Lobpreis Mariens im ostkirchlichen Akathistos-Hymnus aus dem christlichen Altertum

Zur byzantinischen Liturgie gehört der klassische Akathistos-Hymnus, entstanden in der ausgehenden Antike (7.Jahrhundert)  -  es ist dies ein feierlicher Lobpreis auf die jungfräuliche Mutter, der von biblischen Ereignissen ausgeht und dann jeweils einen Hymnus auf die Madonna anstimmt:

Die den Stern deuten, sahen in den Händen der Jungfrau DEN, der mit seiner Hand die Menschen gebildet. Eingedenk dessen, daß ER in Knechtsgestalt jedoch ihr Gebieter sei, trachteten sie, mit ihren ehrenden Gaben IHM zu dienen und der Gesegneten zu huldigen:

Sei gegrüßt, Mutter des allerheiligsten Sternes;media-374638-2
sei gegrüßt, Morgenglanz des mystischen Lebens.
Sei gegrüßt, den glühenden Irrtum löschest du aus;
sei gegrüßt, allen der Dreifaltigkeit Geweihten zeigst du ihre Majestät.
Sei gegrüßt, Gewalt verwirfst du und Unmenschlichkeit;
sei gegrüßt, in Christus schauen wir den Menschenfreund als HERRN.
Sei gegrüßt, du befreist uns von heidnischem Götzendienst;
sei gegrüßt, du bewahrst uns vor der Ausgeburt der Zwietracht.
Sei gegrüßt, du setzest der Anbetung des Feuers ein Ende;
sei gegrüßt, du befreist die von Begierden Besessenen.
Sei gegrüßt, den Gläubigen weisest du den Weg zur Weisheit;
sei gegrüßt, alle Wesen erfüllst du mit Seligkeit.
Sei gegrüßt, du jungfräuliche Mutter!

Als Simeon bestimmt war, vor der Schwelle zwischen Zeit und Ewigkeit zu stehen, da wurdest du, o HERR, als Kind ihm dargereicht. Er aber schaute zudem den vollkommenen Gott in dir. Außer sich vor Staunen über dein unvorstellbares Dasein rief er aus: Halleluja, Halleluja, Halleluja!

Ganz war ER eins mit uns bis in den Tod und war seiner Gottheit doch gar nie entkleidet. Nicht dass ER etwa von einem Ort hin zu einem andern ging; sondern hernieder kam das unumschränkte Wort in der Niederkunft der Jungfrau. Uns neigt sie sich zu:

Sei gegrüßt, Raum Gottes, den der Raum nicht zu fassen vermag;
sei gegrüßt, Zugang zum unverfügbaren Geheimnis.
Sei gegrüßt, den Ungläubigen ein widersprüchliches Gerücht;
sei gegrüßt, den Gläubigen ein unwidersprochenes Rühmen.
Sei gegrüßt, du auserwähltes Gefährt dessen über den Cherubim;
sei gegrüßt, du erlesenes Gefäß dessen über den Seraphim.
Sei gegrüßt, Unversöhnliches hast du versöhnt;
sei gegrüßt, jungfräulich hast du geboren.
Sei gegrüßt, vergänglich geworden ist durch dich unser Vergehen;
sei gegrüßt, das Paradies hast du wieder zugänglich gemacht.
Sei gegrüßt, du bist der Schlüssel zu Christi Königreich;
sei gegrüßt, du nährst die Hoffnung auf die ewige Güte.
Sei gegrüßt, du jungfräuliche Mutter!

Durch und durch erschauerten die Engel vor dem gewaltigen Geschehen deiner Menschwerdung; sie nämlich schauten den Unzugänglichen vordem als Gott, nun aber als Menschen zugänglich allen, wie ER mitten unter uns wohnt und von uns allen hört: Halleluja, Halleluja, Halleluja!


Pater Alfred Delps dichterische Betrachtungen: Glaubenskraft mit gefesselten Händen

Der von den Nationalsozialisten hingerichtete Jesuitenpater Alfred Delp schrieb in der Haft  -  oftmals mit gefesselten Händen   -  seine tiefsinnigen und gehaltvollen Betrachtungen über die Fundamente des Christenlebens und der gläubigen Hoffnung, die uns trägt auch in schwerer Zeit.  BILD0191

Der Geistliche hat diese Haltung selbst glaubensstark vorgelebt. Im Gefängnis schrieb er 1944 folgenden Text von dichterischer Dichte über christliche “Adventsgestalten” damals und heute.

