Botschaften des Himmels?

Info-Broschüre über Charismatik und Falschmystik

Im Frühjahr 2008 erschien im Münsteraner KOMM-MIT-Jugend-Verlag die 52-seitige, großformatige (DIN-A-4) Info-Broschüre “Botschaften des Himmels?”  mit dem Untertitel “Charismatik und Falschmystik unter der Lupe”.

Diese fundierte Schrift, die vor allem von Theologen, Priestern und Wallfahrtsleitern bestellt wurde, befaßt sich mit grundsätzlichen Fragen zum Bereich Marienverehrung, Mystik, Charismatik, Erscheinungen  – aber auch kritisch mit einzelnen Themen, die vielen Gläubigen auf den Fingern brennen, darunter:

Endzeitpanik
Endzeitschwärmerei
Heroldsbach
Medjugorje
La Salette
Montichiari (Rosa Mystica)
Psychotechniken
Charismatische Praktiken (“Ruhen im Geist” etc)
Biblische Warnungen vor falschen Propheten etc.

Wer interessiert ist und diese Broschüre lesen bzw. gezielt weitergeben möchte, kann sie für nur  5,95 € einschließlich Versandkosten beziehen bei:   KOMM-MIT-Verlag, 48167 Münster, Schlesienstr. 32, Tel. 0251-615151, Fax 0251-614020, Mail: Felizitas.kueble@web.de

 

 

 


Meine Begegnung mit Heroldsbach

Bericht von Prof. Dr. Albert Mock

Der Ordensgeistliche und Psychologe Prof. em. Dr. Albert Mock berichtet im folgenden Artikel über seine Erfahrungen mit Heroldsbach im Oktober 1963:

Kurz vor Abschluss meines Zweitstudiums in Psychologie brachte ich eine Wohltäterin unseres Ordens (Arnsteiner Patres sscc) an den Hauptbahnhof in Köln. Bei der langen Suche nach einem Platz im Wartesaal fand ich schließlich eine Lücke neben einem bärtigen älteren Herrn, ganz in Schwarz gekleidet, aber nicht als Priester, sondern eher wie einer unserer früheren älteren Brüder auf Reisen. Neben ihm saß eine Dame um die 50.

Ich fragte den älteren Herrn, ob die beiden Plätze neben ihm noch frei seien. Seine freundliche Antwort: „Wenn Sie sich trauen, neben einem suspendierten Priester Platz zu nehmen, gern.“  –  Meine Frage an ihn: Wie denn das?“

Daraufhin erzählte er uns, dass er Professor für Askese und Mystik am Priester-seminar in Bamberg bzw. Freising gewesen sei und wegen seiner Einstellung zu den Ereignissen in Heroldsbach, die er im Auftrag Bambergs anfangs (mit-) untersuchen sollte, von allen priesterlichen Ämtern und Funktionen suspendiert worden sei.

Weil ich noch nie etwas davon gehört hatte, begann er longe et late darüber zu berichten, auch dass er ein dreibändiges Werk darüber geschrieben habe. Wegen der Eile meines Besuches bat ich ihn, ob ich seine Veröffentlichung darüber einmal bekommen könne.   Seine sehr erfreute Gehilfin  –  später als Christel Altgott aus Rheydt-Odenkirchen geoutet  – notierte sich sofort meine Adresse  –  und ich bekam das dreibändige Opus ziemlich schnell zugeschickt.

Bei der Verabschiedung sagte er noch mit fast sieghafter Freude, durch das Gespräch mit mir in eine Art manischen Größenwahn zurückversetzt, er sei fest überzeugt, dass Heroldsbach  noch größer und bedeutender würde als Lourdes und Fatima zusammen.

Von meiner psychologischen Ausbildung her bei meinem akademischen Lehrer Undeutsch, der damals national wie international als bester Gerichtspsychologe angesehen wurde und mit dem Stockholmer Professor Trankell die Gesetze und Regeln über die „Realitätsadäquatheit von Zeugenaussagen“ aufgestellt hat, fühlte ich mich nun besonders motiviert, der Sache näher auf den Grund zu gehen.

Am 13. Oktober 1963 fuhr ich mit Undeutsch’s Assistenten über Bamberg nach Heroldsbach und schaute mir die Lage genau an. Ein Treffen mit den Seherkindern war aus Zeitmangel nicht vorgesehen, da wir ja das dreibändige Werk des Autors J. Walz und seine Vernehmungen kannten, der jedoch keine Explorationskompetenz erkennen ließ, sondern eigene subjektive Visionsvorstellungen und Erwartungen suggestiv mit in die Verhöre einfließen ließ. Überdies hatten wir an Ort und Stelle auch nicht mehr Zeit zur Verfügung.

Interessant war nur, dass wir beim Abgehen des in Frage kommenden Geländes einer „gläubigen Anhängerin“ begegneten, die ich nach einem bestimmten Erscheinungsort fragte. Ihre Antwort: „Immer gerade aus  –  und wenn Sie sich beeilen, treffen Sie noch Frau X mit Herrn Matthes (?) aus Augsburg mit ihrer Pilgergruppe an, die gerade eine Erscheinung haben.“

Meine Reaktion darauf: „Wie? Heute gibt es hier noch Erscheinungen?“  –  Ihre Antwort darauf: „Haben Sie noch keine Erscheinung gehabt?“  –  „Nein“, erwiderte ich.  –  Antwort: „Ach, Sie Armer!“

Nichts wie hin, dachte ich –  und traf auf die angekündigte „Sehergruppe“. Ich versuchte sofort, die „Anführerin“, „Visionsdeuterin“ und „Vorbeterin“ zu photographieren, aber sie entzog sich mir sehr geschickt, indem sie immer wie ein Wiesel um den dicken Stamm der Buche herumlief, um nicht ins Bild zu kommen.

Die ganze Gruppe war ekstatisch im Glauben, ein neues „Sonnenwunder“ zu erleben. Sie schauten immer durch die sich leicht bewegende Baumkrone in die scheinende Mittagssonne und schädigten so nur ihre bereits blinzelnden Augen; zwei Dutzend, keine Tausende.

Wie jämmerlich und erbarmungswürdig, dieses irregeführte Völkchen, das nicht nur glauben, sondern sehen und hören, sinnlich wahrnehmen wollte, obwohl sie doch Jesu Worte an Thomas kannten: „Weil Du mich siehst, Thomas, glaubst Du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.“

In der Kapelle zurück, trafen wir dann noch den vorbetenden Bruder Norbert (einen Ex-Novizen aus dem Benediktinerorden, wie man uns sagte), vermutlich Langhojer. Im Grunde reichte uns das fürs Erste.

Im Sommersemester 1964 habe ich als Dozent für Psychologie und Philosophie an unserer Philosophisch-Theologischen Ordenshochschule in Simpelveld (NL) auf der Grundlage des dreibändigen Werkes von J. Walz und unserer eigenen Erlebnisse in Heroldsbach ein Seminar abgehalten, das theologisch im wesentlichen zum gleichen Ergebnis kam wie der jüngst in THEOLOGISCHES erschienene Artikel von Felizitas Küble  (Nr. 9-10/2007)  –  und gerichtspsychologisch als reine Fiktion zurückgewiesen werden musste.   Damit war für mich schon damals die Sache Heroldsbach abgehakt.

