Medjugorje: Monatsbotschaft an “Seherin” Marija betont Weitergabe der “Schönheit”

Von Felizitas Küble

Am 25. September wurde in der (kirchlich nicht anerkannten, aber weithin bekannten) Pilgerstätte Medjugorje eine neue “Monatsbotschaft” verkündet, die  – wie es in der offiziellen Mitteilung von dort heißt  - “in besonderer Weise an die ganze Welt gerichtet ist”. DSC07339

Empfängerin der Privatoffenbarung ist die Visionärin Marija Pavlovic-Lunetti, die  – eigenen Angaben zufolge – tägliche Erscheinungen der Gottesmutter erlebt  – und dies seit über 33 Jahren, nämlich seit dem 24. Juni 1981. 

Angeblich präsentiert sich die Madonna der Familienmutter als “Königin des Friedens”. Die “Monatsbotschaften” werden stets veröffentlicht; die jüngste lautet wie folgt:

„Liebe Kinder! Auch heute rufe ich euch auf, dass auch ihr wie die Sterne seid, die mit ihrem Glanz dem Nächsten Licht und Schönheit geben, um sich zu freuen.

Meine lieben Kinder, seid auch ihr Glanz, Schönheit, Freude und Frieden und insbesondere das Gebet für all jene, die fern von meiner Liebe und der Liebe meines Sohnes Jesus sind.

Meine lieben Kinder, bezeugt euren Glauben und euer Gebet in Freude, in der Freude des Glaubens, der in euren Herzen ist, und betet für den Frieden, der eine wertvolle Gabe von Gott ist. Danke, dass ihr meinem Ruf gefolgt seid!“

Auf den ersten Blick klingt diese angebliche Himmelsmitteilung wieder einmal fromm und nett. Freilich fragt man sich bei näherer Betrachtung Folgendes:

1. Wozu die zweifache Aufforderung an die “lieben Kinder”, sie sollten dem Nächsten “Schönheit” geben? Welche “Schönheit”? Leibliche, geistige, geistliche?

2. Weshalb zweimal der Appell, “Glanz” zu sein für die anderen?  – Als Christen sollen wir das Licht der Welt sein  –  von “Glanz” ist in der Heiligen Schrift nicht die Rede.  Davon, daß wir für andere “Schönheit” sein sollen, übrigens auch nicht.

3. Reichlich merkwürdig wirkt zudem betr. der Ungläubigen der Hinweis auf jene, die “fern von meiner Liebe und der Liebe meines Sohnes Jesus sind”.  –  Warum sollte die wahre Gottesmutter   z u e r s t   ihre Liebe und danach die Liebe ihres göttlichen Sohnes erwähnen?  – Selbstverständlich ist die umgekehrte Reihenfolge angesagt!

Bild: Evita Gründler

 

 


Medjugorje: 33 Jahre mal unendlich

Von Felizitas Küble

Mirjana Dragicevic-Soldo, eine der “Seherinnen” aus Medjugorje, einer kirchlich nicht anerkannten “Erscheinungsstätte”, erhielt tägliche “Besuche” der Madonna vom 24.6.1981 bis 25.12.1982. madonna-medj

Später erschien ihr die “Gospa” bzw.  Himmelsmutter  –  eigenen Angaben zufolge  –  zunächst zu ihrem jährlichen Wiegenfest, seit dem 2.8.1987 angeblich regelmäßig an jedem 2. Tag des jeweiligen Monats, um eine sog. “Privatbotschaft” zu übermitteln, die danach per Internet-Newsletter verbreitet wird.

BILD: Ein sog. Medjugorje-“Wunderfoto”, in Anhängerkreisen stark verbreitet. (Infos zur Pro-Medju-Quelle: 
HIER.) Man beachte die obere Hand der “Madonna”…

Die Visionärin verfügt also seit 33 Jahren über einen direkten Draht nach oben,  auf daß sie die “unendliche Liebe” des “unendlichen himmlischen Vaters” erfährt, wie die “Gospa” der Seherin jüngst erläuterte.

