Das ZIG-Gedicht zum Wiegenfest…

Das kleine ZIG ist ein Fanal.
Mit ZwanZIG kommt’s zum erstenmal.
Du find’st das kleine ZIG sehr fein
und möchtest gerne älter sein.

Mit Dreißig macht es Dir nichts aus.
Du kennst dich damit doch schon aus,
und bist recht fleißig und geschickt,
bis es zum nächsten Male ‘ZIGt’.

Mit VierZIG kommst Du zur Besinnung,
gehörst schon fest zu Deiner Innung,
und riskierst in Deinem Glück
auch schon mal einen Blick zurück.

Mit FünfZIG kommt wie Donnerknall
Dir vor das kleine ZIG-Signal.
Du schlägst Dir an die Brust im Gehen
und denkst: Das wolln wir doch mal sehen!

Und gehst und gehst mit festem Blick,
und plötzlich macht es wieder…ZIG.
Du bist erstaunt, ja fast perplex,
denn diesmal steht davor die Sechs.

Du sollst das Leben weiter lieben,
siehst Du auch vor der ZIG die Sieben!
Dann steht, eh’ Du daran gedacht,
das kleine ZIG schon nach der Acht.

Bei guter Gesundheit sollt’ es freun,
erreichst Du vor dem ZIG die Neun.
Und werden’s hundert Jahr – famos!
Dann bist das ZIG Du wieder los!

Autor unbekannt


PARODIE: Liedersalat nach der Melodie “Nun ade, du mein lieb Heimatland”

LUSTIGER SINGSANG

1. Nun ade, du mein lieb Heimatland

Zu Straßburg auf der Schanz

Was fang ich armer Teufel an

Im Krug zum grünen Kranz

Es braust ein Ruf wie Donnerhall

Wie schön singt uns die Nachtigall

Am Brunnen vor dem Tore

 

2. Stimmt an mit hellem, hohem Klang

O Täler weit, o Höhen

Trara, es klingt wie Jagdgesang

In der Heimat ist es schön

Ein Jäger jagt ein wildes Schwein

Wo mag denn nur mein Christian sein

Mein teures Vaterland

 

3. Steh ich in finstrer Mitternacht

An der Saale hellem Strand

Was frag ich viel nach Geld und Gut,

Mein teures Vaterland

Zum Abschied reich ich dir die Hand

Ein Mann, der sich Kolumbus nannt´

Am grünen Strand der Spree

 

4. Im schönsten Wiesengrunde

Sah ein Knab´ein Röslein steh´n

Brüder, reicht die Hand zum Bunde

Wir sind jung, und das ist schön

Schier dreißig Jahre bist du alt

O du wunderschöner Westerwald

Es blühn drei  Röselein

 

5. Auf, auf zum fröhlichen Jagen

Auf, du junger Wandersmann

Im Wald und auf der Heide

Lobet mir mein Schätzelein

Der Mai tritt ein mit Freuden

Kühler Wein, der soll es sein

Insbruck, ich muß dich lassen

 

8. Wenn ich den Wand´rer frage

Horch, was kommt von draußen rein?

O Täler weit, o Höhen

Ach mich ergreifts, ich weiß nicht wie

Hoch auf dem gelben Wagen

Schön ist die Lieb´ im Hafen

Leb wohl, du altes Haus


Spontis und Parodien auf Bauernregeln: “Liegt des Bauern Uhr im Mist…”

Ham die Kühe nichts zu fressen, hat der Bauer sie vergessen.

Weiß der Hahn den Text nicht mehr, fällt ihm’s Krähen morgens schwer.

Kräht der Bauer auf dem Mist, weiß der Hahn, wie spät es ist.

Bei Regen hilft nicht viel das Fluchen   –  besser einen Fernflug buchen!

Der Bauer erst das Feld bestellt, wenn das Internet ausfällt.   

Ackerfurchen sind nicht grad, sondern rund und schick? – Zwei Glas Most vor jeder Saat  ist des Bauers Trick!

Wenn Eisbein als Menü ansteht, das arme Schwein auf Krücken geht.

Wenn Regen in die Tonne fällt, sich manchmal auch der Frosch gesellt.

Der Bauer früh die Sense schwingt, die Bäuerin sich in Deckung bringt.

Nicht ärgern, wenn’s von oben gießt, zum Ausgleich es im Garten sprießt.

Dem Landwirt gleich der Kragen platzt, weil’s Federvieh auf der Tenne kratzt.

Nichts kann den Bauer wirklich schocken, nur Glatteis haut ihn von den Socken.

Liegt des Bauern Uhr im Mist, weiß er nicht, wie spät es ist.

Hat der Bauer Frost am Schuh, steht er in der Tiefkühltruh’.

Trägt der Knecht beim Melken Strapse, muß er meistens in die Klapse.

