CDU-Politikerin fordert mehr Information und Transparenz bei Homöopathie

Eklige “Inhaltsstoffe” oft nicht bekannt

Wie die “Rhein-Zeitung” vom 19. März berichtet,  dringt die verbraucherpolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion darauf, daß die Inhaltsstoffe homöopathischer Mittel künftig auch in Deutsch auf der Verpackung angegeben werden müssen. “Die lateinischen Begriffe sind vom Laien nicht zu verstehen”, argumentiert Mechthild Heil. Wasser-008-2-4-2

Auch bei anderen Produkten will sie erreichen, daß die Bürger besser informiert werden.

Die CDU-Politikerin sieht Regelungsbedarf, weil sich in homöopathischen Mitteln teils abenteuerliche Inhaltsstoffe fänden: Kakerlaken, Kellerasseln, Krötengift oder faules Rindfleisch. Der Verbraucher müsste verständlich darüber informiert werden, was er zu sich nimmt. 

Zudem hält die christdemokratische Bundestagsabgeordnete ein öffentliches Register für Heilpraktiker für notwendig.

Auch beim Deutschen Konsumentenbund, eine Interessenvertretung für Verbraucherschutz, hält man eine bessere Kennzeichnung homöopathischer Mittel für geboten. “Ein Verbraucher wird vielleicht darüber nachdenken, ob ihm ein Stück Berliner Mauer in einer Arznei tatsächlich bei der Überwindung von Beziehungsproblemen helfen kann. Der Verbraucher muss eine informierte Entscheidung treffen können”, fordert Guido Bockamp.

Quelle: http://www.rhein-zeitung.de/region_artikel,-Mechthild-Heil-Mehr-Transparenz-bei-homoeopathischen-Mitteln-_arid,1125122.html

Foto: Dr. Bernd F. Pelz


Tagung über das historische “Augsburger Wunderzeichenbuch” am 6. März 2014

Die Staats- und Stadtbibliothek Augsburg und der Kölner TASCHEN-Verlag laden in Zusammenarbeit mit der Initiative Staats- und Stadtbibliothek Augsburg eV. ein zu einer Tagung über das sog. “Augsburger Wunderzeichenbuch”: 

Ein Prunkstück aus dem goldenen Zeitalter der Stadt sowie weitere Schätze zur Augsburger Überlieferung von “Wunderzeichen”.

DATUM: Donnerstag, 6. März 2014 um 18.30 Uhr
ORT: Rokoko-Saal der Regierung von Schwaben, Fronhof 10 in 86152 Augsburg

Um Anmeldung wird gebeten: sekretariat@susb-augsburg.de  oder Tel.: 0821/71013-2738 

Erst vor wenigen Jahren wurde eine einzigartige Bilderhandschrift wiederentdeckt, die um 1550 in der Reichstadt Augsburg entstand.

Es handelt sich um ein sogenanntes „Wunderzeichenbuch”, in dem Ereignisse, die den Zeitgenossen im 16. Jahrhundert zugleich wundersam wie furchterregend erschienen, gezeigt werden:

Himmelserscheinungen und seltene Sternenkonstellationen werden ebenso anschaulich und fesselnd dargestellt wie Naturkatastrophen und biblische Szenen vom Alten Testament bis hin zur Apokalypse.

Durch die Faksimile-Ausgabe kehrt das Renaissance-Manuskript zurück in seine Heimatstadt, wo es anlässlich der Präsentation zusammen mit herausragenden Objekten wie Chroniken, Flugblättern und Flugschriften aus den Beständen der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg gezeigt werden wird.

Der Bayerische Rundfunk hat am 6. Februar in der Sendung Capriccio über das Wunderzeichenbuch berichtet. Den Beitrag finden Sie in der Mediathek des BR: Wunderzeichenbuch

PROGRAMM:

Das Wunderzeichenbuch und die Staats- und Stadtbibliothek Augsburg
Bibliotheksdirektor Dr. Reinhard Laube

Zur Faksimile-Ausgabe des Wunderzeichenbuchs
Dr. Petra Lamers-Schütze (TASCHEN-Verlag. Köln)

Das Wunderzeichenbuch: Eine Staunenswerte Neuentdeckung der Buchmalerei um 1550
Dr. Joshua P. Waterman (Germanisches Nationalmuseum Nürnberg)

Das Wunderzeichenbuch und die Augsburger Überlieferung
Dr. Helmut Zäh (Vorsitzender der Initiative Staats- und Stadtbibliothek Augsburg e.V.)

