Warum diese “Vision” von Pater Pio nicht himmlischen Ursprungs sein kann

Von Felizitas Küble

Auf der traditionsbewegten Internetseite “Katholisches.info” erschien am 29. Oktober 2014 ein Beitrag, welcher von einer Jesus-Erscheinung berichtet, die der berühmte Pater Pio schon in jungen Priesterjahren erlebt haben will. christus

Sofern jene Vision überhaupt korrekt überliefert wurde, sollten wir vorweg bedenken, daß selbstverständlich auch Heilige von unechten “Erscheinungen” und “Offenbarungen” genarrt werden können, denn Heiligkeit beinhaltet durchaus nicht Vollkommenheit oder gar Allwissenheit.

Zudem bedeutet eine Heiligsprechung keineswegs, daß das betreffende Vorbild immer schon heilig war und lebte, sondern daß jene Persönlichkeit zum Zeitpunkt des Todes einen heiligmäßigen, sog. “heroischen” bzw. heldenhaften Tugendgrad erreicht hat.

Es ist in der Religionswissenschaft seit langem bekannt, daß sich sogar große Heilige hinsichtlich scheinbar “übernatürlicher” Erfahrungen geirrt haben; bedenken wir zB. jene Marienerscheinung der hl. Kirchenlehrerin Katharina von Siena, bei der die seligste Jungfrau ihr erklärt haben soll, daß sie keineswegs unbefleckt empfangen worden sei. (Der Glaubenssatz von Mariens makelloser Empfängnis war damals im Hochmittelalter noch kein Dogma, sondern wurde unter Theologen kontrovers diskutiert.)

Warum sollte es nun bei Pater Pio nicht ebenfalls Visionen gegeben können, zumal in noch recht jungen Jahren, die offensichtlich nicht übernatürlichen Ursprungs sind?

Gerade die nun von “Katholisches.info”  –  freilich völlig unkritisch präsentierte  – “Jesus-Erscheinung” enthält zahlreiche typische Merkmal der Falschmystik, was in diesem Fall zudem bereits auf den ersten Blick erkennbar ist.

Doch zunächst zum Bericht von “Katholisches.info”. Dort wird jene Erscheinung als “prophetische Schau des hl. Pater Pio” gewürdigt und folgendermaßen eingeleitet:

“In unserer Zeit der Verwirrung, der Mystifizierungen, des Betrugs und des Irrtums, zu denen auch falsche „Propheten“ und eine falsche Flucht in zweifelhafte Prophezeiungen gehören, ist es besonders interessant, zu lesen, was der Heilige Pater Pio von Pietrelcina am 7. April 1913 seinem Beichtvater Pater Agostino schrieb. In diesem unter Leiden zustandegekommenen Brief beschreibt der Heilige eine Erscheinung, die er hatte.”

Zunächst hat die Redaktion natürlich recht, wenn sie allgemein vor falschen Propheten und “zweifelhaften Prophezeiungen” warnt. Merkwürdig aber, wenn diese nüchterne Vorsicht gänzlich unterbleibt, sobald es um Pater Pio und jene Erscheinung geht, welche dieses Traditionsportal so blauäugig präsentiert.

Nachfolgend zitieren wir diese “Offenbarung” Stück für Stück und kommentieren sie jeweils nach einem entsprechenden Abschnitt:

“Am Freitag morgen war ich noch im Bett, als mir Jesus erschien. Er war völlig entstellt und mitgenommen. Er zeigte mir eine große Zahl von Ordens- und Weltpriestern, unter ihnen hohe kirchliche Würdenträger. Ein Teil zelebrierte, ein Teil weigerte sich und ein anderer Teil legte die heiligen Gewänder ab.”

Warum ist Christus dem Geistlichen denn erschienen, als dieser noch im Bette lag?  –  Ist eine liegende Haltung wohl die passende dafür?  – Kann man sich liegend im Bett ohne weiteres hinknieen, um Christus anzubeten?  chrkn

Sodann: Warum war unser HERR denn “völlig entstellt und mitgenommen”?  Was heißt “entstellt” angesichts der Tatsache, daß Christus GOTT ist, daß er im Himmel als der auferstandene und verklärte König des Himmels regiert, der zur Rechten des Vaters sitzt und wiederkommen wird in Herrlichkeit?!

“Der Anblick Jesu im Seinem Leiden betrübte mich sehr, weshalb ich Ihn nach dem Grund Seines Leidens fragen wollte. Ich erhielt keine Antwort. Sein Blick richtete sich jedoch erneut auf jene Priester. Doch kurz darauf wandte Er geradezu entsetzt Seinen Blick ab und richtete ihn zu meinem großen Entsetzen auf mich. Ich sah zwei große Tränen, die über Seine Wangen flossen. Er entfernte sich von den betrübenden Priestern mit einem Ausdruck der Abscheu auf seinem Gesicht und rief: „Metzger!“.”

Die Heilige Schrift verheißt uns, daß es im Himmel keine Tränen mehr gibt, keine Leiden und keinen Schmerz, sondern vollkommene Glückseligkeit in der Gottes- und Nächstenliebe. Wenn dies schon die geretteten Menschen dieses unendliche Glück so freudenreich erleben dürfen, um wieviel mehr gilt dies dann für GOTT selbst in seinem Sohn Jesus Christus!

Warum sollte unser göttlicher Erlöser jene Priester auf Erden, die nicht nach seinem Willen leben, als “Metzger” bezeichnen? –  Eine völlig unsinnige Vorstellung, sowohl inhaltlich wie sprachlich!

“An mich gewandt sagte er: „Mein Sohn, glaube nicht, mein Todesleiden dauerte drei Stunden, nein; ich werde wegen der von mir besonders begünstigten Seelen bis zum Ende der Welt im Todesleiden sein. Während der Zeit meiner Agonie, mein Sohn, soll man nicht schlafen.”

Christus hat sein Heilsopfer ein für allemal auf Golgotha vollzogen; daher dauert sein “Todesleiden” keineswegs an. Auch die heilige Messe ist keine Wiederholung des Kreuzesopfers, sondern die sakramentale Vergegenwärtigung dieses  e i n e n  einzigen Opfers auf Golgotha!

Foto: E. Gründler

Foto: E. Gründler

Daß Jesus angeblich deshalb “bis zum Ende der Welt im Todesleiden” lebt wegen der von ihm “besonders begünstigten Seelen”, ist theologisch kompletter Unfug.

“Meine Seele ist auf der Suche nach einem Tropfen menschlicher Ehrfurcht und des Mitleids, aber sie lassen mich allein in ihrer Gleichgültigkeit. Der Undank und der Schlaf meiner Priester verstärken meine Agonie. Wie schlecht erwidern sie doch meine Liebe! Was mich am meisten betrübt ist, daß sie zu ihrer Gleichgültigkeit noch ihre Verachtung und ihre Ungläubigkeit hinzufügen.”

Diese “schmachtenden Seufzer” nach menschlichem Mitleid etc. sind des göttlichen Erlösers unwürdig und können daher nicht von IHM stammen, ebensowenig der offensichtlich unzutreffende, weil verallgemeinernde Satz: “Der Undank und der Schlaf meiner Priester….”  – Es müßte dann vielmehr heißen: “Eines Teils meiner Priester”.

