Medjugorje: Sentimentale Jahresbotschaft der “Gospa” an Mirjana am 18. März 2014

Seherin Mirjana Dragicevic-Soldo erlebte “Marienerscheinung”  

Der Medjugorje-Visonärin Mirjana wird   -  eigenen Angaben zufolge  -  allmonatlich von der Himmelsmutter mit einer “Privatbotschaft” und einmal jährlich mit einer öffentlich verbreiteten Offenbarung beglückt, die “an die ganze Welt gerichtet” ist.

Diese “Jahresbotschaft” erhält Mirjana alljährlich am 18. März, weil sie an diesem Tag ihren Geburtstag begeht. Auch das Wiegenfest ihrer Seherschar weiß die “Gospa” (wie die Gottesmutter in Kroatien gerne genannt wird) durchaus zu würdigen. rosa-mystica6

Hier folgt zunächst der vollständige Wortlaut der gestrigen Jahresbotschaft (Linien zwecks Hervorhebung von uns):

“Liebe Kinder! Als Mutter möchte ich euch von Hilfe sein. Ich möchte euch mit meiner mütterlichen Liebe helfen, euer Herz zu öffnen und dass ihr darin meinen Sohn auf den ersten Platz stellt.

Ich wünsche, dass euch durch eure Liebe zu meinem Sohn und durch euer Gebet das Licht Gottes erleuchtet und dass euch die Barmherzigkeit Gottes erfüllt. Ich wünsche, dass so die Finsternis und der Schatten des Todes, der euch umgeben und verführen möchte, vertrieben werden.

Ich wünsche, dass ihr die Freude des Segens der Göttlichen Verheißung fühlt. Ihr, Kinder des Menschen, ihr seid Kinder Gottes, ihr seid meine Kinder. Deshalb, meine Kinder, geht auf den Wegen, auf denen euch meine Liebe führt, die euch Demut und Weisheit lehrt, und den Weg zum himmlischen Vater findet.

Betet mit mir für jene, die mich nicht annehmen und mir nicht nachfolgen, jene, die wegen der Härte ihres Herzens die Freude der Demut, der Frömmigkeit, des Friedens und der Liebe nicht spüren können –  die Freude meines Sohnes. Betet, dass euch eure Hirten mit ihren gesegneten Händen immer die Freude des Segens Gottes geben. Ich danke euch!” 

Der offensichtlich kitschige und sentimentale Text lohnt keine ausführliche Besprechung. Daher beschränken wir uns auf wenige Anmerkungen:

1. Priester (“eure Hirten”) haben nicht nur “gesegnete” Hände, sondern geweihte (Priesterweihe). Zudem kommt es nicht auf die “Freude” des göttlichen Segens an, sondern auf den Segen als solchen.

2. Nun soll also die “Freude” des Segens der göttlichen Verheißungen “gefühlt” werden, die “Freude” der Demut soll “gespürt” werden. Besteht diese Medjugorje-Religion fast nur noch aus Gefühlen? Eine Wellness-Frömmigkeit vor allem für empfindsame Frauen  – und die Kirche als Wohlfühlanstalt?

3. Diese angebliche Maria beschwert sich über jene, die “mir nicht nachfolgen”: Die Madonna ist sicherlich das größte Vorbild und die am meisten Begnadete unter allen Geschöpfen, aber als Gläubige sind wir zur Nachfolge CHRISTI aufgerufen. Merkwürdige Akzentverschiebungen sind hier durchaus fehl am Platze.

HINWEIS: Hier gibt es die “Jahresbotschaft” vom 18.3. dieses Jahres im Livestream, wobei ein Zwiegespräch zwischen der “Seherin” und jener “Erscheinung” stattzufinden scheint (davon ist in der verkündeten Fassung allerdings nichts wahrzunehmen); zudem wirkt die Dauer der Vision für jenen kurzen Botschaftstext erstaunlich lange; man beachte zudem Mimik und Gestik der Visionärin: http://www.youtube.com/watch?v=BlS0eNXpuFY

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

 


Bischof Pavao Zanic: “Mamma Ebe” als warnendes Beispiel für Falschmystik

Ebe Giorgini aus Italien ist die Gründerin eines kirchlich nicht anerkannten Frauen-”Ordens”; sie erblickte 1934 in Bologna das Licht der Welt. Die angebliche Heilerin und Seherin wurde wegen Betrug und mißbräuchlicher “Heilkunst” 2008 zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt.   Tzanic

Die aufsehenerregenden Vorgänge um diese Falschmystikerin veranlaßten den italienischen Regisseur Carlo Lizzani zu einem reißerischen Kinofilm unter dem Titel “Mamma Ebe”.

Im Sinne einer Warnung vor falschen Sehern, Heilern und “Stigmatisierten” weist auch Bischof Pavao Zanic (siehe Bild) von Mostar auf diesen Fall hin  -  und zwar in seiner Stellungnahme gegen Medjugorje; dort findet sich seine Darstellung der vermeintlichen Visionärin “Ebe”  unter Punkt 26 (siehe hier der vollständige Artike: http://charismatismus.wordpress.com/2011/06/03/warnung-vor-medjugorje/).

Dieser Bischof aus Bosnien-Herzegowina war anfangs ein Befürworter von Medjugorje, bis er sich unter dem Gewicht vieler Fakten und eigener unerquicklicher Erfahrungen mit den dortigen “Sehern” zu einem Gegner wandelte. 

Auch sein Nachfolger, der für die Pfarrei Medjugorje zuständige Oberhirte Dr. Ratko Peric, ist ein entschiedener Kritiker der angeblichen “Marienerscheinungen” von Medjugorje.

Hier folgen nun die Ausführungen von Bischof Zanic zur Causa “Mamma Ebe”:

“Die Italiener kennen gut die Geschichte von Gigliole Ebe Giorgini, Gründerin des falschen Ordens “Pia Opera di Gesu Misericordioso”. Diese Frau ist geschieden und hat wieder zivil geheiratet. Sie betrieb Pseudomedizin, sammelte Mädchen für ihren Orden, erhielt viel Geld und hatte mehrere Häuser.

In ihrem Dienst waren auch zwei Priester. Sie selbst führte ein Doppelleben und trug falsche Stigmen, die sie sich selbst angebracht hatte. Ihre ‘Schwestern’ folgten ihr fanatisch und nannten sie ‘Mamma Ebe’.

In ihrem Orden befanden sich auch männliche Geistliche. Aber einige ‘Schwestern’, die sie verlassen hatten, erzählten, daß sie ein unmoralisches Leben führe. Als ‘Ordensgründerin’ hatte sie viel Schmuck, Geld, zwei Jachten, mehrere Pelzmäntel usw.

In der Kirche klagten viele sie an; andere verteidigten sie fanatisch und beriefen sich auf gute Früchte. So erhielt sie Lob und Anerkennung von zwei Bischöfen.

Zweimal war die Polizei nachts in ihr Zimmer im Mutterhaus eingedrungen und hatte sie mit einem ihrer Studenten der Theologie ‘in flagranti’ ertappt. Es kam zum Skandal.

