Angola: Staat beschränkt Tätigkeit pfingstlerischer Bewegungen wegen unseriöser Massenveranstaltungen
Veröffentlicht: 3. Mai 2013 Einsortiert unter: Pfingstlertum / Charismatik | Tags: Angola, Brasilien, Charismatiker, Heilungsversprechen, Luanda, Massenveranstaltungen, Neu-Pfingstler, Pfingstkirchen, Wunderheilersekte Schreibe einen Kommentar »Sechzehn totgetrampelte Besucher beim Stadions-Gottesdienst der “Wunderheiler” aus Brasilien
Die Regierung des südwestafrikanischen Staates Angola hat die Tätigkeit mehrerer protestantischer “Pfingstkirchen” verboten, die von brasilianischen Charismatikern gegründet wurden; den Wunderheilersekten wird vorgeworfen, Menschen zu täuschen und ihre Schwächen auszunutzen.
Anlaß für das Verbot ist der Tod von 16 Menschen – darunter vier Kindern - während eines überfüllten Gottesdienstes der „Universalkirche des Reiches Gottes“ am 31. Dezember 2012 in einem Stadion der Hauptstadt Luanda. 
Die Veranstalter hatten den rund 150.000 Teilnehmern „das Ende aller Probleme des Lebens“ versprochen: Krankheit, Elend, Arbeitslosigkeit, Zauberei, Neid, Familienprobleme, Trennung und Schulden. Dabei kam es zu einem Massengedränge, bei dem die Menschen erstickten oder zu Tode getrampelt wurden.
Daraufhin mußten die 230 angolanischen Gemeinden der „Universalkirche“ einige Wochen lang ihre Tätigkeit einstellen. Nach einer erfolgreichen Klage vor einem Gericht darf sie als derzeit einzige Pfingstler-Kirche mit Verbindungen nach Brasilien weiter Veranstaltungen abhalten. Drei weitere Kirchen bleiben verboten.
Die 1977 gegründete „Universalkirche“ mit mehr als acht Millionen Anhängern allein in Brasilien gilt als die größte „neupfingstlerische Wunderheilersekte“ Südamerikas. Ihr gehören unter anderem ein großer Fernsehsender, mehrere Radiostationen und Tageszeitungen sowie ein Reiseunternehmen und eine Lufttaxigesellschaft. Nach eigenen Angaben ist die pfingstlerisch-protestantische Bewegung in rund 70 Ländern aktiv.
Von den rund 21 Millionen Angolanern sind 55 Prozent Katholiken und 10 Prozent Protestanten. 35 Prozent sind Anhänger von Naturreligionen.
Quelle: evangelische Nachrichtenagentur http://www.idea.de
BUCH-Kritik: Das Jubelbuch über “Fra Elia” ist keineswegs christlich, sondern esoterisch
Veröffentlicht: 29. April 2013 Einsortiert unter: BÜCHER / Publikationen, Bruder Elias / Fra Elia | Tags: Astralreisen, automatisches Schreiben, Bischof Hnilica, Buchbesprechung, Esoterik, Fra Elia 1 Kommentar »Das Buch erhielt ich geschenkt und habe es gelesen. Gekauft hätte ich es mir wohl nicht - aufgrund der schlechten Erfahrungen mit der Übersetzerin (siehe hier).
Gelesen hatte ich schon öfters von “Fra Eilia”, und da ich oft Mittelitalien bereist habe, interessierte mich auch seine Person. Leider wird schon bei den ersten Blicken auf und in das Buch die Lesefreude getrübt: 
Eigentlich sollte ja der Text auf einer Buchrückseite besonders sorgfältig überprüft werden, da dieser Personen, die es in die Hand nehmen, zum Kauf und Lesen bewegen soll; insofern verwundert es, dass sich da der Verlag einen groben Druckfehler leistet: es kommen “Angrenzungen” zu Wort – vermutlich sind Augenzeugen gemeint?
Dem Inhaltsverzeichnis folgt der Faksimile-Abdruck eines Briefes von Bischof Hnilica, den ich persönlich gekannt hatte. Dieser schien nur oberflächlich über “Fra Elia” informiert zu sein - so nennt er ihn Diakon (wenn auch in Klammern gesetzt) - obwohl dieser kein Diakon ist.
Noch eigenartiger, dass die Übersetzerin nicht in der Lage ist, die Berufsbezeichnung des Bischofs zu übersetzen - und diese noch nicht einmal richtig im italienischen Original abschreiben kann, da sie gleich zwei Fehler dabei macht - oder eben der Verlag.
Auch im weiteren Text des Buches wird immer wieder offenbar, dass entweder die Autorin oder die Übersetzerin (oder beide) nicht genügend mit der katholischen Kirche vertraut sind, um Begriffe richtig wieder zu geben bzw. zu übersetzen (mir liegt das italienische Original nicht vor, so dass ich nicht sagen kann, ob die Fehler bereits darin enthalten sind).
Während einerseits also Mängel bezüglich der katholischen Beheimatung sich im Buch immer wieder durch ungenaue oder falsche Bezeichnungen kund tun - offenbart sich um so mehr eine Verwurzelung in der Esoterik.
Fra Elia unternimmt “Astralreisen”…
Außergewöhnliche Phänomene bei “Fra Elia” werden mit esoterischen Begriffen vorgestellt und erläutert: er übt “Pranatherapie” aus, unternimmt “Astralreisen” (wobei bei seinen “Landungen” für Beobachter “blaue Flammen” sichtbar werden), fährt in die Körper anderer Personen, wird beim Erleben der Passion Jesu “mit Energie aufgeladen”, Personen in seiner Nähe erfahren eine “Bewusstseinserweiterung” und “Energieströme”…
Auch die Abfassung des Buches mutet esoterisch an, wenn die Autorin erklärt, da sie manches “wie im Diktat” nieder geschrieben habe. Da sie mit “Fra Elia” die einzelnen Passagen immer wieder abgestimmt hat und diese seine Gutheißung erhalten haben, sind solche Begriffe also nicht nur der esoterischen Praxis der Autorin zuzuschreiben.
Für sie ist “Fra Elia” ein “Mittler” (für Katholiken / Christen ist dies ausschließlich Jesus Christus – die Kirche kennt zwar einen ähnlichen Titel für die Gottesmutter Maria, scheut sich aber bis heute, das zum Dogma zu erklären) und “Meister” – wie eben für Esoteriker so mancher “Guru”. Die Autorin gibt auch kund, dass ihre esoterischen Freunde mit ihm “auf einer Wellenlänge” wären.
Während in der Katholischen Kirche das Sakrament und die Feier der Eucharistie einen besonders hohen Stellenwert einnimmt, ist für die Autorin nicht der Kommunionempfang wichtig, sondern das Beobachten eigenartiger Geschehnisse der Kerzenleuchter (die sich auf dem Altar zu bewegen scheinen) auf ihrem Weg zum Tisch des Herrn.
Auch “Fra Elia” selber agiert höchst sonderbar, indem er einfach den Tabernakel öffnet. Der ganz aus der Eucharistie lebende P. Pio erscheint angeblich a la “Santa Claus” mit einer Polterkutsche dem “Fra Elia” und rät diesem zum Austritt aus dem Orden – da sein Platz in der Welt wäre.
Die Autorin stellt es auch so dar, dass “Fra Elia” aus eigenen Stücken das Kloster verlassen habe (um welchen Orden es sich handelt verschweigt sie – Anhaltspunkte lassen darauf schließen, dass es Franziskaner oder Kapuziner gewesen sein könnten) – in Wirklichkeit wurde er entlassen.
Wenn sein Platz in der Welt sei, mutet es auch eigenartig an, dass er dann später doch eine Art Ordensgemeinschaft gründet – auch wenn diese keinerlei kirchliche Anerkennung besitzt und er selber deshalb auch nicht für die Selbstbezeichnung als “Fra Elia”.
Das Buch schließt mit einem Nachwort von Don Angelo Pellegrini, Dozent für Theologie und Philosophie in Florenz und Rom. Es ist recht vorsichtig gehalten – inzwischen ist der Verfasser aber vollständig auf Distanz gegangen zu “Fra Elia” und seiner Biographin.
Der Autor dieser Rezension ist ein katholischer Geistlicher und unserer Redaktion persönlich bekannt
Foto: Amazon
USA: Charismatische Eltern setzten auf “göttliche Heilung” und ließen zwei ihrer Kinder sterben
Veröffentlicht: 28. April 2013 Einsortiert unter: Pfingstlertum / Charismatik | Tags: Charismatik, First Century Gospel Church, göttliche Heilung, Pfingstlerischer Protestantismus, Philadelphia, USA Schreibe einen Kommentar »Bereits das zweite Kind einer amerikanischen Familie ist verstorben, weil die Eltern bewußt auf Arztbesuche verzichteten. Sie gehören zur stark charismatisch-protestantischen „First Century Gospel Church“ in Philadelphia (USA) und hofften auf eine Heilung durch Gott.
Diese Pfingst-Gemeinschaft verkündet ihr eigenes Verständnis einer angeblichen charismatischen “Gabenentfaltung” des ersten christlichen Jahrhunderts (daher ihr Name “First Century…” = 1. Jahrh.), dem man nachzueifern gedenkt.
Der acht Monate alte Brandon litt unter starkem Husten und Durchfall, berichtet die Tageszeitung Die Welt. Die Eltern Catherine und Herbert Schaible wollten das Baby aber nicht ärztlich behandeln lassen, weil dies aus ihrer Sichtweise eine Sünde wäre, da sie auf ein Heilungswunder durch den Heiligen Geist vertrauten. Zudem habe Brandon trotz Krankheit Nahrung zu sich genommen, daher seien sie von einer Verbesserung des Gesundheitszustands ausgegangen.
Bereits im Jahr 2009 mußte sich das Ehepaar Schaible vor Gericht für den Tod ihres zweijährigen Sohnes Kent verantworten. Dieser starb an einer Lungenentzündung, die sie nicht behandeln ließen. Im Prozeß rechtfertigten sich die Eltern mit dem Argument, daß allein der Glaube heilende Wirkung habe. Sie wurden schließlich zu zehn Jahren Haft auf Bewährung verurteilt.
Amerikanische Behörden haben nun eine Obduktion des Leichnams angeordnet, berichtet die Online-Zeitung Huffington Post. Danach werde entschieden, ob es zu einem erneuten Prozeß gegen die Eltern kommt. Sieben weitere Kinder des Paares wurden vorerst in einem Heim untergebracht.
