Die “Seherin” Maria Valtorta und ihre irrgeistigen Thesen über die “göttliche” Madonna

6. Teil der Serie “Valtortas Irrtümer”

Am heutigen 1. Januar 2013, dem Hochfest der Gottesmutter Maria, veröffentlichte eine von zwei Katholiken betriebene Webseite namens “WegWahrheitLeben” wieder einige Auszüge aus den Visionen der italienischen “Seherin” Maria Valtorta: http://wegwahrheitleben.wordpress.com/2013/01/01/maria-ist-miterloserin/

Valtortas umfangreiche Buchbände “Der Gottmensch”, die auf angeblichen himmlischen “Diktaten” beruhen,  sind kirchlich nicht anerkannt, sie wurden vom  vatikanischen Hl. Offizium sogar ausdrücklich verworfen.

(Näheres dazu hier: http://charismatismus.wordpress.com/2011/07/05/der-%E2%80%9Eosservatore-romano%E2%80%9C-uber-valtortas-visionen/)

Dieser fromme Blog bemerkt zudem nicht einmal, daß er sich im Grunde selbst widerspricht:

Eingangs gibt es dort zur Illustration nämlich ein schönes, kunstvolles Marienbild, wobei der Heiligenschein der Madonna die Worte des Engels enthält: Ave Maria, gratia plena”  =  Sei gegrüßt Maria, voll der Gnade! 

Genau dies ist der springende Punkt: durch Gottes GNADE wurde die Madonna das, was sie ist: media-374638-2

Das edelste Geschöpf Gottes und die auserwählte Mutter unseres Erlösers, der auch Maria erlöst hat, freilich in der bevorzugten Weise der Voraus-Erlösung (= makellose Empfängnis), wie das Immaculata-Dogma der katholischen Kirche verkündet.

Da Maria der von Gott am meisten begnadete Mensch ist, da sie die Erst-Erlöste und Voll-Erlöste des Neuen Bundes ist, kann sie nicht zugleich im eigentlichen Sinne eine “Miterlöserin” sein, nachdem sie doch selber durch des Schöpfers Huld erlöst wurde.

Erst recht ist die Madonna nicht “göttlich”. Dies zu behaupten wäre geradezu Gotteslästerung, weil ein Geschöpf dann mit dem Schöpfer selbst gleichgesetzt würde.

Sicherlich hat die seligste Jungfrau durch Gottes Hilfe  in einzigartiger Weise am Heilswerk des Ewigen mitwirken dürfen. Daher ist sie gleichsam Mitarbeiterin und Mithelferin beim Erlösungswerk ihres göttlichen Sohnes.

Wir alle sollen freilich “Mitarbeiter der Wahrheit” sein (vgl Eph. 4,25); die Gottesmutter war dies zweifellos in herausragender Weise; insofern ist sie die Erste unter Gleichen, die geistliche Mutter der Christgläubigen.

Dies ändert aber nichts an der grundlegenden Tatsache, daß die Madonna sich in der Dimension der Geschöpfe befindet, ihr Sohn hingegen GOTT selber ist, aus dem Vater geboren vor aller Zeit.

Der wesentliche Unterschied zwischen dem Schöpfer und dem Geschöpf darf nicht verwischt werden. Der Titel “Miterlöserin” gehört wegen seiner mißverständlichen bis irreführenden Ausdrucksweise daher nicht zur amtlichen kirchlichen Verkündigung.

Darauf hat auch Papst Benedikt mehrfach und deutlich hingewiesen. – Infos siehe hier: http://charismatismus.wordpress.com/2012/02/11/papst-titel-miterloserin-fur-maria-verdunkelt-den-wesentlichen-vorrang-christi/

Zurück zu Maria Valtorta. Die erwähnte Webseite veröffentlichte am heutigen Neujahrstag jene “Einsprechungen”, welche die Seherin angeblich am 2. Juli 1943 von Christus selbst erhalten habe:

“Jesus sagt:  “Die göttliche Mutter ist nicht anders als der göttliche Sohn. Nicht in der menschlichen Natur, nicht in der übermenschlichen Mission der Erlösung.”

Es gibt keine “göttliche” Mutter, weil Maria nicht göttlich ist, also keine Göttin ist, sondern ein Geschöpf. Die katholische Kirche hat nie etwa anderes gelehrt.

Wenn Maria Valtorta mit ihren irrgeistigen Visionen dem Zeugnis der Heiligen Schrift und dem Lehramt der Kirche widerspricht, verbreitet sie fundamentale Irrlehren. Boppard-Severus-DSC_0357-2-2

Es ist geradezu unverfroren, Maria und Christus gleichzusetzen, was dann auch im nachfolgenden Satz geschieht, wo die “übermenschliche Mission der Erlösung” angeblich jeweils dieselbe sein soll.

Maria ist aber kein Übermensch und sie übernahm keine übermenschliche Mission und erst recht nicht jene der “Erlösung”, da sie selbst als Angehörige des Menschengeschlechtes der Erlösung in Christus bedurfte.

