Franziskus trifft die Friedensnobelpreisträgerin und Präsidentin von Liberia

Afrikas erstes weibliches Staatsoberhaupt hält sich derzeit in Rom auf. Die Präsidentin des westafrikanischen Staates Liberia und Nobelpreisträgerin Ellen Johnson-Sirleaf hat am heutigen Samstag Papst Franziskus getroffen und sich auch mit Kardinalstaatssekretär Parolin und Vatikan-Außenminister Erzbischof Mamberti unterhalten. 

Die herzlichen Gespräche zeigen die gute Beziehung zwischen Heiligen Stuhl und Liberia, bekräftigt ein Vatikanstatement. Es spricht auch von Zufriedenheit über die Fortschritte der demokratischen Strukturen in Liberia, sowie über das Engagement der Kirche für Frieden und nationale Aussöhnung.

Präsidentin Sirleaf schätzt am Papst vor allem sein Engagement für die Armen. Dies erklärte die 75-Jährige vor der Audienz bei einer Pressekonferenz in Rom:

„Die Worte des Heiligen Vaters haben ein starkes Echo, sein Beispiel ist sehr inspirierend, und die Themen, die er anspricht, decken sich mit den Entwicklungszielen, die die internationale Gemeinschaft formuliert hat. Weil seine Worte diese besonders starke Kraft haben, werde ich ihm aufmerksam zuhören und mich von ihm inspirieren lassen.“

Für Liberias Staatschefin ist die Sicherung der Welternährung eine der wichtigsten Prioritäten:

„Liberia kann eine Verbesserung in der Ernährungssicherung verzeichnen. Die Nahrungsmittel-Unsicherheit ist von 43% auf 38% gesunken, aber sie bleibt eine Herausforderung. Eine Verbesserung ist da, aber nicht ausreichend. Wir haben noch immer Hunger, vor allem in den ländlichen Regionen.“

Nach 14 Jahren Bürgerkrig bemüht sich die Präsidentin, Gesellschaft und Wirtschaft wieder aufzubauen. Im Jahre 2011 hat sie für ihren Einsatz den Friedensnobelpreis erhalten.

Quelle für Text und Foto: http://de.radiovaticana.va/news/2014/04/05/papst_trifft_pr%C3%A4sidentin_von_liberia/ted-788091


Papst läßt am Sonntag tausende Taschen-Evangelien verschenken

Allen, die am kommenden Sonntag zum Angelus-Gebet auf den Petersplatz kommen, will Papst Franziskus ein Geschenk bereiten: Ein kleines Taschen-Evangelium. Das kündigte der Vatikan gestern an. 1_0_684039

Einige tausend Ausgaben sollen kostenlos an die Besucher des Angelus verteilt werden, solange der Vorrat reicht. Bei der Verteilung machen 150 Pfadfinder, dazu Seminaristen, Mutter-Teresa-Schwestern und andere Freiwillige mit.

Die Mini-Evangelien in italienischer Sprache wurden von der Päpstlichen Druckerei für den Anlass hergestellt, es gibt sie nicht im Handel. Die Ausgaben enthalten außer den vier Evangelien auch die Apostelgeschichte, einige Worte aus dem Papst-Schreiben „Evangelii Gaudium“ vom letzten Herbst, eine Anrufung der göttlichen Barmherzigkeit und ein Gebet des seligen John Henry Newman.  

Quelle: Radio Vatikan


Papst Franziskus wirbt für die Beichte – und geht direkt danach selber beichten!

Das Oberhaupt der katholischen Kirche hat am gestrigen Freitag, den 28. März, in einer Bußfeier im Petersdom zur Gewissenserforschung und zum Empfang des Bußsakramentes aufgefordert. “Wer von uns kann behaupten, er sei kein Sünder? Niemand!”, sagte der Papst in seiner Predigt. media-521118-2

Nach der Bußandacht führte ihn sein Sekretär zu einem leeren Beichtstuhl in der Kirche, damit Franziskus als Beichtvater fungiert, doch der Pontifex ging daran vorbei und schritt entschlossen zu einem nahegelegenen Beichstuhl, in dem bereits ein Priester saß und auf beichtbereite Gläubige wartete.

Dort kniete sich der Papst nieder, bekannte seine Sünden und erhielt die Absolution (Lossprechung). Der Geistliche küßte Franziskus danach den Papstring. 

