Der Dom von Münster wurde 750 Jahre alt

Erlebnisbericht von Cordula MohrIMG_2281 - Kopie

Meine Eindrücke vom Domjubiläum in Münster am vergangenen Sonntag sind sehr erfreulich und bewegend. Die zahlreichen Veranstaltungen dauerten insgesamt vom 26. bis 28. September 2014 und fanden am Sonntag ihren krönenden Abschluß.
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Mit zwei meiner Kinder fuhr ich frühmorgens mit dem Auto von Rheine nach Münster; wir sind erstaunlich gut in die Innenstadt gekommen.
Auf dem Domplatz empfingen uns freundliche Helfer, die  sich u.a. um die Dekoration der Tische für das Mittagessen nach der Jubiläumsmesse kümmerten. Es wirkte alles sehr einladend auf die Besucher. 026_23A
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Vor dem Pontifikalamt mit dem Bischof gab es ein liturgisches Morgenlob mit Gesängen und Gebeten, wodurch die Gläubigen andächtig auf die Festmesse eingestimmt wurden.
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Das Wetter spielte hervorragend mit und  die Freiluftmesse wurde feierlich gestaltet. Alles konnte über zwei große Leinwände gut gesehen werden, wenn man weiter vom Altar entfernt stand. Für Gehörlose war Gebärdensprache inbegriffen.
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Zunächst konnten die  kleineren Kinder vor der Eucharistiefeier den Dom unter sachkundiger Leitung besichtigen; danach wurde von ihnen sogar ein Mosaik des Domes gebaut.
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Die Erwachsenen bekamen von Bischof Felix Genn eine gute Homilie zu hören. In dieser Predigt brachte er zunächst zum Ausdruck, daß der Paulusdom die Gläubigen dazu einlädt, durch die Liturgie ein Stück Paradies auf Erden zu erfahren. Dies paßte zu dem Jubiläums-Motto  “Willkommen im Paradies”, wobei die Eingangshalle des Domes seit langem als “Paradies” bezeichnet wird, gleichsam als “Vorhimmel” zum Altar als  dem Ort, der die “himmlische Liturgie” auf Erden vergegenwärtigt.
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Zudem wünschte sich der Bischof, daß die Besucher nicht bei dem sicherlich eindrucksvollen abendlichen Lichtspektakel vom Freitag und Samstag stehen bleiben, sondern sich auch von der christlichen Botschaft des Gotteshauses inspirieren  lassen. Das gelte auch für die zahlreichen Touristen von nah und fern, die durch den Dom (w)eilen, der dem heiligen Apostel Paulus geweiht ist.
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In seiner Predigt sprach der Oberhirte von Münster auch aktuelle Themen an. Er warnte vor der Euthanasie bzw. sogenannten “Sterbehilfe” und konkret auch vor dem ärztlich assisiertern Suizid (Selbstmord) und betonte, daß die Kirche dazu nur ein klares Nein aussprechen könne.
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Er erwähnte Vorwürfen aus Medien und Gesellschaft, daß die Kirche mitunter ein ständiger “Neinsager” wären. Dazu erklärte Bischof Genn ganz richtig, daß dieses “Nein” aus dem “Ja zum Leben” erschöpft, insofern sind Christen “JAsager”. Er hob die Hospizarbeit positiv hervor, wo die Menschen nicht durch die Hand, sondern an der Hand eines Menschen sterben, was ein grundsätzlicher Unterschied ist.  Es war eine gute Predigt und dem Jubiläum angemessen.
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Die ganze hl. Messe war feierlich gestaltet mit Chorgesang und einer ordentlich zelebrierten Liturgie.