Wir zitieren hier die aktuelle “Botschaft” vom 2. September dieses Jahres vollständig:

„Liebe Kinder! Ich, eure Mutter, komme erneut unter euch aus Liebe, die kein Ende hat, von der unendlichen Liebe des unendlichen himmlischen Vaters.

Und während ich in eure Herzen schaue, sehe ich, dass viele von euch mich als Mutter annehmen und ihr mit aufrichtigem und reinem Herzen meine Apostel sein möchtet. Aber, ich bin auch die Mutter von jenen von euch, die ihr mich nicht annehmt und in der Härte eures Herzens die Liebe meines Sohnes nicht kennenlernen möchtet.

Und ihr wisst nicht, wie sehr mein Herz leidet und wie sehr ich meinen Sohn für euch bitte. Ich bitte Ihn, dass Er eure Seelen heilt, denn Er kann dies.

Ich bitte Ihn, dass Er euch mit dem Wunder des Heiligen Geistes erleuchtet, damit ihr aufhört, Ihn immer von neuem zu verraten, zu verfluchen und zu verwunden. Mit ganzem Herzen bete ich, dass ihr begreift, dass nur mein Sohn das Heil und das Licht der Welt ist.

Und ihr, meine Kinder, meine lieben Apostel, tragt immer meinen Sohn in euren Herzen und Gedanken. Ihr tragt so die Liebe. All jene, die Ihn nicht kennen, werden Ihn in eurer Liebe erkennen. Ich bin immer an eurer Seite.

Auf besondere Weise bin ich an der Seite eurer Hirten, weil mein Sohn sie gerufen hat, um euch auf dem Weg zur Ewigkeit zu führen. Ich danke euch, meine Apostel, für das Opfer und die Liebe.”

Hieraus ergeben sich folgende kritische Nachfragen und Einwände: 1_0_744292

1. Maria wird in der Kirche als geistliche Mutter der Christgläubigen verehrt, nicht jedoch als Mutter der Ungläubigen. Dem widerspricht der zweite Absatz dieser “Offenbarung”.

2. Marias Herz “leidet” keineswegs, denn die Gottesmutter befindet sich in der ewigen Seligkeit  – und im Himmel gibt es kein Leid und kein Erleiden.  –  Zudem hätte man gerne gewußt, warum es nach 33 Jahren “Erscheinungen” immer noch nötig ist, daß Christus die “lieben Kinder” bzw. deren Seelen “heilt”. Die Begründung “denn Er kann dies” beantwortet nicht die Frage, was mit “Heilung” genau gemeint ist und warum eine solche bei den “lieben Kindern” erforderlich ist. 

3. Dann wird den “lieben Kindern” ganz unliebsam vorgehalten, daß sie Christus “verraten, verfluchen und verwunden”. Aber es gibt Abhilfe, nämlich ein “Wunder des Heiligen Geistes”, was immer das sein  mag. In der Kirche sind zwar die Sieben Gaben des Hl. Geistes bekannt, welche uns im Sakrament der Firmung vermittelt werden, zudem die vom Hl. Paulus genannten Früchte des Hl. Geistes. Von einem speziellen “Wunder des Heiligen Geistes” berichtet freilich weder die Bibel noch die kirchliche Verkündigung.

4.  Nachdem erst viel Süßes, dann viel Saures verteilt wurde, folgt wieder der übliche Zuckerguß  mit dem genauen Gegenteil, denn nun sind die “Kinder” sogar die “lieben Apostel” der Gottesmutter, die Unglaubliches zu erreichen vermögen, nämlich daßall jene, die IHN nicht kennen, IHN in eurer Liebe erkennen werden”.  –  Bei soviel Missionserfolgen (“all jene”) kann die Kirche wohl ihre Apostolatstätigkeit einstellen.

