Eine kritische Betrachtung zu Garabandal

Widerlegung einer kirchlich nicht anerkannten Erscheinung

Man kann aus vielen Gründen Verständnis dafür aufbringen, dass sich die Anhänger von “Garabandal” hoffnungsvoll an die Ereignisse klammern, die seit dem Jahr 1961 von mehr oder weniger wissenden Akteuren immer wieder angekündigt wurden.

Das Hauptaugenmerk gilt dabei den angekündigten Ereignissen von “Warnung – Wunder – Strafgericht“.

Nach der “Warnung” soll innerhalb eines Jahres ein “Wunder” in “Garabandal” stattfinden. Das “Wunder” soll von der Hauptseherin Conchita acht Tage vorher angekündigt werden. Conchita sollen Tag, Monat, Jahr und Stunde dieses Ereignisses bekannt sein. Auf das “Wunder” soll ein “Strafgericht” folgen, sofern sich die Menschheit unter dem Eindruck des “Wunders” nicht mehrheitlich bekehrt.   

Hauptakteure werden älter…Wasser-008-2-4-2

Doch die Luft wird seit 1961 dünner und die Hauptakteure immer älter.

Selbsternannte Seher (“unwissende irische Warnungs-Schwätzerin” ) und vermeintliche Experten haben nicht unerheblich dazu beigetragen, die zeitlichen Spekulationen und Ungereimtheiten anzuheizen, die um diese nicht anerkannte Erscheinungsstätte seit über fünfzig Jahren immer wieder neue Blüten treiben.

Federführend mit Ankündigungen zur “Warnung” war über viele Jahre der “Schwarze Brief” (SB) des verstorbenen C. P. Clausen in Lippstadt. Obwohl anerkannte “Garabandal-Experten” vor dieser Art der spekulativen Ankündigung der “Warnung” immer wieder warnten, ließen sie ihre Bücher gerne vom “SB” ankündigen und bewerben.

Lächerliche “Details” von Conchita

Auch die Hauptseherin Conchita hat mit Aussagen zum Datum des “Wunders” ihren Anteil an den Spekulationen:

On August 10, 1971, while talking to a group of Americans, she offered this revealing information: “It will take place on or between the eighth and sixteenth of March, April or May. It will not happen in February or June.”

Quelle: http://www.garabandal.us/prph_great_miracle

Sinngemäße Übersetzung:

Am 10. August 1971, während eines Gespräch mit einer Gruppe von Amerikanern, gab sie diese aufschlussreichen Informationen: “Es wird am oder zwischen dem achten und sechzehnten März, April oder Mai stattfinden. Es wird nicht im Februar oder Juni passieren.”

Was soll an diesen Informationen aufschlussreich sein? Wem und wozu sollen solche Informationen dienen? Was beabsichtigt eine “Hauptseherin” mit solchen Aussagen, zumal Conchita 1971 kein kleines Mädchen mehr war?

Birgit Kelle

Diese Aussagen klingen sogar ein wenig seltsam. Warum wird darüber informiert, dass das “Wunder” an den genannten Tagen im März, April oder Mai stattfindet und besonders betont, dass das “Wunder” dann aber nicht im Februar oder Juni stattfinden kann, was ja logisch ist?

Das sind lächerliche Zusatzinformationen ohne Wert, die von der “Hauptseherin”  in den Anliegen von “Garabandal” zum Besten gegeben werden.

Kritiker und Befürworter sollten darin übereinstimmen, dass der lebendige Gott immer Wunder vollbringen kann. Es steht IHM frei, die von IHM geschaffenen Naturgesetze dann aufzuheben, wenn ER es will. Ebenso kann ER strafen und warnen, wenn ER es für heilsnotwendig erachtet.   

Privatoffenbarungen gehören nicht zum Glaubensgut

Aber woran glaubt ein Katholik?  – An Privatoffenbarungen bestimmt nicht! Es besteht selbst dann keine “Glaubens”-Verpflichtung, wenn Privatoffenbarungen von der Kirche anerkannt werden.