Im nächsten Abschnitt erfolgt erneut eine dreiste Gleichsetzung unseres göttlichen Heilands mit seiner menschlichen Mutter, die erneut als “göttlich” bezeichnet wird:

“Der göttliche Sohn sollte den Gipfel des Schmerzes in der Losgetrenntheit vom göttlichen Vater berühren: im Garten Getsemani, am Kreuz. Das war der aufs äußerste, zu unendlicher Herbheit gesteigerte Schmerz. Die göttliche Mutter sollte die Losgetrenntheit vom Sohn in den drei Tagen meiner Grabesruhe als den Gipfel des Schmerzes durchleiden.

Angesichts dieser seit 2000 Jahren ganz neuen Lehren bzw. Irrlehren meint wohl auch dieser Erscheinungs-”Jesus”, daß hier erheblicher Erklärungsbedarf besteht. Daher heißt es sodann:

“Es gibt viele geheime Seiten, die ihr nicht kennt, in dem Buch über das Leben der Allerreinsten Miterlöserin. Ich habe euch schon gesagt: “Die Geheimnisse Mariens sind zu rein und göttlich, als dass menschlicher Geist sie erfahren dürfte”.

Die katholische Kirche akzeptiert keine gnostischen Geheim- und Sonderlehren, die angeblich bis zum 2. Juli 1943 “nicht bekannt” gewesen seien.

Laut verbindlicher katholischer Lehre ist die “göttliche Offenbarung”  mit dem Tod des letzten Apostels abgeschlossen. Daran hat sich auch eine angebliche “Seherin” namens Maria Valtorta samt ihrem Fanclub zu halten.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

HINWEIS der Redaktion: Herr Schenker hat in einer Zuschrift -  siehe  Leserkommentare hier -  darauf hingewiesen, daß der Ausdruck “göttlich” in bezug auf die Madonna im entsprechenden italienischen Abschnitt von Valtortas Schriften offenbar fehlt. Wissenschaftlich geklärt werden kann die Frage, was Valtorta hier tatsächlich selber schrieb, allein mit ihrer Originalhandschrift bzw einer notariell beglaubigten Abschrift.

 


Meine Erfahrungen mit den Büchern “Der Gottmensch” von Maria Valtorta

Zu unseren kritischen Beiträgen über die  -  kirchlich nicht anerkannten  -  Privatoffenbarungen der italienischen “Seherin” Maria Valtorta erhielten wir folgenden aufschlußreichen und nachdenkenswerten Leserkommentar. Der Name des Autors bzw. der Autorin ist uns bekannt; wir veröffentlichen den Bericht wunschgemäß mit dem Nicknamen “Wachsamer Uhu”:

“Ich kann aus ein wenig persönlicher Erfahrung über dieses Werk sprechen. Ich hatte ca. 1 ½ Bände gelesen, als ein guter Priester in der Zeitschrift Vision 2000 vor dieser „Privatoffenbarung“ warnte.

Zuvor hatten begeisterte Anhänger dieses Werkes versucht, alle meine Bedenken auszuräumen. So schwankte ich beim Lesen zwischen Skepsis und dem Verlangen, Christus näher kennen zu lernen. media-80458-2

Aber ich befand mich auch in der Versuchung der unheiligen Neugier, die im Verlangen nach Einblicken in Verborgenes bestand. Die Vorstellung,  geheime und dennoch angeblich durch Jesus und Maria selbst autorisierte Einblicke in ihr Privatleben zu bekommen, war verführerisch. Ich stellte fest, dass das Werk auf der Grundlage dieser Vorstellung einen gewissen Unterhaltungswert besaß.

Heute bin ich diesem mutigen Priester dankbar, der mit seiner Warnung eine Welle von Protestschreiben auslöste.

Zunächst reagierte auch ich (allerdings nur innerlich) mit Unverständnis, warum er gerade diese „Privatoffenbarung“ als falsch und bedenklich darstellte, da ich zu diesem Zeitpunkt noch mit der Vorstellung liebäugelte, sie könnte ja vielleicht doch wahr sein.

Gott sei Dank veranlasste mich die Warnung des Priesters, mir die Schriften kritischer und aufmerksamer vorzunehmen. Als ich dann noch ein wenig weiter las, stach mir ein regelrechter Knäuel haarsträubender Häresien ins Auge.

 Im 3. Band, S. 341, wird der Valtorta-Jesus wie folgend zitiert: „Wehe denen, die sich zwischen ihrem ersten und zweiten Erscheinen (dem einzelnen Gericht und dem Endgericht) vor dem Richter nicht gereinigt haben; sie werden sich nicht mehr von ihren Giften des Bösen reinigen können. Die dritte Kategorie wird sich nie reinigen können; keine Strafe kann sie reinwaschen.“

Diese drohende Mahnung (im 1. Satz) würde zwingend bedeuten, dass unreine Seelen entweder ewig im Fegefeuer bleiben müssten oder vom Fegefeuer in die Hölle kämen, jedenfalls niemals in den Himmel gelängen.

All’ dies steht im krassen Widerspruch zur Lehre der Kirche. Zudem können die Seelen im Fegefeuer die Reinigung nur passiv erleiden, sie können sich nicht aktiv reinigen, geschweige denn sich dabei noch „beeilen“ (um rechtzeitig vor dem Endgericht damit fertig zu werden).