5.  Abschließend heißt es, daß Christus die kirchlichen Hirten gerufen habe, die “Kinder” bzw. “Apostel” auf dem “Weg zur Ewigkeit” zu führen. In die “Ewigkeit” gehen freilich ohnehin alle Seelen ein, dazu bedarf es keiner Hirten, denn Himmel, Fegefeuer und Hölle “befinden” sich allesamt im Jenseits, also in der “Ewigkeit”. Folglich werden alle Menschen die “Ewigkeit” nach ihrem Ableben in irgendeiner Weise kennenlernen…

Felizitas Küble leitet das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt


Medjugorje – eine unendliche Geschichte?

Von Felizitas Küble

Obwohl sich die für Medjugorje zuständigen Oberhirten (erst Bischof Zanic, danach Peric) deutlich gegen die Echtheit der angeblichen “Marienerscheinungen” ausgesprochen haben, obwohl die dortige Bischofskonferenz zweimal amtlich erklärte, keine “Übernatürlichkeit” jener Phänomene feststellen zu können, behaupten viele Medju-Anhänger immer wieder, “die Kirche” könne kein endgültiges Urteil über diese Privatoffenbarung verkünden, solange die Erscheinungen in Medjugorje anhalten. bildma1

Diese Sichtweise ist jedoch kirchenrechtlich unsinnig und historisch unhaltbar, wie allein schon der Fall Heroldsbach (Bistum Bamberg) zeigt: Jene “Marienerscheinungen” Anfang der 50er Jahre wurden sehr wohl kirchlich eindeutig abgelehnt, obwohl sie jahrelang weiter andauerten.

Sodann wird von Medjugorje-bewegter Seite mitunter der irreführende Eindruck erweckt, als sei allein schon die Einrichtung der vatikanischen Untersuchungskommission eine Art “Seitenhieb” gegen den dortigen kritischen Bischof; als diene dieses Gremium quasi als eine “Korrektur-Instanz”.

Auch diese Deutung ist haltlos, wie erneut das Beispiel Heroldsbach belegt: Damals gelangte der dortige Bischof zu einem klaren “Nein” gegenüber den vermeintlichen Erscheinungen  – und diese Ablehnung wurde von der römischen Glaubenskongregation (damals: Hl. Offizium) bestätigt und von Papst Pius XII. bekräftigt. media-372515-2

Laut Kirchenrecht ist der Diözesanbischof zuständig für die Beurteilung von Privatoffenbarungen  –  und der Vatikan schaltet sich nur dann ein, wenn es der betreffende Bischof wünscht oder wenn die Phänomene (wie im Fall Medjugorje) internationale Ausmaße annehmen (Millionen Pilger aus aller Herren Länder).

Gleichwohl stellt sich die Frage, ob in puncto Medjugorje evtl. deshalb nach über 33 Jahren noch kein Ende der “Erscheinungen” in Sicht ist, weil so der Anhängerschar suggeriert werden kann, solange die “himmlischen Botschaften” anhalten, könne die Kirche angeblich kein definitives Urteil fällen.

Wo bleibt das angekündigte “sichtbare Zeichen”?

Ein weiterer pikanter Gesichtspunkt könnte zudem auch eine Rolle spielen:

Bereits Anfang der 80er Jahre wurde von Medjugorje-Sehern öffentlich angekündigt, daß die Erscheinungen am Ende durch ein auffallendes Wunder bzw. “sichtbares Zeichen” in aller Öffentlichkeit bezeugt bzw. vom Himmel her bestätigt würden.

Es handle sich hierbei um ein “Zeichen, das der Menschheit gegeben” wird und das ihrer Bekehrung dienen solle.