Zweimal wurde sie zu mehreren Jahren Haft verurteilt, zusammen mit einem Franziskaner, der ihr Beichtvater war. Die Zeitungen belustigten sich jahrelang über ihre Skandale. Es wurde darüber ein schmutziger Film produziert. Trotzdem verteidigten sie ihre ‘Schwestern’ fanatisch und blindlings. Das taten sie auch noch, nachdem der Orden zerstört war.

Für sie war diese Frau eine Heilige, die Berufungen sammelte, und das war ein Argument für viele: An ihren Früchten wird es offenbar, daß sie Gott dient?”

Bild: Bistum Mostar


Erfahrungsbericht zu Medjugorje: “Hoffentlich fliegt der Schwindel eines Tages auf.”

Ein inzwischen betagter katholischer Familienvater, den ich schon viele Jahre kenne, hat mir über seinen Besuch in der kirchlich nicht anerkannten “Marienerscheinungsstätte” Medjugorje folgendes Erlebnis berichtet: media-372515-2

Er war mit seiner Frau und seinen beiden Kindern zu einer Fahrt nach Medjugorje aufgebrochen, um sich an Ort und Stelle ein Urteil über die dortigen Geschehnisse und behaupteten Erscheinungen zu bilden. Da die Familie die Landessprache nicht versteht, hatten sie sich einem einheimischen Reiseführer angeschlossen.

Bevor die „Erscheinung“ begann, hatte sich die Pilgergruppe die Seher näher angeschaut, deren wenig ehrerbietiges Benehmen in der Kirche alle abstieß.

Plötzlich gab der Pilgerleiter jener Familie einen Wink, sich rasch zu entfernen  –  er machte einen sichtlich betroffenen Eindruck.

Als sie außer Hörweite der übrigen Anwesenden waren, kam die Erklärung:

Er sagte ihnen, die „Seher“  –  wohl nichtsahnend, dass in einer deutschen Reisegruppe auch einer ihre Landessprache verstand  – hätten untereinander beraten, was sie denn den Leuten erzählen sollten, was die Madonna ihnen heute mitgeteilt hätte.

Dieser Familienvater hat mir im Laufe etlicher Jahre diese Begebenheit mehrfach berichtet. Sein Kommentar: „Ich hoffe, dass der Schwindel von Medjugorje eines Tages auffliegen wird.“

Die Autorin ist Medienwissenschaftlerin und Buchautorin; sie lebt in Österreich und ist unserer Redaktion seit langem persönlich bekannt.

HIER folgt eine ähnliche Begebenheit aus Medjugorje, über die Prof. L. Belanger berichtet: dabei erwies sich die bekannte Medjugorje- “Seherin” Vicka bei einer wissenschaftlichen Untersuchung als dreiste Lügnerin: http://charismatismus.wordpress.com/2011/11/29/seherin-vicka-medjugorje-durch-finger-test-entlarvt/

 


Medjugorje – eine unendliche Geschichte?

Muß die Kirche das Ende der “Erscheinungen” abwarten?

Seit Jahrzehnten wird in der Medjugorje-Anhängerschaft immer wieder die Auffassung vertreten, daß die Kirche kein endgültiges Urteil über jene umstrittenen Marienerscheinungen fällen könne oder dürfe, solange diese noch andauern. Schließlich könne man einen Vorgang erst dann abschließend bewerten, wenn alle Fakten bzw. in diesem Falle alle Visionen vorlägen. media-374336-2

Diese weit verbreitete Auffassung, der sogar manche Medjugorje-Kritiker aufsitzen, klingt auf den ersten Blick logisch, ist aber aus zwei Gründen unzutreffend:

1. Laut Kirchenrecht ist der Ortsordinarius (also der amtierende Diözesanbischof) zuständig für Privatoffenbarungen, die in seinem Bistum vorkommen. Lehnt er ein Erscheinungsphänomen ab, dann ist es damit kirchlich nicht anerkannt. 

Bekanntlich ist der Fall Medjugorje so gelagert, daß der jetzige Bischof Dr. Ratko Peric sich ebenso eindeutig gegen die Echtheit der Medju-Visionen ausspricht wie sein Amtsvorgänger Zanic.

Darüber hinaus hat die (ex-)jugoslawische Bischofskonferenz diesem Erscheinungsort bereits zweimal ausdrücklich ihre Anerkennung verweigert, jeweils nach Abschluß von gründlich arbeitenden Untersuchungskommissionen   -   das kritische Urteil wurde also nicht etwa aus dem Ärmel geschüttelt.

Näheres dazu siehe hier: http://charismatismus.wordpress.com/2013/11/10/medjugorje-kommission-der-bischofskonferenz-entschied-bereits-2009-ablehnend/

bildma12. Die zuständige kirchliche Leitung kann sehr wohl bereits zu einem negativen Ergebnis gelangen, solange angebliche Erscheinungen noch andauern. Angenommen, es zeigt sich, daß in den betreffenden “Botschaften” theologische Irrlehren oder sonstige Irrtümer (die mit der Vernunft oder der Sittenlehre usw. nicht vereinbar sind) vorkommen, dann ist die Sachlage klar und kein weiteres Abwarten erforderlich. 

Zuständige Bischöfe haben sich mehrfach gegen Erscheinungen ausgesprochen, während diese noch fortdauerten bzw. teils noch jahrelang weiterliefen, etwa in den Fällen San Damiano oder Montichiari.

Besonders strikt war sowohl die bischöfliche wie auch die vatikanische Ablehnung der “Marienerscheinungen” von Heroldsbach (1949 – 1951); alle Seherkinder wurden seinerzeit exkommuniziert. Allen katholischen Priestern war es unter unter Androhung von Kirchenstrafen verboten, nach Heroldsbach zu pilgern oder die dortigen Phänomene etwa in Predigten gutzuheißen.

Präzise Infos über die haarsträubenden theologischen Irrlehren der Heroldsbacher Botschaften siehe hier: http://charismatismus.wordpress.com/2011/06/08/heroldsbach-und-die-%E2%80%9Ehimmelsvisionen%E2%80%9C/

Wenn der Ortbischof eine bestimmte Erscheinungsstätte ablehnt, welche weit über seine Diözese hinaus von Bedeutung ist, weil z.B. Pilgerscharen aus aller Welt nach dorthin strömen, dann kann sich der Vatikan zusätzlich damit befassen – so wie dies jetzt in der Causa Medjugorje geschieht (und auch betr. Heroldsbach der Fall war).

Dies ändert freilich nichts daran, daß an sich der jeweilige Oberhirte der Diözese kirchenrechtlich zuständig für die Beurteilung einer Privatoffenbarung ist, wobei er sein Urteil in der Regel erst fällt, nachdem eine von ihm eingerichtete Kommission ihre Untersuchungen abgeschlossen hat. Diese Vorgehensweise haben auch die erwähnten Bischöfe Zanic und Peric gewählt.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster


Medjugorje aktuell: Botschaft vom 2.2.2014 an die “Seherin” Mirjana D.-Soldo

Von Felizitas Küble

Zur “Seherschar” von Medjugorje, einem kirchlich nicht anerkannten Erscheinungsort in der Herzegowina, gehört auch Mirjana Dragicevic-Soldo.

