“Seher” Caputa aus Sizilien erwartet am Samstag auf dem Schloßberg von St. Leonhard in Kärnten wieder eine Marienerscheinung

Die “missionarische Madonna” erscheint stets punktgenau

Seit fast drei Jahren glaubt der italienische Visionär Salvatore Caputa, daß er alle halbe Jahre einer Erscheinung der Himmelskönigin in Bad St. Leonhard gewürdigt wird  -  und zwar stets auf dem Schloßberg, auf dem sich malerisch eine alte Burgruine befindet; die kleine Kurstadt (ca. 4600 Einwohner) liegt im Lavanttal im österreichischen Bundesland Kärnten.

Bereits im Mai 2010 will der pensionierte Polizist seine erste Marienvision in der Alpenrepublik erlebt haben, wobei sich das Erscheinungsphänomen selbst etwas weitschweifig als “missionarische Madonna in der Mission für die Jugend” vorstellte, also wieder einen neuen Ehrentitel für das neugierige Botschaftsvölkchen bereithält.

Bevor die aufsehenerregenden, auch von TV-Kameras gefilmten Phänomene auf dem Schloßberg begannen, hatte der heute 67-Jährige bereits einen bewegten visionären Lebenslauf hinter sich  -  Näheres siehe hier.media-377708-2

Die Caputa-Erscheinungstermine Mai und Oktober sind keineswegs zufällig gewählt; sie sollen wohl an Fatima erinnern und sich an diese bekannte und anerkannte Wallfahrtsstätte gleichsam “dranhängen”.

Im Jahre 2009 hatte der “Seher” bereits in Südtirol eine Marienerscheinung vorhergesagt; das Spektakel wurde aber von bischöflicher Seite (Bistum Bozen) strikt untersagt. Auch in anderen Kirchenbezirken wurde Caputa mit Auftrittsverboten belegt.

Skeptisch zeigt sich auch die zuständige österreichische Diözese Gurk-Klagenfurt; deren Sprecher Matthias Kapeller erklärte bereits: „Wir distanzieren uns von solchen Veranstaltungen“.

Pfr. Walter Oberguggenberg, Stadtpfarrer von St. Leonhard, hat sich ebenfalls sehr kritisch geäußert und den Gläubigen bereits vor drei Jahren von einer Wallfahrt zum Caputa-Event auf dem Berg abgeraten; seine Mahnungen verhallen jedoch vielfach ungehört. Auch der ehem. Stadtpfarrer Thonhauser hält nichts von “dem Gerede rund um die Erscheinungen”.

Die Hinweise der Priester, daß die “Phänomene” um den “Marienseher” von den Diözesen Trient, Bozen und Mantova (Mantua) klar abgelehnt werden, ficht die Wunderbewegten nicht an. Die Bistumsleitungen erinnerten bei ihren Stellungnahmen ausdrücklich an die biblischen Warnungen vor “falschen Propheten”.

Bischöfe ermahnen zur “Unterscheidung der Geister”

Nach einer gründlichen kirchlichen Untersuchung der Caputa-Visionen erklärte das bischöfliche Ordinariat Mantua, daß „nichts erlaubt, objektiv an Erscheinungen zu denken. Einige Ausdruckselemente der angeblichen subjektiven Wahrnehmungen und einige Aspekte der Choreographie, die sie begleitet, stellen eher objektive Gegenbeweise dar.“

Auch der zuständige Bischof Alois Schwarz ermahnt seine Diözesanen zur Nüchternheit im Glauben. Er sprach von einer “Privatveranstaltung” des Italieners und empfahl den Gläubigen in seiner amtlichen Stellungnahme, „sich nicht voreilig und unbedacht in die Vorgänge auf dem Schlossberg in Bad St. Leonhard hineinziehen zu lassen und diese auch nicht durch eine Beteiligung aufzuwerten“.  

Gleichzeitig bittet der Kärtner Oberhirtse sein Kirchenvolk um eine entsprechende „Unterscheidung der Geister“ im Sinne der Heiligen Schrift. 

Während sich die kath. Kirche eindeutig ablehnend äußert, betrachtet die politische Kommunalverwaltung das fromme Treiben eher wohlwollend, macht es die Stadtgemeinde St. Leonhard doch weit und breit  -  sogar über Österreich hinaus  – bekannt und sorgt für zahlreiche und zahlende Touristen   -  und dies nicht etwa nur zu den halbjährlichen “Erscheinungsterminen”. Auch zwischendurch kommen Pilger zur “Maria vom Schloßberg” und holen sich zB. Wasser aus der vermeintlichen “Heilquelle”.

Bürgermeister Simon Maier von der SPÖ (!) spendete sogar aus eigener Tasche das hoch aufragende “Seherkreuz” für den Schloßberg. Er ist von der Echtheit dieser kirchlich nicht anerkannten Privatoffenbarungen offenbar überzeugt. Wenn wieder eine Erscheinung ansteht, läßt er es sich nicht nehmen,  selber mit anzupacken und beim Aufbau von Sitzbänken und Gerätschaften zu helfen.

Christus selber segnete das “Gnadenwasser”….

Wo eine “Erscheinung” ihres Amtes waltet, ist die passende “Heilquelle” oft nicht weit:

Viele Wallfahrer füllen ihre Flaschen an jener alten Wasserleitung, aus der seit Beginn der Erscheinungen das sog. „Gnadenwasser“ (!) fließen soll.  Das profane Wasser versorgte zuvor einen Brunnen und umliegende Gärten; nun soll es plötzlich “geheiligt” sein, weil der Seher visionär erlebt haben will, wie Christus selbst vom Kreuz herabstieg und zu besagtem Brunnen geschritten sei, um diesen zu segnen.

Inzwischen gibt es seit über einem Jahr sogar einen zweiten Wasserhahn an der Burgruine, der aber ganz irdisch durch die städtische Verwaltung installiert wurde, um die stundenlangen Wartezeiten für jene Pilger zu verkürzen, die sich das “Gnadenwasser” holen möchten. 221047138_kl

Kamen anfangs einige hundert Personen zu den Visions-Terminen des “Begnadeten” aus Sizilien, so waren es vorigen Oktober bereits 1500 Pilger. Die meisten Caputa-Gläubigen lassen sich dabei auch durch starken Dauerregen nicht von ihrer Wallfahrt abhalten.

Für den kommenden Samstag, den 27. April 2013, wird ein Ansturm von zweitausend Teilnehmern erwartet, die aus dem ganzen Umland anreisen, teils gruppenweise mit Bussen; viele kommen eigens aus Italien angefahren.

Um haargenau 16 Uhr (die Madonna erscheint stets äußerst pünktlich, wie Caputa-Fans wissen) soll es wieder soweit sein:

Die “Himmelskönigin” gibt sich ein Stelldichein und verkündet dem 67-jährigen Seher wieder eine “Botschaft”. Diese schreibt er hinterher in einem nahegelegenen Holzstadl auf; danach wird sie den Versammelten in deutsch und italienisch vorgelesen.

Der selbsternannte Visionär kniet während der “Erscheinung” vor einer großen Marienstatue, die auf einen kleinen Holztisch gestellt wird; daneben steht zuweilen eine kleinere Statue der sog. “Rosa Mystica” mit drei Rosen aus Montichiari   -  oder wahlweise ein großes Jesuskind, wie man es aus Weihnachtskrippen kennt. Danach küßt Caputa  jener weiß-hellblauen Edelkitsch-Madonna, die in ihrer Art stark an die “Gospa” von Medjugorje erinnert,  gleichsam die Füße. 

Auf dem Schloßberg segnet der 67-jährige Sizilianer seine Anhänger oftmals mit einem Kreuzzeichen auf die Stirn, wobei er manchmal eine kurze “Handauflegung” vornimmt. Gegen einen “Laiensegen” wäre an sich nichts einzuwenden, wobei es durchaus befremdlich wirkt, daß viele (Erscheinungs-)Gläubige vor dem Seher niederknien  – Beispiele siehe hier: http://www.youtube.com/watch?v=jUaxOh8bOKk

Eine ehrfürchtige Kniebeuge beim Gesegnetwerden praktizieren Katholiken üblicherweise nur während eines sakramentalen Segens durch das Allerheiligste oder bei einem bischöflichen oder priesterlichen Segen, wobei das Knien jeweils nicht der Person des Geistlichen gilt, sondern dem Altarsakrament bzw. dem priesterlichen Amt als Statthalter Christi.

Ein solches Amt hat Salvatore Caputa aber nicht aufzuweisen  – und eine Weihe zum “Visionär” gab und gibt es nun einmal nicht.

Mirakel aus Rosenduft und “Sonnenwundern” 

Niemand außer Caputa “sieht” die Gottesmutter; doch wollen einige Pilger zeitgleich einen wohlriechenden Rosenblütenduft wahrgenommen haben; auch von “Sonnenphänomenen” wird erzählt (plötzliches Licht über St. Leonhard und dergl.)   -  also wie gehabt und bereits bekannt zB. aus Medjugorje, Heroldsbach, Montichiari (Rosa Mystica) etc.