Hierzu heißt es auf der Medjugorje-Webseite wörtlich:

“Nach den Ankündigungen wird das sichtbare Zeichen am Ort der Erscheinungen von Medjugorje auftreten, damit die ganze Welt es sehen kann. Das Zeichen wird als Beweis für die Erscheinungen gegeben und damit die Menschen wieder zum Glauben kommen.”  

(Quelle hier –  unter “Botschaft” vom 26.12.1982: http://www.medjugorje.de/botschaften/alle-botschaften/page/39.html?tx_medjumessage_pi1%5Bcontroller%5D=Message)

Das bedeutet, daß die Medjugorje-Seher sich durch diese Ankündigung gewissermaßen selbst die Hände gebunden haben, denn wenn die “Erscheinungen” beendet werden, muß der “Menschheit” dieses “sichtbare Zeichen” geboten werden.

Alles Weitere liegt auf der Hand.

DIESER ARTIKEL wurde auch auf KATHNEWS übernommen: http://www.kathnews.de/medjugorje-eine-unendliche-geschichte

 

 


Medjugorje: Die “Mutter der ganzen Welt” sendet die “Apostel meines Lichtes”…

“Privatbotschaft der Muttergottes” vom 2. Juli 2014 an Mirjana Dragicevic-Soldo:

„Liebe Kinder! Ich, Mutter von euch, die ihr hier versammelt seid, und Mutter der ganzen Welt, segne euch mit dem mütterlichen Segen und rufe euch auf, euch auf den Weg der Demut zu begeben.

Dieser Weg führt zum Kennenlernen der Liebe meines Sohnes. Mein Sohn ist allmächtig, Er ist in allem. Wenn ihr, meine Kinder, dies nicht erkennt, dann regiert über eure Seele Dunkelheit/Blindheit. Nur die Demut kann euch heilen.  1_0_744292

Meine Kinder, ich habe immer demütig, mutig und in Hoffnung gelebt. Ich wusste, ich habe es erkannt, dass Gott in uns ist und wir in Gott. Das gleiche ersuche ich von euch.

Ich möchte euch alle mit mir in der Ewigkeit haben, denn ihr seid ein Teil von mir. Auf eurem Weg werde ich euch helfen.

Meine Liebe wird euch umhüllen wie ein Mantel und aus euch Apostel meines Lichtes, des Lichtes Gottes machen. Mit der Liebe, die aus der Demut hervorkommt, werdet ihr Licht bringen, wo Dunkelheit/Blindheit herrscht.

Ihr werdet meinen Sohn, der das Licht der Welt ist, bringen. Ich bin immer bei euren Hirten und bete, dass sie euch immer ein Vorbild der Demut seien. Ich danke euch.”

Kritische Hinweise hierzu:

Diese sogenannte “Privatbotschaft” der Erscheinungs-“Madonna” von Medjugorje an die “Seherin” Mirjana erfolgt seit vielen Jahren stets am zweiten Tag eines jeden Monats. Diese angeblichen Worte Mariens werden nicht direkt veröffentlicht, aber vom Medjugorje-Zentrum per Newsletter verbreitet.

Den Angaben der Seher zufolge erscheint die “Gospa” (dortiger Titel für die Gottesmutter) schon seit über 33 Jahren regelmäßig bis täglich  –  und sie gibt zahlreiche “Botschaften”, wobei es sich um eine kirchlich nicht anerkannte Privatoffenbarung handelt.

Zur jüngsten “Botschaft”  –  wir haben oben mit Linien einige Sätze hervorgehoben  – seien nun einige Kritikpunkte angemerkt:

1. Den Marientitel “Mutter der ganzen Welt” kennt weder das kirchliche Lehramt noch die “Lauretanische Litanei”. Er erinnert fast an altertümliche heidnische Vorstellungen einer “Muttergottheit”.  – Die selige Jungfrau ist die Hilfe der Christen und die geistliche Mutter der Gläubigen; Papst Paul VI. bezeichnete sie bekanntlich als “Mutter der Kirche”, aber nicht als “Mutter der ganzen Welt”.