“Wie viele Male war ich drauf und dran sie dahinzuraffen, wäre ich nicht durch die Engel und die mich liebenden Seelen zurückgehalten worden … Schreib Deinem [Beicht]Vater und berichte ihm, was Du an diesem Morgen von mir gesehen und gehört hast. Sag ihm, er soll Dein Schreiben dem Vater Provinzial zeigen …“

Eine geradezu lächerliche Vorstellung, daß der himmlische Heiland “viele Male drauf und dran” (!) war, die unwürdigen Priester “dahinzuraffen” (!)  – und daß sein Zorn von “liebenden Seelen” und Engeln “zurückgehalten” wurde. Welch ein primitives Bild wird hier vom göttlichen Erlöser gezeichnet, der sich noch dazu als GOTT angeblich von Geschöpfen (!)  – nämlich frommen Seelen und Engeln  – in seinem Verhalten leiten und lenken läßt.

Zudem entsteht der Eindruck, als würden diese Geschöpfe eine Art “Mittler-Funktion” zwischen dem Zornes-Jesus und uns sündigen Menschen einnehmen. In Wahrheit ist aber Christus selbst der Mittler zwischen dem himmlischen Vater und der ohne IHN verlorenen Menschheit.

“Jesus fügte noch anderes hinzu, aber das, was Er sagte, werde ich nie irgendeinem Geschöpf in dieser Welt enthüllen können. Diese Erscheinung verursachte mir solche Schmerzen im Körper, aber mehr noch in der Seele, daß ich den ganzen Tag liegenbleiben mußte und gedacht hätte, sterben zu müssen, wenn der süßeste Jesus mir nicht bereits enthüllt hätte.”

Das Christentum bietet keine “Geheimlehre”; es ist keine “Mysterienreligion” für höher Eingeweihte und besonders “Erleuchtete”, sondern gründet auf einer klaren, für jedermann verständlichen Verkündigung.  Warum sollte nun Christus einem jungen Geistlichen rätselhafte Geheimnisse mitteilen, die der Priester “nie irgendeinem Geschöpf in dieser Welt enthüllen” kann?

Fragen über Fragen, die aber eines enthüllen –  und das ist sicher kein Geheimnis: Diese Jesus-Erscheinung kann schon aus einfachen theologischen Gründen nicht vom Himmel selbst bewirkt sein.

Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.


Warum die Kirche seit jeher mit Erscheinungen und Visionen vorsichtig ist

Alle großen Heiligen warnen vor Erscheinungen. Sie wissen, dass die gefallenen Geister dem Menschen um ein Vielfaches überlegen sind, und ihnen ohne jede Schwierigkeit etwas vorgaukeln können.

Eine gewichtige Stelle findet sich im 2. Korintherbrief des hl. Apostels Paulus: „Denn diese Leute sind Lügenapostel, hinterlistige Arbeiter, die sich als Apostel Christi ausgeben. Und das ist kein Wunder  –   selbst der Satan erscheint als Engel des Lichtes.“ slider3-640x360

Auf diese Stelle nimmt der hl. Ignatius Bezug, wenn er vom Teufel in der Lichtgestalt spricht:

„Dem bösen Engel, der sich in einen Engel des Lichtes umwandelt, ist es eigen, mit der frommen Seele einzutreten und mit sich selbst wieder auszutreten, das heißt, er pflegt erst gute und heilige Gedanken, die einer solchen gerechten Seele entsprechen, einzuflößen, und dann versucht er langsam beim Weggehen, die Seele in seine versteckten Trügereien und schlechten Absichten hineinzuziehen.“ (Zweite Woche, Regel 4).

Hier ist die ganze Diabolität des teuflischen Wirkens noch einmal zusammengefasst:

Der Teufel tritt mit der frommen Seele ein, das heißt er sagt und bekennt das, was auch der frommen Seele zusagt und sie anzunehmen bereit ist, er tritt aber mit sich selbst wieder aus. Wenn er geht, hat er das Augenmerk der Seele ganz auf sich gerichtet und zwar so, dass es der Mensch in der ganzen Zeit nicht gemerkt hat.

Foto: Dr. Bernd F. Pelz

Foto: Dr. Bernd F. Pelz

Zur Frage, ob es sich nur um Phantasie oder um dämonisches Einwirken handelt, soll M. E. Grialou zur Sprache kommen:

„Meistens handelt es sich (…) nur um ein gewisses Einwirken des Satans auf die überreizte Phantasie, auf die durch Krankheit geschwächten Sinne oder auf Personen mit Veranlagung zur Schwermut. In diesen Fällen bemüht sich der Satan, Phantasiegebilde vorzugaukeln.

Anfangs nutzt er die körperliche Schwäche der betreffenden Personen oder ihr Verlangen nach außerordentlichen Gnaden aus und verleitet sie zu Abtötungen, die sie total erschöpfen.

Durch zunehmende physische Schwäche findet er in den Sinneskräften eine größere Empfänglichkeit für die von ihm bewirkten Vorspiegelungen und Sinneseindrücke. Der Teufel kann seine Macht umso besser ausüben, je weniger sich diese Menschen von der Vernunft leiten lassen.“

Theresia von Avila äußert sich in derselben Weise:

„Manchmal, ja oft kann es Einbildung sein, besonders bei Leuten mit kranker Phantasie oder bei Melancholikern – ich meine solche, die an besonders starker Schwermut leiden. Bei Menschen dieser beiden Gruppen darf man dem meiner Meinung nach kein Gewicht beimessen, auch wenn sie sagen, dass sie es sehen und hören und verstehen.

Man sollte sie aber nicht dadurch beunruhigen, dass man sagt, es sei der Satan; sondern sie anhören, wie man Kranke anhört. (…) Es ist freilich unumgänglich, die Sache insofern zu beachten, als man der betreffenden Person das innere Gebet untersagt und mit allen Kräften darauf hinwirkt, dass sie dem ganzen kein Gewicht beimisst; denn der Satan pflegt kranke Seelen dieser Art zu seinem Vorteil zu gebrauchen  –  wenn nicht zu ihrem eigenen Schaden, so doch zu dem von anderen.“ media-375643-2

Es stellt sich die Frage, wie weit der Teufel himmlische Erscheinungen nachäffen darf. Grialou gibt hier klare Antwort:

„Die übernatürlichen Gnadenerweise Gottes nachzuahmen, ist ein schwierigeres Kunststück. Doch auch daran wagt sich der Satan. Es gibt nicht viele außerordentliche Gnaden, die nicht ihr trügerisches Gegenbild fänden. Sobald sie der Satan beobachtet, scheut er keine Mühe, deren fühlbare Wirkungen zu reproduzieren.

Selbst wenn der Betrug sofort entdeckt wird, hinterlässt er bei seinem Opfer das Gefühl des Unbehagens. (…) Wird der Trug nicht bemerkt, kann er den Menschen in Irrtümer stürzen, die für ihn und seine ganze Umgebung gravierende Auswirkungen haben!“

Dies bestätigt auch Johannes vom Kreuz, der die Meinung vertritt, dass es keine außerordentliche Gnade gibt, die der Satan nicht nachahmen dürfte:

Wenn (die Seele) etwa durch einen guten Engel echte Visionen erhält (…), so gibt Gott doch auch dem bösen Geist Erlaubnis, ihr entsprechende falsche Visionen vorzuspiegeln, die, wie es häufig geschieht, eine unvorsichtige Seele zu täuschen vermögen.“ (Nacht, II 23,7)

Wer immer also von irgendwelchen Erscheinungen hört, muss um dieses Wirken des Satans Bescheid wissen, sonst wird er Opfer der größten Leichtgläubigkeit. (…)

Man muss man immer wieder an die Worte Christi denken: „Es werden falsche Messiasse und falsche Propheten auftreten und Scheinwunder wirken!“

Auszüge aus einem Beitrag von Pater Andreas Steiner FSSPX im “Mitteilungsblatt” der Piusbruderschaft vom April 2008  – Pius-Webseite: http://pius.info/

 


Irreführende Botschaften der „Seherinnen“ Vassula Ryden und Myrna Koubet al-Akhras

Von DDr. Wolfgang F. Rothe

„Zu allen Zeiten ist der Kirche das Charisma der Prophetie gegeben, die geprüft werden muss, aber auch nicht verachtet werden darf“,  schreibt Kardinal Joseph Ratzinger in einem Kommentar, der im Jahr 2000 zusammen mit der „Botschaft von Fatima“ veröffentlicht wurde.  Rothe_Benedikt_Lit_Vers

Der Maßstab für die Echtheit und Bedeutung einer jeden Prophetie, mystischen Erfahrung und Privatoffenbarung ist das der Kirche anvertraute Glaubensgut.