Quelle: Evangelikales Medienmagazin PRO
Warnung vor dem philippinischen “Wunderheiler” und kath. Charismatiker Corsie Legaspi
Veröffentlicht: 18. Februar 2013 Einsortiert unter: Legaspi (Wunderheiler), Pfingstlertum / Charismatik | Tags: Charismatik, Corsie Legaspie, Hammersegen, Heiler, Philippinen, Ruhen im Geist 5 Kommentare »“Vater Corsi” verteilt Taschentücher mit “Heil-Energie”
Es ist fast immer dasselbe in der schwarmgeistigen Szene: Sogenannte Heiler - das können mitunter auch katholische Geistliche sein – praktizieren den “Hammersegen”, also eine vermeintliche “Geistausschüttung”, ein sinnliches bzw. emotionales Erleben des “Hl. Geistes”, das in charismatischen Kreisen gerne als “Ruhen im Geist” bezeichnet bzw. schöngeredet wird.
Meist läuft dieses merkwürdig erscheinende “Ritual” so ab, daß der angebliche Heiler seinen Anhängern beide Hände auflegt oder sie etwas an die Stirne tippt und dabei einen “Segensspruch” murmelt, worauf diejenigen quasi-ohnmächtig - genauer: in einer Art Trance - nach hinten sinken und von Helfern aufgefangen werden, damit sie nicht gefährlich auf den Hinterkopf fallen.
Die Betreffenden liegen dann einige Minuten – manche auch länger - regungslos auf dem Boden, wobei mitunter auch baumstarke Männer umkippen, nicht etwa nur zartbesaitete Damen oder ohnehin als hysterisch bekannte Personen.
Der katholische Geistliche C. Legaspi – auch “Vater Corsie” genannt - gilt als einer der bekanntesten “Wunderheiler” in der ostasiatischen Inselgruppe der Philippinen, die seit eh und je stark von spiritistischen “Geistheilern” geprägt ist, wobei Heidnisches und “Christliches” oftmals in täuschender Weise vermischt wird.
Anhängerin Elfi Seitz weiß im Internet zu berichten, der wunderwirkende Pfarrer Legaspi leite die “göttliche Heilkraft” seiner Hände an die Kranken weiter, was freilich “umwerfende” Folgen nach sich zieht (siehe Foto)…
Durch Zufall habe Legaspi von seiner “besonderen Begabung” erfahren – und zwar wie folgt:
“Er merkte, dass seine Schüler jedes Mal, wenn er für einzelne betete und segnend ihren Kopf berührte, umfielen und wie erstarrt dalagen. Jeder aber sagte, es sei wie ein Stromschlag gewesen, der sie durchfuhr, und dieses Gefühl sei überirdisch schön gewesen. Anfangs war er geschockt, aber dann erkannte er die große Gnade Gottes darin, anderen Menschen helfen zu können.”
Dieselbe Autorin schreibt am 1. Mai 2012 im Pattayablatt (2. Bericht dort) über eine “Heilungsmesse” vom 10. April mit Pfr. Legaspi in Pattaya (Thailand). - Unter einem Foto mit umgekippten Leuten heißt es wörtlich, diese Menschen seien “halb betäubt” durch ihre “Berührung” mit Legaspi.
Sehr praktisch ist natürlich auch, daß dieser charismatische Priester sogar “Fernheilungen” praktiziert, wie Frau Seitz an anderer Stelle im selben Blatt bestätigt: “Sollte jemand zu krank sein, um zum Platz der Heilung zu kommen, kann eine vertraute Person (Fernheilung) für diesen Kranken einspringen. Auch hierzu gibt es genügend Beispiele.”
“Schweben in höheren Sphären”
Zudem schildert Frau Seitz Folgendes:
“Wieder begann er damit, Krebskranke und Menschen mit schweren anderen Krankheiten zu sich zu rufen, und berührte unter Gebeten ihre Stirne, worauf die meisten davon sanft umsanken, von den Händen geschickter Fänger aufgefangen und niedergelegt. Dieses Umsinken ist keinesfalls eine Ohnmacht, derjenige, dem das passiert, ist bei vollem Bewusstsein, aber er schwebt sozusagen in höheren Sphären.“
Drogensüchtige glauben freilich ebenfalls, in “höheren Sphären” zu schweben, wenn sie auf ihrem “Trip” sind und dabei “himmlische” Musik hören, “übernatürliche” Farben schauen, “kosmische” Gefühle empfinden usw…
Auch dieses FOTO aus der deutsch-thailändischen Zeitung “Pattayablatt” zeigt Menschen nach Empfang des “Hammersegens”; unter der Abbildung heißt es wörtlich: “Die Menschen fallen nach der Berührung von Vater Corsie um, so stark ist die gute Energie.”
Wirklich eine “gute” Energie? - Jedenfalls eine “umwerfende”: eine, die Menschen buchstäblich umwirft. - Offenbar verfügt Vater Corsie aber nicht nur über “heilende Hände”, selbst seine Kleidung ist von einer “höheren” Energie durchströmt, schwärmt die Autorin:
“Am Ende des langen Nachmittages durften dann alle, die ein Leiden hatten zu ihm kommen, durften seine Finger, seine Hände oder seine Kleidung berühren, während er in tiefer Gebetsmeditation dasaß. Vater Corsie Legaspi berührt mit seinen Händen, die durch Gottes Kraft heilen können, nicht nur die Leiber der Menschen, sondern ganz sicher auch ihre Seelen.”
Gewiß doch, fragt sich nur, in welcher Weise!
Interessanterweise gewinnt der “Wunderheiler” auch massenhaft Anhänger in anderen Religionen, bei Muslimen und Buddhisten. Häufig hält er sich in Thailand auf, bekanntlich ein buddhistisch geprägtes Land.
Auch bei diversen Esoterikern und in Rudolf-Steiner-Kreisen ist er oftmals sehr beliebt. In einer Waldorfschul-Zeitung heißt es hierzu in einem Erlebnisbericht über Legaspi (vgl. S. 42):
“Unsere Familie kennt ihn persönlich, weil wir manchmal Sponsoren sind. (…) Er missioniert nicht. Er ist gegenüber allen Religionen in seiner Haltung sehr offen. Buddhistische Mönche werden genauso geheilt wie Moslems.”
Natürlich erzählt der seit drei Jahrzehnten weltweit herumreisende Charismatiker seiner frommen Schar in treuherziger Manier, gewisse gewöhnungsgedürftige Phänomene dienten allein der Ehre Gottes und dem Heil der Menschen, zumal es etwa beim “Ruhen im Geist” schon oft zu Krankenheilungen gekommen sei.
Auf die Idee, daß der Zweck die Mittel nicht heiligt, kommen “wunder”-bar erstaunte Anhänger in ihrem Kurzschluß-Denken leider nicht, zumal die falsche Idee “Wer heilt, hat recht” in vielen Köpfen herumspukt.
So verkündet auch Legaspi seinen Fans, die von ihm bewirkten Heilungen seien “Gottes Energie”, die er in seinen wundertätigen Händen habe, deren “Heil-Energie” er in seiner hilfsbereiten Art weitergebe.
In Wirklichkeit führt der Heilige Geist die Menschen zur Wachheit und geistigen Klarheit - und nicht etwa zu trance-artigen “Bewußtseinsveränderungen” bzw. übersinnlich-esoterischen Gefühlserlebnissen mit “elektrischen” Empfindungen, wie man sie ähnlich auch aus Drogenrausch-Berichten zuhauf kennt.
Der Hl. Geist steht über der Vernunft, wirkt aber nicht gegen sie
Gottes Geist steht gewiß weit über der menschlichen Vernunft, aber er wirkt nicht gegen die Vernunft - ER schaltet den Verstand nicht aus, sondern ein, zumal die Gabe des Verstandes zu den biblisch bezeugten und kirchlich verkündeten “Sieben Gaben des Heiligen Geistes” zählt. Dazu gehören zudem die Gabe der Weisheit und der Erkenntnis, also durchaus vernunftgeprägte Tugenden, ähnlich wie die Gabe des “Rates”.
Das glaubensgeprägte Denken und das ganze Pontifikat unseres Papstes steht ebenfalls unter dem Zusammenhang von “Glaube und Vernunft”. Von Papst Benedikt stammt auch der Ausspruch: “Katholisch sein heißt nüchtern sein” - ganz im Sinne biblischer Ermahnungen, die immer wieder zu geistiger Wachsamkeit, Nüchternheit und Besonnenheit auffordern. Der Apostel Paulus betont in 2 Kor 5,7, daß wir hier auf Erden im Glauben leben, nicht im Schauen!
Leider gehen selbst kirchliche Amtspersonen diversen Geistheilern und charismatischen Schwarmgeistern auf den Leim und empfehlen sie weiter - unter diesen Leichtgläubigen befinden sich sogar Bischöfe und Kardinäle. Das macht die Sache aber nicht besser, sondern weitaus gefährlicher und für naive Gläubige noch verwirrender.
Man kann sich leicht vorstellen, daß Kirchen und Versammlungsräume “brechend voll” sind, wenn solch ein vielgerühmter Heiler auftritt und mit seinen erstaunlich erscheinenden Erfolgen aufwarten kann. Oft wird eingangs ein Film gezeigt, der das weltweite Wunderwirken von “Vater Corsie” aufzeigt, so daß allein dadurch schon eine entsprechend “gläubige” Erwartungshaltung bei den Besuchern geweckt wird.
Am 15.11.2011 schrieb das “Pattayablatt” in ihrem Jubel-Bericht über eine Legaspi-Heilungsversammlung abschließend:
“Ganz am Ende durften dann die Menschen in Trauben an ihm hängen und sich Energie, Kraft und Heilung holen. Vater Corsie verteilte auch wieder Taschentücher, die er mit Heilung versehen hatte und die Menschen durften sie mit nach Hause nehmen.”
Auch die bereits mehrfach zitierte Frau Seitz bestätigt dies wundersame Taschentuch-Phänomen:
“Ich selbst habe, wie viele andere auch, ein Taschentuch von Vater Corsie berühren lassen, denn auch durch das ständige Auflegen desselben kann Heilung übertragen werden.”
Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster
Hier ein HINWEIS auf die - für Katholiken verbindlichen - päpstlichen Bestimmungen zu Heilungsversammlungen, die in den meisten Fällen leider unbeachtet bleiben:
Instruktion der päpstlichen Glaubenskongregation vom 14.9.2000 über Leiden, Heilung, Krankensalbung und “Heilungs-Charisma”
Veröffentlicht: 18. Februar 2013 Einsortiert unter: PAPST / VATIKAN aktuell, Pfingstlertum / Charismatik | Tags: Bestimmungen, Charisma, Glaubenskongregation, Heilung, Heilungsgottesdienste, Jesus, Krankensalbung, Krankheit, Leiden 3 Kommentare »Vollständige Dokumentation
KONGREGATION FÜR DIE GLAUBENSLEHRE
Instruktion vom 14.9.2000 über die Gebete um Heilung durch Gott
EINLEITUNG
Das Streben nach Glück ist tief im Menschenherz verankert und schon immer von der Sehnsucht begleitet, von Krankheit befreit zu werden und ihren Sinn zu verstehen, wenn man davon betroffen ist. Es handelt sich um ein menschliches Phänomen, das auf die eine oder andere Weise jede Person angeht und in der Kirche ein besonderes Echo findet. Die Krankheit wird von ihr nämlich als ein Mittel der Vereinigung mit Christus und der geistlichen Läuterung verstanden und bildet für jene, die mit der kranken Person zu tun haben, eine Gelegenheit, die Liebe zu üben.
Darüber hinaus ist die Krankheit - wie auch andere menschliche Leiden - eine Situation, die besonders zum Gebet einlädt: sowohl um die Kraft, die Krankheit mit gläubigem Sinn und Hingabe an Gottes Willen anzunehmen, wie auch um die Gnade, davon geheilt zu werden.
Das Gebet um die Wiedererlangung der Gesundheit ist in jeder Epoche der Kirche zu finden, natürlich auch in der Gegenwart. Neu ist in gewisser Hinsicht, dass die – manchmal mit liturgischen Feiern verbundenen - Gebetsversammlungen zunehmen, bei denen Gott um Heilung angefleht wird. In verschiedenen, nicht ganz seltenen Fällen wird erklärt, dass tatsächlich Heilungen erfolgt sind.
Dadurch entstehen Erwartungen, dass dies bei anderen ähnlichen Treffen wiederum geschieht. In diesem Zusammenhang wird manchmal von einem mutmaßlichen Heilungscharisma gesprochen.
Es stellt sich die Frage, wie solche Versammlungen, bei denen um Heilung gebetet wird, in liturgischer Hinsicht richtig einzuordnen sind, und vor allem, welche Aufgabe die kirchliche Autorität hat, der es zukommt, über die rechte Ordnung der liturgischen Feiern zu wachen und dafür angemessene Normen zu erlassen.
Es schien deshalb angebracht, gemäß Canon 34 des Codex des kanonischen Rechtes eine Instruktion zu veröffentlichen, die vor allem den Ortsordinarien helfen soll, die Gläubigen in dieser Frage besser zu leiten, indem sie fördern, was gut ist, und korrigieren, was vermieden werden soll.
Um die disziplinären Bestimmungen richtig einzuordnen und zu verstehen, war ein fundierter lehrmäßiger Rahmen notwendig. Deshalb werden die genannten Bestimmungen durch einen lehrmäßigen Teil über die Heilungsgnaden und die Gebete um diese Gnaden eingeleitet.
I. LEHRMÄSSIGE ASPEKTE
1. Krankheit und Heilung: ihr Sinn und Wert in der Heilsökonomie
„Der Mensch ist zur Freude berufen, erfährt aber täglich auf vielfältige Weise Leid und Schmerz“. (1) – Wenn der Herr die Erlösung verheißt, spricht er deshalb von der Freude des Herzens über die Befreiung von den Leiden (vgl. Jes 30,29; 35,10; Bar 4,29). Er ist es, „der aus allem Übel erlöst“ (Weish 16,8). Unter den Leiden sind jene, die mit der Krankheit verbunden sind, stets in der Menschheitsgeschichte gegenwärtig; der Mensch trägt in sich die tiefe Sehnsucht, von ihnen und von allem Übel befreit zu werden.
Im Alten Testament erlebt das Volk Israel, „dass die Krankheit auf geheimnisvolle Weise mit der Sünde und dem Bösen zusammenhängt“. (2) Unter den Strafen, die Gott dem untreu gewordenen Volk androht, nehmen die Krankheiten einen weiten Raum ein (vgl. Dtn 28,21-22.27- 29.35). Der Kranke, der von Gott die Heilung erfleht, bekennt, dass er mit Recht wegen seiner Sünden gestraft wurde (vgl. Ps 38; 41; 107,17-21).
Die Krankheit trifft aber auch die Gerechten und der Mensch fragt sich, warum dies so ist. Im Buch Ijob wird diese Frage immer wieder gestellt. „Wenn es auch wahr ist, dass Leiden einen Sinn als Strafe hat, wann immer es an Schuld gebunden ist, so ist es doch nicht wahr, dass jedes Leiden Folge von Schuld sei und den Charakter von Strafe habe. Die Gestalt des gerechten Ijob ist dafür ein besonderer Beweis im Alten Testament. … Und wenn der Herr zustimmt, dass Ijob durch Leiden geprüft wird, so tut er das, um dessen Gerechtigkeit zu beweisen. Das Leiden hat hier den Charakter einer Prüfung“.
Obwohl die Krankheit also eine positive Kehrseite haben kann, insofern sie die Treue des Gerechten unter Beweis stellt oder ein Mittel ist, um die durch die Sünde verletzte Gerechtigkeit wiederherzustellen oder den Sünder zur Besinnung und zur Umkehr zu führen, bleibt sie doch ein Übel. Deshalb kündet der Prophet kommende Zeiten an, in denen es keine Krankheiten und Leiden mehr geben und der Lebensfaden nicht mehr vom Tod abgeschnitten wird (vgl. Jes 35,5-6; 65,19-20).
Im Neuen Testament findet die Frage, warum die Krankheit auch die Gerechten trifft, ihre volle Antwort. Während seiner öffentlichen Tätigkeit begegnet Jesus den Kranken immer wieder. Viele heilt er auf wunderbare Weise. Die Heilungen charakterisieren geradezu seine Tätigkeit: „Jesus zog durch alle Städte und Dörfer, lehrte in ihren Synagogen, verkündete das Evangelium vom Reich und heilte alle Krankheiten und Leiden“ (Mt 9,35; vgl. 4,23).
Die Heilungen sind Zeichen seiner messianischen Sendung (vgl. Lk 7,20-23). Sie offenbaren den Sieg des Reiches Gottes über jede Art von Übel und werden Symbol für die Wiederherstellung des ganzen Menschen an Leib und Seele. Sie dienen als Beweis, dass Jesus die Vollmacht hat, Sünden zu vergeben (vgl. Mk 2,1-12), und sind Zeichen der Heilsgüter, wie die Heilung des Gelähmten am Teich Betesda (vgl. Joh 5,2-9.19-21) oder des blind Geborenen (vgl. Joh 9). 
Auch die erste Evangelisierung war nach den Zeugnissen des Neuen Testamentes von zahlreichen wunderbaren Heilungen begleitet, die die Macht der Botschaft des Evangeliums bekräftigten. Die ersten christlichen Gemeinschaften konnten sehen, wie sich die Verheißung des auferstandenen Herrn in ihrer Mitte erfüllte: „Und durch die, die zum Glauben gekommen sind, werden folgende Zeichen geschehen: … die Kranken, denen sie die Hände auflegen, werden gesund werden“ (Mk 16,17-18).
Die Predigt des Philippus in Samaria ging einher mit wunderbaren Heilungen: „Philippus aber kam in die Hauptstadt Samariens hinab und verkündigte dort Christus. Und die Menge achtete einmütig auf die Worte des Philippus; sie hörten zu und sahen die Wunder, die er tat. Denn aus vielen Besessenen fuhren unter lautem Geschrei die unreinen Geister aus; auch viele Lahme und Krüppel wurden geheilt“ (Apg 8,5-7).
Für den heiligen Paulus sind die Zeichen und Wunder, die in der Kraft des Geistes gewirkt werden, ein Kennzeichen der Verkündigung seines Evangeliums: „Denn ich wage nur von dem zu reden, was Christus, um die Heiden zum Gehorsam zu führen, durch mich in Wort und Tat bewirkt hat, in der Kraft von Zeichen und Wundern, in der Kraft des Geistes Gottes“ (Röm 15,18- 19; vgl. 1 Thess 1,5; 1 Kor 2,4-5).
Man darf annehmen, dass es sich bei diesen Zeichen und Wundern, welche die göttliche Macht offenbarten und die Verkündigung unterstützten, zum Großteil um außerordentliche Heilungen handelte. Es waren Wunder, die nicht ausschließlich an die Person des Apostels gebunden waren, sondern sich auch durch die Gläubigen ereigneten: „Warum gibt euch denn Gott den Geist und bewirkt Wundertaten unter euch? Weil ihr das Gesetz befolgt oder weil ihr die Botschaft des Glaubens angenommen habt?“ (Gal 3,5).
Der messianische Sieg über die Krankheit wie über andere menschliche Leiden wird nicht nur Wirklichkeit in ihrer Beseitigung durch außerorden tliche Heilungen, sondern auch im freiwilligen und unschuldigen Leiden Christi, der durch seine Passion jedem Menschen die Möglichkeit gibt, sich mit ihm zu vereinigen. „Schließlich hat ja Christus selbst, der ohne Sünde ist, in Erfüllung der Schriftworte beim Propheten Jesaja (vgl. Jes 53,4f.) in seiner Passion alle erdenklichen Wunden auf sich genommen und alle Schmerzen der Menschen geteilt“.(4)
Noch mehr: „Im Kreuz Christi hat sich nicht nur die Erlösung durch das Leiden erfüllt, sondern das menschliche Leiden selbst ist dabei zugleich erlöst worden. … Indem er die Erlösung durch das Leiden bewirkte, hat Christus gleichzeitig das menschliche Leiden auf die Ebene der Erlösung gehoben. Darum kann auch jeder Mensch durch sein Leiden am erlösenden Leiden Christi teilhaben“.(5)
Die Kirche nimmt sich der kranken Menschen in liebevoller Sorge an. Sie würdigt aber auch die Sendung der Kranken, „ihre menschliche und christliche Berufung zu leben und auf neue, noch wertvollere Weise am Wachstum des Reiches teilzunehmen. Sie müssen sich die Worte des Apostels Paulus zum Programm machen, Worte, die Licht schenken, um die gnadenhafte Bedeutung ihrer Situation zu erkennen: ‚Für den Leib Christi, die Kirche, ergänze ich in meinem irdischen Leben das, was an den Leiden Christi noch fehlt? (Kol 1,24).