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Vor den Fürbitten sang eine ausländische Frau in ihrer Sprache einen wunderschönen Gesang. Mir kamen die Gedanken an die verfolgten Christen und mir wurde weh ums Herz. Ich versuchte, noch nach der Messe herauszufinden, was genau gesungen wurde,  aber es gelang mir nicht.
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Nach der Festmesse gab es die Glückwünsche des Münsteraner Oberbürgermeisters und danach den Abschlußsegen des Bischofs.
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Beim Ein- und Auszug zogen wohl an die 35 Fahnen und Banner aus dem ganzen Münsterland –  teils in schmucken Trachten   –  an den Meßbesuchern vorbei, untermalt mit angenehmer Orchestermusik. Auch dies fand ich sehr beeindruckend.
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Danach teilten Helfer auf dem Domplatz hölzere Kisten mit Picknick-Mahlzeiten aus. Die Geistlichen des Domkapitels kamen zu den einzelnen Tischen und suchten Kontakt zu den Menschen, die dort ihr Mittagessen einnahmen. Es war eine lebhaft fröhliche Stimmung, viele Familien verweilten dort.
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Als der Bischof sich in unserer Nähe zum Gespräch aufhielt, nutzte ich die Gelegenheit, mit ihm zu sprechen. Zunächst knipste100_1513 ich ein Foto und sprach ihn dann an. Ich dankte ihm für die klare Aussage in seiner Predigt zum assistierten Suizid. Er  freute sich über meine Zustimmung und wir gaben uns die Hand.
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Dann fügte ich noch hinzu, daß ich mich bei der ALfA (Aktion Lebensrecht für Alle) für die ungeborenen Kinder einsetze und daß wir nun auch diese Themenbereiche der Euthanasie auf Verlangen bzw. den ärztlich assistierten Suizid angehen müßten. Dabei stellten wir fest, daß es diese Suizid -Helfer hierzulande bereits gibt.
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Bischof Genn freute sich über meinen Lebensrechts-Einsatz bei der ALfA und bestärkte mich darin durch wohlmeinende Worte.
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Danach haben wir den Dom besichtigt. Meine beiden Kinder waren beeindruckt von dem Paulusaltar, einem geschmackvollen Reliquienaltar aus alter Zeit, der anläßlich des Jubiläums besichtigt werden konnte.  Auch die im Dom vorhandene Grabkapelle des seligen Kardinal von Galen haben wir besucht und uns dieses tapferen Bischofs von Münster erinnert, der sich während der Nazi-Diktatur tapfer für die vom NS-Terror bedrohten Behinderten eingesetzt hat.100_1515
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Vor dem Domplatz arbeiteten einige Steinmetze. Die Kinder konnten einen großen Stein behauen, den Handwerkern bei ihrer Arbeit zuschauen und Fragen stellen.
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Zudem war dort ein Handwerksbetrieb zu  sehen, der Restaurierungen an antiken Gebäuden vornahm. Es gab dabei einen Seilzug mit einem großen Drehrad, in dem die Kinder laufen konnten, um einen verknoteten Steinquater in die Höhe zu bewegen.
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Meine beiden Kinder wollten es versuchen. Meinem Sohn Leonhard hat dies besonders viel Spaß bereitet.
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Voll von diesen bewegenden Begegnungen und Erlebnissen fuhren wir am Nachmittag wieder nach Hause. Meine Kinder und ich empfanden diesen Jubiäumstag in Münster als sehr schön und eindrucksvoll.
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Fotos: Cordula und Laura Mohr

