Weitere Irrtümer aus der Botschaft „Die Warnung“

Bringt uns Christus das Paradies auf Erden? 

Der junge Historiker Volker J. Jordan (siehe Foto) hat sich in einem online-Forum weiter kritisch mit der zur Zeit weitverbreiteten Vision „Die Warnung“ befaßt.

In der folgenden Argumentation geht es um die Ankündigung aus der Vision „Die Warnung“, Christus werde wiederkommen und ein “Tausendjähriges Reich” auf Erden errichten.

An dieser Irrlehre des Post-Millenarismus ist besonders verhängnisvoll, daß sie die biblische Warnung ausblendet, wonach  v o r  der Wiederkunft Christi der Antichrist auftreten wird  – und nicht etwa ein christliches Friedensreich kommt. 004

Aber selbst der Prä-Millenarismus,  eine gemäßigtere Version hiervon (Friedensreich erst  n a c h  dem Untergang des Antichristen) gehört nicht zur kirchlichen Lehre.

Hier folgt zunächst die Stellungnahme eines Anhängers der Warnungs-Vision, der diese unter dem Nicknamen „diewahrheit“ verteidigt und die bisherige Kritik von Volker Jordan zurückweist  -  danach veröffentlichen wir Jordans Stellungnahme.

Zunächst die Verteidigung der Vision „Die Warnung“:

„Ich kann alle nur demütigst davor warnen, diese Botschaften leichtfertig zu verteufeln. Glaubt daran oder nicht, es ist euer freier Wille, aber gebt anderen die Chance sich ein eigenes Bild darüber zu machen. Ich selbst habe alle Botschaften geduldig und genau gelesen, hab aber keinen einzigen Widerspruch zur katholischen Lehre finden können, soweit ich das beurteilen kann. Wenn ihr schon nicht an die Echtheit glauben wollt und somit die Verbreitung verweigert, fordert eure Mitmenschen zur Beichte und zum Beten des Barmherzigkeitsrosenkranzes auf, er wird in den nächsten Monaten dringend gebraucht, da soviele Seelen auf dem Weg ins Verderben sind.

Folgende Botschaft ist wichtig für das Geschehen vor der Seelenschau:

“Zwei Kometen werden kollidieren,

Mein Kreuz wird an einem roten Himmel erscheinen

(Botschaft vom) Sonntag, 5. Juni 2011, 16.30 Uhr

Meine geliebte Tochter, die Zeit ist nahe. Die Warnung ist jetzt nahe. Mit großem Kummer muss Ich euch sagen, dass viele Seelen diese Botschaften über „Die Warnung“ nicht beachten werden. Mein Wort stößt auf taube Ohren. Warum wollen sie nicht hören? Ich gebe ihnen nicht nur Mein großes Geschenk der Barmherzigkeit, wenn Ich Meine Gnaden über die ganze Welt ausschütten werde, sondern versuche auch, sie auf dieses Ereignis vorzubereiten. Viele Millionen Sünder werden jubeln, wenn ihnen Mein großes Erbarmen gezeigt wird. Andere werden keine Chance bekommen, sich rechtzeitig selbst zu retten, weil sie am Schock sterben werden.   Walberberg-DSC_0311-2-2-5

Meine Tochter, du musst alles tun, was du tun kannst, um die Welt zu warnen; denn dieses große Ereignis wird jeden erschüttern. Sie werden große Zeichen am Himmel sehen, bevor „Die Warnung“ stattfindet. Sterne werden mit solcher Wirkung kollidieren, dass das Schauspiel, das die Menschen am Himmel einer Katastrophe gleich sehen, sie verwirren wird. Während diese Kometen durchziehen, wird sich ein großer roter Himmel ergeben und das Zeichen Meines Kreuzes wird überall auf der Welt von jedem gesehen werden. Viele werden Angst haben. Aber Ich sage: Jubelt; denn ihr werdet zum ersten Mal in eurem Leben ein wahrhaft Göttliches Zeichen sehen, das eine große Kunde für die Sünder überall darstellt.

Schaut dann Mein Kreuz und ihr werdet wissen, dass Meine große Barmherzigkeit jedem von euch, Meinen kostbaren Kindern, gegeben wird; denn mit der tiefen beständigen Liebe, die Ich für euch hatte, starb Ich bereitwillig auf dem Kreuz, um euch zu retten. Wenn ihr während „Der Warnung“ die Kreuze am Himmel seht, so werdet ihr wissen, dass das ein Zeichen Meiner Liebe zu euch ist.