Diese Entdeckung erfüllt den Apostel mit Freude: ‚Jetzt freue ich mich der Leiden, die ich für euch ertrage? (Kol 1,24)“.(6) - Diese österliche Freude ist eine Frucht des Heiligen Geistes. Wie der heilige Paulus „können viele Kranke ‚trotz der Bedrängnis? zu Trägern der Freude, ‚die der Heilige Geist gibt? (1 Thess 1,6), und zu Zeugen der Auferstehung Christi werden“.(7)
2. Die Sehnsucht nach Heilung und das Gebet um Heilung
Unter der Voraussetzung, den Willen Gottes anzunehmen, ist die Sehnsucht des Kranken nach Heilung gut und zutiefst menschlich, vor allem wenn sie sich im vertrauensvollen Gebet zu Gott ausdrückt. Jesus Sirach ruft dazu auf: „Mein Sohn, bei Krankheit säume nicht, bete zu Gott; denn er macht gesund“ (Sir 38,9). Verschiedene Psalmen sind Bittgebete um Heilung (vgl. Ps 6; 38; 41; 88).
Während der öffentlichen Tätigkeit Jesu wenden sich viele Kranke an ihn – sei es direkt oder durch ihre Freunde oder Verwandten – und bitten um die Wiederherstellung der Gesundheit. Der Herr nimmt diese Bitten an; die Evangelien enthalten keinen einzigen Hinweis, dass er solche Bitten getadelt hätte. Die einzige Klage des Herrn betrifft den gelegentlichen Mangel an Glauben: „Wenn du kannst? Alles kann, wer glaubt“ (Mk 9,23; vgl. Mk 6,5-6; Joh 4,48).
Das Gebet der Gläubigen, die um die eigene Heilung oder die Heilung anderer bitten, ist lobenswert. Auch die Kirche bittet den Herrn in der Liturgie um die Gesundheit der Kranken. Sie hat vor allem ein Sakrament, das „ganz besonders dazu bestimmt ist, die durch Krankheit Geprüften zu stärken: die Krankensalbung“.(8)
Die Kirche pflegt dieses Sakrament „durch die Salbung und das Gebet der Priester zu feiern. In diesem Sakrament vertraut sie die Kranken dem Herrn in seinem Leiden und seiner Verherrlichung an, dass er sie aufrichte und rette“.(9)
Unmittelbar vorher betet die Kirche bei der Weihe des Krankenöls: „Durch deinen Segen werde das geweihte Öl für alle, die wir damit salben, ein heiliges Zeichen deines Erbarmens, das Krankheit, Schmerz und Bedrängnis vertreibt, heilsam für den Leib, für Seele und Geist“.(10) Auch in den Gebetsformula ren nach der Salbung wird die Heilung des Kranken erfleht.(11)
Weil das Sakrament Unterpfand und Verheißung des zukünftigen Reiches ist, ist die Heilung auch Ankündigung der Auferstehung: „Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal. Denn was früher war, ist vergangen“ (Offb 21,4). Zudem enthält das Missale Romanum ein Messformular für die Kranken; dabei wird um geistliche Gnaden und auch um die Heilung der Kranken gebetet.(12)
Im Benediktionale des Rituale Romanum gibt es einen Ordo benedictionis infirmorum, der verschiedene euchologische Texte beinhaltet, in denen um Heilung gebetet wird: im zweiten Formular der Preces,(13) in den vier Orationes benedictionis pro adultis,(14) in den beiden Orationes benedictionis pro pueris,(15) im Gebet des Ritus brevior. (16)
Selbstverständlich schließt das Gebet den Gebrauch sinnvoller natürlicher Mittel zur Bewahrung und Wiedererlangung der Gesundheit nicht aus, sondern ermutigt vielmehr dazu, so wie es die Kinder der Kirche auch antreibt, sich um die Kranken zu sorgen und ihnen im Bemühen, über die Krankheit zu siegen, Hilfe an Leib und Geist zu gewähren. Es liegt nämlich „durchaus im Plan der göttlichen Vorsehung, dass der Mensch gegen jede Art von Krankheit entschieden ankämpft und sich gewissenhaft mit aller Sorgfalt um das hohe Gut der Gesundheit bemüht “. (17)
3. Das „Heilungscharisma“ im Neuen Testament
Nicht nur die wunderbaren Heilungen bekräftigen die Macht der Verkündigung des Evangeliums in der apostolischen Zeit. Das Neue Testament berichtet auch davon, dass den Aposteln und anderen ersten Verkündern des Evangeliums von Jesus eine echte Vollmacht zur Krankenheilung übertragen wurde.
Nach den Berichten von Matthäus und Lukas gibt der Herr den Zwölf bei ihrer ersten Aussendung „die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben und alle Krankheiten und Leiden zu heilen“ (Mt 10,1; vgl. Lk 9,1); und er trägt ihnen auf: „Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus!“ (Mt 10,8).
Auch bei der Aussendung der zweiundsiebzig Jünger gibt der Herr den Auftrag: Diese Vollmacht wird ihnen im Zusammenhang mit ihrem missionarischen Auftrag verliehen, also nicht zu ihrer eigenen Ehre, sondern zur Bekräftigung ihrer Sendung.
Die Apostelgeschichte berichtet allgemein von den Wundern, die sich ereigneten: „Durch die Apostel geschahen viele Wunder und Zeichen“ (Apg 2,43; vgl. 5,12). Es waren Wunder und Zeichen, also außerordentliche Taten, die die Wahrheit und die Kraft der apostolischen Sendung offenbarten.
Neben diesen kurzen allgemeinen Hinweisen ist in der Apostelgeschichte vor allem von den wunderbaren Heilungen die Rede, die durch einzelne Verkünder des Evangeliums gewirkt wurden: durch Stephanus (vgl. Apg 6,8), Philippus und vor allem durch Petrus (vgl. Apg 3,1-10; 5,15; 9,33-34.40-41) und Paulus (vgl. Apg 14,3.8-10; 15,12; 19,11-12; 20,9-10; 28,8-9).
Wie bereits erwähnt, erweitern das Ende des Markusevangeliums wie auch der Galaterbrief den Horizont und beschränken die wunderbaren Heilungen nicht auf die Tätigkeit der Apostel und einige Verkünder des Evangeliums, denen eine herausragende Bedeutung bei der ersten Missionierung zukommt. Unter diesem Gesichtspunkt sind die Hinweise auf die „Heilungscharismen“ besonders wichtig. Die Bedeutung des Wortes Charisma ist an sich sehr weit; ein Charisma ist eine „frei geschenkte Gabe“, im genannten Fall geht es um „Gaben, Krankheiten zu heilen“.
Diese Gnadengaben werden einem einzelnen zugeteilt (vgl. 1 Kor 12,9), sie werden also nicht verstanden als Heilungen, die ein jeder der Geheilten für sich selbst erlangt hat, sondern als eine Gabe, die einer Person gegeben ist, um Heilungsgnaden für andere zu erwirken. Diese Gabe wird verliehen in dem „einen Geist“, wobei nicht näher bestimmt wird, wie diese Person die Heilungen erwirkt. Man kann davon ausgehen, dass dies durch das Gebet geschieht, vielleicht begleitet durch eine symbolische Geste.
Im Jakobusbrief findet sich ein Hinweis auf eine Handlung der Kirche durch die Ältesten, bei der es um die - auch körperliche - Heilung der Kranken geht. Es handelt sich dabei aber nicht um wunderbare Heilungen, sondern um etwas anderes, das von den „Heilungscharismen“ nach 1 Kor 12,9 zu unterscheiden ist.
„Ist einer von euch krank? Dann rufe er die Ältesten der Gemeinde zu sich; sie sollen Gebete über ihn sprechen und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben. Das gläubige Gebet wird den Kranken retten, und der Herr wird ihn aufrichten; wenn er Sünden begangen hat, werden sie ihm vergeben“ (Jak 5,14-15).
Es geht hier um eine sakramentale Handlung, um die Salbung des Kranken mit Öl und das Gebet über ihn, also nicht nur „für ihn“, so als ob es nichts anderes als ein Gebet um Fürsprache und Hilfe wäre; es handelt sich vielmehr um eine wirkmächtige Handlung über den Kranken.(18)
Die Worte „retten“ und „aufrichten“ zeigen, dass es bei dieser Handlung nicht nur und nicht vorrangig um die körperliche Heilung geht, obwohl sie mit eingeschlossen ist. Der erste Ausdruck bezieht sich im Jakobusbrief gewöhnlich auf das geistliche Heil (vgl. 1,21; 2,14; 4,12; 5,20), wird aber im Neuen Testament auch im Sinn von „heilen“ verwendet (vgl. Mt 9,21; Mk 5,28.34; 6,56; 10,52; Lk 8,48). Das zweite Wort hat manchmal die Bedeutung von „auferstehen“ (vgl. Mt 10,8; 11,5; 14,2), meint aber auch das „Aufrichten“ einer Person, die durch eine Krankheit niedergedrückt ist, indem sie wunderbar geheilt wird (vgl. Mt 9,5; Mk 1,31; 9,27; Apg 3,7).