Die sogenannte „Vierfaltigkeit“, die bereits Anfang der 50er Jahre im Zusammenhang mit Schönstatt in kritischen Klerikerkreisen ins Gespräch kam und aus Anlass der Sendung von P. Sebastianus Tromp SJ als beauftragten Untersuchungskommissar des Vatikans nahelag, sich dort aber als noch rechtgläubig erwies, hatte mich schon 1963 insofern beschäftigt, dass ich in der näheren Region von Heroldsbach die barocken Kirchen und Altäre der Reihe nach abfuhr, in denen ich nach Darstellungen der „Krönung Mariens“ vor und von dem „Dreifaltigen Gott“ nachgegangen bin, um eventuelle Zusammenhänge aufzuspüren mit den gleichen und ungleichen Visionsvorstellungen und Phantasien der „Seherinnen“ von Heroldsbach. Desgleichen interessierten mich jene Pfingst-Darstellungen mit elf feurigen Zungen auf dem Haupt der Apostel als Symbol der Freimaurer.

Nach Abschluss der Visitation in Heroldsbach fragte mich Bischof  Rudolf Graber aus Regensburg über unsere Eindrücke und Untersuchungsergebnisse. Wir kannten uns, weil ich damals Mitglied des „Regensburger Kreises“ war, einem Beraterteam über Ostpolitik und die Lage der Kirche hinter dem Eisernen Vorhang. Als Grenzland-Diözese war Regensburg dieser Aufgabenbereich von der Bischofskonferenz übertragen worden. Meine Antwort an Bischof Graber: „Nur Fiktion, keine Vision.“ – Er kritisierte nur, dass die Bamberger zu hart und zu harsch mit den (Seher-)Kindern und ihren Sympathisanten bei ihrer Vernehmung umgegangen seien

Der zeitgeschichtliche Rahmen der Geschehnisse in Heroldsbach

Vorbemerkung über die wissenschaftlichen Methoden der Echtheitsprüfung von Heroldsbach.

Ausgangs- und Mittelpunkt der Auseinandersetzungen um Heroldbach sind die Aussagen der sieben Seherkinder, die von vielen Seiten unter die Lupe der Wissenschaft und des Glaubens  genommen wurden.

An erster Stelle stehen die Vernehmungen der Kinder und die damit zusammenhängenden Probleme der Glaubwürdigkeit und der Glaubhaftigkeit der Seherkinder und ihrer Vernehmer.

Beide, Seherkinder und Verhörer, sind von gleicher Bedeutung  –  und wichtiger als die Glaubwürdigkeit ist die Glaubhaftigkeit, die „Realitätsadäquatheit der Aussage der Zeugen“.

Der Richter fragt, „was ist real und nachweisbar geschehen“, wie „kompetent“ ist der Zeuge in der Sache. Bei den Kindern ist natürlich ihr psycho-somatischer Entwicklungsstand zur Zeit des Geschehens zu beachten. Es kann begründet angenommen werden, dass sie zumindest bei der Anfangsbefragung glaubwürdig waren.

Was sich aber daraus nach zahlreichen und vielseitigen Verhören entwickelt hat, ist nur schwer zu diagnostizieren. Ähnlich ist es auch bei den vernehmenden Mitgliedern der bischöflichen Kommission, die rational wie emotional unterschiedliche Überzeugungen über Privatoffenbarungen in sich trugen. Davon befreit sie auch kein Schwur auf das Evangelienbuch, nach „bestem Wissen und Gewissen“ der Wahrheitsfindung zu dienen und ein gerechtes Urteil zu fällen, das vom „Ewigen Richter“ einmal offengelegt werden wird.

Prof. J. Walz hat die Kinder manchmal bis zu fünf Stunden befragt, was weder die Gestapo noch die Stasi einst ohne Ablösung vermochten. Er ersehnte geradezu die Anerkennung der Erscheinungen der Gottesmutter, was seine Vernehmungsmethode stark beeinflußte.

Zum besseren Verständnis der Geschehnisse um Heroldsbach ist eine Betrachtung des zeitgeschichtlichen Rahmens empfehlungswert. Es ist die Zeit Papst Pius XII. von seiner Bischofsweihe an als Eugenio Pacelli am 1. Erscheinungstag der Gottesmutter in Fatima am 13. Mai 1917 bis zur Verkündigung des Dogmas von der „Aufnahme der Gottesmutter Maria in den Himmel mit Leib und Seele“ am 1. November 1950, was ihn besonders motiviert hat, sich der Verehrung der Gottesmutter, insbesondere der Verehrung des „Unbefleckten Herzens Mariä“ zu widmen und ihrem Auftrag an den Papst, die Welt und Rußland ihrem Herzen zu weihen.

In die Kriegsjahre fällt die Weihe der ganzen Welt an das unbefleckte Herz Mariens am 31. Oktober 1942, ein Datum, das von vielen Gläubigen als Ende des Kriegsglücks Hitlers gedeutet wird durch die von da an beginnende Einkesselung der VI. Armee von Generalfeldmarschall Paulus vor Stalingrad.

Zwei Jahre später erfolgte die Einführung des Festes  vom Unbefleckten Herzen Mariens für die gesamte Kirche. In vielen Gottesdiensten, Andachten und Vorträgen wurden die Erscheinungen der Gottesmutter in Fatima trotz und auch wegen der eskalierenden katastrophalen Kriegszustände weit verbreitet.

Das große „Sonnenwunder“ von Fatima am 13. Oktober 1917 wurde als Hoffnungszeichen von den Gläubigen gefeiert, von den Ungläubigen aber verhöhnt. Während meines Westwalleinsatzes im Wehrertüchtigungslager nahe der luxemburgischen Grenze im September/Oktober 1944 wurde nicht nur darüber gespottet, sondern den wenigen katholischen Jugendlichen aus dem Konvikt in Fulda im vier Meter tiefen Panzergraben hin und wieder hinterrücks in Bein gestellt und beim Hinfallen gelacht. Der Unteroffizier durfte das natürlich nicht sehen. Wenn ich mich als Stärkerer wehrte, wurde ich sofort von fünf Gewaltbereiten der braunen Horde mit drohenden Fäusten umringt, eine Assoziation, die mir bis heute lebendig geblieben ist.

Nach dem Krieg wurden die Kirchen wieder sehr viel voller und wegen der großen Notlage nahmen auch die Pilgerprozessionen zu. Die Vorbereitung auf die große Feier der Dogmatisierung der „Himmelfahrt Mariens“ tat ein Übriges zur Verbreitung der Verehrung der „Assumpta“ (in den Himmel aufgenommenen Gottesmutter).

Von außergewöhnlicher Bedeutung entwickelte sich  der 1943 in den USA gedrehte Film „Das Lied der Bernadette“ nach dem gleichnamigen Buch des aus Prag geflüchteten jüdischen Dichter Franz Werfel. Er flüchtete 1940 vor der Gestapo nach Lourdes und machte das Versprechen, ein Buch über Bernadette zu schreiben, sollte er je die rettende Küste Amerikas erreichen. Der Film wurde in Deutschland ein Riesenerfolg von ungeahnter Wirkung nicht nur bei katholischen Christen.

Die deutsche Premiere fand am 10. September 1948 im Münchener Leopold-Theater unter der Schirmherrschaft von Kardinal Michael Faulhaber statt in Gegenwart des bayrischen Kultusministers und des US-Besatzungskommandanten. Beim Publikum war „Das Lied  der Bernadette“ ein voller Erfolg. Der Film lief mehrere Wochen lang vor ausverkauftem Haus und war geradezu ein Straßenfeger.

Ähnlich stark muss die Thematisierung der Ereignisse von Lourdes und Fatima auf die 7 zehn-  bis elfjährigen Mädchen von Heroldsbach am Sonntag, den 9. Oktober 1949 (Feier des Rosenkranzfestes) gewirkt haben, als sie bei schönem Herbstwetter aus der Andacht kamen, sich im Schlosspark Thurn auf eine Bank setzten und dabei den Wunsch äußerten: „Wie schön wäre es doch, wenn wir die Muttergottes auch mal sehen könnten!“

Die Sehnsucht danach muss so groß gewesen sein, dass die emotional Stärkste oder auch die Wortführerin der Gruppe plötzlich ausrief: „Ich sehe sie!“  –  Die Gruppendynamik der vorpubertierenden Mädchen begann ihre Wirkung; wie Domino-steine fielen nach und nach alle in den Ausruf: „Ich sehe sie auch…ich auch…ich auch.“  –  Keine wollte mehr zurückstehen. Diese Angabe über das starke Erscheinungsverlangen der Kinder ist nur von J. Walz erwähnt.