Nachdem sie  -  eigenen Angaben zufolge  -  anfangs eineinhalb Jahre lang tägliche Visionen der “Gottesmutter” erlebte, bekam sie ab Weihnachten 1982 jährlich eine Erscheinung zu ihrem Geburtstag am 18. März. media-372515-2

Etwa 5 Jahre später kamen weitere Marienvisionen an jedem 2. Tag pro Monat hinzu, wobei sie stets eine “Privatbotschaft” empfängt, die von Medjugorje aus per Rundmail bzw. Newsletter verbreitet wird.

Heute wurde folgende Offenbarung der “Gospa”  -  wie die Gottesmutter in Kroatien zuweilen genannt wird  -  rundgesandt, welche sich auf die gestrige Marienerscheinung Mirjanas bezieht:

“Liebe Kinder! Mit mütterlicher Liebe möchte ich euch Ehrlichkeit lehren, denn ich möchte, dass ihr in eurem Wirken als meine Apostel genau, entschlossen und überaus ehrlich seid. Ich möchte, dass ihr durch die Gnade Gottes für den Segen offen seid. Ich möchte, dass ihr durch Fasten und Gebet vom himmlischen Vater die Erkenntnis des natürlichen, heiligen Göttlichen erfleht.

Erfüllt durch die Erkenntnis werdet ihr unter dem Schutz meines Sohnes und mir meine Apostel sein, die wissen, das Wort Gottes jenen zu verbreiten, die es nicht kennen, und ihr werdet wissen, die Hindernisse zu überqueren, die euch im Weg sein werden. Meine Kinder, durch den Segen wird die Gnade Gottes auf euch herabkommen, ihr aber werdet sie durch Fasten, Gebet, Läuterung und die Versöhnung bewahren können. Ihr werdet die Wirksamkeit, die ich von euch ersuche, haben. Betet für eure Hirten, dass der Strahl der Gnade Gottes ihre Wege bestrahlt. Ich danke euch!”

Einige Linien haben wir zwecks Verdeutlichung in den Text gesetzt.

Wir wollen nun diese wie üblich wortschwallige und pathetische, aber inhaltlich gehaltlose Botschaft nur kurz kommentieren (detaillierte Ausführungen lohnen sich hier nicht): 1_0_744292

1. Nach fast 33 Jahren Erscheinungen fällt es der vermeintlichen Himmelsmutter also ein, die Seherin und ihre Schar die Tugend der “Ehrlichkeit” zu lehren, statt diese als hoffentlich selbstverständlich vorauszusetzen. Merkwürdig auch die Aufforderung, “überaus ehrlich” zu sein -  also ob das möglich wäre: Oder kann man mit der wirklichen Ehrlichkeit etwa übertreiben? Kann und soll man sie “überaus” praktizieren?

2. Vielleicht läßt das Medjugorje-Zentrum sich gegenüber seinem Fanclub noch zu einer Erklärung herab, was denn wohl das “natürliche, heilig Göttliche” sein mag, das wir laut Gospa unbedingt erkennen sollten.

3. Sodann “möchte” das Erscheinungsphänomen, daß die Seherschar “für den Segen offen” sei, ohne daß erläutert wird, um welchen “Segen” es sich überhaupt handelt. Sodann heißt es: “…durch den Segen wird die Gnade Gottes auf euch herabkommen, ihr aber werdet sie durch Fasten, Gebet, Läuterung und die Versöhnung bewahren können.”

Die Gnade Gottes kommt durch Christus und sein erlösendes Kreuz zu uns herab; aus dieser einzigen Quelle entströmen die Sakramente der Kirche, die uns des Himmels Gnade schenken bzw. die göttlichen Gnaden vermehren. Diese Heilswahrheit wird hier durch einen nicht näher bezeichneten “Segen” verdrängt, welcher angeblich die “Gnade Gottes” spende.

Sodann lautet die Botschaft weiter, diese Gnade Gottes könne durch Fasten, Gebet, Läuterung und die Versöhnung bewahrt werden. Das klingt zunächst sehr fromm, verdrängt aber erneut das Wesentliche: Gottes Gnade bewahren wir vor allem durch die Sakramente der Buße und des Altares, sodann durch die Einhaltung der göttlichen Gebote (die freilich in den Medju-Offenbarungen ohnehin fast nie erwähnt werden).

So zeigt sich wieder der typische Verdrängungs-Mechanismus vieler irrgeistiger “Botschaften”:  Durch viel fromm wirkendes Gerede wird das Wesentliche und Wichtige verdrängt durch etwas weniger Wichtiges. Leider wird dieses Verdrängungs-Prinzip von vielen erscheinungsbewegten Gläubigen und Abergläubigen nicht durchschaut.


Die Erscheinungs-”Madonna” von Medjugorje und die Auferstehung unseres Leibes

Von Christian Schenk

Seit dem 24. Juni 1981 soll die Muttergottes Sehern in Medjugorje, einer Ortschaft in der Herzegowina, erscheinen  -  und bis heute hat sie der Welt durch diese Seher angeblich unzählige Botschaften, die stets veröffentlicht werden, übermittelt.

Doch woran erkennen wir, ob es wirklich die Muttergottes ist, die dort erscheint?

„Es tarnt sich ja selbst der Satan als ein Engel des Lichtes“ (2 Kor 11,14), schreibt der Apostel Paulus. Und in der Geheimen Offenbarung lesen wir: „Es sind Dämonengeister, die Wunderzeichen tun“ (Offb 16,14). 1_0_744292

„Liebe Brüder, traut nicht jedem Geist“, ermahnt uns daher eindringlich der Apostel Johannes, „sondern prüft die Geister, ob sie aus Gott sind; denn viele falsche Propheten sind in die Welt hinausgezogen“ (1 Joh 4,1).

Ein entscheidendes Kriterium für die Beantwortung der Frage, ob es die Muttergottes ist, die in Medjugorje erscheint, bildet die Untersuchung, ob die Botschaften dieser Erscheinung mit den Lehren und Geboten Gottes im Einklang stehen. 

Einst sprach Moses im Namen Gottes zum Volk des Alten Bundes:

„Alles, was ich euch heute befehle, sollt ihr genau befolgen, nichts hinzutun und nichts davon wegnehmen! Steht etwa in deiner Mitte ein Prophet oder ein Traumseher auf und bietet dir ein Wahrzeichen oder ein Wunder an, und es geschieht tatsächlich das Zeichen oder Wunder, aufgrund dessen er dich aufforderte: Lasst uns anderen Göttern nachlaufen, die ihr nicht kennt, und sie verehren, dann darfst du auf die Worte jenes Propheten oder Träumers nicht hören. 

Denn der HERR, euer Gott, stellt euch nur auf die Probe, um zu erfahren, ob ihr den HERRN, euren Gott, aus eurem ganzen Herzen und aus eurer ganzen Seele liebt. Dem HERRN, eurem Gott, sollt ihr nachfolgen, Ihn fürchten, Seine Gebote beobachten, auf Seine Stimme hören, Ihm dienen und Ihm in Treue anhangen!“ (Deut 13,1-5).

