Bischof Pavao Zanic: “Mamma Ebe” als warnendes Beispiel für Falschmystik

Ebe Giorgini aus Italien ist die Gründerin eines kirchlich nicht anerkannten Frauen-”Ordens”; sie erblickte 1934 in Bologna das Licht der Welt. Die angebliche Heilerin und Seherin wurde wegen Betrug und mißbräuchlicher “Heilkunst” 2008 zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt.   Tzanic

Die aufsehenerregenden Vorgänge um diese Falschmystikerin veranlaßten den italienischen Regisseur Carlo Lizzani zu einem reißerischen Kinofilm unter dem Titel “Mamma Ebe”.

Im Sinne einer Warnung vor falschen Sehern, Heilern und “Stigmatisierten” weist auch Bischof Pavao Zanic (siehe Bild) von Mostar auf diesen Fall hin  -  und zwar in seiner Stellungnahme gegen Medjugorje; dort findet sich seine Darstellung der vermeintlichen Visionärin “Ebe”  unter Punkt 26 (siehe hier der vollständige Artike: http://charismatismus.wordpress.com/2011/06/03/warnung-vor-medjugorje/).

Dieser Bischof aus Bosnien-Herzegowina war anfangs ein Befürworter von Medjugorje, bis er sich unter dem Gewicht vieler Fakten und eigener unerquicklicher Erfahrungen mit den dortigen “Sehern” zu einem Gegner wandelte. 

Auch sein Nachfolger, der für die Pfarrei Medjugorje zuständige Oberhirte Dr. Ratko Peric, ist ein entschiedener Kritiker der angeblichen “Marienerscheinungen” von Medjugorje.

Hier folgen nun die Ausführungen von Bischof Zanic zur Causa “Mamma Ebe”:

“Die Italiener kennen gut die Geschichte von Gigliole Ebe Giorgini, Gründerin des falschen Ordens “Pia Opera di Gesu Misericordioso”. Diese Frau ist geschieden und hat wieder zivil geheiratet. Sie betrieb Pseudomedizin, sammelte Mädchen für ihren Orden, erhielt viel Geld und hatte mehrere Häuser.

In ihrem Dienst waren auch zwei Priester. Sie selbst führte ein Doppelleben und trug falsche Stigmen, die sie sich selbst angebracht hatte. Ihre ‘Schwestern’ folgten ihr fanatisch und nannten sie ‘Mamma Ebe’.

In ihrem Orden befanden sich auch männliche Geistliche. Aber einige ‘Schwestern’, die sie verlassen hatten, erzählten, daß sie ein unmoralisches Leben führe. Als ‘Ordensgründerin’ hatte sie viel Schmuck, Geld, zwei Jachten, mehrere Pelzmäntel usw.

In der Kirche klagten viele sie an; andere verteidigten sie fanatisch und beriefen sich auf gute Früchte. So erhielt sie Lob und Anerkennung von zwei Bischöfen.

Zweimal war die Polizei nachts in ihr Zimmer im Mutterhaus eingedrungen und hatte sie mit einem ihrer Studenten der Theologie ‘in flagranti’ ertappt. Es kam zum Skandal.

Zweimal wurde sie zu mehreren Jahren Haft verurteilt, zusammen mit einem Franziskaner, der ihr Beichtvater war. Die Zeitungen belustigten sich jahrelang über ihre Skandale. Es wurde darüber ein schmutziger Film produziert. Trotzdem verteidigten sie ihre ‘Schwestern’ fanatisch und blindlings. Das taten sie auch noch, nachdem der Orden zerstört war.

Für sie war diese Frau eine Heilige, die Berufungen sammelte, und das war ein Argument für viele: An ihren Früchten wird es offenbar, daß sie Gott dient?”

Bild: Bistum Mostar


Mit der “Wahrheit” lügen: Die charismatische Versuchung Christi in der Wüste

Wenn sich die Finsternis als Licht präsentiert

Der Bericht von der Versuchung unseres HERRN in der Wüste findet sich sowohl im Lukas- wie im Matthäus-Evangelium. Am heutigen 1. Fastensonntag wird diese Begebenheit sowohl in der überlieferten Meßform wie auch in der üblichen “neuen Messe” vorgelesen.

Daß Christus diese Anfechtungen durch den Satan gerade in der Wüste erlebt, ist kein Zufall. Die Wüste ist einerseits ein Ort des Rückzugs und der Besinnung, des Gebets und der Verinnerlichung. Jesus geht erst in die Wüste, bevor er sein öffentliches Wirken beginnt.  Duccio

Zugleich ist die Wüste aber auch ein Ort des Ringens, der Anfechtung, Läuterung und Reifung. Die 40 Tage des Fastens Christi erinnern an die 40 Jahre Wüstenwanderung des Volkes Israel: dort empfingen sie durch Moses die Zehn Gebote, dort erlag das Volk der Versuchung durch das “Goldene Kalb”, dort standen die Hebräer immer wieder vor der Frage, sich für oder gegen Gott, für oder gegen seine Gebote zu entscheiden.

Auch für unseren HERRN in seiner menschlichen Natur erwies sich die Wüste als Ort der Entscheidung, Prüfung und Bewährung. Christus widerstand dem satanischen Versucher, war ER doch in die Welt gekommen, “um die Werke des Teufels zu zerstören”, wie es in der Hl. Schrift heißt.

Der Satan hat allerdings viele Gesichter  -  nicht nur ein „weltliches“ oder „fleischliches“ Gesicht, auch ein „geistliches“.

Wenn der Widersacher es nicht mit Ungläubigen oder Abständigen zu tun hat, sondern mit der frommen Schar, zieht er sich ein entsprechend „rechtgläubiges“ Gewand an. Würde er seine höllische „Visitenkarte“ vorzeigen, könnte er gleich einpacken. 

Satan verkleidet sich als “Engel des Lichts”

Wenn der Versucher sich als „Engel des Lichtes“ verkleidet, besonders „geistlich“ und überfromm gebärdet, ist besondere Vorsicht angesagt. Mit anderen Worten: der Diabolus ist “nomen est omen” ein Durcheinanderbringer, er kann auch mit der „Wahrheit“ lügen und siegen!

Jesus Christus und damit Gott selbst ist gegen solch raffinierte Lügengespinste natürlich gefeit. Gleichwohl hat der Allmächtige es „zugelassen“, daß der Erlöser in der Wüste vom Teufel versucht wurde, war dies doch zugleich eine Demonstration des göttlichen Sieges über die Hölle   -  und zwar durch Jesus in seiner menschlichen Natur.

Es ist schon aufschlußreich, auf welche Weise sich der Widersacher in der Wüste präsentierte, um Christus von seinem messianischen Auftrag als „Leidensknecht“ abzubringen und ihm eine Art „Siegermentalität“ einzureden, die von Triumph zu Triumph schreitet, begleitet von sensationellen Großtaten und Schauwundern. kleines-rituale

Der natürliche, erbsündenbelastete Mensch schreckt vor dem Leiden zurück, er schleicht sich am Kreuz vorbei und wünscht eine „Halleluja“-Religion, die ohne Opfer zur Herrlichkeit führt. Die Annahme des Kreuzes ist dem Menschen nicht möglich ohne die Gnade Gottes, ohne übernatürliche Kraft von oben.