4. Die Gebete um Heilung durch Gott in der Tradition
Für die Kirchenväter ist es selbstverständlich, dass die Gläubigen Gott nicht nur um die Gesundheit der Seele, sondern auch des Leibes bitten. Der heilige Augustinus schreibt über die Güter des Lebens, der Gesundheit und des körperlichen Wohlergehens: „Es ist notwendig zu beten, dass man sie bewahrt, wenn man sie hat, und dass sie einem geschenkt werden, wenn man sie nicht hat“.(19) Derselbe Kirchenvater hat uns das Zeugnis der Heilung eines Freundes hinterlassen, die durch die Gebete eines Bischofs, eines Priesters und einiger Diakone in seinem Haus erwirkt wurde.(20)
Dieselbe Ausrichtung ist in den liturgischen Riten des Westens und des Ostens zu finden. Im Messbuch heißt es in einem Schlussgebet: „Dieses Sakrament stärke uns an Leib und Seele“.(21) In der Karfreitagsliturgie erfolgt die Einladung, den allmächtigen Gott zu bitten, „er nehme die Krankheiten hinweg“ und „gebe den Kranken die Gesundheit“.(22) Zu den bedeutsamsten Texten zählt die Weihe des Krankenöls. Hier wird Gott angerufen, dass das Öl durch den Segen geweihtes Öl werde, „das Krankheit, Schmerz und Bedrängnis vertreibt, heilsam für den Leib, für Seele und Geist“.(23) 
In den östlichen Riten der Krankensalbung sind die Ausdrücke im Wesentlichen nicht anders. Es sei lediglich an einige wichtige Formeln erinnert. Im byzantinischen Ritus wird während der Salbung des Kranken das Gebet gesprochen:
„Heiliger Vater, Arzt von Seele und Leib, du hast deinen eingeborenen Sohn Jesus Christus gesandt, um jede Krankheit zu heilen und uns vom Tod zu erretten, durch die Gnade deines Christus heile auch diesen deinen Knecht vom Gebrechen des Leibes und der Seele, das ihn quält“.(24)
Im koptischen Ritus wird der Herr angerufen, das Öl zu weihen, damit alle, die damit gesalbt werden, die Gesundheit der Seele und des Leibes erlangen. Während der Salbung des Kranken verweist der Priester auf Jesus Christus, der in die Welt gesandt wurde, „um alle Krankheiten zu heilen und vom Tod zu erretten“, und bittet Gott, „den Kranken von den Gebrechen des Leibes aufzurichten und ihm den rechten Weg zu weisen“.(25)
5. Das „Heilungscharisma“ im Kontext der Gegenwart
Im Laufe der Kirchengeschichte fehlt es nicht an Heiligen, die außerorden tliche Heilungen vollbrachten. Es gab solche Heilungen also nicht nur in der apostolischen Zeit. Das sogenannte „Heilungscharisma“, zu dem hier einige lehrmäßige Klarstellungen erfolgen, ist jedoch nicht unter diese Phänomene einzuordnen. Es geht vielmehr um die Frage der besonderen Gebetstreffen, die organisiert werden, um wunderbare Heilungen unter den kranken Teilnehmern zu erlangen, oder um Heilungsgebete nach der heiligen Kommunion mit demselben Ziel.
Es gibt in der Kirchengeschichte eine Fülle von Zeugnissen über Heilungen, die mit Gebetsstätten (Heiligtümer, Orte in der Nähe von Reliquien der Märtyrer oder anderer Heiliger usw.) verknüpft sind. Auch aus diesem Grund wurden im Altertum und im Mittelalter die Wallfahrten zu einigen Heiligtümern bekannt und beliebt, etwa jene zum heiligen Martin von Tours oder zum heiligen Jakobus in Santiago de Compostela und vielen anderen.
Dasselbe geschieht auch in der Gegenwart, zum Beispiel seit mehr als einem Jahrhundert in Lourdes. Solche Heilungen implizieren kein „Heilungscharisma“, denn sie werden nicht von einer mit diesem Charisma ausgestatteten Person gewirkt. Aber es ist notwendig, bei der lehrmäßigen Beurteilung der genannten Gebetstreffen diesem Phänomen Rechnung zu tragen.
Bei den Gebetstreffen mit dem Ziel, Heilungen zu erlangen – einem Ziel, das in der Planung solcher Treffen vorrangig ist oder darauf wenigstens einen Einfluss hat - kann man unterscheiden zwischen Versammlungen, bei denen ein wahres oder mutmaßliches „Heilungscharisma“ im Spiel ist, und anderen Treffen, die nicht mit einem solchen Charisma in Beziehung gebracht werden. Bei den erstgenannten Zusammenkünften ist für die Wirksamkeit des Gebetes das Eingreifen einer oder mehrerer Personen oder einer qualifizierten Personengruppe notwendig, wie zum Beispiel der Leiter der Gruppe, die die Versammlungen organisieren.
Wenn keine Verbindung mit dem „Heilungscharisma“ gegeben ist, sind die Feiern, die in den liturgischen Büchern vorgesehen sind, selbstverständlich erlaubt und oft auch angebracht, wie etwa die Messe für die Kranken. Werden die liturgischen Normen nicht eingehalten, sind solche Feiern nicht gestattet.
In Heiligtümern gibt es häufig auch andere Feiern, die an sich nicht direkt darauf ausgerichtet sind, von Gott Heilungsgnaden zu erflehen, bei denen aber die Erlangung von Heilungen ein wichtiges Element in der Absicht der Organisatoren und der Teilnehmer darstellt.
Aus diesem Grund hält man liturgische Feiern, zum Beispiel die Aussetzung des Allerheiligsten mit eucharistischem Segen, und nicht liturgische Feiern, die der von der Kirche geförderten Volksfrömmigkeit entsprechen, wie etwa das feierliche Rosenkranzgebet. Auch solche Feiern sind erlaubt, wenn dabei ihr authentischer Sinn nicht entstellt wird.
Man darf etwa bei der Aussetzung der heiligen Eucharistie das Verlangen, die Heilung von Kranken zu erlangen, nicht so in den Vordergrund rücken, dass das eigentliche Ziel der Aussetzung verloren geht, nämlich „die Gläubigen zum lebendigen Bewusstsein von der wunderbaren Gegenwart Christi zu führen und sie einzuladen, sich mit ihm zu vereinigen. Diese Vereinigung erlangt in der sakramentalen Kommunion ihren Höhepunkt“. (26)
Das „Heilungscharisma“ kann nicht einfach einer bestimmten Kategorie von Gläubigen zugeschrieben werden. Es ist offensichtlich, dass der heilige Paulus in seinen Hinweisen auf die verschiedenen Charismen in 1 Kor 12 die Gabe der „Heilungscharismen“ nicht einer besonderen Gruppe - den Aposteln, den Propheten, den Lehrern, denen, die das Amt der Leitung innehaben, oder anderen – zuordnet.
Die Zuteilung der Charismen erfolgt nach einer anderen Logik: „Das alles bewirkt ein und derselbe Geist; einem jeden teilt er seine besondere Gabe zu, wie er will“ (1 Kor 12,11)
Folglich wäre es völlig willkürlich, wenn in den Gebetstreffen, bei denen Heilungen erfleht werden, irgendeiner Gruppe von Teilnehmern, etwa den Leitern der Gruppe, ein „Heilungscharisma“ zugeschrieben würde; man muss sich vielmehr dem ganz und gar freien Willen des Heiligen Geistes anvertrauen, der einigen ein besonderes Heilungscharisma schenkt, um die Macht der Gnade des Auferstandenen zu offenbaren.
Doch nicht einmal die eindringlichsten Gebete erwirken die Heilung aller Krankheiten. So muss der heilige Paulus vom Herrn lernen: „Meine Gnade genügt dir; denn sie erweist ihre Kraft in der Schwachheit“ . Zudem können die Leiden, die zu tragen sind, einen tiefen Sinn haben, gemäß dem Wort: „Für den Leib Christi, die Kirche, ergänze ich in meinem irdischen Leben das, was an den Leiden Christi noch fehlt“
II. DISZIPLINÄRE BESTIMMUNGEN
Art. 1 – Es ist jedem Gläubigen gestattet, in Gebeten Gott um Heilung zu bitten. Wenn solche Gebete in einer Kirche oder an einem anderen heiligen Ort stattfinden, ist es angemessen, dass ein geweihter Amtsträger sie leitet.
Art. 2 – Heilungsgebete gelten als liturgische Gebete, wenn sie in den liturgischen Büchern enthalten sind, die von der zuständigen kirchlichen Autorität approbiert sind; andernfalls handelt es sich um nicht liturgische Gebete.
Art. 3 – § 1. Liturgische Heilungsgebete werden nach dem vorgeschriebenen Ritus und mit den liturgischen Gewändern gefeiert, die im Ordo benedictionis infirmorum des Rituale Romanum angegeben sind
§ 2. Gemäß den Praenotanda (28) desselben Rituale Romanum können die Bischofskonferenzen im Ritus der Krankensegnungen nach vorausge hender Prüfung durch den Heiligen Stuhl die Anpassungen vornehmen, die sie für pastoral angemessen oder eventuell notwendig halten.
Art. 4 - § 1. Der Diözesanbischof (29) hat das Recht, für die eigene Teilkirche gemäß can. 34 CIC Normen für liturgische Heilungsgottesdienste zu erlassen.
§ 2. Jene, die für die Vorbereitung solcher liturgischer Feiern zuständig sind, haben sich bei ihrer Durchführung an die genannten Normen zu halten.
§ 3. Die Erlaubnis für diese Gottesdienste muss ausdrücklich gegeben sein, auch wenn Bischöfe oder Kardinäle sie organisieren oder daran teilnehmen. Wenn ein gerechter und entsprechender Grund vorliegt, hat der Diözesanbischof das Recht, einem anderen Bischof gegenüber ein Verbot auszusprechen.
Art. 5 - § 1. Nicht liturgische Heilungsgebete, die auf Grund ihrer Eigenart von liturgischen Feiern unterschieden werden müssen, sind Zusammenkünfte zum Gebet und zur Lesung des Wortes Gottes, über die der Ortsordinarius gemäß can. 839 § 2 CIC wacht.
§ 2. Es ist sorgfältig zu vermeiden, diese freien, nicht liturgischen Gebete mit liturgischen Gottesdiensten im eigentlichen Sinn zu verwechseln.
§ 3. Es ist darüber hinaus notwendig, darauf zu achten, dass beim Ablauf solcher Feiern – vor allem von Seiten jener, die sie leiten – nicht auf Formen zurückgegriffen wird, die dem Hysterischen, Künstlichen, Theatralischen oder Sensationellen Raum geben.
Art. 6 – Über den Gebrauch der sozialen Kommunikationsmittel, vor allem des Fernsehens, während der liturgischen oder nicht liturgischen Heilungsgebete wacht der Diözesanbischof gemäß can. 823 CIC und den Richtlinien, die von der Kongregation für die Glaubenslehre in der Instruktion vom 30. März 1992 (30) erlassen wurden.
