Papst Franziskus: Christus ist die Wahrheit in Person!

Wir sind keine Christen “auf Zeit”…

Wie der Heilige Geist in der Kirche und in jedem Menschen wirkt, darum ging es Papst Franziskus bei der Generalaudienz vom 15. Mai. Scharen von Pilgern füllten nicht nur den Petersplatz, sondern auch die davorliegende Via della Conciliazione. Bei seiner Katechese über den Heiligen Geist erinnerte der Papst an seinen Vorgänger: 1_0_692224

„Benedikt XVI. hat oft auf die Gefahr des Relativismus hingewiesen, einer Haltung, die meint, es gäbe nichts Sicheres, Wahrheit sei nur Produkt menschlicher Übereinstimmung oder des eigenen Willens.

Schon der römische Statthalter Pilatus fragte Jesus: ‚Was ist Wahrheit?’  -  Er erkannte die Wahrheit nicht, und doch stand mit Jesus die Menschgewordene Wahrheit vor ihm. Der Sohn Gottes ist für uns ‚Fleisch geworden’ (Joh 1,14), hat unter uns gelebt, damit wir die Wahrheit in Person erkennen können.“

Diese Erkenntnis schenke der Heilige Geist den Menschen. Er führe sie „zur“ Wahrheit und „in“ die Wahrheit, indem er die Menschen innerlich erleuchte und belebe, sonst sei ihr christliches Dasein nur oberflächlich. Damit Gottes Licht in uns zum Leuchten gebracht werde, empfahl Franziskus drei Hilfen:

„Betrachten wir die Heilige Schrift, studieren wir den Katechismus und empfangen wir regelmäßig die heiligen Sakramente.  –   Fragen wir uns dazu aber auch, was wir tun, damit der Glaube unser ganzes Dasein bestimmt. Man ist kein Christ ‚auf Zeit’, nur in bestimmten Momenten oder unter bestimmten Umständen, nein, man ist in jedem Moment Christ und zwar völlig!“

Quelle (Text/Foto): http://de.radiovaticana.va/news/2013/05/15/papst:_es_gibt_keine_%E2%80%9Echristen_auf_zeit%E2%80%9C/ted-692224


CHRISTUS: unser einstiger Richter, aber auch unser Fürsprecher beim Vater

Aus zwei Ansprachen des Papstes im April 2013:

“Liebe Brüder und Schwestern, der Blick auf das Jüngste Gericht darf uns keine Angst machen. Vielmehr sollte er uns anspornen, in der Gegenwart besser zu leben.

Dr. Bernd F. Pelz

Dr. Bernd F. Pelz

Mit Barmherzigkeit und Geduld schenkt Gott uns diese Zeit, damit wir täglich lernen, IHN in den Armen und Geringen zu erkennen, damit wir uns für das Gute einsetzen und wachsam sind im Gebet und in der Liebe. Möge der HERR uns am Ende unseres Lebens und der Geschichte als gute und treue Diener erkennen.” (Generalaudienz, 24. April 2013)

“Wenn jemand vor den Richter gerufen wird oder einen Prozess anstrengt, dann sucht er sich als Erstes einen Fürsprecher, einen Anwalt, der ihn verteidigt. Wir haben einen Fürsprecher, der uns immer verteidigt, der uns gegen die List des Teufels verteidigt, der uns gegen uns selbst, gegen unsere Sünden verteidigt!

Liebe Brüder und Schwestern, wir haben diesen Fürsprecher: Wir dürfen keine Angst haben, zu IHM zu gehen und um Vergebung zu bitten, um Segen zu bitten, um Barmherzigkeit zu bitten! ER vergibt uns immer, ER ist unser Fürsprecher: ER verteidigt uns immer! Vergesst das nicht!” (Generalaudienz, 17. April 2013)


Papst Franziskus: “Der Weg des Erduldens macht uns stark in Christus!”

Christen sollten sich nicht vom Leid überwältigen lassen, sondern trotz allem die Freude Christi bezeugen. Das riet Papst Franziskus am heutigen Dienstag bei seiner Frühmesse im vatikanischen Gästehaus Santa Marta: 1_0_689799

„Sich in Geduld fassen: Das ist die Straße, die Jesus uns Christen lehrt. Es heißt, Schwierigkeiten und Widersprüche ertragen. Die Bibel hat dafür das griechische Wort hypomoné: im Leben die tägliche Arbeit mit all ihren Schwierigkeiten durchstehen.

