Der Historiker Ulrich Nersinger über den kleinsten Staat der Welt

Der deutsche Historiker und Journalist Ulrich Nersinger hat ein neues Buch über den kleinsten Staat der Welt vorgelegt: „Der unbekannte Vatikan“ heißt es.

Dem Autor wurde die Ehre zuteil, sein Werk dem Papst persönlich überreichen zu dürfen. Am vergangenen Mittwoch war es nach der Generalaudienz soweit. „Wird gelesen!“, antwortete der Papst auf Deutsch. 1_0_809751

Gudrun Sailer von Radio Vatikan führte danach ein Interview mit ihm – hieraus folgen einige Auszüge:

„Es tauchen ja immer wieder Fragen zum Vatikan auf, aber oft sind die Antworten nicht befriedigend, weil sie mit Fachwörtern versehen sind, die man nicht kennt. Das Buch will versuchen, den Vatikan verständlich darzulegen.“

In 13 Kapiteln geht Ulrich Nersinger dem Innenleben des Vatikanstaates nach. Er schreibt über die historischen Anfänge, das Petrusgrab, über den diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhles, die Kardinäle, die Liturgien und Zeremonien der Päpste, das Audienzwesen bis hin zur Feuerwehr, der Schweizergarde und den vatikanischen Münzen und Briefmarken.

Als Historiker ist dem aus Eschweiler bei Aachen stammenden Nersinger besonders an den Längsschnitten durch die Zeit gelegen, wie er sagt: „Die Geschichte ist der Lehrmeister, der uns nahebringt, was die Substanz dieser Dinge ist. Das wird heute zu wenig gesehen – man muss einen Blick zurückwerfen und bekommt dann die Antworten für die Zukunft.“  

So manche Geste und Entscheidung von Papst Franziskus erstaunt den Historiker schon deshalb nicht, weil er Ähnliches aus der Geschichte bereits kennt.

Dass Franziskus darauf verzichtet hat, im Apostolischen Palast zu leben, und stattdessen im vatikanischen Gästehaus Santa Marta dauerhaft Quartier bezogen hat, ist sogar eine vergleichsweise unbedeutende Meldeangelegenheit, bedenkt man, wo überall Päpste in den vergangenen 2000 Jahren schon residierten.

„In den ersten Jahrhunderten war die Residenz, die Wohnung des Papstes, beim Lateran, bei der Bischofskirche der Päpste. Dann war sie für die sogenannte Babylonische Gefangenschaft in Avignon in Südfrankreich, und auch danach ist man zwar in den Vatikan gezogen, hat aber dennoch manchmal außerhalb gewohnt, in Viterbo und anderen Städten rings um Rom herum.

Auch als der Hauptwohnsitz der Vatikan war: Man hat im Sommer etwa im Quirinalspalast (in Rom) gewohnt, manche Päpste haben auch im Palazzo Venezia ihre Residenz gehabt. Andere haben kleine Residenzen im Vatikan selbst vorgezogen, die berühmte Casina Pius IV. in den Vatikanischen Gärten etwa. Leo XIII. hat sich einen kleinen Turm erbauen lassen in den Gärten. Und Castelgandolfo war die Sommerresidenz der Päpste, die manche bevorzugt haben, manche aber auch nicht.”

Ulrich Nersinger ist bereits mit mehreren Büchern über den Vatikan hervorgetreten, die sich alle durch breite Kenntnis und solide historische Recherche auch in entlegenen Quellen auszeichnen. Darüber, dass er sein neuestes Werk Franziskus persönlich überreichen durfte, freute er sich besonders.

„Ich fand es sehr schön, dass er dann ganz plötzlich ins Deutsche wechselte. Ich habe ihm das Buch versucht, auf Italienisch zu erklären, dann hat er selber gesagt, ah, der unbekannte Vatikan. Ich habe ihn darauf hingewiesen, dass in dem Buch auch die neuen Initiativen, die er setzen möchte, enthalten sind, und dann kam er darauf, dass er hoffe, das könne auch realisiert werden!”

