Prophezeite Nostradamus den 1. Weltkrieg?

Von Bernd Harder

Der französische Pestarzt Nostradamus (1503 – 1566) soll “erstaunlich genau” den Ersten Weltkrieg vorausgesagt haben, meint der Focus-Autor. Und übernimmt damit völlig unreflektiert die übliche Lesart der esoterischen Nostradamus-Exegeten.

Genau wie diese bemüht Focus-Online Vers 64 der ersten Centurie: ???????

“Nachts glaubt man die Sonne zu sehen – wenn man erblickt halb Schwein, halb Menschenkind – Lärm, Schreie, Schlacht in Himmelshöhen – wilde Tiere zu vernehmen sind.”

Die Deutung des Autors:

“Das Wesen in der zweiten Zeile erinnert an einen Soldaten mit Gasmaske und die wilden Tiere, die man am Ende sprechen hört, an Kommandos bellender Offiziere.”

Das mag zwar naheliegen  –  aber mit freiem Assoziieren kommt man den Schriften des Renaissance-Gelehrten realistischerweise nicht bei.

Mittlerweile sollte sich auch in den Medien herumgesprochen haben, dass die Centurien nicht von der Zukunft künden, sondern Nostradamus’ eigene Gegenwart im 16. Jahrhundert widerspiegeln.

Um Personen, Ereignisse und Stimmungen seiner Zeit zu paraphrasieren, plünderte Nostradamus vor allem die Prodigienliteratur der frühen Neuzeit.

Über eines der wertvollsten Werke dieser Art, das “Augsburger Wunderzeichenbuch”, haben wir Anfang des Jahres hier berichtet.

Auch Vers I,64 spricht nicht von Gasmasken, Kanonendonner und modernen Luftkriegen – statt dessen präsentiert Nostradamus hier ein ganzes Arsenal von Vorzeichen: Eine Sonne, die des Nachts gesehen wird, die Missgeburt eines Wesens, halb Mensch, halb Schwein, eine Schlacht im Himmel und sprechende wilde Tiere.

Die Nostradamisten  –  in Unkenntnis der Prodigienliteratur und der Bedeutung der Geschichte der Deutung von Vorzeichen  –   meinen freilich, die abenteuerlichsten Dinge in diesem Vierzeiler erkennen zu können.

In Wahrheit handelt es sich um nichts anderes als die Aneinanderreihung klassischer Prodigien. Die Vorzeichen finden sich alle in der Sammlung des Julius Obsequens [...].

Auch im Gedenkjahr 2014 werden die angeblichen “Kriegsprophezeiungen” des Nostradamus nicht richtiger.

Quelle und vollständiger Text hier: http://blog.gwup.net/2014/09/01/nostradamus-und-der-erste-weltkrieg-mitnichten-ein-prophetischer-treffer/

Zum Weiterlesen die Artikelserie “Wie analysiert man Nostradamus-Verse?”: GWUP-Blog 

Bild: Evita Gründler


CDU-Politikerin fordert mehr Information und Transparenz bei Homöopathie

Eklige “Inhaltsstoffe” oft nicht bekannt

Wie die “Rhein-Zeitung” vom 19. März berichtet,  dringt die verbraucherpolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion darauf, daß die Inhaltsstoffe homöopathischer Mittel künftig auch in Deutsch auf der Verpackung angegeben werden müssen. “Die lateinischen Begriffe sind vom Laien nicht zu verstehen”, argumentiert Mechthild Heil. Wasser-008-2-4-2

Auch bei anderen Produkten will sie erreichen, daß die Bürger besser informiert werden.

Die CDU-Politikerin sieht Regelungsbedarf, weil sich in homöopathischen Mitteln teils abenteuerliche Inhaltsstoffe fänden: Kakerlaken, Kellerasseln, Krötengift oder faules Rindfleisch. Der Verbraucher müsste verständlich darüber informiert werden, was er zu sich nimmt. 

Zudem hält die christdemokratische Bundestagsabgeordnete ein öffentliches Register für Heilpraktiker für notwendig.