Umkehr einer Medizinstudentin: “Ich war eine harte Nuß, aber Gott hat mich geknackt”

Aus einem Brief an den evangelikalen Gideonsbund:

„Ich war als Medizinstudentin für drei Monate nach Afrika geflogen, um ein Praktikum in einem Krankenhaus zu absolvieren. Die Verhältnisse dort sind furchtbar: 0018

Es fehlt Geld für medizinische Mittel; es gibt viel zu wenig Ärzte bei katastrophalen hygienischen Verhältnissen, und es sterben täglich viele Kinder an vermeidbaren Erkrankungen.

Dies hat mich so unendlich traurig gemacht, dass ich wirklich am Leben zu zweifeln begann  –  was sollte das alles noch für einen Sinn haben?

Eines Tages fand ich in meinem Rucksack ganz unten eine kleine Bibel vom Gideonbund. Wahrscheinlich hatte meine Mutti sie dort reingeschmuggelt. Ich schnupperte einfach mal ein bisschen hinein und merkte, dass dieses Buch gar nicht so blöd und veraltet ist, wie ich immer dachte..

Auf Lamu, einer kleinen Insel an der Ostküste Kenias, fand ich auf der letzten Seite der Bibel die Zeilen für eine Lebensübergabe an Jesus. Dort, wo 90 % der Menschen Muslime sind, habe ich mich für ein Leben mit Gott entschieden  –  im nachhinein betrachtet ein Wunder!

Ich war eine harte Nuss und hatte mich vor meinem Afrika-Aufenthalt 12 Jahre gegen den Glauben meiner Eltern gewehrt. Aber Gott hat mich geknackt und dabei u.a. eure kleine Bibel als Werkzeug verwendet.”


1. Weltkrieg: Großrabbiner hilft christlichem Soldaten angesichts des Todes

Vor fast genau 100 Jahren, am 29. August 1914, also in der Frühphase des 1. Weltkriegs, geschah in Taintrux (Vosges) in Lothringen Folgendes: abraham-bloch

Ein katholischer französischer Soldat lag im Todeskampf in einem Feldlazarett und erbat christlichen Beistand. Ein katholischer Priester war im Moment nicht greifbar.

Der jüdische Oberrabbiner Abraham Bloch will dem Sterbenden helfen, holt ein Kruzifix und hält es ihm als geistlichen Trost und Weggeleit vor Augen. 

Bald darauf kommt Jesuitenpater Jamin dazu und erfährt durch den Rabbiner von dem Geschehen. Wenige Augenblicke später explodiert eine Granate: Rabbi Bloch stirbt in den Armen des katholischen Geistlichen, der später über das Ereignis berichtet.

Dieses Andachtsbild stammt von Lucien Lévy-Dhurmer, der in einer jüdisch-französischen Familie geboren wurde.

Original-Quelle: Vgl Maurice Barrès, Les diverses familles spirituelles de la France
Online-Quelle: http://rorate-caeli.blogspot.com/2014/08/exactly-100-years-ago-beautiful-war.html

 


Ex-Millionär Josef Müller: “Gott sei Dank, dass ich ins Gefängnis kam”

In seiner ZDF-Talksendung am Pfingstsonntag interviewte Peter Hahne u.a. den ehem. Millionär und Anlagebetrüger Josef Müller (Fürstenfeldbruck). Für ihn war früher Geld, Erfolg und Ruhm alles.  Sayn-Abteikirche-DSC_0195-2

In den neunziger Jahren gehörte er zur Schickeria Münchens. Wegen Millionenbetrugs wurde er im Jahr 2005 zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt.

In der kalten Gefängniszelle sei er ins Nachdenken über sein „dekadentes“ Leben gekommen und habe sich Jesus Christus anvertraut, sagte er jetzt in der Sendung „Peter Hahne“.

Dadurch habe er innere Freiheit, Freude und ungeheuer viel Kraft erhalten. Heute könne er sagen: „Gott sei Dank, dass ich ins Gefängnis kam.“

Mit Uli Hoeneß über Gott sprechen

Paradoxerweise habe er in der Unfreiheit der Haft durch die Bindung an Gott „die wahre Freiheit gefunden“. Strafe und Reue wegen seiner Taten seien notwendig gewesen. Zur Reue gehöre auch Wiedergutmachung.

Er habe insgesamt etwa 40 Millionen Euro durchgebracht; noch habe er rund zehn Millionen Euro Schulden. Während die Banken die Verluste meist abgeschrieben hätten, suche er den Vergleich mit einzelnen Gläubigern, denen es nicht gut gehe. Dafür verzichte er auf sein Autorenhonorar für sein 2013 erschienenes Buch „Ziemlich bester Schurke“.

Für ihn selbst spiele das Streben nach Geld keine Rolle mehr. Insgeheim hege er den Wunsch, mit dem wegen Steuerbetrugs verurteilten früheren Präsidenten des Fußballvereins Bayern München, Uli Hoeneß, im Gefängnis in Landsberg darüber zu sprechen, was ihm der Glaube an Christus bedeute.