Quelle: http://www.susb-augsburg.de/index.php?id=117


Evangelischer Bischof: Sotschi zeigt Rußland von seiner Schokoladenseite

Ist der Aberglaube weiter verbreitet als der christliche Glaube?

Bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi zeigt sich Rußland von seiner Schokoladenseite und präsentiert sich als moderner Staat. 37 Milliarden Euro hat das Prestigeobjekt des russischen Präsidenten Wladimir Putin (siehe Foto) gekostet.

Doch wie ist es um die moralische und religiöse Lage im flächenmäßig größten Staat der Erde bestellt?

Foto: IGFM

Foto: IGFM

Dazu äußert sich der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche Ural, Sibirien und Ferner Osten, Otto Schaude (Omsk), in einem Interview mit der evangelischen Nachrichtenagentur IDEA:

Der 69-jährige schwäbische Pietist leitet seit 2010 das größte lutherische Bistum der Welt, das sich vom Ural bis zum Pazifik über sieben Zeitzonen erstreckt.

“Hohe Preise und niedrige Werte”

Nach seinen Worten ist Sotschi nicht Rußland: „Ich erlebe ein Volk, das nach 70 Jahren Atheismus ohne Perspektive ist.“ Der stellv. Vorsitzende der Liberal-Demokratischen Fraktion im russischen Parlament, Jaroslaw Nilow, habe es im vergangenen Jahr treffend formuliert, daß Russland eine Gesellschaft mit hohen Preisen und niedrigen Werten sei.

Das Land habe die im internationalen Vergleich höchsten Raten bei Scheidungen, Abtreibungen und Selbstmorden unter Kindern und Alten. Viele Russen ertränkten ihre Hoffnungslosigkeit in Alkohol.

Schaude zufolge ist im asiatischen Teil der Aberglaube „noch sehr stark wirksam“. Bei schwerer Krankheit suchten viele Russen Wahrsager oder Schamanen (Zauberpriester) auf: „Auch in unserer lutherischen Kirche erleben wir, dass Menschen zum Pastor gehen und um Gebet wie Segen bitten – und anschließend zum Schamanen gehen.“

Die russisch-orthodoxen Kirchen seien zwar meist gut besucht, aber den Mitgliedern fehle oft ein persönlicher Glaube. Nur wenige hätten je eine Bibel in der Hand gehalten. 

Quelle: http://www.idea.de


Horoskope: Das Geschäft mit den Sternen

Der Glaube an Horoskope treibt bisweilen seltsame Blüten; und es lassen sich offenbar damit gute Geschäfte machen. So preist die Kette „Worldhotels“ (Frankfurt am Main) ein „Hotel-Horoskop“ an. Jpeg

Sie verspricht „jedem Sternzeichen das passende Hotel“. Den „ehrgeizigen Steinböcken“ (Geburtsdatum zwischen 22. Dezember und 20. Januar) empfiehlt die internationale Kette von 500 unabhängigen Beherbergungsbetrieben z.B. einen „Verwöhnurlaub“ im Hotel Transamerica in Sao Paulo (Brasilien) etc.

Horoskope werden aufgrund der Sternenkonstellation zur Zeit und am Ort der Geburt eines Menschen erstellt. Ein komplexes System von Zeichen soll dem Astrologen etwas über den Charakter eines Menschen, sein Schicksal oder über sonstige Ereignisse verraten, erläutert die Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) in Berlin.

In zahlreichen empirischen Untersuchungen sei es aber nicht gelungen, einen Zusammenhang zwischen Persönlichkeitsmerkmalen und Horoskopen nachzuweisen. Überprüfungen ergäben regelmäßig, dass sich die meisten Vorhersagen nicht erfüllen. 