BILD: Unser Autor, der katholische Priester und Kirchenrechtler Dr. Dr. Wolfgang Rothe (München), überreichte Papst Benedikt sein Buch “Liturgische Versöhnung”

Eine Privatoffenbarung kann nur dann und nur insoweit echt sein, so der damalige Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre, als sie nichts enthält, „was dem Glauben und den guten Sitten entgegensteht“.

Zu fragen und prüfen, ob eine bestimmte Privatoffenbarung mit dem Glauben übereinstimmt, ist daher kein Frevel, sondern ein Dienst am Charisma der Prophetie in der Kirche.

1. Einheit der Kirche / Einheit der Christen nach der katholischen Glaubenslehre

Unter den zahlreichen als Privatoffenbarung verbreiteten „Botschaften“ finden sich seit einigen Jahren vermehrt auch solche, die die Wiederherstellung der Einheit unter allen Christen zum Thema haben.

Wenngleich dieses Anliegen in den meisten Privatoffenbarungen der Vergangenheit und insbesondere auch bei den von der Kirche anerkannten eine eher geringe Rolle gespielt hat, ist dies an sich noch kein Grund, an ihrer Echtheit zu zweifeln  –  im Gegenteil: afc127c26a

Nach dem Glaubensbekenntnis von Nizäa-Konstantinopel gehört die Einheit zu den Wesensmerkmalen der Kirche und bildet damit einen Bestandteil des ihr anvertrauten Glaubensguts.

Wenn eine Privatoffenbarung dazu beiträgt, das Bewusstsein der Gläubigen für die Bedeutung der kirchlichen Einheit zu stärken, ist dies durchaus zu befürworten.

Einheit ist bereits Wesensmerkmal der Kirche  

Dasselbe gilt für die Bemühungen zur Überwindung der bestehenden Spaltungen und zur Wiederherstellung der Einheit unter den Christen. Eben weil die Einheit zum Wesen der Kirche gehört, hat das Zweite Vatikanische Konzil im Dekret über den Ökumenismus erklärt:

„Die Sorge um die Wiederherstellung der Einheit ist Sache der ganzen Kirche, sowohl der Gläubigen, wie auch der Hirten, und geht einen jeden an, je nach seinen Fähigkeiten“.

Dementsprechend enthält auch der geltende Codex des kanonischen Rechts (Kirchenrecht) in can. 755 § 1 die lapidare Festjesus in der synagoge von nazarethstellung, dass „die Kirche kraft des Willens gehalten“ ist, die Wiederherstellung der Einheit unter allen Christen zu fördern.

Wohlgemerkt: nicht die Einheit der Kirche, sondern die Einheit der Christen gilt es anzustreben.

Würde man nämlich davon ausgehen, dass die eine und einzige von Christus gegründete Kirche ihre ursprüngliche Einheit verloren hätte und in einzelne, mehr oder weniger gleichwertige Teile zerfallen wäre, dann könnte die Einheit wohl kaum länger als Wesensmerkmal der Kirche gelten.

Demgegenüber ist festzuhalten, dass es (nur) eine einzige von Christus gegründete Kirche gibt  –  und diese von ihrem Wesen her eine und einzige Kirche besteht in der katholischen Kirche.

Kein Ökumenismus des “kleinsten Nenners”

Von daher ist dem großen Anliegen der Wiederherstellung der Einheit unter allen Christen kaum etwas abträglicher als die gar nicht so selten anzutreffende Vorstellung, das Ziel des Ökumenismus bestünde in der Einigung und Zusammenführung der verschiedenen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften (einschließlich der katholischen Kirche) in einer künftigen, neu zu bildenden (und damit von der katholischen Kirche verschiedenen) ökumenischen Kirchengemeinschaft.

Damit würde man den Ökumenismus nämlich auf ein mehr oder weniger diplomatisch-kirchenpolitisches Unterfangen reduzieren, dessen Fundament und Maßstab nicht mehr im unverkürzten und unverfälschten Glaubensgut, sondern in Einigung und Kompromiss auf der Grundlage des kleinsten gemeinsamen Nenners und damit auf Kosten der Wahrheit bestehen würde.

2. Einheit der Kirche / Einheit der Christen nach Vassula Ryden

Derartige Vorstellungen von kirchlicher Einheit und Ökumene wurden lehramtlicherseits stets entschieden zurückgewiesen  –  nicht zuletzt auch dann, wenn sie mit dem Anspruch verbreitet wurden, auf einer Privatoffenbarung zu beruhen.  

So sah sich etwa die Kongregation für die Glaubenslehre am 6. Oktober 1995 veranlasst, eine Mitteilung (Notifikation) zu den angeblichen Privatoffenbarungen zu veröffentlichen, die eine gewisse Vassula Ryden empfangen zu haben behauptete.

Die in den „Botschaften“ dieser „Seherin“ enthaltenen Irrlehren bestanden nicht zuletzt in der zukünftigen Erwartung einer Art „panchristlichen Gemeinschaft“, einem ökumenischen Zusammenschluss aller christlichen Konfessionen unter Einbeziehung der katholischen Kirche.

VASSULA und die “ökumenische Unordnung”

Darüber hinaus rief Frau Ryden mitunter auch dadurch Verwirrung unter den Gläubigen hervor, dass sie  –  obwohl der griechisch-orthodoxen Kirche angehörend  –  unterschiedslos an den Sakramenten der katholischen Kirche teilnahm. 1547 - Kopie

Offenbar hielt sie sich für berechtigt, die von ihr propagierte künftige Kirchengemeinschaft gleichsam im vorauseilenden Gehorsam vorwegzunehmen und sich über jede kirchenrechtliche Ordnung hinwegzusetzen.

Auf diese Weise, erklärte die Kongregation für die Glaubenslehre unter ihrem damaligen Präfekten Kardinal Joseph Ratzinger, verursache Frau Ryden „ökumenische Unordnung“. In Anbetracht all dessen wurden die Gläubigen eindringlich ermahnt, die angeblichen Privatoffenbarungen von Frau Ryden „nicht als übernatürlich zu betrachten und den Glauben, den der Herr der Kirche anvertraut hat, rein zu bewahren“.

3. Einheit der Kirche und Einheit der Christen nach Myrna Koubet al-Akhras

„Einigt euch!“ – so lautet die zentrale und zunächst einmal unverdächtige „Botschaft“ von Myrna Koubet al-Akhras, die seit geraumer Zeit auch im deutschsprachigen Raum großer Bekanntheit erfreut.