Diesen Weg hat Jesus gewählt: den Weg des Aushaltens und der Geduld. Das ist ein Prozess des christlichen Reifens, den man nicht von einem Tag auf den anderen hinter sich bringt, er dauert das ganze Leben.“

Viele Märtyrer, etwa die von Nagasaki, seien voller Freude gewesen und ins Martyrium gegangen „wie zu einer Hochzeit“, so Franziskus. Das Leiden zu ertragen sei ein Weitergehen auf dem Weg Jesu.

„Mit den Schwierigkeiten kommen viele Versuchungen  –  etwa die, zu lamentieren: Sieh mal, wie schlecht es mir geht.  – Aber ein Christ, der sich ständig beklagt, ist kein guter Christ. Jesus lehrt uns das stille Ertragen. Er hat bei seinem Leiden nicht viel geredet, nur zwei oder drei Worte, die nötig waren; doch auch das war kein trauriges Schweigen. Ein schmerzvolles, aber kein trauriges Schweigen. Der Weg des Erduldens lässt uns den christlichen Frieden vertiefen, es macht uns stark in Jesus Christus!“

Quelle (Text/Foto): http://de.radiovaticana.va/news/2013/05/07/%E2%80%9Echristen_lamentieren_nicht%E2%80%9C/ted-689799

Papst Franziskus: Mit der Demut Christi besiegen wir den Haß der Welt und den Haß des Widersachers

Bleiben wir stets sanft und demütig, um die Schmeicheleien und den Haß der Welt zu besiegen. Das ist die zentrale Botschaft der Morgenmesse des Papstes an diesem heutigen Samstag in der Casa Santa Marta, an der auch heute wieder Angehörige der Schweizer Garde teilnahmen, denen der Papst seine Dankbarkeit für ihren Dienst ausdrückte. 1_0_689068

In seiner Predigt ging Papst Franziskus auf den Kampf zwischen der Liebe Christi und dem Haß des ‚Fürsten dieser Welt’ ein. Der Weg der Christen sei der Weg Jesu  –  deshalb müsse man darauf gefaßt sein, so wie ER selbst auch von der Welt gehaßt zu werden, dürfe sich aber nicht vor Verfolgungen fürchten:

„Der Weg der Christen ist der Weg Jesu. Wenn wir Jünger Christi sein wollen, gibt es keinen anderen Weg: jenen, den ER vorgegeben hat. Und eine der Konsequenzen daraus ist der Haß der Welt, aber auch der Haß des “Fürsten dieser Welt”.

Die Welt würde das lieben, was weltlich ist. ,Ich habe euch aus der Welt erwählt´: es war ER, der uns von der Welt erlöst hat, der uns erwählt hat: reine Gnade!

Mit seinem Tod, mit seiner Auferstehung, hat ER uns von der Macht der Welt befreit, von der Gewalt des Teufels, von der Macht des Fürsten dieser Welt. Und der Ursprung des Hasses ist genau das: Wir sind gerettet.  -  Und dieser Fürst der Welt, der nicht will, dass wir gerettet sind, er hasst uns.“

Daraus resultiere letztlich die Verfolgung der Christen bis in die heutige Zeit. Es gebe viele christliche Gemeinschaften, die auf der Welt verfolgt werden, heute vielleicht mehr als in der Anfangszeit, so Papst Franziskus. Denn der ‚Geist der Welt’ hasse. Doch wir dürften uns nicht vom rechten Weg abbringen lassen, mahnt der Papst:

“Die einzige Verteidigung gegen diese Angriffe sei das Wort Gottes, um es stets präsent zu haben und den Schmeicheleien, den fortwährenden Angriffen, echte innere Stärke entgegenzusetzen.”

Papst Franziskus schloss seine Predigt mit einer Bitte an die Gottesmutter, auf dass „sie uns helfe, demütig und sanft auf dem Weg Christi zu werden“.

Text und Foto aus dem Internetauftritt von Radio Vatikan:  http://de.radiovaticana.va/news/2013/05/04/papst_franziskus:_habt_keine_angst_vor_dem_hass_der_welt/ted-689068


Amtliche israelische Erklärung zum Treffen zwischen Papst Franziskus und dem Staatspräsidenten

Präsident Shimon Peres ist am Dienstag im Vatikan von Papst Franziskus empfangen worden.