Frauen sind sternengläubiger als Männer

Gleichwohl glaubt jeder vierte Bürger in Deutschland, dass der Stand der Sterne das persönliche Leben beeinflusst. Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungs-Institut Emnid aus dem Jahr 2012 sind die Frauen mit 33 Prozent besonders sternengläubig. Bei den Männern sind es lediglich 17 Prozent.

Unterdessen haben Mediziner und Hirnforscher herausgefunden, dass der Geburtsmonat eines Menschen tatsächlich Einfluss auf seine Entwicklung, Gesundheit, Charakter und Lebenserwartung hat. Ursache sind aber nicht die Sternenkonstellationen, sondern äußere Einflüsse, denen ein Kind im Mutterleib und bei der Geburt ausgesetzt ist.

Wie die populärwissenschaftliche Zeitschrift „P.M.-Magazin“ in ihrer Februar-Ausgabe berichtet, spielt zum Beispiel die Menge Vitamin D im Blut eines Neugeborenen eine wichtige Rolle. Das Vitamin wird mit Hilfe von Sonnenlicht in der Haut gebildet und beeinflusst die Entwicklung des Immunsystems und des Gehirns.

Kinder, die in der sonnenarmen Winterzeit ausgetragen werden, haben weniger Vitamin D im Nabelschnurblut. Bei im Mai geborenen Babys sind es 20 Prozent weniger als bei im November geborenen. In einer Mammut-Studie von über sechs Millionen Sterbefällen zwischen 1992 und 2007 habe das Universitätsklinikum Greifswald herausgefunden, dass die im November geborenen Menschen im Schnitt mehr als neun Monate länger leben als die Mai-Kinder.

Quelle: http://www.idea.de

Foto: Cordula Mohr

 


Daten und Fakten zur Wünschel-Rute

Die James Randi Foundation in den USA, GWUP in Deutschland und andere Skeptiker-Organisationen weltweit haben bislang hunderte Kandidaten geprüft, die behaupteten, „Strahlen“ fühlen zu können. Bislang konnte noch kein Rutengänger solche Fähigkeiten unter kontrollierten Bedingungen vorführen.

Die Prämien von bis zu einer Million US-Dollar warten noch immer auf ihre Auszahlung. (…) Das ist nicht verwunderlich, denn Rutengänger unterliegen einer Selbsttäuschung. 0022

Nicht umsonst heißt die Wünschelrute „Wünschel“-Rute. Denn sie schlägt dort aus, wo der Rutengänger unbewusst wünscht oder erwartet, dass sie ausschlägt – und nicht, weil sie auf „Erdstrahlen“ oder „Wasseradern“ reagiert. Beides sind nämlich reine Phantasieprodukte.

Verantwortlich für den Rutenausschlag ist der so genannte Kohnstamm-Effekt: Rutengänger halten ihr traditionell Y- oder V-förmiges Instrument aus Holz oder Leichtmetall nicht locker zwischen den Fingern, sondern in einem verkrampften Spannungszustand.

Diese angespannte Haltung der Hände und Arme löst nach kurzer Zeit ein krampfartiges Zittern der Armmuskeln aus und entlädt sich früher oder später in einer unwillkürlichen, heftigen Bewegung.

Tatsächlich existierende „Erdstrahlen“ irgendwelcher Art würden mit den heutigen Messinstrumenten kaum verborgen bleiben – zum Beispiel mit einem Torsionsmagnetometer oder einem Protonenpräzessionsmagnetometer

„Störfelder“, auf die Rutengänger wie eine Art menschliche „Antenne“ reagieren, entspringen dagegen der individuellen Phantasie des Muters und liefern Werte nach dem Münzwurf-Prinzip.

So habe auch ich selbst schon fünf verschiedene Rutengänger mit einer Begehung meines Schlafzimmers beauftragt. Jeder von ihnen fand unabhängig voneinander die „Störzone“ unter meinem Bett. Seltsam, denn vor jeder Begehung hatten wir das Bett in eine andere Ecke des Zimmers geschoben.