Nachdem ich also klar erkennen durfte, dass es sich unmöglich um Himmelsbotschaften handeln kann, fiel mir auch wieder ein, was mich schon vorher irritiert hatte:

Es war mir u.a. aufgefallen, dass der Valtorta-Jesus oftmals den (falschen) geographischen Begriff „Palästina“ verwendete, der zur Lebzeit Jesu noch gar nicht eingeführt worden war. Selbst mit seiner Gottheit und prophetischem Wissen könnte dies nicht begründet werden, denn Gott würde wohl kaum im vorauseilenden Gehorsam gegenüber dem Heidentum einen Begriff verwenden, den ein römischer Kaiser viele Jahre später zum Zwecke der Verleugnung des biblischen Fundaments des Heiligen Landes noch einführen würde. Aber damals wollte ich das Werk nicht sogleich verwerfen und beschloss, den Zweifel und die Frage einfach einmal offen zu lassen und weiter zu lesen.

An noch etwas erinnerte ich mich, das mich zu Recht verstört hatte:

Manche der „Botschaften“ ungefähr um das Jahr 1940 enthielten derartige Banalitäten (z.B. wie die Muttergottes für ihren lieben Sohn die Honigkuchen buk, die er so gerne aß), dass ich mich fragte: „Inmitten der sich anbahnenden Massenvernichtung (1940!) reden Jesus und Maria von Honigkuchen…?!?“  – Und dennoch wollte ich zu diesem Zeitpunkt das Werk nicht sogleich verwerfen und verdrängte diesen Zweifel mit dem Versuch fadenscheiniger Erklärungen.

Ich halte dieses Werk für sehr bedenklich und schädlich. Valtorta liest sich so leicht und flüssig, es ist wie ein unterhaltender Familienroman. Alles wird fertig aufbereitet auf dem Tablett serviert. Lange Reden, in denen  –  angeblich von Jesus und Maria  –  alles gesagt und vorgekaut wird, sollen wohl menschliche Anstrengungen ersetzen, Gott zu suchen und Seinen Willen zu ergründen.

“Die Bibel hingegen ist nüchtern und prägnant”

Die Bibel hingegen ist nüchtern und prägnant, kein einziges Wort ist überflüssig. Sie ist kein Unterhaltungsroman. Die Bibel ist auch viel komplexer. Ihr Bedeutungsgehalt ist dem flüchtigen Leser zunächst teilweise verborgen und erschließt sich nicht dem Unterhaltungssuchenden. Sie fordert heraus zu lebenslanger Hingabe, zu Gebet und auch intellektueller und geistiger Anstrengung.

Hier sehe ich (bei Valtortas Büchern) ganz klar eine Versuchung, nämlich jene, eine vermeintliche „Wahrheit“ als vorgefertigten, leichten Imbiss der viel anspruchsvolleren, aber dafür wahren Lectio Divina vorzuziehen.

Gerade wenn Anhänger Valtortas so sehr davon überzeugt sind, dass ihnen die Privatoffenbarung reiche geistliche Frucht bringe und keinesfalls schade, kann diese Lektüre ihnen umso mehr schaden. Wenn sich allmählich und unmerklich falsche Vorstellungen über Christus ins geistliche Leben einschleichen und einprägen, wird der Leser von Gott entfremdet.

Jemand sagte, dass gute Priester auf die Frage, ob man Valtorta lesen dürfe, meist mit den Worten „ja, aber neben der Bibel“ antworten würden. Ich vermute, dass Anhänger Valtortas hier primär das „ja“ registrieren. Außerdem erweckt die Formulierung „neben der Bibel“ den Anschein einer Gleichwertigkeit dieser Schriften, die natürlich nicht besteht.

Es ist zu bedenken, dass es sich beim „Gottmensch“ von Valtorta um ein 12-bändiges Megawerk von ca. 4400 (!) Seiten handelt, weswegen sich der Leser unverhältnismäßig lange mit Valtortas „Privatoffenbarung“ aufhält.

Die eigentlich verheerende Wirkung wäre aber, wenn er dann keinen rechten geistlichen Zugang mehr zur „trockenen“, prägnanten und scheinbar sperrigen Bibel fände.

Wie das Lesen „neben der Bibel“ abläuft, kann ich mir aufgrund eigener Erfahrung und von dem, was ich sonst mitbekomme, vorstellen: Vielleicht zwischendurch mal aus Pflichtgefühl ein wenig in der Bibel gelesen, diese sodann mit dem nicht eingestandenen Gedanken, „dies wäre erledigt“ weggelegt und mit freudigem Händereiben und Bequemmachen auf dem Lesesessel nochmals den „Gottmensch“ Band x zu Gemüte geführt… (Ja, ich kenne „Süchtige“, die die Bände mehrfach lesen.)

Im schlimmsten Fall werden die Ereignisse aus dem Jesusroman verkündet wie das Evangelium. Genau dies widerfuhr mir, bevor ich das Werk überhaupt kannte: Eine Frau belehrte mich, dass Maria als Tempeljungfrau gedient habe. Ich wunderte ich mich damals, woher sie dies hätte, brach das Gespräch aber ab, da mich die hochmütige Art der Belehrung abstieß.

Ich frage mich, ob es eine Art Abhängigkeit von dieser „Privatoffenbarung“ gibt. Es werden alle möglichen Erklärungen gefunden, um zu begründen, wie das Werk auf den Index der kirchlich verbotenen Bücher gelangen konnte. Eine davon lautet, dass es dem Willen Gottes entsprochen hätte, dass das Werk als „Sühne“ auf dem Index landen und dabei aber trotzdem segensreiche Wirkungen entfalten möge. Eine andere lautet, das Heilige Offizium hätte das Werk gar nicht oder nicht vollständig gelesen.

