12 Uhr Mittag: Gibt es eine “Gnadenstunde” am 8. Dezember ?

Scheinfromme Irreführung durch die “Erscheinungen” der Rosa Mystica

In vielen erscheinungsfrommen Webseiten und Blättchen wird derzeit auf die sog. „Gnadenstunde“ von 12 bis 13 Uhr hingewiesen, die sich auf den heutigen 8. Dezember bezieht. Diese Zeit soll besonders dem Gebet gewidmet sein.

Beten ist immer gut, doch warum  –  so fragt man sich  –  gerade dieser Zeitpunkt? Und weshalb der Name „Gnadenstunde“? Ist nicht jede Stunde für die Gläubigen eine Zeit der Gnade? 

Foto: Bernd F. Pelz

Foto: Bernd F. Pelz

Diese Spezial-Andacht geht in Wahrheit zurück auf die kirchlich nicht anerkannten „Marienerscheinungen“ im italienischen Städtchen Montichiari, konkret auf die Vision vom 8. Dezember 1947, in der die „Madonna“ gesagt haben soll:

“Ich wünsche, daß alljährlich am 8. Dezember zur Mittagszeit die „Gnadenstunde für die Welt“ begangen werde. Durch diese Andachtsübung werden viele geistliche und leibliche Gnaden empfangen.  Ich wünsche, daß die Gnadenstunde in der ganzen Welt verbreitet werde. In Bälde wird man die Größe dieser Gnadenstunde erkennen. Für alle Kinder, die meinen Worten Gehör schenken, habe ich schon eine Fülle von Gnaden bereitet.“

Merkwürdig: hier werden „leibliche Gnaden“ zugesagt, was immer dies bedeuten mag: die kirchliche Lehre kennt weder diesen Begriff noch den Inhalt.

Überdies kann die Gottesmutter keine „Fülle von Gnaden“ bereiten, da GOTT selbst es ist, der Gnaden „bereitet“   –  die Madonna  kann diese Gnaden durch ihre Fürsprache an die Gläubigen vermitteln, doch sie ist als Geschöpf nicht selber die Quelle der Gnaden.

Warum gilt gerade die Mittagszeit als „Gnadenstunde“?

Ist das nicht etwas merkwürdig angesichts der Tatsache, daß genau diese „Mittagsstunde“ im alten germanischen Heidentum ebenso wie in der griechischen Göttermythologie (siehe PAN-Mythos) bereits als „heilig“ galt und in okkulten bzw neuheidnischen Kreisen heute noch in Ehren gehalten wird?

Diese Mittagsstunde wird quasi als spiritistische Ergänzung zur „Geisterstunde“ nachts zwischen 24 Uhr und 1 Uhr angesehen.

Hierzu heißt es im “Lexikon des Aberglaubens” (Heyne-Verlag) auf S. 163 unter dem Stichwort “Mittag”:  

“Nicht nur die Mittagszeit wurde als Geisterzeit angesehen, sondern auch der Mittag”  – und zwar deshalb:

“Ruhelose Tote kehrten besondes am Mittag wieder, am Johannistag konnte einem sogar der Teufel erscheinen. Mittags sollte man sich hüten, das Haus zu säubern, da man sonst das Glück hinauskehrte. Ebenso vermied man es zu arbeiten, da sonst die Mittagsgeister ausfgeschreckt würden.”

Eine weitere Frage:  Warum die Forderung nach einer „Gnadenstunde“ gerade am 8. Dezember, dem Hochfest der Erwählung Mariens, der makellosen Empfängnis der Gottesmutter?!

Findet hier eine  –  auf den ersten Blick  fromm-erscheinende  –  „Verdrängung“ statt?

Soll hier das Immaculata-Dogma überlagert werden durch eine Konzentration auf die Erscheinungsmadonna der „Rosa Mystica“? Warum soll diese spezielle Andacht gerade an diesem Hochfest stattfinden? 

Steht hier nun eine Erscheinungs-Maria im Mittelpunkt oder das Hochfest der makellosen Empfängnis Mariens?!

Zudem soll das Erscheinungs-Phänomen an jenem 8.12.1947 noch Folgendes verkündet haben:

“Es sind immer noch die stillen, verborgenen Beter-, Opfer- und Sühneseelen, die das Erbarmen des Herrn auf die Welt herabziehen. Jetzt ist die Stunde des Gebetes, die Stunde des guten Beispiels, die Stunde des Opfers, der Treue und des mutigen Einsatzes! Das Gebet, die Opfer und die Sühne so vieler Seelen verhindern, daß das wahre Strafgericht Gottes über die Menschheit kommt. Ich brenne vor Liebe und Verlangen, die Welt zu retten!”