Art. 7 - § 1. Unter Beibehaltung der oben angeführten Bestimmungen von Art. 3 und mit Ausnahme der Gottesdienste für die Kranken, die in den liturgischen Büchern vorgesehen sind, dürfen in die Feier der heiligen Eucharistie, der Sakramente und des Stundengebetes keine liturgischen oder nicht liturgischen Heilungsgebete eingefügt werden.
§ 2. Bei den in § 1 erwähnten Feiern besteht die Möglichkeit, in den Fürbitten besondere Gebetsintentionen für die Heilung von Kranken einzufügen, wenn dies vorgesehen ist.
Art. 8 - § 1. Der Dienst des Exorzismus muss gemäß can. 1172 CIC, dem Schreiben der Kongregation für die Glaubenslehre vom 29. September 1985 (31) und dem Rituale Romanum (32) unter Weisung des Diözesanbischofs ausgeübt werden.
§ 2. Die im Rituale Romanum enthaltenen Exorzismusgebete müssen von den liturgischen und nicht liturgischen Heilungsgottesdiensten unterschieden bleiben.
§ 3. Es ist streng verboten, solche Exorzismusgebete in der Feier der heiligen Messe, der Sakramente oder des Stundengebetes einzufügen.
Art. 9 – Jene, die liturgische oder nicht liturgische Heilungsgottesdienste leiten, müssen sich bemühen, in der Versammlung ein Klima echter Andacht zu bewahren, und die notwendige Klugheit walten lassen, wenn unter den Anwesenden Heilungen erfolgen; nach Beendigung der Feier sollen sie etwaige Zeugnisse mit Einfachheit und Sorgfalt sammeln und der zuständigen kirchlichen Autorität vorlegen.
Art. 10 – Der Diözesanbischof hat pflichtgemäß einzugreifen, wenn bei liturgischen oder nicht liturgischen Heilungsgottesdiensten Missbräuche vorkommen und ein offensichtliches Ärgernis für die Gemeinschaft der Gläubigen vorliegt oder wenn schwerwiegend gegen die liturgischen oder disziplinären Normen verstoßen wird.
Papst Johannes Paul II. hat in einer dem unterzeichneten Präfekten gewährten Audienz die vorliegende Instruktion, die in der Ordentlichen Versammlung dieser Kongregation beschlossen worden war, gebilligt und ihre Veröffentlichung angeordnet.
Rom, am Sitz der Kongregation für die Glaubenslehre, am 14. September 2000, dem Fest Kreuzerhöhung.
+ Joseph Kardinal Ratzinger,
Präfekt
+ Tarcisio Bertone S.D.B.,
Erzbischof em. von Vercelli,
Sekretär
ANMERKUNGEN:
(1) JOHANNES PAUL II., Apostolisches Schreiben Christifideles laici, Nr. 53: AAS 81 (1989), 498.
(2) Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1502.
(3) JOHANNES PAUL II., Apostolisches Schreiben Salvifici doloris, Nr. 11: AAS 76 (1984) 212.
(4) Die Feier der Krankensakramente. Die Krankensalbung und die Ordnung der
Krankenpastoral in den katholischen Bistümern des deutschen Sprachgebietes, Zweite Auflage, Freiburg 1994, Praenotanda, Nr. 2; vgl. Rituale Romanum, Ex Decreto Sacrosancti Oecumenici Concilii Vaticani II instauratum, Auctoritate Pauli PP. VI promulgatum, Ordo Unctionis Infirmorum eorumque Pastoralis Curae, Editio typica, Typis Polyglottis Vaticanis, MCMLXXII, n. 2.
(5) JOHANNES PAUL II., Apostolisches Schreiben Salvifici doloris, Nr. 19: AAS 76 (1984) 225.
(6) JOHANNES PAUL II., Apostolisches Schreiben Christifideles laici, Nr. 53: AAS 81 (1989), 499.
(7) Ebd., Nr. 53: AAS 81 (1989), 499.
(8) Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1511.
(9) Rituale Romanum, Ordo Unctionis Infirmorum eorumque Pastoralis Curae, n. 5.
(10) Rituale Romanum, Ordo Unctionis Infirmorum eorumque Pastoralis Curae, n. 75.
(11) Vgl. Rituale Romanum, Ordo Unctionis Infirmorum eorumque Pastoralis Curae, n. 77.
(12) Vgl. Missale Romanum, Ex Decreto Sacrosancti Oecumenici Concilii Vaticani II instauratum, Auctoritate Pauli PP. VI promulgatum, Editio typica altera, Typis Polyglottis Vaticanis, MCMLXXV, pp. 838-839.
(13) Vgl. Rituale Romanum, Ex Decreto Sacrosancti Oecumenici Concilii Vaticani II instauratum, Auctoritate Ioannis Pauli PP. II promulgatum, De Benedictionibus, Editio typica, Typis Polyglottis Vaticanis, MCMLXXXIV, n. 305.
(14) Vgl. ebd., nn. 306-309.
(15) Vgl. ebd., nn. 315-316.
(16) Vgl. ebd., n. 319.
(17) Rituale Romanum, Ordo Unctionis Infirmorum eorumque Pastoralis Curae, n. 3.
(18) Vgl. KONZIL VON TRIENT, sess. XIV, Doctrina de Sacramento Extremae Unctionis, cap. 2: DH 1696.
(19) AUGUSTINUS, Epistulae 130, VI,13 (= PL, 33,499).
(20) Vgl. AUGUSTINUS, De Civitate Dei 22, 8,3 (= PL 41,762- 763).
(21) Die Feier der heiligen Messe, Messbuch für die Bistümer des deutschen Sprachgebietes, Freiburg 1976, Schlussgebet am 26. Sonntag im Jahreskreis; vgl. Missale Romanum, p. 563.
(22) Ebd., Große Fürbitten, 10; vgl. Missale Romanum, p. 256.
(23) Die Feier der Krankensakramente, Anhang III; vgl. Rituale Romanum, Ordo Unctionis Infirmorum eorumque Pastoralis Curae, n. 75.
(24) GOAR J., Euchologion sive Rituale Graecorum, Venetiis 1730 (Graz 1960), 338.
(25) DENZINGER H., Ritus Orientalium in administrandis Sacramentis, vv. I-II, Würzburg 1863 (Graz 1961), v. II, 497f.
(26) Kommunionspendung und Eucharistieverehrung außerhalb der Messe, Studienausgabe, Freiburg 1976, Nr. 82; vgl. Rituale Romanum, Ex Decreto Sacrosancti Concilii Vaticani II instauratum, Auctoritate Pauli PP. VI promulgatum, De Sacra Communione et de Cultu Mysterii Eucharistici Extra Missam, Editio typica, Typis Polyglottis Vaticanis, MCMLXXIII, n. 82.
(27) Vgl. Rituale Romanum, De Benedictionibus, nn. 290-320.
(28) Vgl. ebd., n. 39.
(29) Und jene, die ihm gemäß can. 381 § 2 rechtlich gleichgestellt sind.
(30) Vgl. KONGREGATION FÜR DIE GLAUBENSLEHRE, Instruktion über einige Aspekte des Gebrauchs der sozialen Kommunikationsmittel bei der Förderung der Glaubenslehre, Libreria Editrice Vaticana, Vatikanstadt 1992.
(31) Vgl. KONGREGATION FÜR DIE GLAUBENSLEHRE, Epistula Inde ab aliquot annis, Ordinariis locorum missa: in mentem normae vigentes de exorcismis revocantur: AAS 77 (1985) 1169-1170.
(32) Vgl. Rituale Romanum, Ex Decreto Sacrosancti Oecumenici Concilii Vaticani II instauratum, Auctoritate Ioannis Pauli PP. II promulgatum, De Exorcismis et Supplicationibus Quibusdam, Editio typica, Typis Polyglottis Vaticanis, MIM, Praenotanda, nn. 13-19.
Kirchliche Rechtsvorschriften für “Heilungsgebete”, charismatische Heilungsgottesdienste etc.
Veröffentlicht: 17. Februar 2013 Einsortiert unter: Pfingstlertum / Charismatik | Tags: Charismatik, Glaubenskongregation, Heilungsgebete, Heilungsgottesdienste, Kardinal Joseph Ratzinger, Rechtsbestimmungen 1 Kommentar »In einer Instruktion der päpstlichen Glaubenskongegration vom 14.9.2000 wurden abschließend verbindliche Bestimmungen erlassen, die sog. “Heilungsgebete” und entsprechende Versammlungen bzw. “Heilungsgottesdienste” etc. regeln. 
Nach eingehenden theologischen Ausführungen enthält das vom damaligen Glaubenspräfekten Joseph Ratzinger und seinem Sekretär Tarcisio Bertone unterzeichnete Dokument präzise kirchenrechtliche (disziplinäre) Bestimmungen zu diesem Themenspektrum, die wir hier vollständig zitieren:
II. DISZIPLINÄRE BESTIMMUNGEN
Art. 1 – Es ist jedem Gläubigen gestattet, in Gebeten Gott um Heilung zu bitten. Wenn solche Gebete in einer Kirche oder an einem anderen heiligen Ort stattfinden, ist es angemessen, dass ein geweihter Amtsträger sie leitet.
Art. 2 – Heilungsgebete gelten als liturgische Gebete, wenn sie in den liturgischen Büchern enthalten sind, die von der zuständigen kirchlichen Autorität approbiert sind; andernfalls handelt es sich um nicht liturgische Gebete.
Art. 3 – § 1. Liturgische Heilungsgebete werden nach dem vorgeschriebe nen Ritus und mit den liturgischen Gewändern gefeiert, die im Ordo benedictionis infirmorum des Rituale Romanum angegeben sind.
§ 2. Gemäß den Praenotanda desselben Rituale Romanum können die Bischofskonferenzen im Ritus der Krankensegnungen nach vorausge hender Prüfung durch den Heiligen Stuhl die Anpassungen vornehmen, die sie für pastoral angemessen oder eventuell notwendig halten.
Art. 4 - § 1. Der Diözesanbischof hat das Recht, für die eigene Teilkirche gemäß can. 34 CIC Normen für liturgische Heilungsgottesdienste zu erlassen.
§ 2. Jene, die für die Vorbereitung solcher liturgischer Feiern zuständig sind, haben sich bei ihrer Durchführung an die genannten Normen zu halten.
