Gertrud von le Fort über die Gebete der Kirche

Deine Gebete sind Straßen ins Jenseits

Deine Gebete sind kühner als alle Gebirge der Denker!

Du baust sie wie Brücken ins Uferlose,
du läßt sie wie Adler ins Schwindelnde steigen.
Wie Schiffe sendest Du sie in Meere des Unbekannten,
wie große Seeschiffe in Wildnisse voller Nebel.
Der Welt graut bei deinen gefalteten Händen,
und ihr ist bange bei der Inbrunst deiner Knie;
ihre Lippen spotten vor Angst,
und sie verriegelt sich in den Kammern ihrer Zweifel.
Denn du gibst sie der Ewigkeit preis bei lebendigem Leibe
und heißt ihre Jahre verwesen, ehe sie vorüber:
Siehe, die Straßen, die von deinem Munde führen,
sind Straßen ins Jenseits,
und wohin deine Seele sich streckt, ist aller Kreaturen Ende!
Du aber kommst als eine Geschmückte aus der Wüste wieder
und als eine Erleuchtete aus den Flügeln der Nacht!
Du kommst als eine Lebendige aus dem Abgrund
und als eine Erhörte aus dem ewigen Schweigen.
Du kommst aus der Vernichtung wieder als eine,
die Kraft fand,
und kommst aus dem Unsichtbaren wieder als Gestalt.

Gertrud von le Fort


HYMNUS: Die alten Opfer schweigen – das wahre Opfer kam!

Ein neues Zion leuchtet,

das niemals untergeht,

das  -  allen Völkern offen  –

auf heiligen Bergen steht.

Du ew’ger Hoherpriester

der Opfer ist zugleich,

dich grüßt in deinem Tempel

das neue Gottesreich.

Dom St Peter -Regensb. 

Die alten Opfer schweigen,

das wahre Opfer kam,

das alle Last der Sünde

von unseren Seelen nahm.

Du ew’ger Hoherpriester

der Opfer ist zugleich,

dich grüßt in deinem Tempel

das neue Gottesreich.

Altes Kirchenlied


HERR, gib uns helle Augen!

Neues POSTER aus dem ECCLESIA-Plakatdienst des KOMM-MIT-Jugend-Verlags in Münster:

1528


Mai-Lied: “Da wehet Gottes Atem!”

In dem bekannten Wanderlied „Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus” heißt es in der letzten Strophe (und das paßt wunderbar zu Pfingsten):

O Wandern, o Wandern, du freie Burschenlust!
Da wehet Gottes Atem so frisch in unsere Brust;
da singet und jauchzet das Herz zum Himmelszelt:
Wie bist du doch so schön, o du weite, weite Welt!

 

 

 


Hl. Edith Stein: Lobgebet zum Heiligen Geist

 DES GEISTES FÜLLE

Bist Du der Strahl,
der von des ew’gen Richters Thron herniederzuckt
Und einbricht in die Nacht der Seele,
Die nie sich selbst erkannt?
Barmherzig-unerbittlich dringt er in verborg’ne Falten.
Erschreckt vom Anblick ihrer selbst,
Gewährt sie Raum heiliger Furcht,
Dem Anfang jener Weisheit,
Die aus der Höhe kommt und in der Höhe uns fest verankert,
Deinem Wirken, das neu uns schafft:
Heiliger Geist  –  alldurchdringender Strahl.

Bist Du des Geistes Fülle und der Kraft,
Womit das Lamm die Siegel löst
Von Gottes ew’gem Ratschluss?
Von Dir getrieben reiten des Gerichtes Boten durch die Welt
Und scheiden mit scharfem Schwert
Das Reich des Lichtes von dem Reich der Nacht.
Dann wird der Himmel neu und neu die Erde,
Und alles kommt an seinen rechten Ort
Durch Deinen Hauch:
Heiliger Geist  –  siegende Kraft.

Edith Stein


Lobpreis des Ewigen und Schöpfers aller Welten: “Gott, unser Vater!”

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Wenn ich, o Schöpfer, Deine Macht,
die Weisheit deiner Wege,
die Liebe, die für alle wacht,
anbetend überlege,
so weiß ich, von Bewund’rung voll,
nicht, wie ich Dich erheben soll,
mein Gott, mein HERR und Vater!

Mein Auge sieht, wohin es blickt,
die Wunder deiner Werke:
Der Himmel, prächtig ausgeschmückt,
preist Dich, du Gott der Stärke!
Wer hat die Sonn an ihm erhöht?
Wer kleidet sie mit Majestät?
Wer ruft dem Heer der Sterne?