Interessanterweise wird Christus vom Teufel ausgerechnet in der Wüste versucht, wo er sich zum strengen Fasten zurückzog  – und zwar am Ende dieser Fastentage, als Christus unter Hunger litt.

Glaubt man den Vorstellungen manch frommer Kreise, dann ist man nach langer Askese (Abtötung, Verzicht) besonders gefeit vor dem Satan, befindet man sich doch angeblich in einem überlegenen geistlichen Zustand.

Listige Verführung zum Hochmut

Aber kann nicht gerade diese „Überlegenheit“ in Verbindung mit (un)geistlichem Hochmut zum Sturz führen?  – Ist nicht die scheinbar „geisterfüllte“, die charismatische Versuchung eine besonders raffinierte Trickkiste des Diabolus? Gibt es nicht bestimmte Sünden, die allein auf dem Boden der Frömmigkeit sprießen können und zur kaum erkennbaren Gefahr werden?

Freilich nicht bei Christus selbst, ist ER doch Gott und Mensch in einer Person, weshalb er diese besonders „religiöse“ Anfechtung aus eigener göttlicher Kraft siegreich besteht. Wenn Menschen solche listigen Versuchungen überwinden, dann allein durch die Gnadenhilfe des Erlösers, nie allein aus eigener Kraft.

Das Lukas-Evangelium berichtet von der Versuchung Jesu in der Wüste, auch von der ersten Provokation des Satans: „Wenn Du Gottes Sohn bist, so spricht zu diesem Stein, daß er Brot werde.“  -  Christus wird hier von der Hölle herausgefordert, seine Gottheit durch ein schnelles und sichtbares Wunder zu „beweisen“, das sich zudem angesichts seines menschlichen Hungers als nützlich erweisen würde.

Doch unser Erlöser läßt sich auf diese „wundersüchtige“ Herausforderung nicht ein. ER kann „Zeichen und Wunder“ wirken, keine Frage  -  aber ER will dies nicht im falschen Gehorsam gegenüber dem Versucher. Christus  kontert mit dem Wort Gottes aus dem Alten Testament: „Nicht vom Brot allein lebt der Mensch“ (Dtn 8,3).media-358103-2

Der Teufel startet einen zweiten Versuch, der sich auf allzu menschliche und triumphalistische Wunschvorstellungen bezieht, wie sie auch im Judentum der damaligen Zeit weitverbreitet waren:

Der Messias nicht als „Leidensknecht“, sondern als König der Herrlichkeit, der auch auf Erden ein triumphales Reich errichtet. Deshalb zeigt ihm der Widersacher alle Königreiche der Erde und verspricht dem Heiland, daß ihm all diese Macht und Herrlichkeit zufällt, wenn er vor ihm niederfällt und ihn anbetet.

Erneut reagiert Christus mit der Heiligen Schrift: „Es steht geschrieben: „Den HERRN, Deinen Gott, sollst Du anbeten und IHM allein dienen“ (Dtn 6,13).

Der DIABOLUS mißbraucht die HEILIGE SCHRIFT

Der Teufel ist durchaus lernfähig, er ändert jetzt seine Strategie, er will Christus mit dessen eigenen Waffen schlagen: mit Bibelworten also. Er schlüpft gewissermaßen ins Gewand der „Rechtgläubigkeit“ und verwendet das Wort Gottes als listige Taktik.

Diesmal will er IHN zu einem Schauwunder animieren: Christus solle sich von der Zinne des Tempels zu Jerusalem herunterstürzen. Damit könnte sich Jesus nämlich auf einfachste Art viele Mühen und Anstrengungen seiner späteren Verkündigung ersparen. Solch ein aufsehenerregendes Ereignis vor staunender Menge würde IHN auf einen Schlag sofort zum Volkshelden und bewunderten “Genie” und Wundertäter machen.

Satan gibt Christus zu verstehen, daß solch ein auffälliges Mirakel angeblich durchaus ein „gottgefälliges“ Verhalten sei und zitiert wörtlich zwei Schriftstellen aus dem Alten Testament über den himmlischen Schutz der Engel für die Gerechten.

Christus geht auch dieser hinterlistigen Variante nicht auf den Leim, ER hält dieser falschen Vereinnahmung der Bibel stand  – und ER hält dem „Vater der Lüge“ ein anderes Bibelwort entgegen:  „Du sollst den HERRN, Deinen Gott, nicht versuchen.“ (Dtn 6,16) PAX

Was können wir aus dieser Begebenheit lernen?  -  Vor allem Folgendes:

  1. Die „geistlichen“  Versuchungen sind besonders raffiniert, weil weniger leicht erkennbar als die „weltlichen“ Versuchungen der Hölle. Der Teufel will die Gläubigen mit „charismatischer“ Raffinesse vom Weg des nüchternen Glaubens abbringen, er versuchte dies sogar bei Christus und damit bei GOTT selbst  – eine Dreistigkeit sondergleichen!
  2. Dauerhaftes bzw strenges Fasten und ähnliche asketische „Übungen“, die den Rahmen des normal-kirchlichen Bereichs überschreiten, bergen durchaus Gefahren in sich. Die größte innere Bedrohung ist die des selbstgefälligen Hochmuts, der für das ewige Heil weitaus gefährlicher ist als allzu „weltliche“ Wunschbefriedigung oder Versacken in der Oberflächlichkeit des Alltags.  -  Anders gesagt: Die Sünden des Geistes sind oft schlimmer als die Sünden des Fleisches, eben weil sie nicht auffallen, weil sie nicht so leicht ans Licht kommen, im Fall der Verblendung nicht einmal ans Licht des eigenen Gewissens.
  3. Der Teufel ist der „Affe Gottes“, er kann durchaus übersinnliche Schauwunder bewirken, soweit der Allmächtige dies zuläßt. Daher wollte der Widersacher auch Christus auf diese Schiene zerren, zumal dies der Sensationslust des Volkes entgegenkäme.

Die Wundersucht: des Aberglaubens liebstes Kind!

Demgegenüber kommt der wahre Glaube nicht aus der Sehnsucht nach „Zeichen und Wundern“,  sondern aus dem Hören des Gottes-wortes (vgl. Röm 10,17: “Der Glaube kommt vom Hören”)   – und die Vollmacht von oben ist eine Kraft des Geistes, nicht der Sinnlichkeit. 

Wir leben auf Erden im Glauben und nicht im Schauen, wie der Völkerapostel bekräftigt (2 Kor 5,7).

Die charismatische Versuchung besteht darin, den Himmel quasi vorwegzunehmen, ihn auf die Erde zu zerren, wobei aber nicht der Himmel, sondern die Hölle in Aktion tritt.