Quelle: http://www.idea.de


Prälat Imkamp und sein Mathe-Fünfer: Schummeln ist (allzu) menschlich…

Prälat Wilhelm Imkamp (siehe Foto) ist seit Jahrzehnten Direktor der Wallfahrtsstätte “Maria Vesperbild” im südbayerischen Bistum Augsburg. SCALED_3_160_160_127_160_509_640_39416_file.pic.190be900599a0000.jpg207014352530

Am 10. Februar brachte die BILDzeitung auf der Titelseite einen Aufmacher mit Steuersündern, die sich “outen” etc. Dabei wurde auch eine Stellungnahme von Prälat Imkamp veröffentlicht, der von seinen schulischen Schummeleien erzählte.

Wir geben die von BILD gekürzte Stellungnahme des katholischen Geistlichen hier im vollen Wortlaut wieder:

„Ich habe vorsätzlich und ausdauernd in der Schule bei Mathematik-Aufgaben mehr Intelligenz für Schummeleien entwickelt als für deren Lösung.

In der Oberstufe gingen mir sowohl das Fach Mathematik als auch die Fachlehrer mächtig auf den Geist. So hatte ich bei Mathearbeiten immer erhöhten „Assistenzbedarf“, dabei galt für mich – wahrscheinlich zur Gewissensberuhigung – der moralische Grundsatz: „Man darf den Lehrer übers Ohr hauen, aber nicht seine Gutmütigkeit ausnutzen.“  – Deshalb nutzte ich auch nie die Erlaubnis aus, auf die Toilette gehen zu dürfen.

Ansonsten war ich sehr erfinderisch: Ich schrieb mir Mathematik-Formeln auf die Hemd-Manschetten, ich guckte beim Banknachbarn ab, ich versteckte Mustergleichungen unter der Bank und in meinen Taschen. Mein bester Trick: Ich band mir mit einem Gummiband die Formeln um den Arm. Ich zog daran, schrieb ab, und sobald der Pauker guckte, ließ man wieder los.

Das klappte alles wunderbar, bis ich dann in die mündliche Abiturprüfung kam und noch nicht einmal die Frage des Mathematiklehrers verstanden habe. So erreichte ich eine satte 5!“


Das tragische Schicksal der jungen Sheila: „Gott hat dich zu mir geschickt.“

Von Prof. Dr. Reinhold Ortner

“Als er ihn sah, hatte er Mitleid, ging zu ihm hin, goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie. Dann hob er ihn auf sein Reittier, brachte ihn zu einer Herberge und sorgte für ihn.” (Lk 10, 33-34)

Ein altes Buch aus dem Jahr 1662 mit dem Titel “Politischer Blumen-Garten” liegt vor mir. Darin schreibt Christoph Lehmann: “Barmherzigkeit sieht auf die Not, und weder auf die Ursache noch auf die Person.” Reinhold Ortner nach einem  Vortrag in der Kirche

Barmherzigkeit ist ein Grundwert pädagogi­scher Zuwendung und Liebe. Wenn ich dies betone und daran festhalte, ernte ich bisweilen Verständnislosigkeit.

Viele Menschen neigen eher zum vorschnellen Verurteilen und Bestrafen, gelegentlich auch zu überheblicher Verachtung. Sie täten besser, sich vorher selbst in die Lebensgeschichte des Betroffenen hinein zu versetzen.

FOTO: Prof. Ortner nach einem Vortrag in einer Kirche

Können wir wissen, inwieweit nicht Versuchungen und Anfechtungen den guten Willen überwältigten und ein bislang untadeliges Leben mit bösem Schlingen zu Fall gebracht haben Ging es uns nicht sogar selbst schon so?