Langhojer beginnt mit der Erscheinung des göttlichen Namenszeichens im Birkenwald und der Vision der „weißen Dame“  –  eine bewußte Auslassung?

Was ist in Heroldsbach wirklich geschehen?

Die Antwort der kirchlichen Dekrete und der aussagenpsychologischen Untersuchung.

Dekret vom 28.9.1950 (Bistum Bamberg) und vom 2.10.1950 (Vatikan,Rom):

Die Übernatürlichkeit der Vorgänge  steht nicht fest.

Dekret vom 18.7.1951(Bamberg) und vom 15.8.1951 (Rom):

Es steht fest, dass die genannten Erscheinungen nicht übernatürlich sind.

Ergebnis der Untersuchung von mir und meinem Team, 1964:

Keine Visionen,  sondern Fiktionen (Phantasiegebilde):  psychische Konstrukte auf Grund starken Wunschdenkens  –  oder auch diabolische Irreführung von einer äußeren Macht.

Heroldsbach ist ein Opfer der Irreführung durch den „Vater der Lüge und Mörder von Anbeginn“, der sich als „Engel des Lichtes“ getarnt hat. Heroldsbach ist die wütende Reaktion Satans auf das „Dogma von der Aufnahme der Gottesmutter Maria in den Himmel mit Leib und Seele“. –  Ihr Zusammentreffen ist kein Zufall, sondern Fügung.

Kommissionsmitglied Prof. Faulhaber (Bamberg) lässt eine Seherin  ihre „Muttergottes“  fragen: „Bist du die Assumpta?“  –  Antwort: „Nein! Ich bin die Königin der Rosen. Ich bin die Rosenkönigin. Verwechselt es nicht mit Rosenkranzkönigin.“

Die Erklärung von J. Walz: das Kind habe das lateinische Wort nicht verstanden, sondern als etwas Absurdes aufgefasst.

Zum Vergleich dazu Bernadette Soubirous nach Xavier RECROIX, einem Missionspater, Volkskundler und international anerkannter Fachmann auf dem Gebiet der Privatoffenbarungen:

„Wie nachdenklich stimmen die Diskretion, die tiefe Ruhe, die innere Logik, der gesunde Menschenverstand, die Ausgeglichenheit, welche im Fall von Bernadette Soubirous immer vorherrschen. Die „weiße Dame“ hatte sich unaufgefordert zu erkennen gegeben und gesagt: „Ich bin die unbefleckte Empfängnis“.  –  Frage der Kommission: „Weißt du, was das heißt?“  –  Antwort: „Nein.“

Die Kommission versucht, sie in Widersprüche zu verwickeln wie „falsch verstanden“ oder sie hat „etwas anderes gesagt, was so ähnlich klingt“. Die einfache, aber klare Antwort Bernadettes darauf: „Nein, sie hat gesagt: Ich bin die unbefleckte Empfängnis“  –  „Viele Seher“, so Xavier Recroix weiter, „gleiten im Namen ihrer vernommenen Stimmen, ihrer Erscheinungen in die Ausgefallenheit, in Lächerlichkeit oder in die Verachtung ab. Niemand jedoch kann sich dem Charme des Kindes von Massabielle entziehen, die bei ihrer Aussage blieb.“

Ein zum Schmunzeln verführender Fall der Lächerlichkeit und klaren Fiktion ist ein Ereignis in Heroldsbach, als ein Journalist nach seinem vermissten Schreibstift sucht.

Als eines der Mädchen das wahrnimmt, ruft sie plötzlich: „Ich sehe den Schreibstift, der heilige Antonius hat ihn in der Hand.“  –  Darauf der Journalist: „Dann sag dem heiligen Antonius, er soll ihn mir zurückgeben, ich brauche ihn dringend.“  –  Das aber konnte weder die Seherin noch ihr heiliger Antonius. Ein hervorragendes Beispiel gegen  Heroldsbach und all seine Phantasiegebilde.

Aber nicht nur das Nein zur Assumpta, sondern auch die Zurückweisung, Königin des Rosenkranzes zu sein. „Ich bin die Königin der Rosen. Ich bin die Rosenkönigin. Verwechselt es nicht mit der Rosenkranzkönigin.“

Diese Aussage ist mehr als eine Fiktion, hier liegt eine klare theologische Sentenz vor, eine diabolische Einmischung in die Identifizierung der Vision, die Furcht vor der Frau, „die der Schlange das Haupt zertreten hat.“ (Gen. 3)

Aber schon der Anfang der Erscheinungen durch das Schriftzeichen JSH, bei  Walz und Altgott  als griechische Schreibweise für „Jesus“ gedeutet, bei Langhojer und Internet als „Zeichen des dreifaltigen Gottes“ geglaubt, läßt den Diabolus, den „Verwirrer“ erkennen und den Verhunzer des göttlichen Namens durch die Waagerecht-Schreibung des S über J bis H.

Ein sehr viel ernsterer Fall für Heroldsbach, der schon kriminelle Formen annimmt, ist die „weinende Madonna“ im Jahr 2007. „Wer brachte die Madonna zum Weinen?“ titelte ein Journalist seinen Bericht. Hier liegt bewußte und willentliche Irreführung vor, ein primitiver letzter Versuch, den Glauben an die Erscheinungen der Gottesmutter in Heroldsbach zu retten. Auch dem Jesuskind liefen Tränen der Trauer über die Wangen wegen des Unglaubens so vieler. Das war auch dem Leiter der Gebetsstätte nicht ganz geheuer. Er nahm es weg und versteckte es im Schrank, wo die Tränen augenblicklich versiegten.

Die naturwissenschaftliche Prüfung der „Tränen“ ergab eine starke Übereinstimmung mit dem Leitungswasser aus der Küche des Pilgerheimes. Die anfänglichen Tränenzeugen gaben mit Hilfe der Polizei bis auf einen ihr Versehen bald zu. Der Leiter der Gebetsstätte hätte es nicht wagen können, auch die „Tränen der Gottesmutter“ vor den Pilgern in Frage zu stellen. Er hätte vermutlich seine Stelle quittieren müssen.

Wären die Tränendrüsendrückerinnen oder auch –drücker wenigstens so intelligent gewesen, eine gute Schauspielerin zu engagieren, die auf Anhieb Tränen des Schmerzes oder auch der Freude über das Antlitz der Gottesmutter hätte fließen lassen, dann wären es wenigstens echte Tränen einer Frau gewesen und kein Leitungswasser, wobei die chemische Analyse auch dieser Schauspielertränen die emotionale Unechtheit hätte aufdecken können. Was tut einer nicht alles, um sein Ziel zu erreichen.

Aber auch das herauszufinden, gehört zu den Findungsmethoden der Gerichts und Aussagepsychologie. Vgl. auch Corneille „Il faut bonne mémoire après qu’on a menti“.Corneilles Komödie “Le menteur” IV,5)

Ein letztes schwerwiegendes Argument gegen die “Übernatürlichkeit” der Heroldsbacher Erscheinungen sind für mich die entsetzlichen Schmähungen, Verwünschungen und Verfluchungen gegen Frau Felizitas Küble wegen ihres Artikels in THEOLOGISCHES (Nr. 9/10) gegen die „blasphemischen Visionen“ in Heroldsbach, die sie als Abfall vom Glauben bezeichnete –  nicht als Hohn gegen die Gottesmutter, sondern als Zorn gegen den „Vater der Lüge, gegen den enttarnten  „Engel des Lichtes“ und sein „Visionen-Theater in fünf Aufzügen“.