Der Teufel kann auch mit der „Wahrheit“ lügen und siegen, indem er sich beispielsweise der Heiligen Schrift „bedient“. Bei Christus konnte ihm dieser raffinierte Trick nicht gelingen, doch im irrgläubigen, schwarmgeistigen, charismatischen und sektiererischen Spektrum feiert er damit fröhliche Urständ, ebenso in „erscheinungsmarianischen“ Kreisen, wenn man dort an falschen Visionen festhält, weil der Inhalt jener „Botschaften“ gar so fromm in den Ohren klingt.

Es war immer schon ein Kennzeichen schwarm- und irrgeistiger Bewegungen, einzelne Bibelworte aus dem Zusammenhang zu reißen und ihnen eine falsche Deutung unterzuschieben, wie es auch der Widersacher bei unserem Erlöser in der Wüste versucht hat.

Nur wenn wir unbeirrbar und nüchtern in der Nachfolge Christi stehen und auf seine Hilfe bauen, können wir diese Anfechtungen von unten wachsam durchschauen, nur so können wir diese charismatische Verführung überwinden.

Felizitas Küble leitet den katholischen KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster


USA: Pfingstler-Ehepaar ließ zwei Kinder sterben: Haftstrafe wg. fahrlässiger Tötung

Ein pfingstlerisch orientiertes Ehepaar in den USA hat zwei seiner Kinder sterben lassen; die Eltern glaubten an eine übernatürliche Heilung und lehnten eine medizinische Behandlung ab.

Das RECHT hilft der JUGEND

Das RECHT hilft der JUGEND

Jetzt wurden Catherine und Herbert Schaible von einem Gericht in Philadelphia zu dreieinhalb Jahren Haft wegen fahrlässiger Tötung verurteilt. Sie standen bereits unter Bewährung, weil im Jahr 2009 ihr zweijähriger Sohn Kent an den Folgen einer unbehandelten bakteriellen Lungenentzündung gestorben war.

Im vorigen Jahr endete die gleiche Erkrankung bei dem acht Monate alten Brandon ebenfalls tödlich. In beiden Fällen hatten die Eltern, die einer schwarmgeistigen Pfingstgemeinde angehören, über ihren Kindern um Heilung gebetet, aber jede medizinische Behandlung verweigert.

Schon vor drei Jahren war ihnen per Gerichtsbeschluss auferlegt worden, ihre Kinder jedes Jahr untersuchen zu lassen und einen Arzt zu rufen, wenn sie krank sein sollten. Daran hatten sich der 45 Jahre alte Herbert und die 44-jährige Catherine Schaible nicht gehalten. Sie haben sieben weitere Kinder, von denen sich sechs bei Pflegeeltern befinden. Die älteste Tochter ist 18 Jahre alt und damit volljährig.

Bei der Urteilsverkündung am 19. Februar ermahnte Richter Benjamin Lerner das Ehepaar: „Sie haben zwei ihrer Kinder getötet – nicht Gott, nicht ihre Gemeinde, nicht ihr Glaube, sondern Sie.“

Die Eltern akzeptierten die Strafe und deuteten eine Sinnesänderung an. Catherine Schaible sagte, sie habe geglaubt, dass man bei Krankheit beten und allein auf die Heilung durch Gott vertrauen solle. Inzwischen habe sich ihre Glaubensüberzeugung geändert.

Die Eltern gehören der „Evangeliumsgemeinde des ersten Jahrhunderts“ an. Sie lehrt, dass Heilung allein von Gott kommt und dass es ein Zeichen mangelnden Glaubens ist, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Experten schätzen, dass in den USA jedes Jahr etwa ein Dutzend Kinder sterben, weil ihnen charismatisch bzw. pfingstlerisch geprägte Eltern eine medizinische Behandlung vorenthalten.

Quelle: http://www.idea.de


Papst ermahnt “Neokatechumenale” zur Toleranz und zur kirchlichen Einheit

Am vergangenen Samstag, den 1. Februar 2014, empfing Papst Franziskus ca. zehntausend Mitglieder des sog.”Neokatechumenats”. 

Die drei Leiter dieser 1964 gegründeten “geistlichen Gemeinschaft” sind das Ehepaar Kiko Argüello und Carmen Hernández sowie Pater Mario Pezzi. Die Bewegung des „Neokatechumenales Weges“ war jahrzehntelang umstritten und wurde erst im Jahre 2008 vom Vatikan approbiert bzw. genehmigt. _papa_francisco_peq_51656bafbd575

Der Papst rief die Neokatechumenalen dazu auf, sich nicht vom kirchlichen Weg und von der Pfarrgemeinde abzusondern und kein allzu betontes Eigenleben zu pflegen:

„Im Namen der Kirche, unserer Mutter, will ich euch ein paar einfache Empfehlungen geben. Die erste ist, aufmerksam darauf zu achten, dass ihr die Gemeinschaft innerhalb der Ortskirchen, in denen ihr arbeitet, festigt und bewahrt. Der „Neokatechumenale Weg“ hat ein eigenes Charisma, eine eigene Dynamik  –  das ist eine Gabe, die wie alle Geistesgaben eine zutiefst kirchliche Dimension hat.

Das bedeutet: Habt offene Ohren für das Leben der Kirche, in die eure Verantwortlichen euch schicken, schätzt ihre Reichtümer hoch, leidet, wenn nötig, mit an ihren Schwächen und geht zusammen mit ihnen als eine einzige Herde unter der Führung der Hirten der Ortskirchen!“

Außerdem warnte das Oberhaupt der katholischen Kirche das Neokatechumenat davor, den eigenen geistlichen Weg zu verabsolutieren und hierbei die geistig-geistliche Freiheit der Mitglieder und Anhänger ungebührlich einzuschränken:

„Der ‚Neokatechumenale Weg‘, der ja in einer Entdeckung der Wichtigkeit der eigenen Taufe besteht, ist eine anspruchsvolle Straße, auf der ein Bruder oder eine Schwester auch mal unversehens in Schwierigkeiten geraten kann. In diesen Fällen ist es ein Zeichen für die Reife des Glaubens, Geduld und Barmherzigkeit in der Gemeinschaft walten zu lassen.

Die Freiheit eines jeden darf nicht beeinträchtigt werden, und wenn jemand beschließen sollte, andere Formen des christlichen Lebens außerhalb des „Neokatechumenalen Wegs“ zu suchen, dann muss das respektiert werden!“

Quelle für die Zitate: ZENIT  – Foto: Radio Vatikan


Irrungen und Wirrungen des charismatischen Exorzisten Padre José Fortea

Von Felizitas Küble

In den letzten Jahrzehnten ist die Zahl schwarmgeistiger “Teufelsaustreiber” auch im katholischen Bereich enorm angestiegen.

Diese im sogenannten “Befreiungsdienst” tätigen Personen suchen bisweilen gerne den Weg in die Öffentlichkeit, zumindest berichten sie auf Vorträgen oder in Büchern ausführlich über ihre “Erfahrungen” und Erfolge. Ein derartiges Gebaren ist in diesem hochsensiblen Bereich zumindest unseriös.
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Sofern es sich um katholische Priester handelt, fallen diese mitunter dadurch aus dem Rahmen des “kirchlich Normalen” und Gebotenen, weil sie den Exorzismus ohne Genehmigung des (für sie) zuständigen Bischofs durchführen (obwohl Eigenmächtigkeiten auf diesem heiklen Gebiet kirchlich seit Jahrhunderten mit Recht verboten sind).