Nachdem er das Bußsakrament empfangen hatte, ging der Papst zu jenem Beichtstuhl, in dem er selber die Beichte der Gläubigen entgegennehmen wollte  -  das Video dieser Geschehnnisse siehe HIER:

http://www.kathtube.com/player.php?id=34241

Foto: Radio Vatikan


Papst Benedikt begründet sein NEIN zur Befreiungstheologie

Die italienische Zeitung “Corriere della Sera” veröffentlichte am 7. März dieses Jahres ein Interview mit dem emeritierten Papst Benedikt, wobei er auch auf seine frühere Arbeit als Präfekt der Glaubenskongregation zu sprechen kommt.

Die erste große Aufgabe, die sich dem damaligen Kardinal Joseph Ratzinger Anfang der 80er Jahre stellte, war die “Theologie der Befreiung” mit ihrer zuweilen durchaus marxistischen Einfärbung. Hierzu erläutert der Ruhestands-Papst Folgendes: 1_0_668126

“Die erste große Herausforderung war die Befreiungstheologie, die sich in Lateinamerika ausbreitete. Sowohl in Nordamerika als auch in Europa war es allgemeine Auffassung, daß es sich um die Unterstützung der Armen handele und deshalb eine Sache war, der man uneingeschränkt zustimmen müsse. Aber das war ein Irrtum.

Armut und Arme waren sicher ein Thema der Befreiungstheologie, aber auf eine sehr spezifische Weise (…) Es ging nicht um Hilfe und Reformen sondern um einen großen Umsturz, aus dem eine neue Welt entstehen sollte. Der christliche Glaube wurde als Motor für diese revolutionäre Bewegung benutzt und so in eine typisch politische Kraft verwandelt.(…)

Natürlich wurden diese Ideen in verschiedenen Varianten präsentiert -nicht immer in gleicher Klarheit-aber insgesamt war das die Richtung. Einer solchen Verfälschung des Glaubens mußte man sich entgegenstellen  -  gerade wegen der Liebe zu den Armen und den Dienst an ihnen.

Auf der Basis der Erfahrungen, die er in seiner Heimat Polen gemacht hatte, versorgte uns Papst Johannes Paul II mit den notwendigen Erklärungen. Er hatte die Versklavung gesehen, mit der die marxistische Ideologie sich zur Patin der Befreiungstheologie gemacht hatte.

Aus seiner schmerzlichen Erfahrung ergab sich ganz klar, daß es nötig war dieser Art Befreiung entgegen zu treten. Andererseits  hatte gerade die Situation in seiner Heimat gezeigt, daß die Kirche wirklich für Freiheit und Befreiung handeln mußte- nicht politisch, sondern indem sie in den Menschen durch den Glauben, die Kräfte für eine wahre Befreiung entwickelte.

Der Papst leitete uns an, die Aspekte in der Breite zu behandeln und so eine falsche Befreiungsidee zu demaskieren und andererseits die authentische Berufung der Kirche zur Befreiung des Menschen auszubreiten. Das haben wir in den beiden Instruktionen über die Befreiungstheologie, die während meiner Zeit in der Kongregation entstanden, zu tun versucht.”

Quelle und vollständiger Text hier: http://beiboot-petri.blogspot.de/2014/03/joseph-ratzinger-mein-leben-mit-dem.html


Papst Franziskus und die Marktwirtschaft: wirklich ein Widerspruch?

Von Peter Helmes

Papst Franz gibt uns immer noch Rätsel auf. Ich gestehe, daß auch ich nicht so recht weiß, wohin er will – obwohl sein erstes Jahr im Amt durchaus beeindruckend war. untitled

Zweifel kommen mir immer dann auf, wenn ihm, dem Argentinier, ein bestimmtes Etikett aufgeklebt und er in eine Schablone oder Schublade gesteckt wird. Zuletzt deut(sch)lich erkennbar am Etikett „Papst der Armen“ oder „Anwalt der Armen“.

Aber: Der Papst darf (und sollte auch) durchaus eine eigene Meinung z. B. zum Wirtschaftsverständnis äußern  –  Irrungen inklusive.

Jeden, der ein wenig von der Universal-Kirche und vom Papsttum versteht, schüttelt es bei solchen Etikettierungen, wie sie gerade deutsche Journalisten der besonderen Klasse zu lieben scheinen. Sie sind irrwitzig.

Es gibt keinen „Papst der Armen“, wie es auch keinen „Papst der Reichen“ geben könnte. Der Papst ist universal. Und sollte die römisch-katholische Kirche weiterhin ihrem Anspruch gerecht werden wollen, Kirche für alle zu sein, dürfte sie nie zulassen, Reiche gegen Arme auszuspielen (et vice versa).

Ein Ritt allein gegen die Reichen macht keinen Reichen ärmer und keinen Armen reicher. Wer die, die über Reichtum verfügen, per se diskreditiert, nützt den Armen reichlich wenig. Armut zu predigen, hat noch niemanden reich gemacht.