Peres gratulierte dem Papst zunächst zu seiner Wahl und erklärte:

„Ihre Wahl zum Papst ist eine willkommene Botschaft an die ganze Welt, nicht nur für Katholiken. Ihre Führerschaft zeichnet sich durch Demut und die Suche nach Frieden aus…

Ihre Führung schafft einen neuen Geist der Hoffnung auf Frieden, eines Dialoges zwischen den Nationen und der Suche nach einer Lösung für die weltweite Armut und Analphabetismus. Leider gibt es viele religiöse Führer im Nahen Osten und dem Rest der Welt, die sich zu Anwälten des Terrors und Blutvergießens machen  -  und dies im Namen Gottes.“

Papst Franziskus dankte Präsident Peres für seine Worte und verlieh seiner Zustimmung und Unterstützung Ausdruck. Der Papst schlug vor, ein globales Treffen der Hoffnung mit allen Religionsführern zu schaffen, das sich gegen Gewalt und Terror aussprechen solle.

Franziskus sprach zudem über Antisemitismus und stellte klar, dass dieser den Glaubensinhalten des Christentums widerspreche und ihm überall auf der Welt entgegengetreten werden müsse.

Zum Ende des Treffens lud Peres den Papst nach Israel ein:

„Ich möchte Sie gerne einladen, das Heilige Land zu besuchen“, so Peres. „ich bin sicher, Sie werden von allen Bürgern herzlich empfangen werden, unabhängig von ihrer Religion, Herkunft oder Nationalität. […] Je schneller Sie zu Besuch kommen, desto besser ist es. Denn in diesen Tagen entsteht eine neue Gelegenheit, Frieden zu schaffen  -  und Ihr Kommen könnte bedeutend dazu beitragen, das Vertrauen und den Glauben an die Hoffnung zu verstärken.“

Quelle (Text/Foto): Israelisches Präsidialamt, Botschaft des Staates Israel in Berlin



Zusage an Präsident Peres: Papst Franziskus möchte baldmöglichst das Heilige Land besuchen

Shimon Peres: “Der Papst verkörpert die spirituelle Kraft des Katholizismus”

Israels Staatspräsident, der Friedensnobelpreisträger Shimon Peres ist am gestrigen Dienstagvormittag im Vatikan von Papst Franziskus empfangen worden.

Bei dem Gespräch ging es um die Spannungen im Nahen Osten, die Aussichten auf Frieden und die Bedrohung durch den weltweiten Antisemitismus. Franziskus unterstrich, Antisemitismus widerspreche dem wahren Geist des Christentums. Auch die schwierige Situation Jerusalems sowie der Syrienkonflikt seien angesprochen worden. 1_0_684039

Shimon Peres hat das Oberhaupt der katholischen Kirche am Ende der halbstündigen Privataudienz eingeladen, das Heilige Land zu besuchen. Israelis aus den unterschiedlichsten Herkunftsländern und Religionen würden den Papst begeistert empfangen, kündigte das israelische Staatsoberhaupt an.

Papst Franziskus sagte sofort zu. Er werde „so bald als möglich“ nach Israel kommen. Denkbar wäre z. B. eine Reise im kommenden Jahr in Erinnerung an den historischen Besuch von Papst Paul VI. (1963-1978) im Heiligen Land vor 50 Jahren.

Nach Medienberichten war der heutige Papst das erste und einzige Mal vor 40 Jahren nach Israel gereist. Damals sei Jorge Mario Bergoglio als junger Jesuitenpater im Oktober 1973 unmittelbar nach seiner Ankunft in Jerusalem in den Jom-Kippur-Krieg hineingeraten.