Buchdaten: Ulrich Nersinger: Der unbekannte Vatikan. Media Maria Verlag, 272 Seiten, Preis 17,95 Euro. – Bestellen online hier: http://www.media-maria.de/product_info.php?products_id=4060

Quelle für Text und 1. Foto: http://de.radiovaticana.va/news/2014/06/28/unser_buchtipp:_ulrich_nersinger,_der_unbekannte_vatikan/ted-809751

Papst Franziskus wendet sich gegen jede Freigabe von Rauschmitteln bzw. Drogen

Papst Franziskus hat sich gegen jede Legalisierung “weicher” Drogen ausgesprochen. “Ich möchte ganz klar sagen: Drogen besiegt man nicht mit Drogen. Drogen sind immer schlecht und man kann nicht das Übel mit Kompromissen besiegen”, erklärte das Oberhaupt der katholischen Kirche im Vatikan vor Teilnehmern einer Drogenfahnder-Konferenz. media-521118-2Er fügte hinzu:

“Es ist falsch, zu denken, dass man das Drogenproblem mit der Legalisierung von leichten Drogen in den Griff bekäme. Ersatzdrogen als Therapiemethoden sind auch keine Lösung, weil es einfach bedeutet, dass wir vor dem Rauschgift kapitulieren.

Insbesondere Jugendliche, die keine Arbeit haben und nicht studieren gehen, seien “eine leichte Beute für Drogen”, sagte Papst Franziskus weiter. Wenn man diesen Jugendlichen eine vernünftige Alternative wie Arbeit, Schule oder Sport anbiete, “dann gibt es keinen Platz für Drogen”, betonte der Papst.

Quelle: dts-Nachrichtenagentur


Papst Franziskus empfing Bischof Bernard Fellay (Piusbruderschaft)

Von Dr. Gero Weishaupt

Papst Franziskus soll vor einiger Zeit den Generaloberen der Piusbruderschaft (FSSPX), S.E. Bischof Bernard Fellay, in Privataudienz empfangen haben. Das berichtet der englischsprachige Rorate-Caeli-Blogspot. _papa_francisco_peq_51656bafbd575

Das Gespräch zwischen dem Papst und Bischof Fellay soll herzlich gewesen sein. Über den Inhalt des Gespräches wurden keine Angaben gemacht.

Wie der Präfekt der Glaubenskongregation, Gerhard Kardinal Müller, noch vor einigen Wochen wissen ließ, halte der Vatikan die Türen für den Dialog mit der Piusbruderschaft offen.

Papst Benedikt XVI. hatte 2009 die Exkommunikation der vier von Erzbischof Lefebvre im Juni 1988 ohne päpstliches Mandat geweihten Bischöfe aufgehoben.

Seitdem steht der Vatikan und die Piusbruderschaft in einem intensiveren Dialog als vorher. Papst Benedikt XVI. hatte dafür eine eigene Theologenkommission errichtet.

Ziel des Dialoges ist eine Festlegung der kirchlichenrechtlichen Position der FSSPX und ihrer kanonischen Struktur. Dabei wird u.a. an eine Errichtung der FSSPX als Personalprälatur nachgedacht.

Quelle und Fortsetzung des Artikels hier: http://www.kathnews.de/rom-haelt-die-tueren-offen

Foto: Radio Vatikan


Franziskus trifft die Friedensnobelpreisträgerin und Präsidentin von Liberia

Afrikas erstes weibliches Staatsoberhaupt hält sich derzeit in Rom auf. Die Präsidentin des westafrikanischen Staates Liberia und Nobelpreisträgerin Ellen Johnson-Sirleaf hat am heutigen Samstag Papst Franziskus getroffen und sich auch mit Kardinalstaatssekretär Parolin und Vatikan-Außenminister Erzbischof Mamberti unterhalten. 