Wer mißt dem Winde seinen Lauf?
Wer heißt die Himmel regnen?
Wer schließt den Schoß der Erde auf,
mit Vorrat uns zu segnen?
O Gott der Macht und Herrlichkeit,
Gott, deine Güte reicht so weit,
so weit die Wolken gehen!

Dich predigt Sonnenschein und Sturm,
Dich preist der Sand am Meere.
Bringt, ruft auch der geringste Wurm,
bringt meinem Schöpfer Ehre!
Mich, ruft der Baum in seiner Pracht,
mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht;
bringt unserm Schöpfer Ehre!

Der Mensch, ein Leib, den deine Hand
so wunderbar bereitet,
der Mensch, ein Geist, den sein Verstand
Dich zu erkennen leitet:
Der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis,
ist sich ein täglicher Beweis
von Deiner Güt´ und Größe.

Erheb ihn ewig, o mein Geist,
erhebe seinen Namen!
Gott, unser Vater, sei gepreist,
und alle Welt sag Amen!
Und alle Welt fürcht´ ihren HERRN,
und hoff auf ihn und dien´ ihm gern:
Wer wollte Gott nicht dienen?

Christian Fürchtegott Gellert (1757)

Foto: Dr. Bernd F. Pelz


Frühling läßt sein blaues Band…

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Frühling läßt sein blaues Band

wieder flattern durch die Lüfte.

Süße, wohlbekannte Düfte

streifen ahnungsvoll das Land

Veilchen träumen schon,

wollen balde kommen.

Horch, von fern ein leiser Harfenton!

Frühling, ja du bist’s!

Dich hab ich vernommen!

Eduard Mörike

Foto: Dr. Bernd F. Pelz


Lyrisches Plädoyer für die Liebe: Mann, Frau und Kind!

FAMILIENFEIND

Der letzte Liebende betrachtet seine Frau

im Spiegelbild der Zärtlichkeit.

Wie sie das Kind ihm reicht,

das seine Ärmchen streckt.

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Derweil  -

zerschlägt ein Tollhund alle Spiegel.

Die Splitter

fetzen so gefährlich

bis zum Rand der Welt.

Es krallt die schwarze Hand

nach jedem Bild der Harmonie.

Zerstörend zieht sie alles

in ein großes Trotzgelächter !

Denn Mann und Frau und Kind

sind diesem Geist verhaßt

von Anbeginn.

Christel Koppehele

Foto: Michael Blank


Altkirchlicher Hymnus: Christus stieg vom Himmel auf die Erde – und kehrte wieder zum Vater zurück

Hl. Ephräm (um 306 – 373), Diakon in Syrien und Kirchenlehrer, 1. Hymnus zur Auferstehung (vgl. SC 502, S. 279):

Der Hirte aller, ER stieg herab,
und suchte Adam, das verlorene Schaf,
nahm es auf seine Schulter und stieg zum Himmel auf.
Zum Opfer hat ER sich gemacht, dargebracht dem HERRN der Herde. 

Gesegnet sei sein Herabstieg zu uns!

ER hat sich, Leben schaffender Tau und Regen,
herabgelassen auf Maria, das dürstende Land.
Weizenkorn, hineingesenkt in die Erde;
hinaufgestiegen wieder als Erntegarbe und neues Brot.

Gesegnet sei seine Opfergabe!

Aus der Höhe herabgestiegen für uns ist die Macht,
aus dem Schoß der Jungfrau leuchtete die Hoffnung uns,
aus dem Grab erschien für uns das Leben,
dem Vater zur Rechten, dem Königsthron für uns.

Gesegnet sei seine Ehre!

Von der Höhe herabgeflossen ist er wie ein Strom;
herausgewachsen wie ein Schößling aus Maria;
gehangen am Holz wie eine Frucht,
stieg er in den Himmel auf als Erstlingsopfer.

Gesegnet sei sein Wille!


Lied fürs Silberne Ehe-Jubiläum nach der Melodie “Kein schöner Land in dieser Zeit…”

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Kein schöner Fest im Ehestand,

als wenn erstrahlt der Silberglanz,

zu allen Stunden euch treu verbunden

ein Leben lang.

Zu allen Stunden…

Gott segne unser Silberpaar

noch weiter viele frohe Jahr.

ER schenk hienieden treu Glück und Frieden,

Heil  immerdar.

ER schenk hinieden…

Frei gekürzt nach dem Sammelband “Westfalen feiern Feste” von Agnes Sandkamp / Foto: Klaus Küble


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