Der israelische Präsident selbst sieht den Papst auch als möglichen Vermittler im Nahost-Konflikt: In einem Interview mit dem italienischen Radiosender RaiUno sagte Peres im Vorfeld des Treffens:

„Der neue Papst ist eine besondere Person, er verkörpert die spirituelle Kraft des Katholizismus. Diese spirituelle Kraft könnte auch eine große Rolle spielen, um den Friedensprozess im Nahen Osten voranzubringen.“

Quellen: http://www.israelheute.com / Radio Vatikan

Katholischer Dachverband begrüßt Klarstellungen des Bischofs von Regensburg

Erklärung des Forums Deutscher Katholiken:

Franz von Assisi hat im 13. Jahrhundert die Kirche erneuert: durch persönliche Umkehr, Verzicht auf Wohlstand und Hinwendung zu den Armen. Nie hat er ein Amt angestrebt. Papst Franziskus geht im 21. Jahrhundert den gleichen Weg.

Er will eine Kirche, die entweltlicht ist und sich von allem befreit, was ihrer Aufgabe, den Menschen das Evangelium zu predigen, im Weg steht. Auch Papst Franziskus hat auf seinem Lebensweg keine Ämter und Würden gesucht.

Wer heute in der Ortskirche Reformen fordert, der muss sich fragen: Was heißt „arme Kirche“ und was bedeutet „Option für die Armen“ in Deutschland, nicht aber, „wie kommen wir zum Diakonat und zur Priesterweihe für Frauen“.

Das Forum Deutscher Katholiken begrüßt deswegen die Klarstellungen des Bischofs von Regensburg, Prof. Rudolf Voderholzer.

Forum Deutscher Katholiken, den 30. April 2013

Prof. Dr. Hubert Gindert


Mannheim: Vatikan unterstützt Wittelsbacher-Ausstellung für kommenden Herbst

Werke der „Bibliotheca Palatina“ kehren in die Kurpfalz zurück

Wenn im Herbst die Ausstellung „Die Wittelsbacher am Rhein. Die Kurpfalz und Europa“ in Mannheim ihre Pforten öffnet, birgt sie einen ganz besonderen Schatz:

Für begrenzte Zeit kehren zehn kostbare Bildhandschriften, die einst zum Bestand der berühmten Bibliotheca Palatina gehörten, in die Kurpfalz zurück und bilden in der 2. Ausstellung der Länder Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen ein einmaliges Ensemble.

Die Biblioteca Apostolica Vaticana unterstützt als Hauptleihgeber das große, von den Reiss-Engelhorn-Museen und den Staatlichen Schlössern und Gärten Baden-Württemberg organisierte Ausstellungsprojekt. 

Foto: Biblioteca Apostolica Vaticana

Foto: Biblioteca Apostolica Vaticana

Für die Schau zur 600-jährigen Wirkungsgeschichte der Wittelsbacher am Rhein schickt der Vatikan Prachtbände der Buchmalerei auf die Reise nach Deutschland, die ansonsten kaum verliehen werden.

Der Generaldirektor der Reiss-Engelhorn-Museen, Prof. Alfried Wieczorek, unternahm seit 2011 mehrere Leihreisen nach Rom, um die hochkarätigen Exponate für die Mannheimer Ausstellung zu sichern.

Bei der Bibliotheca Palatina handelt es sich um die bedeutendste Büchersammlung des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation.

Im 15. Jahrhundert legte Kurfürst Ludwig III. von der Pfalz mit der Stiftsbibliothek in der Heidelberger Heiliggeist-Kirche den Grundstein für die pfalzgräfliche Bibliothek.

Kurfürst Ottheinrich vereinigte in seiner kurzen Regierungszeit zwischen 1556 und 1559 die Buchbestände der Universität, der Stiftsbibliothek und der kurfürstlichen Schlossbibliothek zur eigentlichen Bibliotheca Palatina.

Als im August 1622 die Kurpfalz von General Tilly, dem Feldherrn der katholischen Liga, erobert wurde, wollte der bayerische Herzog Maximilian I. die berühmte Bibliothek nach München mitnehmen.

Papst Gregor XV. setzte aber durch, dass die kostbaren Bestände auf dem Rücken von 200 Mauleseln über die Alpenpässe nach Rom transportiert und in die vatikanischen Sammlungen überführt wurden. 1816 kehrten die deutschen Handschriften auf der Grundlage von Regelungen des Wiener Kongresses in die Universitätsbibliothek Heidelberg zurück. Die lateinischen Manuskripte verblieben hingehen in Rom.

Seither ist die einst wertvollste Bibliothek Deutschlands im Wesentlichen auf zwei Orte verteilt: Heidelberg und den Vatikan.