Die Spirale von Hass und Gewalt in der Welt könne nur dadurch unterbrochen werden, so die aus Syrien stammende „Seherin“, dass die Menschen sich einigen, Frieden schließen und in Liebe miteinander umgehen.

Myrna, wie die „Seherin“ von ihren Anhängern kurz genannt wird, sieht sich von Gott berufen, die Menschen für das Anliegen der Einheit zu gewinnen. Die Christen sollen dabei mit gutem Beispiel vorangehen, indem sie sich für die Überwindung der konfessionellen Unterschiede und die Wiederherstellung der Einheit einsetzen.

Der an und für sich löbliche Aufruf, sich zu einigen, ist in diesem Zusammenhang jedoch zumindest missverständlich.

MYRNA und die ersehnte “Kirche der Einheit”

Das Ziel des Ökumenismus ist nicht Einigung, sondern Einheit, nicht Kompromiss, sondern Erkenntnis der Wahrheit. Sayn-Abteikirche-DSC_0195-2

Die Einheit, die es anzustreben gilt, ist keine neu zu schaffende Einheit, sondern jene, die zum Wesen der einen und einzigen von Christus gegründeten Kirche gehört, die auf dem Fundament des unverkürzten und unverfälschten katholischen Glaubensguts beruht und die in der katholischen Kirche von jeher bewahrt wurde.

In den „Botschaften“ Myrnas ist hingegen immer wieder von einer erst noch zu gründenden (!) Kirche der Einheit die Rede. Dabei entsteht der Eindruck, als sei diese zukünftige Kirche etwas von den gegenwärtig bestehenden Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften Verschiedenes, etwas Verschiedenes auch von der katholischen Kirche.

Damit würde die Unzerstörbarkeit der in der katholischen Kirche bestehenden Kirche Christi ebenso in Frage gestellt wie die in ihrem Wesen begründete Einzigkeit und Einheit.

Die Kirche Christi ist nicht “gespalten”

Ganz auf dieser Linie liegt auch die in Myrnas „Botschaften“ regelmäßig enthaltene Klage darüber, dass die Kirche gespalten sei. Gespalten ist die Christenheit, nicht die Kirche. Nicht die Einheit der Kirche gilt es wiederherzustellen, sondern die Einheit der Christen. 0018

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass eine auf der Grundlage gegenseitiger Einigung zu gründende Kirche, wie sie in den „Botschaften“ Myrnas propagiert wird, mit dem katholischen Kirchenverständnis nicht zu vereinbaren ist.

Die diesbezüglichen Vorstellungen der syrischen „Seherin“ gleichen in frappierender Weise jener „panchristlichen Gemeinschaft“, wie sie einst von Vassula Ryden propagiert und von der Kongregation für die Glaubenslehre mit Nachdruck verworfen wurde.

Wenngleich im Rahmen der vorliegenden Ausführungen nur ein einzelner Aspekt aus den „Botschaften“ der „Seherin“ Myrna Koubet al-Akhras herausgegriffen und kritisch hinterfragt wurde, ist in jedem Fall Vorsicht vor einer neuerlichen „ökumenischen Unordnung“ geboten.

Ein abschließendes Urteil bleibt freilich dem Lehramt der Kirche vorbehalten.

 


Erschien die Himmelskönigin in Marpingen?

Von Felizitas Küble

Zu jenen “Botschaften”, die in der erscheinungsbewegten Szene hierzulande oft und gern zitiert werden, gehören auch die Worte der “Madonna” zu Marpingen.

In jener saarländischen Gemeinde, in der schon einst zur Bismarckzeit angebliche (kirchlich nicht anerkannte) “Erscheinungen” stattgefunden haben,  soll sich die Gottesmutter Ende der 90er Jahre erneut einigen Mädchen im Erwachsenenalter gezeigt und ihnen “Botschaften” übermittelt haben. Diese Privatoffenbarungen aus dem vorigen Jahrhundert wurden kirchlich ebenfalls nicht bestätigt. 1069810

Doch das ficht die Schar der Getreuen nicht an, unter denen sich auffallend viele Medjugorje-Anhänger befinden, zumal hinsichtlich des Schrifttums über Marpingen, darunter zB. Pater Jörg Müller oder Pfarrer Albrecht von Raab-Straube.

Ein immer wiederkehrendes Plädoyer für die Marpingen-Visionen findet sich in einem Buch, das den rational klingenden Titel trägt: “Visionen und die Frage ihrer Echtheit”.

Diesen Sammelband mit sechs Autoren hat der erscheinungsgeneigte Oros-Verlag in Münster-Altenberge herausgebracht.

Wer nun aufgrund des Buchtitels ein eher distanziertes, zumindest wissenschaftlich zurückhaltendes Werk erwartet, sieht sich weitgehend enttäuscht, geht es doch vor allem um Empfehlungen für Medjugorje und Marpingen, stellenweise sogar um Zustimmung für Heroldsbach.

Diese “Marienerscheinung” (Bistum Bamberg) aus dem 50er Jahren des 20. Jahrh. wurde kirchlich strikt abgelehnt  –  und dieses Nein des zuständigen Bischofs und der vatikanischen Glaubenskongregation damals sogar von Papst Pius XII. (siehe Abbildung) persönlich bestätigt. pabst-pius-xii-

So gibt Pater Jörg Müller in seinem Beitrag (S. 11 ff) schon nach wenigen Einleitungssätzen zu verstehen, daß die “Gottesmutter” auch in Heroldsbach “Botschaften” verkündet habe, darunter der “Gehorsam dem Papst gegenüber”  – was gerade im Zusammenhang mit Heroldsbach wohl etwas drollig wirkt.

Reichlich merkwürdig überdies die Behauptung Müllers schon auf der nächsten Seite, angeblich hätten sich die “Behörden und der Bischof” gegen die Seherkinder von Medjugorje gestellt, “drohen mit Gefängnis und streuen Lügen unters Volk.”  –  Der haltlose Lügen-Vorwurf gegen den Bischof wird freilich ebenso wenig belegt wie die angebliche Gefängnisdrohung.

“Die Sonne verwandelte sich in ein Herz”

Natürlich ist auch Pater Müller ein begeisterter Anhänger der Erscheinungen zu Marpingen, schrieb er doch ein eigenes Buch hierüber mit dem nicht leicht nachvollziehbaren Titel: “Von Maria zu reden ist gefährlich”.

Für den Autor ist gleichwohl alles klar, zumal es in dieser saarländischen Gemeinde ein phänomenales “Sonnenwunder” zur Bestätigung der Erscheinungen gab:

“In Marpingen zeigte das französische Fernsehen das halbstündige Drehen der Sonne mit dem Sprühen kleiner Sternchen und der Verwandlung der Sonne in ein Herz.”   media-372515-2

Herz, was will man mehr?!  – Die Frage nach der theologischen Bedeutung derartiger Mirakel wird verständlicherweise gleich gar nicht gestellt. Oder wie sollte eine einleuchtende Antwort aussehen?

Die “Botschaften” von Marpingen sind mit den weichgespülten Dauersprüchen von Medjugorje eng verwandt bzw. kompatibel.

So läßt uns Pater Müller erfreut wissen, daß es keinen 3. Weltkrieg geben wird, weil das “Jesus” der Marpinger Seherfrau Marion am 6.9.1991 offenbarte: “Hab keine Angst, es wird keinen dritten Weltkrieg geben…Ich bin kein strafender Gott.”