Bis in die tiefste Hölle wurde sie verflucht und mit ihr auch die Zeitschrift und Leitung von „Theologisches“, denen sie auf die Fürbitte ihrer Maria  den Untergang an den Hals wünschten.

Nach erstem Atemholen schoss es aus mir in staccato heraus: „Dummheit, Wahnsinn, Psychose, diabolisch. Das ist niemals der Geist Christi und seiner heiligen Mutter, das ist er selbst, der Poneros.“

Im nächsten Atemzug drängte sich dann doch wieder nach oben das „Herr, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“

Dieser Fluch aus der Unterwelt ist eigentlich sogar ein Segen, verwandelt sich nach den Worten Jesu in sein: „Selig seid ihr, wenn ihr um meinet-, um der Wahrheit willen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet. Freuet euch und jubelt; euer Lohn im Himmel wird groß sein. Denn so wurden schon vor euch die Propheten verfolgt“. (Mt 5,11)

Liebe Freunde und Verehrer der Gottesmutter, das wollt Ihr ja sein und seid es auch im Kern Eures irregeführten Herzens, sonst könnte Euch nicht von der hilflosen Kirchenbehörde die „Gebetsstätte einer gesunden Marienverehrung“ als Ventil aus der Ratlosigkeit bei den leeren Kirchen und fehlenden Priestern geschenkt werden, ein Ort, der keine Erscheinungsstätte ist, auch wenn Ihr sie gegen alle Prüfungen und  kirchlichen Entscheidungen weiterhin dafür haltet (ein Irrglaube).

Warum verehrt Ihr nicht die „Magd des Herrn“, wie sie sich selbst genannt hat, in Euren Kirchen, in denen Ihr getauft wurdet, in denen Ihr beten und anbeten gelernt habt und glücklich zur ersten heiligen Kommunion mit IHM geführt, in der Firmung mit den Gaben  des Heiligen Geistes ausgestattet  und für Euer Leben gestärkt  wurdet, die höchste Gabe Gottes in der Welt, sein heiliges Opfer mit ihm feiern und empfangen dürft; wo Euch die Schuld, und wäre sie so zahlreich wie der Sand am Meer, vergeben wird, wo die Ehe nicht nur versextes Wasser dieser Welt, sondern ewiger Wein vom himmlischen Hochzeitsmahl des Lammes und seiner Braut Euch zur  „Einheit und Ganzheit in der Verschiedenheit“ als Abbild des dreifaltigen Gottes unauflöslich verbindet, und wo Euch die letzte Salbung  –  nicht nur Krankensalbung  – auf die Thronbesteigung als Priester und Könige vor Gott vor-bereitet?

Kennt Ihr überhaupt den unvergleichlichen Reichtum Eurer Kirchen und Gotteshäuser, wo ER SELBER wohnt, unaufdringlich angestrahlt und eingeladen vom „ewigen Licht“ vor dem Tabernakel und wo Er auf Euch wartet ohne Terminabsprache?

Was erhofft Ihr Euch eigentlich von den leeren Versprechungen des Visions-Tourismus und der Erscheinungsindustrie? Wenn Euch „als Glieder des geheimnisvollen Leibes Christi“ Euer Heim zu eng und klein wird  und Euch hin und wieder die Sehnsucht erfasst, das welt-umfassende „Volk Gottes“ zu erleben, das „Katholon“ der Gemeinschaft aller Gläubigen seiner Kirche lebendig zu erfahren, dann pilgert zu den Gräbern der Apostel und Heiligen, die Euch den Glauben gebracht haben und denen Eure Väter die unvergleichlich schönen Kathedralen und Kunstwerke der Menschheit erbaut und komponiert haben; besucht sie nicht nur als leere Grabeshöhlen  und kalte Museen, sondern stimmt mit ein ins jubelnde „Te Deum“ des singenden Gottesvolkes; ein völlig anderes Erlebnis als ein Gang durch kalte Steine und erstarrte Mumien.

Hier könnt und dürft Ihr sehen, hören, den Duft des Weihrauchs und der Blumen riechen, geht und singt mit der Orgel um die Wette. Geht auch weiter zu den altehrwürdigen, den heiligen und anerkannten Marienwallfahrtsorten, sucht ihre Verehrung im Jahreskranz der liturgischen Feste, dann wird es nicht mehr nötig sein, neue pastorale Weiden ohne Pastor zu erfinden.

„Kommt und kostet, wie gut der Herr ist; selig alle, die bei IHM sich bergen.“

Erstveröffentlichung dieses Artikels  in der kath. Zeitschrift  „Theologisches“ (Nr. 7-8/2008)

 


Irrgeistige „Sühneseele“ MMM und Heroldsbach

Wie sich falschmystische Phänomene gegenseitig bestätigen

Zu den typischen Merkmalen pseudomystischer „Seher“ gehört es, daß sie sich gern auf andere „Visionäre“ oder „begnadete Seelen“ berufen und dadurch gegenseitig in ihrer „Echtheit“ bestätigen.

Der „Schwarze Brief“ (SB) aus Lippstadt sowie die geistesverwandte Zeitschrift „Mystik“  lieferten jahrzehntelang die neuesten Sumpfblüten aus dem Reiche der „Mystik“   – oder was Herausgeber Claus P. Clausen dafür hält.

In beiden Publikationen wurde unermüdlich die Werbetrommel für Heroldsbach gerührt, jene von 1949 bis 1952 erfolgten „Marienerscheinungen“, die  nicht allein vom damaligen Bischof Joseph Kolb, sondern auch vom Hl. Offizium in Rom ausdrücklich verworfen wurden.

Clausen hingegen verkündet seit langem die „Echtheit“ dieser Vorkommnisse; er brachte das Thema Heroldsbach im Jahr 2007 sogar mehrfach als Titelstory seines „Schwarzen Briefs“ (SB).

Aufschlußreich ist hierbei, wie der SB die „Echtheit“ solcher Phänomene begründet, nämlich mit Hilfe der „Bestätigung“ durch andere Seher (genauer gesagt: meist sind es Seherinnen).

Angesichts „himmlischer“ Gütesiegel spielt es dann keine Rolle, ob die Kirchenleitung eine „Erscheinung“ ablehnt oder nicht, denn in diversen frommen Kreisen wirkt eine „begnadete Sühneseele“ mit heißen Draht nach oben weitaus glaubwürdiger als irdisch-kirchliche Instanzen.

Ein solches Vorgehen (eine falsche Vision bestätigt die andere falsche Vision) findet man im erscheinungsbeflissenen Spektrum recht häufig  –  insofern mag es sich lohnen, diese typische Argumentationskette am Beispiel des „SB“ einmal gründlicher zu untersuchen:

Teufelsaustreibungen als „Beweis“  für Heroldsbach

In seiner Ausgabe vom 12. Dezember 2007 warf sich der „SB“  erneut für die himmlische Herkunft der Heroldsbacher Phänomene ins Zeug und erwähnt als unschlagbares Argument:

„Die Echtheit wurde bestätigt durch eine Reihe von Wundern und  –  was es an keinem anderen Platz gegeben hat  – durch Teufelsaustreibungen.“

Tatsache ist allerdings, daß   –  bischöflich nicht genehmigte!  –   Exorzismen auch im kirchlich nicht anerkannten Erscheinungsort Montichiari munter betrieben wurden, wovon z.B.  Bonaventur Meyer (ein Autor falschmystischer Bücher)  ein Lied singen kann.

Abgesehen davon leuchtet nicht ein, weshalb gerade „Teufels-austreibungen“ die Echtheit einer Erscheinung beweisen sollen. Man müßte doch meinen, daß  Exorzismen  an solch angeblich „heiligen“ Stätten gar nicht nötig sind.