Manche schwarmgeistigen Gläubigen gehen naiverweise davon aus, daß ein “erfolgreicher” Exorzist automatisch ein sehr “begnadeter” Mensch sein müsse, sonst könnte er keine Teufel wirksam austreiben. Dies ist jedoch ein verhängnisvoller Irrlaube.

Erinnern wir uns daran, daß Christus seinen “Zwölfen” die Vollmacht des Exorzismus verliehen hat, die sie dann auch ausgeübt haben, also auch der Apostel Judas  – trotzdem hat dieser unseren Erlöser verraten: Duccio

Mk 3,13-19: Jesus stieg auf einen Berg und rief die zu sich, die er erwählt hatte, und sie kamen zu ihm. Und er setzte zwölf ein, die er bei sich haben und die er dann aussenden wollte, damit sie predigten und mit seiner Vollmacht Dämonen austrieben. Die Zwölf, die er einsetzte, waren: Petrus, Jakobus, der Sohn des Zebedäus, und Johannes, der Bruder des Jakobus, dazu Andreas, Philippus, Bartholomäus, Matthäus, Thomas, Jakobus, der Sohn des Alphäus, Thaddäus, Simon Kananäus und Judas Iskariot, der ihn dann verraten hat.”

Wir wollen nun beispielhaft die Auslassungen eines charismatischen “Exorzisten” etwas näher betrachten, nämlich jene des spanischen Geistlichen José Antonio Fortea, von dem auf dem traditionalistischen Webportal “Gloria-TV” ein Interview ausgestahlt und auf deutsch übersetzt wird: http://www.gloria.tv/?media=213218

“Padre Fortea”, wie er dort genannt wird, stellt sich selber trotz seiner charismatischen Ausrichtung ausdrücklich als “traditioneller Priester, sehr traditionell” vor. Er fügt hinzu: “Ich hatte bei Opus Dei in der Universität in Navarra (Spanien) studiert.” 

Schon in seinem ersten Priesterjahr habe er “die Charismatiker entdeckt”.  Schon bald habe er überraschend die “Gabe” der Zungenrede erhalten, die er danach täglich praktizierte.

Der katholische Geistliche fährt fort:

“Jahre später, als ich mein erstes Gebet mit einem Besessenen verrichtete, dachte ich mir, ich werde jetzt in der Zungensprache beten, sehen wir, was passiert, das Resultat war beeindruckend! Ich verstand nicht, was ich sagte, aber der Dämon, ja er verstand! Und da bemerkte ich, ich habe eine Macht über ihn.”

Beachten wir: Der zungenredende Priester wußte gar nicht, was er sprach  -  stellt aber befriedigt fest, daß der “Dämon” ihn verstanden habe. Über die Zwielichtigkeit dieses Phänomens scheint sich der Geistliche nicht im klaren zu sein.

Zudem hat Christus sich mit dem Teufel nicht unterhalten, weder in einer “normalen” Sprache noch etwa in Zungenrede (die Christus ohnehin nicht praktiziert hat!), sondern unser HERR gebietet den Dämonen kurz und bündig: “Schweig!”  -  ER läßt sich auf keinerlei Gespräch mit ihnen ein, auch nicht auf einen noch so kurzen Wortwechsel.pic_526a50cce0863

Noch bedenklicher erscheint es, daß dieser Charismatiker-Priester mit sichtlicher Genugtuung bemerkt und feststellt: “Ich habe eine Macht über ihn” (den Teufel).

Das Evangelium berichteten in Lukas 10,17 – 20, daß die 72 Jünger Christi von ihrem Exorzismus-Dienst zurückkehren und ihm “voll Freude” berichten: “HERR, sogar die Dämonen gehorchen uns, wenn wir deinen Namen aussprechen.” 

Christus erwidert ihnen jedoch: Freut euch nicht darüber, dass euch die Geister gehorchen, sondern freut euch darüber, dass eure Namen im Himmel verzeichnet sind.”

Immerhin haben die Jünger Christi den Teufel ausgetrieben, indem Sie dabei Christi Namen aussprachen. Hingegen hat der spanische Priester in seiner Zungenrede, wie er selber einräumt, gar nicht gewußt, was er sprach, meint aber, der  Kellergeist hätte ihn sehr wohl “verstanden”.  Das mag in gewisser Hinsicht freilich durchaus zutreffen  -  doch soll man eine “Verstehensebene” mit der Hölle wirklich für angebracht halten?

Sodann verkündet der charismatische “Befreiungsdienstler”:

“Der Heilige Geist hat das Recht, fremdartige Dinge zu tun, Dinge zu tun, die nicht in unserem Plan sind, denn die Charismatische Erneuerung ist von Gott.”

Der Heilige Geist mit seinen Sieben Gaben ist vor allem auch ein Geist des Verstandes und der Erkenntnis  – und seine Wirkungen können zwar “über” der Vernunft stehen; sie sind aber nicht gegen die Vernunft oder gegen die gute Ordnung gerichtet. Daran erinnert auch der hl. Paulus die schwarmgeistig-anfällige Gemeinde zu Korinth immer wieder.slider3-640x360

Mehrfach betont jener spanische Priester sodann, niemand dürfe die Charismatische Bewegung kritisieren, denn sie “stammt von Gott”; er fügt hinzu: “Seltsamerweise führt der Heilige Geist diese Bewegung sowohl bei den Protestanten als auch bei den Katholiken ein.”  

Oho, nicht nur das: Viele typisch charismatischen Phänomene (Zungenreden, Ekstasen, Visionen, Rückwärtsfallen) gibt es auch in fremden Religionen, im Heidentum, in den animistischen Naturreligionen, in fernöstlichen Kulten, im okkulten Spiritismus usw. -  Es erfordert schon sehr viel Fantasie, all dies dem Heiligen Geist zuschreiben zu wollen.

Es sei “sehr leicht” und “sehr einfach”, den Heiligen Geist “anzurufen”, schildert der Geistliche weiter seine Erfahrungen: “Und dann komme ER auch”.

Ja, eine solche Anrufung ist sicher “sehr leicht und einfach”,  doch erinnern wir uns hierbei der mahnenden Worte Christi (Mt 7,21 ff):

“Nicht jeder, der HERR, HERR zu mir sagt, wird ins Himmelreich eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters erfüllt.
Viele werden an jenem Tage zu mir sagen:
HERR, HERR, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt, haben wir nicht in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Wunderwerke getan?  
Und dann werde ich ihnen sagen: Ich habe euch niemals gekannt; weichet von mir, ihr Übeltäter!”