Auch beim Deutschen Konsumentenbund, eine Interessenvertretung für Verbraucherschutz, hält man eine bessere Kennzeichnung homöopathischer Mittel für geboten. “Ein Verbraucher wird vielleicht darüber nachdenken, ob ihm ein Stück Berliner Mauer in einer Arznei tatsächlich bei der Überwindung von Beziehungsproblemen helfen kann. Der Verbraucher muss eine informierte Entscheidung treffen können”, fordert Guido Bockamp.

Quelle: http://www.rhein-zeitung.de/region_artikel,-Mechthild-Heil-Mehr-Transparenz-bei-homoeopathischen-Mitteln-_arid,1125122.html

Foto: Dr. Bernd F. Pelz


Tagung über das historische “Augsburger Wunderzeichenbuch” am 6. März 2014

Die Staats- und Stadtbibliothek Augsburg und der Kölner TASCHEN-Verlag laden in Zusammenarbeit mit der Initiative Staats- und Stadtbibliothek Augsburg eV. ein zu einer Tagung über das sog. “Augsburger Wunderzeichenbuch”: 

Ein Prunkstück aus dem goldenen Zeitalter der Stadt sowie weitere Schätze zur Augsburger Überlieferung von “Wunderzeichen”.

DATUM: Donnerstag, 6. März 2014 um 18.30 Uhr
ORT: Rokoko-Saal der Regierung von Schwaben, Fronhof 10 in 86152 Augsburg

Um Anmeldung wird gebeten: sekretariat@susb-augsburg.de  oder Tel.: 0821/71013-2738 

Erst vor wenigen Jahren wurde eine einzigartige Bilderhandschrift wiederentdeckt, die um 1550 in der Reichstadt Augsburg entstand.

Es handelt sich um ein sogenanntes „Wunderzeichenbuch”, in dem Ereignisse, die den Zeitgenossen im 16. Jahrhundert zugleich wundersam wie furchterregend erschienen, gezeigt werden:

Himmelserscheinungen und seltene Sternenkonstellationen werden ebenso anschaulich und fesselnd dargestellt wie Naturkatastrophen und biblische Szenen vom Alten Testament bis hin zur Apokalypse.

Durch die Faksimile-Ausgabe kehrt das Renaissance-Manuskript zurück in seine Heimatstadt, wo es anlässlich der Präsentation zusammen mit herausragenden Objekten wie Chroniken, Flugblättern und Flugschriften aus den Beständen der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg gezeigt werden wird.

Der Bayerische Rundfunk hat am 6. Februar in der Sendung Capriccio über das Wunderzeichenbuch berichtet. Den Beitrag finden Sie in der Mediathek des BR: Wunderzeichenbuch

PROGRAMM:

Das Wunderzeichenbuch und die Staats- und Stadtbibliothek Augsburg
Bibliotheksdirektor Dr. Reinhard Laube

Zur Faksimile-Ausgabe des Wunderzeichenbuchs
Dr. Petra Lamers-Schütze (TASCHEN-Verlag. Köln)

Das Wunderzeichenbuch: Eine Staunenswerte Neuentdeckung der Buchmalerei um 1550
Dr. Joshua P. Waterman (Germanisches Nationalmuseum Nürnberg)

Das Wunderzeichenbuch und die Augsburger Überlieferung
Dr. Helmut Zäh (Vorsitzender der Initiative Staats- und Stadtbibliothek Augsburg e.V.)

Quelle: http://www.susb-augsburg.de/index.php?id=117


Evangelischer Bischof: Sotschi zeigt Rußland von seiner Schokoladenseite

Ist der Aberglaube weiter verbreitet als der christliche Glaube?

Bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi zeigt sich Rußland von seiner Schokoladenseite und präsentiert sich als moderner Staat. 37 Milliarden Euro hat das Prestigeobjekt des russischen Präsidenten Wladimir Putin (siehe Foto) gekostet.

Doch wie ist es um die moralische und religiöse Lage im flächenmäßig größten Staat der Erde bestellt?

Foto: IGFM

Foto: IGFM

Dazu äußert sich der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche Ural, Sibirien und Ferner Osten, Otto Schaude (Omsk), in einem Interview mit der evangelischen Nachrichtenagentur IDEA:

Der 69-jährige schwäbische Pietist leitet seit 2010 das größte lutherische Bistum der Welt, das sich vom Ural bis zum Pazifik über sieben Zeitzonen erstreckt.