C.P. Clausen zieht aber eine weitere Trumpfkarte aus seinem Ärmel  – und sie heißt Maria Magdalena Meyer, eine von ihm stark favorisierte „Sühneseele“, deren „Einsprechungen“ er in dicken Bänden in seinem  Verlag herausbrachte. Er schreibt also:

„Maria M. Meyer vom Kostbaren Blut wurde von der Gottesmutter mehrfach nach Heroldsbach geschickt, wo es zu ungewöhnlichen Ereignissen kam. Einmal nahm sie teil an einer Teufelsaustreibung. Diese Erlebnisse sind in den Tagebüchern enthalten, die im Clausen-Verlag erschienen sind.“

Wenn es zu „ungewöhnlichen Ereignissen“ kommt, dann ist laut Clausen automatisch der Himmel zugange; daß es auch der Widersacher sein könnte, der sich als „Affe Gottes“ betätigt, der falsche „Zeichen und Wunder“ hervorbringt, kommt diesem „Mystik-Experten“ aus Lippstadt nicht in den Sinn.

Aus dem Text geht auch nicht hervor, wer nun an dieser nicht näher definierten „Teufelsaustreibung“ in Heroldsbach teilnahm: die „Seherin“ M. M. Meyer oder die „Gottesmutter“ selbst oder beide gleichzeitig.  Für Clausen ist die Sachlage jedenfalls klar: Heroldsbach muß „echt“ sein, denn die von ihm geschätzte visionäre Nonne M.M. Meyer hat diese Erscheinungen bestätigt.

Die Angelegenheit hat freilich einen Haken: er besteht darin, daß diese „Begnadete“ etliche Falschoffenbarungen zum Besten bzw Schlechten gibt, so daß ihr Zeugnis pro Heroldsbach schon deshalb null und nichtig ist.

Wenn ein Irrgeist dem anderen Irrgeist sozusagen dreimal auf die rechte Schulter klopft, entsteht daraus noch lange keine wahre Botschaft, geschweige eine  „göttliche Offenbarung“.

 

Die Irrlehren der Visionärin Meyer

Hier einige Beispiele, die theologisch aufzeigen, daß  „Seherin“ M. M. Meyer ihre Einsprechungen durchaus nicht vom Himmel haben kann:

1.  In den  – vom SB  zitierten  –   MMM-Botschaften wird die Heilsnotwendigkeit der Taufe geleugnet, die jedoch von der Hl. Schrift gelehrt und von der Kirche als unfehlbarer Glaubenssatz verkündet wird.

Die Meyer-Behauptung, wonach die Ungeborenen eben „doch getauft“ würden „durch die Barmherzigkeit Gottes“, widerspricht dem Dogma von der Notwendigkeit der Taufe.

Ähnlich irreführend ist die Aussage des Erscheinungs-„Jesus“:

„Weil man das Kind nicht will, geht auch die Gnade verloren,  die den Kindern schon im Mutterleib gegeben wird.“

Welche „Gnade“ wird dem Menschen schon vor der Geburt zuteil?  –  Wir werden geboren im Zustand der Erbsünde und damit eben nicht im Gnadenstand.

2. Angeblich sagte die Madonna zur Visionärin Meyer:  „Ich bin auf der Erde. Ich muß es sein, weil ich die Ankunft meines Sohnes vorbereiten muß.“

Die wahre Gottesmutter ist zweifellos im Himmel, wogegen sich der „Vater der Lüge“  allzu gern auf der Erde aufhält,  um sich beispielsweise als „Engel des Lichts“ zu verkleiden (vgl. 2 Kor 11, 14) und leicht verführbare  Menschen zu täuschen.

Zudem wird in dieser „Botschaft“ unterschlagen, daß erst der Antichrist auftritt, bevor die Wiederkunft Christi stattfindet: „Laßt euch nicht verwirren…, als ob der Tag des Herrn schon angebrochen sei. Zuvor muß der Abfall kommen. Der Mensch der Gesetzlosigkeit muß offenbar werden.“ (2. Thess 2,2 f.)

Durch Falschmystik wie jene von M.M.Meyer wird nicht etwa die Wiederkunft Christi vorbereitet, sondern das Kommen eines falschen Messias mit seinen sensationellen  „Zeichen und Wundern“   –  eine große Anfechtung für Wundersüchtige also!

3. Die Visionärin Meyer „erlebt“ sodann die „byzantinische Messe“ und „hört dazu von Christus, welch große Bedeutung dieser heilige Ritus hat.“

Sofern es sich um die Liturgie der Orthodoxie handelt, was anzunehmen ist, stellt sich die Frage: Warum wird dieser Ritus derart gerühmt, ohne zu erwähnen, daß sich die Orthodoxie von der Kirche Christi abgespalten hat und zudem eine Reihe von Irrlehren vertritt, also nicht „nur“ schismatisch, sondern durchaus auch häretisch geprägt ist  (man denke an die Streitpunkte um Filioque, Fegfeuer, Petrusamt, Bilderkult, „kirchliche“ Wiederverheiratung Geschiedener).

Warum sollte der wahre Christus die   –  sicherlich gültige und auch eindrucksvolle  –  Liturgie der Schismatiker würdigen, ohne auf deren theologische Irrtümer hinzuweisen?

4.  Die häretische Krönung der MMM-Botschaften findet sich in folgender „Weisheit“, mit der die irrgeistige Anrufung von Amsterdam  („…Frau aller Völker, die einst Maria war…“) verteidigt wird

„Maria wurde vereint im Leiden des Sohnes, wurde Miterlöserin und Mutter aller Völker und Hohepriesterin…. Sie wurde nach ihrer Himmelfahrt die Königin des ganzen Universums.“

Die jungfräuliche Gottesmutter ist sicher das heiligste Geschöpf aus der Hand Gottes, aber gleichwohl keine Priesterin, geschweige „Hohepriesterin“.

Eine solche Vorstellung wäre heidnisch und vom Göttinnenkult geprägt. Christi Auftrag „Tut dies zu meinem Gedächtnis“ richtete sich an die Apostel und deren Nachfolger, also an alle geweihten Priester  – doch keineswegs an die Gottesmutter, denn das Priesteramt ist und bleibt den Männern vorbehalten.

Felizitas Küble, Leiterin des KOMM-MIT-Verlags in Münster

Kontakt: felizitas.kueble@web.de


Die „Königin der Rosen“ von Heroldsbach

Bekanntlich ist Heroldsbach jener „Erscheinungsort“ im Bistum Bamberg, den das kirchliche Lehramt unter Papst Pius XII. ganz eindeutig abgelehnt und mit kirchlichen Strafen belegt hat (die Seherkinder wurden exkommuniziert, zudem alle Priester suspendiert, die für Heroldsbach eintraten).

Dennoch gibt es – vor allem in traditionelleren Kreisen – nach wie vor nicht wenige „Heroldsbacher“, die fest von der Echtheit dieser Erscheinungen ausgehen, die von 1949 bis 1951 dauerten.

Man wird davon ausgehen können, daß diese Leute nicht ausreichend über die „Botschaften“ dieser „Rosenkönigin“ von Heroldsbach im Bilde sind, sondern einfach denken, das sei etwas „Konservatives“ – und also sei es gut so!

Die Fakten sorgen jedoch für eine ganze andere Bewertung – hier einige Beispiele:

Daß die Heroldsbacher Erscheinungen nicht „von oben“ sein können, geht allein schon aus der Tatsache hervor, daß die „Seherkinder“ mit dem „Jesuskind“ und den „Engeln“ mehrfach Ballspiele veranstalteten sowie „Fangen“ spielten.

Als eine Nachbarin den „Sehern“ das weitere Betreten ihres Ackers untersagte, erklärte die „Jesus“-Erscheinung den eingeschnappten Visionärinnen, es handle sich bei jener Nachbarin um eine „böse Frau“, die noch dazu „vom Teufel besessen“ sei.