Die herzlichen Gespräche zeigen die gute Beziehung zwischen Heiligen Stuhl und Liberia, bekräftigt ein Vatikanstatement. Es spricht auch von Zufriedenheit über die Fortschritte der demokratischen Strukturen in Liberia, sowie über das Engagement der Kirche für Frieden und nationale Aussöhnung.

Präsidentin Sirleaf schätzt am Papst vor allem sein Engagement für die Armen. Dies erklärte die 75-Jährige vor der Audienz bei einer Pressekonferenz in Rom:

„Die Worte des Heiligen Vaters haben ein starkes Echo, sein Beispiel ist sehr inspirierend, und die Themen, die er anspricht, decken sich mit den Entwicklungszielen, die die internationale Gemeinschaft formuliert hat. Weil seine Worte diese besonders starke Kraft haben, werde ich ihm aufmerksam zuhören und mich von ihm inspirieren lassen.“

Für Liberias Staatschefin ist die Sicherung der Welternährung eine der wichtigsten Prioritäten:

„Liberia kann eine Verbesserung in der Ernährungssicherung verzeichnen. Die Nahrungsmittel-Unsicherheit ist von 43% auf 38% gesunken, aber sie bleibt eine Herausforderung. Eine Verbesserung ist da, aber nicht ausreichend. Wir haben noch immer Hunger, vor allem in den ländlichen Regionen.“

Nach 14 Jahren Bürgerkrig bemüht sich die Präsidentin, Gesellschaft und Wirtschaft wieder aufzubauen. Im Jahre 2011 hat sie für ihren Einsatz den Friedensnobelpreis erhalten.

Quelle für Text und Foto: http://de.radiovaticana.va/news/2014/04/05/papst_trifft_pr%C3%A4sidentin_von_liberia/ted-788091


Papst läßt am Sonntag tausende Taschen-Evangelien verschenken

Allen, die am kommenden Sonntag zum Angelus-Gebet auf den Petersplatz kommen, will Papst Franziskus ein Geschenk bereiten: Ein kleines Taschen-Evangelium. Das kündigte der Vatikan gestern an. 1_0_684039

Einige tausend Ausgaben sollen kostenlos an die Besucher des Angelus verteilt werden, solange der Vorrat reicht. Bei der Verteilung machen 150 Pfadfinder, dazu Seminaristen, Mutter-Teresa-Schwestern und andere Freiwillige mit.

Die Mini-Evangelien in italienischer Sprache wurden von der Päpstlichen Druckerei für den Anlass hergestellt, es gibt sie nicht im Handel. Die Ausgaben enthalten außer den vier Evangelien auch die Apostelgeschichte, einige Worte aus dem Papst-Schreiben „Evangelii Gaudium“ vom letzten Herbst, eine Anrufung der göttlichen Barmherzigkeit und ein Gebet des seligen John Henry Newman.  

Quelle: Radio Vatikan


Papst Franziskus wirbt für die Beichte – und geht direkt danach selber beichten!

Das Oberhaupt der katholischen Kirche hat am gestrigen Freitag, den 28. März, in einer Bußfeier im Petersdom zur Gewissenserforschung und zum Empfang des Bußsakramentes aufgefordert. “Wer von uns kann behaupten, er sei kein Sünder? Niemand!”, sagte der Papst in seiner Predigt. media-521118-2

Nach der Bußandacht führte ihn sein Sekretär zu einem leeren Beichtstuhl in der Kirche, damit Franziskus als Beichtvater fungiert, doch der Pontifex ging daran vorbei und schritt entschlossen zu einem nahegelegenen Beichstuhl, in dem bereits ein Priester saß und auf beichtbereite Gläubige wartete.

Dort kniete sich der Papst nieder, bekannte seine Sünden und erhielt die Absolution (Lossprechung). Der Geistliche küßte Franziskus danach den Papstring. 