In einem Pro-Caputa-Blog ist von einer “übernatürlichen Duftwahrnehmung” die Rede; zudem heißt es: “Viele der anwesenden Pilger erhielten vor oder während oder nach den Erscheinungen als himmlisches Zeichen einen Rosenduft, manche sehr intensiv und lange, manche auch noch bei der Heimfahrt und sogar zu Hause.”

Im Herbst 2010 verkündete die “Madonna” den Anwesenden einer Caputa-Erscheinung: “Seid auch ihr oft zusammen mit Mir die Zuflucht der Sünder, der Armen, der Kranken, der Verzweifelten, der Kleinen, der Verlassenen!”  -  Hier stellt sich wohl die Rückfrage: Sind die Erscheinungsgläubigen etwa nicht selber auch Sünder? Wie können sie dann “die Zuflucht der Sünder” sein?

Die Botschaften auf dem Schloßberg klingen zwar “superfromm-katholisch”, bringen aber theologisch einiges durcheinander  -  und können schon deshalb nicht “von oben” stammen. Hierzu ein Beispiel, das uns bereits die erste “Botschaft” vom 1. Mai 2010 liefert:

Erscheinungs-”Weisheiten” über die hl. Messe

Bei der “Offenbarung” auf dem Schloßberg, die am 1. Mai 2010 stattfand, soll die Madonna “ganz in rosa” erschienen und von 12 Engeln begleitet worden sein. Dom St Peter -Regensb.

Kurioserweise begann sie ihre “Predigt” mit den Worten: “Ich segne euch, liebe Jugendliche.”  -  Von einem Segen für Kinder oder Erwachsene war von A bis Z nicht die Rede, vielmehr hieß es am Schluß: “Ich segne Euch Jugendliche mit dem Segen der Freude”, was immer das sein mag.

Sodann belehrte die “Himmelskönigin” das fromme Jungvolk über Sinn und Bedeutung der hl. Messe, indem sie erklärte:

“Die heilige Messe ist die Erneuerung des Todes Jesu. Jesus litt und starb real, sein Blut vergießend. In der heiligen Messe, liebe Jugendliche, stirbt Jesus mystisch, geistig. In jeder heiligen Messe wiederholt sich der Tod Jesu auf mystische Weise… Jeden Tag, wenn die hl. Messe gefeiert wird, erneuert sich mysteriös das Leiden und der Tod Jesu am Kreuz.”  

Diese Äußerungen sind jedoch theologisch mißverständlich bis irreführend:

In Wirklichkeit lehrt die katholische Kirche, daß das einmalige Opfer Christi auf Golgotha, das vor ca. 2000 Jahren stattfand, in der heiligen Messe auf sakramentale und unblutige Weise vergegenwärtigt wird.

Also: Es wird nicht “erneuert”, geschweige “wiederholt”,  sondern dieses  e i n e  Opfer Christi wird auf dem Altar sakramental zur Gegenwart; es handelt sich zudem   n i c h t  um ein “mystisches” Ereignis,  geschweige gar um ein “mysteriöses” (!), sondern um ein sakramentales Geschehen, ein Darbringungsopfer der Kirche durch Christus zur Ehre des himmlischen Vaters.

Sollte etwa die selige Jungfrau diese zweitausendjährige Lehrverkündigung der Kirche nicht kennen?  – Da dies schlichtweg ausgeschlossen ist, können diese theologisch konfusen “Botschaften” nicht von der wirklichen Madonna stammen.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

Hierzu eine Kurz-Reportage des ORF unter dem Titel “Wunder gibt es immer wieder”: http://www.youtube.com/watch?v=zchMpcG2xsY

Kreuz-Foto: Bischöfliches Presseamt Regensburg /

Schloßberg-Bild: http://www.bad-st-leonhard-i-lav.at/system/web/default.aspx?menuonr=220170300

  


Christi Kreuzesopfer wird verdrängt: Medjugorje meldet Mirjanas jüngste “Privatbotschaft” vom 2. April 2013

Heute enthielt der Newsletter des offiziösen “Medjugorje-Informationszentrums” die sog. Privatbotschaft, die der Seherin Mirjana Dragicevic-Soldo stets am zweiten Tag jeden Monats durch die “Madonna” zuteil wird. Der Wallfahrtsort Medjugorje liegt in Bosnien-Herzegowina, die seit 1981 laufenden Erscheinungen sind kirchlich nicht anerkannt.

Nachdem Visionärin Mirjana zunächst Anfang der achtziger Jahre tägliche Erscheinungen der “Gospa” (dortiger Bezeichnung Mariens) erhielt, nachdem ihr dabei angeblich zehn “Geheimnisse” anvertraut wurden, erlebt sie nunmehr eigenen Angaben zufolge einmal monatlich himmlische “Einsprechungen”, wobei sie nur noch die Stimme der Gospa vernehmen kann, ohne ihre Gestalt zu sehen.

Nun folgt der volle Wortlaut der gestrigen “Botschaft” (Hervorhebungen mit Linien durch uns):

“Liebe Kinder! Ich rufe euch auf, im Geist eins zu sein mit meinem Sohn. Ich rufe euch auf, dass ihr durch das Gebet und durch die heilige Messe, wenn mein Sohn sich auf besondere Weise mit euch vereint, versucht, so wie Er zu sein: so dass ihr, wie Er, immer bereit seid, den Willen Gottes zu tun und nicht sucht, dass sich euer Wille erfülle. Denn, meine Kinder, durch den Willen Gottes seid ­ihr – existiert ihr, aber ohne den Willen Gottes seid ihr nichts. Ich als Mutter ersuche euch, dass ihr mit eurem Leben über die Herrlichkeit Gottes ­sprecht, denn auf diese Weise werdet ihr auch euch nach Seinem Willen verherrlichenmedia-372515-2

Zeigt allen Demut und Liebe zum Nächsten. Durch diese Demut und Liebe hat mein Sohn euch gerettet und euch den Weg zum Himmlischen Vater geöffnet. Ich bitte euch, den Weg zum Himmlischen Vater all jenen zu öffnen, die Ihn nicht kennen gelernt und ihr Herz nicht Seiner Liebe geöffnet haben. Mit eurem Leben öffnet den Weg all jenen, die noch im Suchen der Wahrheit umherirren. Meine Kinder, seid mir Apostel, die nicht umsonst gelebt haben. Vergesst nicht, ­dass ihr vor den Himmlischen Vater kommen und Ihm über euch erzählen werdet. Seid bereit! Von Neuem ermahne ich euch: Betet für jene, die mein Sohn berufen hat, deren Hände Er gesegnet hat und die Er euch geschenkt hat. Betet, betet, betet für eure Hirten. Ich danke euch.”

Hierzu stellen wir Folgendes fest:

1. Dieser Botschaftssermon klingt wie üblich reichlich fromm  -  das ist eben das sprachliche “Mäntelchen” dieser Aussagen, die allerdings theologische bzw. spirituelle Fehler und “Schiefheiten” enthalten, so etwa der Hinweis: “…denn auf diese Weise werdet ihr auch euch nach Seinem Willen verherrlichen.” 

Das Wörtchen “denn” liefert die Begründung für den vorhergehenden Satz, unser Leben solle über die Herrlichkeit Gottes sprechen  -  dies also deshalb, damit wir uns “auf diese Weise” selber “verherrlichen”.  – Zwar heißt es “nach Seinem Willen”, aber die (Selbst-)Verherrlichung des Menschen ist eben  keineswegs der Wille des Höchsten.

2. Wohl um diese “verdächtige” Schräglage zu kaschieren, ist im nächsten Satz sogleich von “Demut und Liebe zum Nächsten” die Rede.  Es entsteht aber bei den nachfolgenden Aussagen erneut eine merkwürdige (Theo-)Logik:

Es wird nämlich zwar halbrichtig festgestellt, daß Christus uns durch “Demut und Liebe” gerettet habe. Das klingt sehr fromm, verdrängt aber in Wirklichkeit das Kreuz, den Opfertod des HERRN, durch  d e n  ER uns erlöst hat.

Nachdem also das Kreuz aus dem Blickfeld verschwindet, wird auf derselben Ebene weitergeschwafelt:

Mehrfach wird dazu aufgefordert, anderen Menschen den Weg zu Gott-Vater zu “öffnen”, wogegen nichts einzuwenden wäre, wenn nicht zuvor in der “Botschaft” gesagt worden wäre, durch “Liebe und Demut” habe Christus den Weg zu Gott-Vater “geöffnet”:

Somit erscheint diese Weg-Öffnung Christi als auf  d e r s e l b e n  Ebene befindlich wie jene Weg-Öffnung durch uns, durch Menschen. Damit wird die Gottheit Christi und sein Opfertod scheinheilig und auf listige Weise verdrängt, denn offenbar geschieht diese “Weg-Öffnung” zu Gott-Vater durch tugendhaftes Verhalten (“Demut und Liebe”) sowohl seitens Christi wie auch seitens der Gläubigen.