Immer wieder das gleiche Mißverständnis: Wirtschaft funktioniert nur durch Wettbewerb! Das aber bedeutet systembedingt: Ungleichheit. 

In Klartext und zwingender Logik: Fortschritt und eine funktionierende Wirtschaft gibt es nur dann, wenn der Bessere sich durchsetzt. Die daraus entstehenden Ungleichgewichte werden jedoch gerne als Ungerechtigkeiten angeprangert, obwohl letztlich die gesamte Gesellschaft davon profitiert. IMG_1038

Mich wundert noch heute, wie es den SED-Sozialisten gelungen ist, der halben Welt zu erzählen, vierzig Jahre Marktwirtschaft in der „BRD“ hätten „vierzig Jahre Armut und Elend“ über das deutsche Volk gebracht, vierzig Jahre Sozialismus in der „DDR“ aber „Fortschritt und Gerechtigkeit“!

Der Wettbewerb reguliert den Markt

Der Wettbewerb um das Bessere findet auf dem Markt statt  –  und nicht in den Lehrbüchern des Sozialismus, schon gar nicht in dessen „real existierender“ Wunschwelt.

Anders ausgedrückt: Überall da, wo  –  auch aus gutgemeinten Gründen  –  der marktwirtschaftliche Hebel klemmt oder behindert wird, gibt es keinen Fortschritt. Es entstehen eben genau dort Mangel und Elend – was in gewissen Staaten (z. B. Nordkorea oder Kuba) auch heute noch besichtigt werden kann.

Um den „Sieg des Sozialismus“ über den Kapitalismus zu sichern, müssen die Marktgesetze ausgesetzt werden  –  was wiederum von der dafür notwendigen Nomenklatura umgesetzt wird. Ein solches System neigt natürlich  –  da vor allem die „einfachen“ Bürger, nicht aber die Kader betroffen sind  –  zu Instabilität.

Um die gewünschte Stabilität zu erreichen, werden nicht etwa Gesetze und Normen liberalisiert, sondern es müssen elementare Freiheitsrechte eingeschränkt, wenn nicht ganz abgeschafft werden. Es herrscht alleine die Funktionärsclique – über ein unterdrücktes Volk!

„Demokratie“ wird zu einer Scheinveranstaltung umgebogen, und ein Riesen-Überwachungsapparat ist nötig, um etwa aufsässige oder insubordinierende Werktätige in Schach und Proportionen zu halten.

„Diese Wirtschaft tötet“

Man darf aber doch die Frage stellen, wieviel die Kirche von Wirtschaft versteht, wenn Papst Franz folgender Satz zugeschrieben wird: „Diese Wirtschaft tötet“ (FAZ 24.12.13). Es ist auch nicht zu übersehen, daß solche Aussagen von „aufgeschlossenen, modernen“ Priestern Sonntag für Sonntag gepredigt werden (man schaue nur ´mal „Das Wort zum Sonntag“). Der Satz des Papstes klingt sehr radikal und absolut. „Diese Wirtschaft tötet!“

Ehe zu kurz gefolgert wird: Dieser Satz aus dem Lehrschreiben „Evangelii gaudium“ ist kein Bannstrahl – wie manche Linksgestrickten allzu schnell folgerten.

Aber er ist eine Kritik an den (allzu) Marktliberalen, die einen entfesselten Kapitalismus im Kopf haben. Das vernichtende Urteil des Papstes lautet: Dieser neue Markt ist der neue Gott. Und deshalb geißelt Papst Franz die Ökonomen, die diese Marktradikalität vertreten, als Begründer einer neuen Religion und verdammt ihren unchristlichen Glauben: Als „Tyrannei eines vergötterten Marktes“ beschreibt er diese kapitalistischen Auswüchse und analysiert folgerichtig: Diese Wirtschaft tötet! Dem ist nichts zu entgegnen. Womit eins ganz deutlich wird:

Marktradikalismus: ein Zerrbild der Marktwirtschaft

Der Papst hat nicht die Marktwirtschaft schlechthin verurteilt, sondern den Marktradikalismus. Und genau diesen will auch die Soziale Marktwirtschaft nicht!

Deshalb, folgert der Papst, sollten die kapitalistischen Strukturen (in Richtung von mehr sozialer Bindung) geändert werden – ohne den Kapitalismus insgesamt abzuschaffen.

In Wirklichkeit ist Kapitalismus in sozialer Verantwortung („Soziale Marktwirtschaft“) ein Grundbestandteil von echter Demokratie und damit Ausdruck von Freiheit: freies Wirken und Entfalten des Bürgers als autonomes Wirtschaftssubjekt – mit Privat-Eigentum – aber immer eingebunden in eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung.