Dieses Warnung der Heiligen Schrift sollte uns auch in der Debatte über Exorzismus und Charismatik zu denken geben. Auch und gerade im täuschenden Gewand der “Frömmigkeit” kann uns die Versuchung treffen, wie schon der hl. Apostel Paulus betonte:

“Der Teufel verstellt sich als Engel des Lichtes  -  kein Wunder, daß auch seine Knechte als Diener der Gerechtigkeit auftreten” (2 Kor 11,14).


Augsburg: Eindrücke, Beobachtungen und Erlebnisse auf der MEHR-Konferenz

Von Hanna Jüngling

Ein führerzentriertes charismatisches Event vom 3. bis 6.1.2014

Um das Fest der Epiphanie herum bin ich in die MEHR-Konferenz in Augsburg hineingeraten. Es war mein erstes ausführliches Erlebnis mit dem Charismatismus.

Das Event fand wegen der ca. 4000 Teilnehmer in der Schwabenhalle auf dem Augsburger Messegelände statt und dauerte drei Tage lang.

Initiator ist die Führerfigur Johannes Hartl, ein katholischer Laientheologe. Ein junger Mann, 1979 geboren, also 35 Jahre alt. Er ist verheiratet und hat vier Kinder.

Er war ständig auf der Bühne und redete, wenn nicht gerade endloser „Lobpreis“ in meist ohrenbetäubender Lautstärke und aggressiver Rhythmik stattfand.

BILD: Poster der Konferenz (Foto: PR / Gebetshaus Augsburg)

Nur zweimal gab er einem anderen Referenten Raum. Das war einmal der charismatisch-protestantische Arzt und Heiler Arne Elsen, der langatmig und entertainig seinen mittlerfreien Draht zu Gott und seine großen Taten im Namen Gottes pries, kleine Zungerede-Einlagen zum Besten gab, die ihn interessant machten, unverständlich waren und vom Thema abführten. Aber er konnte sehr witzig erzählen, das muss man ihm lassen. Es war eine coole Frömmigkeits-Erfolgs-Show.

Das andere Mal war es Gabriele Kuby, die mit ihrer Nüchternheit und Komprimiertheit so gar nicht in den Stil dieses Events passen wollte und einen fundierten Vortrag über die globale sexuelle Revolution hielt, der Teile ihres letzten gleichnamigen Buches referierte.(…)  Das war denn auch die einzige Stunde in drei Tagen, in der für kurze Zeit ein klarer Geist einkehrte. Gabriele Kuby war übrigens auch die einzige Person, die während der Konferenz auf der Bühne den Namen “Maria” aussprach.

Die Führergestalt J. Hartl

Von seinen Anhängern wird er gefeiert wie ein Prophet. Vor den Ohren einer ganzen Messehalle hat er sich im übrigen auch selbst so bezeichnet. Ein kleiner Mann, in hautenge Hosen und ein viel zu knappes Jackett gezwängt, wirkt er eher wie einer dieser ganz besonders coolen und aufreizend gekleideten „Youngsters“ und keineswegs wie einer, der für Keuschheit vor der Ehe und andere konservative Haltungen plädiert.

Allein die hüftbetonte Aufmachung, die unnatürlichen Bewegungen, die aufgesetzte Redeweise, die zwischen dialektaler Färbung, getuntem Neusprech und amerikanischem Tonfall bei bestimmten Wörtern oszilliert, lässt einem vernünftigen Menschen die Warnlampen anspringen.

Es wundert nicht, dass es hauptsächlich unerfahrene und junge Menschen sind, die sich hier versammeln. Vielfach entwurzelt, verwildert und orientierungslos werden sie ihn einfach nur als einen der Ihren empfinden, der ihre umfassende Verwilderung mit ihnen gemeinsam und dabei dennoch den Anschein der Orientierung hat und die Illusion einer rechtgläubigen Lichtgestalt erweckt. Und dazu gibt es mittelmäßige, reißerische Musik – was will man mehr…

Ein Gebetshaus für Lobpreis

Hartl hat 2006 mit seiner Frau das „Gebetshaus“ Augsburg gegründet. Die Idee, die dem zugrunde liegt, klingt für einen glaubenstreuen Katholiken zunächst vertraut: Das Haus soll ein Ort sein, an dem ewige Anbetung stattfindet. “24-7″ nennt Hartl das. Jeden Tag total. Das ist nichts Neues.

Nichts anderes haben traditionell die Orden gemacht! Und trotz der Kirchenkrise findet auch heute noch in vielen Kirchen regelmäßig eucharistische Anbetung statt. Beten auch heute noch Ordensleute in großer Treue „immerwährend“.

Dennoch schieben sich sofort Fragen ein: Was machen die da eigentlich genau? Wieso ein extra Gebetshaus, das von einem geistlich nicht weiter gebundenen Laien geführt wird, der aber aus der charismatischen Bewegung stammt, wenn es doch immer noch wie seit 2000 Jahren die gute alte katholische  Kirche gibt, die wir im Credo bekennen?

Wieso eine extra Anbetung in „neuen Formen“, wenn ewige Anbetung und das geordnete und tiefe Stundengebet, das sich am Psalmgebet Israels orientiert, als „Lebensaufgabe“ doch traditionell das Charisma der Ordensfrauen und -männer ist?

Quelle und FORTSETZUNG des Artikels hier: http://zeitschnur.blogspot.de/2014/01/die-mehr-konferenz-in-augsburg-und-die.html

Ergänzender Bericht hier: http://charismatismus.wordpress.com/category/visionen-und-charismatik-kritik/elsen-arne-gebetsheiler/

Zeitschnur Verlag & Werkstatt
Hanna Jüngling
Musikerin & Schriftstellerin
www.zeitschnur.de

 


Markus Spieker kritisiert charismatische Starprediger und oberflächliche Frömmigkeit

Halleluja-Christentum führt am Kreuz vorbei

Mit „frommen Lügen“ räumt der ARD-Hauptstadtkorrespondent Markus Spieker (Berlin) auf. Darunter versteht er die vor allem von einigen US- amerikanischen Starpredigern verbreitete Vorstellung, daß Christen ein glückliches, erfolgreiches und gesundes Leben beschieden sei, wenn sie nur darum beten und dafür spenden. 

Dagegen spreche zum einen die Bibel und zum anderen die Erfahrungen christlicher „Glaubenshelden“, schreibt Spieker im evangelischen Wochenmagazin IDEA-Spektrum. 

Als Verkündiger eines “Erfolgsevangeliums” führt der evangelikal orientierte Spieker u.a. die Bestseller-Autoren Joel Osteen, Benny Hinn, Kenneth Copeland und Joyce Meyer an.

Foto: Dr. Bernd F. Pelz

Foto: Dr. Bernd F. Pelz

Joel Osteen, Hauptpastor der 45.000 Besucher zählenden Lakewood-Gemeinde in Houston (Texas), predige den „totalen Optimismus“, so Spieker. Er verspreche in seinen Büchern „garantiert zuverlässige Rezepte, wie man sieben Tage in der Woche glücklicher sein kann“.

Die extremen Charismatiker Hinn und Copeland beschrieben den Glauben als Transaktion: Wenn Christen mit finanziellen Spenden „säen“, könnten sie dafür Gesundheit, Wohlstand, und Ruhm „ernten“.