Betet, Meine geliebten Anhänger, dass eure Brüder und Schwestern jubeln können, wenn auch ihnen der Beweis Meiner Existenz gezeigt wird. Betet, dass sie sich eingestehen, dass das ihre Chance ist, sich in Meinen Augen selbst zu retten, dass dieser große Akt der Barmherzigkeit ihre Seelen retten wird, wenn sie Mir erlauben, ihnen zu helfen.

Euch wird gezeigt werden, wie es ist, in Todsünde zu sterben

Die Warnung wird eine läuternde Erfahrung für euch alle sein. Das kann teilweise unangenehm sein, besonders für diejenigen in schwerer Sünde; denn zum ersten Mal überhaupt wird euch gezeigt werden, wie man sich fühlt, wenn das Licht Gottes aus eurem Leben verschwindet. Eure Seelen werden die Verlassenheit empfinden, die von denjenigen gefühlt wird, die in Todsünde sterben. Diese armen Seelen, die gestorben sind, zu spät, um Gott zu bitten, ihnen ihre Sünden zu verzeihen.

Vergesst nicht, dass es wichtig ist, dass ich euch allen erlaube, diese Leere der Seele zu fühlen; denn nur dann werdet ihr letztlich verstehen, dass ihr ohne das Licht Gottes in euren Seelen aufhört zu fühlen. Eure Seele und euer Körper würden nur leere Gefäße sein. Sogar Sünder fühlen das Licht Gottes, weil Er in jedem seiner Kinder auf Erden gegenwärtig ist. Aber wenn ihr in Todsünde sterbt, existiert dieses Licht nicht mehr.

Bereitet euch jetzt auf dieses große Ereignis vor. Rettet eure Seelen, solange ihr könnt; denn nur, wenn das Licht Gottes euch verlässt, werdet ihr letztendlich die Leere, die Öde und die Finsternis begreifen, die Satan anbietet, die voller Angst und Terror ist.
Füllt eure Seelen wieder auf. Jubelt jetzt; denn „Die Warnung“ wird euch retten und euch näher zu Meinem Heiligsten Herzen bringen.

Begrüßt die Warnung; denn dann wird euch der Beweis des Ewigen Lebens gegeben, und ihr wisst, wie wichtig es ist.
Euer Geliebter Erlöser Jesus Christus
König der Menschheit”

Hier folgt die Entgegnung des katholischen Publizisten und Konvertiten Volker Jordan:

Liebe(r) “diewahrheit”, liebe Forumleser,

ich habe diese “Botschaften” nicht verteufelt (sie können ja durchaus weithin der Phantasie, dem Studium oder der Formulierungsgabe der “begnadeten” Seele entsprungen sein), sondern nur deutlich gemacht, daß sie aufgrund der darin enthalteten, offenkundigen theologischen Irrtümer wie z. B. dem Chiliasmus definitiv nicht übernatürlichen, d. h. göttlichen Ursprungs sein können und man von daher entschiedenst vor dieser “Großen Warnung” warnen muß.

Dieser Abschnitt z. B. aus der angeblichen “Botschaft” vom 20. Mai könnte bis in die Formulierungen hinein genauso gut im Wachtturm der Zeugen Jehovas stehen, da er exakt deren spezifische Lehre von einem Tausendjährigen Friedensreich Christi auf Erden wiedergibt (bezeichnenderweise heißt eines der weitestverbreiteten Bücher der Zeugen Jehovas: “Du kannst für immer im Paradies auf Erden leben”):

“Ich werde für tausend Jahre über die Erde herrschen.
Meine Tochter, Ich werde für tausend Jahre über die Erde herrschen. Täuscht euch nicht; denn Ich bin jetzt für Ereignisse verantwortlich, wie sie sich jetzt in der Welt entfalten. Ich habe jetzt den Weg für Mein neues Königreich auf Erden vorbereitet, und diese Zeit ist nahe, viel näher, als viele begreifen. Jubelt; denn diese Nachricht wird von allen begrüßt werden. Sie wird allem Leid in der Welt ein Ende machen. Sie wird eine Quelle von Liebe und Glorie entzünden, um alle Meine Kinder teilhaben zu lassen.