Was und woran ein Katholik glaubt, steht  -  kurz gefasst  -  im CREDO. Es legt sich auch gewiß niemand mit dem Himmel an, der das im Evangelium geforderte (!) Maß an Nüchternheit, im Umgang mit allen “Erscheinungsblüten” der letzten Jahrzehnte streng anwendet und diese “Blüten” inhaltlich auf Substanz abklopft. media-80458-2

Das ist ein wesentlicher Beitrag, um besonders zarte und empfindsame Seelen, was positiv gemeint ist, vor unnötiger Panikmache zu schützen und zu bewahren.

Getreu den Worten, “wonach jeder Tag hat seine eigene Last hat”, gilt es den christlichen Alltag zu bewältigen und sich nicht verrückt machen zu lassen.

Wie viele “Gutgläubige” haben nicht nur auf die Verheißungen aus “Garabandal” hin gelebt, Vorräte angelegt, Busunternehmen angemietet, nur um auf den großen “Tag X” ( Doomsday-Sektiererei ) vorbereitet zu sein und sind inzwischen verstorben, nicht ohne sich gelegentlich lächerlich gemacht zu haben.

Wirre Botschaften verwirrter Seher

Lächerlich machen sich auch die  unbelehrbaren Anhänger der “Privatoffenbarungs-Szene”, von denen das Evangelium nur noch dafür missbraucht wird, die wirren “Botschaften” zu bestätigen, die von ihren noch verwirrteren Stars und Sternchen dieser Szene beinahe täglich zum Besten gegeben werden (aktuell vornehmlich “Medjugorje” und irisches “Warnungs-Geschwätz” ).

Gerne wird aus dieser schwarmgeistigen Szene der plumpe, aber mangels handfester Argumente leicht zu durchschauende Versuch unternommen, alles zu unterdrücken, was an berechtigter Kritik vorgebracht wird.

Mit den Worten, “du sollst nicht richten, auf dass du nicht gerichtet wirst” und ähnlich lautender Bibelzitate wird dabei in die falsche Richtung argumentiert.

Eine “Privatoffenbarung” führt bestenfalls (!) zum Evangelium hin und kann dort stehende Inhalte vertiefen und nicht umgekehrt, denn die göttliche Offenbarung ist mit dem Tod des letzten Apostels abgeschlossen!

Da wird nichts Neues hinzukommen  -  und was in der “Botschafts-Szene” so “kreucht und fleucht”, ist nicht viel mehr als die Verbreitung  von Aufgeregtheiten für Gläubige (?), die ohne spannende Ereignisse und täglich “himmlische” Neuigkeiten nicht mehr leben können, da sie süchtig danach sind.

Aber auch diese Art von Neugier wird gerne bedient – nur nicht von “oben”.

So sei dieses Maß an Nüchternheit empfohlen und soll ebenfalls auf “Garabandal” und die dort angekündigten Ereignisse Anwendung finden.

Einige Merkwürdigkeiten um diesen Ort und die angekündigten Ereignisse sind es wert, kritisch hinterfragt und näher betrachtet zu werden.

Merkwürdigkeit Nr. 1: “Wie viel BLUT kostet ein WUNDER?”

 „Das Wunder von Garabandal wird von Gott mit einem Meer von Blut in Europa erkauft werden müssen“.

(Quelle: http://www.garabandal-centrum.de/html/body_warnung___das_aviso.html)

Dieses wörtliche Zitat soll von Pater Pio stammen und wird von einem Buchautor, guten Bekannten der Hauptseherin Conchita und  “Garabandal-Experten” verbreitet. Pater Pio hat es so notiert, als ihn Conchita, ihre Mutter und die Prinzessin von Bourbon in seiner Klosterzelle aufsuchten.

Die Quelle dieses Zitates ist ebenfalls in der neueren Ausgabe des Buches  – “Garabandal – Der Zeigefinger Gottes” (Weto-Verlag)  – zu finden und wurde vom Garabandal-Blogger “Tony” bestätigt, der in Beantwortung einer Frage im Jahr 2009 zu diesem Zitat folgendes schreibt:

“I have asked Barry Hanratty, Author of the Garabandal Journal, for information about your request. His comments are as follows:

In our November-December 2003 edition, we had this statement which was excerpted from the German book, Garabandal – Der Zeigefinger Gottes, by Albrecht Weber. Here is the English translation:

Conchita mentioned that Padre Pio, during her visit with him, said to her: “The great wonder of God (Miracle) must be paid for with much blood throughout Europe.”