“Hohe Preise und niedrige Werte”

Nach seinen Worten ist Sotschi nicht Rußland: „Ich erlebe ein Volk, das nach 70 Jahren Atheismus ohne Perspektive ist.“ Der stellv. Vorsitzende der Liberal-Demokratischen Fraktion im russischen Parlament, Jaroslaw Nilow, habe es im vergangenen Jahr treffend formuliert, daß Russland eine Gesellschaft mit hohen Preisen und niedrigen Werten sei.

Das Land habe die im internationalen Vergleich höchsten Raten bei Scheidungen, Abtreibungen und Selbstmorden unter Kindern und Alten. Viele Russen ertränkten ihre Hoffnungslosigkeit in Alkohol.

Schaude zufolge ist im asiatischen Teil der Aberglaube „noch sehr stark wirksam“. Bei schwerer Krankheit suchten viele Russen Wahrsager oder Schamanen (Zauberpriester) auf: „Auch in unserer lutherischen Kirche erleben wir, dass Menschen zum Pastor gehen und um Gebet wie Segen bitten – und anschließend zum Schamanen gehen.“

Die russisch-orthodoxen Kirchen seien zwar meist gut besucht, aber den Mitgliedern fehle oft ein persönlicher Glaube. Nur wenige hätten je eine Bibel in der Hand gehalten. 

Quelle: http://www.idea.de


Horoskope: Das Geschäft mit den Sternen

Der Glaube an Horoskope treibt bisweilen seltsame Blüten; und es lassen sich offenbar damit gute Geschäfte machen. So preist die Kette „Worldhotels“ (Frankfurt am Main) ein „Hotel-Horoskop“ an. Jpeg

Sie verspricht „jedem Sternzeichen das passende Hotel“. Den „ehrgeizigen Steinböcken“ (Geburtsdatum zwischen 22. Dezember und 20. Januar) empfiehlt die internationale Kette von 500 unabhängigen Beherbergungsbetrieben z.B. einen „Verwöhnurlaub“ im Hotel Transamerica in Sao Paulo (Brasilien) etc.

Horoskope werden aufgrund der Sternenkonstellation zur Zeit und am Ort der Geburt eines Menschen erstellt. Ein komplexes System von Zeichen soll dem Astrologen etwas über den Charakter eines Menschen, sein Schicksal oder über sonstige Ereignisse verraten, erläutert die Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) in Berlin.

In zahlreichen empirischen Untersuchungen sei es aber nicht gelungen, einen Zusammenhang zwischen Persönlichkeitsmerkmalen und Horoskopen nachzuweisen. Überprüfungen ergäben regelmäßig, dass sich die meisten Vorhersagen nicht erfüllen. 

Frauen sind sternengläubiger als Männer

Gleichwohl glaubt jeder vierte Bürger in Deutschland, dass der Stand der Sterne das persönliche Leben beeinflusst. Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungs-Institut Emnid aus dem Jahr 2012 sind die Frauen mit 33 Prozent besonders sternengläubig. Bei den Männern sind es lediglich 17 Prozent.

Unterdessen haben Mediziner und Hirnforscher herausgefunden, dass der Geburtsmonat eines Menschen tatsächlich Einfluss auf seine Entwicklung, Gesundheit, Charakter und Lebenserwartung hat. Ursache sind aber nicht die Sternenkonstellationen, sondern äußere Einflüsse, denen ein Kind im Mutterleib und bei der Geburt ausgesetzt ist.

Wie die populärwissenschaftliche Zeitschrift „P.M.-Magazin“ in ihrer Februar-Ausgabe berichtet, spielt zum Beispiel die Menge Vitamin D im Blut eines Neugeborenen eine wichtige Rolle. Das Vitamin wird mit Hilfe von Sonnenlicht in der Haut gebildet und beeinflusst die Entwicklung des Immunsystems und des Gehirns.

Kinder, die in der sonnenarmen Winterzeit ausgetragen werden, haben weniger Vitamin D im Nabelschnurblut. Bei im Mai geborenen Babys sind es 20 Prozent weniger als bei im November geborenen. In einer Mammut-Studie von über sechs Millionen Sterbefällen zwischen 1992 und 2007 habe das Universitätsklinikum Greifswald herausgefunden, dass die im November geborenen Menschen im Schnitt mehr als neun Monate länger leben als die Mai-Kinder.