In der Mannheimer Ausstellung werden die vatikanischen Bestände nun wieder mit Werken der Universitätsbibliothek Heidelberg zusammengeführt, die das Großprojekt ebenfalls unterstützt. Nur sehr selten entleiht der Vatikan eine so große Anzahl an Werken aus der Bibliotheca Palatina, zuletzt 1986 anlässlich des 600. Gründungsjubiläums der Ruprecht-Karls-Universität.

Zu den Prachtbänden, die in Mannheim zu sehen sein werden, zählen u.a. eine astrologisch-astronomische Handschrift  aus dem Werk Sebastian Münsters sowie eine reich illustrierte theologische Schrift Winands von Steeg, die Kurfürst Ludwig III. gewidmet ist.  

Ausstellung ab 8. September 2013

Die 2. Ausstellung der Länder Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen „Die Wittelsbacher am Rhein. Die Kurpfalz und Europa“ findet vom 8. September 2013 bis 2. März 2014 im Museum Zeughaus und im Barockschloss Mannheim statt.

Sie spannt den Bogen von der Verleihung der Pfalzgrafenwürde an Herzog Ludwig I. von Wittelsbach im Jahr 1214 bis hin zur offiziellen Auflösung der Kurpfalz im Jahre 1803.

Insgesamt vereint die Ausstellung rund 600 kostbare Exponate. Die Mannheimer Präsentation ist Höhepunkt des Wittelsbacherjahres 2013, an dem sich über 40 südwestdeutsche Orte beteiligen. Gemeinsam erinnern sie an die Wirkungsgeschichte der Adelsdynastie an Rhein und Neckar.

Weitere Infos: www.wittelsbacher2013.de

Quelle: rem | Curt-Engelhorn Stiftung für die Reiss-Engelhorn-Museen
68159 Mannheim, Weltkulturen D5
Tel. 0621 – 293.3776  /  Fax 0621 – 293.3066
cornelia.rebholz@mannheim.de
www.rem-mannheim.de
 
FOTO: Winand von Steeg überreicht Kurfürst Ludwig III. sein theologisches Werk „Adamas colluctanium aquilarum“ (Biblioteca Apostolica Vaticana).
Die dem Pfalzgrafen Ludwig III. gewidmete Schrift „Adamas colluctantium aquilarum“ gehört zu den ältesten Handschriften der Bibliothek des Heiliggeiststiftes, die nach der Bücherstiftung desselben Pfalzgrafen 1438 an die Universität gelangten.

Kostenlose DVD-Ausleihe: “Franziskus – Der Papst vom Ende der Welt”

Bei der AV-Medienzentrale des Bistums Regensburg gibt es jetzt eine DVD über den neuen Papst Franziskus. Die 30-minütige Produktion des Bayerischen Rundfunks kann kostenlos entliehen werden; sie eignet sich für den Einsatz im Religionsunterrricht ebenso wie in der Erwachsenenarbeit und für kath. Verbände.  Franziskus__Der__Papst_vom_Ende_der_Welt_dvd

In seiner ersten Ansprache hat der neue Papst augenzwinkernd gesagt, die Kardinäle seien fast bis ans Ende der Welt gegangen, um den neuen Bischof von Rom zu finden. Jorge Mario Bergoglio, bisher Erzbischof in Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires, ist seit 13.3.2013 Papst Franziskus.

Der Name eines Papstes ist Programm – was also bedeutet es, dass Bergoglio sich Franziskus nennt? Wie hat ihn seine lateinamerikanische Heimat geprägt, in der er als Sohn italienischer Einwanderer aufwuchs?

Wie hat er sich während der Diktatur in Argentinien verhalten? Was bedeutet seine Zugehörigkeit zum Jesuitenorden für seine internationale Vernetzung? Und was sind seine theologischen Leitideen?  – Der Film versucht eine erste Annäherung.

Kontakt:
AV-Medienzentrale,
Obermünsterplatz 7, D-93047 Regensburg
Telefon (0941) 597-2251  / Telefax (0941) 597-2329
E-Mail: av-medien@bistum-regensburg.de
Internet: http://www.avmedienkatalog.de

Hat der Vatikan es versäumt, Stammzellforscher ausreichend aufzuklären?