Das Erkennen und Verwerfen einer falschen Offenbarung wird, je länger und inniger der Mensch daran geglaubt hat, immer schwerer. Es ist ein heißes Eisen, auch eine Belastungsprobe für Freundschaften unter Christen, da eine ablehnende Sicht auf dieses Werk (wie die meine) begeisterte Anhänger notwendigerweise verletzen muss.”

 


Maria Valtorta und ihre “Jesus-Diktate”: Auch Kitsch ist ein Merkmal der Falschmystik

5. Teil der Serie “Valtortas Irrtümer”

Seit Jahrzehnten geistern zahlreiche dickleibige Bände namens “Der Gottmensch” von Maria Valtorta durch fromme Kreise und Gebetsgruppen.

Dabei wissen viele Gläubige nicht, daß der Vatikan die ausufernden Ergüsse der italienischen Visionärin bereits in den 50er Jahren abgelehnt und ihre Gottmensch-Bücher kurzerhand auf den Index (Liste verbotener Bücher) gesetzt hat.  75743_14122011

Diese damalige Entscheidung wurde von Papst Benedikt, als er noch Kardinal Ratzinger hieß, ausdrücklich gutgeheißen und darauf hingewiesen, daß sie grundsätzlich nach wie vor gültig ist, wenngleich nicht mehr im kirchenjuristisch-formalen Sinne (weil der Index nach dem Konzil abgeschafft wurde).

Immer wieder werden im Internet Auszüge aus Valtorta-Schriften angeboten und verherrlicht, was einerseits unangemessen ist, andererseits immerhin den Vorteil hat, daß nüchtern denkende Katholiken nach Lektüre dieser süßlichen Fantastereien wohl doch von selber draufkommen, daß es sich hierbei unmöglich um ein echtes “Diktat” von Christus handeln kann, das er Valtorta vom Himmel her gleichsam einflüsterte.

Am heutigen Sonntag veröffentlichte ein User mit dem Nicknamen “loveshalom” auf Gloria-TV folgenden Auszug aus Band X von “Der Gottmensch”: http://de.gloria.tv/?media=313483&postings

Dabei geht es um die “Chronik” einer Begegnung von Christus und Maria Magdalena  -  eine Szenerie, die wir hier zur allgemeinen Abschreckung und ohne jeden Kommentar vollständig wiedergeben:

Auszug aus “Der Gottmensch”, 10. Band:

“Jesus: „… Die Biene arbeitet, der Vogel singt, der Mandelbaum trägt Früchte, ein anderer Baum spendet Wohlgeruch.
Und alle erfüllen so ihre Aufgabe. Ebenso ist es bei den Seelen. Und deine Aufgabe ist es, zu lieben.“

Maria Magdalena: „Dann entzünde mich, Herr. Ich bitte dich um diese Gnade.“

„Genügt dir nicht die Kraft der Liebe, die du schon besitzest?“

„Sie ist zu gering, Herr. Sie mag ausreichen, um die Menschen zu lieben, aber nicht für dich, der du der unendliche Herr bist.“

„Gerade weil ich es bin, wäre eine unendliche Liebe nötig…“

„Ja, mein Herr, diese will ich. Schenke mir eine unendliche Liebe.“

„Maria, der Allerhöchste, der weiß, was Liebe ist, hat dem Menschen gesagt: ‘Du sollst mich lieben mit allen deinen Kräften.’ Mehr verlangt er nicht. Denn er weiß, dass es schon ein Martyrium ist, mit allen seinen Kräften zu lieben.“

„Das macht nichts, mein Herr. Gib mir eine unendliche Liebe, damit ich dich lieben kann, wie man dich lieben muss und wie ich noch niemanden geliebt habe.“

„Du bittest mich um ein Leiden, das dem des Scheiterhaufens gleicht, der brennt und verzehrt. Auf dem man verbrennt und langsam von den Flammen verzehrt wird… Überlege es dir gut.“

„Schon lange denke ich daran, mein Herr. Aber ich habe nie gewagt, dich darum zu bitten. Gib mir diese unendliche Liebe, Herr!“

Jesus sieht sie an. Sie steht vor ihm, noch mager von den Nachtwachen und dem Schmerz, mit ihrem einfachen, bescheidenen Gewand und der schlichten Frisur, wie ein braves Mädchen.

Mit ihrem blassen Antlitz, das sich vor Sehnsucht rötet, und ihren bittenden Augen, die vor Liebe leuchten, ist sie schon mehr ein Seraph als eine Frau. Sie ist wahrlich die Beschauliche, die das Martyrium der absoluten Kontemplation erfleht…

Jesus sagt ein einziges Wort, nachdem er sie lange angesehen hat, als wolle er ihren Willen abwägen: „Ja.“

„Ach, mein Herr! Welche Gnade, aus Liebe zu dir zu sterben!“

Sie fällt auf die Knie und küsst die Füße Jesu.