Nachdem er das Bußsakrament empfangen hatte, ging der Papst zu jenem Beichtstuhl, in dem er selber die Beichte der Gläubigen entgegennehmen wollte  –  das Video dieser Geschehnnisse siehe HIER:

http://www.kathtube.com/player.php?id=34241

Foto: Radio Vatikan


Papst Benedikt begründet sein NEIN zur Befreiungstheologie

Die italienische Zeitung “Corriere della Sera” veröffentlichte am 7. März dieses Jahres ein Interview mit dem emeritierten Papst Benedikt, wobei er auch auf seine frühere Arbeit als Präfekt der Glaubenskongregation zu sprechen kommt.

Die erste große Aufgabe, die sich dem damaligen Kardinal Joseph Ratzinger Anfang der 80er Jahre stellte, war die “Theologie der Befreiung” mit ihrer zuweilen durchaus marxistischen Einfärbung. Hierzu erläutert der Ruhestands-Papst Folgendes: 1_0_668126

“Die erste große Herausforderung war die Befreiungstheologie, die sich in Lateinamerika ausbreitete. Sowohl in Nordamerika als auch in Europa war es allgemeine Auffassung, daß es sich um die Unterstützung der Armen handele und deshalb eine Sache war, der man uneingeschränkt zustimmen müsse. Aber das war ein Irrtum.

Armut und Arme waren sicher ein Thema der Befreiungstheologie, aber auf eine sehr spezifische Weise (…) Es ging nicht um Hilfe und Reformen sondern um einen großen Umsturz, aus dem eine neue Welt entstehen sollte. Der christliche Glaube wurde als Motor für diese revolutionäre Bewegung benutzt und so in eine typisch politische Kraft verwandelt.(…)

Natürlich wurden diese Ideen in verschiedenen Varianten präsentiert -nicht immer in gleicher Klarheit-aber insgesamt war das die Richtung. Einer solchen Verfälschung des Glaubens mußte man sich entgegenstellen  –  gerade wegen der Liebe zu den Armen und den Dienst an ihnen.

Auf der Basis der Erfahrungen, die er in seiner Heimat Polen gemacht hatte, versorgte uns Papst Johannes Paul II mit den notwendigen Erklärungen. Er hatte die Versklavung gesehen, mit der die marxistische Ideologie sich zur Patin der Befreiungstheologie gemacht hatte.

Aus seiner schmerzlichen Erfahrung ergab sich ganz klar, daß es nötig war dieser Art Befreiung entgegen zu treten. Andererseits  hatte gerade die Situation in seiner Heimat gezeigt, daß die Kirche wirklich für Freiheit und Befreiung handeln mußte- nicht politisch, sondern indem sie in den Menschen durch den Glauben, die Kräfte für eine wahre Befreiung entwickelte.

Der Papst leitete uns an, die Aspekte in der Breite zu behandeln und so eine falsche Befreiungsidee zu demaskieren und andererseits die authentische Berufung der Kirche zur Befreiung des Menschen auszubreiten. Das haben wir in den beiden Instruktionen über die Befreiungstheologie, die während meiner Zeit in der Kongregation entstanden, zu tun versucht.”

Quelle und vollständiger Text hier: http://beiboot-petri.blogspot.de/2014/03/joseph-ratzinger-mein-leben-mit-dem.html


Papst Franziskus und die Marktwirtschaft: wirklich ein Widerspruch?

Von Peter Helmes

Papst Franz gibt uns immer noch Rätsel auf. Ich gestehe, daß auch ich nicht so recht weiß, wohin er will – obwohl sein erstes Jahr im Amt durchaus beeindruckend war. untitled

Zweifel kommen mir immer dann auf, wenn ihm, dem Argentinier, ein bestimmtes Etikett aufgeklebt und er in eine Schablone oder Schublade gesteckt wird. Zuletzt deut(sch)lich erkennbar am Etikett „Papst der Armen“ oder „Anwalt der Armen“.

Aber: Der Papst darf (und sollte auch) durchaus eine eigene Meinung z. B. zum Wirtschaftsverständnis äußern  –  Irrungen inklusive.