Zweifellos ein merkwürdiger Zusammenhang: Gott ist sehr wohl laut biblischem Zeugnis und kirchlicher Lehre auch ein strafender Gott (der das Gute belohnt und das Böse bestraft) –  und zwar unabhängig von der Frage nach einem 3. Weltkrieg.

Freilich vergißt der Verfasser nicht zu erwähnen, daß auch die Madonna zu Medjugorje am 12.7.1982 verkündet habe: “Es wird keinen dritten Weltkrieg geben.”

Wohlgemerkt: Unsererseits wird nicht das Gegenteil behauptet, sondern diese Frage vielmehr offen gelassen.

Immer dasselbe: Zuckerbrot oder Peitsche?

Es fällt freilich bei der Betrachtung der immer zahlreicher werdenden “Erscheinungen” auf, daß die meisten davon entweder nach Zuckerbrot (“Gott straft nicht…”) oder nach Peitsche (Drohbotschaften) klingen  –  es fehlt der gediegene, bodenständige Glaube jenseits von Panikmache und Süßholzgeraspel.

Ebenfalls auf S. 14 zitiert Pater Müller folgende Medju-Botschaft vom 12.10.1981: “Rußland verehrt Gott am meisten.”  – Abgesehen davon, daß der Allmächtige (im Unterschied zu den Heiligen) nicht nur “verehrt”, sondern angebetet wird, ist dieser Superlativ für Rußland angesichts der Realitäten nicht nachvollziehbar: Die Kirchenbesucherzahlen sind dort auch Jahrzehnte nach dem Ende der kommunistischen Diktatur sehr niedrig, die Faszination des Aberglaubens, der Scharlatanerie und der Esoterik aber umso stärker.

Natürlich hadert der Autor wie so viele Erscheinungsbegeisterte mit den “kirchlichen Behörden”, weil diese sich in aller Regel gegenüber außergewöhnlichen “mystischen” Vorkommnissen reserviert geben.

Wenngleich er ihre grundsätzliche Berechtigung bejaht, beanstandet er, daß viele  Untersuchungskommissionen von vornherein “von Ablehnung und Widerstand geprägt” seien: “Hier zeigt sich aber regelmäßgi das Unvermögen der Geistlichkeit im Umgang mit Mystik und Prophetie.

Der Geistliche ist davon überzeugt: “Das Volk hat die bessere Nase”   – und er zitiert den früheren israelischen Ministerpräsidenten David Ben Gurion mit seinem bekannten Spruch: “Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist.”

Weder Wundersucht noch Wunderflucht

Offenbar ist dem Verfasser nicht klar, daß es zwischen Wundersucht und Wunderflucht eine gediegene Grundhaltung gibt, welche sehr wohl die biblisch bezeugten Wunder bejaht, aber gleichwohl nicht bald jeder nachbiblischen Privatoffenbarung oder Vision hinterherläuft.

Sodann befaßt sich Pfarrer Albrecht von Raab-Straube ebenfalls mit der kirchlichen Einordnung von Erscheinungen unter dem sachlich-nüchternen Titel “Kriterien der Unterscheidung” (S. 18 ff). 023_20A

Viele Passagen seines Beitrags, vor allem seine einleitenden Ausführungen sind  –  soweit sie das Thema allgemein beleuchten  –  größtenteils zutreffend. 

Immerhin wird Kardinal Prosper Lambertini (siehe Abbildung) zitiert, der spätere Papst Benedikt XIV., der bekanntlich auf klassische Weise die kirchliche Stellung gegenüber Privatoffenbarungen festlegte.  

Dabei stellte Lambertini schon vor vielen Jahrhunderten klar, daß auch kirchlich genehmigte Erscheinungen durchaus nicht verbindlich für die Gläubigen sind:

“Eine Zustimmung des katholischen Glaubens wird anerkannten Privatoffenbarungen in diesem Sinne nicht geschuldet und sie ist auch nicht möglich.”

Natürlich gilt dieses Prinzip erst recht für kirchlich nicht-anerkannte Erscheinungen.

Warum ist nun ein katholischer verpflichtender Glaube auch bei “anerkannten” (gebilligten, genehmigten) Privatoffenbarungen weder nötig noch “möglich”? 

Weil die Kirche jene Privatoffenbarungen nicht mit ihrer übernatürlichen bzw. unfehlbaren Autorität bestätigt, sondern lediglich aufgrund von sog. “Regeln der Klugheit”, welche jene Erscheinungen als glaubwürdig und “wahrscheinlich” darstellen, wie Lambertini erläuterte.

Kann Maria die Welt “retten”?

Ab S. 68 zitiert der Autor  eine Reihe “Botschaften” von Marpingen, wobei er sicherlich jene Worte des “Himmels” auswählte, die ihm theologisch besonders gut und ansprechend erscheinen.  media-443490-2

So soll Maria z.B. am 26.5.1999 der jungen Seherin Judith gesagt haben, daß der Rosenkranz ihr (der Madonna) “viel Macht in die Hand gebe” – und zwar “um die Welt zu retten, um die Welt dem Vater zurückzugeben”.  

Maria ist aber keine “Retterin”, sondern als Königin der Heiligen unsere größte Fürsprecherin. Die Welt “gerettet” hat allein Christus, der HERR, durch seinen Opfertod am Kreuz.

Sodann erfolgt die häufige Aufforderung, für die “Bekehrung der Sünder” zu beten, wobei sich die Frage stellt: Sind wir etwa nicht alle “Sünder”? – Wäre daher nicht besser von einer Bekehrung der “Ungläubigen” die Rede?!

Am 5.9. desselben Jahres soll die Himmelsmutter gesagt haben: “Ihr habt zwei sehr schlimme Kriege erlebt. Ich habe dies zugelassen, um zu zeigen, was geschieht, wenn ihr euch euch selbst überlaßt.”  – Etwas “zulassen” (oder nicht zulassen) kann allein der allmächtige Gott, nicht jedoch ein Geschöpf wie die selige Jungfrau, selbst wenn sie das am meisten begnadete Geschöpf ist.

Am 8.8.1999 wendet sich die Erscheinungsmadonna von Marpingen wie folgt an die Seherin Judith: “Ich kenne auch jede Einzelheit eures Lebens, jeden Augenblick, jeden Herzschlag, jeden Atemzug, alles, alles was ihr tut, um all das weiß ich.”  –  Hierbei ist aber daran zu erinnern, daß die Gottesmutter als Geschöpf nicht allwissend ist, denn diese Eigenschaft ist allein göttlicher Natur.

Keine Angst mehr vor dem Tod?

Während Christus seinen Aposteln wirklichkeitsgetreu gesagt hat: In dieser Welt habt ihr Angst, aber siehe: Ich habe die Welt überwunden”  –  womit ER die kreatürliche (geschöpfliche) Angst bestätigt  – klingt dieser Punkt in Marpingen ganz anders, noch dazu ausgerechnet hinsichtlich der stärksten, einer existentiellen Furcht des Menschen: seiner Angst vor dem Tod.

Hierzu heißt es ganz locker durch die Visionärin Marion: “Man braucht keine Angst vor dem Tod zu haben, das ist so schön! Wir brauchen nichts zu fürchten.”