„Steh auf, Maria. Nimm diese Blüten. Es sollen die Blumen deiner geistigen Vermählung sein. Sei sanft wie die Frucht des Mandelbaumes, rein wie seine Blüte, leuchtend wie das aus seiner Frucht gepresste Öl, wenn es entzündet ist, und duftend wie dieses Öl, wenn es mit Essenzen gesättigt bei den Gastmählern versprüht oder auf die Häupter der Könige gegossen wird, duftend nach deinen Tugenden. Dann wirst du wahrlich über deinen Herrn den Balsam ausgießen, den er so unendlich liebt.“

Maria nimmt die Blumen, aber sie erhebt sich nicht, sondern schenkt schon im voraus den Balsam der Liebe mit ihren Küssen und den Tränen, die sie auf die Füße des Herrn vergießt.”


Die Heilige Schrift ist das große Geschenk Gottes an uns!

Nicht über das hinausgehen, was uns Gott in der Kirche schenkt!

Unser freier Mitarbeiter Stjepan Vucina aus Bochum reagiert mit einer eindringlichen Stellungnahme auf unseren Artikel “Valtortas Irrtümer” (3. Teil), wobei wir seinen warnenden Hinweisen voll zustimmen:

Meine Antwort zu “Der Osservatore Romano’ über Valtortas ‚Visionen’.“

Es ist so schlimm, dass so viele Katholiken der Kirche nicht mehr folgen!

Man macht, was man will und was man selber für richtig hält. Viele warten sehnsüchtig auf immer neuere „Offenbarungen“ und nehmen unreflektiert auf, was sie in die Finger bekommen, ohne es theologisch zu prüfen – und dann werden solche Offenbarungen noch leidenschaftlich gerne verbreitet, um andere Menschen noch in diese Sackgasse hineinzuziehen. media-358103-2

Keinem dieser Katholiken reicht mehr das, was ihnen Gott in der Kirche und durch die Kirche schenkt. Es ist ihnen zu wenig  -  sie wollen mehr, als Gott ihnen gewährt!

Ich selbst war bis vor einiger Zeit so eingestellt; doch durch die Gnade Gottes durfte ich zur Erkenntnis kommen, dass ich mehr wollte als Gott, dass ich mich über Gott erhoben habe. Mir reichten seine Geschenke, die er uns durch die Kirche gibt, nicht aus  – und die negativen Folgen dieser Anmaßung sind nicht ausgeblieben!

Deshalb möchte ich jeden Katholiken eindringlich davor warnen, über das hinaus zu gehen, was uns Gott in der Kirche schenkt.

Irgendwann einmal  -  früher oder später  –   wird das negative Konsequenzen nach sich ziehen. Und wenn man dann noch andere Menschen hineingezogen hat, werden diese Konsequenzen um so schlimmer sein – und dann gibt es kein Zurück mehr.  Dann wird man diese Konsequenzen tragen müssen!

In früherer Zeit nannte man das „Gottes Strafe“. Die Heilige Schrift, für die sich so wenige Katholiken interessieren, spricht bei solchen Fällen immer von der Strafe Gottes.  Heutzutage ist die Verwendung „Strafe Gottes“ selbst unter den Katholiken verpönt, doch es gibt sie nach wie vor. Gott straft den Hochmut und den Ungehorsam auch heute noch!

Die Heilige Schrift ist das Buch der Kirche, sie ist ein großes Geschenk Gottes an uns; sie steht über allen anderen Büchern!

Dennoch gibt es so viele Katholiken, die dieses Geschenk für gering erachten. Stattdessen stellen sie schwarmgeistige Bücher und Privatoffenbarungen über die Schrift, so als seien sie (weit) bedeutender!

Ich wünsche all diesen Katholiken, dass sie sich besinnen, dass sie bescheiden werden, dass sie mit dem zufrieden sind, was ihnen Gott in der Kirche und durch die Kirche geschenkt hat!

Stjepan Vucina


Maria Valtorta und die donatistische Irrlehre

4. Teil der Serie „Valtorta-Irrtümer”

In diesem Artikel und den noch folgenden Beiträgen dieser Serie dokumentieren wir Unsinniges und Irriges  aus Valtortas Bänden „Der Gottmensch“ in Beispielen und Zitaten.

Was Valtortas „Jesus“ etwa zum Thema Gültigkeit der von ihm selbst eingesetzten Sakramente vorträgt, ist häretisch und widerspricht sowohl der Heiligen Schrift wie der kirchlichen Lehre:

Die  Kirche ist der in Wort und Sakrament fortlebende Christus auf Erden. Wenn der Priester Sakramente spendet, handelt er „in persona Christi“, an Christi Statt und als „Diener des Sakramentes“. Der eigentliche Spender ist Christus selbst, der Priester handelt als sein irdisches Werkzeug.

Da Christus der eigentliche Spender ist, hängt die Gültigkeit eines Sakramentes nicht von der „Würdigkeit“ oder gar „Vollkommenheit“ des Priesters ab.

Zudem würde es die Gläubigen zutiefst verunsichern, wenn der Vollzug eines Sakramentes mit dem moralischen Zustand des Geistlichen verknüpft wäre. Sollen die Christen etwa erst einen „Charakter-TÜV“ bei dem betreffenden Priester vornehmen, bevor sie sicher sein können, ein gültiges Sakrament zu empfangen?

Da also Christus selbst letztlich der Spender ist, wirkt das Sakrament durch den Vollzug selbst  („ex opere operato“) – unabhängig  von der „Würdigkeit“ des Priesters, der als Diener des Sakramentes fungiert.