Somit wird etwas  – freilich durchaus Wohlklingendes und Gutes  -  unangemessen stark in den Mittelpunkt gerückt, wodurch dem Leser nicht mehr aufleuchtet, daß Christi Kreuzesopfer allein uns das Tor zum Himmel und den Weg zum Vater geöffnet hat: “Niemand kann zum Vater kommen außer durch mich”, erklärte Christus glasklar!

3. Sodann ist der Gospa-Hinweis über unser persönliches Gericht nach dem Tod reichlich banal und pubertär, wonach wir Gott-Vater bei der Gelegenheit “etwas über uns erzählen werden”

Als ob dieser wichtigste und entscheidende Moment  -  wenn wir uns vor dem ewigen Richter verantworten müssen, wenn wir Rede und Antwort stehen sollen  -  ein lockeres, jenseitiges Plauderstündchen sei, bei dem wir Gott mal eben dies oder jenes über uns “erzählen”…

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

 


Eine wachsame Stimme gegen den “Warnungs”-Sumpf wünscht weitere Aufklärung

“Es ist gar entsetzlich, was sich hier abspielt”

Heute erreichte mich ein eindringliches Schreiben, das man schon fast als Verzweiflungsruf ansehen kann. Ich kenne den Namen der Autorin, doch er tut nichts zur Sache, um die es nachfolgend geht; lassen wir zunächst diese wache, im guten Sinne kritische Katholikin zu Wort kommen, die uns in knappen Worten schildert, was im Leserforum der “Warnungs”-Botschaften abgeht:

“Bitte nehmen Sie sich doch nochmals der Wahnwitzigkeit der dubiosen Warnungs-Botschaften an. Es ist gar entsetzlich, was sich hier abspielt. Was die Leser-Zuschriften bei “TheWarnung.net” betrifft, lässt sich Zusammenfassend folgendes feststellen:

Es wird hier nicht mehr gebetet, sondern verurteilt. Statt für Papst Franziskus beten hier manche Gläubige stur für Benedikt weiter. Die Medien seien der Garant für ein adäquates Urteil, was die Vertrauenswürdigkeit unseres Papstes anbelangt (ein Leser schreibt, die Medien berichten gut über Franziskus, aus diesem Grund sei er im Bunde mit dem Antichristen).

Es ist gar abscheulich, was sich hier abspielt. “Betet für Eure Feinde”  –  nicht mal dieser Aufforderung würden die Warnungs-Anhänger nachkommen, wenn es so wäre, dass Franziskus im Bunde mit dem Antichristen sei. Schreibt man selbst solche Hinweise fürs Gebet, werden diese zwar vielleicht gelesen, aber es wird munter weiter fantasiert.   0023

Diese Bewegung ist derart fürchterlich. Satan leistet hier ja wohl volle Arbeit. Das prophezeite Schisma wird von Warnungs-Anhängern selbst herbeigeführt. Es wird aufgefordert, der Kirchenobrigkeit gegenüber ungehorsam zu sein.

Ich bitte Sie inständig: Schreiben Sie darüber, was sich unter Warnungs-Gläubigen abspielt.

Ich kenne selbst in meinem Bekanntenkreis eine große Anzahl Christen, die felsenfest an diese fürchterlichen Botschaften glauben. Wissen Sie, was das Schlimmste an der ganzen Sache ist: Es sind fast ausschließlich treue Kirchgänger und Rosenkranzbeter, die dieser Irrlehre aufsitzen. Sonntagschristen tangieren die Botschaften eher weniger.

Ich selbst fühle mich schon  langsam als Einzelkämpfer. Wenn ich nicht wüsste, dass es dennoch viele Christen gibt, die diese Irrlehre enttarnen, ich würde am Verstand der Katholiken zweifeln.”

SOWEIT unsere fast schon entnervte Briefschreiberin.

Am besten halten wir dazu grundsätzlich ein paar Punkte fest:

1. Die Kirche hat noch nie in ihrer zweitausendjährigen Geschichte eine “Privatoffenbarung” ernst genommen, geschweige anerkannt, die von einer “anonymen” Seherin ausgeht  – wie jener Urheberin der “Warnungs”-Prophetie.

Wie sollte das kirchliche Hirtenamt denn die Persönlichkeit einer Visionärin untersuchen, ihren Umfeld, ihren religiösen Hintergrund und-so-weiter, wenn sie nicht einmal weiß, um welche Person es geht? 

Zudem hätte es früher Gelächter ohne Ende auch in frommen Kreisen ausgelöst, wenn Leute irgendwelche “Botschaften” von “verborgenen” Sehern herumgereicht hätten. Selbst das erscheinungsbewegte Lager hätte gelangweilt abgewinkt.

Daß in den letzten drei Jahren dieser offensichtlich und noch dazu anonyme Unfug erfolgreiche Kreise ziehen kann, beweist einmal mehr, daß die Hemmschwelle für baren Unsinn im frommen Mäntelchen immer niedriger ausfällt.

2. Ihre Beobachtung, daß gerade religiös ernste Kirchgänger  der “Warnung” auf den Leim gehen, kann ich nur bestätigen. Dies ist freilich typisch für die Botschaftszene allgemein, denn die Verführung durch Falsch-Mystik ist keine Versuchung für Modernisten oder laue Sonntagschristen, sondern gerade für das fromme Spektrum.

Konservative bis traditionalistische Gläubige kann der “Kellergeist” nicht etwa durch moderne Irrlehren inhaltlich zu Fall bringen, sondern nur durch religiöse Täuschungen  -  also vor allem durch die schwarmgeistige oder erscheinungsbewegte Schiene. Wasser-008-2-4-2

Dabei müssen diverse Falschpropheten nicht unbedingt direkt von Finsternismächten beeinflußt oder umsessen sein, denn die verhängnisvolle Wirkung kommt auch dann zustande, wenn ein “Visionär” sich psychopathologisch in religiösen Wahnvorstellungen verfängt oder “Botschaften” in betrügerischer Absicht erfindet.

Das Ergebnis führt so oder so zur spirituellen Verwirrung, zu Spaltung unter Gläubigen, zur Distanzierung von der Kirche, zur wachsenden Offenheit für Täuschungen von “unten”.  Schon Paulus warnte seinerzeit die urchristlichen Gemeinden davor, daß der Satan als “Engel des Lichtes” erscheinen kann. Natürlich, denn würde er seine “Visitenkarte” vorzeigen, wäre ihm ja kein Erfolg im frommen Lager beschieden.

3. Dabei arbeitet die Falschmystik bzw. der Botschaftszirkus stark mit Plus-Minus-Emotionen, mit einer aufregenden Achterbahn der Gefühle:

Sowohl das Bedürfnis nach großartiger Zukunftsperspektive wird befriedigt, sei es durch die charismatische Vorstellung von einer weltweiten Erweckung, einer Art kommenden Paradies auf Erden oder universalem christlichen Friedensreich bzw. “Zweites Pfingsten” und-soweiter   -   o d e r  durch die Panik-Grusel-Version von demnächst eintreffenden Katastrophen, dem jetzigen Papst als “Falschen Propheten” des Antichristen (obwohl derselbe doch noch gar nicht präsent ist). Es gibt eine merkwürdige “Lust am Gruseln”, die durch solche Panikbotschaften bedient wird.

4. Zum Thema Papst: Das Petrusamt ist wichtiger als die Person des Papstes, das hat paradoxerweise gerade Benedikt verdeutlicht, auch als er um des Amtes willen zurücktrat, also seine Person zurücknahm, damit das Amt nicht etwa Schaden leide durch seine gesundheitliche Hinfälligkeit. Immerhin hatte er schon im Jahre 2005 einen Herzinfarkt mit Blutvergiftung  -  so etwas bleibt nicht in den Kleidern hängen.

Als katholische Christen benötigen wir freilich keinen naiven Personenkult, das Amt des Papstes ist uns vor allem wichtig. Von daher war es auch richtig, daß die Gläubigen auf dem Petersplatz am 13. März begeistert gejubelt haben, als weißer Rauch aufstieg: damit war klar, daß ein neues Oberhaupt gewählt war, wenngleich das Kirchenvolk noch nicht wußte, wer es war.

Der von manchen Journalisten und Theologen als “verfrüht” bezeichnete Beifall war in Wirklichkeit kernkatholisch und zeigte genau diesen Respekt vor dem Amt, vor der Sendung des Papstes   -  noch vor der Klarheit über die Person. Schwärmerischer Personenkult um den Papst ist nicht nötig, ist auch gar nicht angebracht, aber noch viel weniger jene Dauerstänkerei und unseriöse Gerüchteküche, wie sie in einem Teil des Tradi-Lagers derzeit abgeht (zB. vielfach auch im Leserforum von Gloria-TV)  -  ganz zu schweigen von den irrsinnigen Falschprophetien der “Warnung” über Franziskus als Helfershelfer des Antichristen etc.0018

5. Das Grundprinzip der Falschmystik ist vor allem die unterschwellige Verdrängung: Die Heilige Schrift spielt kaum eine Rolle (allenfalls noch die Apokalypse, die jedoch  meist falsch verstanden wird). Die Bibel wird letztlich durch Botschaften ersetzt, der Katholische Katechismus bzw. die Lehr der Kirche durch Privatoffenbarungen.