Dieses Neue Paradies wird eure Fassungskraft übersteigen, aber hört Folgendes: Dieses neue Leben, ein Leben frei von Sorge, wird euch allen, Meinen frommen Anhängern, angeboten. Ihr werdet nichts benötigen. Alles wird von Mir zur Verfügung gestellt. Jeder Einzelne von euch, der dieses Glorreiche Königreich wählt, wird über den Wertvollen Juwel, der euch erwartet, überrascht sein. Betet jetzt, dass eure Brüder und Schwestern ihre Augen öffnen gegenüber der Wahrheit der Versprechungen, die Ich gemacht habe, so dass auch sie in dieses neue Leben auf Erden eingehen können.
Euer liebender Erlöser Jesus Christus”

Noch ganz abgesehen von dem ungeheuerlichen Pferdefuß in der “Botschaft”, die dem Herrn Jesus Christus und nicht etwa z. B. der Sünde der Menschen die Verantwortlichkeit “für Ereignisse” in die Schuhe schiebt, “wie sie sich jetzt in der Welt entfalten”, ist diese Lehre von der höchsten Instanz der katholischen Kirche völlig unzweideutig verurteilt worden:

Dekret des Hl. Offiziums, 19. (21.) Juli 1944:
“Frage: Was ist von dem System des gemäßigten Chiliasmus zu halten, der nämlich lehrt, Christus, der Herr, werde vor dem Endgericht – ob nach vorhergehender oder nicht vorhergehender Auferstehung mehrerer Gerechter – sichtbar auf diese Erde kommen, um zu herrschen?
Antwort (vom Papst am 20. Juli bestätigt): Das System des gemäßigten Chiliasmus kann nicht sicher gelehrt werden.”

Quelle: DS 3839, in: DENZINGER, HEINRICH, Kompendium der Glaubensbekenntnisse und kirchlichen Lehrentscheidungen = Enchiridion symbolorum definitionum et declarationum de rebus fidei et morum. Verbessert, erweitert, ins Deutsche übertragen und unter Mitarbeit von HELMUT HOPING herausgegeben von PETER HÜNERMANN, Freiburg/Basel/Wien, 40. Auflage, 2005, S. 1067.

Selbst wenn dies der einzige Irrtum wäre  -  die mit einem zünftigen Wortschwall und mit höchstem Anspruch auf Authentizität daherkommenden Texte strotzen allerdings nur so von weiteren Irrtümern  -  können diese “Botschaften” nicht übernatürlichen Ursprungs sein und nicht, wie behauptet, von unserem “liebenden Erlöser Jesus Christus” stammen, wenn sie der ausdrücklichen Lehre der Kirche in Form eines Dekrets des hl. Offiziums mit einer von Papst Pius XII. bestätigten Antwort in derart eklatanter Weise widersprechen.

Behauptet man das doch, so stellt man sein eigenes Privaturteil gegen die Lehre der Kirche und muß sich entscheiden, ob man lieber einer höchst fragwürdigen, in keiner Weise kirchlich anerkannten “Botschaft”, die vermeintlich vom Herrn Jesus Christus selbst stammen soll, oder dem authentischen und unfehlbaren Lehramt der Kirche, das sich hierzu klar geäußert hat, Glauben schenken möchte.

Aus meiner Sicht muß man mit den vermeintlichen “Botschaften” jener “begnadeten” Dame so umgehen, wie Prof. Dr. Manfred Hauke es in einem Interview vom Februar 2010 mit der Tagespost in Bezug auf die “Erscheinungen” von Medjugorje darlegte:

“Bei einem Getränk, das mit Rattengift gemischt ist, reicht es nicht, darauf hinzuweisen, daß sich unter 98 Prozent Wasser nur zwei Prozent Strychnin befinden: das ganze Getränk ist wegzugießen.”

Zitiert nach: Rudo Franken, Eine Reise nach Medjugorje. Bedenken hinsichtlich der Erscheinungen. Mit Beiträgen von Mark Waterinckx und Manfred Hauke. 2., aktualisierte und erweiterte Auflage, Augsburg: Dominus-Verlag 2011, S. 230.

Laßt Euch bitte von dem Irrsinn und Unfug jener “Botschaften” über die “Warnung” nicht verblenden!
Liebe Grüße
Volker J. Jordan

Zum Themenbereich Endzeitschwärmerei, „Friedensreich“, Chiliasmus, Millenarismus etc empfehlen wir zudem folgenden Artikel:

http://charismatismus.wordpress.com/2011/06/10/millenarismus/


Die “Große Warnung” und Garabandal

Nach 5 Jahren macht wieder eine „Warnung“ die Panik-Runde

Von 1961 bis 1965 soll die Gottesmutter in der spanischen Ortschaft Garabandal vier Sehermädchen erschienen sein. Diese Privatoffenbarung ist  - wie die meisten „Erscheinungen“  -   kirchlich nicht anerkannt.