Konsumismus degradiert den Menschen

Der schiere Marktradikalismus degradiert den Menschen zum reinen homo oeconomicus, zum Objekt von Markt und Wirtschaftsmacht, und beraubt ihn seiner Seele. Folgerichtig verurteilt „Evangelii gaudium“ dies als „Degradierung der Person“: Der Mensch wird wie ein Konsumgut betrachtet und damit seiner von Gott gegebenen Würde beraubt.

Zurück zu Papst und Christentum: Die Frage darf erlaubt sein (und wurde auch oft schon gestellt), ob und wie Christentum und Marktwirtschaft miteinander vereinbar sein können. Meine Antwort ist klar „Ja!“ – wenn mit Marktwirtschaft die Form gemeint ist, die eine bedeutende soziale Komponente umfaßt.

Vermutlich (wir wissen es ja nicht so genau) ging es Papst Franz bei seinem oben zitierten Satz um die Auswüchse eines ungehemmten Kapitalismus. Da ist ihm zuzustimmen. Auch im Kampf gegen Elend und Hunger auf der Welt.

Hoffentlich läßt sich der Papst dadurch aber nicht von der Erkenntnis ablenken, daß Kapitalismus in der Form der Sozialen Marktwirtschaft kein Teufelswerk, sondern im christlichen Sinne geradezu geboten ist.

Die Frage heute also lautet eben nicht mehr: „Kapitalismus oder Sozialismus?“, sondern: „Welchen Kapitalismus wollen wir?“  -  Oder kennt der Papst vielleicht einen „sozialen Sozialismus“? (Wobei ein solcher in der Wirtschaftsgeschichte ohne Beispiel sein dürfte.)

Peter Helmes ist politischer Schriftsteller und betreibt die Webseite: www.conservo.wordpress.com


Papst ermahnt “Neokatechumenale” zur Toleranz und zur kirchlichen Einheit

Am vergangenen Samstag, den 1. Februar 2014, empfing Papst Franziskus ca. zehntausend Mitglieder des sog.”Neokatechumenats”. 

Die drei Leiter dieser 1964 gegründeten “geistlichen Gemeinschaft” sind das Ehepaar Kiko Argüello und Carmen Hernández sowie Pater Mario Pezzi. Die Bewegung des „Neokatechumenales Weges“ war jahrzehntelang umstritten und wurde erst im Jahre 2008 vom Vatikan approbiert bzw. genehmigt. _papa_francisco_peq_51656bafbd575

Der Papst rief die Neokatechumenalen dazu auf, sich nicht vom kirchlichen Weg und von der Pfarrgemeinde abzusondern und kein allzu betontes Eigenleben zu pflegen:

„Im Namen der Kirche, unserer Mutter, will ich euch ein paar einfache Empfehlungen geben. Die erste ist, aufmerksam darauf zu achten, dass ihr die Gemeinschaft innerhalb der Ortskirchen, in denen ihr arbeitet, festigt und bewahrt. Der „Neokatechumenale Weg“ hat ein eigenes Charisma, eine eigene Dynamik  –  das ist eine Gabe, die wie alle Geistesgaben eine zutiefst kirchliche Dimension hat.

Das bedeutet: Habt offene Ohren für das Leben der Kirche, in die eure Verantwortlichen euch schicken, schätzt ihre Reichtümer hoch, leidet, wenn nötig, mit an ihren Schwächen und geht zusammen mit ihnen als eine einzige Herde unter der Führung der Hirten der Ortskirchen!“

Außerdem warnte das Oberhaupt der katholischen Kirche das Neokatechumenat davor, den eigenen geistlichen Weg zu verabsolutieren und hierbei die geistig-geistliche Freiheit der Mitglieder und Anhänger ungebührlich einzuschränken:

„Der ‚Neokatechumenale Weg‘, der ja in einer Entdeckung der Wichtigkeit der eigenen Taufe besteht, ist eine anspruchsvolle Straße, auf der ein Bruder oder eine Schwester auch mal unversehens in Schwierigkeiten geraten kann. In diesen Fällen ist es ein Zeichen für die Reife des Glaubens, Geduld und Barmherzigkeit in der Gemeinschaft walten zu lassen.