Möge der gottvertrauende Geist dieses Beitrags uns in das bald beginnende Neue Jahr geleiten, damit es eine segensreiche Zeit mit Christus sein kann:

Noch erfüllt der Lärm der Verwüstung und Vernichtung,
das Geschrei der Selbstsicherheit und Anmaßung,
das Weinen der Verzweiflung und Ohnmacht den Raum.
 
Aber ringsherum am Horizont
stehen schweigend die ewigen Dinge
mit ihrer uralten Sehnsucht.
Über ihnen liegt bereits das erste milde Licht
der kommenden strahlenden Fülle.
 
Von dorther erklingen erste Klänge
wie von Schalmeien und singenden Knaben.
Sie fügen sich noch nicht zu Lied und Melodie;
es ist alles noch zu fern -  und erst verkündet und angesagt.
Aber es geschieht. Dies ist heute.
 
Und morgen werden die Engel laut jubelnd erzählen,
was geschehen ist
und wir werden es wissen und werden selig sein,
wenn wir im Advent geglaubt und getraut haben.   
 

Gottes Sohn ist Mensch geworden und hat unter uns gewohnt

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PROLOG des Johannes-Evangeliums 1,1-18:

Im Anfang war das Wort
und das Wort war bei Gott
und das Wort war Gott.
Im Anfang war es bei Gott.
Alles ist durch das Wort geworden,
und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist.
 
In ihm war das Leben  - 
und das Leben war das Licht der Menschen.
Und das Licht leuchtet in der Finsternis,
und die Finsternis hat es nicht erfaßt.
 
Es trat ein Mensch auf, der von Gott gesandt war;
sein Name war Johannes.
Er kam als Zeuge, um Zeugnis abzulegen für das Licht,
damit alle durch ihn zum Glauben kommen.
Er war nicht selbst das Licht, er sollte nur Zeugnis ablegen für das Licht.
 
Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt.
Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn geworden,
aber die Welt erkannte ihn nicht.
Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf.
 
Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht,
Kinder Gottes zu werden,
allen, die an seinen Namen glauben,
die nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches,
nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.
 
Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt,
und wir haben seine Herrlichkeit gesehen,
die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater,
voll Gnade und Wahrheit.
 
Johannes legte Zeugnis für ihn ab und rief:
Dieser war es, über den ich gesagt habe:
Er, der nach mir kommt, ist mir voraus, weil er vor mir war.
Aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, Gnade über Gnade.
Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben,
die Gnade und die Wahrheit kamen durch Jesus Christus.
 
Niemand hat Gott je gesehen.
Der Eingeborene, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht,
er hat Kunde gebracht.

Der Lobgesang des Priesters Zacharias: Das BENEDICTUS-Gebet

Der Lobgesang des alttestamentlichen Priesters Zacharias (Lk 1,68-79) beginnt mit den Worten “Gepriesen sei der HERR”  – daher entstand der Name “Benedictus” ( = Gepriesen) für dieses erhabene Gebet, das die Heilsgeschichte des Ewigen ebenso knapp wie wunderbar zusammenfaßt.

Das Benedictus ist ins amtliche liturgische Morgengebet (Laudes) der Kirche eingegangen. So beginnt für die kath. Kirche der Tag mit den Worten des Vaters von Johannes dem Täufer: “Gepriesen sei der HERR”:

Gepriesen sei der HERR, der Gott Israels!
Denn ER hat sein Volk heimgesucht und ihm Erlösung bereitet.   weihnachten-maria-jesuskind
ER hat uns ein Horn des Heils aufgerichtet
im Hause Davids, seines Knechtes,
wie ER verkündet hat von alters her
durch den Mund seiner heiligen Propheten,
um uns Rettung zu schaffen vor unseren Feinden 
und aus der Hand derer, die uns hassen.
 
Barmherzigkeit zu üben an unseren Vätern 
und seines heiligen Bundes zu gedenken, des Eides,
den ER unserem Vater Abraham geschworen hat,
uns zu verleihen, daß wir, erlöst aus der Hand unserer Feinde,
ohne Furcht ihm dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit
all unsere Tage.
 
Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten genannt werden;
denn du wirst dem HERRN vorangehen, zu bereiten seine Wege,
um seinem Volk die Erkenntnis des Heiles zu schenken
in der Vergebung seiner Sünden,
durch das innige Erbarmen unseres Gottes,
mit dem ER uns besuchen wird als Aufgang aus der Höhe,
zu leuchten denen, die in Finsternis und in Todesschatten sitzen  - 
und unsere Füße zu lenken auf den Weg des Friedens.


Josef von Eichendorff: O du gnadenreiche Zeit!

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Weihnachten

Markt und Straßen stehn verlassen,
still erleuchtet jedes Haus,
sinnend geh ich durch die Gassen,
alles sieht so festlich aus.