Von Dr. med. Edith Breburda

Dr. Edith Breburda

Edith Breburda

Der Vatikan veranstaltete in der zweiten Aprilwoche 2013 eine dreitägige Konferenz, auf der hochrangige Forscher zu Wort kamen. Unter ihnen Nobelpreisträger Dr. Gurdon, der die Ansicht vertrat, Menschen sollten geklont werden können, wenn damit Krankheiten geheilt werden können.

Führende adulte Stammzellforscher versammelten sich in Rom. Die Veranstaltung wurde zusammen mit der US-Firma NeoStem durchgeführt. Ziel war es, über die ethischen Vorteile der adulten Stammzelforschung aufzuklären. Dies erwarteten zumindest viele Wissenschaftler, wie Msgr. Ignatio Barreiro, Leiter der römischen Human-Life-Bewegung, gegenüber LifeSiteNews erläuterte (H. White, Vatican misses golden opportunity to evangelize stem cell scientists, April 18, 2012 LifeSiteNews). 

Von den Organisatoren des Päpstlichen Rates für die Kultur wurde allerdings nur ein einziger 15-minütiger Vortrag zugelassen, der sich mit der Moral und Ethik dieser Forschung befasste. Einige Teilnehmer waren über die verpasste Gelegenheit, den Standpunkt der Kirche zur Stammzellforschung klarzustellen, enttäuscht.

NeoStem konzentrierte sich auf “rein wissenschaftliche Gegebenheiten”, erläuterte Barreiro. Aufgabe des Vatikans wäre es gewesen, auf die ethischen Belange der Stammzellforschung hinzuweisen, insbesondere auch auf die Forschung mit induzierten pluripotenten Zellen (iPS-Zellen). IPS-Zellen werden von vielen als die Alternative zu embryonalen Stammzellen gepriesen. Man gewinnt sie durch Rückzüchtung von Hautzellen.   

Zu den Vortragenden gehörte auch der Nobelpreisträger für Medizin von 2012, Dr. John Gurdon. Er hat durch seine Forschung an Fröschen in den 50-Jahren die Wege für das Klonen geebnet. Letztendlich entwickelte er die Technik für die Bildung von iPS-Zellen. Gurdon selber ist Christ und steht persönlich dem Klonen von Menschen positiv gegenüber. Seine Arbeiten schaffen die Grundlage dafür.

Die Amerikanische Life League war jedoch enttäuscht, dass Dr. Gurdon Sprecher der Konferenz war. Sie beruft sich auf ein Interview, welches Gurdon im Dezember 2012 dem Daily Telegraph gab. Darin sagt er:

“Ich bin der Ansicht, dass alles, was Leiden oder Krankheiten erträglicher machen kann, unternommen werden sollte. Eine derartige Forschung würde sicher von der breiten Öffentlichkeit akzeptiert werden. Wenn Klonen den Menschen wirklich hilft und man damit Probleme beseitigt, sollte man dies auch tun. Das heißt konkret, Eltern, die ein Kind verloren haben, könnten dieses durch Klonen wieder auferstehen lassen.”

Robin Smith, Direktor der NeoStem, jener US-Biotechnologie-Firma, welche die Konferenz mitausgetragen hat, meinte, man solle Dr. Gurdon sowie seine Kollegen und die Techniken des Klonens, der Stammzellforschung, Designer-Babys, In-Vitro-Fertilisation, nicht verurteilen oder als unmoralisch verwerfen:

“Wir haben so viel in den letzten Jahren gelernt. Etliche embryonale Stammzellforscher änderten bereits ihre Meinung. Leute, die für diese Art der Forschung waren, sind nun dagegen. Wir wollten gerade, dass führende Wissenschaftler an dieser Tagung teilnehmen, unabhängig von ihrer ethischen oder religiösen Einstellung. Zweck der Tagung war es, wissenschaftliche Argumente herauszuarbeiten.