Die Freiheit eines jeden darf nicht beeinträchtigt werden, und wenn jemand beschließen sollte, andere Formen des christlichen Lebens außerhalb des „Neokatechumenalen Wegs“ zu suchen, dann muss das respektiert werden!“

Quelle für die Zitate: ZENIT  – Foto: Radio Vatikan


Papst Franziskus bekräftigt kirchliche Lehre zu Priestertum, Ehe-Sakrament und Beichte

“Es ist immer der Pfarrer, der die Pfarrgemeinde leitet”

Aus Anlaß ihres Ad-limina-Besuchs Ende Januar 2014 hat Papst Franziskus vor katholischen Bischöfen in Österreich eine grundsätzliche Rede gehalten, woraus wir nachfolgend wesentliche Abschnitte zitieren:
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Liebe Mitbrüder,

ich freue mich, dass ich durch diese intensive Begegnung mit Euch im Rahmen Eures Ad-limina-Besuchs von den Früchten der Kirche in Österreich beschenkt werde und dass auch ich ihr etwas schenken darf. (…) Jeder von uns bildet Christus ab, den einzigen Mittler des Heils, erschließt der Gemeinde sein priesterliches Wirken den Sinnen nach und hilft somit, die Liebe Gottes in der Welt immer wieder neu gegenwärtig zu machen.

Wir dürfen Gott dankbar sein für das, was die Kirche in Österreich zum Heil der Gläubigen und zum Wohl vieler Menschen wirkt, und ich selber möchte jedem von Euch und durch Euch den Priestern, Diakonen, Ordensleuten und engagierten Laien, die bereitwillig und großherzig im Weinberg des Herrn arbeiten, meinen Dank aussprechen.

“Das Feld Gottes ständig bearbeiten”

Wir dürfen aber nicht das Erreichte und Vorhandene bloß verwalten, das Feld Gottes muss ständig bearbeitet und bestellt werden, damit es auch in Zukunft Frucht bringt. Kirche sein heißt nicht verwalten, sondern hinausgehen, missionarisch sein, den Menschen das Licht des Glaubens und die Freude des Evangeliums bringen.

Bild: Evita Gründler

Das bedeutet auch, sich darum zu bemühen, ein heiligmäßiges Leben zu führen. (…) Und das heißt, dass wir um unsere eigene Reinigung  –  im Sakrament der Versöhnung  –  stets bemüht sein sollten. Die Beichte ist der Ort, wo wir Gottes barmherzige Liebe erfahren und Christus begegnen, der uns die Kraft zur Umkehr und zum neuen Leben gibt.

Und wir wollen als die Hirten der Kirche den Gläubigen beim Wiederfinden dieses wunderbaren Sakraments einfühlsam und verständnisvoll zur Seite stehen und ihnen gerade in dieser Gabe die Liebe des Guten Hirten spüren lassen.

Die Familie beruht auf ehelicher Treue

Ein wichtiges Feld unseres Wirkens als Hirten ist die Familie. Sie ist ein Herzensanliegen der evangelisierenden Kirche.

Der Grund, auf dem sich ein harmonisches Familienleben entfalten kann, ist dabei vor allem die eheliche Treue. Leider sehen wir in unserer heutigen Zeit, dass in den Ländern der westlichen Welt Ehe und Familie eine tiefe innere Krise durchmachen.

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Die Familie ist ein vorrangiger Ort der Evangelisierung und der lebendigen Weitergabe des Glaubens. Tun wir alles, damit in unseren Familien gebetet wird, der Glaube als Teil des täglichen Lebens erfahren und weitergegeben wird.

Die Sorge der Kirche um die Familie beginnt mit einer rechten Vorbereitung und Begleitung der Eheleute wie auch mit der getreuen und klaren Darlegung der kirchlichen Lehre zu Ehe und Familie. Als Sakrament ist die Ehe Geschenk Gottes und Auftrag zugleich. Die Liebe zweier Brautleute wird durch Christus geheiligt, und die Partner sind dazu aufgerufen, diese Heiligkeit durch ihre Treue zueinander zu bezeugen und zu pflegen.

Ausgehend von der Familie, der Hauskirche, wenden wir uns kurz der Pfarrei zu, dem großen Feld, welches der HERR uns anvertraut hat, um es mit unserer seelsorglichen Arbeit fruchtbar zu machen.

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Die Priester, die Pfarrer sollten sich immer wieder bewusst machen, dass ihre Leitungsaufgabe ein zutiefst geistlicher Dienst ist. Es ist immer der Pfarrer, der die Pfarrgemeinde leitet, wobei er zugleich auf die Unterstützung und den wertvollen Beitrag verschiedener Mitarbeiter und aller Gläubigen zählt. Wir sollten nicht Gefahr laufen, den sakramentalen Dienst des Priesters zu verdunkeln.