(Quelle: http://whatisgarabandal.blogspot.de/2009/12/garabandal-forum.html)

Seit wann müssen “Wunder” von Gott mit einem “Meer von Blut” erkauft oder bezahlt werden? Ist der Vater im Himmel ein Händler in Sachen “Wunder”, von dem man sich etwas “erkaufen” kann  -  noch dazu  mit einem “Meer von Blut”?

Allein in Europa ein “Meer von Blut”?

Warum soll das “Garabandal-Wunder” von “Gott”  n u r  (!) in Europa mit einem “Meer von Blut” erkauft werden und nicht von der ganzen Welt?

Worin unterscheidet sich Europa vom Rest der Welt, dass in Europa ein blutiges Gemetzel unglaublichen Ausmaßes stattfinden muss, um sich das angekündigte “Wunder” zu erkaufen?

Wird Conchita das Ereignis des “Wunders”, das ihr mit Tag, Monat, Jahr und Stunde bekannt sein soll, dann auch nur acht Tage vorher für Europa ankündigen oder für die ganze Welt?

Mit Sicherheit nicht, da die globalen Informationswege zur Ankündigung dieses Ereignisses seit Jahrzehnten durch das “Garabandal-Center” in New York vorbereitet sind.

Was nützt die weltweite Ankündigung eines “Wunders” den Katholiken in den armen Ländern dieser Welt, die gerade einmal genug haben, um sich und ihre Familien durchzubringen und all den Missionaren, die den harten Alltag mit diesen Familien teilen?  -  Wie viele Väter und Mütter wird es dort geben, die ihre kranken Kinder gerne zum “Wunder” nach “Garabandal” bringen würden, es aber aus materiellen Gründen nicht können?  -  So bleibt es bei dem “Wunder” wohl eher bei einer Ankündigung für eine in Europa und der westlichen Welt bereits durch medizinische Versorgung bevorzugten Elite!

Wie weit und tief muss das “Meer von Blut” sein, um das “Große Wunder” stattfinden zu lassen? Sollte es für die überzeugten Anhänger von “Garabandal” dann nicht fürsorglicher sein, Europa mit ihren Angehörigen zu verlassen,  um an sicherer Stätte dieses Geschehen abzuwarten, um nach dem Gemetzel wieder einzureisen?

Überhaupt stellt sich die Frage, welches Europa mit dieser vor Blut nur so triefenden Voraussage gemeint ist!  -  Europa in seinen politischen und wirtschaftlichen Grenzen im Jahr 2014 oder wie es zur Zeit der Niederschrift dieser möglichen Aussage Pater Pio´s bestanden hat, der am 23. September 1968 starb?

Wie naiv muss man sein, um anzunehmen, dass nach diesem “Meer von Blut” ( “Bürger”-Krieg? – mit entsprechender Zerstörung der Infrastruktur ) noch jemand nach Europa kommen kann, um in Garabandal das “Wunder” zu erleben und dort das Augenlicht wieder zu erlangen?

So ist es dem in New York lebenden Joe Lomangino verheißen, dem bei einem Unfall beide Augäpfel zertrümmert wurden. Joe Lomangino ist inzwischen über 80 Jahre alt ist und steht aus gesundheitlichen Gründen (Herzerkrankung ) nicht mehr in vollem Umfang für die Verbreitung der Botschaften zur Verfügung.

Merkwürdigkeit Nr. 2: “Die Warnung”

Die “Warnung” wird als “Strafgericht im Kleinen” für die ganze Welt angekündigt und soll tausend Mal schlimmer als ein Erdbeben sein.

Nach der verstorbenen “Seherin” Marie Loli soll die “Warnung” innerhalb eines Jahres vor dem “Wunder” stattfinden (vgl. Speckbacher: Garabandal  – Donnerstag 20.30 Uhr ) .

Warum soll Conchita das “Wunder” noch acht Tage vorher ankündigen, wenn sich die “halbe Welt” nach der “Warnung” in Erwartung des baldigen “Wunders” nach “Garbandal” begeben wird, ist eine weitere Merkwürdigkeit.