Der Apostel Paulus schreibt: “Denn ich begreife mein Handeln nicht. Ich tue nicht das, was ich will, sondern das, was ich hasse. Das Wollen ist bei mir vorhanden, aber ich vermag das Gute nicht zu verwirklichen. Denn ich tue nicht das Gute, das ich will, sondern das Böse, das ich nicht will.” (Röm 7,13ff)

Siegel christlicher Nächstenliebe

Wir sind schwache, verletzliche Geschöpfe. Wer kann aus sich heraus behaupten: “Ich habe ein reines Herz; ich bin frei von der Sünde” (Spr 20,9)?

Zu jeder Zeit in der Geschichte der Menschheit gab es den Einfluss des Bösen. In unserem Jahrhundert verdichten sich jene beängstigenden Kräfte, die den Menschen in die Abgründe der Sünde drücken wollen und tödliche Erstickungskrankheiten der Seele verursachen.

Wer kann sagen, dass er immer auf dem Weg des Guten geblieben ist, dass er noch niemals Angriffe und Einbrüche des Bösen erlebt hat, dass Sünde und Schuld ihm fern sind????????

Barm­herzig zu sein, ist im Überlebenskampf einer egozentrischen Wettbewerbsgesellschaft zum Seltenheitswert geworden, bisweilen sogar zum Unwert.

Wo nur noch der Durchsetzstarke etwas gilt, wo heuchlerische Menschen mit nach außen hin weißer Weste dastehen und sich in ihrer Selbstgerechtigkeit gefallen und als „wertvolle Menschen“ und „anständige Normale“ Achtung erfahren, müssen doch Gerechtigkeit und Barmherzigkeit auf der Strecke bleiben.

Barmherziges Verstehen und Helfen tragen immer das Siegel echter christlicher Nächstenliebe. Daher macht es besonders traurig, wenn wir gerade unseren Kindern diese pädagogisch so wertvollen Erfahrungen von Barmherzigkeit viel zu wenig schenken oder gar herzlos vorenthalten.

Sie wollte am liebsten tot sein

Sheila, ein scheues und gehemmtes Mädchen, ist heute 15 Jahre alt. Ihr Blick ist vor Ängstlichkeit und Menschenfurcht unsicher. In ihrer fernöstlichen Heimat hat sie alles andere als eine unbeschwerte und geborgene Kindheit erlebt. Da ist sie nicht die einzige, deren unberührte Kinderseele in gnadenloser Ausweglosigkeit gequält wurde.

Sheila ist erst 6 Jahre alt, als sie von ihrer Mutter fremden Männern überlassen wird. Es passiert immer im Keller des elterlichen Hauses. Ihre Angst- und Schmerzensschreie müssen noch auf dem Dachboden vernehmbar sein. Doch die Mutter in der Küche überhört sie.

“Warum hilft sie mir nicht?” schießt es Sheila immer wieder durch den Kopf. Irgendwann schreit sie nur noch stumm. Ihr Leidensweg zieht eine ohn­mächtige, depressive und schmutzige Spur durch ihr Leben und mündet in Ausweglosigkeit und Re­signation: “Die anderen sind sowieso stärker. Ich schaffe es nie!”

Kaum 12 Jahre alt, wird Sheila durch Drogen gefügig gehalten und abhängig gemacht. Brutalität und Gewalt sind an der Tagesordnung. Sheila landet in einer Absteige. Sie möchte am liebsten tot sein. Ihre Not gleicht einem tiefen schwarzen Loch, aus dem heraus sie verzweifelt nach Erlösung weint.

Eine Hilfsorganisation befreit sie schließlich und bringt sie nach Europa. Seither versucht sie, ein neues Leben aufzubauen.