Nicht mehr die Zehn Gebote Gottes und die Fünf Kirchengebote stehen im Vordergrund sittlichen Strebens, sondern eine überzogene Askese (zB. in Medjugorje das zweimalige Fasten am Mittwoch und Freitag bei Wasser und Brot) und eine Art Leistungsfrömmigkeit der Gebete unter dem Vorwand, nur so könnten viele Seelen gerettet werden.

Lassen wir uns nicht irreführen, verfallen wir nicht auf irrgeistige “Botschaften”, bleiben wir vielmehr der  e i n e n  Botschaft Gottes treu, wie sie in der Heiligen Schrift und der Lehre unserer Kirche aufleuchtet und treu überliefert ist:  Darin liegt das Heil unserer Seele und die Rettung der Welt.

 

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster


Das Lazarus-Gleichnis Christi und die Warnungen des hl. Johannes vor der Sucht nach “Offenbarungen”

“Sie haben Moses und die Propheten: darauf sollen sie hören!”

Die heutige liturgische Lesung der katholische Kirche befaßt sich mit Christi Gleichnis vom reichen Prasser und dem armen Lazarus, das uns in Lukas 16,19-31 berichtet wird. media-80458-2

Der reiche Mann war ein rücksichtsloser Egoist, daher verscherzte er sich das ewige Heil. Lazarus hingegen wurde “von den Engeln in Abrahams Schoß getragen”, wie es in der Bibel heißt.

Der reiche Prasser ruft Abraham in der Unterwelt zu, er möge Lazarus zu seinen fünf Brüdern senden, damit diese gewarnt werden und “nicht an diesen Ort der Qual kommen”.  

Doch Abraham lehnt dieses Ansinnen rundweg ab: “Er aber sagte: Sie haben Moses und die Propheten, auf die sollen sie hören.”

Ahnen wir, wie zeitlos gültig diese Antwort ist?

Wie oft erfahren wir auch in diesem CHRISTLICHEN FORUM  zornigen Widerspruch von erscheinungsbewegter Seite, wenn wir den kirchlichen Standpunkt erklären:

Wir brauchen keine Visionen und Neu-Offenbarungen, keine “himmlischen” Botschaften, keine Jenseits-Auskünfte vermeintlich “begnadeter Seelen” usw., denn wir haben durch Bibel und Tradition, Sakramente und Lehramt der Kirche bereits alles, was wir für unser ewiges Heil benötigen.

Abraham, der “Vater des Glaubens”, erklärt in Christi Gleichnis kurzerhand: Auch diese Männer  – die Brüder des reichen Prassers  -  “haben Moses und die Propheten”   -   vergleichbar dem, was wir heute “Bibel und Lehramt” nennen  -  und eben darauf sollen wir hören!

Eindringliche Mahnungen des hl. Johannes vom Kreuz

Das betonte auch der hl. Kirchenlehrer und Mystiker (!) Johannes vom Kreuz immer und immer wieder. Auch damals waren Wundersucht und vorwitzige Neugier nach besonderen “Offenbarungen” weit verbreitet.

In seinem Klassiker “Aufstieg zum Berge Karmel” (2. Buch, Kap. 21) warnt der Heilige im 7. Absatz strikt vor diesen raffinierten Gefahren für das Seelenheil:

Ich sage nur, dass es eine äußerst gefährliche Sache ist, auf solchen Wegen mit Gott umgehen zu wollen  -  und dass derjenige, der zu solchen Methoden hinneigen sollte, nicht umhin kommen wird, sich gewaltig zu irren und oftmals in Verwirrung zu geraten.”media-377708-2

Johannes vom Kreuz erwähnt sodann die “Schwierigkeit”, die darin bestehe, “bei inneren Ansprachen und Visionen keinem Irrtum zu verfallen”, da diese vielfach “vom Bösen stammen”, der sich als Engel des Lichtes tarnt bzw. wie der hl. Johannes wörtlich schreibt: der Erzfeind “schleicht sich auf Umwegen ein, wie der Wolf im Schafspelz in die Herde, so dass man es kaum erkennen kann.”

Einer der satanischen Tricks bestehe darin, daß “er nämlich viele wahre und vernunftgemäße Dinge sagt  -  und Dinge ankündigt, die sich bewahrheiten”  - und daher könne man  sich “leicht täuschen lassen”.  

Johannes empfiehlt: “Vor allen Erscheinungen  f l i e h e n !”

In Absatz 11 heißt es, daß “der Böse äußerst spitzfindig ist beim Einflüstern von Lügen. Von ihm kann man sich nicht befreien, außer man flieht vor allen übernatürlichen Offenbarungen, Visionen und inneren Ansprachen.”

Der Heilige erklärt also, daß man sich “übernatürliche Offenbarungen” nicht nur keineswegs wünschen soll; er empfiehlt seinen Lesern aus großer Vorsicht sogar die Flucht vor “allen” Erscheinungen,  falls diese jemals ungewollt in ihr Leben treten. Er weiß um die Schwierigkeit, in diesem heiklen Bereich den häufigen Spreu vom seltenen Weizen zu trennen – und daher seine Empfehlung, besser gleich alles zu meiden.

Den deutlichen Warnungen des Kirchenlehrers könnte man theoretisch entgegenhalten, daß es doch auch wenige Erscheinungen himmlischen Ursprungs geben kann, die zu “fliehen” dann nicht sinnvoll sei.

Doch der hl. Johannes vom Kreuz will offenbar auf “Nummer Sicher” gehen, zumal der katholische Glaube grundsätzlich sowieso keine Privatoffenbarungen benötigt   -  auch keine “echten”.  Dies ist nun freilich nicht die Privatmeinung des hl. Johannes, sondern verbindliche Lehre der Kirche seit jeher.

Im 11. Absatz des Buches “Aufstieg zum Berge Karmel” heißt es weiter:

“Darum ist Gott zu Recht über den verärgert, der sie zulässt, weil er sieht, dass es Waghalsigkeit ist von dem, der sich derart in große Gefahr begibt  –   und weil Anmaßung, Neugier und Auswüche der Überheblichkeit die Wurzel für Prahlerei und Geringschätzung der Dinge Gottes sind -  und der Anfang zahlreicher Übel, in die viele Menschen hineingeraten sind.”

In Absatz 12 schreibt der hl. Johannes vom Kreuz, dem Teufel sei es möglich, “viele mit Blindheit und Täuschungen zu schlagen, weil ihre Sünden und Waghalsigkeiten es verdienen. Das vermag und erreicht der Böse, sofern sie ihm glauben und ihn für einen guten Geist halten  -  und zwar so sehr, dass es keine Abhilfe gibt, aus den Täuschungen herauszukommen”.

Wer in diesem gefährlichen Netz bereits verstrickt ist, wer durch seinen Hochmut oder durch vermessene Leichtgläubigkeit  in der Trickkiste Satans gefangen ist und ihn für einen “Engel des Lichts” hält, der kommt nur selten  -  und dann oft erst sehr spät  -  aus diesem buchstäblichen “Teufelskreis” wieder heraus.

Daher setzt der hl. Kirchenlehrer hier klar auf  das Prinzip “Vorbeugung” durch seine mahnende Stimme  -  ähnlich wie Christus  mit dem Gleichnis von Lazarus, der keineswegs auf Erden erscheinen durfte, um gefährdete Menschen zu warnen: “Sie haben Moses und die Propheten  -  darauf sollen sie hören!”

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

 


“Kath.net” warnt vor den Botschaften “Die Warnung” und verkauft sie zugleich per “Kath.shop” in sieben Bänden

Seit fast zwei Jahren kursieren Visionen einer “verborgenen Seherin”

Am 15. Februar dieses Jahres veröffentlichte die private katholische Nachrichtenseite “Kath.net” eine klare Abrechnungmit jenen irrgeistigen Privatoffenbarungen, die unter dem Titel “Die Warnung” seit fast zwei Jahren die erscheinungsbewegte Kreise in Erregung, zum Teil gar in Endzeit- und Alarmstimmung versetzen.