Dem Bauer zerstört kein Sturm das Glück, noch immer kam die Sonn’ zurück!

Trägt der Landwirt rote Socken, will er seine Bullen schocken.

Wenn sich das Jahr dem Ende neigt, der Bauer in die Wanne steigt.

Dreht der Hahn sich auf dem Grill, macht das Wetter, was es  will.

Wenn Regen in die Tonne fällt, sich auch der Frosch dazu gesellt.

Auch der Bauer hat ne Flat, er verkauft die Kartoffeln im Internet.

Dem Bauer vergeht bei Regen kein Lachen, er weiß ein Schlammbad draus zu machen.

Wenn Sonne uns den Tag erhellt, kein Regen aus den Wolken fällt.

Sagt der Has’ Aideu zum Fuchs, war das wohl sein letzter Mucks.

Riechen streng des Bauers Socken, war der letzte Winter trocken.

Wenn es in die Suppe hagelt, war das Dach wohl schlecht vernagelt.

Ist’s im September richtig warm, muß man nicht in’n Urlaub fahrn.

Auf dem Land brauchts keine Wecker, der Bauer fährt früh mit dem Trecker.   

Scheint die Sonn’ ohn’ Unterlaß, bleibt der Landwirt nicht lang blaß.

Friert die Ente auf dem Teich, kommen Schlittschuhläufer gleich.

Fang´n die Pferde an zu rauchen, wirds ´ne neue Scheune brauchen.

Hat der Bauer kalte Hände, fliehn die Katzen ins Gelände.

Gibt es plötzlich sehr viel Regen, mußt dir einen Schirm zulegen.

Melkt der Bauer selbst die Kuh, macht sie verträumt die Augen zu.

Liegt der Bauer tot im Zimmer, lebt er nimmer.

Fotos: Dr. Bernd F. Pelz / KOMM-MiT-Verlag


(Un-)Sinnige Verse: Reim dich – oder ich lach nicht…

Natürlich heißt der Spruch anders:  „Reim Dich  –  oder ich freß dich!“

Gemeint sind damit jene Gedichte, denen man (holper-stolper) anhört, daß der Reim unbedingt in die Verse hineingezwängt wurde.

Das ist die Crux der Gedichte,
sagt Johann Gottlieb Fichte.

Bei unseren Ulksprüchen läuft das aber anders: wie geschmiert!

Hier der ultimative Beweis:

Das ABC ist äußerst wichtig,
im Telefonbuch steht es richtig.
 
“MICH BEISST ein Floh,
Frau Lehrerin!”
Die sprich: “Mein Kind, ach nein,
Du bist ja doch so reinlich sonst,
das muß ein Irrtum sein.”
Nach einer Weile meldet sich
dieselbe kleine Maus:
“Schon wieder beißt ein Irrtum mich!”
ruft sie entrüstet aus!
 
ZWEI KNABEN stiegen
auf den Baum,
um ein paar Äpfel sich zu klaun.
Am Gipfel oben war dann klar, 
daß es ne  Fahnenstange war!
 
 
ES WAR einmal ein Mann,
der hatte einen Schwamm.
Der Schwamm war ihm zu naß,
da ging er auf die Gaß.
 
Die Gaß war ihm zu kalt,
da ging er in den Wald.
Der Wald war ihm zu grün,
da ging er nach Berlin.
 
Berlin war ihm zu groß,
da kauft er eine Hos.
Die Hos wurd ihm zu klein,
da ging er wieder heim.
 

WAS KEINER WEISS:  Der Völkerapostel Paulus war schon in Amerika,  bevor es entdeckt wurde. Unsere Leserin Sarah  B. fand auf ihrer USA-Reise zahlreiche Tonscherben, auf denen folgende Aussprüche von Paulus eingebrannt  waren:

Paulus sprach zu den Apatschen,
Ihr sollt erst
nach der Predigt klatschen! 
 
Paulus zu den Irokesen:
Euch schreib ich nicht,
lernt erst mal lesen!
 
Paulus sprach zu den Komantschen:
Erst wird getauft,
dann könnt ihr plantschen! 

Gerd ist arbeitslos und tröstet sich mit 12 Zeilen:

Mit Arbeit ist es so auf Erden,
sie kann sehr schnell
zum Laster werden.
Du siehst die Blumen nicht,
die duften,
Du kannst nur arbeiten
und schuften.
So gehn dahin die schönen Jahre,
dann liegst du endlich
auf der Bahre.
Und hinter dir, da lacht der Tod,
kaputt  malocht  –  Du Idiot!

Nach soviel gereimtem Unfug hat jetzt der ernste Dichter das Wort:

Mariechen stand am Meere
und seufzte lang und bang.
Es rührte sie so sehre
der Sonnenuntergang. 
 
