsprogramm in der Schule kann deshalb die neue Vielfalt (LSBTTIQ) bei manchen Jugendlichen mit einer solchen oder ähnlichen Vorgeschichte schmackhaft machen. Und zwar als etwas Besonderes, in unserer Gesellschaft Hervorgehobenes, ja sogar als etwas Super-Anerkanntes. Und manchmal keimt dann sogar eine innere Hoffnung auf: dadurch eine bedrückende Unsicherheit im eigenen Selbstwertgefühl durch Outen zu beseitigen.  BILD0222

Warum dann also auch nicht? Schließlich sind wir doch alle zu Toleranz erzogen und auch dazu, jeden Menschen in seinem Eigenwert anzunehmen.

Dennoch sollten Eltern sich fragen: Gehört dergleichen wirklich zu ihrem Erziehungsziel? Das muss im Hinblick auf die Erziehung heute sehr allgemein und vorab gefragt werden; denn mit der Hoffnung auf das Entstehen von Familien in der jungen Generation kann es dann immer öfter vorbei sein. Wenn die „Vielfalt” erst einmal zur praktizierten Realität geworden ist, gibt es kaum einmal einen Weg zurück….

Aber 80 % der Menschen hierzulande wünschen sich, in Familien zu leben, und ein Großteil der Älteren wünscht sich Enkel und Großelternschaft.

Es muss vermutet werden – und die hohe Scheidungsrate kann hier als Gradmesser dienen, dass einer nicht geringen Zahl von Kindern schon im Kleinkindalter solche Änderungswünsche anfliegen können, so dass sie damit für Gender Mainstreaming in der Tat aufgeschlossen gemacht werden können.

Wenn man diese Zusammenhänge für unsere brüchige Gesellschaft heute durchschaut, wird es dringlich, in später Stunde den Anfängen zu wehren!

Jetzt ist es geboten, dass verantwortungsbewusste, gut informierte Väter den Entschluss fassen, sich um ihre kleinen Buben so zu kümmern, dass sie ihnen durch liebevolle männliche Zuwendung als erstrebenswerte Vorbilder erscheinen.

Spätestens im Vor-und Grundschulalter muss in der einzelnen Familie heute Vorbeugung beginnen; denn die Wissenschaft kann nun eindeutig die Aussage machen:

Das Geschlecht, als Mann oder als Frau durchs Leben zu gehen, wird bereits im Fötus installiert. Im Kleinkindalter wird diese Gewissheit dann durch das positive Erleben des Kindes mit erwachsenen Vorbildern in seinem Gehirn noch einmal verfestigt, es sei denn, eine dekadente, den Mann ins Out gesetzte Umwelt treibt das Kind auf einen erschwerten Lebensweg.


EAK der CSU kritisiert Deutschen Ethikrat in puncto Inzest-Liberalisierung

Der Evangelische Arbeitskreis (EAK) der CSU teilt die Kritik an der Forderung des Deutschen Ethikrates, das Inzestverbot in bestimmten Fällen aufzuheben. DSC00254

Der Ethikrat will den einvernehmlichen Geschlechtsverkehr erwachsener Geschwister sowie von Personen über 14 Jahren mit erwachsenen Geschwistern erlauben  –  vorausgesetzt, dass diese nicht mehr in der gleichen Familie leben.

Dies sei ein „individualistischer und Lust orientierter Gesellschaftsentwurf“, kritisierte der bayerische EAK-Landesvorsitzende, Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt.

Es werde übersehen, „dass wir auch für die nach uns lebenden Generationen Verantwortung tragen“. Bei Beischlaf unter Geschwistern ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass daraus behinderte Kinder hervorgehen.

Schmidt zufolge diskriminiert das Inzestverbot niemanden, „sondern es begrenzt begründet“.  

Quelle: http://www.idea.de

Bild: Evita Gründler


Unionsfraktion gegen jede Aufweichung des Inzest-Verbots – Kritik am Dt. Ethikrat

Kinder brauchen Schutz für eine ungestörte Entwicklung

Der Deutsche Ethikrat hat sich heute mehrheitlich für eine weitgehende Straflosigkeit von inzestuösen Handlungen zwischen Geschwistern ausgesprochen, deren strafrechtliche Verfolgung in § 173 StGB geregelt ist.

Hierzu erklärt die rechtspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Elisabeth Winkelmeier-Becker:

Die Abschaffung des § 173 StGB, der den Beischlaf unter Verwandten als strafrechtliches Vergehen einordnet, bzw. die Abschaffung der Strafbarkeit des Inzests unter Geschwistern wäre ein falsches Signal.  42252-3x2-teaser190x127

Der Wegfall der Strafandrohung gegenüber inzestuösen Handlungen innerhalb von Familien würde dem Schutz der unbeeinträchtigten Entwicklung von Kindern in ihren Familien zuwider laufen. 

Die Diskussion darf nicht nur die Fälle erwachsener Verwandter in den Blick nehmen, die außerhalb familiärer Strukturen beiderseits freiwillig und selbstbestimmt zueinander gefunden haben; hier bieten die Ausgestaltung als bloßes Vergehen und die Praxis der Strafverfolgung hinreichende Möglichkeiten zu einem angemessenem Vorgehen.

Es geht zu allererst um den Schutz heranwachsender Kinder und Jugendlicher, die in ihrem familiären Umfeld möglichen Übergriffen anderer, in ihrer Persönlichkeit bzw. ihrem Status innerhalb des familiären Gefüges überlegenen Familienmitgliedern nicht mit dem notwendigen Selbstbewusstsein entgegentreten können.

Fast immer geht Inzest mit der Abhängigkeit eines Partners und äußerst schwierigen Familienverhältnissen einher.

Wir begrüßen deshalb besonders, dass sich mehrere Mitglied des Deutschen Ethikrates in einem Sondervotum u.a. auch aus den genannten Gründen gegen eine die Strafbarkeit einschränkende Änderung des § 173 StGB ausgesprochen hat.”

Hintergrund:
Anlass für die Befassung des Deutschen Ethikrates ist eine Entscheidung des  Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte vom 12.4.2012, mit der die Beschwerde eines Mannes aus Leipzig, der mit seiner Schwester vier Kinder gezeugt hatte, gegen das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 26.2.2008 zur Strafbarkeit des Geschwisterinzests zurückgewiesen wurde.


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