2. Zu der Aussage: “Ich habe immer demütig, mutig und in Hoffnung gelebt”: Warum sollte sich die wahre Madonna ihrer Demut und weiterer Tugenden selber rühmen?  –  In dem tatsächlich von ihr stammenden Magnificat (ihrem biblischen Lobgesang aus dem Lukasevangelium) lenkt sie den Blick vielmehr auf Gottes große Taten, nicht auf den eigenen Mut, Demut etc.

3. Die Erscheinungs-“Maria” will also “euch alle” mit ihr in der “Ewigkeit” haben  –  aber im Jenseits werden sich einst ohnehin die Seelen aller Menschen befinden, auch der verlorenen.  –  Zudem hätte man gerne gewußt, warum die “Gospa” erklärt: “Ihr seid ein Teil von  mir.”  – Was mag dies bedeuten? Welchen theologischen Sinn hat denn eine solche Aussage?

4. Christus selbst ist als göttlicher Erlöser das “Licht der Welt”, wie ER selber bezeugt. Wie kann folglich “Maria” erklären, sie wolle “aus euch Apostel meines Lichtes, des Lichtes Gottes machen”. Als Geschöpf besitzt Maria aus sich selber heraus kein Licht, sondern allein GOTT selbest – und sie hat gnadenhalber einen besonders vorzüglichen Anteil davon erhalten. 

Zudem könnte die Aussage (“meines Lichtes, des Lichtes Gottes”) so verstanden werden, als ob sie sich über diese Licht-Metapher mit Gott gleichsetzen wolle. Etwas derart Verwegenes, ja Gotteslästerlichen würde sich die wahre Gottesmutter selbstverständlich niemals anmaßen.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks und des KOMM-MiT-Verlags in Münster

 

 


Neue Monats-Botschaft von Medjugorje erneut seltsam

Die Monatsbotschaft  an die “Seherin” Marija vom 25. Mai 2014 lautet wieder einmal etwas merkwürdig:

“Liebe Kinder! Betet und seid euch bewusst, dass ihr ohne Gott Staub seid. Deshalb, wendet eure Gedanken und euer Herz Gott und dem Gebet zu. Vertraut in Seine Liebe. Im Geist Gottes seid ihr, meine lieben Kinder, alle aufgerufen Zeugen zu sein.

Ihr seid wertvoll und ich rufe euch, meine lieben Kinder, zur Heiligkeit, zum ewigen Leben, auf. Deshalb, seid euch bewusst, dass dieses Leben vergänglich ist. Ich liebe euch und rufe euch zu einem neuen Leben der Bekehrung auf. Danke, dass ihr meinem Ruf gefolgt seid!”media-372515-2

Wir sollen uns also klarmachen, dass wir “ohne Gott Staub sind”, heisst es diesmal. Dies ist freilich theologischer und auch logischer Unfug, mag er sich auch fromm anhören:

Wir Menschen sind bereits auf Erden Geschöpfe aus Leib und Seele, also keineswegs nur Staub. Selbst der menschliche Leib, der Staub ist und zum Staub zurückkehrt (wobei es insoweit keinen Unterschied zwischen Gottgläubigen und Ungläubigen gibt), ist zur einstigen Auferstehung berufen.

Sodann heisst es, dass wir unser Herz Gott und dem Gebet zuwenden sollen. Natürlich gehört das Gebet zum Christenleben. Aber warum werden in den Medju-Botschaften so selten die Gebote Gottes erwähnt? Das Gebet allein macht nicht selig, Christus fordert uns auch eindringlich dazu auf, die göttlichen Gebote einzuhalten.