Hierzu ist aufgrund biblischer und kirchlicher Lehre festzuhalten:

1. Die Madonna kann die Welt nicht retten, sondern GOTT allein durch unseren HERRN Jesus Christus. Die Gottesmutter kann freilich durch ihre mächtige Fürsprache vielfach Gottes Gnaden für uns erbitten, aber diese nicht selber hervorbringen.

2. Die Erscheinungs-Behauptung ist falsch, wonach die “Sühneseelen” es seien, die “das Erbarmen des HERRN auf die Welt herabziehen”. Vielmehr wird das Erbarmen des HERRN durch das Erlösungswerk Christi und die hieraus entstandenen Sakramente der Kirche für die Welt wirksam.

3.  Falsch ist auch die Aussage, wonach “das Gebet, die Opfer und die Sühne so vieler Seelen”  es “verhindern” könne, daß das “wahre Strafgericht Gottes über die Menschheit” komme. 

Die Heilige Schrift bzw. unser göttlicher Erlöser selbst hat endzeitliche Plagen angekündigt, die durch nichts “verhindert” werden können, sondern sicher eintreffen werden, denn Gottes Wort ist die Wahrheit!

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

AUSFÜHRLICHER ARTIKEL zur “Rosa Mystica” siehe hier: http://charismatismus.wordpress.com/2011/06/10/montichiari-und-die-%E2%80%9Eerscheinungen%E2%80%9C-der-%E2%80%9Erosa-mystica%E2%80%9C/


Botschaften des Himmels?

Info-Broschüre über Charismatik und Falschmystik

Im Frühjahr 2008 erschien im Münsteraner KOMM-MIT-Jugend-Verlag die 52-seitige, großformatige (DIN-A-4) Info-Broschüre “Botschaften des Himmels?”  mit dem Untertitel “Charismatik und Falschmystik unter der Lupe”.

Diese fundierte Schrift, die vor allem von Theologen, Priestern und Wallfahrtsleitern bestellt wurde, befaßt sich mit grundsätzlichen Fragen zum Bereich Marienverehrung, Mystik, Charismatik, Erscheinungen  – aber auch kritisch mit einzelnen Themen, die vielen Gläubigen auf den Fingern brennen, darunter:

Endzeitpanik
Endzeitschwärmerei
Heroldsbach
Medjugorje
La Salette
Montichiari (Rosa Mystica)
Psychotechniken
Charismatische Praktiken (“Ruhen im Geist” etc)
Biblische Warnungen vor falschen Propheten etc.

Wer interessiert ist und diese Broschüre lesen bzw. gezielt weitergeben möchte, kann sie für nur  5,95 € einschließlich Versandkosten beziehen bei:   KOMM-MIT-Verlag, 48167 Münster, Schlesienstr. 32, Tel. 0251-615151, Fax 0251-614020, Mail: Felizitas.kueble@web.de

 

 

 


Montichiari und die Erscheinungen der „Rosa Mystica“

Kirchlich nicht anerkannte “Privatoffenbarung” aus Italien

Das Bild und die Statue der „Rosa Mystica“ sind in marianischen Kreisen weitverbreitet; zuweilen sieht man diese Mariendarstellung auch in Kirchen, Klöstern und Kapellen, sehr häufig in Wohnzimmern erscheinungsgläubiger Katholiken oder als Abbildung in Andachtsbüchern und Jahreskalendern (etwa dem bekannten „Haussegen“-Kalender). rosa-mystica6

Bei diesen Statuen soll es öfter zu „übernatürlichen“ Vorgängen wie Tränen, Bluttränen oder Rosenduft gekommen sein. Besonders bekannt wurde in diesem Zusammenhang die „Tränenmadonna“ von Maasmechelen in Belgien, die Anfang der 80er Jahre für erhebliches Aufsehen sorgte.

(Hinweise über “Tränen-Madonnen” von erscheinungsbewegter Seite siehe hier: http://www.das-graue-tagebuch.de/html/1089113-weinende_rosa_mystika-.html)

Ähnlich bekannt ist die sog. „Gnadenstunde“ am 8. Dezember von 12 bis 13 Uhr, die auf die Erscheinungen der „Rosa Mystica“ zurückgeht und von ihr gefordert wurde.  