Quelle und vollständiger Artikel von Bernd Harder hier: http://blog.gwup.net/2013/10/25/wunschelruten-und-gwup-in-der-augsburger-allgemeinen-eine-richtigstellung/


Kritischer FOCUS-Report zu Alternativmedizin, Homöopathie etc.

Erfreulich kritisch fällt die aktuelle Focus-Titelgeschichte (Nr. 38/13) zum Thema “Sanfte Medizin” aus.

“Heilung oder Humbug?” ist der Artikel überschrieben. Schon im dritten Absatz wird World Skeptics Congress-Referent Prof. Jürgen Windeler vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) zitiert:

“Für sogenannte alternativ-medizinische Verfahren [liegen] Wirksamkeitsnachweise nicht vor oder sind gescheitert.”

Anstatt der üblichen Jubel-Berichte über außergewöhnliche Heilerfolge der “Alternativen” liest man im Weiteren von absurden Diagnosen und ebensolchen Therapieempfehlungen. Und von Patienten, die sich heute wundern, “an was sie sich in ihrer damaligen Verzweiflung” klammerten.

Beda Stadler, Professor und Direktor des Instituts für Immunologie der Universität Bern, erklärt dazu: “Schwindelerregend viele Studien sind zu alternativen Heilverfahren, insbesondere zur Homöopathie, gemacht worden. Es konnte nie nachgewiesen werden, dass Homöopathie wirkt.”

Dem widerspricht natürlich Cornelia Bajic vom Deutschen Zentralverein homöopatischer Ärzte (DZVhÄ), allerdings berückend substanzlos.

Die DZVhÄ-Vorsitzende verweist auf eine ADHS-Studie des Schweizer Kinderarztes Heiner Frei. Was es damit auf sich hat, kann man im Blog Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie nachlesen.

Quelle und Fortsetzung dieses Artikels hier: http://blog.gwup.net/2013/09/16/alternativmedizin-im-focus/


Aberglaube damals und heute: Infos und Anekdoten um “Freitag, den 13.”

Der 13. September ist in diesem Jahr ein Freitag. Für manche ein normaler Tag kurz vor dem verdienten Wochenende. Für die anderen eventuell der „schwarze Freitag“, an dem man besonders vorsichtig und wachsam sein sollte.

Der große deutsche Dichter und Diplomat Johann Wolfgang von Goethe hat, wie seine Zeitgenossen berichteten, am “Freitag, dem 13.” nie sein Haus verlassen und war von früh bis spät im Bett geblieben. Auch Napoleon hatte nie eine Schlacht oder sogar Militärmanöver auf “Freitag, den 13.” angesetzt. Vogel-Katze

Für viele gilt der Freitag am 13. Tag eines Monats als potentieller Unglückstag. Dieser Aberglaube wird zum großen Teil in den Vereinigten Staaten sorgfältig gepflegt, weil es doch einige unangenehme oder traurige Höhepunkte in der Geschichte gab:  Zum Beispiel der Börsenkrach von 1927, der eigentlich am Donnerstag begann, aber “Freitag, dem 13.” zugerechnet wird. Auch der Unglücksflug der Apollo 13, die an einem Freitag startete. (…)

Im Märchen über Dornröschen war es die dreizehnte Fee, die die Prinzessin verzauberte. Auch in der Zeitrechnung überschreitet die dreizehn das geschlossene 12er- System wie 12 Monate oder 12 Stunden. (…)

Der Aberglaube lebt. Besonders oft in Übersee findet man in Hotels keinen dreizehnten Stock oder Zimmer 13. In den Flugzeugen mancher Gesellschaften sucht man vergebens Reihe 13. Auch das über 100 Jahre alte Riesenrad im Wiener Vergnügungspark „Prater“ hat keine Holzkabine mit der Nummer 13.