Jeden, der ein wenig von der Universal-Kirche und vom Papsttum versteht, schüttelt es bei solchen Etikettierungen, wie sie gerade deutsche Journalisten der besonderen Klasse zu lieben scheinen. Sie sind irrwitzig.

Es gibt keinen „Papst der Armen“, wie es auch keinen „Papst der Reichen“ geben könnte. Der Papst ist universal. Und sollte die römisch-katholische Kirche weiterhin ihrem Anspruch gerecht werden wollen, Kirche für alle zu sein, dürfte sie nie zulassen, Reiche gegen Arme auszuspielen (et vice versa).

Ein Ritt allein gegen die Reichen macht keinen Reichen ärmer und keinen Armen reicher. Wer die, die über Reichtum verfügen, per se diskreditiert, nützt den Armen reichlich wenig. Armut zu predigen, hat noch niemanden reich gemacht.

Immer wieder das gleiche Mißverständnis: Wirtschaft funktioniert nur durch Wettbewerb! Das aber bedeutet systembedingt: Ungleichheit. 

In Klartext und zwingender Logik: Fortschritt und eine funktionierende Wirtschaft gibt es nur dann, wenn der Bessere sich durchsetzt. Die daraus entstehenden Ungleichgewichte werden jedoch gerne als Ungerechtigkeiten angeprangert, obwohl letztlich die gesamte Gesellschaft davon profitiert. IMG_1038

Mich wundert noch heute, wie es den SED-Sozialisten gelungen ist, der halben Welt zu erzählen, vierzig Jahre Marktwirtschaft in der „BRD“ hätten „vierzig Jahre Armut und Elend“ über das deutsche Volk gebracht, vierzig Jahre Sozialismus in der „DDR“ aber „Fortschritt und Gerechtigkeit“!

Der Wettbewerb reguliert den Markt

Der Wettbewerb um das Bessere findet auf dem Markt statt  –  und nicht in den Lehrbüchern des Sozialismus, schon gar nicht in dessen „real existierender“ Wunschwelt.

Anders ausgedrückt: Überall da, wo  –  auch aus gutgemeinten Gründen  –  der marktwirtschaftliche Hebel klemmt oder behindert wird, gibt es keinen Fortschritt. Es entstehen eben genau dort Mangel und Elend – was in gewissen Staaten (z. B. Nordkorea oder Kuba) auch heute noch besichtigt werden kann.

Um den „Sieg des Sozialismus“ über den Kapitalismus zu sichern, müssen die Marktgesetze ausgesetzt werden  –  was wiederum von der dafür notwendigen Nomenklatura umgesetzt wird. Ein solches System neigt natürlich  –  da vor allem die „einfachen“ Bürger, nicht aber die Kader betroffen sind  –  zu Instabilität.

Um die gewünschte Stabilität zu erreichen, werden nicht etwa Gesetze und Normen liberalisiert, sondern es müssen elementare Freiheitsrechte eingeschränkt, wenn nicht ganz abgeschafft werden. Es herrscht alleine die Funktionärsclique – über ein unterdrücktes Volk!

„Demokratie“ wird zu einer Scheinveranstaltung umgebogen, und ein Riesen-Überwachungsapparat ist nötig, um etwa aufsässige oder insubordinierende Werktätige in Schach und Proportionen zu halten.

„Diese Wirtschaft tötet“

Man darf aber doch die Frage stellen, wieviel die Kirche von Wirtschaft versteht, wenn Papst Franz folgender Satz zugeschrieben wird: „Diese Wirtschaft tötet“ (FAZ 24.12.13). Es ist auch nicht zu übersehen, daß solche Aussagen von „aufgeschlossenen, modernen“ Priestern Sonntag für Sonntag gepredigt werden (man schaue nur ´mal „Das Wort zum Sonntag“). Der Satz des Papstes klingt sehr radikal und absolut. „Diese Wirtschaft tötet!“

Ehe zu kurz gefolgert wird: Dieser Satz aus dem Lehrschreiben „Evangelii gaudium“ ist kein Bannstrahl – wie manche Linksgestrickten allzu schnell folgerten.