Die ebenfalls noch junge Seherin Judith bläst in dasselbe Horn mit folgender “Botschaft” vom 17.10.1999: “Vor dem Tod braucht man keine Angst zu haben. Der Tod ist nur ein Übergang, ein Hinübergehen… Es gibt einen Himmel und es gibt eine Hölle, nur die Entscheidung, wo jeder einmal sein wird, trifft jeder Mensch selbst, Gott verdammt niemanden.”   0018

Abgesehen davon, daß es vor dem Endgericht neben Himmel und Hölle auch noch ein Fegefeuer gibt,  heißt es in der Heiligen Schrift ganz realistisch, daß der Tod ein großer Feind des Menschen ist. So stehen die Aktien! 

Und in 1. Kor 15,26 ist hinsichtlich der Wiederkunft Christi davon die Rede, daß “der letzte Feind, der vernichtet wird, der Tod ist”.   –  Es handelt sich also sehr wohl um einen “Feind”  – und vor einem solchen hat die Kreatur (dsa Geschöpf) eine ganz natürliche Furcht, Christen nicht ausgenommen, wenngleich sie durchaus von zuversichtlicher Himmelshoffnung geprägt sein dürfen und sollen. Das hebt aber die “existentielle” Angst vor dem Tod nicht einfach auf.

Damit soll keineswegs Panik erzeugt, sondern nur die Lebenswirklichkeit der Menschen (auch der Gläubigen) nüchtern zur Sprache kommen.

Endzeitlicher Chiliasmus läßt grüßen!slider3-640x360

Typisch für diese weichgespülte Erscheinungtheologie ist dann auch die Irrlehre vom christlichen Paradies auf Erden, von einem universalen irdischen Friedensreich noch vor der Wiederkunft Christi.

Auch dieser  – von der Kirche seit jeher abgelehnte  –  Millenarismus bzw. Chiliasmus wird in Marpingen am 8.9.1999 verkündet:

“Ihr dürft euch dann auf die “neue” alte Welt freuen. Dann nämlich wird es keine Gottlosen mehr geben. Alles wird im Einklang mit den 10 Geboten sein und das Böse wird es eine Zeitlang nicht mehr geben. Habt keine Angst.”

Abschließend kommt das viel strapazierte Wort von den “Früchten” der Erscheinungen, wobei es aufschlußreich ist, was der Autor hauptsächlich unter “Früchten” versteht, nämlich auffallende Phänomene und Schauwunder, die kirchlicherseits zu prüfen seien, wie er schreibt: “….oft behauptete Wunder, Heilungen und Sensationen wie Veränderungen an der Sonne, tränende Figuren, Düfte usw.”

Schon die bisherige Auswahl an Erscheinungs-Zitaten (die noch dazu allesamt von der Pro-Marpingen-Seite ausgewählt wurden!) zeigt zur Genüge, daß diese “Botschaften” nicht vom Himmel kommen können, weshalb dort auch keine Madonna erschienen ist.

Felizitas Küble leitet den katholischen KOMM-MiT-Jugend-Verlag und das Christoferuswerk in Münster

 


Medjugorje – eine unendliche Geschichte?

Von Felizitas Küble

Obwohl sich die für Medjugorje zuständigen Oberhirten (erst Bischof Zanic, danach Peric) deutlich gegen die Echtheit der angeblichen “Marienerscheinungen” ausgesprochen haben, obwohl die dortige Bischofskonferenz zweimal amtlich erklärte, keine “Übernatürlichkeit” jener Phänomene feststellen zu können, behaupten viele Medju-Anhänger immer wieder, “die Kirche” könne kein endgültiges Urteil über diese Privatoffenbarung verkünden, solange die Erscheinungen in Medjugorje anhalten. bildma1

Diese Sichtweise ist jedoch kirchenrechtlich unsinnig und historisch unhaltbar, wie allein schon der Fall Heroldsbach (Bistum Bamberg) zeigt: Jene “Marienerscheinungen” Anfang der 50er Jahre wurden sehr wohl kirchlich eindeutig abgelehnt, obwohl sie jahrelang weiter andauerten.

Sodann wird von Medjugorje-bewegter Seite mitunter der irreführende Eindruck erweckt, als sei allein schon die Einrichtung der vatikanischen Untersuchungskommission eine Art “Seitenhieb” gegen den dortigen kritischen Bischof; als diene dieses Gremium quasi als eine “Korrektur-Instanz”.

Auch diese Deutung ist haltlos, wie erneut das Beispiel Heroldsbach belegt: Damals gelangte der dortige Bischof zu einem klaren “Nein” gegenüber den vermeintlichen Erscheinungen  – und diese Ablehnung wurde von der römischen Glaubenskongregation (damals: Hl. Offizium) bestätigt und von Papst Pius XII. bekräftigt. media-372515-2

Laut Kirchenrecht ist der Diözesanbischof zuständig für die Beurteilung von Privatoffenbarungen  –  und der Vatikan schaltet sich nur dann ein, wenn es der betreffende Bischof wünscht oder wenn die Phänomene (wie im Fall Medjugorje) internationale Ausmaße annehmen (Millionen Pilger aus aller Herren Länder).

Gleichwohl stellt sich die Frage, ob in puncto Medjugorje evtl. deshalb nach über 33 Jahren noch kein Ende der “Erscheinungen” in Sicht ist, weil so der Anhängerschar suggeriert werden kann, solange die “himmlischen Botschaften” anhalten, könne die Kirche angeblich kein definitives Urteil fällen.

Wo bleibt das angekündigte “sichtbare Zeichen”?

Ein weiterer pikanter Gesichtspunkt könnte zudem auch eine Rolle spielen:

Bereits Anfang der 80er Jahre wurde von Medjugorje-Sehern öffentlich angekündigt, daß die Erscheinungen am Ende durch ein auffallendes Wunder bzw. “sichtbares Zeichen” in aller Öffentlichkeit bezeugt bzw. vom Himmel her bestätigt würden.

Es handle sich hierbei um ein “Zeichen, das der Menschheit gegeben” wird und das ihrer Bekehrung dienen solle.

Hierzu heißt es auf der Medjugorje-Webseite wörtlich:

“Nach den Ankündigungen wird das sichtbare Zeichen am Ort der Erscheinungen von Medjugorje auftreten, damit die ganze Welt es sehen kann. Das Zeichen wird als Beweis für die Erscheinungen gegeben und damit die Menschen wieder zum Glauben kommen.”  

(Quelle hier –  unter “Botschaft” vom 26.12.1982: http://www.medjugorje.de/botschaften/alle-botschaften/page/39.html?tx_medjumessage_pi1%5Bcontroller%5D=Message)

Das bedeutet, daß die Medjugorje-Seher sich durch diese Ankündigung gewissermaßen selbst die Hände gebunden haben, denn wenn die “Erscheinungen” beendet werden, muß der “Menschheit” dieses “sichtbare Zeichen” geboten werden.

Alles Weitere liegt auf der Hand.

DIESER ARTIKEL wurde auch auf KATHNEWS übernommen: http://www.kathnews.de/medjugorje-eine-unendliche-geschichte

 

 


Garabandal: Wenn Seherkinder mit der Erscheinungs-“Madonna” Verstecken spielen…

Von Felizitas Küble

Bei kirchlich nicht anerkannten Visionen und angeblich himmlischen “Offenbarungen” werden nicht nur häufig theologisch unzutreffende “Botschaften” zum Besten bzw. Schlechten gegeben.

Es findet mitunter auch der größte Unfug statt, wovon viele Erscheinungsgläubige allerdings nichts wissen. In “gelehrten” Propaganda-Schriften ist von diesen Ereignissen verständlicherweise nie oder jedenfalls sehr selten die Rede. medaille_miraculeuse_01

Denken wir z.B. an Heroldsbach, jene Marienerscheinungen vor über 60 Jahren im Bistum Bamberg, die damals nicht allein vom zuständigen Diözesan-Bischof, sondern auch vom Vatikan und von Papst Pius XII. als unecht verworfen wurden.