“Hütet euch vor den falschen Propheten”

Der göttliche Heiland, Unser HERR Jesus Christus, warnte uns ebenso:

„Hütet euch vor den falschen Propheten; sie kommen zu euch wie (harmlose) Schafe, in Wirklichkeit aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Erntet man etwa von Dornen Trauben, oder von Disteln Feigen? Jeder gute Baum bringt gute Früchte hervor, ein schlechter Baum aber schlechte. Ein guter Baum kann keine schlechten Früchte hervorbringen und ein schlechter Baum keine guten. Jeder Baum, der keine guten Früchte hervorbringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen. An ihren Früchten also werdet ihr sie erkennen. header_buch

Nicht jeder, der zu Mir sagt: Herr! Herr!, wird in das Himmelreich kommen, sondern nur, wer den Willen Meines Vaters im Himmel erfüllt. Viele werden an jenem Tag zu Mir sagen: Herr, Herr, sind wir nicht in Deinem Namen als Propheten aufgetreten und haben wir nicht mit Deinem Namen Dämonen ausgetrieben und mit Deinem Namen viele Wunder vollbracht? Dann werde Ich ihnen antworten: Ich kenne euch nicht. Weg von Mir, ihr Übertreter des Gesetzes!“ (Mt 7,15-23).

Der Himmel widerspricht sich nicht. Zum einen würde die Muttergottes niemals etwas verkünden, was der Offenbarung Gottes entgegensteht und zum anderen besitzt das, was Gott einmal geoffenbart hat, ewige Gültigkeit.

“Meine Worte werden nicht vergehen”

Der Apostel Jakobus schreibt über Gott, dass bei Ihm „kein Wechsel ist oder ein Schatten von Veränderung“ (Jak 1,17). Unser HERR selbst spricht: „Himmel und Erde werden vergehen, aber Meine Worte werden nicht vergehen“ (Mk 13,31).

Wenn wir also auf Gott hören wollen, wenn wir nicht „geschaukelt und umhergeworfen“ werden wollen, „von jedem Wind der Lehre im Trugspiel der Menschen, das voll Hinterlist ausgeht auf Täuschung und Verführung“ (Eph 4,14), wenn wir nicht „der Meereswelle“ gleichen wollen, „die vom Winde bewegt und umhergetrieben wird“ (Jak 1,6), dann können wir Erscheinungen, die der göttlichen Offenbarung widersprechen, keinen Glauben schenken.

Wenn wir mit dem Apostel Paulus bekennen: „In der Wahrheit wollen wir stehen“!, dann müssen wir „in Liebe alles hinwachsen lassen auf [...] Christus“ (Eph 4,15), Der „die Wahrheit“ ist (Joh 14,6) und von Dem geschrieben steht, dass Er „gestern und heute derselbe“ ist „und in Ewigkeit“, weshalb wir uns „nicht verführen“ lassen dürfen „durch buntschillernde und fremdartige Lehren; denn gut ist es, das Herz mit Gnade zu stärken, nicht mit Speisen, die denen nichts nützten, die sich danach richteten“ (Hebr 13,8f.).

Da die göttliche Offenbarung, wie sie uns in der Heiligen Schrift und in der Apostolischen Überlieferung vorliegt, leicht missverstanden werden kann  –  man betrachte nur die Uneinigkeit in der Schriftauslegung bei den Protestanten!  –  braucht es eine unfehlbare Instanz, die die göttliche Offenbarung stets im richtigen Sinn auslegt.

Diese Aufgabe hat der göttliche Heiland der Kirche übergeben, die Er auf Petrus gebaut (vgl. Mt 16,18) und dem Er alle Seine Lämmer und Schafe übergeben hat, damit er sie weide (vgl. Joh 21,15-17).

“Ich bin bei euch alle Tage”

Den Aposteln, den ersten Bischöfen, versprach der HERR: „Seht, Ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt“ (Mt 28,20). Fünfzig Tage nach der Auferstehung Christi wurde den Aposteln der Heilige Geist gesandt (vgl. Apg 2,1-4).

Der Apostel Paulus bezeichnet „die Kirche des lebendigen Gottes“ darum als „Säule und Grundfeste der Wahrheit“ (1 Tim 3,15).

Es kann also kein Zweifel daran bestehen, dass die Kirche in ihrer Lehrtätigkeit immerdar unfehlbar ist und dass der, der die Kirche ablehnt, Christus selbst ablehnt. Unser HERR erklärte, dass uns jene, die die Kirche nicht hören wollen, wie Heiden und öffentliche Sünder gelten sollen (vgl. Mt 18,17).

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“Warum verfolgst du Mich?”

Wie sehr sich der göttliche Heiland mit der Kirche identifiziert, sehen wir daran, dass Er den Saulus, dem Er erschien, als dieser sich gerade auf dem Weg nach Damaskus befand, um dort die Kirche zu bekämpfen, fragte: „Saul, Saul, warum verfolgst du Mich? [...] Ich bin Jesus, Den du verfolgst“ (Apg 9,4f.).

Christus sandte die Apostel  –  und damit die Kirche  –  mit den Worten: „Wie Mich der Vater gesandt hat, so sende Ich euch“ (Joh 20,21).

Hat Er nicht selbst gesagt, dass jene, die die von Ihm Gesandten hören, Ihn selbst hören und jene, die sie missachten, Ihn selbst missachten (vgl. Lk 10,16) ? Der Apostel Johannes schreibt: „Wir aber“  –  damit meint er die Kirche  –  „sind aus Gott. Wer Gott erkennt, hört auf uns; wer nicht aus Gott ist, hört nicht auf uns. Daran erkennen wir den Geist der Wahrheit und den Geist des Irrtums“ (1 Joh 4,6).

Wäre es wirklich die Muttergottes, die in Medjugorje erscheint, so würde sie also nichts lehren, was dem entgegensteht, was uns die Kirche kraft göttlicher Vollmacht zu glauben befiehlt. Die Erscheinung von Medjugorje aber widerspricht der kirchlichen Lehre.

Dogmatisch falsche Botschaft aus Medjugorje

Es genügt dazu, die Botschaft vom 24. Juli 1982 zu betrachten, um nachzuweisen, dass es keineswegs die Muttergottes sein kann, die hier erscheint. Die Erscheinung sprach nämlich an jenem Tag:

„Nach dem Tod zerfällt der Leib, der von der Erde genommen wurde. Er wird nie wieder leben. Der Mensch erhält einen verklärten Leib.“ [1]

Es stimmt, dass der Leib nach dem Tod in der Erde zerfällt und die Guten einen verklärten Leib erhalten werden, aber die Ansicht, dass der irdische Leib „nie wieder leben“ wird, widerspricht direkt dem Dogma, wonach der Mensch mit demselben Leib auferstehen wird, den er auf Erden getragen hat. Es handelt sich bei diesen Worten also zweifellos um eine Häresie. 0018

Die Erscheinung leugnet  –  wie schon der Häretiker Origenes  –  „die materielle Identität des Auferstehungsleibes mit dem irdischen Leib“ [2].