Niemand (!) , besonders nicht die Experten, die seit Jahr und Tag Wohnungen oder Häuser in “Garbandal” besitzen, werden dann noch “brav” auf Conchitas Zeitangabe warten und sich erst dann auf den Weg machen.

So auch nicht der Blinde Joe Lomangino, der sich nach der “Warnung” direkt nach “Garabandal” begeben soll.

Im Zusammenhang mit der “Warnung”, die innerhalb eines Jahres vor dem “Wunder” stattfinden soll, ist die Angabe des Datums mit acht Tagen Vorlaufzeit durch Conchita unsinnig und überflüssig, zumal von der “Hauptseherin”  bekannt gemacht wurde, dass das “Wunder” nach der “Warnung” nur zwischen den Monaten März und Mai stattfinden kann.

Merkwürdigkeit Nr. 3: “Das Strafgericht”

Nach einer globalen “Warnung”, die schlimmer als tausend Erdbeben sein soll, viele Menschen vor Angst umkommen werden und einem “Wunder”, das sich mit einem “Meer von Blut” bei Gott erkauft werden muss, kommt als Abschluss ein “Strafgericht”.

Zusammenfassung:

Wenn die Botschaften” vordergründig mit “Warnung-Wunder-Strafgericht” auch recht markig und spannend klingen, erweist sich die ganze Geschichte nach über fünfzig Jahren immer mehr als “Ente”.

Einer “Warnung”, die als “Strafgericht im Kleinen” für die g a n z e Welt angekündigt wird, steht ein “Wunder” gegenüber, das exklusiv für eine kleine Anzahl Auserwählter und Kranker  n u r  in “Garabandal” stattfinden und Heilung bringen soll.

Ein “Wunder”  exklusiv für eine Schaar Auserwählter, die seit Jahren ihre Wohnungen in “Garabandal” haben oder es sich leisten können, früh genug  nach “Garabandal” zu fahren.  Auch ist nicht bekannt, wie weit man sich diesem Ort nähern muss, um beim “Großen Wunder” geheilt zu werden.

Wie man sich einem Ort in Europa nähert, in dem zuvor ein “Meer von Blut” geflossen sein muss, um sich das “Wunder” bei GOTT zu “erkaufen”, ist eine weiteres Rätsel, das die Anhänger zu knacken haben.

Es ist allen Garabandal-Fans nur zu wünschen, dass Sie sich an das Evangelium klammern und die notwendige und nüchterne Distanz zu Privatoffenbarungen wahren, damit die Enttäuschung nicht zu groß ist, wenn sie eines nicht mehr fernen Tages vor der Frage stehen: “Woran haben wir geglaubt, was haben wir verbreitet, als unsere Lebensaufgabe angesehen und wofür haben wir uns eingesetzt?”

Verfasser dieses Beitrags ist der seit Jahren hier als Leserkommentator aktive “GsJC”

 


Weitere Irrtümer aus der Botschaft „Die Warnung“

Bringt uns Christus das Paradies auf Erden? 

Der junge Historiker Volker J. Jordan (siehe Foto) hat sich in einem online-Forum weiter kritisch mit der zur Zeit weitverbreiteten Vision „Die Warnung“ befaßt.

In der folgenden Argumentation geht es um die Ankündigung aus der Vision „Die Warnung“, Christus werde wiederkommen und ein “Tausendjähriges Reich” auf Erden errichten.

An dieser Irrlehre des Post-Millenarismus ist besonders verhängnisvoll, daß sie die biblische Warnung ausblendet, wonach  v o r  der Wiederkunft Christi der Antichrist auftreten wird  – und nicht etwa ein christliches Friedensreich kommt. 004

Aber selbst der Prä-Millenarismus,  eine gemäßigtere Version hiervon (Friedensreich erst  n a c h  dem Untergang des Antichristen) gehört nicht zur kirchlichen Lehre.

Hier folgt zunächst die Stellungnahme eines Anhängers der Warnungs-Vision, der diese unter dem Nicknamen „diewahrheit“ verteidigt und die bisherige Kritik von Volker Jordan zurückweist  -  danach veröffentlichen wir Jordans Stellungnahme.