Daß es sich bei den Heroldsbacher Vorgängen (1949 bis 1951) nicht um Manifestationen des Himmels handeln konnte, geht allein schon aus der Tatsache hervor, daß die dortigen „Seherkinder“ mit dem „Jesuskind“ und den „Engeln“ mehrfach Ballspiele veranstalteten sowie „Fangen“ spielten.

Als eine Nachbarin den kindlichen Visionärinnen das weitere Betreten ihres Ackers untersagte, erklärte die „Jesus“-Erscheinung den gekränkten “Sehermädchen”, es handle sich um eine „böse Frau“, zudem sei sie noch dazu „vom Teufel besessen“.  – Man fragt sich, wer hier wirklich von unten gesteuert war  –   gewiß nicht die harmlose Bäuerin!

Versteck-Spiel am 8. Dezember: “Conchitas Namenstag”

Ähnlich unsinnig ging es in dieser Hinsicht im spanischen Garabandal zu, jenen “Erscheinungen” von Anfang bis Mitte der 60er Jahre, die kirchlich ebenfalls nicht anerkannt sind.

Auch dort gab es reichlich “Spiele” der Sehermädchen mit dem himmlischen Personal  –  genauer: mit der Erscheinungs-“Madonna”  – und das sogar zuweilen die ganze Nacht hindurch! DSC_1185-3

Übrigens stammen diese Info-Hinweise nicht etwa aus Garabandal-kritischen Quellen (wo gibt es diese überhaupt?), sondern ganz im Gegenteil aus dem “Schwarzen Brief”, verfaßt von Chefredakteur Claus P. Clausen, der sich selbst als “Mystik-Experten” ansah und mehrfach auch so bezeichnete.

In seinem Leitartikel (Nr. 19/1983) unter dem Titel “Ich, eure Mutter, liebe euch!” verteidigt der als erscheinungsbewegt bekannte Autor die Ereignisse in Garabandal auf das eifrigste.

Dabei findet er es besonders goldig, eindrucksvoll und der Glaubwürdigkeit jener “Erscheinungen” dienlich, daß die “Gottesmutter” sich jahrelang voll auf das Alltagsleben der Sehermädels eingestellt habe. Clausen weiß hierüber zB. Folgendes zu berichten:

“Die Mädchen haben oft berichtet, daß die Gottesmutter nicht einfach nur erschien, um Botschaften zu übermitteln oder sie zu unterweisen im gläubigen Lebenswandel, sondern Conchita sagte: “Sie war wirklich eine Freundin. Als ob sie mit uns lebte.” - Und so erschien es den Mädchen auch als ganz normal, daß Maria mit ihnen spielte.

So erlebten die fassungslosen Zeugen, unter ihnen auch Priester, daß die Gottesmutter mit den Mädchen Verstecken spielte, eines der ältesten Kinderspiele, das man auf der ganzen Welt spielt.

Und da Zeit im Himmel (und in der Ekstase) eine andere Bedeutung hat, spielten Maria und die Kinder an einem Tag von neun Uhr abends  bis zum Morgen und die Mädchen waren nach dem Aufwachen aus der Ekstase keineswegs ermüdet.

Das Mitspielen war ein Geschenk oder eine Belohnung der Gottesmutter, denn der Spieltag war der 8. Dezember, der Namenstag von Conchita.”

Uns erscheint es weniger bedeutsam, daß der 8. Dezember als Namenstag eines der Sehermädels fungiert –  sondern durchaus wichtiger, daß an diesem Tag in der katholischen Weltkirche das Hochfest der makellos empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria gefeiert wird. Ein passendes Datum zum Spielen vom Abend bis zum nächsten Morgen also? 

Ganz abgesehen von der ohnehin unsinnigen Vorstellung, die himmlische Madonna käme eigens auf die Erde, um mit einigen Dorfmädchen “Verstecken zu spielen”  –  gehts noch?

“Zur Heiligen Jungfrau gibt es keine Distanz”

In dem Buch “So sprach Maria in Garabandal” heißt es überdies auf S. 59, die “Gottesmutter” habe die Sehermädchen bei ihrem “Kosenamen” genannt und sei überhaupt sehr zutraulich: “Die Heilige Jungfrau ist wie eine von uns, es gibt da keine Distanz”, so eine Visonärin.

Zudem wird geschildert: “Sie vertraute ihnen eines Tages an, daß sie die Quasten der Pantoffel, die sie auf der Erde trug, parfürmierte.”

Dieselbe Distanzlosigkeit zeigen die visionären Mädchen und vor allem Hauptseherin Conchita nicht nur gegenüber der Erscheinungs-“Maria”, sondern sogar hinsichtlich des dreieinigen Gottes selbst.

So berichtet das erwähnte Buch auf S. 36, Conchita habe 1966 gesagt, “wenn sie im Himmel ankomme, werde sie die Heiligste Jungfrau und die Drei umarmen.” (Gemeint waren mit “die Drei” die drei göttlichen Personen der Dreieinigkeit.)  – “Umarmen”? – Den dreieinigen Gott und HERRN der Herrlichkeit werden die Seligen im Himmel durchaus nicht quasi auf gleicher Augenhöhe “umarmen”, sondern  a n b e t e n !

Felizitas Küble leitet das Christoferuswerk und den KOMM-MIT-Verlag in Münster

 

2. Foto: Dr. Bernd F. Pelz

 


Garabandal endgültig widerlegt: Der blinde Joe Lomangino ist verstorben

Über 50 Jahre mit Garabandal-Seherin Conchita befreundet

Der blinde Amerikaner Joe Lomangino ist im Alter von 84 Jahren am gestrigen Mittwoch, den 18. Juni 2014, verstorben. Diese Nachricht wurde heute vom Garabandal-Zentrum Lindenhurst in New York (USA) per Internet bzw. Mail verbreitet. weisselberg_memoriam

Plötzlich und unerwartet kam der Tod Lomanginos nicht, da er seit dem Jahr 1999 an einer Herzschwäche litt und in den letzten Monaten aus Gesundheitsgründen keine Besucher mehr empfangen konnte.

Ich wünsche ihm, dass er in Frieden heimgegangen ist  –  und mein Mitgefühl gilt seiner Familie. (R.I.P.)

Drei Stufen: Warnung – Wunder – Strafgericht

Es darf im Zusammenhang mit dieser Todesnachricht nicht unerwähnt bleiben, dass der Name Joe Lomangino untrennbar mit den in “Garabandal” angekündigten Ereignissen von “Warnung – Wunder – Strafgericht” verbunden war.

Besonders das Ereignis der “Warnung”, welches dem “Großen Wunder” innerhalb eines Jahres vorausgehen sollte, wurde in den letzten Jahrzehnten immer wieder spektakulär angekündigt.

Die drei Ereignisse wurden von vielen Verlegern, Gutachtern und (Laien-)Theologen für echt befunden und oftmals gegen jede kritische Nachfrage energisch verteidigt.

Weiterhin wurden seitens derAnhänger z.B. der hl. Pater Pio, hl. Mutter Theresa, hl. Maria Maravillas, Mutter Angelica (EWTN ), hl. Josemaria Escrivá, Kardinal Ottaviani, Papst Paul VI., hl. Papst Johannes Paul II. und weitere Persönlichkeiten als zustimmende Zeugen der angekündigten Ereignisse genannt.