Unser HERR dagegen lehrt:

„Es kommt die Stunde, in der alle, welche in den Gräbern sind, die Stimme des Sohnes Gottes hören werden. Es werden hervorgehen, die Gutes getan haben zur Auferstehung des Lebens, die aber Böses getan haben zur Auferstehung des Gerichtes“ (Joh 5,28f.).

Derselbe Leib wird auferstehen

Ludwig Ott verweist in seinem „Grundriss der katholischen Dogmatik“ auf die Heilige Schrift, die „die Identität“ des Auferstehungsleibes mit dem irdischen Leib schon mit den Worten „Auferweckung“ und „Auferstehung“ bezeugt, „denn eine solche [Auferweckung/Auferstehung] ist nur dann gegeben, wenn derselbe Leib, der stirbt und zerfällt, wieder auflebt [3].

In der Heiligen Schrift lesen wir beim Apostel Paulus: „Fleisch und Blut können das Reich Gottes nicht erben; ebenso wenig wird die Verweslichkeit die Unverweslichkeit erben“ (1 Kor 15,50).

Das heißt nichts anderes, als dass Fleisch und Blut nicht aus eigenem Vermögen den Himmel erben, dass nur jene „Kinder Gottes“ werden können, „die nicht aus dem Blute und nicht aus dem Wollen des Fleisches und nicht aus dem Wollen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind“ (Joh 1,12f.).

Denn Paulus schreibt kurz darauf über die Vorgänge am Ende der Zeit, wenn der HERR zum Allgemeinen Gericht wiederkommen wird: [...] erschallen wird die Posaune, und die Toten werden als Unverwesliche auferweckt, und wir werden verwandelt werden. Denn dieses Verwesliche [d.h. der irdische Leib] muss anziehen Unverweslichkeit, und dieses Sterbliche [d.h. der irdische Leib] muss anziehen Unsterblichkeit“ (1 Kor 15,52f.).

Ebenso lesen wir in der Heiligen Schrift in einem anderen Brief desselben Apostels:

Dr. Bernd F. Pelz

„Wir erwarten den Erlöser, Unsern Herrn Jesus Christus, Welcher unsern armseligen Leib umgestalten und ihn Seinem verklärten Leib ähnlich machen wird“ (Phil 3,20f.).

Unser irdischer Leib wird verklärt

Aus diesen Worten wird ebenfalls deutlich, dass es der irdische Leib ist, der verklärt wird.

Auch die heiligen Väter, die uns die Apostolische Überlieferung übermittelt haben, sind sich einig: „Die Väter in der Zeit vor Origenes lehren übereinstimmend, dass ‚dieses Fleisch aufersteht und gerichtet wird‘ und dass ‚wir in diesem Fleisch unseren Lohn empfangen werden‘ (Ps.-Klemens, 2 Kor 9,1-5).

Justin bezeugt: ‚Wir erwarten, dass wir unsere toten und in die Erde hineingelegten Leiber wiedererlangen werden, indem wir behaupten, dass bei Gott nichts unmöglich ist‘ (Apol. I 18). [...]

Gegen Origenes verteidigen [die Identität des irdischen mit dem auferstandenen Leib] Methodius von Olympus, Gregor von Nyssa, Epiphanius (Hær. 64) und Hieronymus (Adv. Ioannem Hierosolymitanum).“[4]

“Sie werden mit ihren eigenen Leibern auferstehen”

Das kirchliche Lehramt äußerte sich beim IV. Laterankonzil im Jahre 1215 über die Toten: „Sie werden alle mit ihren eigenen Leibern auferstehen, die sie jetzt tragen.“ [5]

Bei Ludwig Ott wird diese Lehre darum als Dogma aufgeführt: „Die Toten werden mit (numerisch) demselben Leib auferstehen, den sie auf Erden getragen haben. De fide.“ [6]

Damit wäre kurz und knapp, aber völlig hinreichend, nachgewiesen, dass die Erscheinung in Medjugorje nicht die Muttergottes sein kann, denn es ist absolut undenkbar, dass die Muttergottes eine Häresie verkünden würde.

Wir müssen in unseren Tagen sehr wachsam sein, denn heute treffen die Worte Christi:

„Es wird eine Zeit kommen, in der ihr euch danach sehnt, auch nur einen von den Tagen des Menschensohnes zu erleben; aber ihr werdet ihn nicht erleben. Und wenn man zu euch sagt: Dort ist Er! Hier ist Er!, so geht nicht hin und lauft nicht hinterher!“ (Lk 17,22f.).

Der Heiland warnt uns: „Gebt Acht, dass man euch nicht irreführt! Denn viele werden unter Meinem Namen auftreten und sagen: Ich bin es!, und: Die Zeit ist da. – Lauft ihnen nicht nach!“ (Lk 21,8).

Zu uns spricht der Apostel Paulus:

„Niemand soll euch verachten, [...] der mit Visionen prahlt und sich ohne Grund nach weltlicher Art wichtig macht, sich dabei aber nicht an das Haupt [Christus] hält, von Dem aus der ganze Leib [die Kirche] durch Gelenke und Bänder versorgt und zusammengehalten wird und durch Gottes Wirken wächst“ (Kol 2,18f.).

Anmerkungen:
[1] Medjugorje – Wo der Himmel die Erde berührt. Offizielle Webseite für den deutschsprachigen Raum; http://www.medjugorje.de/botschaften/betrachtung/botschaft-vom-24071982.html?tx_medjumessage_pi1%5Bcontroller%5D=Message&cHash=68b818bb92faeb265ac91e74571fb19c [Zugriff am: 9.1.2014].
[2] Ott, Ludwig, Grundriss der katholischen Dogmatik, Freiburg i. B. 1954, 2. Auflage, Fünftes Hauptstück, Zweites Kapitel, § 7,2a [S. 561].
[3] Ott, a.a.O.
[4] Ott, a.a.O.
[5] Zitiert nach: Ott, a.a.O.
[6] Ott, a.a.O., § 7,2 [S. 561].

Vatikan: Medjugorje-Kommission hat ihre Tätigkeit abgeschlossen

Die internationale vatikanische Untersuchungskommission über die angeblichen Marienerscheinungen im bosnischen Marienwallfahrtsort Medjugorje bei Mostar hat ihre Arbeit abgeschlossen.

Die Kommission unter Leitung von Kardinal Camillo Ruini, die 2010 bei der Glaubenskongregation eingerichtet wurde, hat am gestrigen Freitag, den 17. Januar,  zum letzten Mal getagt, wie der vatikanische Pressesprecher Federico Lombardi SJ mitteilte.

Die Resultate der Untersuchung sollen jetzt der Glaubenskongregation vorgelegt werden. Der Kommission gehörten rund 20 Kardinäle, Bischöfe und Sachverständige an.

Foto: Radio Vatikan

Foto: Radio Vatikan

Papst Franziskus traf den bosnischen Kardinal Vinko Puljic, Erzbischof von Sarajevo, in Privataudienz am vergangenen Donnerstag.