Aber er ist eine Kritik an den (allzu) Marktliberalen, die einen entfesselten Kapitalismus im Kopf haben. Das vernichtende Urteil des Papstes lautet: Dieser neue Markt ist der neue Gott. Und deshalb geißelt Papst Franz die Ökonomen, die diese Marktradikalität vertreten, als Begründer einer neuen Religion und verdammt ihren unchristlichen Glauben: Als „Tyrannei eines vergötterten Marktes“ beschreibt er diese kapitalistischen Auswüchse und analysiert folgerichtig: Diese Wirtschaft tötet! Dem ist nichts zu entgegnen. Womit eins ganz deutlich wird:

Marktradikalismus: ein Zerrbild der Marktwirtschaft

Der Papst hat nicht die Marktwirtschaft schlechthin verurteilt, sondern den Marktradikalismus. Und genau diesen will auch die Soziale Marktwirtschaft nicht!

Deshalb, folgert der Papst, sollten die kapitalistischen Strukturen (in Richtung von mehr sozialer Bindung) geändert werden – ohne den Kapitalismus insgesamt abzuschaffen.

In Wirklichkeit ist Kapitalismus in sozialer Verantwortung („Soziale Marktwirtschaft“) ein Grundbestandteil von echter Demokratie und damit Ausdruck von Freiheit: freies Wirken und Entfalten des Bürgers als autonomes Wirtschaftssubjekt – mit Privat-Eigentum – aber immer eingebunden in eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung.

Konsumismus degradiert den Menschen

Der schiere Marktradikalismus degradiert den Menschen zum reinen homo oeconomicus, zum Objekt von Markt und Wirtschaftsmacht, und beraubt ihn seiner Seele. Folgerichtig verurteilt „Evangelii gaudium“ dies als „Degradierung der Person“: Der Mensch wird wie ein Konsumgut betrachtet und damit seiner von Gott gegebenen Würde beraubt.

Zurück zu Papst und Christentum: Die Frage darf erlaubt sein (und wurde auch oft schon gestellt), ob und wie Christentum und Marktwirtschaft miteinander vereinbar sein können. Meine Antwort ist klar „Ja!“ – wenn mit Marktwirtschaft die Form gemeint ist, die eine bedeutende soziale Komponente umfaßt.

Vermutlich (wir wissen es ja nicht so genau) ging es Papst Franz bei seinem oben zitierten Satz um die Auswüchse eines ungehemmten Kapitalismus. Da ist ihm zuzustimmen. Auch im Kampf gegen Elend und Hunger auf der Welt.

Hoffentlich läßt sich der Papst dadurch aber nicht von der Erkenntnis ablenken, daß Kapitalismus in der Form der Sozialen Marktwirtschaft kein Teufelswerk, sondern im christlichen Sinne geradezu geboten ist.

Die Frage heute also lautet eben nicht mehr: „Kapitalismus oder Sozialismus?“, sondern: „Welchen Kapitalismus wollen wir?“  –  Oder kennt der Papst vielleicht einen „sozialen Sozialismus“? (Wobei ein solcher in der Wirtschaftsgeschichte ohne Beispiel sein dürfte.)

Peter Helmes ist politischer Schriftsteller und betreibt die Webseite: www.conservo.wordpress.com


Papst ermahnt “Neokatechumenale” zur Toleranz und zur kirchlichen Einheit

Am vergangenen Samstag, den 1. Februar 2014, empfing Papst Franziskus ca. zehntausend Mitglieder des sog.”Neokatechumenats”. 