Dabei versprach die „Madonna“ am 8. Dezember 1947 hierzu:

„Durch diese Andachtsübung werden viele geistliche und leibliche Gnaden empfangen. Ich wünsche, daß die Gnadenstunde in der ganzen Welt verbreitet werde. In Bälde wird man die Größe dieser Gnadenstunde erkennen. Für alle Kinder, die meinen Worten Gehör schenken, habe ich schon eine Fülle von Gnaden bereitet.“

Merkwürdig: hier werden „leibliche Gnaden“ zugesagt, was immer dies bedeuten mag: die kirchliche Lehre kennt hier weder den Begriff noch den Inhalt.

Dennoch feiert diese „Gnadenstunde“ in deutschen Landen fröhliche Urständ. Wenn beispielsweise in der charismatisch orientierten Gebetsstätte Wigratzbad im Allgäu diese „Gnadenstunde“ am 8. Dezember alljährlich feierlich begangen wurde, war der Pilgerandrang sehr groß.

Schon an diesem Punkt ergeben sich zwei Fragen: Warum gilt gerade diese Uhrzeit als „Gnadenstunde“? Ist das nicht etwas seltsam angesichts der Tatsache, daß exakt diese „Mittagsstunde“ im alten germanischen Heidentum ebenso wie in der griechischen Göttermythologie (siehe PAN-Mythos) bereits als „heilig“ galt und in okkulten bzw neuheidni-schen Kreisen heute noch in Ehren gehalten wird? Diese Mittagsstunde wird gewissermaßen als esoterische Ergänzung zur „Geisterstunde“ nachts zwischen 24 Uhr und 1 Uhr angesehen.

Warum gerade am 8. Dezember?

Sodann: Warum die Forderung nach einer „Gnadenstunde“ gerade am 8. Dezember, dem Hochfest der Erwählung Mariens, der makellosen Empfängnis der Gottesmutter.

Findet hier eine raffinierte „Verdrängung“ in pseudofrommer Verpackung statt? Soll hier das Immaculata-Dogma überlagert werden durch eine Konzentration auf die „Rosa Mystica“? Warum soll denn die spezielle Andacht zu einer Erscheinungs-„Madonna“ gerade an diesem Hochfest stattfinden? Wird hier der dogmatische Festinhalt listig verdrängt durch eine fromm wirkende „Gnadenstunde“?

Diese „Madonna mit den 3 Rosen“ (daher der Name Rosa Mystica = geheimnisvolle Rose) geht auf zahlreiche „Marienerscheinungen“ im ober-italienischen Städtchen Montichiari-Fontanelle zurück, die bereits 1947 begonnen haben und erst 1976 endeten.

„Schmusemadonna“ mit 3 Rosen auf der Brust

Die „begnadete Seherin“ Pierina Gilli sah die „Madonna“ bei der ersten Erscheinung mit 3 Schwertern, die ihre Brust durchbohrten, danach mit 3 Rosen (einer weißen, einer roten und einer goldenen).

Die Statue der Rosa Mystica wurde nach Angaben der Visionärin angefertigt; diese Darstellung ist aber keineswegs identisch mit der bekannten Madonna im Dom von Montichiari, wo sich einige Rosen zu Füßen der Gottesmutter befinden, wie man es ähnlich auch von klassischen Gemälden kennt.

Schon die Statue der Rosa Mystica sorgt für Meinungsverschiedenheiten. Manche Anhänger halten sie für ein Marienbild von besonderer Anmut. Kritiker sprechen von Kitsch, „Schmusemadonna“ oder gar „Fruchtbarkeitsgöttin“ (u.a. wegen der Hervorhebung weiblicher Merkmale durch 3 farbige große Rosen auf der Brust).

Das “Heiligtum“ der Erscheinung in Fontanelle liegt ca 15 km außerhalb von Montichiari und hat mit dem kirchlichen Dom nichts zu tun. Dennoch wird von Rosa-Mystica-Fans gern ein Zusammenhang hergestellt, auch auf Titelbilder von Werbebüchern (etwa jenem von Pfr. A. M. Weigl).

Die jahrzehntelangen „Erscheinungen“ wurden von den Bischöfen bzw Untersuchungskommissionen des betreffenden Bistums Brescia von Anfang an abgelehnt. Die Verurteilungen wurden mehrfach an alle Kirchentüren des Domes von Montichiari angeschlagen. Dennoch riß der Pilgerstrom zu Pierina Gilli nicht ab, zumal auch in Deutschland empfehlende Bücher über diese Rosa Mystica herauskamen.