Es bedarf zweifellos einer großen Geistesverwirrung, zu glauben, solcher Unfug stamme vom Himmel.

Jene Verschwörungstheorien, die behaupten, das Bistum Bamberg habe den Vatikan damals (in den 50er Jahren) falsch informiert bzw. hinters Licht geführt, sind nicht stichhaltig, denn um diese „Botschaften“ zu verurteilen, waren keine „Fälschungen“ nötig, da diese absurden „Visionen“ in ihrer Originalfassung schon für sich bzw

gegen sich sprechen!

Leider ist mir kein einziges kritisches Werk über Heroldsbach bekannt – auch ein recht aufschlußreicher Sachverhalt – nach fast 60 Jahren immer noch kein ablehnendes Buch!

So muß man sich, um Infos über diesen Sachverhalt zu erlangen, mit Pro-Heroldsbach-Büchern begnügen. Freilich sind ja diese schon vielsagend genug. Was dort an Infos zu finden ist, läßt einem bereits die Haare zu Berge stehen. Nicht auszudenken, was man dann erst den kritischen Büchern entnehmen könnte, wenn es sie gäbe.

Vor mir liegt das Buch „Heroldsbach – eine mütterliche Mahnung Mariens“ von Christel Altgott, es erschien 1957.

Folgende Punkte daraus sind vielsagend:

Seite 11: Es wird berichtet, daß die Seherkinder im Auftrag von Prof. Faulhaber an die Erscheinung die Frage richten sollen: „Bist Du die Assumpta?“ (Das bedeutet also gemäß dem Dogma: „Bist Du die in den Himmel Aufgenommene?“)

Worauf die Erscheinung laut Seherkinder geantwortet haben soll: „Nein, ich bin es nicht, ich bin die Gottesmutter, die Himmelsmutter.“

Nun hat die Buchautorin natürlich ein Erklärungsproblem. Die Ausrede, die Madonna sei des Lateinischen nicht mächtig, wäre reichlich lächerlich….

Aber es sei eben so, daß Maria sich in Heroldsbach nicht speziell als Assumpta verehrt wissen will, sondern als Gottesmutter“, läßt uns die Verfasserin wissen…

Seite 17 und 18: Es wird berichtet, daß sich die Erscheinung – nachdem sie ja offenbar keine „Assumpta“ ist – wie folgt selber definiert:

„Ich bin die Königin der Rosen, ich bin die Rosenkönigin. Verwechselt es nicht mit der Rosenkranzkönigin.“

Nun wird die Assumpta-Verwirrung noch gesteigert, indem wir erfahren, daß die Erscheinung keinesfalls mit der „Rosenkranzkönigin“ verwechselt werden wolle.

Ob diese merkwürdige Erscheinung d e s h a l b laut Angaben der Seherkinder einen „schwarzen“ (!) Rosenkranz trägt…? Ist der Rosenkranz für sie vielleicht ein trauriger Gegenstand?

Seite 40: Typisch für Falschmystik ist das „Zuckerbrot-und-Peitsche“-Prinzip nach dem Motto: Wer an diese Erscheinungen glaubt, wird mit Gnaden überschüttet, wer sich weigert, muß mit drakonischer Strafe rechnen – genauer: mit der Todesstrafe „von oben“.

Der „ganz mit Wunden bedeckte Heiland“ erschien angeblich den Kindern und „klagte, daß die Obrigkeit an das Erscheinen auf diesem Berg nicht glaube. Er gab den Pilgern den besonderen Segen und sagte: „Sie werden erst glauben, wenn Ich sie hinwegraffe“

Merkwürdig erscheint auch der Heroldsbacher „Segen“ für die Pilger. Hierzu Seite 41: „Während dieser Geschehnisse flog (!) der Hl. Geist den Segen“.

Bezeichnend überdies Seite 44: Die „Gottesmutter“ habe erklärt: „Jetzt ist es zu spät, daß sich die Menschheit noch bekehren wird. Es ist der letzte Ruf, den wir hier an sie gerichtet haben.“

Seit Jahrzehnten bekommt man von allerlei Visonärinnen zu hören, die ihnen gewährte „Warnung“ sei der allerletzte Mahnruf des Himmels….

Seite 41 erfährt man auch, daß die Seherkinder „das Vaterunser beteten, welches der göttliche Heiland mit uns sprach.“

Wie bitte? Christus hat gebetet: „Vergib uns unsere Schuld“…?

Von welchem „Bösen“ oder „Übel“ muß Christus denn der göttliche Heiland „erlöst“ werden?

Die Sache ist nicht vergleichbar mit der biblischen Vaterunser-Belehrung Christi, nachdem die Apostel ausdrücklich fragten: „Herr, wie sollen wir beten?“

Christus hat ihnen das Vaterunser lediglich vorgesprochen, damit sie es kennenlernen.

Diesen Seherkindern dürfte aber das Vaterunser in den 50er Jahren wohlbekannt gewesen sein, zumal die Erscheinung es ihnen nicht „beibringen“ wollte, sondern „mit ihnen sprach“.

Diese Beispiele belegen, daß die Erscheinungen von Heroldsbach nicht

von oben“ sein können; es handelt sich bestenfalls um Fantasieprodukte oder um Phänomene bzw. Täuschungsmanöver von „unten“ – oder beides vermischt.

Felizitas Küble, Leiterin des KOMM-MIT-Verlags in Münster

Kontakt: felizitas.kueble@web.de


Heroldsbach und die „Himmelsvisionen“

Artikel von Felizitas Küble aus der katholischen Zeitschrift „Theologisches“ (Nr. 1-2/2008):

Heroldsbach ist seit einiger Zeit wieder in aller Munde. Der fränkische „Erscheinungsort“ wurde 1998 von Erzbischof Karl Braun zur diözesanen „Gebetsstätte“ erhoben, obwohl das strikte vatikanische Nein zu den „Erscheinungen“ von 1949 – Marienstatt-DSC_0111-31951 nach wie vor gilt. Wer von den Pilgern unterscheidet wohl fein säuberlich zwischen „Erscheinungsort“ und „Gebetsstätte“? 

Viele Heroldsbach-Anhänger werden sich vielmehr bestätigt fühlen nach der Devise: „Wir haben es ja immer schon gesagt …!“

Zugleich kam Heroldsbach in die Schlagzeilen, weil sich dort ein „Tränenwunder“ an einer Madonnenstatue ereignet haben soll. Während manche Augenzeugen von Unfug und Betrug sprechen, glauben andere unbeirrbar an ein „Wunder vom Himmel“. Zudem wurde die Gebetsstätte immer stärker von selbsternannten „Sehern“ (wie etwa Annegret Mewis aus Göttingen) umlagert, die ihre „Offenbarungen“ ständig in Wort und Schrift verbreiten.

Durch diese und andere Vorgänge (z.B. Einfluß der Medjugorje-Szene und der charismatischen Bewegung auf Heroldsbach) wird die Frage nach dem Ursprung dieses Erscheinungsorts immer brisanter und aktueller.

Daran scheiden sich die Geister 

Konzentrieren möchte ich mich auf einen speziellen Gesichtspunkt, der für die Klärung der „Echtheit“ von entscheidender Bedeutung ist, geht es doch um die „Himmelsvisionen“ der „Sehermädchen“ von Heroldsbach, zumal um ihre visionäre „Schau“ der allerheiligsten Dreifaltigkeit. Falls sich bei diesem für das Christentum absolut zentralen Glaubensinhalt schwerwiegende Irrtümer zeigen, ist die ganze „Erscheinungskiste“ im Eimer und die Erörterung weiterer Aspekte mehr oder weniger überflüssig.