Manche Vorgänge von damals erinnern an charismatische Phänomene: etwa das schnelle Rückwärtsgehen der Visionärinnen während  der „Erscheinungen“   -   sie konnten in ihrer Ekstase sogar hohe Treppen rückwärts (!) besteigen. Die „Seherinnen“ kündigten damals eine „Große Warnung“ an, die der Himmel vor dem Beginn eines göttlichen Strafgerichts senden werde.

50 Jahre nach Erscheinungs-Beginn ist der unermüdliche Garabandal-Fanclub wieder am endzeitlichen Rotieren, was man auch im Internet vielfältig nachlesen kann.

Anfang März 2011 wurde auch mir aus diesem Spektrum eine Warnung vor der “Großen Warnung” zugeleitet, die als eine Art Auftakt zu göttlichen Strafgerichten zu verstehen sei etc.  -  In dem Rundmail hieß es:

Eine neue verborgene Seherin in Europa behauptet, dass sie seit November 2010 göttliche Offenbarungen und Prophezeiungen sowohl von der Jungfrau Maria als auch von Ihrem geliebten Sohn Jesus Christus durch Einsprechungen erhalten hat. Die Botschaften sind in einer neuen Webseite enthalten, die heute (1. März 2011) unter dem Namen „Die Warnung  –  Zweites Kommen“ (www. thewarningsecondcoming.com) gestartet ist,

Die Botschaften sind eine Mischung christlicher Lehren und Prophezeiungen in der Hinführung zum Zweiten Kommen Jesu. Sie konzentrieren sich auf „Die Warnung“, einen Akt der Barmherzigkeit Gottes, der sich in Kürze ereignet, obwohl kein Datum angegeben wurde.

Allen in der Welt, die über sieben Jahre alt sind, werden ihre Sünden gezeigt, so dass sie voll bereuen können und vor dem Letzten Tag des Gerichts umkehren können. Es ist unerlässlich, sagt die Seherin,, dass die Menschen sich für die Warnung vorbereiten; denn das Ereignis wird so schockierend sein, dass manche den Schock nicht überstehen können und als Resultat in Todsünde sterben könnten.“

Soweit dieser Unfug, der es auf emotionale Panikmache und Untergangsstimmung abgesehen hat, ohne dabei notwendige biblische Leitlinien zu beachten.

Dabei kam es schon vor 5 Jahren zu einer ähnlichen Ankündigung der „Großen Warnung“, die damals  Anfang Januar auch im „Schwarzen Brief“  (einem erscheinungssüchtigen, unseriösen Mitteilungsblatt) seitenlang breitgetreten wurde.

Nora Arthurs, eine „Begnadete“ von  89 Jahren, habe  -  so der „Schwarze Brief“ -  eine Marienvision gehabt, wonach am Sonntag, den  8. Januar 2006 mittags um 15 Uhr die „Große Warnung“ eintreffe, die in Garabandal prophezeit worden sei:

Es erscheine ein großes, helles Kreuz am Himmel, danach gäbe es für alle Erdenbewohner eine ca. 15-min. “Seelenschau”, wobei viele wegen ihrer schweren Sünden vor Entsetzen gleich tot umfallen würden etc. -  Sodann käme eine 7-tägige Finsternis, die nur wenige überleben würden….

Lassen wir uns nicht irreführen, weder von charismatischer noch von panikverrückter Seite:  Die schwarmgeistige Schönfärberei und Endzeit-Erwartung einer großartigen weltweiten Erweckung Euphorie ist ebenso absurd wie das andere Extrem, dem viele Erscheinungsfanatiker huldigen: einer unseriösen Panikmache, dem ständigen „Alarmruf“ eines göttlichen “Strafgerichts” nach Vorgaben von angeblichen „Erscheinungen“.

Halten wir uns an den Rat des Apostels Petrus: “Seid nüchtern und wachsam!” (1 Petr 5, 8)   -   Als Christen leben wir ohnehin immer in einer Art “Endzeit”, denn wir wissen nicht, wann Gott uns ruft: wir sollten “allzeit bereit” sein für das ewige Leben!

Felizitas Küble, Leiterin des KOMM-MIT-Verlags und des Christoferuswerks in Münster

 


Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.

Schließe dich 155 Followern an