§ 3. Die Erlaubnis für diese Gottesdienste muss ausdrücklich gegeben sein, auch wenn Bischöfe oder Kardinäle sie organisieren oder daran teilnehmen. Wenn ein gerechter und entsprechender Grund vorliegt, hat der Diözesanbischof das Recht, einem anderen Bischof gegenüber ein Verbot auszusprechen.
Art. 5 - § 1. Nicht liturgische Heilungsgebete, die auf Grund ihrer Eigenart von liturgischen Feiern unterschieden werden müssen, sind Zusammenkünfte zum Gebet und zur Lesung des Wortes Gottes, über die der Ortsordinarius gemäß can. 839 § 2 CIC wacht.
§ 2. Es ist sorgfältig zu vermeiden, diese freien, nicht liturgischen Gebete mit liturgischen Gottesdiensten im eigentlichen Sinn zu verwechseln.
§ 3. Es ist darüber hinaus notwendig, darauf zu achten, dass beim Ablauf solcher Feiern – vor allem von Seiten jener, die sie leiten – nicht auf Formen zurückgegriffen wird, die dem Hysterischen, Künstlichen, Theatralischen oder Sensationellen Raum geben.
Art. 6 – Über den Gebrauch der sozialen Kommunikationsmittel, vor allem des Fernsehens, während der liturgischen oder nicht liturgischen Heilungsgebete wacht der Diözesanbischof gemäß can. 823 CIC und den Richtlinien, die von der Kongregation für die Glaubenslehre in der Instruktion vom 30. März 1992 erlassen wurden.
Art. 7 - § 1. Unter Beibehaltung der oben angeführten Bestimmungen von Art. 3 und mit Ausnahme der Gottesdienste für die Kranken, die in den liturgischen Büchern vorgesehen sind, dürfen in die Feier der heiligen Eucharistie, der Sakramente und des Stundengebetes keine liturgischen oder nicht liturgischen Heilungsgebete eingefügt werden.
§ 2. Bei den in § 1 erwähnten Feiern besteht die Möglichkeit, in den Fürbitten besondere Gebetsintentionen für die Heilung von Kranken einzufügen, wenn dies vorgesehen ist.
Art. 8 - § 1. Der Dienst des Exorzismus muss gemäß can. 1172 CIC, dem Schreiben der Kongregation für die Glaubenslehre vom 29. September 1985 und dem Rituale Romanum(32) unter Weisung des Diözesanbischofs ausgeübt werden.
§ 2. Die im Rituale Romanum enthaltenen Exorzismusgebete müssen von den liturgischen und nicht liturgischen Heilungsgottesdiensten unterschieden bleiben.
§ 3. Es ist streng verboten, solche Exorzismusgebete in der Feier der heiligen Messe, der Sakramente oder des Stundengebetes einzufügen.
Art. 9 – Jene, die liturgische oder nicht liturgische Heilungsgottesdienste leiten, müssen sich bemühen, in der Versammlung ein Klima echter Andacht zu bewahren, und die notwendige Klugheit walten lassen, wenn unter den Anwesenden Heilungen erfolgen; nach Beendigung der Feier sollen sie etwaige Zeugnisse mit Einfachheit und Sorgfalt sammeln und der zuständigen kirchlichen Autorität vorlegen.
Art. 10 – Der Diözesanbischof hat pflichtgemäß einzugreifen, wenn bei liturgischen oder nicht liturgischen Heilungsgottesdiensten Missbräuche vorkommen und ein offensichtliches Ärgernis für die Gemeinschaft der Gläubigen vorliegt oder wenn schwerwiegend gegen die liturgischen oder disziplinären Normen verstoßen wird.
Papst Johannes Paul II. hat in einer dem unterzeichneten Präfekten gewährten Audienz die vorliegende Instruktion, die in der Ordentlichen Versammlung dieser Kongregation beschlossen worden war, gebilligt und ihre Veröffentlichung angeordnet.
Rom, am Sitz der Kongregation für die Glaubenslehre, am 14. September 2000, dem Fest Kreuzerhöhung.
+ Joseph Kardinal Ratzinger,
Präfekt
+ Tarcisio Bertone S.D.B.,
Erzbischof em. von Vercelli,
Sekretär
Brasilien: Führende charismatische Leiter eines “Wohlstandsevangeliums” sahnen Millionenbeträge ab
Veröffentlicht: 9. Februar 2013 Einsortiert unter: Pfingstlertum / Charismatik | Tags: Brasilien, Charismatiker, Forbes, Kirchenleiter, Pfingstler, Reichtum, Wohlstandsevangelium Schreibe einen Kommentar »In Brasilien scheffeln einige protestantisch-charismatische Kirchenleiter angeblich Millionenbeträge in die eigene Tasche. Es handelt sich durchweg um Leiter von Pfingstkirchen, die ein umstrittenes “Wohlstandsevangelium” predigen. In dem südamerikanischen Land schießen pfingstkirchliche Kreise seit Jahrzehnten wie Pilze aus dem Boden.
Das US-Wirtschaftsmagazin “Forbes” aus New York veröffentlichte am 17. Januar 2013 einen Bericht über die reichsten Pastoren Brasiliens. Die betroffenen Prediger und Kirchenleiter laufen Sturm gegen den Bericht. Einer von ihnen will das Magazin, das sich auf Informationen der brasilianischen Finanzbehörden beruft, wegen Verleumdung und Verletzung des Steuergeheimnisses verklagen.
Pfingstler-Bischof: Vermögen von 708 Mill. Euro
Der reichste Pastor soll Edir Macebo, Bischof der „Universalen Kirche des Reiches Gottes“, mit einem Vermögen von umgerechnet 708 Millionen Euro sein. An zweiter Stelle steht Valdemiro Santiago (164 Millionen); der ehem. Pastor der „Universalen Kirche” gründete die „Weltkirche der Kraft Gottes“.
Auf ihn folgt Silas Malafaia (112 Millionen); der frühere Pastor der pfingstkirchlichen „Versammlungen Gottes“ in Brasilien steht an der Spitze der Kirche „Sieg in Christus“. Das Vermögen des Musikers und Fernsehevangelisten Romildo Ribeiro Soares, Gründer der “Internationalen Kirche der Gnade Gottes”, wird auf 93 Millionen Euro geschätzt. Über 48 Millionen Euro soll das Ehepaar Sonia und Estevam Hernandes Filho verfügen, die an der Spitze der Kirche „Wiedergeboren in Christus“ stehen.
Bei internationalen Zusammenschlüssen der evangelikalen Bewegung wie der weltweiten Evangelischen Allianz und der Lausanner Bewegung für Weltevangelisation stößt die charismatische Verkündigung eines „Gesundheits- und Wohlstands-Evangeliums“ seit langem auf harte Kritik. Es sei nicht mit der Botschaft Christi zu vereinbaren, erklären die bibel- und bekenntnistreuen Protestanten.
Quelle: evangelische Nachrichtenagentur http://www.idea.de
ISRAEL: Endzeitschwärmer warten mit Kameras auf “Christi Wiederkunft”
Veröffentlicht: 17. Oktober 2012 Einsortiert unter: Pfingstlertum / Charismatik, WELTuntergang / ENDzeit | Tags: Antichrist, Charismatik, Endzeiterwartung, Glaubensabfall, Israel, Kirche, Wiederkunft Christi 3 Kommentare »Zwei protestantische Fernsehsender mit charismatischen Endzeitvorstellungen verstärken ihre Präsenz in Israel. Beide warten mit Kameras auf die Wiederkunft Christi: Daystar und TBM (Trinity Broadcasting Network) wollen neue Studios bauen.
Beide Sender begründen ihre Investion damit, daß sie auf keinen Fall die Wiederkunft Christi verpassen wollen, wie das Nachrichtenportal Israelnetz berichtet. “Daystar” installierte bereits eine Webcam, die rund um die Uhr Bilder aufzeichnet.
Daß Christus einst wiederkommen wird in Herrlichkeit, zu richten die Lebenden und die Toten - das ist für Gläubige keine Frage, das bekennen wir im Credo, im Glaubensbekenntnis der Kirche. 
Allerdings gibt es für eine unmittelbar bevorstehende Wiederkunft des HERRN ein klares Hindernis, über das der hl. Apostel Paulus damals bereits die Thessalonicher informierte: Vorher wird nämlich erst der Antichrist erscheinen! – Dazu schreibt der Völkermissionar:
“Laßt euch von niemandem irreführen, denn zuerst muß der Abfall kommen und der Mensch der Sünde offenbar werden, der Sohn des Verderbens…Erinnert ihr euch nicht, daß ich euch dies wiederholt gesagt habe, als ich bei euch war?” (2 Thess 2 ff)
Christen sollten sich also klarmachen, daß dem Kommen unseres Erlösers ein allgemeiner Glaubensabfall vorausgeht (siehe auch die Aussage Christi: “Wenn ich wiederkomme, werde ich noch Glauben finden auf Erden?”) und nicht etwa ein großes christliches Friedensreich, eine weltweite fromme “Erweckung” oder ähnliche charismatische Siegesmeldungen, wie sie dem christlichen Ohr schmeicheln.
Der wahre “Triumph” der Kirche liegt nicht in äußeren Erfolgen, in Macht und Gepränge, in Massen und Zahlen, sondern in ihrem Zeugnis für den Ewigen, auch wenn dies durch eine “kleine Herde” geschieht; der wirkliche “Sieg” der Kirche besteht vor allem in ihren tapferen Bekennern und Märtyrern - gewiß eine “harte” Wahrheit, wer mag sie hören?
Charismatiker und Endzeit-Enthusiasten bestimmt nicht gerne, sie schwärmen lieber von einem kommenden herrlichen “Gottesreich” auf Erden, obwohl Christus bereits vor Pilatus klarstellte: “Mein Reich ist nicht von dieser Welt.”
Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster
Foto: Petrusbruderschaft
“
Anmerkungen zu einer Ansprache von Sr. Margaritha Valappila (“Haus Raphael”)
Veröffentlicht: 7. Oktober 2012 Einsortiert unter: Haus St. Raphael, Pfingstlertum / Charismatik, Valappila Margarita | Tags: Charismatik, Haus St. Raphael, Margaritha Valappila 5 Kommentare »Das Anprangern heimlicher Sünden anderer Menschen stammt nicht aus Gottes Geist
Im hessischen Bad Soden-Salmünster befindet sich das “Evangelisationszentrum” der aus Indien stammenden Nonne Sr. Margaritha Valappila.