Joyce Meyer, die mit ihren Fernsehauftritten auch im deutschsprachigen Europa präsent ist, propagiere eine Art Selbstsuggestion, so Spieker. Negative Stimmungen könne man durch „Power-Gedanken“ bekämpfen, etwa indem man sich einrede: „Ich werde nicht in Angst leben.“

Gegen solche Glücksverheißungen sprechen laut Spieker die realen Erfahrungen:

„Bekennende Christen sind nicht oder nur unwesentlich gesünder, reicher, schöner und klüger als Nicht-Christen. Sie leben nicht länger, sie sterben nicht schmerzfreier, sie sind in den Listen der reichsten Menschen der Welt sogar unterproportional vertreten, ebenso unter den Oscar-Gewinnern und den Nobelpreisträgern.“

Laut Spieker orientieren sich immer mehr kirchliche Angebote besonders in den Vereinigten Staaten an den Bedürfnissen von Teenagern und unreifen Erwachsenen: „Der Lobpreis muss vor allem ‚geil’ sein, die Predigten ‚cool’ oder ‚krass’, die Atmosphäre ‚chillig’.

Ein „jugendlich-naives Christentum“ ist immer mehr auf dem Vormarsch. Viele Leute meinen, daß der Glaube Spaß bereiten und Unterhaltung bieten müsse. In Wirklichkeit ist der christliche Glaube  –  so führt Spieker aus  –  eine „Liebesbeziehung“ und eine „Leidensgemeinschaft“ mit Jesus.

Quelle: evangelische Nachrichtenagentur IDEA: http://www.idea.de/detail/thema-des-tages/artikel/glaubenspraxis-journalist-raeumt-mit-frommen-luegen-auf-865.html


Augsburg: “Gebetsheiler” Dr. Arne Elsen bei der charismatischen MEHR-Konferenz

Glaube und Heilung, Zeichen und Wunder…

“Leidenschaftlich, explosiv und voller Möglichkeiten, einem faszinierenden Gott zu begegnen!”  –   Mit diesen Worten wird die MEHR-Konferenz, die das ökumenische “Gebetshaus” in Augsburg in diesen Tagen veranstaltet, auf deren Webseite vollmundig angepriesen.

Am heutigen Samstagnachmittag sprach Dr. Arne Elsen aus Hamburg zu den zahlreichen, meist jugendlichen Teilnehmern. Er ist eng verbunden mit dem charismatischen Verein “Glaube und Heilung”, der ebenfalls in der Hansestadt ansässig ist. Der 1961 geborene Arne Elsen ist Mediziner im Fachbereich Diabetik und leitet ein entsprechendes Zentrum in Hamburg.

Sein Vortrag, der mitunter von seiner “spontan” auftretenden “Zungenrede” begleitet war (ohne daß eine Auslegung der vermeintlichen “Sprachengabe” erfolgte), wurde vom Livestream der MEHR-Konferenz direkt übertragen und danach auf youtube präsentiert.

Das erwähnte “Gebetshaus” sowie die dazugehörende 24/7-Bewegung vereinigen in sich sowohl protestantisch-pfingstlerische Strömungen wie auch katholisch-schwarmgeistige Bewegungen.

Am Sonntag spricht Gabriele Kuby in Augsburgkuby

Für Morgen ist dort  -  zu unserem  nicht geringen Erstaunen  -  die kath. Publizistin Gabriele Kuby als Rednerin angekündigt; sie ist vor allem durch ihre berechtigte Kritik am Genderismus in konservativen Kreisen bekannt geworden. Allerdings schrieb sie zugleich ein theologisch unausgreiftes biographisches Buch mit dem Titel “Mein Weg zu Maria”.

Der theologische Leiter dieser Initiative in Augsburg ist der Katholik Dr. Johannes Hartl, einigen vielleicht auch durch seine Beiträge in der kath. “Tagespost” aus Würzburg ein Begriff.

Dr. Hartl lädt zu der von ihm moderierten MEHR-Konferenz, die stets Anfang Januar stattfindet, häufig und gerne evangelisch-freikirchliche “Star-Evangelisten” ein, darunter den US-Prediger Bob Fraser  – und diesmal z.B. den “Gebetsheiler” Dr. Elsen, der sich heute zu einer stundenlangen enthusiastischen Rede aufschwang.

“Hunderte von Heilungen” erlebt…

In der Ankündigung der Veranstalter heißt es über diesen Charismatiker , er habe “hunderte” von “Heilungen” erlebt, die von Gott bewirkt worden seien.

Entsprechend gestaltete sich auch die Rede Dr. Elsens, der reihenweise von den durch seine Gebete bewirkten “Heilungen” erzählte, wobei vom Kopfschmerz über Gehirntumor bis zum Rheuma kaum ein Leiden unerwähnt blieb, das durch seinen gesegneten bzw. gesalbten “heißen Draht nach oben” verschwunden sei.charismatiker_allg_606_pr13_02_ab36d7785e

Als sich z.B. ein Leserbriefkommentator im parallel laufenden Chat-Bereich über eigene enttäuschende Erfahrungen mit Dr. Elsen beklagte, wurde er von der Gebetshaus-Moderation zurechtgewiesen: derlei Kritik gehöre nicht in diesen Chat.

Auch die kleinen Kinder des “Heilungspredigers” sind   -  Dr. Elsens Angaben zufolge  -  derart missionarisch drauf, daß sie dem Eifer des Herrn Papa alle Ehre machen und man nicht so recht weiß, ob sie ihm “nachfolgen” oder gar “vorausgehen”…

Direkter “Draht nach oben”

Während der “normale Christ” bemüht ist, den Willen des Höchsten anhand der göttlichen Gebote sowie durch Vernunft und “gesunden Hausverstand” zu erkennen, dabei sicherlich auch auf die “sieben Gaben des Heiligen Geistes” vertrauen, läuft das bei Dr. Elsen auf einem viel direkteren Wege.

In seiner Rede zitierte er mehrfach die wörtlichen Einsprechungen des Allmächtigen, der offenbar einen recht hemdsärmeligen Kontakt mit dem charismatischen Gebetsheiler pflegt, zB: “Der HERR sagte: “Arne, ich möchte, daß Du…” (dies oder jenes unternimmst etc.)  – und so geht das in einem fort.

Demnächst tourt Elsen wieder durch deutsche Lande, wie er begeistert ankündigte  -  und weiß schon jetzt, daß es dabei sehr erwecklich zugeht: “Der HERR sagte, es werde eine Offenbarung des Geistes geben!”  -  Bald darauf erfolgte noch einmal die Kundgabe, es werde ein “neues Wirken des Heiligen Geistes entstehen” etc.

Wie könnte es auch anders sein, arbeitet er doch, wie er ausdrücklich bekräftigte, mit dem Werk und Nachfolger des hochgradig schwarmgeistigen “Starpredigers” Reinhard Bonnke zusammen, jenem bekannten “Mähdrescher Gottes”, durch den sich  -  dessen Angaben zufolge  -  schon Millionen Menschen “bekehrt” haben…

Motto: “Gott heilt auch heute noch”

Das Thema der Elsen-Ansprache lautete “Gott heilt auch heute noch!”  und brachte damit Programm und Erwartungshaltung charismatischer Frömmigkeit auf den Punkt.