Vom Priester wird lediglich die richtige „Intention“ verlangt, also die Absicht, durch den Vollzug des Sakramentes „das zu tun, was die Kirche tut“. Dies darf man in der Regel als selbstverständlich voraussetzen.

Über die Frage, ob die Gültigkeit eines Sakramentes von den moralischen Qualitäten des Priesters abhängt, ist innerhalb der Christenheit jahrhundertelang heftig diskutiert worden.

Strenge asketische Sekten, darunter die Montanisten (2. Jahrh.) und noch mehr die Donatisten (4./5. Jahrh.), verknüpften die priesterliche „Würdigkeit“ mit der Gültigkeit der gespendeten Sakramente.

Dem widersprach das Lehramt der kath. Kirche eindeutig und hielt am Prinzip des „ex opere operato“ fest: das Sakrament kommt durch den Vollzug zustande  – eben weil es nicht auf den menschlichen Qualitäten des Priesters, sondern auf Christus und seinen Verheißungen gründet  – und auf dem Auftrag, den der HERR seiner Kirche überreichte.

Daher vertrat die Kirche auch die Gültigkeit der sog. „Ketzertaufe“: selbst wenn die Taufe durch einen Irrgläubigen gespendet wird, ist sie gültig, zumal sie heilsnotwendig und daher von größter Bedeutung ist. Vor allem Kirchenlehrer Augustinus hat sich hierüber ausführlich geäußert und den Häresien (Irrlehren) der rigiden Donatisten und ähnlichen asketischen Gruppen widersprochen.

Um es auf den Punkt zu bringen: Auch dann, wenn ein Priester im Zustand der schweren Sünde die hl. Messe feiert, vollzieht er eine gültige Wandlung  – dasselbe gilt für die Lossprechung der Sünder beim Bußsakrament.

Donatistische Häresien bei Valtorta

Nun zu Maria Valtortas Schilderungen im 12. Band der deutschsprachigen Ausgabe von „Der Gottmensch“ ab Seite 84; die „Visionärin“ beshreibt eine Erscheinung Christi bei seinen Aposteln nach seiner Auferstehung:

„Während Jesus dies sagt, küßt er Johannes aufs Haupt, der ja nicht davongelaufen ist, und Johannes weint vor Freude.“

Diese Einleitung ist bereits typisch sentimental (ständig ist dieser „Jesus“ am Küssen und Liebkosen etc…)  – und nun folgen die Worte des Valtorta-Christus an seine Apostel:

„Ich habe euch die Vollmacht gegeben, Sünden zu vergeben. Aber man kann nicht geben, was man nicht hat. Ihr müßt daher überzeugt sein, daß ich diese Macht absolut besitze und sie für euch ausübe, die ihr vollkommen rein sein müßt, um die von Sünden Befleckten zu reinigen.  

Wie könnte einer richten und rein machen, der selbst eine Verurteilung verdient und unrein ist? (…)  Wie könnte er sagen: „Ich spreche dich los im Namen Gottes“, wenn Gott seiner Sünden wegen nicht mit ihm ist?“  –  Freunde, denkt an eure Würde als Priester.“

Die donatistische Häresie wird seitenlang weiter ausgebreitet, etwa auf S. 85:

„Ein hohes Amt ist das eure, in meinem Namen zu richten und loszusprechen. Wenn ihr für euch das Brot und den Wein opfert und in mein Fleisch und mein Blut verwandelt, werdet ihr ein großes, übernatürlich großes und erhabenes Werk vollbringen.

Um es würdig zu vollbringen, müßt ihr rein sein, denn ihr berührt den, der rein ist  -  und ihr nährt euch mit dem Fleisch eines Gottes. Reinen Herzens, reinen Geistes und reinen Leibes müßt ihr sein und reine Lippen haben, denn mit dem Herzen müßt ihr die Eucharistie lieben und neben dieser himmlischen Liebe darf es keine profane Liebe, die ein Sakrileg wäre, geben. Reinen Geistes müßt ihr sein…“

Abgesehen von gnostischen Tendenzen (leibfeindliche und verstiegene Vorstellungen) ist auch hier die donatistische Irrlehre offensichtlich.

Auf Seite 86 wird die geforderte „Reinheit“ des Priesters sogar zum Verlangen nach „Vollkommenheit“ gesteigert. Wäre dies wirklich eine Voraussetzung für die Gültigkeit der Sakramente, dann gäbe es kaum noch welche!  – Hier der O-Ton des Valtorta-Jesus:

„Aber wenn ihr dann, wie Winzer an einem Fasse, eure Hände in das Meer meines Blutes taucht und daraus schöpft, um die verdorbenen Gewänder der armen Sünder zu waschen, müßt ihr nicht nur rein, sondern vollkommen sein, um euch nicht mit einer noch größeren Sünde zu beflecken, indem ihr sakrilegisch das Blut eines Gottes berührt und ausgießt  oder gegen Liebe und Gerechtigkeit sündigt, indem ihr beides verweigert oder nur mit einer Strenge gewährt, die der Art des Christus nicht entspricht….Wie kann man streng mit den Lämmern verfahren, wenn man selbst ein götzendienerischer Hirte ist?“

Zunächst ist festzustellen: Das Blut Christi stammt von seiner menschlichen Natur, nicht von seiner göttlichen. Zweitens ist es Unfug, zu behaupten, es handle sich um ein „Sakrileg“ (schwere Verunehrung des Sakramentes), wenn jemand die Eucharistie spendet, der nicht „vollkommen“ ist. Dann würden sich alle Priester eines Sakrilegs schuldig machen, da keiner vollkommen ist und auch gar nicht sein kann. (Selbst die Heiligen sind nicht vollkommen, sondern sie besitzen einen heroischen, einen heldenhaften Tugendgrad -  aber durchaus keinen vollkommenen!)