Zunächst die Verteidigung der Vision „Die Warnung“:

„Ich kann alle nur demütigst davor warnen, diese Botschaften leichtfertig zu verteufeln. Glaubt daran oder nicht, es ist euer freier Wille, aber gebt anderen die Chance sich ein eigenes Bild darüber zu machen. Ich selbst habe alle Botschaften geduldig und genau gelesen, hab aber keinen einzigen Widerspruch zur katholischen Lehre finden können, soweit ich das beurteilen kann. Wenn ihr schon nicht an die Echtheit glauben wollt und somit die Verbreitung verweigert, fordert eure Mitmenschen zur Beichte und zum Beten des Barmherzigkeitsrosenkranzes auf, er wird in den nächsten Monaten dringend gebraucht, da soviele Seelen auf dem Weg ins Verderben sind.

Folgende Botschaft ist wichtig für das Geschehen vor der Seelenschau:

“Zwei Kometen werden kollidieren,

Mein Kreuz wird an einem roten Himmel erscheinen

(Botschaft vom) Sonntag, 5. Juni 2011, 16.30 Uhr

Meine geliebte Tochter, die Zeit ist nahe. Die Warnung ist jetzt nahe. Mit großem Kummer muss Ich euch sagen, dass viele Seelen diese Botschaften über „Die Warnung“ nicht beachten werden. Mein Wort stößt auf taube Ohren. Warum wollen sie nicht hören? Ich gebe ihnen nicht nur Mein großes Geschenk der Barmherzigkeit, wenn Ich Meine Gnaden über die ganze Welt ausschütten werde, sondern versuche auch, sie auf dieses Ereignis vorzubereiten. Viele Millionen Sünder werden jubeln, wenn ihnen Mein großes Erbarmen gezeigt wird. Andere werden keine Chance bekommen, sich rechtzeitig selbst zu retten, weil sie am Schock sterben werden.   Walberberg-DSC_0311-2-2-5

Meine Tochter, du musst alles tun, was du tun kannst, um die Welt zu warnen; denn dieses große Ereignis wird jeden erschüttern. Sie werden große Zeichen am Himmel sehen, bevor „Die Warnung“ stattfindet. Sterne werden mit solcher Wirkung kollidieren, dass das Schauspiel, das die Menschen am Himmel einer Katastrophe gleich sehen, sie verwirren wird. Während diese Kometen durchziehen, wird sich ein großer roter Himmel ergeben und das Zeichen Meines Kreuzes wird überall auf der Welt von jedem gesehen werden. Viele werden Angst haben. Aber Ich sage: Jubelt; denn ihr werdet zum ersten Mal in eurem Leben ein wahrhaft Göttliches Zeichen sehen, das eine große Kunde für die Sünder überall darstellt.

Schaut dann Mein Kreuz und ihr werdet wissen, dass Meine große Barmherzigkeit jedem von euch, Meinen kostbaren Kindern, gegeben wird; denn mit der tiefen beständigen Liebe, die Ich für euch hatte, starb Ich bereitwillig auf dem Kreuz, um euch zu retten. Wenn ihr während „Der Warnung“ die Kreuze am Himmel seht, so werdet ihr wissen, dass das ein Zeichen Meiner Liebe zu euch ist.

Betet, Meine geliebten Anhänger, dass eure Brüder und Schwestern jubeln können, wenn auch ihnen der Beweis Meiner Existenz gezeigt wird. Betet, dass sie sich eingestehen, dass das ihre Chance ist, sich in Meinen Augen selbst zu retten, dass dieser große Akt der Barmherzigkeit ihre Seelen retten wird, wenn sie Mir erlauben, ihnen zu helfen.

Euch wird gezeigt werden, wie es ist, in Todsünde zu sterben

Die Warnung wird eine läuternde Erfahrung für euch alle sein. Das kann teilweise unangenehm sein, besonders für diejenigen in schwerer Sünde; denn zum ersten Mal überhaupt wird euch gezeigt werden, wie man sich fühlt, wenn das Licht Gottes aus eurem Leben verschwindet. Eure Seelen werden die Verlassenheit empfinden, die von denjenigen gefühlt wird, die in Todsünde sterben. Diese armen Seelen, die gestorben sind, zu spät, um Gott zu bitten, ihnen ihre Sünden zu verzeihen.

