Wird Kardinal Burke wirklich amtsenthoben?

Die englischsprachige Webseite “Buzzfeed News” veröffentlichte am vergangenen Freitag, den 17. Oktober, ein telefonisches Interview mit dem US-amerikanischen Kurien-Kardinal Raymond Burke.     ab-burke_final-interview

Bereits vor Beginn der vatikanischen Familiensynode wurden in diversen Internetforen Spekulationen darüber geäußert, daß der theologisch konservative Kirchenfürst als Präfekt der Apostolischen Signatur abgesetzt und auf einen eher unbedeutenden Ehrenposten (Leitung des Malteserordens) abgeschoben werde.

Der (Noch-)Chef des höchsten kirchlichen Gerichtshofes bestätigte offenbar in dem erwähnten Interview, daß ihm seine bevorstehende Versetzung mündlich angekündigt, aber (noch?) nicht schriftlich bestätigt worden sei.

Originalquelle hier: http://www.buzzfeed.com/lesterfeder/conservative-cardinal-who-clashed-with-pope-francis-confirms#r3kvfy

Damit ist seine Absetzung bislang zwar nicht amtlich erfolgt, allerdings dürfte sie sehr wahrscheinlich sein.

Kardinal Burke gehört zu jenen Kirchenmännern, die sich auf der Familiensynode eindeutig für die Unauflöslichkeit der Ehe ausgesprochen und die Kasperschen “Reformen” abgelehnt haben. Zu den Kritikern einer Zeitgeist-Anpassung gehören z.B. auch die Kardinäle Müller, Pell, Caffara, Brandmüller und De Paolis.

Im wesentlichen ist die römische Bischofssynode  –  zum Erstaunen vieler Medien  –  eher den theologisch konservativen Vordenkern gefolgt, weniger dem modernistischen Gedankengut der Kardinäle Kasper, Marx und Co.

 


Papst Franziskus warnt vor Erstarrung und vor einer “falschen Barmherzigkeit”

In seiner Schlußansprache am Ende der vatikanischen Bischofssynode in Rom befaßte sich das Oberhaupt der katholischen Kirche mit mehreren Anfechtungen, vor denen sich die Kirche hüten solle. 1_0_809751

Er sprach einerseits von einer Versuchung, die in einer “Erstarrung” und Intellektualisierung bestehe, die Gott zu gleichsam im “Geschriebenen einschließen” wolle.

Zugleich warnte der Papst vor einem “zerstörerischen Gutmenschentum”, weil es im Namen einer “falschen Barmherzigkeit” die Wunden verbinden wolle, ohne sie zuvor zu behandeln.

Franziskus sprach zudem von der Versuchung, “vom Kreuz herunter zu steigen, um den Menschen zu gefallen, und nicht dort zu bleiben, um den Willen des Vaters zu erfüllen; sich vor dem Geist der Weltlichkeit zu verbeugen anstatt sich zu reinigen und vor dem Geist Gottes zu verneigen.”

Vollständiger Text der Papstrede hier:  http://de.radiovaticana.va/news/2014/10/19/papst_franziskus_zum_ende_der_synode/ted-831801


Kardinal Pell: Wir wollen Barmherzigkeit nicht ohne die Wahrheit

Zehn Kardinäle haben schon vor der Synode ausführlich Kritik am Startvortrag von Kardinal Walter Kasper über Ehe- und Familienpastoral geäußert, in der Regel in längeren Aufsätzen.

Von diesen zehn Kardinälen nehmen sechs an der derzeitigen Generalversammlung der Bischofssynode in Rom teil: Es sind die Kardinäle Müller, Burke, Caffarra, Pell, Ouellet und Scola.

Gemeinsam ist ihnen wichtig, dass sie konsequent an der kirchlichen Lehre von der Unauflöslichkeit der Ehe festhalten.

Am Donnerstag hielten die Synodenväter eine  –  den Berichten nach bewegte  –  Aussprache über die Ergebnisse ihrer Arbeitsgruppen.

“Radio Vatikan” fragte den australischen Kurienkardinal George Pell (siehe Foto), wie er diese Aussprache bewertete.

„Aus meiner Sicht war das sehr, sehr ermutigend! Es war eine Atmosphäre des offenen Redens, der Wahrheit, der Vielfalt in der Einheit. Und es war sonnenklar, dass die Lehre der Kirche, die Lehre Jesu absolut fundamental und zentral ist. Natürlich bedeutet das: Barmherzigkeit, aber Barmherzigkeit in der Wahrheit!