Eine Straßenlaterne umarmt

“Ich bin nichts mehr wert”, sagt sie. Körper und Seele sind in der Hölle der Perversität in Angst und Schmerz erstickt wor­den. „Ich mag mich nicht. Ich hasse meinen Körper. Ich bin von innen raus schmutzig. Gott hat mich verlassen, weil ich Ihn enttäuscht habe.“

Als Kind sehnte sie sich in ihrer Ver­lassenheit nach echter Geborgenheit und Liebe. Es gab niemanden, der Mitleid, Verständnis, Mitgefühl gehabt und sie mit starken Armen beschützt hätte „Einmal“, sagt sie, „habe ich eine Straßenlaterne umarmt und geweint: ‚Lieber Gott, lass mich ein wenig Liebe und Güte spüren, bitte!‘”

Eingeprägt haben sich die Worte ihres endlosen inneren Schreiens: „Lieber Gott, hol mich hier weg. Bitte!“

“Wer sich des Armen erbarmt, der ehrt Gott.“ (Spr 14,31)

Langsam spürt Sheila in ihrer Seele, wie ihr andere echtes Mitfühlen und barmher­zig­es Hel­fen schenken. Sie erlebt, dass sie um ihrer selbst willen angenommen wird. „Du bist wertvoll und liebenswert!”, sage ich ihr:

„Der Wert deines Lebens hat überhaupt nichts damit zu tun, was einmal war oder was mit dir getan wurde. Niemand darf verächtlich auf dich herabschauen. Viele haben in ihrer heilen Selbstge­rechtigkeit Unrecht und davon keine Ahnung. Wir wol­len versu­chen, dein neues Leben aufzubauen. Ich helfe dir.”

Manchmal schicke ich ein kurzes Brief­chen:

+  “Liebe Sheila, du bist sehr wertvoll.”
+  “Es ist schön, dass es dich gibt.”
+  “Alles wird gut, Sheila. Gott liebt dich!”

Wochen später finde ich einen ein Antwortbrief:

“Gott hat dich zu mir ge­schickt. Danke, dass du mich wirklich lieb hast. Sheila”

Gemälde: Evita Gründler


Vom Ozean verschluckt: 60 Stunden auf Meeresgrund überlebt und gerettet

Daß Harrison Okene heute noch lebt, verdankt er Gott, sagt er. Er ist der einzige Überlebende nach einem Schiffsunglück. Im Bauch des Wracks, tief auf dem eisigen Meeresgrund, wartete er mehr als 60 Stunden auf Rettung. Nur durch ein Wunder überlebte er. 246352-Harrison-Okene

“Es war gegen fünf Uhr morgens”, erzählt Harrison Okene (siehe Foto):Ich war gerade auf dem WC, als das Schiff zu sinken begann. Es ging alles sehr schnell. Ich schaffte es nicht mehr bis zum Notausgang und sah, wie drei der Besatzungsmitglieder in die offene See geschwemmt wurden.”

Ihn selbst drängt das Wasser ihn in ein anderes WC und reißt ihn mit dem Schiffswrack in 30 Meter eiskalte Tiefe.

“Ich trug nichts am Leib als meine Unterhose. Während das Wasser immer weiter in die Kabine drängte, betete ich wie ein Verrückter. Meine Frau hatte mir kurz zuvor einen Psalm per SMS geschickt. Den habe ich immer wieder gebetet, während das Wasser um mich immer kälter wurde.”

Der Allmächtige erhört ihn. In dem Kiel des nach oben gekenterten Schiffes bildet sich eine Luftblase, zu der sich Okene durchkämpft. Dort harrt er aus. Seine einzige Verpflegung: eine Flasche Coca Cola.

“Um mich war es stockfinster und laut. Ich weinte und schrie zu Christus, dass er mich retten soll. Die ganze Zeit betete ich. Ich war so hungrig und durstig, völlig durchgefroren. Ich flehte Gott an, daß er mir irgendein Licht schenkt.”

Über sechzig Stunden harrt er in seinem eiskalten, dunklen Grab aus. Er ist am Verdursten, die Haut löst sich bereits von seiner Zunge: “Ich dachte, das ist das Ende.”

“Doch dann hörte ich ein Klopfen.” –  Es sind die Rettungstaucher, die im Schiffswrack die Leichen bergen wollen. Okene greift nach einem der Taucher –   und ist gerettet.

Quelle: Miriam Hinrichs in http://www.jesus.ch/n.php?nid=246348

Foto: Facebook


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