Vergesst nicht, dass es wichtig ist, dass ich euch allen erlaube, diese Leere der Seele zu fühlen; denn nur dann werdet ihr letztlich verstehen, dass ihr ohne das Licht Gottes in euren Seelen aufhört zu fühlen. Eure Seele und euer Körper würden nur leere Gefäße sein. Sogar Sünder fühlen das Licht Gottes, weil Er in jedem seiner Kinder auf Erden gegenwärtig ist. Aber wenn ihr in Todsünde sterbt, existiert dieses Licht nicht mehr.

Bereitet euch jetzt auf dieses große Ereignis vor. Rettet eure Seelen, solange ihr könnt; denn nur, wenn das Licht Gottes euch verlässt, werdet ihr letztendlich die Leere, die Öde und die Finsternis begreifen, die Satan anbietet, die voller Angst und Terror ist.
Füllt eure Seelen wieder auf. Jubelt jetzt; denn „Die Warnung“ wird euch retten und euch näher zu Meinem Heiligsten Herzen bringen.

Begrüßt die Warnung; denn dann wird euch der Beweis des Ewigen Lebens gegeben, und ihr wisst, wie wichtig es ist.
Euer Geliebter Erlöser Jesus Christus
König der Menschheit”

Hier folgt die Entgegnung des katholischen Publizisten und Konvertiten Volker Jordan:

Liebe(r) “diewahrheit”, liebe Forumleser,

ich habe diese “Botschaften” nicht verteufelt (sie können ja durchaus weithin der Phantasie, dem Studium oder der Formulierungsgabe der “begnadeten” Seele entsprungen sein), sondern nur deutlich gemacht, daß sie aufgrund der darin enthalteten, offenkundigen theologischen Irrtümer wie z. B. dem Chiliasmus definitiv nicht übernatürlichen, d. h. göttlichen Ursprungs sein können und man von daher entschiedenst vor dieser “Großen Warnung” warnen muß.

Dieser Abschnitt z. B. aus der angeblichen “Botschaft” vom 20. Mai könnte bis in die Formulierungen hinein genauso gut im Wachtturm der Zeugen Jehovas stehen, da er exakt deren spezifische Lehre von einem Tausendjährigen Friedensreich Christi auf Erden wiedergibt (bezeichnenderweise heißt eines der weitestverbreiteten Bücher der Zeugen Jehovas: “Du kannst für immer im Paradies auf Erden leben”):

“Ich werde für tausend Jahre über die Erde herrschen.
Meine Tochter, Ich werde für tausend Jahre über die Erde herrschen. Täuscht euch nicht; denn Ich bin jetzt für Ereignisse verantwortlich, wie sie sich jetzt in der Welt entfalten. Ich habe jetzt den Weg für Mein neues Königreich auf Erden vorbereitet, und diese Zeit ist nahe, viel näher, als viele begreifen. Jubelt; denn diese Nachricht wird von allen begrüßt werden. Sie wird allem Leid in der Welt ein Ende machen. Sie wird eine Quelle von Liebe und Glorie entzünden, um alle Meine Kinder teilhaben zu lassen.

Dieses Neue Paradies wird eure Fassungskraft übersteigen, aber hört Folgendes: Dieses neue Leben, ein Leben frei von Sorge, wird euch allen, Meinen frommen Anhängern, angeboten. Ihr werdet nichts benötigen. Alles wird von Mir zur Verfügung gestellt. Jeder Einzelne von euch, der dieses Glorreiche Königreich wählt, wird über den Wertvollen Juwel, der euch erwartet, überrascht sein. Betet jetzt, dass eure Brüder und Schwestern ihre Augen öffnen gegenüber der Wahrheit der Versprechungen, die Ich gemacht habe, so dass auch sie in dieses neue Leben auf Erden eingehen können.
Euer liebender Erlöser Jesus Christus”