Auch die weiteren Ausführungen des Valtorta-„Jesus“ sind unsinnig, da sie sich gegen eine gewisse „Strenge“ richten, die bei der Sakramentenverwaltung aber sehr wohl mitunter notwendig ist. Zudem ist es merkwürdig, daß hier allein vom „Blut eines Gottes“ die Rede ist, nicht vom Leib Christi, zumal die Eucharistie unter der Gestalt des Brotes ausgeteilt wird.

Typisch übrigens auch der Abschluß dieser „visionären“ Szenen auf S. 88, wobei der liebliche „Jesus“ wieder einmal mit seiner „Begnadeten“ turtelt; das erzählt Valtorta jenem Pater, der ihr zuhört und mitschreibt:

„Doch als er am Fuß der Treppe steht, wendet er sich um und schaut mich an. O Pater, er schaut mich an! Er denkt an mich! Er sucht seine kleine „Stimme“, und die Freude, bei seinen Freunden zu sein, läßt ihn mich nicht vergessen! Er schaut mich an  –  über die Köpfe der Jünger hinweg   -  und lächelt mir zu. Er hebt seine Hand, segnet mich und sagt: „Der Friede sei mit Dir.“

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerk in Münster


VATIKAN: Der „Osservatore Romano“ über Valtortas “Visionen”

3. Teil der Serie „Valtortas Irrtümer“

Die amtliche Vatikanzeitung „Osservatore Romano“ veröffentlichte am 6 1.1960 ein Dekret des „Heiligen Offiziums“  (später „Glaubenskongregation“ genannt) vom 5.1.1960, wonach die damals bekannten vier Bände der bekannten italienischen „Visionärin“ Maria Valtorta wegen „schweren Ungehorsams“ der Verleger auf den Index (Liste der kirchlich verbotenen Bücher) kamen,  zumal diese Bücher kein Imprimatur besaßen, keine kirchliche Druckerlaubnis, obwohl das damals bei Veröffentlichungen über Visionen, Privatoffenbarungen etc. kirchenrechtlich streng vorgeschrieben war (Can 1385, 1 Nr. 2 CIC).

In einem ergänzenden Artikel des „Osservatore“ werden die Valtorta-Bände einer deutlichen Kritik unterzogen und die kirchliche Indizierung begründet.

Es handle sich, so der Titel des Artikels, um einen „schlecht geschriebenen Leben-Jesu-Roman“. Den Leser erwarte „nichts anderes als eine lange, wortreiche Leben-Jesu-Fiktion“.

Die Gründe, weshalb die Valtorta-Bände „in den Index der verbotenen Bücher gesetzt“ wurden, seien „leicht zu finden für jene,  welche die Geduld Hiobs aufbringen, die fast viertausend dichtgedruckten Seiten zu lesen.“

Der „Osservatore“ beanstandet zunächst die „endlosen Dialoge“ zwischen den verschiedenen Personen, „die diese Seiten bevölkern“: „Zuerst wird der Leser durch die Länge der Reden „erschlagen“, die Jesus und der seligen Jungfrau zugeschrieben werden.“polskaweb

Die vier Evangelien aus dem Neuen Testament seien „bescheiden, zurückhaltend, Christi Reden sind knapp, markant, aber von hohem Niveau.“

Demgegenüber sei der „Jesus“ der Valtorta-Bände „der am meisten gesprächige“, der sich gern wiederhole.

Zur Gottesmutter heißt es: „In den Berichten der Evangelien bewundern wir die Demut und Stille der Mutter Jesu.“    -  In den Büchern von Maria Valtorta zeige Maria jedoch „die Beredsamkeit eines modernen Propagandisten“; sie sei „immer und überall vorhanden“ und offenbar „stets bemüht“, die neuesten Lehren aus der marianischen Theologie zu präsentieren.

Es gäbe in Valtortas Beschreibungen des Lebens Jesu „neue Fakten, neue Gleichnisse, neue Charaktere und viele, viele Frauen.“

Einige Seiten seien „ziemlich rauh“ und manche der beschriebenen Szenen seien „modernen Romanen“ sehr verwandt.

Mitunter habe man den Eindruck, daß in den Bänden „eine neue Mariologie“ geprägt werde, wobei Aussagen aus dem 1. und 2. Band als Beleg zitiert werden.

Abschließend heißt es, daß die Valtorta-Bücher selbst dann eine Verurteilung verdient hätten, wenn es sich von vornherein nur um einen Roman handeln würde.