Der begrüßenswerte Beitrag von Johannes Graf hindert das charismatisch geprägte “Kath.net” gleichwohl nicht daran, genau jene absonderlichen Botschaften “Die Warnung” gleichsam in seiner Nebenabteilung, dem Internetbuchhandel “Kath.shop” zu vertreiben  -  und dies geschäftstüchtig in sieben Bänden, ergänzt um einen Extrateil jener Kreuzzugsgebete”, die ebenfalls aus den Warnungs-Visionen stammen, die eine anonyme Seherin angeblich seit Jahr und Tag von Jesus und Maria erhält  – und vor deren Unsinns-”Prophetien” wir von Anfang an gewarnt haben.  media-377708-2

Wir haben mit der Veröffentlichung dieses Artikels zunächst eine Woche zugewartet, um zu sehen, ob diese Botschafts-Bände aus dem Vertrieb verschwinden, nachdem auf “Kath.net” ausführlich davor gewarnt wurde, zumal dieser kritische Artikel sich dort derzeit auf Platz 1 der meistkommentierten Beiträge befindet, also offenbar großes Interesse unter den Kathnet-Lesern hervorrief.

Doch allem Anschein nach nimmt “Kath.net” auch weiterhin Defizite in puncto eigener Konsequenz und Glaubwürdigkeit in Kauf, damit das Verkaufsgeschäft mit den Botschaftsbänden weiter floriert.

Nun zum erwähnten Verriß mit dem Titel:  “Absurde ‚Warnung’ vor dem nächsten Papst”.   – Der Text beginnt mit den Worten: 

“Die Botschaften der ‚Warnung’ fordern dazu auf, den Nachfolger Benedikts XVI. nicht anzuerkennen. Dieser sei ‚falscher Prophet’ und mit dem Antichrist im Bunde. Ein Kommentar über diese und andere nicht ernst zu nehmende Botschaften von Johannes Graf.”

Geradzu drollig erscheint der nächste Satz:

“Seit März 2011 kursieren im Internet und mittlerweile auch in Buchform angebliche Privatoffenbarungen einer anonymen Seherin, die sich „Verborgene Prophetin“ nennt.”

Die “Buchform” gibt es nicht erst “mittlerweile”, sondern schon seit über eineinhalb Jahren, noch dazu direkt vertrieben von der eigenen Nebenabteilung!

Über diese “Privatoffenbarung” heißt es weiter: “Die Botschaften handeln meist von einer sogenannten „Warnung“, einem Moment, in dem alle Menschen durch einen gnadenhaften Akt Gottes den Heilszustand ihrer Seele sehen können. Dieses Ereignis soll in naher Zukunft stattfinden.”

Das “Ereignis” wurde in Wirklichkeit für spätestens Dezember 2012 angekündigt, weil bis dahin bereits die “Trübsalszeit” stattfinden solle, die nach der “Warnung” eintreffe.

Die “Warnung” behauptet: Papst-Nachfolger ist ein Betrüger

Nun schreibt der Autor, der bevorstehende Amtsverzicht des Papstes sei ein aktueller Anlaß, sich erneut zu diesen Visionen zu äußern:

“In den Botschaften der Warnung wird behauptet, Papst Benedikt XVI. sei der letzte „echte“ Papst, sein Nachfolger aber ein Betrüger, der mit dem Antichrist im Bunde sein werde. Die Botschaften fordern zum Schisma auf, sobald der Nachfolger Benedikts XVI. feststeht.”

Wahrlich herbe Kost für fromme Seelen, wobei dieser Aspekt im CHRISTLICHEN FORUM bereits seit Monaten von zahlreichen Kommentaren kritisch beleuchtet wird.

Sodann nimmt der Verfasser auch jene Prophezeiung aus der “Warnung” auseinander, wonach dunkle Kräfte im Vatikan “planen, den Heiligen Stellvertreter Christi, Papst Benedikt XVI. durch einen „Diktator der Lügen“ zu ersetzen. Er wird im Bunde mit dem Antichristen und seiner Gruppe eine neue Kirche erschaffen, um die Welt in die Irre zu führen.“ (Botschaft vom 18. Januar 2012)”

Wie man sieht, wurde diese absonderliche “Mitteilung” bereits vor über einem Jahr von der “verborgenen Seherin” zum Besten bzw. Schlechten gegeben, was “Kath.net” allerdings nicht hindert, diesen offensichtlichen Unfug weiter per Kath.shop zu verbreiten.

Zudem stellt Johannes Graf fest, was aufmerksame Leserkommentare hier im CHRISTLICHEN FORUM bereits vorher erkannten:

“Die Umstände des Rücktritts Benedikts XVI. stimmen nicht mit den Botschaften der „Warnung“ überein. Dort wird behauptet, Benedikt XVI. würde „vom Heiligen Stuhl in Rom vertrieben werden.“ (11. Februar 2012). Ebenso wird vorausgesagt: „Er wird zerdrückt werden, als Haupt Meiner Kirche, und ihm wird keine Gnade gezeigt werden. Der Widerstand wird schnell zunehmen, wobei er für nicht mehr zuständig erklärt werden wird.“ (13. November 2012)”

In Wirklichkeit betonte der Papst mehrfach die Freiwilligkeit seiner Entscheidung zum Amtsverzicht – einmal abgesehen davon, daß er einen Rücktritt im Seewald-Buch “Licht der Welt” indirekt ankündigte für den Fall, daß er gesundheitlich nicht mehr in der Lage sei, das Petrusamt angemessen auszuführen.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

Nachträglicher HINWEIS: Wie uns ein Leser am heutigen 10. März mitteilte, hat “kath.shop” die Botschaftsbände “Die Warnung” inzwischen aus seinem Sortiment genommen  -  späte Einsicht, aber immerhin!


Anonyme “Seherin” lobt Medjugorje: Wie sich Visionäre gerne gegenseitig bestätigen…

Innerhalb des erscheinungsbewegten Lagers kann man hinsichtlich der “Konkurrenz” verschiedener Privatoffenbarungen drei Reaktionsweisen erleben:

Entweder bezieht eine vermeintlich “begnadete Seele” überhaupt keine Stellung zu sonstigen Erscheinungen an anderen Orten (als gäbe es diese nicht)  -  oder sie spricht den anderen Phänomenen ihre “Echtheit” ab  -  oder die Visionäre bestätigen sich, was recht häufig vorkommt, weil sich die “Seher” dadurch gegenseitig in ihrem Erscheinungsglanz sonnen können.

Einer unserer eifrigsten Leserkommentatoren (Nickname “Gelobt sei Jesus Christus”) hat hierfür ein aufschlußreiches Beispiel ausgegraben, das wir leicht gekürzt dokumentieren:

“Nachfolgend ein Zitat aus den “Botschaften” an ein anonymes Sprachrohr. Es handelt sich dabei um sogenannte Einsprechungen = inneres Hören. Da kann heute jeder anonym mitfaseln, denn mehr als Gefasel sind auch diese “Einsprechungen” nicht. media-377708-2

Es findet hier überhaupt Erwähnung, da die deutschen Übersetzungen von dem Franziskanerpater Gerhard Wenzel (Impressum) verbreitet werden. Der Geistliche, der für die englischsprachigen Originaltexte zuständig ist, wird als “Monsignore John Esseff” vorgestellt.

Auf den Webseiten ist Folgendes über ihn zu lesen, wobei sein geistlicher Lebenslauf wohl als Qualitäts- und Gütesiegel für diesen Unfug herhalten soll.

Leider gibt es viele Katholiken, die aufgrund der Beteiligung von Geistlichen oft ihr eigenes “Hirnkasterl” abschalten, diese Priester für sie denken lassen und sich jeden einmal begonnenen Unfug bis zum bitteren Ende verkaufen lassen.

Diese Gläubigen und jene Geistlichen kommen aus einer solchen selbst gewählten “Botschaftsfalle” nur sehr schwer wieder heraus:

Zitat:
1959 wurde P. Pio mein geistlicher Begleiter. Später war ich viele Jahre der geistliche Leiter für Mutter Teresa von Kalkutta. Ihr zuliebe reiste ich durch die ganze Welt und gab ihren Schwestern religiöse Einkehrtage.
http://www.schlangenzertreterin.de/
Zitat Ende

Nachstehend das Zitat aus diesen Einsprechungen von “Maria” an das anonyme Sprachrohr zum Thema Medjugorje:

Zitat 264 / 23. Februar 2012:
Die bevorstehenden Umwälzungen und der Schatz von Medjugorje

Maria:
Was muss getan werden? Ich sage es klipp und klar: „Geht nach Medjugorje“! Ich spreche nicht davon, dass man physisch reisen soll (obwohl dies jedem auch gut täte). Ich spreche in einem geistigen Sinn. An jenem Ort habe ich die „Ereignisse“ über drei Jahrzehnte lang erklärt. Die Leute haben meine Lehren treu aufgezeichnet und haben sie verbreitet. Sie sind wirklich ein großer Schatz. Obwohl es spät geworden ist und es noch immer Leute gibt, die nie von dem kleinen Ort gehört haben, kann jeder die versäumte Zeit noch nachholen. Medjugorje birgt einen Schatz und wird ihn mit der ganzen Welt gerne teilen. Lest über dieses Dorf! Lest von meinen Erscheinungen! Lest meine Botschaften! Ich will euren Sinn formen und ihr werdet wissen, was zu tun ist.
http://www.schlangenzertreterin.de/264-die-bevorstehenden-umwalzungen-und-der-schatz-von-medjugorje/
Zitat Ende

Diese “Maria” offenbart der andächtigen Botschaftsgemeinde ein Geheimnis: In Medjugorje und nur dort gibt es einen “Schatz”. – Welchen Schatz verrät sie uns nicht, aber teilbar ist der Schatz mit der ganzen Welt  -  ziemlich großspurige Aussage einer “Mutter”, besonders im Hinblick auf die Menschen, die sich eine Fahrt nach Medjugorje nicht leisten können und von diesen “außergewöhnlichen Gnaden” und dem “Schatz” in ihrem Leben bestimmt auch nie hören werden.