Im Mittelpunkt der vatikanischen Prüfung standen angeblich weniger die “Marienerscheinungen” von Medjugorje, sondern vor allem das geistliche Leben und die pastorale Begleitung der Pilger. 

Noch in diesem Jahr wird erwartet, daß Rom sein endgültiges Urteil darüber bekanntgibt, ob die dortigen “Erscheinungen” bejaht bzw. der Glaube daran approbiert (kirchlich genehmigt) wird.

Auch im  Falle einer Approbation (“Anerkennung”, Erlaubnis) sind Privatoffenbarungen für katholische Gläubige nicht verpflichtend; sie gehören nicht zum “Glaubensgut” bzw. sind kein Bestandteil des amtlichen Verkündigungsauftrags der Kirche.

Ergänzende INFO: http://charismatismus.wordpress.com/2013/11/06/kritische-auserung-aus-der-romischen-glaubenskongregation-zu-medjugorje/

 


Eine kritische Betrachtung zu Garabandal

Widerlegung einer kirchlich nicht anerkannten Erscheinung

Man kann aus vielen Gründen Verständnis dafür aufbringen, dass sich die Anhänger von “Garabandal” hoffnungsvoll an die Ereignisse klammern, die seit dem Jahr 1961 von mehr oder weniger wissenden Akteuren immer wieder angekündigt wurden.

Das Hauptaugenmerk gilt dabei den angekündigten Ereignissen von “Warnung – Wunder – Strafgericht“.

Nach der “Warnung” soll innerhalb eines Jahres ein “Wunder” in “Garabandal” stattfinden. Das “Wunder” soll von der Hauptseherin Conchita acht Tage vorher angekündigt werden. Conchita sollen Tag, Monat, Jahr und Stunde dieses Ereignisses bekannt sein. Auf das “Wunder” soll ein “Strafgericht” folgen, sofern sich die Menschheit unter dem Eindruck des “Wunders” nicht mehrheitlich bekehrt.   

Hauptakteure werden älter…Wasser-008-2-4-2

Doch die Luft wird seit 1961 dünner und die Hauptakteure immer älter.

Selbsternannte Seher (“unwissende irische Warnungs-Schwätzerin” ) und vermeintliche Experten haben nicht unerheblich dazu beigetragen, die zeitlichen Spekulationen und Ungereimtheiten anzuheizen, die um diese nicht anerkannte Erscheinungsstätte seit über fünfzig Jahren immer wieder neue Blüten treiben.

Federführend mit Ankündigungen zur “Warnung” war über viele Jahre der “Schwarze Brief” (SB) des verstorbenen C. P. Clausen in Lippstadt. Obwohl anerkannte “Garabandal-Experten” vor dieser Art der spekulativen Ankündigung der “Warnung” immer wieder warnten, ließen sie ihre Bücher gerne vom “SB” ankündigen und bewerben.

Lächerliche “Details” von Conchita

Auch die Hauptseherin Conchita hat mit Aussagen zum Datum des “Wunders” ihren Anteil an den Spekulationen:

On August 10, 1971, while talking to a group of Americans, she offered this revealing information: “It will take place on or between the eighth and sixteenth of March, April or May. It will not happen in February or June.”

Quelle: http://www.garabandal.us/prph_great_miracle

Sinngemäße Übersetzung:

Am 10. August 1971, während eines Gespräch mit einer Gruppe von Amerikanern, gab sie diese aufschlussreichen Informationen: “Es wird am oder zwischen dem achten und sechzehnten März, April oder Mai stattfinden. Es wird nicht im Februar oder Juni passieren.”

Was soll an diesen Informationen aufschlussreich sein? Wem und wozu sollen solche Informationen dienen? Was beabsichtigt eine “Hauptseherin” mit solchen Aussagen, zumal Conchita 1971 kein kleines Mädchen mehr war?

Birgit Kelle

Diese Aussagen klingen sogar ein wenig seltsam. Warum wird darüber informiert, dass das “Wunder” an den genannten Tagen im März, April oder Mai stattfindet und besonders betont, dass das “Wunder” dann aber nicht im Februar oder Juni stattfinden kann, was ja logisch ist?

Das sind lächerliche Zusatzinformationen ohne Wert, die von der “Hauptseherin”  in den Anliegen von “Garabandal” zum Besten gegeben werden.

Kritiker und Befürworter sollten darin übereinstimmen, dass der lebendige Gott immer Wunder vollbringen kann. Es steht IHM frei, die von IHM geschaffenen Naturgesetze dann aufzuheben, wenn ER es will. Ebenso kann ER strafen und warnen, wenn ER es für heilsnotwendig erachtet.   

Privatoffenbarungen gehören nicht zum Glaubensgut

Aber woran glaubt ein Katholik?  – An Privatoffenbarungen bestimmt nicht! Es besteht selbst dann keine “Glaubens”-Verpflichtung, wenn Privatoffenbarungen von der Kirche anerkannt werden.

Was und woran ein Katholik glaubt, steht  -  kurz gefasst  -  im CREDO. Es legt sich auch gewiß niemand mit dem Himmel an, der das im Evangelium geforderte (!) Maß an Nüchternheit, im Umgang mit allen “Erscheinungsblüten” der letzten Jahrzehnte streng anwendet und diese “Blüten” inhaltlich auf Substanz abklopft. media-80458-2

Das ist ein wesentlicher Beitrag, um besonders zarte und empfindsame Seelen, was positiv gemeint ist, vor unnötiger Panikmache zu schützen und zu bewahren.

Getreu den Worten, “wonach jeder Tag hat seine eigene Last hat”, gilt es den christlichen Alltag zu bewältigen und sich nicht verrückt machen zu lassen.

Wie viele “Gutgläubige” haben nicht nur auf die Verheißungen aus “Garabandal” hin gelebt, Vorräte angelegt, Busunternehmen angemietet, nur um auf den großen “Tag X” ( Doomsday-Sektiererei ) vorbereitet zu sein und sind inzwischen verstorben, nicht ohne sich gelegentlich lächerlich gemacht zu haben.

Wirre Botschaften verwirrter Seher

Lächerlich machen sich auch die  unbelehrbaren Anhänger der “Privatoffenbarungs-Szene”, von denen das Evangelium nur noch dafür missbraucht wird, die wirren “Botschaften” zu bestätigen, die von ihren noch verwirrteren Stars und Sternchen dieser Szene beinahe täglich zum Besten gegeben werden (aktuell vornehmlich “Medjugorje” und irisches “Warnungs-Geschwätz” ).

Gerne wird aus dieser schwarmgeistigen Szene der plumpe, aber mangels handfester Argumente leicht zu durchschauende Versuch unternommen, alles zu unterdrücken, was an berechtigter Kritik vorgebracht wird.

Mit den Worten, “du sollst nicht richten, auf dass du nicht gerichtet wirst” und ähnlich lautender Bibelzitate wird dabei in die falsche Richtung argumentiert.

Eine “Privatoffenbarung” führt bestenfalls (!) zum Evangelium hin und kann dort stehende Inhalte vertiefen und nicht umgekehrt, denn die göttliche Offenbarung ist mit dem Tod des letzten Apostels abgeschlossen!