Da hier jedoch der Anspruch einer übernatürlichen Privatoffenbarung bestehe, sei die Verurteilung des Offiziums „besonders relevant“, weil „schwerer Ungehorsam“ vorliege.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster


Medjugorje-Seher werben für irrgeistige Valtorta-Bücher

2. Teil der Artikelserie “Valtortas Irrtümer”

Wie in unserem Artikel “Der Gottmensch von Maria Valtorta und der vatikanische Index” dokumentiert wurde, besteht eine klare kirchliche Ablehnung dieser Bände der italienischen “Visionärin” Valtorta über das Leben Jesu und Mariens.
Durchaus typisch für den theologischen Unfug in Medjugorje ist nun aber die Tatsache, daß die “Gospa” (wie die Erscheinunsmadonna genannt wird)  diese Valtorta-Bände uneingeschränkt empfohlen hat  – so erklärte  dies z.B.  “Seherin” Vicka am 27.12.1988 in “Radio Maria”.

Marija Pavlovic, eine weitere Medjugorje-„Seherin”,  bestätigte in der amerikanischen Talkshow “Focus” vom 9.3.1992, daß ihr die Gottesmutter anläßlich einer Erscheinung mitgeteilt habe, Valtortas Werk sei eine „gute Lektüre“ und das dort Berichtete sei “wahr”.

Die Valtorta-Bände könnten womöglich künftig noch eine Fortsetzung von Medjugorje-Seite erleben, denn angeblich erzählt die “Gospa”  den dortigen Sehern seit Jahrzehnten ihr Leben einst auf Erden.

Am 25.3.1985 ordnete Bischof Zanic von Mostar an, daß ihm die bisherigen Berichte über das “Leben der Madonna”  für die kirchliche Untersuchungskomission übergeben werden sollen, doch die “Seher” weigern sich auch hier beharrlich. Wie soll nun aber die Kirche etwas “untersuchen”, das sie gar nicht kennt?

Zudem fragt man sich: Wenn doch angeblich  – laut “Gospa” -  ohnehin alles wahr ist, was in den Valtorta-Büchern steht, wie Vicka und Maria behaupten, wozu bedarf es dann weiterer visionärer Bücher über das Leben  Mariens?  – Damit verwickeln sich die “Seher” in merkwürdige Widersprüche.

Demnächst folgen hier Auszüge aus den Valtorta-Büchern „Der Gottmensch“, die belegen, daß diese Visionen nicht vom Himmel stammen können, zumal sie massive theologische Irrtümer enthalten.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster


„Der Gottmensch“ von Maria Valtorta und der vatikanische Index

1. Teil der Aufklärungs-Serie „Valtorta-Irrtümer“

Vorbemerkung und Einführung:

Die in frommen Kreisen weitverbreitete Buchreihe „Der Gottmensch“ der italienischen “Visionärin” Maria Valtorta     gelangte im Dezember 1959 auf den vatikanischen Index der „verbotenen Bücher“.

Die von 1897 bis 1961 lebende Pseudomystikerin Valtorta gibt vor, in ihren 12 Bänden (die mindestens 30 mal umfangreicher sind als das Neue Testament!) das wahre Leben Christi und Mariens darzustellen, das ihr vom „Himmel“ diktiert worden sei.

Nebst langatmigen Landschaftsschilderungen und endlosen Dialogen, die sich im Kreise drehen,  gibt sie einen sentimentalen „Jesus“ sowie eine teilweise hysterisch agierende „Maria“ zum Besten bzw.  Schlechten  –  und vermittelt damit ein Bild (ein Zerrbild!), das offensichtlich mit der Heiligen Schrift und der kirchlichen Überlieferung nicht übereinstimmt.

Das mit Irrtümern durchsetzte, freilich oberfromm-klingende Werk kam 6.12.1959 auf den kirchlichen Index. Diese „Liste verbotener Bücher“ wurde zwar in formaler Hinsicht nach dem 2. Vatikanum abgeschafft, gleichwohl behält der Index in moralisch-inhaltlicher Hinsicht seine Berechtigung.

In einem Schreiben vom 31.1.1985 an den Erzbischof von Genua, Kardinal Guiseppe Siri,  erklärte Kardinal Joseph Ratzinger (unser heutiger Papst),  die „moralische Autorität“ des Index  sei weiterhin in Kraft. Die Valtorta-Bände “Der Gottmensch” seien zudem  durch die Vatikanzeitung “Osservatore Romano” vom 6.1.1960 ausführlich widerlegt worden.

Zu Valtortas „Visionen“ über das Leben Jesu und Mariens schrieb der damalige Präfekt der Glaubenskongregation, daß das Werk „wissenschaftlich geprüft“ worden sei und sich als „eine Anhäufung von Kindlichkeit, Fantasie sowie historischen und exegetischen Fehlern erwiesen“ habe. Es sei daher “nicht angebracht, das Werk zu verbreiten und zu empfehlen”, denn seine damalige Verurteilung sei “nicht leichtfertig getroffen worden, sondern nach sorgältige Prüfung”, um Schaden von Gläubigen abzuwenden.

Am 6.5.1992 schrieb der Generalsekretär der italienischen Bischofskonferenz, Kardinal Dionigi Tettamanzi, Folgendes an das “Centro Editoriale Valtortiano”:

“Im Geiste des Dienstes am Glauben der Kirche bitte ich Sie, in jeder Neuauflage der Valtorta-Bände auf den ersten Seiten klarzustellen, daß diese “Visionen” und “Diktate” keinen übernatürlichen Ursprung haben, sondern daß es sich um bloße literarische Schriften handelt, um Erzählungen der Autorin in ihrer Art.”

Damit steht die bleibende kirchliche Ablehnung der Valtorta-Visionen eindeutig fest.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster


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