Die drei Leiter dieser 1964 gegründeten “geistlichen Gemeinschaft” sind das Ehepaar Kiko Argüello und Carmen Hernández sowie Pater Mario Pezzi. Die Bewegung des „Neokatechumenales Weges“ war jahrzehntelang umstritten und wurde erst im Jahre 2008 vom Vatikan approbiert bzw. genehmigt. _papa_francisco_peq_51656bafbd575

Der Papst rief die Neokatechumenalen dazu auf, sich nicht vom kirchlichen Weg und von der Pfarrgemeinde abzusondern und kein allzu betontes Eigenleben zu pflegen:

„Im Namen der Kirche, unserer Mutter, will ich euch ein paar einfache Empfehlungen geben. Die erste ist, aufmerksam darauf zu achten, dass ihr die Gemeinschaft innerhalb der Ortskirchen, in denen ihr arbeitet, festigt und bewahrt. Der „Neokatechumenale Weg“ hat ein eigenes Charisma, eine eigene Dynamik  –  das ist eine Gabe, die wie alle Geistesgaben eine zutiefst kirchliche Dimension hat.

Das bedeutet: Habt offene Ohren für das Leben der Kirche, in die eure Verantwortlichen euch schicken, schätzt ihre Reichtümer hoch, leidet, wenn nötig, mit an ihren Schwächen und geht zusammen mit ihnen als eine einzige Herde unter der Führung der Hirten der Ortskirchen!“

Außerdem warnte das Oberhaupt der katholischen Kirche das Neokatechumenat davor, den eigenen geistlichen Weg zu verabsolutieren und hierbei die geistig-geistliche Freiheit der Mitglieder und Anhänger ungebührlich einzuschränken:

„Der ‚Neokatechumenale Weg‘, der ja in einer Entdeckung der Wichtigkeit der eigenen Taufe besteht, ist eine anspruchsvolle Straße, auf der ein Bruder oder eine Schwester auch mal unversehens in Schwierigkeiten geraten kann. In diesen Fällen ist es ein Zeichen für die Reife des Glaubens, Geduld und Barmherzigkeit in der Gemeinschaft walten zu lassen.

Die Freiheit eines jeden darf nicht beeinträchtigt werden, und wenn jemand beschließen sollte, andere Formen des christlichen Lebens außerhalb des „Neokatechumenalen Wegs“ zu suchen, dann muss das respektiert werden!“

Quelle für die Zitate: ZENIT  – Foto: Radio Vatikan


Papst Franziskus bekräftigt kirchliche Lehre zu Priestertum, Ehe-Sakrament und Beichte

“Es ist immer der Pfarrer, der die Pfarrgemeinde leitet”

Aus Anlaß ihres Ad-limina-Besuchs Ende Januar 2014 hat Papst Franziskus vor katholischen Bischöfen in Österreich eine grundsätzliche Rede gehalten, woraus wir nachfolgend wesentliche Abschnitte zitieren:
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Liebe Mitbrüder,

ich freue mich, dass ich durch diese intensive Begegnung mit Euch im Rahmen Eures Ad-limina-Besuchs von den Früchten der Kirche in Österreich beschenkt werde und dass auch ich ihr etwas schenken darf. (…) Jeder von uns bildet Christus ab, den einzigen Mittler des Heils, erschließt der Gemeinde sein priesterliches Wirken den Sinnen nach und hilft somit, die Liebe Gottes in der Welt immer wieder neu gegenwärtig zu machen.

Wir dürfen Gott dankbar sein für das, was die Kirche in Österreich zum Heil der Gläubigen und zum Wohl vieler Menschen wirkt, und ich selber möchte jedem von Euch und durch Euch den Priestern, Diakonen, Ordensleuten und engagierten Laien, die bereitwillig und großherzig im Weinberg des Herrn arbeiten, meinen Dank aussprechen.

“Das Feld Gottes ständig bearbeiten”

Wir dürfen aber nicht das Erreichte und Vorhandene bloß verwalten, das Feld Gottes muss ständig bearbeitet und bestellt werden, damit es auch in Zukunft Frucht bringt. Kirche sein heißt nicht verwalten, sondern hinausgehen, missionarisch sein, den Menschen das Licht des Glaubens und die Freude des Evangeliums bringen.