Embryonale Stammzellen haben immer noch ihre Defizite, wohingegen adulte Stammzellen erfolgreich eingesetzt werden. Z.B. bei Diabetespatienten, die unabhängig von der Insulingabe werden. Ethische Belange interessieren Forscher nicht besonders. Sie handeln rein pragmatisch. Daten überzeugen  -  und welche Zellen sicher und effizient für die Anwendung am Menschen sind. Der klinische Erfolg der adulten Stammzellen über die embryonalen Stammzellen, das ist es, was Forscher überzeugt”, betont Smith und fügt hinzu:images

“Wenn NeoStem mit dem Vatikan zusammenarbeitet, ist das in den Augen der Kunden eine Anerkennung unserer Arbeit von Seiten der Kirche. Die Beziehung zwischen NeoStem und dem Vatikan ist rein gemeinnützig. Der Vatikan wollte in die adulte Stammzellforschung involviert sein, da diese nicht seine Wertevorstellungen verletzt.”

Selbst Gurdon bezeichnet sich als Amateur, der nichts über die Ethik oder Politik der Stammzellforschung weiß. Seinen ethischen Standard, den er mit fast allen Stammzellforschern teilt, auch wenn sie katholisch sein sollten, sei, dass ein Embryo, der sich am 14. Tag seiner Entwicklung befindet, nur ein paar Zellen aufweist, die zur Entwicklung des Embryos beitragen.

Gurdon zitiert weiterhin seine Kollegen, die alle der Meinung sind, dass bis zum 14. Lebenstag noch kein Nervensystem existiert. “Ein Embryo kann nichts fühlen und kann nicht reagieren. Bis zu dieser Zeit handelt es sich wirklich nur um eine Ansammlung von embryonalen Zellen, die noch keine definitive Funktion besitzen”, erläuterte Gurdon in seinem Vortrag.

Derartige Ansichten seien unter Stammzellforschern üblich, erklärte Pater Nicanor Pier Austriaco, ein US-Dominikaner, Moraltheologe und Molekular-Biologe, gegenüber LifeSiteNews:

“Fast alle Forscher auf diesem Gebiet sind Utilitarier. Deshalb ist es die Aufgabe der Kirche, mit ihnen ins Gespräch zu kommen, damit sie die Moral und Ethik unserer Kirche verstehen, denn viele denken, unsere Lehren sind arbiträr. Viele der Wissenschaftler merken überhaupt nicht, wie kontrovers ihre eigenen Ansichten sind.

Monsignor Barreiro stimmt dem Dominikaner zu: “Deshalb muss die Kirche moralische Richtlinien geben, gerade auch auf solch einer Konferenz. Die Teilnehmer an der Konferenz bekommen vielleicht nie mehr die Gelegenheit, darüber informiert zu werden”, gibt Msgr. Barreiro zu bedenken.

Orientierungshilfe für den Laien gibt das Buch: “Promises of New Biotechnologies”, dessen Vorwort Prof. Dr. William E. May, eine Kapazität der Bioethik, geschrieben hat. (Deutsche Ausgabe: “Verheißungen der neuesten Biotechnologien”, Vorwort Bischof DDr. Klaus Küng).

Prof. May bezeichnet das Buch als äußerst wichtig, da es Stammzelforscher zitiert, welche das Dilemma ihrer Forschung beschreiben. IPS-Zellen verlieren z.B. ihren Anspruch, moralisch und ethisch einwandfrei zu sein, wenn man sie soweit zurückzüchtet, dass sie wieder zu Ei- und Samenzellen werden und man damit die notwendigen Ressourcen erhält, um neue Embryonen zu klonen.

Die Ausbeute bei der Gewinnung von IPS-Zellen ist sehr gering. Nach wie vor arbeiten Forschungseinrichtungen deshalb mit embryonalen Stammzellen als dem “Gold-Standard”.

Adulte Stammzellforschung ist für sie nur insofern nützlich, weil man hierbei die Differenzierung studieren kann, die man für die embryonale Stammzellforschung braucht.

Nach wir vor tappt man im Dunkeln, wie sich pluripotente Stammzellen in die Zellen der verschiedenen Organe umwandeln können. Daher sehen einige Forscher die embryonale Stammzellforschung, unabhängig von ihren ethischen und moralischen Grenzen, als utopisch an.

Das Buch “Promises of New Biotechnologies” gibt einleuchtende Argumente für Diskussionen, an denen sich jeder beteiligen sollte.

Dr. Edith Breburda lebt in den USA (Bundesstaat Wisconsin)

Hier der Link zu ihrem in deutsch erschienenen  Buch “Verheißungen der neuesten Biotechnologien”

Breburdas Webseite: http://scivias-publisher.blogspot.com/
 
 

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