Dabei berichtete von schwerer Erkrankung seines einst dreijährigen Sohnes, für den er langanhaltend gebetet und dabei “Jesu Sieg proklamiert” habe: “Die Krankheit muß weichen! Du hast uns Gesundheit verheißen!”  

Das ist ein typisches Beispiel für charismatisches “Beten” mit seinem drängenden, aufdringlichen Stil, das Gott gleichsam vorschreibt, wie er zu reagieren und zu handeln hat. 

Diese unstatthafte, unangemessene Haltung gegenüber unserem Schöpfer und Erlöser wird mit wohlklingenden Worten umnebelt (“Den Sieg Jesu proklamieren”), so daß diese dreiste Anmaßung gar wie eine fromme Tugend erscheinen  mag. Dazu paßt auch die ständige Ausrufung “Halleluja”, welche die ganze Ansprache von A bis Z durchzog.

Dabei wurden auch Tendenzen eines sog. charismatischen “Wohlstandsevangeliums” sichtbar, wenn Elsen etwa erklärte, daß es “uns so gut geht”, sei eine Auswirkung des Heiligen Geistes…

Fixierung auf “Lobpreis” verdrängt sittliches Ethos

Typisch schwärmerisch auch die einseitige Konzentration auf den sog. “Lobpreis”, der möglichst oft und unentwegt vollbracht werden solle. Hingegen scheinen die sittlichen Gebote des Christentums kaum zu interessieren, stattdessen stehen “Zeichen und “Wunder”, Heilungen und besondere “Geistesgaben” und “Salbungen” von oben im Zentrum der Aufmerksamkeit.

Zwischendurch brachte Elsen seine typisch protestantische Rechtfertigungslehre zum Ausdruck, indem er sich abfällig über eine sog. “Werkgerechtigkeit” äußerte und bekräftigte: “Wir sind gerechtfertigt durch den Glauben.”

Der recht verstandene Glaube ist zweifellos die Grundlage unserer “Rechtfertigung” vor Gott, doch für das ewige Heil ist sehr wohl auch die Einhaltung der göttlichen Gebote und praktizierte Nächstenliebe angesagt, wie die Heilige Schrift uns nicht “nur” im Jakobusbrief einschärft.

Zur oberflächlichen Schmalspur-Theologie paßt es dann auch, daß der Redner dem überwiegend jugendlichen Publikum folgende angenehme Ansage bietet: “Gott ist kein strenger, strafender, sondern ein liebender Gott” -  so ganz der gefühlsselige Kuschelgott der Schwärmerszene eben, stets eifrig darauf bedacht, die Bedürfnisse und Wünsche seines irdischen Fanclubs zu erfüllen und deren “Proklamationen” nachzukommen.

“Nicht jeder, der HERR, HERR sagt…”polskaweb

In der Heiligen Schrift werden theologische Zusammenhänge doch ganz anders erkennbar, zB. in folgenden Worten Christi (Mt 7,21 ff):

“Nicht jeder, der HERR, HERR zu mir sagt, wird ins Himmelreich eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters erfüllt.

Viele werden an jenem Tage zu mir sagen: HERR, HERR, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt, haben wir nicht in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Wunderwerke getan?   -  Und dann werde ich ihnen sagen: Ich habe euch niemals gekannt; weichet von mir, ihr Übeltäter!”

Diese Bibelstelle ist hinsichtlich der wachsenden schwärmerischen und wundersüchtigen Tendenzen unserer Zeit aufschlußreich und mahnt zur Wachsamkeit und Nüchternheit.

Zurück zu Elsens Ansprache: Nach einem öffentlichen “Übergabe-Gebet”, das der Redner vorsagte und das die versammelten Konferenz-Teilnehmer ihm Wort für Wort laut nachsprechen sollten, rief Dr. Elsen in die Runde: “Applaus für Jesus!  -  Halleluja!” 

Als ob der göttliche Erlöser in seiner himmlischen Erhabenheit auf solch lächerlichen Beifall und Theaterdonner angewiesen wäre! 

Ähnlich kurios erscheint auch seine Bemerkung, wir sollten “ein bißchen nett zu unserem Gott” sein, gleichsam so “von Mensch zu Gott”.  - Dr. Elsens “Lobpreis”-Reden waren ebenfalls reichlich salopp in ihrer sprachlichen Darbietung und Selbstinszenierung: “Du bist so sagenhaft, Gott, ich bin so begeistert!” 

In seinen Kurzgebeten am Ende der Predigt wurde Gott u. a. dafür gedankt,

“daß Du jeden hier berührst”,
“daß Du uns einen großen Sprung nach vorne schenkst”,
“daß Du jetzt so eingreifst”,
“daß Du Gesundheit wiederherstellst”,
“daß wir uns die Butter nicht vom Brot nehmen lassen”.

Daß sich charismatische “Starprediger” und “Glaubensheiler” grundsätzlich die Butter nicht vom Brot nehmen lassen, ist allerdings bekannt (siehe zB. HIER).

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster


USA: Charismatischer Starprediger Bob Fraser kommt nach Augsburg

Schwarmgeistige “Mehr-Konferenz” Anfang Januar 2014

Der frühere Geschäftsmann und heutige Leiter der charismatischen Initiative “Joseph International”, Bob (Robert) Fraser, kommt Anfang Januar 2014 nach Augsburg:

Das dortige ökumenische “Gebetshaus” lädt ihn wieder zur mehrtägigen “Mehr-Konferenz” ein; Fraser war bereits bei der diesjährigen Mehr-Konferenz im Januar 2013 als umjubelter Gastredner präsent.  

Kirche in Augsburg

Augsburg: evang. und kath. Kirche

Das Gebetshaus ist eigenen Angaben zufolge aus der “Katholischen Charismatischen Erneuerung” hervorgegangen.

Indessen sind dort ca. die Hälfte der festen Mitarbeiter evangelisch (meist freikirchlich-pfingstlerisch) bzw. sie erwähnen keine Konfession.

Der viel in der Welt herumreisende Prediger Fraser vertritt alles andere als katholische Standpunkte; seine Ausrichtung ist eindeutig protestantisch-pfingstlerisch.

Auf seiner hauseigenen Internetpräsenz findet sich in der Rubrik “Über uns” (About us) natürlich auch einiges theologisch Richtige, was aber für fromm-christliche Verbände ohnehin selbstverständlich ist, etwa der Glaube an den dreieinigen Gott, die Gottheit Christi, die jungfräuliche Empfängnis des Erlösers, die Zuverlässigkeit der Heiligen Schrift usw. 

In diesen Punkten waren und sind sich ernsthafte Christen unterschiedlicher Konfession immer schon einig.