Bild: Evita Gründler

Das bedeutet auch, sich darum zu bemühen, ein heiligmäßiges Leben zu führen. (…) Und das heißt, dass wir um unsere eigene Reinigung  –  im Sakrament der Versöhnung  –  stets bemüht sein sollten. Die Beichte ist der Ort, wo wir Gottes barmherzige Liebe erfahren und Christus begegnen, der uns die Kraft zur Umkehr und zum neuen Leben gibt.

Und wir wollen als die Hirten der Kirche den Gläubigen beim Wiederfinden dieses wunderbaren Sakraments einfühlsam und verständnisvoll zur Seite stehen und ihnen gerade in dieser Gabe die Liebe des Guten Hirten spüren lassen.

Die Familie beruht auf ehelicher Treue

Ein wichtiges Feld unseres Wirkens als Hirten ist die Familie. Sie ist ein Herzensanliegen der evangelisierenden Kirche.

Der Grund, auf dem sich ein harmonisches Familienleben entfalten kann, ist dabei vor allem die eheliche Treue. Leider sehen wir in unserer heutigen Zeit, dass in den Ländern der westlichen Welt Ehe und Familie eine tiefe innere Krise durchmachen.

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Die Familie ist ein vorrangiger Ort der Evangelisierung und der lebendigen Weitergabe des Glaubens. Tun wir alles, damit in unseren Familien gebetet wird, der Glaube als Teil des täglichen Lebens erfahren und weitergegeben wird.

Die Sorge der Kirche um die Familie beginnt mit einer rechten Vorbereitung und Begleitung der Eheleute wie auch mit der getreuen und klaren Darlegung der kirchlichen Lehre zu Ehe und Familie. Als Sakrament ist die Ehe Geschenk Gottes und Auftrag zugleich. Die Liebe zweier Brautleute wird durch Christus geheiligt, und die Partner sind dazu aufgerufen, diese Heiligkeit durch ihre Treue zueinander zu bezeugen und zu pflegen.

Ausgehend von der Familie, der Hauskirche, wenden wir uns kurz der Pfarrei zu, dem großen Feld, welches der HERR uns anvertraut hat, um es mit unserer seelsorglichen Arbeit fruchtbar zu machen.

“Leitungsaufgabe des Pfarrers ist geistlicher Dienst”foto 31.5.2010a - Kopie

Die Priester, die Pfarrer sollten sich immer wieder bewusst machen, dass ihre Leitungsaufgabe ein zutiefst geistlicher Dienst ist. Es ist immer der Pfarrer, der die Pfarrgemeinde leitet, wobei er zugleich auf die Unterstützung und den wertvollen Beitrag verschiedener Mitarbeiter und aller Gläubigen zählt. Wir sollten nicht Gefahr laufen, den sakramentalen Dienst des Priesters zu verdunkeln.

Von Gott reden, die Botschaft von der Liebe Gottes und der Erlösung in Jesus Christus zu den Menschen bringen, ist Aufgabe eines jeden Getauften. Und diese umfasst nicht nur das Sprechen mit Worten, sondern alles Handeln und Tun. Unser ganzes Dasein muss von Gott reden, selbst in den unscheinbaren Dingen. Dann ist unser Zeugnis echt, dann wird es auch in der Kraft des Heiligen Geistes stets neu und frisch sein.

Damit dies gelingt, muss die Rede von Gott zuallererst Rede mit Gott sein, Begegnung mit dem lebendigen Gott in Gebet und Sakrament. Gott lässt sich nicht nur finden, sondern er macht sich in seiner Liebe selbst auf, dem Suchenden entgegenzugehen. 

Maria, die unsere Mutter ist und die Ihr als Magna Mater Austriae besonders verehrt, sie helfe uns dabei, damit wir wie sie uns ganz dem HERRN öffnen und so fähig sind, anderen den Weg zum lebendigen und Leben spendenden Gott zu erschließen.

QUELLE und vollständiger Text hier: http://de.radiovaticana.va/news/2014/01/31/dokument:_papstrede_an_%C3%B6sterreichs_bisch%C3%B6fe_/ted-768988


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