Zudem wirkt es seltsam, wenn die “lieben Kinder”  nach 33 Jahren “Erscheinungen”  immer noch zur Bekehrung aufgerufen werden…

 


Medjugorje: Sentimentale Jahresbotschaft der “Gospa” an Mirjana am 18. März 2014

Seherin Mirjana Dragicevic-Soldo erlebte “Marienerscheinung”  

Der Medjugorje-Visonärin Mirjana wird   –  eigenen Angaben zufolge  –  allmonatlich von der Himmelsmutter mit einer “Privatbotschaft” und einmal jährlich mit einer öffentlich verbreiteten Offenbarung beglückt, die “an die ganze Welt gerichtet” ist.

Diese “Jahresbotschaft” erhält Mirjana alljährlich am 18. März, weil sie an diesem Tag ihren Geburtstag begeht. Auch das Wiegenfest ihrer Seherschar weiß die “Gospa” (wie die Gottesmutter in Kroatien gerne genannt wird) durchaus zu würdigen. rosa-mystica6

Hier folgt zunächst der vollständige Wortlaut der gestrigen Jahresbotschaft (Linien zwecks Hervorhebung von uns):

“Liebe Kinder! Als Mutter möchte ich euch von Hilfe sein. Ich möchte euch mit meiner mütterlichen Liebe helfen, euer Herz zu öffnen und dass ihr darin meinen Sohn auf den ersten Platz stellt.

Ich wünsche, dass euch durch eure Liebe zu meinem Sohn und durch euer Gebet das Licht Gottes erleuchtet und dass euch die Barmherzigkeit Gottes erfüllt. Ich wünsche, dass so die Finsternis und der Schatten des Todes, der euch umgeben und verführen möchte, vertrieben werden.

Ich wünsche, dass ihr die Freude des Segens der Göttlichen Verheißung fühlt. Ihr, Kinder des Menschen, ihr seid Kinder Gottes, ihr seid meine Kinder. Deshalb, meine Kinder, geht auf den Wegen, auf denen euch meine Liebe führt, die euch Demut und Weisheit lehrt, und den Weg zum himmlischen Vater findet.

Betet mit mir für jene, die mich nicht annehmen und mir nicht nachfolgen, jene, die wegen der Härte ihres Herzens die Freude der Demut, der Frömmigkeit, des Friedens und der Liebe nicht spüren können –  die Freude meines Sohnes. Betet, dass euch eure Hirten mit ihren gesegneten Händen immer die Freude des Segens Gottes geben. Ich danke euch!” 

Der offensichtlich kitschige und sentimentale Text lohnt keine ausführliche Besprechung. Daher beschränken wir uns auf wenige Anmerkungen:

1. Priester (“eure Hirten”) haben nicht nur “gesegnete” Hände, sondern geweihte (Priesterweihe). Zudem kommt es nicht auf die “Freude” des göttlichen Segens an, sondern auf den Segen als solchen.

2. Nun soll also die “Freude” des Segens der göttlichen Verheißungen “gefühlt” werden, die “Freude” der Demut soll “gespürt” werden. Besteht diese Medjugorje-Religion fast nur noch aus Gefühlen? Eine Wellness-Frömmigkeit vor allem für empfindsame Frauen  – und die Kirche als Wohlfühlanstalt?

3. Diese angebliche Maria beschwert sich über jene, die “mir nicht nachfolgen”: Die Madonna ist sicherlich das größte Vorbild und die am meisten Begnadete unter allen Geschöpfen, aber als Gläubige sind wir zur Nachfolge CHRISTI aufgerufen. Merkwürdige Akzentverschiebungen sind hier durchaus fehl am Platze.