Von Gott reden, die Botschaft von der Liebe Gottes und der Erlösung in Jesus Christus zu den Menschen bringen, ist Aufgabe eines jeden Getauften. Und diese umfasst nicht nur das Sprechen mit Worten, sondern alles Handeln und Tun. Unser ganzes Dasein muss von Gott reden, selbst in den unscheinbaren Dingen. Dann ist unser Zeugnis echt, dann wird es auch in der Kraft des Heiligen Geistes stets neu und frisch sein.

Damit dies gelingt, muss die Rede von Gott zuallererst Rede mit Gott sein, Begegnung mit dem lebendigen Gott in Gebet und Sakrament. Gott lässt sich nicht nur finden, sondern er macht sich in seiner Liebe selbst auf, dem Suchenden entgegenzugehen. 

Maria, die unsere Mutter ist und die Ihr als Magna Mater Austriae besonders verehrt, sie helfe uns dabei, damit wir wie sie uns ganz dem HERRN öffnen und so fähig sind, anderen den Weg zum lebendigen und Leben spendenden Gott zu erschließen.

QUELLE und vollständiger Text hier: http://de.radiovaticana.va/news/2014/01/31/dokument:_papstrede_an_%C3%B6sterreichs_bisch%C3%B6fe_/ted-768988


Vatikan schreibt Forschungspreis aus

Wissenschaftler, die sich mit der Soziallehre der Kirche beschäftigen, sind dazu eingeladen, ihre Arbeiten bei einem internationalen Preisausschreiben des Vatikans einzureichen.

Die päpstliche Stiftung „Centesimus Annus – Pro Pontifice“ schreibt zum zweiten Mal einen Forschungspreis aus, wie aus einer Mitteilung der im Vatikan ansässigen Institution hervorgeht.

Prämiert werden herausragende Arbeiten, die wirtschaftliche und soziale Fragen aus dem Blickwinkel der katholischen Soziallehre beleuchten. Der Hauptpreis ist mit 30.000 Euro dotiert.

Quelle: Radio Vatikan


Die Botschaft von Papst Franziskus zum Welttag der geistlichen Berufungen

Der vollständige Wortlaut des Papstschreibens vom 15.1.2014:

Liebe Brüder und Schwestern!

1. Das Evangelium berichtet: »Jesus zog durch alle Städte und Dörfer … Als er die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren müde und erschöpft wie Schafe, die keinen Hirten haben. Da sagte er zu seinen Jüngern: „Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden“« (Mt 9,35-38).

Diese Worte überraschen uns, denn wir alle wissen, dass man zuerst pflügen, säen und bebauen muss, um dann zu gegebener Zeit eine große Ernte einzufahren. Jesus dagegen sagt: »Die Ernte ist groß.«  papst_letzter_tag_01

Wer aber hat gearbeitet, um ein solches Ergebnis zu erzielen? Es gibt nur eine Antwort: Gott.

Offensichtlich ist das Ackerfeld, von dem Jesus spricht, die Menschheit: Wir sind es. Und das Wirken, das die »reiche Frucht« hervorbringt, ist die Gnade Gottes, die Gemeinschaft mit ihm (vgl. Joh 15,5).

Bei dem Gebet, zu dem Jesus die Kirche auffordert, geht es also um die Bitte, die Zahl derer zu mehren, die im Dienst an seinem Reich stehen.

Paulus: “Ihr seid Gottes Ackerfeld”

Der heilige Paulus, der einer dieser »Mitarbeiter Gottes« war, hat sich unermüdlich für das Evangelium und für die Kirche eingesetzt. Mit dem Bewusstsein eines Menschen, der persönlich erfahren hat, wie unergründlich der Heilswille Gottes ist und dass die Initiative der Gnade der Ursprung einer jeden Berufung ist, erinnert der Apostel die Christen in Korinth: »Ihr seid Gottes Ackerfeld« (1 Kor 3,9).

Daher kommt in unserem Herzen zunächst das Staunen auf eine große Ernte, die nur Gott schenken kann; dann die Dankbarkeit für eine Liebe, die uns stets vorausgeht; schließlich die Anbetung für das von ihm vollbrachte Werk, das unsere freie Zustimmung erfordert, mit ihm und für ihn zu handeln. bild-jesus-oben

2. Viele Male haben wir mit den Worten des Psalmisten gebetet: »ER hat uns geschaffen, wir sind sein Eigentum, sein Volk und die Herde seiner Weide« (Ps 100,3); oder auch: »Der HERR hat sich Jakob erwählt, Israel wurde sein Eigentum« (Ps 135,4). 

Wir sind jedoch Gottes „Eigentum“ nicht im Sinne des Besitzes, der zu Sklaven macht, sondern im Sinne eines starken Bandes, das uns mit Gott und untereinander vereint, entsprechend einem Bund, der für immer bestehen bleibt, »denn seine Huld währt ewig« (Ps 136).