An den Fenstern haben Frauen
buntes Spielzeug fromm geschmückt,
tausend Kindlein stehn und schauen,
sind so wunderstill beglückt

Und ich wandere aus den Mauern
bis hinaus ins freie Feld.
hehres Glänzen, heiliges Schauern!
wie so weit und still die Welt!

Sterne hoch die Kreise schlingen,
aus des Schnees Einsamkeit
steigts wie wunderbares Singen –
O du gnadenreiche Zeit!

Josef von Eichendorff


Ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns geschenkt!

Messianische Prophetie des Alten Testamentes (Jes 9,1-6):

Das Volk, das im Finstern wandelt, schaut ein großes Licht;
über denen, die in der Finsternis wohnen, erstrahlt ein Licht.                                      weihnachten-maria-jesuskind
Du machst groß ihren Jubel und gewaltig ihre Freude.
Sie freuen sich vor dir, wie man sich in der Ernte freut,
wie man frohlockt beim Beuteteilen.
Denn ihr drückendes Joch, die Stange auf ihrem Nacken,
den Stock des Bedrückers zerbrichst du wie am Tage von Midian.
Denn jeder Soldatenstiefel, der dröhnend auftritt,
und jeder Mantel, in Blut gewälzt,
wird verbrannt, ein Fraß des Feuers.
Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns geschenkt;
die Herrschaft ruht auf seinen Schultern.
Man wird seinen Namen nennen: Wunderbarer Rat, starker Gott,
Mein Vater ist ewig, Fürst des Friedens.
Groß ist seine Herrschaft und des Friedens kein Ende
auf Davids Thron und in seinem Königreich, das er aufrichtet und festigt
in Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit.
  

Der ERLÖSER ist für u n s geboren: TROST der WELT

Weihnachts-Poster des ECCLESIA-Plakatdienstes (KOMM-MiT-Verlag in Münster)

Weihnachts-Poster des ECCLESIA-Plakatdienstes (KOMM-MiT-Verlag in Münster)


GEDICHT fürs FEST: “Geburtstag hat ER, Jesus Christ, der unser aller Heiland ist”

Madonna

Christfest

Wie sind die Menschen so bewegt,

wenn Schnee sich auf die Erde legt,

wenn Kerzen strahlen, Glocken klingen,

wenn Kinder alte Lieder singen,

wenn Märchenbilder Straßen schmücken

und die Geschenke sie beglücken,

in Kirchen unter Orgelklang

ertönt der „Stille Nacht“-Gesang.

Danach der Esstisch sich verbiegt

von dem, was köstlich darauf liegt.

An Speis und Trank, an guten Gaben,

woran sich Leib und Seele laben.

Ein fast perfektes Weihnachtsfest,

das kaum noch Wünsche offen lässt.

Stellt sich die Frage, was und wen

man feiert und man schmückt so schön.

Hat man auch an das Kind gedacht,

das später rief: Es ist vollbracht?

Geburtstag hat ER, Jesus Christ,

der unser aller Heiland ist.

Gerhard A.Schäfer 


Sehet, was uns GOTT gegeben!

KOMMT
und laßt uns CHRISTUS ehren,
Herz und Sinnen zu IHM kehren,
singet fröhlich, laßt euch hören,
wertes Volk der Christenheit.
 
Unser Kerker, da wir saßen,
als die Sorgen ohne Maßen
uns das Herze selbst zerfraßen,
ist entzwei  –  und wir sind frei!
 
Sehet, was uns GOTT gegeben:
Seinen Sohn zum ewigen Leben;
dieser kann und will uns heben
aus dem Leid zur Himmelsfreud´.
 
Paul Gerhardt

 


Prudentius: “Immerdar in Ewigkeit”

Eines der ältesten Weihnachtsgedichte der Welt:

IMMERDAR IN EWIGKEIT

 Selig preisen wir die Stunde,

als die Jungfrau wunderbar,

von dem Heiligen Geist beschattet,

Gottes ewigen Sohn gebar –

und der Welt sein mildes Antlitz

strahlte : Licht und Heil fürwahr

immerdar in Ewigkeit.

 

Jauchzt, ihr Himmel, in der Höhe,

frohlocket, lichte Engelsreihn,

singet Preis und Dank dem Herren,

was ihm Lob vermag zu leihn.

Keine Zunge ruh und schweige,

stimmet alle Stimmen ein

immerdar in Ewigkeit.

 

Den im fernen Altertume

schon der Seher Mund besang,

der in Liedern der Propheten

war vorausverkündet lang,

der Verheissene ist erschienen:

feiert IHN mit Lied und Klang

immerdar in Ewigkeit.

Prudentius (um 400 n. Chr.)


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