Hierzu gehört auch „Maria – Rosa Mystica“ von Horst Mehring aus Essen (St. Grignion-Verlag, Altötting), das zahlreiche Auflagen erlebte und 1992 in der 7. Auflage erschien.

In der folgenden „Abhandlung“ über die „Botschaften“ der Rosa Mystica wird aus der 5. Auflage zitiert, die 1976 herauskam, also jenem Jahr, in dem die „Erscheinungen“ aufhörten.

Weist man Montichiari-Anhänger darauf hin, daß die Visionen der „Seherin“ Pierina von kirchlicher Seite nicht anerkannt wurden, bekommt man häufig zu hören, das sei wohl auch kein Wunder, da seit dem 2. Vatikanum viele Bischöfe „nicht mehr an Wunder glauben“, zudem die Marienverehrung sowieso kaum noch gefördert würde usw.

Kirchliches NEIN seit 55 Jahren

Hierbei wird übersehen, daß die kirchliche Untersuchungskommission bereits Anfang der 50er Jahre (also 10 Jahre v o r dem Konzil) ein negatives Urteil über diese „Privatoffenbarung“ fällte.

Genau umgekehrt wird also „ein Schuh draus“: Tatsache ist, daß das kirchliche Lehramt früher sehr viel kritischer gegenüber „Erscheinungen“ und ähnlichen Phänomenen auftrat, siehe zB. die eindeutige Ablehnung von Heroldsbach durch das Hl. Offizium inkl. strenger Kirchenstrafen für Heroldsbach-Verehrer (Suspension werbender Priester und Exkommunikation der „Seher“-Kinder).

Bis 1966 schrieb das Kirchenrecht vor, daß alle Bücher über Visionen und Erscheinungen der kirchlichen Genehmigung (Imprimatur) bedürfen. Leider sind diese Vorschriften, die eine notwendige Schutzmauer bildeten, 1966 unter Paul VI. gestrichen worden – vermutlich im Zusammenhang mit der Abschaffung des „Index“ (Liste verbotener Bücher).

Eine verhängnisvolle Entscheidung, weil nunmehr eine Flut von Pseudomystik auf die Gläubigen eindringen konnte und falschen Propheten auf diese Weise Tür und Tor geöffnet wurde.

In der Zeit vor dieser gefährlichen „Großzügigkeit“ hielt sich die Verbreitung von Falschmystik in Grenzen. Die Kirche wußte nicht zuletzt durch ihre jahrtausendelange Erfahrung, daß der Satan sich raffiniert als „Engel des Lichtes“ tarnen kann, um Christen mit dem süßen Gift seiner Lügen zu verführen, die er geschickt in fromme Worte verpackt. Wer von den Gläubigen würde denn sonst darauf hereinfallen?

Der hl. Apostel Paulus schrieb bereits über die „Lügenpropheten“:
“Sie sind hinterlistige Arbeiter, die sich als Apostel Christi ausgeben. Kein Wunder, denn der Satan selbst verkleidet sich als Engel des Lichts.“ (2 Kor 11,13 f)

Die Heilige Schrift warnt vor Trugbildern des „Vaters der Lüge“, die vor allem in der Endzeit stark zunehmen, wie Christus ankündigt:

„Wenn jemand zu euch sagt: „Schaut, hier ist Christus oder dort“, so glaubt es nicht! Denn es werden falsche Messiasse und falsche Propheten auftreten und große Zeichen und Wunder wirken, um womöglich auch die Auserwählten irrezuführen. Seht, ich habe es euch vorhergesagt!“ (Mt 24,23 ff)

Die Irrtümer von Montichiari

Nun zur Sache selbst, den „Botschaften“ der Rosa Mystica. Diese klingen auf den ersten Blick wunderbar fromm, ja konservativ, weshalb viele „marianische“ und „traditionelle“ KathoIiken gerne daran glauben.

Doch mit dem schillernden Köder wollen wir uns nicht aufhalten, sondern vielmehr den diabolischen „Kratzfuß“ aufzeigen, der sich bei aufmerksamer Analyse etlicher „Botschaften“ zeigt. – Hier einige Beispiele:

Die Rosa Mystica erklärte bei der 3. „Erscheinung“ in Fontanelle am 9.6.1966:
„Heute hat mich mein göttlicher Sohn Jesus Christus neuerdings hierhergesandt. Heute am Fronleichnamsfest, am Fest der Einheit und am Fest der Liebe. Wie sehr wünsche ich, daß dieser Weizen zu eucharistischem Brot würde in vielen Sühnekommunionen.“ (Siehe S. 34/35)

FRONLEICHNAM ist aber kein verschwommenes „Fest der Einheit und der Liebe“, sondern der Anbetung Christi im Altarsakrament. Auch der Begriff „eucharistisches Brot“ ist unklar; es geht um Leib und Blut Christi, um Seine wahre Gegenwart in den Gestalten von Brot und Wein.