Die Dokumente aus den Arbeitsgruppen sind wirklich katholisch im besten Sinn des Wortes. Es gibt Diversität – offensichtlich. Aber da ist auch die radikale Treue zum Evangelium und zu Jesus Christus.“

Forderungen der Kardinäle Burke und Müller wurden erfüllt

Mit einer klaren Mehrheit bei der entsprechenden Abstimmung haben die Synodenväter dafür gesorgt, dass ihre Berichte aus den Arbeitsgruppen noch am Donnerstag in vollem Wortlaut veröffentlicht wurden.

Zuvor hatten Synodenväter, etwa die Kardinäle Müller und Burke, kritisiert, dass die einzelnen Wortmeldungen der Teilnehmer nicht, wie früher üblich, in Zusammenfassungen an die Presse gegeben wurden. 

Die Schlussbotschaft der Synode wird am Samstag veröffentlicht – anders als das Schlussdokument, dessen Übersetzung ein paar Tage brauchen wird.

Quelle: http://de.radiovaticana.va/news/2014/10/17/kardinal_pell:_barmherzigkeit_ja,_aber…/ted-831446
 

Kardinäle und Bischöfe kritisieren den Zwischenbericht zur Familiensynode

Kardinal Burke erwartet vom Papst eine Stellungnahme

Der US-amerikanische Kardinal Raymond Burke, der Vorsitzende der polnischen Bischofskonferenz sowie weitere hochrangige Würdenträger haben Teile des “Zwischenberichts” zur vatikanischen Familiensynode beanstandet.

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Es handelt sich bei dem umstrittenen Arbeitspapier um die sog. Relatio bzw. Zusammenfassung der Synodenbeiträge seitens des ungarischen Kardinals Erdö.

Kardinal George Pell bezeichnete das Dokument als “tendenziös und unvollständig”. Es müsse daher überarbeitet werden. Drei Viertel der Synodenväter hätten sich skeptisch über den Zwischenbericht geäußert.

Der schwarzafrikanische Erzbischof Wilfrid Fox Napier von Durban erklärte, das Dokument sei “wenig hilfreich” für die kirchliche Verkündigung.

Der polnische Erzbischof Stanisław Gądecki kritisierte „zweideutige“ Formulierungen und moniert sogar Spuren einer “ehefeindlichen Ideologie” in dem umstrittenen Synodenbericht.

Laut dem US-amerikanischen Lebensrechtler-Nachrichtenportal “Lifesitenews” gehören zu den Gegnern des Zwischenberichts neben Pell und Burke auch die Kardinäle Marc Ouellet, Angelo Scola, Andre Vingt-Trois, Carlo Caffara, Timothy Dolan, Fernando Filoni und Stanislaw Rylko.

Stärkung der Familien statt “unnütze Diskussionen”

Kurien-Kardinal Raymond Burke warf dem Text unfaire “Manipulation” vor, weil darin der wirkliche Debattenverlauf in der Synode nicht zutreffend aufgezeigt werde; Burke forderte daher den Papst zu einer Stellungnahme bzw. Klarstellung auf. 

Der Präfekt des obersten vatikanischen Gerichts (Apostolische Signatur) stellte erneut fest, daß die Zulassung von geschieden “Wiederverheirateten” zum Tisch des HERRN mit der Unauflöslichkeit der Ehe unvereinbar sei. polskaweb

Statt also “unnütze Diskussionen” zu führen, möge die Kirche lieber katholischen Familien in aller Welt helfen, “die sich trotz aller Schwierigkeiten nicht von dem lösen wollen, was das Evangelium sie lehrt.”

Sogar “Radio Vatikan” berichtet über die Beschwerde von Synodenvätern, wonach die Bedeutung einer “unauflöslichen, glücklichen und treuen Ehe” in dem Dokument klarer hätte herausgestellt werden müssen. Die Diskussion dürfe sich – so heißt es weiter –  keineswegs auf “ungeordnete familiäre Situationen verengen“.

Auch den Schutz der Familie und die Förderung der Frau wollen einige Synodenväter laut “Radio Vatikan” besser behandelt wissen. Sie wünschen sich eine Betonung der weiblichen Bedeutung in der Familie als christlicher „Hauskirche“, in welcher das menschliche Leben geschenkt und der Glaube von Anfang an weitergegeben wird. 