Quelle und Fortsetzung des Artikels von Igor Below hier in “Stimme Rußlands”: http://german.ruvr.ru/radio_broadcast/62074985/242322667/

Foto: Dr. Bernd F. Pelz


Wenn der “Quellemichel” mit der “Wunschrute” auf Wassersuche ist…

Von Bernd Harder

Nachdem in der ZEIT-Serie “Berufe der Woche” auch der “Parapsychologe” schon mal gewürdigt wurde, kommt jetzt der Radiästhet zu höheren Weihen: “Mit der Rute auf Wassersuche”.

Dass die Rutengeherei blanker Unsinn ist, kann man den Leserkommentaren entnehmen  –  im Text selbst ist keine Rede davon. Und deshalb haben wir für den Autor Markus Schleufe einen heißen Tipp für die nächste Folge von “Berufe der Woche”: Werden Sie Scharlatan!

Apropos Wünschelrute:

Am vergangenen Wochenende hat auch die Süddeutsche Zeitung einen populären Rutengänger vorgestellt, der sich “Quellemichel” nennt.

Immerhin erwähnt der Autor Titus Arnu dabei folgendes Faktum:

“Die James Randi Foundation in Florida hat für den Nachweis paranormaler Phänomene wie einer Wasserortung durch Wünschelruten eine Erfolgsprämie von einer Million Dollar ausgesetzt. James Randi, der in den USA als Bühnenzauberer und Entfesslungskünstler arbeitet, hat unter wissenschaftlich kontrollierten Bedingungen mehr als 200 Kandidaten geprüft, die behaupteten, Strahlen fühlen zu können. Bislang konnte noch kein Wünschelrutengänger solchen Fähigkeiten im kontrollierten Laborversuch vorführen. Die Prämie wartet immer noch auf ihre Auszahlung.”

Der “Quellemichel” lehnt solche Tests ab, mit der Begründung: “Da wird künstliche Strahlung eingesetzt.”

Nette Ausrede, aber wenig stichhaltig.

Quelle und vollständiger Artikel hier: http://blog.gwup.net/2013/09/05/ist-fur-die-zeit-rutengehen-ein-serioser-beruf/


“Hexen”-ABC: Vorurteile widerlegt

A wie Altertum:  In der Antike gab es “Hexen”-Verbrennungen allein bei den heidnischen Religionen (auch bei den “alten Germanen”), nicht jedoch im Christentum. Die Vorstellung von “Hexen” existierte zwar dem Ausdruck nach noch nicht (es gab diesen Begriff erst ab dem 15.  Jahrh.), der Sache nach aber schon, denn es wurden sowohl im Römischen Reich (sog. “Zwölftafelgesetz”, Tafel VIII.)  wie in den germanischen Stämmen die sog. “Schadenszauberer” verfolgt (männliche ebenso wie weibliche). Vogel-Katze

Hierzu Wikipedia: “Die vorchristlichen Germanen kannten die Verbrennung von Schadenszauberern seit frühester Zeit.” –  Ursache hierfür war eine “panische” Angst vor Schwarzmagiern.  (Das Wort “Pan” stammt übrigens vom griechischen Waldgötzen “Pan”, der Schrecken verbreitete). Das Ergebnis der Zauberer-Verfolgung entdeckten Forscher z.T. bei den sog. “Moorleichen”.

B wie Bibel: Hierzu heißt es bei Wikipedia: “Hexen im Sinne der Frühen Neuzeit kennt die Bibel nicht.”  – Auch der Begriff “Hexe” kommt in der Heiligen Schrift nicht vor. Gebildete Angehörige des Jesuitenordens wußten, daß der Hexenwahn heidnische Wurzeln hat, weshalb sie gegen den Hexenwahn in der Frühen Neuzeit auftraten, nicht allein der bekannte Pater Friedrich von Spee SJ, sondern schon vor ihm Pater Adam Tanner SJ: http://de.wikipedia.org/wiki/Adam_Tanner

C wie Christentum: Das frühe Christentum kannte im Unterschied zur heidnischen Umwelt keine Verfolgung von “Magiern”.  Wikipedia schreibt: “Die alte Kirche war an Verfolgungen nicht beteiligt und lehnte die mit Hexerei verbundenen Ansichten und Praktiken als Aberglaube (Canon episcopi) ab.”  -  Im frühen Mittelalter bis hinein ins 11. Jahrhundert gab es keinerlei Hexenverfolgung von christlicher Seite. Der Glaube an “Hexen” und erst recht deren Ermordung bzw. Verbrennung wurde vom Kirchenrecht sogar schwer bestraft, im Mord-Falle mit der Todesstrafe.