HINWEIS: Hier gibt es die “Jahresbotschaft” vom 18.3. dieses Jahres im Livestream, wobei ein Zwiegespräch zwischen der “Seherin” und jener “Erscheinung” stattzufinden scheint (davon ist in der verkündeten Fassung allerdings nichts wahrzunehmen); zudem wirkt die Dauer der Vision für jenen kurzen Botschaftstext erstaunlich lange; man beachte zudem Mimik und Gestik der Visionärin: http://www.youtube.com/watch?v=BlS0eNXpuFY

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

 


Bischof Pavao Zanic: “Mamma Ebe” als warnendes Beispiel für Falschmystik

Ebe Giorgini aus Italien ist die Gründerin eines kirchlich nicht anerkannten Frauen-“Ordens”; sie erblickte 1934 in Bologna das Licht der Welt. Die angebliche Heilerin und Seherin wurde wegen Betrug und mißbräuchlicher “Heilkunst” 2008 zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt.   Tzanic

Die aufsehenerregenden Vorgänge um diese Falschmystikerin veranlaßten den italienischen Regisseur Carlo Lizzani zu einem reißerischen Kinofilm unter dem Titel “Mamma Ebe”.

Im Sinne einer Warnung vor falschen Sehern, Heilern und “Stigmatisierten” weist auch Bischof Pavao Zanic (siehe Bild) von Mostar auf diesen Fall hin  –  und zwar in seiner Stellungnahme gegen Medjugorje; dort findet sich seine Darstellung der vermeintlichen Visionärin “Ebe”  unter Punkt 26 (siehe hier der vollständige Artike: http://charismatismus.wordpress.com/2011/06/03/warnung-vor-medjugorje/).

Dieser Bischof aus Bosnien-Herzegowina war anfangs ein Befürworter von Medjugorje, bis er sich unter dem Gewicht vieler Fakten und eigener unerquicklicher Erfahrungen mit den dortigen “Sehern” zu einem Gegner wandelte. 

Auch sein Nachfolger, der für die Pfarrei Medjugorje zuständige Oberhirte Dr. Ratko Peric, ist ein entschiedener Kritiker der angeblichen “Marienerscheinungen” von Medjugorje.

Hier folgen nun die Ausführungen von Bischof Zanic zur Causa “Mamma Ebe”:

“Die Italiener kennen gut die Geschichte von Gigliole Ebe Giorgini, Gründerin des falschen Ordens “Pia Opera di Gesu Misericordioso”. Diese Frau ist geschieden und hat wieder zivil geheiratet. Sie betrieb Pseudomedizin, sammelte Mädchen für ihren Orden, erhielt viel Geld und hatte mehrere Häuser.

In ihrem Dienst waren auch zwei Priester. Sie selbst führte ein Doppelleben und trug falsche Stigmen, die sie sich selbst angebracht hatte. Ihre ‘Schwestern’ folgten ihr fanatisch und nannten sie ‘Mamma Ebe’.

In ihrem Orden befanden sich auch männliche Geistliche. Aber einige ‘Schwestern’, die sie verlassen hatten, erzählten, daß sie ein unmoralisches Leben führe. Als ‘Ordensgründerin’ hatte sie viel Schmuck, Geld, zwei Jachten, mehrere Pelzmäntel usw.

In der Kirche klagten viele sie an; andere verteidigten sie fanatisch und beriefen sich auf gute Früchte. So erhielt sie Lob und Anerkennung von zwei Bischöfen.

Zweimal war die Polizei nachts in ihr Zimmer im Mutterhaus eingedrungen und hatte sie mit einem ihrer Studenten der Theologie ‘in flagranti’ ertappt. Es kam zum Skandal.

Zweimal wurde sie zu mehreren Jahren Haft verurteilt, zusammen mit einem Franziskaner, der ihr Beichtvater war. Die Zeitungen belustigten sich jahrelang über ihre Skandale. Es wurde darüber ein schmutziger Film produziert. Trotzdem verteidigten sie ihre ‘Schwestern’ fanatisch und blindlings. Das taten sie auch noch, nachdem der Orden zerstört war.

Für sie war diese Frau eine Heilige, die Berufungen sammelte, und das war ein Argument für viele: An ihren Früchten wird es offenbar, daß sie Gott dient?”

Bild: Bistum Mostar


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