Da wird nichts Neues hinzukommen  -  und was in der “Botschafts-Szene” so “kreucht und fleucht”, ist nicht viel mehr als die Verbreitung  von Aufgeregtheiten für Gläubige (?), die ohne spannende Ereignisse und täglich “himmlische” Neuigkeiten nicht mehr leben können, da sie süchtig danach sind.

Aber auch diese Art von Neugier wird gerne bedient – nur nicht von “oben”.

So sei dieses Maß an Nüchternheit empfohlen und soll ebenfalls auf “Garabandal” und die dort angekündigten Ereignisse Anwendung finden.

Einige Merkwürdigkeiten um diesen Ort und die angekündigten Ereignisse sind es wert, kritisch hinterfragt und näher betrachtet zu werden.

Merkwürdigkeit Nr. 1: “Wie viel BLUT kostet ein WUNDER?”

 „Das Wunder von Garabandal wird von Gott mit einem Meer von Blut in Europa erkauft werden müssen“.

(Quelle: http://www.garabandal-centrum.de/html/body_warnung___das_aviso.html)

Dieses wörtliche Zitat soll von Pater Pio stammen und wird von einem Buchautor, guten Bekannten der Hauptseherin Conchita und  “Garabandal-Experten” verbreitet. Pater Pio hat es so notiert, als ihn Conchita, ihre Mutter und die Prinzessin von Bourbon in seiner Klosterzelle aufsuchten.

Die Quelle dieses Zitates ist ebenfalls in der neueren Ausgabe des Buches  – “Garabandal – Der Zeigefinger Gottes” (Weto-Verlag)  – zu finden und wurde vom Garabandal-Blogger “Tony” bestätigt, der in Beantwortung einer Frage im Jahr 2009 zu diesem Zitat folgendes schreibt:

“I have asked Barry Hanratty, Author of the Garabandal Journal, for information about your request. His comments are as follows:

In our November-December 2003 edition, we had this statement which was excerpted from the German book, Garabandal – Der Zeigefinger Gottes, by Albrecht Weber. Here is the English translation:

Conchita mentioned that Padre Pio, during her visit with him, said to her: “The great wonder of God (Miracle) must be paid for with much blood throughout Europe.”

(Quelle: http://whatisgarabandal.blogspot.de/2009/12/garabandal-forum.html)

Seit wann müssen “Wunder” von Gott mit einem “Meer von Blut” erkauft oder bezahlt werden? Ist der Vater im Himmel ein Händler in Sachen “Wunder”, von dem man sich etwas “erkaufen” kann  -  noch dazu  mit einem “Meer von Blut”?

Allein in Europa ein “Meer von Blut”?

Warum soll das “Garabandal-Wunder” von “Gott”  n u r  (!) in Europa mit einem “Meer von Blut” erkauft werden und nicht von der ganzen Welt?

Worin unterscheidet sich Europa vom Rest der Welt, dass in Europa ein blutiges Gemetzel unglaublichen Ausmaßes stattfinden muss, um sich das angekündigte “Wunder” zu erkaufen?

Wird Conchita das Ereignis des “Wunders”, das ihr mit Tag, Monat, Jahr und Stunde bekannt sein soll, dann auch nur acht Tage vorher für Europa ankündigen oder für die ganze Welt?

Mit Sicherheit nicht, da die globalen Informationswege zur Ankündigung dieses Ereignisses seit Jahrzehnten durch das “Garabandal-Center” in New York vorbereitet sind.

Was nützt die weltweite Ankündigung eines “Wunders” den Katholiken in den armen Ländern dieser Welt, die gerade einmal genug haben, um sich und ihre Familien durchzubringen und all den Missionaren, die den harten Alltag mit diesen Familien teilen?  -  Wie viele Väter und Mütter wird es dort geben, die ihre kranken Kinder gerne zum “Wunder” nach “Garabandal” bringen würden, es aber aus materiellen Gründen nicht können?  -  So bleibt es bei dem “Wunder” wohl eher bei einer Ankündigung für eine in Europa und der westlichen Welt bereits durch medizinische Versorgung bevorzugten Elite!

Wie weit und tief muss das “Meer von Blut” sein, um das “Große Wunder” stattfinden zu lassen? Sollte es für die überzeugten Anhänger von “Garabandal” dann nicht fürsorglicher sein, Europa mit ihren Angehörigen zu verlassen,  um an sicherer Stätte dieses Geschehen abzuwarten, um nach dem Gemetzel wieder einzureisen?

Überhaupt stellt sich die Frage, welches Europa mit dieser vor Blut nur so triefenden Voraussage gemeint ist!  -  Europa in seinen politischen und wirtschaftlichen Grenzen im Jahr 2014 oder wie es zur Zeit der Niederschrift dieser möglichen Aussage Pater Pio´s bestanden hat, der am 23. September 1968 starb?

Wie naiv muss man sein, um anzunehmen, dass nach diesem “Meer von Blut” ( “Bürger”-Krieg? – mit entsprechender Zerstörung der Infrastruktur ) noch jemand nach Europa kommen kann, um in Garabandal das “Wunder” zu erleben und dort das Augenlicht wieder zu erlangen?

So ist es dem in New York lebenden Joe Lomangino verheißen, dem bei einem Unfall beide Augäpfel zertrümmert wurden. Joe Lomangino ist inzwischen über 80 Jahre alt ist und steht aus gesundheitlichen Gründen (Herzerkrankung ) nicht mehr in vollem Umfang für die Verbreitung der Botschaften zur Verfügung.

Merkwürdigkeit Nr. 2: “Die Warnung”

Die “Warnung” wird als “Strafgericht im Kleinen” für die ganze Welt angekündigt und soll tausend Mal schlimmer als ein Erdbeben sein.

Nach der verstorbenen “Seherin” Marie Loli soll die “Warnung” innerhalb eines Jahres vor dem “Wunder” stattfinden (vgl. Speckbacher: Garabandal  – Donnerstag 20.30 Uhr ) .

Warum soll Conchita das “Wunder” noch acht Tage vorher ankündigen, wenn sich die “halbe Welt” nach der “Warnung” in Erwartung des baldigen “Wunders” nach “Garbandal” begeben wird, ist eine weitere Merkwürdigkeit.

Niemand (!) , besonders nicht die Experten, die seit Jahr und Tag Wohnungen oder Häuser in “Garbandal” besitzen, werden dann noch “brav” auf Conchitas Zeitangabe warten und sich erst dann auf den Weg machen.

So auch nicht der Blinde Joe Lomangino, der sich nach der “Warnung” direkt nach “Garabandal” begeben soll.

Im Zusammenhang mit der “Warnung”, die innerhalb eines Jahres vor dem “Wunder” stattfinden soll, ist die Angabe des Datums mit acht Tagen Vorlaufzeit durch Conchita unsinnig und überflüssig, zumal von der “Hauptseherin”  bekannt gemacht wurde, dass das “Wunder” nach der “Warnung” nur zwischen den Monaten März und Mai stattfinden kann.