In der Erzählung von der Berufung des Propheten Jeremia zum Beispiel erinnert Gott daran, dass er beständig über einen jeden wacht, damit sein Wort in uns verwirklicht wird. Das dazu gebrauchte Bild ist das Bild vom Mandelzweig, der als erster von allen blüht und die Wiedergeburt des Lebens im Frühling ankündigt (vgl. Jer 1,11-12).

Wir gehören zu Christus!

Alles kommt von ihm und ist sein Geschenk: die Welt, das Leben, der Tod, die Gegenwart, die Zukunft, »ihr aber« – beruhigt der Apostel – »gehört Christus  -  und Christus gehört Gott« (1 Kor 3,23).1_0_747648

Damit wird die Form der Zugehörigkeit zu Gott erklärt: durch die einzigartige und persönliche Beziehung zu Jesus, die die Taufe uns vom Beginn unserer Wiedergeburt zu neuem Leben an geschenkt hat. Christus also ist es, der durch sein Wort unablässig zu uns spricht, damit wir auf ihn vertrauen und ihn lieben »mit ganzem Herzen, ganzem Verstand und ganzer Kraft« (Mk 12,33). 

Daher erfordert jede Berufung, trotz der Vielfalt der Wege, stets ein Herausgehen aus sich selbst, um das eigene Dasein auf Christus und sein Evangelium auszurichten. 

Sowohl im Eheleben als auch bei den Formen der Ordensgelübde und im priesterlichen Leben muss man Denk- und Handlungsweisen, die mit dem Willen Gottes nicht übereinstimmen, überwinden. Es ist »ein Auszug, der uns auf einen Weg der Anbetung des Herrn und des Dienens an ihm in den Brüdern und Schwestern führt« (Ansprache an die Teilnehmer der Vollversammlung der Internationalen Vereinigung der Generaloberinnen (UISG), 8. Mai 2013).

Daher sind wir alle aufgerufen, Christus in unserem Herzen heilig zu halten (vgl. 1 Petr 3,15), um uns erreichen zu lassen vom Impuls der Gnade, die im Samenkorn des Wortes enthalten ist, das in uns wachsen und sich in konkreten Dienst am Nächsten verwandeln muss.

Wir dürfen keine Angst haben: Gott sorgt mit Leidenschaft und Sorgfalt für das Werk, das aus seinen Händen hervorgegangen ist, ipolskawebn jedem Abschnitt des Lebens. ER verlässt uns nie! Die Umsetzung seines Planes mit uns liegt ihm am Herzen, und dennoch will ER ihn mit unserer Zustimmung und mit unserer Zusammenarbeit durchführen.

3. Auch heute lebt Jesus in den Wirklichkeiten unseres gewöhnlichen Lebens und ist in ihnen auf dem Weg, um sich allen zu nähern, begonnen bei den Letzten, und uns von unseren Krankheiten und Gebrechen zu heilen.

Auf Christi Stimme in der Kirche hören!

Ich wende mich jetzt an jene, die bereit sind, auf die Stimme Christi zu hören, die in der Kirche erklingt, um zu verstehen, was ihre eigene Berufung ist. Ich lade euch ein, auf Jesus zu hören und ihm nachzufolgen, euch innerlich von seinen Worten verwandeln zu lassen: Sie »sind Geist und sind Leben« (Joh 6,63). 6a40d593df - Kopie

Maria, die Mutter Jesu und unsere Mutter, sagt immer wieder auch zu uns: »Was ER euch sagt, das tut!« (Joh 2,5).

Es wird euch gut tun, mit Vertrauen teilzunehmen an einem gemeinsamen Weg, der in euch und um euch herum die besten Kräfte freizusetzen weiß. Die Berufung ist eine Frucht, die heranreift im gut bebauten Ackerfeld der gegenseitigen Liebe, die zum gegenseitigen Dienen wird, im Umfeld eines echten kirchlichen Lebens. Keine Berufung entsteht aus sich selbst heraus oder lebt für sich selbst.

Die Berufung entspringt dem Herzen Gottes und keimt auf im guten Ackerboden des gläubigen Volkes, in der Erfahrung der brüderlichen Liebe. Hat Jesus etwa nicht gesagt: »Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid: wenn ihr einander liebt« (Joh 13,35)? 

4. Liebe Brüder und Schwestern, »diesen ›hohen Maßstab‹ des gewöhnlichen christlichen Lebens« (Papst JOHANNES PAUL II., Apostolisches Schreiben Novo millennio ineunte, 31) zu leben bedeutet zuweilen, gegen den Strom zu schwimmen, und bringt es mit sich, auch Hindernissen zu begegnen, außerhalb von uns und in uns.