Foto: Dr. Bernd F. Pelz

Foto: Bernd F. Pelz

Es scheint auch nach Jahrzehnten immer noch kein Info-Buch zu geben, das sich eingehend und ablehnend mit Heroldsbach befaßt. So kann man sich hierüber nur aus der „Fan-Literatur“ informieren.

Doch das Zitieren aus derart „unverdächtigen“ Quellen beinhaltet auch einen großen Vorteil: im Gegensatz zu kritischen Autoren kann diesen Verfassern nicht unterstellt werden, sie würden Heroldsbach allzu skeptisch oder gar „verzerrt“ darstellen. – Nein, diese Werbe-Bücher versuchen vielmehr, die damals so aufsehenerregenden Erscheinungsvorgänge ins schönste Licht zu tauchen.

Zur Fan-Literatur gehört auch der dicke Wälzer Reich der Mystik – die Botschaft von Heroldsbach von Norbert Langhojer (Verlag Arche Josef, Erstauflage 1971). Seine Ausführungen beruhen auf dem dreibändigen Werk des Pro-Heroldsbach-Theologen Dr. J. Walz und vor allem auf seiner eingehenden persönlichen Kenntnis der „Seher“:

„Der Verfasser kennt die mystischen Vorgänge unmittelbar durch die Schilderungen der Seherkinder und durch jahrelange Teilnahme an dem Geschehen. Durch den ständigen Umgang hatte er Gelegenheit, täglich aus ihrem Mund die Visionen in allen Einzelheiten zu erfahren und aufzuschreiben. Dabei wurden die Verhöre … manchmal bis zu drei und fünf Stunden ausgedehnt.“

Zunächst fällt auf, daß die „Marienerscheinungen mit Christkind“ einige erstaunliche Einzelheiten aufweisen: In der Regel trägt die „Madonna“ bei ihren unzähligen, drei Jahre anhaltenden „Erscheinungen“ eine große und majestätische Krone aus Gold, wohingegen der göttliche Erlöser (der fast immer nur im „Kleinformat“ als Baby, also in völliger Abhängigkeit von seiner Mutter auftaucht) sich meist mit einem kleinen goldenen Kronreif begnügen muß.

Degradiertes „Christkind“ zur Linken der „Madonna“

Doch damit nicht genug: die weibliche „Erscheinung“, die sich als „Rosenkönigin“ und „Himmelskönigin“ ausgibt, trägt das „Jesuskind“ nicht rechts auf dem Arm (vom Betrachter aus gesehen), wie es natürlich wäre, sondern links. Da Christus zur „Rechten des Vaters“ sitzt, darf man sich fragen, was diese „linke“ Abwertung zu bedeuten hat. Selbst der Heroldsbacher Schwarmgeist Langhojer gerät etwas ins Grübeln und schreibt auf S. 18: 0013

„Da ihm (Jesuskind) aufgrund seiner göttlichen Natur der „Ehrenplatz“ gebührt, ist es auffallend, daß es nicht an der bevorzugten rechten, sondern an der linken Seite der Mutter sichtbar wird.“  –  Aber bei einem Erscheinungsgläubigen ist ob solcher Rätsel der gute Rat bzw die passende Ausrede nicht ferne: Weil es nunmal bei diesen Erscheinungen um die Gnadenvorzüge Mariens gehe, „kommt dem Kind noch keine eigenständige, von der Mutter losgelöste Bedeutung bei.“ – Aha!

Auch der „heilige Josef“, der sich zuweilen bei den „Erscheinungen“ ein Stelldichein gibt, hat bei dieser merkwürdigen „Allmachtsmutter“ nicht viel zu melden. Selbst der Autor kommt nicht umhin, hier von „Eigentümlichkeiten“ (S.84) zu sprechen und mitzuteilen:

„Das auffallendste Kennzeichen ist das Braun seines Mantels. Ein Seherkind bemerkt dazu noch ein graues Unterkleid … Nach der Farbenlehre entsteht Braun aus Gelb und beigemischtem Schwarz … Die Barhäuptigkeit des hl. Josef weist auf seine dienende Stellung hin.“ – In dieser „Stellung“ würde er sich „Maria unterordnen“.

Wegen der „dienenden“ Stellung des hl. Josef reicht also ein brauner Mantel und ein graues Unterkleid (wahrlich keine liturgischen Farben …), wogegen die „Madonna“ in strahlendem Weiß und goldener Königskrone aufkreuzt, nicht zu vergessen die teils goldigen und teils farbigen Rosen auf den Füßen der „Rosenkönigin“.

Der hl. Josef war in Wirklichkeit das Familienoberhaupt der Heiligen Familie. Gerade wegen der Vorbildhaftigkelt der hl. Familie, aber auch aufgrund biblischer Hinweise kann dies nicht anders festgestellt werden. (So hat zB. der Engel nicht Maria, sondern Josef über die drohende Gefahr informiert und zur Flucht nach Ägypten aufgefordert.) Die respektlose Herabwürdigung des Pflegevaters Christi ausgerechnet in „frommen“ Marianerkreisen scheint eine spezielle Form „katholischen“ Emanzentums zu sein?!

“Im Himmel ist es viel schöner…”

Nun zur Sache selbst, zur christlichen Dreieinigkeits-Lehre, wobei diese bisherige „Einleitung“ schon recht vielsagend sein mag:

Ab S. 145 schildert uns der Autor die „Himmelsvision“ der Seherinnen, die es in sich hat, wenngleich sie mit den banalen Worten der „Rosenkönigin“ beginnt: „Im Himmel ist es viel schöner als hier auf Erden.“ – Wer hätte das gedacht?! Schon dieser besonderen „Offenbarung“ wegen lohnte sich das Erscheinen der „Himmelskönigin“…

Hier nun die „himmlische Schau“ der „begnadeten Mädchen“ (S.147):

„Die Mutter Gottes schwebt in den offenen Himmel hinein. Drei Engel kommen ihr entgegen und geleiten sie zu einem herrlichen Thron …Die Mutter Gottes setzt sich auf der einen Seite des langen Thronsitzes nieder und hat jetzt ein goldenes Szepter in der Hand. Im gleichen Augenblick wird rechts neben ihr die heiligste Dreifaltigkeit sichtbar…

Gott-Vater und Gott-Sohn stellen sich in menschlicher Gestalt dar. Über beiden schwebt der Hl. Geist in Gestalt einer Taube. Der Sohn sitzt zur Rechten des Vaters, der in der Hand einen goldenen Stab hält. Beide tragen eine goldene Krone, gleich der Mutter hat auch Gott-Sohn ein Attribut in seiner Hand. Es ist die Erdkugel mit einem Kreuzchen darauf.“

Hier scheint es sich um eine theologischerseits bislang unbekannte Vierfaltigkelt zu handeln: Maria, Gott-Sohn, Gott-Vater und der Hl. Geist. Während sich Gott-Vater mit einem goldenen Stab (Hirtenstab?) begnügt, trägt diese reichlich selbstbewußte „Madonna“ ein goldenes Szepter in ihrer Hand, Symbol von Herrschaft, Regierungsgewalt und Macht.

Die göttliche Dreieinigkeit darf sich zwar auf dem „langen Thronsitz“ immerhin noch niederlassen, doch zu melden hat es hier offenbar die „Rosenkönigin“ in ihrem himmlischen Regiment. Neudeutsch würde man sagen: diese „Himmelsmutter“ hat wohl die Hosen an!

Im übrigen erinnert man sich an die ganz anders geartete „Himmelsvision“ des Erzmärtyrers Stefanus, der sterbend und seinen Peinigern vergebend die Worte sprach: „Ich sehe den Himmel offen und den Menschensohn zur Rechten Gottes.“ (Apg. 7,56).

Von einer „Rosenkönigin“ zur Linken Gottes ist hier nicht die Rede!