Hinweis: Kardinal Müller bestreitet, daß er den Zwischenbericht als “unwürdig, beschämend und komplett falsch” bezeichnet habe; die italienische Tageszeitung “La Repubblica” hatte diese unzutreffende Meldung zuvor verbreitet.

 
 

Eichstätt: Kardinal Cordes betont, daß der geweihte Priester “unersetzbar” ist

Als “bedeutsames Datum nicht nur der Diözese Eichstätt, sondern mindestens der katholischen Kirche Deutschlands, wenn nicht der Universalkirche” hat Kardinal Paul J. Cordes das 450-jähriges Bestehen des Eichstätter Priesterseminars gewürdigt.

Er nahm als päpstlicher Legat an den Feierlichkeiten teil und zelebrierte einen Festgottesdienst am Samstag, 11. Oktober, in der vollbesetzten Seminar- und Universitätskirche, der Schutzengelkirche. e06b4ca165

In seiner Predigt hob Kardinal Cordes den Wert des Priesteramtes hervor und ging auf die aktuelle Situation der geistlichen Berufungen ein.

Priesteramtskandidaten seien in den deutschen Diözesen anscheinend auf eine verschwindende Minderheit reduziert. Ihr Mangel laste heute kaum weniger drückend auf Bischöfen, Priestern und Gläubigen als zur Zeit der Gründung des Collegium Willibaldinum.

Kardinal Cordes betonte, wie wichtig der Einsatz der katholischen Laien ist. Auch Strukturerneuerungen seien in der Kirche immer wieder nötig. Zugleich fügte er hinzu:

“Aber all das kann das geweihte Amt, das Gott selbst uns schenkt, nicht aufwiegen. Ersatzlösungen setzen auf Irdisches und machen oft Gott vergessen.”

Darum sei das Seminarjubiläum auch Anlass, “uns neu daran zu erinnern, dass der geweihte Priester unersetzbar ist”.

Der Kurienkardinal betonte: “Geistliche Berufe reifen, sofern der Glaube in den Herzen der Hirten und in den Gemeinden lebt.”

Sonderseite zum Jubiläum mit Videos und Beiträgen | Bericht der Kirchenzeitung | Info zur Festschrift

Quelle: http://www.bistum-eichstaett.de/aktuell/aktuelle-meldungen-details/news/kardinal-cordes-beim-seminarjubilaeum-der-geweihte-priester-ist-unersetzbar/
Foto: pde, Geraldo Hoffmann

Johannes Paul II. über die Sakramentenfrage bei sündhaften Lebensverhältnissen

Papst Johannes Paul II. schrieb in seinem nachsynodalen Schreiben “Reconciliatio et Paenitentia” im Jahre 1984 folgende Klarstellungen zu jenen Themen, die aktuell in den Medien und auf der Familiensynode im Vatikan debattiert werden (hier zitiert ab dem dortigen Abschnitt 34):

Ich erachte es als meine Pflicht, hier wenigstens kurz auf einen pastoralen Fall einzugehen, den die Synode, soweit es ihr möglich war, kleines-ritualeerörtert und auch in den Schlußvorlagen berücksichtigt hat.

Ich meine gewisse, heute nicht seltene Situationen, in denen sich Christen befinden, die weiterhin am sakramentalen Leben teilnehmen möchten, aber daran gehindert sind durch ihre persönliche Situation, die in Widerspruch zu ihren vor Gott und der Kirche freiwillig übernommenen Verpflichtungen steht. Diese Situationen erscheinen als besonders schwierig und fast unentwirrbar.

Im Verlauf der Synode haben eine Reihe von Wortmeldungen, welche die allgemeine Ansicht der Kirchenväter hierzu zum Ausdruck brachten, hervorgehoben, daß es angesichts dieser Fälle zwei Grundsätze gibt, die zusammen gelten, gleich wichtig sind und sich gegenseitig bedingen.

Konsequenz in der Sache, Mitgefühl gegenüber der Person

Der erste ist der Grundsatz des Mitgefühls und der Barmherzigkeit, nach welchem die Kirche, die in der Geschichte die Gegenwart und das Werk Christi fortsetzt, der nicht den Tod des Sünders, sondern dessen Bekehrung und Leben will, darauf bedacht ist, das geknickte Rohr nicht zu brechen oder den glimmenden Docht nicht zu löschen.