Typisch protestantisch heißt es dann aber, daß allein der Glaube selig mache, wobei ausdrücklich betont wird:  “No ordinance, ritual, work or any other activity on the part of man is required or accepted in order to be saved.”  -  Das bedeutet demnach: Kein (moralisches) Gesetz, kein (religiöses) Ritual, kein (gutes) Werk oder andere Tätigkeiten sind seitens des Menschen nötig, um für das ewige Heil gerettet zu werden.

Also auch keine Taufe?  -  Dabei lehrt Christus eindeutig die Heilsnotwendigkeit der Taufe!  -  Überdies ist das Einhalten der göttlichen Gebote sehr wohl neben dem Glauben eine Voraussetzung für das ewige Heil, wie nicht allein der Jakobusbrief erwähnt, sondern auch Paulus, Johannes und vor allem der HERR selbst mehrfach und eindringlich.

In typisch schwarmgeistiger Mentalität wird die sakramentale Taufe abgestuft, während gleichzeitig eine sog. “Geist-Taufe” gelehrt wird: “We believe that the Lord Jesus Christ baptizes believers in the Holy Spirit, in whom we are also sealed for the day of redemption.”   

Hier wird also eine Heilig-Geist-”Taufe” samt einer “Versiegelung” für den “Tag der Erlösung” gelehrt, womit vermutlich das Jüngste Gericht gemeint ist.PAX

Sodann heißt es dort: “We also believe that signs and wonders, as well as all the gifts of the Spirit described in the New Testament, are operative today and are designed to testify to the presence of the kingdom and to empower and edify the Church to fulfill its calling and mission.” 

Hier werden die in Charismatikerkreisen so hochgeschätzten “Zeichen und Wunder” erwähnt, welche angeblich die Gegenwart des Gottesreiches bezeugen und die Kirche erbauen. 

Obwohl die Heilige Schrift anderes lehrt, verkündet Bob Fraser eine absolute Heilsgewißheit für alle Christen: “We believe that when Christians die, they pass immediately into the blessed presence of Christ.”

Es wird demnach behauptet, daß alle Christen nach ihrem Tod mit der Gegenwart Christi gesegnet werden, also in den Himmel kommen. Danach ist davon die Rede, daß die Ungläubigen in die Hölle kommen. (Für Gläubige, die massiv gegen göttliche Gebote verstoßen und unbußfertig sterben, gilt die ewige Verlorenheit also offenbar nicht, was jedoch unbiblisch ist.)

Weiter heißt es, Taufe und Abendmahl seien zwar als Anordnungen der Kirche “zu beachten”, aber sie seien kein Mittel des Heils“.  -  Somit wird ausdrücklich die Heilsnotwendigkeit der Taufe bestritten. 

Typisch schwarmgeistig ist die Erwartung glorreicher kommender Zeiten für die gläubige Schar. Die Kirche werde in der Endzeit “in großer Macht zum Sieg gelangen”.

Die Endzeit bringe eine große “Ernte von Seelen” und die Ausbreitung einer “siegreichen” Kirche; diese werde eine “beispiellose Einheit, Reinheit und Macht des Heiligen Geistes erleben” etc. (Original-Zitate siehe dort.) Charismatische Großveranstaltung

Diese euphorische Vorstellung einer weltweiten Erweckung und triumphalistischen Christenheit vor der Wiederkunft des HERRN ist ein entscheidender Irrtum in der Charismatik.

In Wirklichkeit haben sowohl Christus wie Paulus für die Endzeit das genaue Gegenteil angekündet, nämlich einen allgemeinen Glaubensabfall bzw. vielfache Verwirrung und Verführung innerhalb der Christenheit (wobei gerade die Charismatik hier das Ihrige dazutut).

Bezeichnend für die Pfingstbewegung, in der Frauen eine große Rolle spielen und eindeutig die Mehrheit der Anhängerschaft bildet, ist auch die folgende Aussage: “We believe that women, no less than men, are called and gifted to proclaim the gospel and do all the works of the kingdom.”  

Obwohl Christus in seinen Apostelkreis keine Frauen berufen hat, schreibt Fraser, daß Frauen nicht weniger als Männer dazu berufen seien, das Evangelium zu verkünden und in allen Tätigkeiten des Reiches Gottes zu wirken  -  in “allen”?

Natürlich sollen Frauen als “Laienmissionarinnen” ebenso aktiv sein wie Männer, zumal Frauen zur Jüngerschar Jesu und zum Mitarbeiterkreis der Apostel gehörten. Doch das Apostelamt selbst bzw. die sakramentale Priesterweihe hat Christus den Männern vorbehalten. Es gab auch im Alten Bund keine Priesterinnen  -  aber sowohl im AT wie im NT mehr als genug Aufgaben für die Frau im Laienapostolat.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

ERGÄNZENDER ARTIKEL über die MEHR-Konferenz hier: http://charismatismus.wordpress.com/category/visionen-und-charismatik-kritik/elsen-arne-gebetsheiler/


Kalifornien: Katholische Kirche kaufte Glaskathedrale einer evang. Mega-Gemeinde

Crystal Cathedral umfaßt 3000 Sitzplätze

Während man hierzulande fast immer davon ausgeht, dass die katholische Kirche zu große und damit kostspiele Kirchengebäude aufgeben muss, geschah in Kalifornien das Gegenteil.

Das Bistum Orange erwarb für die stolze Summe von umgerechnet etwa 44 Millionen Euro (ohne Umbaukosten) eine riesige evangelikale Kirche, die als “Crystal Cathedral” weltweit bekannt ist.

Die ursprünglichen Besitzer, die Reformierte Gemeinde mit etwa 10.000 Mitgliedern, waren zur Überraschung vieler Amerikaner mit angehäuften 55 Millionen Dollar Schulden pleite gegangen. Das Gotteshaus war auch einem Millionenpublikum durch regelmäßige Fernsehgottesdienste (“Hour of power”) bekannt geworden.

Da die katholische Diözese ständig mehr Zulauf hat, war ohnehin eine größere Bischofskirche angedacht. Der Erwerb wäre deutlich schneller als ein Neubau, erkannte man und bewarb sich als Käufer.

Ende 2011 bekamen die Katholiken den Zuschlag, vor allem deshalb, weil so eine Verwendung für rein weltliche Zwecke verhindert werden konnte. Außerdem hatte man der evangelikalen Gemeinde auf deren Wunsch zugesagt, dass diese die Kirche in einer Übergangszeit bis Ende 2013 weiterhin nutzen dürfe. 

Ende Juni 2013 fand nun der erste katholische Gottesdienst in der imposanten Kirche statt. Für die Dauer eines weiteren Jahres sind noch einige liturgisch bedingte Umbauten vorgesehen.

Quelle und vollständiger Text hier: http://kreuzknappe.blogspot.de/2013/11/10000-glasfenster-und-3000-sitzplatze.html

Wir haben über diese Glaskathedrale, die charismatische Mega-Gemeinde und den geplanten Verkauf vor zwei Jahren berichtet: http://charismatismus.wordpress.com/2011/12/01/us-charismatische-mega-gemeinde-stunde-der-kraft-ist-pleite/


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