Hierzu ebenfalls Wikipedia: “Im karolingischen Frühmittelalter gab es jedoch keine Hexenverfolgung. Karl der Große bestätigte durch das Gesetz den Beschluss des Konzils von Paderborn aus dem Jahr 785: „Wer vom Teufel verblendet nach Weise der Heiden glaubt, es sei jemand eine Hexe und fresse Menschen, und diese Person deshalb verbrennt oder ihr Fleisch durch andere essen lässt, der soll mit dem Tode bestraft werden.”

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster


Trier: Bischöflicher Sektenbeauftragter fällt Marga Lauer in den Rücken

Eine ehemalige Yoga-Lehrerin findet zu Christus

Schon seit Jahrzehnten boomt der Esoterik-Markt, fernöstliche Heilslehren finden immer mehr Anhänger. Der Glaube verdunstet, doch der Aberglaube treibt munter seine Sumpfblüten. Yoga statt Dogma, Zen statt Gebote, Gefühl statt Moral ist angesagt.

Es geht vielen Zeitgenossen dabei schlicht um die Befriedigung “spiritueller” Wünsche und Bedürfnisse, um “religiöse” Erlebnisse  – und eben keineswegs um die Zustimmung zu Glaubensinhalten oder das Lesen der Heiligen Schrift, nicht um das JA zu den Sakramenten und den göttlichen Geboten.60155_m

Gefragt ist vielmehr eine unverbindliche “Wellness-Religion”, die der egozentrischen Gemütslage einer Wohlstandsgesellschaft entspricht, eine “Spiritualität” also, die Zuspruch vermittelt, aber keinen Anspruch stellt  -  jedenfalls keinen moralischen oder gar “dogmatischen”.

Umso erfreulicher ist es, wenn jemand aus dieser esoterischen Verführung herausfindet und sich dem rettenden christlichen Glauben zuwendet  -  müßte man meinen. Aber weit gefehlt.

Als die einstige Yoga-Lehrerin Marga Lauer im Frühsommer dieses Jahres ihr Buch mit dem Titel “Die Yoga-Falle” im Miriam-Verlag veröffentlichte, hatte der bischöfliche Sektenbeauftragte des Bistums Trier nichts Eiligeres zu tun, als sich öffentlich und rabiat von der Autorin zu distanzieren.

Seine Stellungnahme wurde im Rahmen eines polemischen Rundumschlags der “Saarbrücker Zeitung” vom 21.7.2013 zitiert, die bereits in der Überschrift von “extremen Thesen” der Autoren fabulierte.

Der Artikel von Margit Stark erweist sich freilich keineswegs als stark, sondern als ebenso dümmlich wie dreist.

Bereits die erste Zeile des von Unwissenheit geprägten Beitrags läßt tief blicken:

“Diskriminierend und radikal nennen SZ-Leser die Ansicht, die Marga Lauer in in ihrem Buch „Die Yoga-Falle“ vertritt. Dass ein Auszug im Beckinger Pfarrbrief erschienen ist, bringt für sie das Fass zum Überlaufen.” 

Wie sich im Verlauf des weiteren Kampfartikels zeigt, handelt es sich bei diesen “SZ-Lesern” durchweg um anonyme telefonische Anwürfe. Kein einziger Name jener angeblich “Empörten” wird erwähnt, stattdessen wird oberflächlich herumgeflaxt und der Autorin “Verteufelung” von Yoga vorgehalten, wobei selbst einfachste sprachliche Kenntnisse außer Acht gelassen werden.

So heißt es zB, die Kritik der Verfasserin an Yoga sei “diskriminierend”. Nun bedeutet Diskriminierung bekanntlich Benachteiligung. Was hat es aber wohl mit einer “Benachteiligung” von Yoga zu tun, wenn dieses esoterische System von einer ehemaligen Insiderin kritisch beleuchtet wird?  