Noch ganz abgesehen von dem ungeheuerlichen Pferdefuß in der “Botschaft”, die dem Herrn Jesus Christus und nicht etwa z. B. der Sünde der Menschen die Verantwortlichkeit “für Ereignisse” in die Schuhe schiebt, “wie sie sich jetzt in der Welt entfalten”, ist diese Lehre von der höchsten Instanz der katholischen Kirche völlig unzweideutig verurteilt worden:

Dekret des Hl. Offiziums, 19. (21.) Juli 1944:
“Frage: Was ist von dem System des gemäßigten Chiliasmus zu halten, der nämlich lehrt, Christus, der Herr, werde vor dem Endgericht – ob nach vorhergehender oder nicht vorhergehender Auferstehung mehrerer Gerechter – sichtbar auf diese Erde kommen, um zu herrschen?
Antwort (vom Papst am 20. Juli bestätigt): Das System des gemäßigten Chiliasmus kann nicht sicher gelehrt werden.”

Quelle: DS 3839, in: DENZINGER, HEINRICH, Kompendium der Glaubensbekenntnisse und kirchlichen Lehrentscheidungen = Enchiridion symbolorum definitionum et declarationum de rebus fidei et morum. Verbessert, erweitert, ins Deutsche übertragen und unter Mitarbeit von HELMUT HOPING herausgegeben von PETER HÜNERMANN, Freiburg/Basel/Wien, 40. Auflage, 2005, S. 1067.

Selbst wenn dies der einzige Irrtum wäre  -  die mit einem zünftigen Wortschwall und mit höchstem Anspruch auf Authentizität daherkommenden Texte strotzen allerdings nur so von weiteren Irrtümern  -  können diese “Botschaften” nicht übernatürlichen Ursprungs sein und nicht, wie behauptet, von unserem “liebenden Erlöser Jesus Christus” stammen, wenn sie der ausdrücklichen Lehre der Kirche in Form eines Dekrets des hl. Offiziums mit einer von Papst Pius XII. bestätigten Antwort in derart eklatanter Weise widersprechen.

Behauptet man das doch, so stellt man sein eigenes Privaturteil gegen die Lehre der Kirche und muß sich entscheiden, ob man lieber einer höchst fragwürdigen, in keiner Weise kirchlich anerkannten “Botschaft”, die vermeintlich vom Herrn Jesus Christus selbst stammen soll, oder dem authentischen und unfehlbaren Lehramt der Kirche, das sich hierzu klar geäußert hat, Glauben schenken möchte.

Aus meiner Sicht muß man mit den vermeintlichen “Botschaften” jener “begnadeten” Dame so umgehen, wie Prof. Dr. Manfred Hauke es in einem Interview vom Februar 2010 mit der Tagespost in Bezug auf die “Erscheinungen” von Medjugorje darlegte:

“Bei einem Getränk, das mit Rattengift gemischt ist, reicht es nicht, darauf hinzuweisen, daß sich unter 98 Prozent Wasser nur zwei Prozent Strychnin befinden: das ganze Getränk ist wegzugießen.”

Zitiert nach: Rudo Franken, Eine Reise nach Medjugorje. Bedenken hinsichtlich der Erscheinungen. Mit Beiträgen von Mark Waterinckx und Manfred Hauke. 2., aktualisierte und erweiterte Auflage, Augsburg: Dominus-Verlag 2011, S. 230.

Laßt Euch bitte von dem Irrsinn und Unfug jener “Botschaften” über die “Warnung” nicht verblenden!
Liebe Grüße
Volker J. Jordan

Zum Themenbereich Endzeitschwärmerei, „Friedensreich“, Chiliasmus, Millenarismus etc empfehlen wir zudem folgenden Artikel:

http://charismatismus.wordpress.com/2011/06/10/millenarismus/


Die “Große Warnung” und Garabandal

Nach 5 Jahren macht wieder eine „Warnung“ die Panik-Runde

Von 1961 bis 1965 soll die Gottesmutter in der spanischen Ortschaft Garabandal vier Sehermädchen erschienen sein. Diese Privatoffenbarung ist  - wie die meisten „Erscheinungen“  -   kirchlich nicht anerkannt.