Diese Wandlung geschieht keineswegs erst bei der hl. Kommunion – das wäre eine lutherische Vorstellung! – sondern vorher durch die sakramentalen Wandlungsworte des Priesters.

Zudem ist zwar der Kreuzestod Christi und die hl. Messe ein Akt der Sühne, die hl. Kommunion ist aber die Zuwendung dieses Sühneopfers, also seitens des Menschen die Annahme eines Geschenks (Gemeinschaft mit Christus, helfende Gnaden, Vergebung läßlicher Sünden). Was hat nun die hl. Kommunion mit „Sühne“ zu tun? Sühnen kann man zB durch Fasten, gute Werke, Almosen, geduldiges Ertragen von Leiden.

Es fällt zudem auf, daß diese Rosa Mystica zwar oft von „Gebet, Opfer, Sühne“ redet, aber n i e von Beichte bzw. Bußsakrament. Wird hier vielleicht mit viel wohlklingendem Redeschwall das wirklich Notwendige verdrängt?

Bei der 4. „Erscheinung“ am 6.8.1966 sagte die Rosa Mystica :

„Nach meiner Aufnahme in den Himmel habe ich mich als Mutter und Mittlerin zwischen meinen göttlichen Sohn Jesus Christus und die ganze Menschheit gestellt.“ (S.37)

Erstens war die Gottesmutter schon v o r ihrer leiblichen Aufnahme in den Himmel als Fürsprecherin tätig (siehe zB. Hochzeit zu Kana).

Zweitens stellte sie sich nicht „zwischen“ Christus und uns wie eine Barriere, sondern führt uns zu ihm wie ein Wegweiser. Zudem ist Maria nicht Mutter der „ganzen Menschheit“, sondern die Mutter der Erlösten, der Christgläubigen.

Bei einer späteren „Erscheinung“ sagte ein Engel über das „Fiat“ (Jawort) der Gottesmutter zur Menschwerdung Christi:

„Es ist mit dem Fiat der Schöpfung zu vergleichen, weil es ihr Fiat gewesen ist, durch das sie von Gottvater alle Gnaden erhielt.“ (S. 41)

Sollte der hl. Erzengel Gabriel nach 2000 Jahren nicht mehr wissen, daß er v o r dem JA-wort Mariens erklärte: „Du bist voll der Gnade.“ Auch die Menschwerdung Christi wurde v o r ihrem Jawort angekündigt.

GOTT, der die Madonna zum Tempel des Erlösers erwählte, schenkte ihr im Hinblick auf die Verdienste Christi schon bei ihrer Empfängnis eine Fülle von Gnaden und das Freisein von Erbsünde. Maria ist also die Vorerlöste und Ersterlöste des Neuen Bundes. Folglich wird in dieser „Engelsvision“ auf listige Weise das Dogma von der makellosen Empfängnis Mariens geleugnet. – Zudem ist die Äußerung von einem angeblichen „Fiat der Schöpfung“ theologisch haltlos.

Überdies findet sich in den Botschaften der Rosa Mystica vieles, was einer Allerlösungs-Irrlehre entspricht oder ihr zumindest nahekommt, etwa wenn es heißt, die Rosa Mystica bewirke eine „Rückkehr des Lichtes, der Liebe und des Friedens über die ganze Welt“ (S. 46).

Ähnliche Äußerungen folgen: „Ich bin die Mutter der Liebe für die ganze Menschheit“ (S. 46) – „Sage allen, daß ich sie liebe und ihnen die Gnaden des Himmels schenke.“ (S.193). – Zudem erging auch die Aufforderung: „Hilf mit, daß viel gebetet wird, damit die Barmherzigkeit des Herrn die ganze Menschheit geradezu überströme.“ (S.191)

Man sieht also, daß auch bei „Marienerscheinungen“, die im konservativ-traditionellen Gewande einhergehen, Vorsicht angesagt ist, damit sich nicht schleichend Irrlehren im gläubigen Volk breitmachen.

Felizitas Küble leitet das Christoferuswerk und den KOMM-MIT-Verlag in Münster
Kontakt: felizitas.kuble@web.de


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