Die falsche Anwendung des Begriffs “Diskriminierung” wird im Artikel sodann munter fortgesetzt, etwa wenn es heißt (wiederum mit Berufung auf anonyme Beschwerdeführer): “Eine Diskriminierung der Hindus und ihrer Religion nennen SZ-Leser am Telefon Lauers Aussagen, andere sprechen von einer extrem radikalen Meinung.”

Nun wird man von einer religionswissenschaftlich ahnungslosen “Saarbrücker Zeitung” und ihren Schreiberlingen und Schreiberfrauen ohnehin kaum erwarten dürfen, daß sie in diesem etwas anspruchsvolleren Themenbereich auch nur bis drei zählen können. Das zeigt auch Madame Starks Definition von Yoga als “Gymnastik”, als ob es dabei lediglich um Körperübungen ginge  – abgesehen davon, daß es auch Yoga-Methoden ohne jede Gymnastik gibt.

Ernsthaft ärgerlich wird es allerdings, wenn dergleichen Unfug durch zeitgeistigen Beifall kirchlicher Funktionsträger “bestätigt” wird:

“In die Reihen der Kritiker reiht sich auch Matthias Neff, Weltanschauungs-Referent des Bistums Trier, ein. Für ihn ist es eine einzelne, extreme Position, die Yoga bewerte und die das Bistum keinesfalls teile. Neff spricht davon, dass diese Ansicht von den weitaus meisten Katholiken und der katholischen Kirche in Deutschland abgelehnt wird: „Es ist eine extreme Position, geprägt von einer engen Weltsicht.“

Ist auch der Vatikan einer “engen Weltsicht” verfallen?

Solch “extreme” Positionen mit einer “engen” Weltsicht vertritt dann offenbar auch der Vatikan, genauer: Papst und Glaubenskongregation, denn deren amtliche Dokumente befassen sich durchaus kritisch mit Yoga und fernöstlicher Meditation.

Hierzu drei Beispiele:

1. Durch die Glaubenskongregation wandte sich Papst Johannes Paul II. in “Orationis formas” an die Bischöfe der katholischen Weltkirche zum Thema “Meditation”, wobei christliche und außerchristliche Formen der Versenkung miteinander verglichen werden. So heißt es in “Orationis formas” in Nr. 12:

“Bei der heutigen Verbreitung östlicher Meditationsformen im Raum des Christentums und in kirchlichen Gemeinschaften erleben wir erneut den ernsthaften Versuch, die christliche Meditation mit der nichtchristlichen zu verschmelzen, was nicht ohne Risiken und Irrtümer abgeht.”

2. Der “Päpstliche Rat für die Kultur” veröffentlichte im Jahre 2003 eine Verlautbarung (“Jesus Christus, Quelle des Lebens”), in der es heißt:

“Einige der Traditionen, die in New Age zusammenfließen, sind: altägyptische okkulte Praktiken, die Kabbalah, frühchristlicher Gnostizismus, Sufismus, das Wissen der Druiden, keltisches Christentum, mittelalterliche Alchimie, der Hermetizismus der Renaissance, Zen-Buddhismus, Yoga und so weiter.”

3. In dem im Jahre 2005 herausgebrachten YOUCAT, dem amtlichen katholischen Jugendkatechismus, lesen wir in Nr. 356:

“Viele machen heute aus gesundheitlichen Gründen Yoga, sie nehmen an Meditationskursen teil, um still und gesammelt zu werden oder sie belegen Tanzworkshops, um eine neue Körpererfahrung zu machen. Nicht immer sind diese Techniken harmlos. Manchmal sind sie Vehikel für eine dem Christentum fremde Lehre: die Esoterik… Schon im alten Israel wurden die Götter- und Geisterglaube der umliegenden Völker enttarnt. Gott allein ist der Herr; es gibt keinen Gott außer ihm. Es gibt auch keine (Zauber)technik, mit der man … sich selbst erlösen kann.”

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks und des KOMM-MIT-Verlags in Münster


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