Manche Vorgänge von damals erinnern an charismatische Phänomene: etwa das schnelle Rückwärtsgehen der Visionärinnen während  der „Erscheinungen“   -   sie konnten in ihrer Ekstase sogar hohe Treppen rückwärts (!) besteigen. Die „Seherinnen“ kündigten damals eine „Große Warnung“ an, die der Himmel vor dem Beginn eines göttlichen Strafgerichts senden werde.

50 Jahre nach Erscheinungs-Beginn ist der unermüdliche Garabandal-Fanclub wieder am endzeitlichen Rotieren, was man auch im Internet vielfältig nachlesen kann.

Anfang März 2011 wurde auch mir aus diesem Spektrum eine Warnung vor der “Großen Warnung” zugeleitet, die als eine Art Auftakt zu göttlichen Strafgerichten zu verstehen sei etc.  -  In dem Rundmail hieß es:

Eine neue verborgene Seherin in Europa behauptet, dass sie seit November 2010 göttliche Offenbarungen und Prophezeiungen sowohl von der Jungfrau Maria als auch von Ihrem geliebten Sohn Jesus Christus durch Einsprechungen erhalten hat. Die Botschaften sind in einer neuen Webseite enthalten, die heute (1. März 2011) unter dem Namen „Die Warnung  –  Zweites Kommen“ (www. thewarningsecondcoming.com) gestartet ist,

Die Botschaften sind eine Mischung christlicher Lehren und Prophezeiungen in der Hinführung zum Zweiten Kommen Jesu. Sie konzentrieren sich auf „Die Warnung“, einen Akt der Barmherzigkeit Gottes, der sich in Kürze ereignet, obwohl kein Datum angegeben wurde.

Allen in der Welt, die über sieben Jahre alt sind, werden ihre Sünden gezeigt, so dass sie voll bereuen können und vor dem Letzten Tag des Gerichts umkehren können. Es ist unerlässlich, sagt die Seherin,, dass die Menschen sich für die Warnung vorbereiten; denn das Ereignis wird so schockierend sein, dass manche den Schock nicht überstehen können und als Resultat in Todsünde sterben könnten.“

Soweit dieser Unfug, der es auf emotionale Panikmache und Untergangsstimmung abgesehen hat, ohne dabei notwendige biblische Leitlinien zu beachten.

Dabei kam es schon vor 5 Jahren zu einer ähnlichen Ankündigung der „Großen Warnung“, die damals  Anfang Januar auch im „Schwarzen Brief“  (einem erscheinungssüchtigen, unseriösen Mitteilungsblatt) seitenlang breitgetreten wurde.

Nora Arthurs, eine „Begnadete“ von  89 Jahren, habe  -  so der „Schwarze Brief“ -  eine Marienvision gehabt, wonach am Sonntag, den  8. Januar 2006 mittags um 15 Uhr die „Große Warnung“ eintreffe, die in Garabandal prophezeit worden sei:

Es erscheine ein großes, helles Kreuz am Himmel, danach gäbe es für alle Erdenbewohner eine ca. 15-min. “Seelenschau”, wobei viele wegen ihrer schweren Sünden vor Entsetzen gleich tot umfallen würden etc. -  Sodann käme eine 7-tägige Finsternis, die nur wenige überleben würden….

Lassen wir uns nicht irreführen, weder von charismatischer noch von panikverrückter Seite:  Die schwarmgeistige Schönfärberei und Endzeit-Erwartung einer großartigen weltweiten Erweckung Euphorie ist ebenso absurd wie das andere Extrem, dem viele Erscheinungsfanatiker huldigen: einer unseriösen Panikmache, dem ständigen „Alarmruf“ eines göttlichen “Strafgerichts” nach Vorgaben von angeblichen „Erscheinungen“.

Halten wir uns an den Rat des Apostels Petrus: “Seid nüchtern und wachsam!” (1 Petr 5, 8)   -   Als Christen leben wir ohnehin immer in einer Art “Endzeit”, denn wir wissen nicht, wann Gott uns ruft: wir sollten “allzeit bereit” sein für das ewige Leben!

Felizitas Küble, Leiterin des KOMM-MIT-Verlags und des Christoferuswerks in Münster

 


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