Merkwürdigkeit Nr. 3: “Das Strafgericht”

Nach einer globalen “Warnung”, die schlimmer als tausend Erdbeben sein soll, viele Menschen vor Angst umkommen werden und einem “Wunder”, das sich mit einem “Meer von Blut” bei Gott erkauft werden muss, kommt als Abschluss ein “Strafgericht”.

Zusammenfassung:

Wenn die Botschaften” vordergründig mit “Warnung-Wunder-Strafgericht” auch recht markig und spannend klingen, erweist sich die ganze Geschichte nach über fünfzig Jahren immer mehr als “Ente”.

Einer “Warnung”, die als “Strafgericht im Kleinen” für die g a n z e Welt angekündigt wird, steht ein “Wunder” gegenüber, das exklusiv für eine kleine Anzahl Auserwählter und Kranker  n u r  in “Garabandal” stattfinden und Heilung bringen soll.

Ein “Wunder”  exklusiv für eine Schaar Auserwählter, die seit Jahren ihre Wohnungen in “Garabandal” haben oder es sich leisten können, früh genug  nach “Garabandal” zu fahren.  Auch ist nicht bekannt, wie weit man sich diesem Ort nähern muss, um beim “Großen Wunder” geheilt zu werden.

Wie man sich einem Ort in Europa nähert, in dem zuvor ein “Meer von Blut” geflossen sein muss, um sich das “Wunder” bei GOTT zu “erkaufen”, ist eine weiteres Rätsel, das die Anhänger zu knacken haben.

Es ist allen Garabandal-Fans nur zu wünschen, dass Sie sich an das Evangelium klammern und die notwendige und nüchterne Distanz zu Privatoffenbarungen wahren, damit die Enttäuschung nicht zu groß ist, wenn sie eines nicht mehr fernen Tages vor der Frage stehen: “Woran haben wir geglaubt, was haben wir verbreitet, als unsere Lebensaufgabe angesehen und wofür haben wir uns eingesetzt?”

Verfasser dieses Beitrags ist der seit Jahren hier als Leserkommentator aktive “GsJC”

 


MEDJUGORJE alle Jahre wieder: Weihnachts-Botschaft für den “Seher” Jakov Colo

Von Felizitas Küble

Im kirchlich nicht anerkannten Erscheinungsort Medjugorje (Bosnien-Herzegowina) war am Weihnachtsfest wieder die jährliche Sonder-Vision für den jüngsten Visionär aus der Seherschar angesagt: Jakov Colo.   275_0

Die Erscheinung der “Madonna” begann um 15.07 Uhr und dauerte 8 Minuten, wie der aktuelle Medju-Newsletter mitteilt.

Am 12. September 1998 endeten die täglichen Erscheinungen bei Jakov nach über 17 Jahren. Seit damals erhält er nur noch einmal jährlich eine Erscheinung  -  und zwar jeweils am 25. Dezember.

Diesmal lautet die “himmlische” Botschaft folgendermaßen:

“Meine lieben Kinder, Jesus möchte heute auf besondere Weise in jedem eurer Herzen wohnhaft werden und Er möchte jede eurer Freuden und euren Schmerz mit euch teilen. Deshalb, meine lieben Kinder, schaut heute auf besondere Weise in eure Herzen und fragt euch, ob der Frieden und die Freude über die Geburt Jesu wahrhaftig eure Herzen vereinnahmt haben. top8_003

Meine lieben Kinder, lebt nicht in der Finsternis, sehnt euch nach dem Licht und nach dem Heil Gottes. Kinder, entscheidet euch für Jesus und schenkt Ihm euer Leben und eure Herzen, denn nur so wird der Allerhöchste in und durch euch wirken können.”

Wir lesen wieder den üblichen Medju-Unsinn, der sich seit über 32 Jahren im Kreise dreht:

Christus will keineswegs in unseren Herzen wohnen, um “jede Freude und jeden Schmerz” mit uns zu “teilen”, sondern um uns im Kampf gegen die Sünde zu stärken und uns helfende Gnaden zu schenken, damit wir in der Liebe zu Gott und zum Nächsten wachsen und die Gebote Gottes einhalten.

Wenn es nach Jahrzehnten immer noch nötig ist, die “lieben Kinder” (wer immer damit gemeint sein mag) zu einer Entscheidung für Jesus aufzufordern und an sie zu appellieren: “Lebt nicht in der Finsternis” (tun sie das also?), dann zeigt dies einmal mehr, daß man dort logisch und theologisch wohl noch am ABC herumbastelt.


Okkulte Esoterikseite präsentiert ein vielsagendes “Wunderfoto” aus Medjugorje

Von Felizitas Küble

Bekanntlich kursieren aus kirchlich nicht genehmigten “Erscheinungsstätten” eine Vielzahl sogenannter “Wunderfotos”.

Das gilt auch für Medjugorje, ob es sich dabei nun um “erstaunliche” Sonnenphänomene, merkwürdig erscheinende Wolkenbildungen oder “Madonnenbilder” handelt.

Das esoterische Internetportal namens “Die Wunderseite” präsentiert in einem am heutigen Donnerstag (5.12.2013) veröffentlichten Artikel dieses besondere Madonnenfoto; hierzu heißt es dort:  madonna-medj

“Bei in Medjugorje gemachten Fotos zeigt sich teilweise nach der Entwicklung nicht das ursprüngliche Motiv, sondern etwas ganz anderes: in diesem Fall das Bild vom Maria mit dem Jesuskind .

Man beachte bei dieser gar wundersamen Darstellung die viel zu langen, rotfarbenen und merkwürdig un-eleganten bis krallenartigen Finger an der rechten Hand der “Madonna”.

Unten rechts möchte man gerne wissen, ob dort etwa ein Feuerchen aus der Dunkelheit emporlodert?  -  Auf den dritten Blick kann man dort zwischen den Flammen und der Gewandkante ein rundliches Männergesicht (linkes Auge und Mundpartie) erahnen.

Aufschlußreich ist auch, daß sich diese “Maria” in der rechten Bildhälfte in direkter Finsternis (!) befindet, wobei sich die Schwärze bis auf ihr unteres Gewand ausdehnt.

Wir wissen aus Erfahrung, daß bei derlei “Wunderbildern”, die das fromme Lager auf den ersten Blick beeindrucken, auf den zweiten Blick häufig gewisse “Merkwürdigkeiten” zu sehen sind, die aufhorchen lassen…

Interessant, daß diese esoterische Webseite sich so freundlich und wohlwollend über die angeblichen “Marienerscheinungen” in Medjugorje ausläßt.

Ausdrücklich wird der Johannistag erwähnt, an welchem die “Erscheinungen” ihren Anfang nahmen:

“Am Johannistag des Jahres 1981 erblickten Kinder in dem damals noch jugoslawischen Dorf eine schwebende junge Frau über einem Hügel, die auf ein Neugeborenes wies, das sie in ihrem Arm trug. Aus Angst liefen die Kinder weg.”

Der Johannistag gilt als hoher Feiertag in Freimaurerkreisen und in esoterischen Zirkeln. Am Schluß wird zur Medjugorje-Webseite verlinkt.


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