Wer nun meint, diese Heroldsbacher Himmelsschau sei das Ende der Fahnenstange bzw der christlichen Dreifaltigkeitslehre, darf sich eines noch Schlechteren belehren lassen – und zwar auf S. 199 mit einer erneuten Vision der „Dreieinigkeit“.

Großer Thron für Maria, kleiner für Christus

„In der Höhe des himmlischen Lichtes wird ein goldener Thron sichtbar, der mit leuchtenden Edelsteinen geziert ist. Die Mutter Gottes segnet und schwebt empor. Sie setzt sich auf den herrlichen Thron und hat ein goldenes Szepter in ihrer Hand. Neben ihr wird ein zweiter Thron sichtbar, welcher der Größe des Jesuskindes entspricht.“

Der Thron Christi ist also viel kleiner, er entspricht eben der „Größe des Jesuskindes“… Warum sollte Christus denn als auferstandener und verklärter Herr, als „Weltenrichter“ und glorreicher Gott erscheinen, wenn doch auch das Babyformat ausreicht?!

Bei der „ersten Himmelsvision“ war schon eine Degradierung der göttlichen Dreieinigkeit gegenüber der „Rosenkönigin“ erkennbar, hier wird dem gottlosen und gotteslästerlichen (!) Treiben noch eins draufgesetzt – und zwar auf S. 253 mit der dritten Dreieinigkeits-Szenerie:

„Gott-Vater hält ein goldenes Szepter und Gott-Sohn eine Weltkugel in der rechten Hand. Daneben ist die himmlische Königin in blauem Mantel und mit goldener Krone sichtbar. Sie sitzt auf einem Thron, bei dem die Apostel erscheinen mit Feuerflammen über dem Haupt. Die Kinder singen ein Dreifaltigkeitslied, worauf die Gottheit und die Apostel entschwinden.“

Einerseits hat Gott-Vater hier kleine Fortschritt zu verzeichnen (er darf sogar ein Szepter tragen…und wird insofern der „Rosenkönigin“ auch mal ebenbürtig), andererseits – und das ist wichtiger – besteht hier die „Gottheit“ in ihrer Dreiheit aus Gott-Vater, Gott-Sohn und der „himmlischen Königin“. Der Heilige Geist hat offenbar seinen Geist aufgegeben und ist verschwunden.

Doch bei dieser blasphemischen Vision hat ER ohnehin nichts zu suchen – diese Darstellung ist wahrlich von allen guten Geistern verlassen.

Nun zur vierten „Dreifaltigkeitsvision“ (S. 255). Wiederum erscheint „in der Höhe die heiligste Dreifaltigkeit auf dem Thron“ (also wohl wieder der Schöpfer, Jesus und Maria …).

Sodann heißt es: „Elf Männer umgeben den Thron. Einer sagt: „Wir sind die Apostel.“ – Nachdem zuerst der Heilige Geist „entsorgt“ wurde, muß jetzt auch einer der 12 Apostel dran glauben … Im übrigen ist die 11 eine Symbolzahl der gottlos-esoterischen Freimaurerei.

Blasphemische „Dreifaltigkeit“ in einer Vision 

Die satanisch-blasphemische Demonstration erreicht bei der 5. Himmelsvision vom 4. April 1950 ihren Höhepunkt, was der schwärmerische Verfasser immer noch nicht bemerkt, der diesen Teufelsspuk in seiner grenzenlosen Verblendung weiterhin verherrlicht (S. 265). Er beschreibt, daß das „Jesuskind“ sich unten bei den „Sehermädchen“ aufhält – und denen tut sich dann wie folgt der „Himmel“ auf:

„In der Höhe erscheint Gott-Vater mit dem Hl. Geist. Neben dem freien Platz auf dem Thron sitzt die himmlische Königin mit einem Szepter in der Hand. Sie segnet mit Gott-Vater und dem Jesuskind, wobei die licht-weiße Taube den Segen in Kreuzform schwebt… Das Jesuskind segnet und schwebt empor.“

Die neue „Dreifaltigkeit“ ist jetzt absolut festgezurrt: das „Jesuskind“ gibt sich in Heroldsbach ein Stelldichein mit den „Seherinnen“. Folglich sind „oben“ noch Drei „übrig“: Gott-Vater, sodann die offensichtliche Hauptperson, nämlich die „himmlische Königin“ mit dem „Szepter“ als Zeichen der Herrschaft und Macht – sowie der Heilige Geist. Diese Drei erteilen also den Segen, eine Handlung, die das „Jesuskind“ unten am Birkenwald mitvollzieht, um danach „emporzuschweben“.

Interessanterweise heißt es: „Sie segnet mit Gott-Vater“, also scheint sie die eigentlich „Segnende“ zu sein, aber Gott-Vater darf sich immerhin beteiligen …!

Die „himmlische“ Sachlage ist demnach klar: oben regiert und herrscht die Supergöttin, die „himmlische Königin“ mit ihrem Gefolge: Gott-Vater, dem „Jesuskind“ und einer lichtvollen Taube. Jede Königin braucht schließlich einen „Hofstaat“.

Diese „Visionen“ sind also satanisch, sie ersetzen die allerheiligste Dreifaltigkeit durch einen heidnischen Göttinnenkult, was einen kompletten Glaubensabfall darstellt, der sich in einem verführerischen, schein-katholischen, „marianischen“ Gewand präsentiert.

Heroldsbach ist eine klare Gotteslästerung und zugleich eine üble Verunehrung der wahren Gottesmutter, die sich selbst als „Magd des HERRN“ bezeichnete und dies für immer bleiben wird, auch als Königin der Engel und Heiligen. Maria ist die „Erste unter Gleichen“, das vorzüglichste aller Geschöpfe, weil sie den Erlöser geboren hat. Doch sie ist eben geschöpflich und keineswegs göttlich wie ihr Sohn – sie ist eine Voll-Erlöste, von Gott einzigartig begnadete Heilige, CHRISTUS hingegen ist unser Erlöser.

Es gereicht der Katholischen Kirche zur Ehre, daß sie keine „Erscheinung“ seit 2000 Jahren so „beinhart“ abgelehnt hat wie Heroldsbach: sowohl der Vatikan in Rom (in mehreren Verbots- Dekreten der Glaubenskongregation mit ausdrücklicher Zustimmung von Papst Pius XII.) wie auch der Bischof des Bistums Bamberg: alle „Seherinnen“ wurden exkommuniziert.

Alle Priester, die für Heroldsbach Reklame machten oder zum „Erscheinungsberg“ pilgerten, wurden suspendiert. Auch die Gläubigen wurden eindringlich davor gewarnt, nach Heroldsbach zu wallfahren. Zehntausende „Schäflein“ gingen in die Irre, wußten es „besser“ und mißachteten das Verbot.

Nachdem die Wallfahrten nach Heroldsbach trotz kirchlichem Nein jahrzehntelang weitergingen, glaubte der Bischof von Bamberg, die „unendliche Geschichte“ dadurch unter seine „Kontrolle“ zu bringen, daß er den Erscheinungsort flugs in eine „anerkannte Gebetsstätte“ umwandelte – nach der Devise: Erscheinung Nein, Gebetsort Ja.

Man fragt sich freilich, ob eine gotteslästerliche Erscheinung das passende Fundament für eine offizielle „Gebetsstätte“ sein kann, zumal wohl die wenigsten Pilger diesen feinsinnigen Unterschied nachvollziehen, wie die aktuellen Schlagzeilen und Vorgänge in Heroldsbach bestätigen.

Insofern ist dieser scheinbare „Ausweg“ ein Holzweg, eine vom Ergebnis her unverantwortliche Irreführung der Gläubigen, die dringend beendet werden sollte.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster  /  Mailkontakt: felizitas.kuble@web.de

 


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