Jesus selbst mahnt uns: Der gute Same des Wortes Gottes wird oft vom Bösen weggenommen, von Bedrängnissen aufgehalten, von den Sorgen und Verführungen der Welt erstickt (vgl. Mt 13,19-22).2_atk2926-170x115

All diese Schwierigkeiten könnten uns entmutigen und uns dazu bringen, auf scheinbar bequemere Wege auszuweichen. Aber die wahre Freude der Berufenen besteht darin, zu glauben und zu erfahren, dass ER, der HERR, treu ist und dass wir mit ihm gehen, Jünger und Zeugen der Liebe Gottes sein und das Herz für große Ideale, für große Dinge öffnen können.

Setzt das Leben für große Ideale ein!

»Wir Christen sind vom HERRN nicht für Kleinigkeiten auserwählt; geht immer darüber hinaus, zu den großen Dingen! Setzt das Leben für große Ideale ein!« (Predigt in der Heiligen Messe mit Firmungen, 28. April 2013).

Euch Bischöfe, Priester, Ordensleute, Gemeinschaften und christliche Familien bitte ich, die Berufungspastoral in diesem Sinne auszurichten und die jungen Menschen auf Wegen der Heiligkeit zu begleiten.

Da dies persönliche Wege sind, erfordern sie »eine wahre und eigene Pädagogik der Heiligkeit, die sich den Rhythmen der einzelnen Personen anzupassen vermag. Diese Pädagogik wird den Reichtum dessen, was allen vorgelegt wird, verbinden müssen mit den überkommenen Formen der Hilfe durch Personen und Gruppen sowie mit den jüngeren Formen, die sich in den Verbänden und den von der Kirche anerkannten Bewegungen finden« (Papst JOHANNES PAUL II., Apostolisches Schreiben Novo millennio ineunte, 31).

Machen wir also unser Herz bereit, „guter Ackerboden“ zu sein, um das Wort zu hören, anzunehmen und zu leben und so Frucht zu bringen.

Je mehr wir uns durch das Gebet, die Heilige Schrift, die Eucharistie, die in der Kirche gefeierten und gelebten Sakramente und durch die gelebte Brüderlichkeit mit Jesus zu vereinigen wissen, desto mehr wird in uns die Freude wachsen, mit Gott zusammenzuarbeiten im Dienst des Reiches der Barmherzigkeit und der Wahrheit, der Gerechtigkeit und des Friedens.

Und die Ernte wird in dem Maße reich sein, wie es der Gnade entspricht, die wir mit offener Bereitschaft in uns aufgenommen haben. Mit diesem Wunsch und mit der Bitte an euch, für mich zu beten, erteile ich von Herzen allen den Apostolischen Segen.

Aus dem Vatikan, am 15. Januar 2014

Quelle: http://de.radiovaticana.va/news/2014/01/16/papstbotschaft_zu_geistlichen_berufen:_volltext/ted-764492


Vatikan: Kardinal Burke beteiligte sich als einziger Bischof an Kundgebung pro Familie

Am Samstag, den 11. Januar 2014, wurde in Rom auf der Piazza Santi Apostoli eine öffentliche Demonstration für die Rechte und den Schutz der Familie sowie für die Ehe zwischen Mann und Frau veranstaltet.

Anlaß waren Parlamentsdebatten in Italien über eine Gleichstellung homosexueller Partnerschaften mit der Ehe und über angebliche “Homophobie”. 220px-Archbishop_Raymond_Leo_Burke

Allerdings fand sich auf der eindrucksvollen Kundgebung, an denen zahlreiche Familien, aber auch nicht wenige Priester teilnahmen, von den hunderten im Vatikan tätigen Bischöfen, Erzbischöfen und Kardinälen lediglich ein einziger, der an dieser Demonstration teilnahm: der US-amerikanische Kardinal Raymond Leo Burke (siehe Foto).

Der theologisch konservative Kurien-Erzbischof hatte bereits im vorigen Frühjahr alle Bischöfe der katholischen Weltkirche energisch dazu aufgefordert, daß sie sich an dem jeweiligen “Marsch für das Leben” in ihrem Land persönlich beteiligen sollen; es genüge keineswegs, nur ein Grußwort zu versenden: http://charismatismus.wordpress.com/2013/05/11/kardinal-raymond-burke-fordert-bischofe-auf-selber-an-lebensrechts-demos-teilzunehmen/

Der Appell des engagierten Kurienkardinals verhallte leider weitgehend ungehört…

 

 

 


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