Quelle: http://www.idea.de

Foto: Cordula Mohr

 


Daten und Fakten zur Wünschel-Rute

Die James Randi Foundation in den USA, GWUP in Deutschland und andere Skeptiker-Organisationen weltweit haben bislang hunderte Kandidaten geprüft, die behaupteten, „Strahlen“ fühlen zu können. Bislang konnte noch kein Rutengänger solche Fähigkeiten unter kontrollierten Bedingungen vorführen.

Die Prämien von bis zu einer Million US-Dollar warten noch immer auf ihre Auszahlung. (…) Das ist nicht verwunderlich, denn Rutengänger unterliegen einer Selbsttäuschung. 0022

Nicht umsonst heißt die Wünschelrute „Wünschel“-Rute. Denn sie schlägt dort aus, wo der Rutengänger unbewusst wünscht oder erwartet, dass sie ausschlägt – und nicht, weil sie auf „Erdstrahlen“ oder „Wasseradern“ reagiert. Beides sind nämlich reine Phantasieprodukte.

Verantwortlich für den Rutenausschlag ist der so genannte Kohnstamm-Effekt: Rutengänger halten ihr traditionell Y- oder V-förmiges Instrument aus Holz oder Leichtmetall nicht locker zwischen den Fingern, sondern in einem verkrampften Spannungszustand.

Diese angespannte Haltung der Hände und Arme löst nach kurzer Zeit ein krampfartiges Zittern der Armmuskeln aus und entlädt sich früher oder später in einer unwillkürlichen, heftigen Bewegung.

Tatsächlich existierende „Erdstrahlen“ irgendwelcher Art würden mit den heutigen Messinstrumenten kaum verborgen bleiben – zum Beispiel mit einem Torsionsmagnetometer oder einem Protonenpräzessionsmagnetometer

„Störfelder“, auf die Rutengänger wie eine Art menschliche „Antenne“ reagieren, entspringen dagegen der individuellen Phantasie des Muters und liefern Werte nach dem Münzwurf-Prinzip.

So habe auch ich selbst schon fünf verschiedene Rutengänger mit einer Begehung meines Schlafzimmers beauftragt. Jeder von ihnen fand unabhängig voneinander die „Störzone“ unter meinem Bett. Seltsam, denn vor jeder Begehung hatten wir das Bett in eine andere Ecke des Zimmers geschoben.

Quelle und vollständiger Artikel von Bernd Harder hier: http://blog.gwup.net/2013/10/25/wunschelruten-und-gwup-in-der-augsburger-allgemeinen-eine-richtigstellung/


Kritischer FOCUS-Report zu Alternativmedizin, Homöopathie etc.

Erfreulich kritisch fällt die aktuelle Focus-Titelgeschichte (Nr. 38/13) zum Thema “Sanfte Medizin” aus.

“Heilung oder Humbug?” ist der Artikel überschrieben. Schon im dritten Absatz wird World Skeptics Congress-Referent Prof. Jürgen Windeler vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) zitiert:

“Für sogenannte alternativ-medizinische Verfahren [liegen] Wirksamkeitsnachweise nicht vor oder sind gescheitert.”

Anstatt der üblichen Jubel-Berichte über außergewöhnliche Heilerfolge der “Alternativen” liest man im Weiteren von absurden Diagnosen und ebensolchen Therapieempfehlungen. Und von Patienten, die sich heute wundern, “an was sie sich in ihrer damaligen Verzweiflung” klammerten.

Beda Stadler, Professor und Direktor des Instituts für Immunologie der Universität Bern, erklärt dazu: “Schwindelerregend viele Studien sind zu alternativen Heilverfahren, insbesondere zur Homöopathie, gemacht worden. Es konnte nie nachgewiesen werden, dass Homöopathie wirkt.”

Dem widerspricht natürlich Cornelia Bajic vom Deutschen Zentralverein homöopatischer Ärzte (DZVhÄ), allerdings berückend substanzlos.

Die DZVhÄ-Vorsitzende verweist auf eine ADHS-Studie des Schweizer Kinderarztes Heiner Frei. Was es damit auf sich hat, kann man im Blog Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie nachlesen.

Quelle und Fortsetzung dieses Artikels hier: http://blog.gwup.net/2013/09/16/alternativmedizin-im-focus/


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