Der einzige “Schatz”, den es in Medjugorje gibt, sind die Schatztruhen deren, die an diesem Spektakel gut verdienen.”


Die “Seherin” Maria Valtorta und ihre irrgeistigen Thesen über die “göttliche” Madonna

6. Teil der Serie “Valtortas Irrtümer”

Am heutigen 1. Januar 2013, dem Hochfest der Gottesmutter Maria, veröffentlichte eine von zwei Katholiken betriebene Webseite namens “WegWahrheitLeben” wieder einige Auszüge aus den Visionen der italienischen “Seherin” Maria Valtorta: http://wegwahrheitleben.wordpress.com/2013/01/01/maria-ist-miterloserin/

Valtortas umfangreiche Buchbände “Der Gottmensch”, die auf angeblichen himmlischen “Diktaten” beruhen,  sind kirchlich nicht anerkannt, sie wurden vom  vatikanischen Hl. Offizium sogar ausdrücklich verworfen.

(Näheres dazu hier: http://charismatismus.wordpress.com/2011/07/05/der-%E2%80%9Eosservatore-romano%E2%80%9C-uber-valtortas-visionen/)

Dieser fromme Blog bemerkt zudem nicht einmal, daß er sich im Grunde selbst widerspricht:

Eingangs gibt es dort zur Illustration nämlich ein schönes, kunstvolles Marienbild, wobei der Heiligenschein der Madonna die Worte des Engels enthält: Ave Maria, gratia plena“  =  Sei gegrüßt Maria, voll der Gnade! 

Genau dies ist der springende Punkt: durch Gottes GNADE wurde die Madonna das, was sie ist: media-374638-2

Das edelste Geschöpf Gottes und die auserwählte Mutter unseres Erlösers, der auch Maria erlöst hat, freilich in der bevorzugten Weise der Voraus-Erlösung (= makellose Empfängnis), wie das Immaculata-Dogma der katholischen Kirche verkündet.

Da Maria der von Gott am meisten begnadete Mensch ist, da sie die Erst-Erlöste und Voll-Erlöste des Neuen Bundes ist, kann sie nicht zugleich im eigentlichen Sinne eine “Miterlöserin” sein, nachdem sie doch selber durch des Schöpfers Huld erlöst wurde.

Erst recht ist die Madonna nicht “göttlich”. Dies zu behaupten wäre geradezu Gotteslästerung, weil ein Geschöpf dann mit dem Schöpfer selbst gleichgesetzt würde.

Sicherlich hat die seligste Jungfrau durch Gottes Hilfe  in einzigartiger Weise am Heilswerk des Ewigen mitwirken dürfen. Daher ist sie gleichsam Mitarbeiterin und Mithelferin beim Erlösungswerk ihres göttlichen Sohnes.

Wir alle sollen freilich “Mitarbeiter der Wahrheit” sein (vgl Eph. 4,25); die Gottesmutter war dies zweifellos in herausragender Weise; insofern ist sie die Erste unter Gleichen, die geistliche Mutter der Christgläubigen.

Dies ändert aber nichts an der grundlegenden Tatsache, daß die Madonna sich in der Dimension der Geschöpfe befindet, ihr Sohn hingegen GOTT selber ist, aus dem Vater geboren vor aller Zeit.

Der wesentliche Unterschied zwischen dem Schöpfer und dem Geschöpf darf nicht verwischt werden. Der Titel “Miterlöserin” gehört wegen seiner mißverständlichen bis irreführenden Ausdrucksweise daher nicht zur amtlichen kirchlichen Verkündigung.

Darauf hat auch Papst Benedikt mehrfach und deutlich hingewiesen. – Infos siehe hier: http://charismatismus.wordpress.com/2012/02/11/papst-titel-miterloserin-fur-maria-verdunkelt-den-wesentlichen-vorrang-christi/

Zurück zu Maria Valtorta. Die erwähnte Webseite veröffentlichte am heutigen Neujahrstag jene “Einsprechungen”, welche die Seherin angeblich am 2. Juli 1943 von Christus selbst erhalten habe:

“Jesus sagt:  “Die göttliche Mutter ist nicht anders als der göttliche Sohn. Nicht in der menschlichen Natur, nicht in der übermenschlichen Mission der Erlösung.”

Es gibt keine “göttliche” Mutter, weil Maria nicht göttlich ist, also keine Göttin ist, sondern ein Geschöpf. Die katholische Kirche hat nie etwa anderes gelehrt.

Wenn Maria Valtorta mit ihren irrgeistigen Visionen dem Zeugnis der Heiligen Schrift und dem Lehramt der Kirche widerspricht, verbreitet sie fundamentale Irrlehren. Boppard-Severus-DSC_0357-2-2

Es ist geradezu unverfroren, Maria und Christus gleichzusetzen, was dann auch im nachfolgenden Satz geschieht, wo die “übermenschliche Mission der Erlösung” angeblich jeweils dieselbe sein soll.

Maria ist aber kein Übermensch und sie übernahm keine übermenschliche Mission und erst recht nicht jene der “Erlösung”, da sie selbst als Angehörige des Menschengeschlechtes der Erlösung in Christus bedurfte.

Im nächsten Abschnitt erfolgt erneut eine dreiste Gleichsetzung unseres göttlichen Heilands mit seiner menschlichen Mutter, die erneut als “göttlich” bezeichnet wird:

“Der göttliche Sohn sollte den Gipfel des Schmerzes in der Losgetrenntheit vom göttlichen Vater berühren: im Garten Getsemani, am Kreuz. Das war der aufs äußerste, zu unendlicher Herbheit gesteigerte Schmerz. Die göttliche Mutter sollte die Losgetrenntheit vom Sohn in den drei Tagen meiner Grabesruhe als den Gipfel des Schmerzes durchleiden.

Angesichts dieser seit 2000 Jahren ganz neuen Lehren bzw. Irrlehren meint wohl auch dieser Erscheinungs-”Jesus”, daß hier erheblicher Erklärungsbedarf besteht. Daher heißt es sodann:

“Es gibt viele geheime Seiten, die ihr nicht kennt, in dem Buch über das Leben der Allerreinsten Miterlöserin. Ich habe euch schon gesagt: “Die Geheimnisse Mariens sind zu rein und göttlich, als dass menschlicher Geist sie erfahren dürfte”.

Die katholische Kirche akzeptiert keine gnostischen Geheim- und Sonderlehren, die angeblich bis zum 2. Juli 1943 “nicht bekannt” gewesen seien.

Laut verbindlicher katholischer Lehre ist die “göttliche Offenbarung”  mit dem Tod des letzten Apostels abgeschlossen. Daran hat sich auch eine angebliche “Seherin” namens Maria Valtorta samt ihrem Fanclub zu halten.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

HINWEIS der Redaktion: Herr Schenker hat in einer Zuschrift -  siehe  Leserkommentare hier -  darauf hingewiesen, daß der Ausdruck “göttlich” in bezug auf die Madonna im entsprechenden italienischen Abschnitt von Valtortas Schriften offenbar fehlt. Wissenschaftlich geklärt werden kann die Frage, was Valtorta hier tatsächlich selber schrieb, allein mit ihrer Originalhandschrift bzw einer notariell beglaubigten Abschrift.

 


Vor genau 15 Jahren erhielt die “verborgene Seherin Anna” aus Ohlau ein “Verheißungsgebet”

Ohlau: Der Visionär Kasimir Domanski und die “Seherin Anna”

Um den 8. Dezember, an dem Katholiken das Hochfest der Immaculata feiern, reihen sich etliche “Andachtsformen” aus gewissen Privatoffenbarungen, die kirchlich nicht anerkannt sind.

Dazu gehört zB. die weitverbreitete “Gnadenstunde” am 8. Dezember um 12 Uhr mittags, die auf Montichiari zurückgeht  – oder die sog. “Verheißung der Gottesmutter”, die sich auf eine ganze Serie von Erscheinungen in Ohlau (Polen) beruft.

Diese “Verheißung” wurde mehrfach im Internet verbreitet, zB. hier:  http://www.kreuz-jesus.de/printable/ablass/8-dezember–unbefleckte-empfaengnis-mariens/index.php

Es heißt dort, die “Königin des Friedens” habe im Ohlauer Sanktuarium (Heiligtum) ein besonderes Stoßgebet mit wunderbarer “Wirkung” geoffenbart -  und zwar genau am 8. Dezember 1997, also auf den Tag genau vor fünfzehn Jahren.