Joe Lomangino war über fünfzig Jahre mit der Hauptseherin Conchita Gonzales befreundet, die er im Jahr 1963 in Garabandal kennengelernt hatte.

Die Hauptseherin kündigte ihm seine Heilung an

Am “St. Josephs-Tag 1964″ wurde ihm von Conchita Gonzales schriftlich (!) mitgeteilt, dass er am Tag des “Großen Wunders” wieder sehen wird.

Foto: Dr. Bernd F. PelzJoe Lomangino war nicht von Geburt an blind. Ein Unfall hatte ihm im jugendlichen Alter von sechzehn Jahren beide Augäpfel zertrümmert. Conchita Gonzales bezog sich in der schriftlichen Mitteilung an Lomangino auf eine “Botschaft” der “Gottesmutter”, die sie bei den Pinien in Garabandal erhalten haben will.

Lomangino lebte nach dem “St.-Josephs-Tag 1964″ in Erwartung der Erfüllung dieser “verheißungsvollen Botschaft”.

Zur Unterstützung der Verbreitung der Garabandal-Botschaften gründete er das Magazin “Needles” und im Jahr 1968 das “Garabandal-Zentrum” in Lindenhurst, New York / USA.

In den Anliegen der Verbreitung der Botschaften aus Garabandal hielt Lomangino Vorträge, unternahm Auslandsreisen, so daß Garabandal ein sehr wichtiger Teil seines Lebens wurde.

Garabandal-Anhänger: Selbstkritik ist angesagt

Die richtigen Schlüsse aus dem Tod von Joe Lomangino, welche Bedeutung sein Tod in Bezug auf die “Botschaften”, sowie die  –  nicht nur Pater Pio zugeschriebenen  –   Aussagen und Briefe zu “Garabandal” jemals hatten, müssen die Anhänger jetzt sehr selbstkritisch ziehen.

Gleiches trifft selbstverständlich auch auf das niveaulose und vom zuständigen Bischof verworfene “Garabandal-Warnungs-Anhängsel” aus Irland zu, sowie andere angebliche Erscheinungsstätten und deren “Seher” (Medjugorje, Manduria, Naju, JNSR, Don Gobbi, Vassula Ryden, Christina Gallagher, Little Pebble usw), die sich nach “Garabandal” ebenfalls ins “Warnungs”-Kielwasser begaben und sich damit rühmten, von was auch immer die Fortsetzung oder Erfüllung zu sein.

So schrieb z.B. der verstorbene Schriftsteller und “Medjugorje-Anhänger” Alfons Sarrach (ein laisierter Priester) noch im Jahre 2009 in der August-Ausgabe seiner Publikation “Der Christ von Morgen”:  media-375643-2

“Garabandal gehört zu den großen mystischen Ereignissen des 20. Jahrhunderts neben Fatima und Medjugorje.”

Wie die Garabandal-Anhänger guten Willens jetzt wissen, war diese Feststellung nicht nur knapp daneben  –  sondern voll daneben!

Auf Garabandal bezogen bedeutet der Tod von Joe Lomangino:

“Garabandal” war niemals die Fortsetzung oder Erfüllung von “Fatima”, sondern ein Szenario von “ganz unten”, das über viele Jahrzehnte Generationen beschäftigt, alle Jahre wieder leichtgläubige Schwärmer in seinen Bann gezogen und in helle Aufregung versetzt hat.

Erscheinungen als Täuschungen entlarvt

Ich wünsche mir deshalb, dass es eine ehrliche Aufarbeitung durch die Anhänger gibt, da es sich bei den Erscheinungen und “Botschaften” aus “Garabandal” unzweifelhaft um Täuschungen handelt, die sich nach über fünfzig Jahren mit dem Tod von Joe Lomangino endgültig als falsch erwiesen haben. 0023

So könnte selbst aus der Aufarbeitung dieser Falschprophetie noch eine erkenntnisreiche Mahnung und echte “Warnung” werden, in Zukunft nüchterner und kritischer mit solchen “Erscheinungen” umzugehen und eine gesunde Skepsis walten zu lassen, besonders von Seiten der Laien, die oftmals auf sehr einfache Weise mit “Botschaften” zu begeistern sind.

Hilfreich können in diesem Zusammenhang die kritischen Artikel und Beiträge sein, die zu diesem Thema hier im “Christlichen Forum” veröffentlicht und im Kommentarbereich kontrovers diskutiert wurden:
1. http://charismatismus.wordpress.com/2011/06/10/garabandal/
2. http://charismatismus.wordpress.com/2014/01/06/eine-kritische-betrachtung-zu-garabandal/

Trotzdem gibt es für mich als Garabandal-Kritiker und Verfasser dieses Artikels keinen Grund zu triumphieren, denn geirrt oder getäuscht hat sich bestimmt schon jeder einmal.

Die Bodenhaftung nicht verlieren

In einer Zeit, in der “Erscheinungsstätten” wie Pilze aus dem Boden schießen, angebliche “Botschaften” des Himmels inflationsartige Verbreitung finden (siehe zB. Medjugorje ) und sich dabei wichtigtuerisch geradezu überschlagen, können Katholiken nicht vorsichtig genug sein, um nicht “trunken” vor lauter “Botschaften” die Bodenhaftung zu verlieren.

Das zeigen auch die Worte von Glenn Hudson, der noch am 24. April 2014 den Kritikern die abgehobene Empfehlung erteilte, sich bei der “Gottesmutter” für Bedenken zu entschuldigen und um Vergebung zu bitten. (Original Glenn Hudson: “To all those who doubted our Blessed mother’s promise and words … pray to her for forgiveness!”)

Einen Irrtum zuzugeben: das ist ein respektables Zeichen innerer Größe und zeugt von Einsicht.

Im Irrtum unbelehrbar, uneinsichtig zu verharren und sich nicht eingetroffene Ereignisse irgendwie wieder hinzubiegen und passend zu machen, ist dagegen ein Zeichen von Belehrungsresistenz, Verblendung und Verstocktheit, mit dem niemand dem Himmel einen Gefallen erweist. Eher ist das Gegenteil der Fall, denn der Himmel und der wahre Glaube werden vor aller Welt lächerlich gemacht.

Dabei sind jene Laien besonders eifrig, die sich einer “kirchenrettenden Restarmee” zugehörig fühlen, Papst Franziskus öffentlich als “falschen Propheten” verunglimpfen (irischer Warnungs-Unfug der “MDM” ) oder die alberne Überzeugung verbreiten, mit dem Besuch einer nicht anerkannten Erscheinungsstätte in Bosnien-Herzegowina einen besonderen Geist der Einsicht und Erkenntnis empfangen zu haben. Welchen Wert der Empfang dieser “erhellenden Geister” hat, wissen wir jetzt – wieder einmal!

Halten wir uns an die eine wahre und zeitlose Botschaft, die vom HERRN selber kommt: “Kehrt um, und glaubt an das Evangelium!” (Mk 1,15 )

Daran sollten wir uns als Katholiken orientieren und in diesem Geist auch schwierige Zeiten in Kirche und Welt durchstehen, bis ER – wie ER es versprochen hat   –  wiederkommt in Herrlichkeit! (vgl. Mt 24,3-31)

Der Autor dieses Beitrags schreibt bei uns unter dem Kürzel GsJC seit Jahren kompetente Artikel und Leserkommentare

 


Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 271 Followern an