Mariechen, sei nur munter,
es ist ein altes Stück,
da vorne geht sie unter 
und kehrt dann  hier zurück.

(Heinrich Heine)      

 

                                  


Gereimtes Sammelsurium der schönsten Lieder

Siebzig Lied-Anfänge nach der Melodie „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“ 

1. Kein schöner Land in dieser Zeit
Üb immer Treu und Redlichkeit.
Der Winter ist vergangen,
Jetzt fängt das schöne Frühjahr an
Und morgen kommt der Weihnachtsmann.
Ermuntert Euch, ihr Frommen,
Der Lenz ist angekommen.
 
2. Die beste Zeit im Jahr ist mein,
Man müßte noch mal 20 sein,
In einem kühlen Grunde.
Steht auf, ihr lieben Kinderlein,
Wo mag denn nur mein Christian sein.
Nun will der Lenz uns grüßen,
Wenn alle Brünnlein fließen.
 
3. Ein Mann, der sich Kolumbus nannt´,
Ade, Du mein lieb Heimatland,
Denn Bolle reiste jüngst zu Pfingsten.
Mein Vater war ein Wandersmann,
Fuhr mit der schwäbischen Eisenbahn
Herzlich tut mich erfreuen,
Grüß Gott, Du schöner Maien.
 
4. Dornröschen war ein schönes Kind,
Ja auf der Alm, da gibt’s koi Sünd,
Und in dem Schneegebirge.
Das Städtchen Kufstein kennst Du wohl,
Ich bin der Anton aus Tirol.
Im Tal zwei Hasen saßen,
Innsbruck, ich muß Dich lassen.
 
5. Warum ist es am Rhein so schön?
Und wenn die bunten Fahnen wehn,
Ein Schifflein sah ich fahren.
Oh wunderschöner deutscher Rhein,
lieb Vaterland, magst ruhig sein.
Mit Lieb bin ich umfangen,
Der Mond ist aufgegangen.
 
6. Was frag ich viel nach Geld und Gut,
Doch schön ist ein Zylinderhut,
Am Brunnen vor dem Tore.
Da streiten sich die Leut herum,
Drum Bier her oder ich fall um!
Ich hatt einen Kameraden,
Hoch auf dem gelben Wagen.
 
7. Wer recht in Freuden wandern will,
Such, wer da will ein ander Ziel.
Im Wald, da sind die Räuber.
Wach auf, wach auf, Du deutsches Land,
Da ists, wo meine Wiege stand.
Es fängt schon an zu tagen,
Auf auf zum fröhlichen Jagen.
 
8. All meine Gedanken, die ich hab,
Jung Siegfried war ein stolzer Knab,
Ein Männlein steht im Walde.
Auf einem Baum ein Kuckuck saß,
Chinesen mit dem Kontrabaß.
Im schönsten Wiesengrunde,
Da küßt man Rosamunde
 
9. Die Affen rasen durch den Wald,
Schier 80 Jahre bist Du alt.
Wir lieben sehr im Herzen.
Im tiefen Keller sitz ich hier,
Die helle Sonn´ leucht jetzt herfür.
Man müßt Klavier spielen können,
die Blümelein, sie pennen.
 
10. Sah ein Knab ein Röslein stehen,
Dies Bildnis ist bezaubernd schön.
Wer hat die schönsten Schäfchen?
All Morgen ist ganz frisch und neu,
Ja die Gedanken, die sind frei
Wir singen diese Lieder
Wie alle Jahre wieder.
 
Quelle: westfälischer Volksmund
 
 

Besorgungen

Ein Mensch geht eines Vormittags,
gewärtig keines Schicksalsschlags,
geschäftig durch die große Stadt,
wo viel er zu besorgen hat.
 
Doch schon trifft ihn der erste Streich:
Ein Türschild tröstet: „Komme gleich!“
„Gleich“ ist ein sehr verschwommenes Wort,
der Mensch geht deshalb wieder fort,
zum zweiten Ziele zu gelangen:
„Vor fünf Minuten weggegangen ….“
 
Beim dritten hat er auch kein Glück:
„Kommt in acht Tagen erst zurück!“
Beim vierten heißt’s nach langem Lauern:
„Der Herr Direktor läßt bedauern ….“
Ein überfülltes Wartezimmer
beim fünften raubt den Hoffnungsschimmer.
Beim sechsten stellt es sich heraus:
Er ließ ein Dokument zu Haus.
Nun kommt der siebte an die Reih:
„Geschlossen zwischen zwölf und zwei!“
 
Der Mensch von Wut erfüllt zum Bersten,
beginnt noch einmal bei dem Ersten.
Da werden ihm die Knie weich:
Dort steht noch immer: „Komme gleich!“
 
Eugen Roth

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