Empfängerin der Marienvision sei die “im Verborgenen lebende Seherin Anna” gewesen. vision

Haargenau 33 “Botschaften für die ganze Welt” (diese Zahl entspricht den Lebensjahren Christi) soll die “Begnadete”, eine  ältere Dame aus Warschau, in Ohlau erhalten haben.

Die Erscheinungsmadonna hat ihr angeblich vor 15 Jahren das folgende Stoßgebet als besonders wirkungsmächtig geoffenbart:

“O Maria, Mutter Gottes, Miterlöserin der ganzen Menschheit, bitte für uns.”

Der Titel “Miterlöserin” gehört nicht zur lehramtlichenVerkündigung der Kirche über Maria.  Wie hier im CHRISTLICHEN FORUM bereits erläutert wurde, hält Papst Benedikt diesen Ausdruck für mißverständlich bis irreführend – und dies sicher zu Recht.

Gerade am 8. Dezember, dem Hochfest der Immaculata, feiern wir doch die Gottesmutter als Erst-Erlöste und Voll-Erlöste des Neuen Bundes: Gott hat Maria in seiner gnädigen Huld und im Hinblick auf die erlösenden Verdienste Christi vor der Erbsünde bewahrt. 

Die Madonna ist also eine Erlöste  -  dann kann sie logischerweise wohl kaum gleichzeitig eine “Erlöserin” sein, auch keine Miterlöserin im eigentlichen Sinne, sondern lediglich im un-eigentlichen Sinne, nämlich als geschöpfliche Mitarbeiterin am Heilswerk ihres göttlichen Sohne, als eine vorzügliche Helferin von Gottes Gnaden!

Zurück zur “Seherin” Anna aus Ohlau, die von der Gottesmutter angeblich erfuhr, daß dieses erwähnte Stoßgebet zur “Miterlöserin”  mit einer großartigen Verheißung verbunden sei: 

“Für jedes andächtige, aus offenem Herzen kommende Stoßgebet erlöst mein Sohn tausend Seelen aus dem Fegefeuer.”

Ist das Gebet selbst schon fraglich genug, so ist die daran geknüpfte “Verheißung” offensichtlicher Unfug, der zudem mit der kirchlichen Ablaßlehre nicht übereinstimmt.

Aber in Ohlau   -  wie gesagt: kirchlich nicht anerkannt!  – ging es ohnehin wundersam drunter und drüber, gab es dort doch hunderte von Erscheinungen, die dem bekannten polnischen Seher Kasimir Domanski angeblich zuteil wurden.

Der “stigmatisierte” Visionär erhielt vor allem die in diesen Kreisen üblichen “Droh-Botschaften” über göttliche Strafgerichte, den Dritten Weltkrieg und sonstige kommende “Züchtigungen”  -  alles durchaus geeignet, um im erscheinungsbewegten Spektrum recht viel Pankstimmung zu erzeugen.

OhlauFür spätetens 1999 wurde diese weltweiten Strafgerichte vorausgesagt  -   und als das Jahr 2000 unbeschadet eintraf,  hieß es, durch gar so viele Gebete und Bußleistungen frommer Seelen, zumal derer aus Ohlau, sei der Menschheit noch einmal eine “Gnadenfrist” vom Himmel gewährt worden etc  – also die typische Ausrede in jenen Kreisen, wenn man sich wieder einmal mächtig mit falschen Ankündigungen vergaloppiert hat.

Dem Seher Kasimir Domanski sollen freilich nicht allein Gott-Vater höchstselbst, sondern auch Christus und die Madonna erschienen sein, nicht zu vergessen Pater Pio und Sr. Faustyna, die heutzutage häufig bei Visionen verschiedenster Herkunft “anzutreffen” sind.

Zudem berichtete man in Ohlau, das zeitweise von zehntausenden Pilgern heimgesucht wurde (siehe Foto), von “mystischen Ereignissen” und spektakulären Schauwundern aller Art, von angeblichen Sonnenwundern, Bluttränen-Madonnen,  Hostienwundern, Duft-Phänomenen, der Stigmatisation des “Sehers” usw.

Als dieser verstarb, erhielt die ihm geistlich verbundene,  “verborgene” Seherin Anna weitere Visionen, so daß der wundersüchtige Botschaftszirkus munter weiterging…

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster


Italien: Schwarze Messen, “Sonnenwunder” und “Marienerscheinungen” in Montesilvano bei Pescara

20.000 wunderbewegte Gläubige und Neugierige warteten auf ein “Himmelszeichen”

Im Jahre 1987 und danach ging es rund bei Erscheinungsgläubigen in Italien und den damit gerne verbundenen Massensuggestionen, denn Zehntausende von mehr oder weniger frommen Neugierigen pilgerten damals nach Montesilvano an der Adria, einer mittelgroßen Stadt unweit von Pescara, der Provinzhauptstadt in der mittel-italienischen Region der Abruzzen.  

Dort wollte eine 32-jährige Frau von der Madonna selbst “auserwählt” sein, um mal eben die Menschheit zu retten.

Dergleichen Wahnvorstellungen kommen im wundersüchtigen Lager öfter vor, doch in diesem Fall war es besonders tragisch, daß der damalige junge Kaplan namens Vincenzo Diodati  – ein früherer Fußballspieler  -  voll auf die “Visionen” der jungen Frau hereingefallen war  – und dies, obwohl der dortige Bischof  Antonio Iannucci ihn und die Gläubigen ausdrücklich davor warnte und zu striktester Zurückhaltung ermahnte. Der ältere Pfarrer von Montesilvano war hingegen bodenständiger als der junge Priester -  er blieb dem irrgeistigen Treiben ferne.

Der visionsbewegte Vikar Don Vincenzo und die junge “Seherin” Fioritti

Der kritische Bischof hatte mittlerweile Jesuitenpater Carlo Colonna beauftragt, die mirakulösen Vorgänge gründlich zu untersuchen.

Nach seinen Beobachtungen und Kontrollgängen, darunter einem vierstündigen Gespräch mit der “Seherin” Maria Antonietta Fioritti, war dem Jesuiten klar, daß alles nur ein (un)fromme Schwindel war:

Die Visionärin sei keine Botin des Himmels, erklärte er  -  eher eine Abgesandte des Gegenteils, denn sie habe bereits an Schwarzen Messen teilgenommen.  

Entweder hat sie also alles erfunden oder der Erzfeind erschien ihr als “Engel des Lichts”  – vor diesen teuflischen Täuschungsmanövern warnt die Heilige Schrift in 2 Kor 11,14 ausdrücklich, außerdem vor falschen Propheten, “die in Schafskleidern zu euch kommen” (Mt 7,15).

Mitte Februar 1988 verkündete der erscheinungsbewegte Vikar von Montesilvano sogar felsenfest, daß am Sonntag, den 28. Februar in der nahegelegenen Stadt Pescara am Himmel ein leuchtender Schriftzug, eine Art “letzter Bußruf “erscheinen werde, wodurch die Madonna die Menschheit vor dem Verderben und dem kommenden  Strafgericht warnen wolle.

Er berief sich hierbei auf seine Hausvisionärin Fioritti, außerdem will er selber göttliche Einsprechungen erhalten haben.

Wie die italienische Zeitung La Notte am 1. März 1988 berichtete, wurde der schwärmerische Geistliche im Auftrag des Bischofs von Pescara durch Jesuitenpater Colonna ebenfalls näher in Augenschein genommen. Dieser erklärte, der Vikar sei ein “Fanatiker im religiösen Delirium”, er habe also Wahnvorstellungen entwickelt.

Gleichwohl konnten die beiden “Seher” zehntausende Wundergläubige in ihren Bann ziehen und sogar Medien in Bewegung setzen:

Kein “Lichtzeichen” am Firmament, aber “Sonnenwunder” in Hülle und Fülle

Wie zu erwarten war und wie die Giornale d’Italia am 1. März 1988 berichtete, ist das von Kaplan angekündigte Lichtwunder am Firmament keineswegs eingetroffen, obwohl Sensationslustige noch bis Sonntag-Nacht bzw Montag-Früh 2 Uhr gewartet hatten. Der Vikar und die Seherin hatten die Menschenmengen, die sich abends in Decken und Schlafsäcken hüllten, auf einem Hügel versammelt.

Sogar nach Mitternacht hatte der abergläubische Kaplan die mittlerweile erschöpften Leute zum weiteren Ausharren ermutigt und ihnen dies als eine Art “Glaubensprüfung” erläutert nach der Devise:  Der Himmel habe schließlich das Recht, sich etwas zu verspäten und vielleicht wolle Gott ja damit die vertrauensvolle Ausdauer der Seinen testen…

Sogar Fernsehkameras harrten an Ort und Stelle der Ereignisse, die nicht eintrafen – es wurde live aus der Menschenmenge berichtet, immerhin hatten sich nach Polizeiangaben sage und schreibe 20.000 Leute eingefunden. Solch ein Spektakel lohnt sich durchaus für Funk und Fernsehen sowie die Regenbogenpresse.