Sie ist vielmehr immer darum bemüht, soweit es ihr möglich ist, dem Sünder den Weg der Rückkehr zu Gott und zur Versöhnung mit ihm zu weisen.

Der andere ist der Grundsatz der Wahrheit und Folgerichtigkeit, aufgrund dessen die Kirche es nicht duldet, gut zu nennen, was böse ist, und böse, was gut ist.

Der Barmherzigkeit Gottes nähern

Die Kirche, welche sich auf diese beiden sich ergänzenden Grundsätze stützt, kann ihre Söhne und Töchter, die sich in jener schmerzlichen Lage befinden, nur dazu einladen, sich auf anderen Wegen der Barmherzigkeit Gottes zu nähern, jedoch nicht auf dem Weg der Sakramente der Buße und der Eucharistie, solange sie die erforderlichen Voraussetzungen noch nicht erfüllt haben.

Zu diesem Problem, das auch unser Herz als Hirten schwer bedrückt, habe ich mich verpflichtet gefühlt, im Apostolischen Schreiben Familiaris Consortio ein deutliches Wort zu sagen, was den Fall der wiederverheirateten Geschiedenen betrifft oder allgemein jener Christen, die unrechtmäßig zusammenleben. Herz-Jesu_01

Zugleich empfinde ich es als meine besondere Pflicht, zusammen mit der Synode die kirchlichen Gemeinschaften und vor allem die Bischöfe aufzufordern, den Priestern, die ihren mit der Weihe übernommenen schweren Verpflichtungen nicht nachkommen und sich deshalb in einer irregulären Lage befinden, jede mögliche Hilfe zu gewähren. Keiner dieser Mitbrüder darf sich von der Kirche verlassen fühlen.

Für alle diejenigen, die gegenwärtig die objektiven Bedingungen nicht erfüllen, die vom Bußsakrament gefordert sind, können die Beweise der mütterlichen Güte von seiten der Kirche, die Übung anderer Formen der Frömmigkeit als die der Sakramente, das aufrichtige Bemühen um Verbundenheit mit dem HERRN, die Teilnahme an der heiligen Messe, die häufige Erneuerung von möglichst vollkommenen Akten des Glaubens, der Hoffnung, der Liebe und der Reue den Weg bereiten zur vollen Versöhnung in einer Stunde, die nur der göttlichen Vorsehung bekannt ist.“

Quelle: http://www.vatican.va/holy_father/john_paul_ii/apost_exhortations/documents/hf_jp-ii_exh_02121984_reconciliatio-et-paenitentia_ge.html


Kardinal M. del Val: “Wenn Gott zufrieden ist, braucht uns nichts anderes zu kümmern.”

Kardinal Rafael Merry del Val (siehe Bild) war unter Papst Leo XIII. zunächst im diplomatischen Dienst des Vatikan tätig (schon seit Vater war Botschafter). image

Der glaubenstreue Geistliche wurde vor über 100 Jahren vom hl. Pius X. zum Kardinalstaatssekretär ernannt, war also nach dem Papst der ranghöchste Würdenträger der katholischen Weltkirche.

Zuverlässig unterstützte er den Pontifex bei der Bekämpfung des theologischen Modernismus. Auch damals ging es (wie im Grunde seit 2000 Jahren) letzten Endes um die grundsätzliche Frage, ob die Kirche sich den angeblichen “Erfordernissen” der Zeit und den Wünschen der “Welt” anpassen soll  – oder unbeugsam an der Lehre Christi festhält.

Hierzu erklärte Kardinal Merry del Val:

 „Handeln wir niemals, um der Welt zu gefallen. Haben wir den Mut, die Kritik und die Missbilligung der Welt zu ertragen; wenn Gott zufrieden ist, braucht uns nichts anderes zu kümmern.

Wir müssen den Mut haben, die Wahrheit zu bezeugen und keiner Herausforderung auszuweichen. Wir müssen den Mut haben, dem Lächerlichen die Stirn zu bieten, denn oft erntet unsere Aufgabe den Spott der Welt. Tut das aus Liebe zu unserem HERRN und um ihm nachzueifern.“

HIER nähere Infos über das Leben und Wirken dieses glaubensstarken Kardinals: http://www.clairval.com/lettres/de/2007/09/20/1190907.htm


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