Obwohl das Ganze bei Licht betrachtet eine große Pleite fürs abergläubische Völkchen war, behaupteten damals gleichwohl hunderte von Leuten hartnäckig   – auch gegenüber den Medien  -  sie hätten am besagten Sonntag, den 28. Februar, sehr wohl ein großartiges “Sonnenwunder” zur Mittagszeit erlebt.  Ein junger Mann hatte sie animiert: “Schaut in die Sonne, wie sie sich entwickelt.” 

Zu ihnen gehörte auch Luigi Serafini, ein Freund des erscheinungsbewegten Vikars. Serafini erklärte einer Zeitung, er habe in Medjugorje ein Sonnenphänomen erlebt, aber nicht nur dort: “Auch heute sah ich die Sonne, wie sie ihre Farben veränderte.”

Andere Pilger erzählten ebenfalls, die Sonne habe ständig rotiert und pulsiert und geradezu getanzt, sie habe grünes Licht abgestrahlt und ein grandiosen Farbenspiel geliefert und dergleichen mehr, wobei es von diesen Phänomenen auch allerlei “Wunderbilder” geben soll.

Geschicht(ch)en also über “Himmelszeichen”, wie man diese bereits aus Medjugorje und andernorts zuhauf kennt, z.B. auch aus Heroldsbach und Montichiari, typische “Schauwunder” eben, die nicht den theologischen Glauben, sondern vielmehr die menschlichen Sinnenfreude und die Phantasie ansprechen.

Das einzige Faktum, das bei derlei “Sonnenguckerei” aber als sicher gelten kann, ist ein deutlicher Anstieg der Patienten bei den Augenärzten, denn das anhaltende Stieren in die Sonne ist durchaus schädlich bis gefährlich für die Augen.

Der Bischof von Pescara warnt vor Wundersucht und Erscheinungslust

Nach dem massenhysterischen Treiben am “schicksalhaften” 28. Februar 1988 verschärfte der zuständige Bischof von Pescara seine Gangart:

Diese “sensationelle Schlappe”  sei ein erneuter Beweis dafür, so verkündete die Bistumsleitung in einem amtlichen Schreiben, daß die “Marienerscheinungen” von Montesilvano “keinerlei Kennzeichen eines übernatürlichen Geschehens enthalten und nicht von der Kirche anerkannt sind”.

Der Bischof untersagte sowohl den Priestern wie dem Kirchenvolk jede Versammlung mit den beiden “Sehern” (der jungen Frau und dem visionsbewegten Kaplan)  – und er ermahnte die Pfarrgemeinde von Montesilvano, den Zustrom von Wundergläubigen nunmehr strikt zu unterbinden.

Der wahre Glaube habe sich stets durch Apostolat, Gottesdienst und Werke der Liebe ausgezeichnet, nicht durch derlei mirakulöse Phänomene, die nichts zum geistlichen Wachstum der Kirche beitragen, sondern vielmehr den Fanatismus nähren und die Einheit der Gläubigen gefährden würden.

Vikar Don Vincenzo wurde nach seiner Bauchlandung als erfolgloser “Prophet” sodann für einige Zeit zwecks Nachdenkens und zur geistlichen Ernüchterung in eine Klosterzelle geschickt, damit er das Kirchenvolk nicht weiter in Verwirrung stürzt und sich von seinen Schwärmereien erholt und abkehrt.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks und des KOMM-MIT-Verlags in Münster


Neue “Botschaften” in Oliveto Citra: “Meine Erscheinungen gehören zum großen Rettungsplan”

Eine süditalienische Kleinstadt namens Oliveto Citra kam ab 1985 durch “Erscheinungen” ins fromme Gerede, jenem Jahr, das ohnehin von etlichen neuen “Sehern” geprägt war, die später in visionsbewegten Kreisen sehr bekannt wurden, darunter Vassula Ryden und Julia Kim aus Naju in Südkorea.

Die “Madonna” soll damals zwölf Knaben im Alter von 8 bis 12 Jahren erschienen sein und ein “Sonnenwunder” bewirkt haben; es gab eine stabile Anhängerschaft, die seinerzeit auf ca 100.000 Fans geschätzt wurde.

Nachdem es um Oliveto Citra wieder ruhiger wurde, gab es ab dem 2. Juli 2000 eine neue Welle von “Erscheinungen” durch die hl. Maria, Christus  sowie Erzengel Michael, ja sogar von Gott-Vater selbst. Der Heilige Geist fehlte aber in der visionären (An-)Sammlung.

Bei der ersten Marienvision vor einer Grotte  (“Maria von der Brücke”) lautete die “himmlische” Botschaft abschließend:

“Ich streichle euch und umhülle euch in meinem Mantel, in dem ich euch meinen Duft riechen lasse.”

Eine italienische “Liebesgruppe der Trinität” setzt sich unermüdlich für die Verbreitung dieser “Offenbarungen” ein, die zum Teil auf deutsch übersetzt werden  -  so jetzt auch die fünf “Botschaften” vom August dieses Jahres.

Diesmal stellt sich die “Madonna” wie folgt vor:

“Ich bin mit sehr großer Macht herabgestiegen mit Meinen Sohn Jesus und Gott dem Allmächtigen Vater. Die Heilige Dreifaltigkeit ist hier, mitten unter Euch.”

Erneut fehlt bei der Aufzählung der Heilige Geist, der aber bei diesen schwachsinnigen Visionen ohnehin entbehrlich ist.

Die Erscheinungsmaria fährt in einem Stil fort, der selbst das Süßholzraspeln von Medjugorje noch übertrifft:

“Meine verehrten Kinderchen! Ich liebe euch unendllich! Die Heiligste Dreifaltigkeit hat eure Anwesenheit hier gewollt, von allen, weil ihr die seid, die die Wahrheit über Meine Erscheinungen an diesem Ort (Grotte des Sanktuariums “Heiligste Maria von der Brücke”) bekanntgeben werden.”

Sodann kündigt das Visionspänomen eine “große Botschaft” an, die folgen werde. Sodann werde Gott selbst “mit Mir zusammen große Wunder und Heilungen bewirken  -  dank eurer Beharrlichkeit.” 

Damit der Glaube an “Meine Gegenwart hier” wachst, wird zudem ein “großes Zeichen” angekündigt sowieso “große Botschaften”, die in der “ganzen Welt zu verbreiten sind”.

Zudem läßt die angebliche Madonna wissen:

“Für mich ist es immer eine große Freude, zu euch an diesem Ort zu sprechen, den Ich sehr liebe, denn Meine Erscheinungen, die Ich hier gegeben habe, gehören zum großen Rettungsplan.Von diesem Ort aus wunsche Ich die Menschheit zur Umkehr einzuladen. “

Folgende Aussage erinnert an Medjugorje: “Betet immer mit dem Herzen, weil das Gebet euren Geist vorbereitet und verstärkt fur all dies.”

Doch der weitere Kindergartenstil übertrifft Medju erneut:

“Meine Kinder, Meine verehrten Kinderchen Ich bin es wirklich, Ich, eure Mutter. Ich liebe euch! Ich liebe euch! Ich liebe euch! Ich danke euch fur eure Gebete. Sie sind direkt in den Himmel aufgefahren.”

Es gehört wohl eine gewaltige Portion Naivität dazu, dieses kindische Gesäusel als “göttliche Offenbarung” zu verstehen.

Sodann verweist die Erscheinung auf Gefühlsempfindungen der Anwesenden, die sie als “Zeichen” bewirke:

“Einige von euch spüren Meine Gegenwart mit einer starken Rührung, mit Schauer  -  dies sind die Zeichen, die Ich euch gebe, damit ihr glauben könnt.”

Zudem bringt die angebliche Himmelsmutter etliches durcheinander:

“Mein Sohn Jesus ist jedem von euch nahe. Seine mächtige Hand liebkost euch. Mein Sohn Michael, der mächtigste Erzengel, den es gibt im Himmel und auf der Erde, ist hier, mitten unter euch.”

Inwiefern der hl. Erzengel Michael, der schon vor der Jungfrau Maria  – sogar vor Erschaffung der Welt -  existierte, ihr “Sohn” sein soll, dürfte das Geheimnis von Oliveta Citra bleiben.

Die Schlußworte der Erscheinung lauten:

“Ich liebe euch! Ich liebe euch! Ich liebe euch! Einige von euch spuren noch sehr stark Meine Gegenwart mit Schauer, ihr fuhlt einen Druck auf dem Kopf. Es ist die machtige Hand Meines Sohnes Jesus. Jetzt muss Ich Euch verlassen. Ich gebe euch eine Kuss.”

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

BELEG für die Zitate: http://de.gloria.tv/?media=342035&fullscreen

Foto: Dr. Bernd F. Pelz


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