Im dortigen Haus Raphael – das sich laut bischöflicher Verfügung nicht “katholisch” nennen darf - finden seit vielen Jahren charismatische Gebetstage und Exerzitien statt.
Die - eigenen Angaben zufolge – “geistgeführte” Ordensfrau hält dort regelmäßige Ansprachen am Predigtpult neben dem Altar, vor allem im Rahmen sogenannter Gebetstage, die oft gut besucht sind, zumal auch katholische Kreise zunehmend von einer “charismatischen Welle” erfüllt sind, wie man dies früher vor allem aus pfingstlerisch-protestantischen Konfessionen kennt.
Im Internet sind einige Vorträge von Sr. Valappila verfügbar, darunter ihre Ansprache vom 12.5.2008 in Bad Soden-Salmünster; diese Rede enthält einige typisch schwarmgeistige Merkmale, weshalb es sinnvoll sein mag, sie beispielhaft aufzugreifen und zu analysieren:
Die Ansprache der teilweise durchaus charmant wirkenden, mitunter recht salopp daherredenden und ständig schmunzelnden Nonne steht unter dem bezeichnenden Motto “Sende aus Deinen Geist”.
Dabei spricht sie mehrfach von einer “Geistaussendung”, meint aber damit nicht etwa das Sakrament der Firmung, sondern vielmehr spezifisch charismatische Phänomene wie das von ihr ausdrücklich erwähnte “Ruhen im Geist” (Rückwärtskippen in einer Art Trance) oder das Zungenreden.
So fragt sie auch in diesem Vortrag ihre Zuhörer direkt, wer von ihnen denn diese “Geistesgabe” des Zungenredens besitze, worauf sich etwa ein dutzend Personen melden, denen sie zusagt, hier sei der Heilige Geist wirksam.
Es geht dieser Ordensfrau also ersichtlich nicht um die – in der Firmung sakramental geschenkten - Sieben Gaben des Heiligen Geistes, die bereits der Prophet Jesaja als Eigenschaften des Messias erwähnt - und die da lauten: 
Von diesen doch recht verstandesbetonten, “vernunftfreundlichen” Gaben ist in Sr. Valappilas Vortrag kein einziges Mal die Rede.
Im Gegenteil:
Sr. Valappila weist ihre Zuhörer mehrfach eindringlich darauf hin, daß man diese “Geistesgaben” (also charismatische Phänomene) nur empfangen könne, wenn man - so wörtlich – “die Intelligenz abschaltet”.
Das sei Voraussetzung für eine echte “Offenheit” gegenüber den Gaben von oben. Es sei daher für “studierte Leute” schwerer, so die Nonne, die Gaben des Hl. Geistes zu erhalten.
Damit widerspricht sie de facto der kirchlichen Lehre über den Heiligen Geist und seine Gaben, die den Verstand bzw. die Intelligenz nicht aus- oder abschalten, sondern vielmehr erleuchten und stärken (siehe die Auflistung der Sieben Gaben des Hl. Geistes).
Schwester Valappila selber sieht sich als geistgeführte Prophetin und sagt wörtlich von sich (auch in dieser Ansprache): “Der Heilige Geist lehrt mich!” – und zwar tags und nachts, wie sie ausdrücklich versichert.
Wozu bedarf diese Ordensfrau dann eigentlich noch der Lehre der Kirche? Wird sie doch direkt von “oben” belehrt und geleitet!
Sr. Valappila pflegt zudem eine recht eigenwillige Bibelauslegung, wobei schnell deutlich wird, daß sie die Heilige Schrift ganz durch ihre charismatische Brille betrachtet.
So zitiert sie - typisch für die Schwärmerszene - mehrfach “Joel 3″ aus dem Alten Testament, seit langem d i e TOP-Bibelstelle protestantischer Charismatiker – doch seit ca 20 Jahren erfreut sich “Joel 3″ auch in der katholischen Euphoriker-Bewegung wachsender Beliebtheit.
Die erwähnte biblische Aussage lautet wie folgt:
“Ich werde meinen Geist ausgießen über alles Fleisch. Eure Söhne und Töchter werden weissagen, eure Greise werden Träume haben, eure jungen Männer werden Visionen sehen – und selbst über Knechte und Mägde werde ich in jenen Tagen meinen Geist ausgießen” (Joel 3,1 f.)
Sr. Valappila bezieht diese AT-Prophetie ausdrücklich auf die heutige Zeit mit ihren weitverbreiteten charismatischen Vorgängen.
Derartige Phänomene sind aber keineswegs eine Erfüllung von Joel 3, denn diese biblische Ankündigung wurde durch Pfingsten bereits im wesentlichen erfüllt. Der hl. Apostel Petrus selber verweist auf diese AT-Verheißung (Apg. 1,16 f) zur Erklärung der damaligen Geistausgießung in Jerusalem.
Sodann plaudert Sr. Valappila während ihres Vortrags mehrfach auf dem Nähkästchen ihrer Erfahrungen. Dabei stößt es unangenehm auf, daß sie bestimmte Personen - wenngleich ohne Namensnennung - gleichsam an den Pranger stellt und sich über sie lustig macht, wobei viele Zuhörer mitlachen bzw. hörbar kichern.
So berichtet sie beispielsweise von einem jungen Mann, dem sie in einer Gebetsgruppe aufgrund einer – wie sie meint – Eingebung des Heiligen Geistes direkt zugesagt habe, daß er sich einmal in einen Hindu-Tempel begeben habe. Der Betroffene habe die Ohren zugehalten und ausgerufen, woher Gott das denn wissen könne…?! - Worauf die Nonne nun in ihrer Ansprache bekräftigt: “Gott weiß alles! – Halleluja!” - was sodann von vielen Zuhörern dreimal laut wiederholt wird.
Freilich stellt sich hier - bei Licht betrachtet - die Frage: Warum sollte ausgerechnet der “Geist Gottes” solch unnötige Anprangerungen vor versammelter Mannschaft bewirken?
Derartige hellseherische bzw. ähnlich irrgeistige Phänomene gab es immer schon in sektiererischen und schwarmgeistigen Bewegungen, etwa bei den sog. “Inspirierten” im 18. Jahrhundert - oder in der Pfingstbewegung und ihren Ausläufern.
Die kath. Kirche praktizierte aus gutem theologischen Gründen und aus pastoraler Feinfühligkeit niemals eine “öffentliche Beichte” – es gab sie auch nicht in den ersten Jahrhunderten der Kirchengeschichte (sondern lediglich eine öffentliche Exkommunikation bzw. Buße bei besonders schweren Vergehen wie Mord, Glaubensabfall oder Ehebruch).
Erst recht ist es respektlos und lieblos, sich über persönliche Fehler anderer Menschen und ihre beschämte Reaktion bei deren “hellseherischer” Aufdeckung öffentlich zu belustigen und derlei Vorgänge zwecks eigener Selbstdarstellung zu präsentieren. Mag diese (Un-)Art der Anprangerung auch in eher salopper Form geschehen, so finde ich dies gleichwohl unfair bis unverfroren.
Unangemessen erscheint mir zudem in Sr. Valappilas Ansprache das flapsige Sprücheklopfen und die Tendenz zum Dauergrinsen bei ernsten Themen wie Hölle, Tod und Teufel.
Daß dieser charismatische Vortrag abschließend mit der unvermeidlichen “Lobpreismusik” endet, versteht sich am Rande – wobei sich viele Teilnehmer klatschend und tänzelnd um den Altar versammeln. 
Halleluja-Christentum ohne Kreuz
Die vielgerühmten charismatischen Lobpreislieder sind inhaltlich oft sehr dünn, mitunter bestehen sie aus einer bl0ßen Aneinanderreihung von ca 50 Wiederholungen eines Halleluja-Rufens - siehe zB. hier den letzten Song beim Auftritt dieser Lobpreisgruppe Rexband im “Haus Raphael”: http://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=0Y0KhXYM0Oo
Außerdem ist die Lobpreiswelle theologisch einseitig, denn sie orientiert sich oberflächlich an einem euphorischen Halleluja-Christentum ohne Kreuz: vom Leiden, vom Opfer Christi ist selten die Rede, die triumphalistisch-gefühlsseligen Lieder berauschen sich lieber an den “Herrlichkeiten” des Glaubens, die sicher auch ihre Berechtigung haben – aber nicht ohne das Kreuz, denn dort auf Golgotha geschah der wahre Sieg unseres Erlösers über Hölle, Tod und Teufel!
Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster
Link zum zitierten Vortrags-Video: http://de.gloria.tv/?media=142816
Fotos: Dr. Bernd F. Pelz
Kardinal Schönborn veranstaltete im Wiener Stephansdom eine Medjugorje-Werbefeier
Veröffentlicht: 5. Oktober 2012 Einsortiert unter: Medjugorje, Schönborn Christoph (Kardinal) | Tags: Christoph Schönborn, Medjugorje, Stephansdom 31 Kommentare »Am Dienstag voriger Woche (25.9.) ließ der Wiener Erzbischof im Stephansdom – wie alle Jahre wieder - die kirchlich nicht anerkannten Erscheinungen von Medjugorje hochleben und hochfeiern.
Passenderweise erlebte Ivan Dragicevic dort an Ort und Stelle nachmittags im prallvollen Dom seine Marienvision, wobei sie den Gläubigen vor dem Rosenkranzgebet angekündigt wurde und dann auch “zur rechten Zeit” stattfand.
Hinterher erklärte der heute 47-jährige Familienvater, die Madonna “fordere” von den Katholiken die monatliche Beichte. - Die Kirche hingegen verlangt von ihren Gläubigen lediglich die jährliche Beichte - die wirkliche Gottesmutter kommt gewiß nicht auf die Erde, um Kirchengebote zu ändern bzw. massiv zu verschärfen. (Eine “Empfehlung” der Monatsbeichte steht auf einem anderen Blatt und wäre natürlich grundsätzlich zu bejahen.)
Dieser Medjugorje-”Seher” Ivan lebt seit 1994 in Boston (USA), wohnt in einer Villa und ist mit einer ehem. Schönheitskönigin verheiratet.
Kardinal Christoph Schönborn gab seine begeisterten Eindrücke von diesem “Medjugorje-Friedensgebet” in der Tageszeitung Heute zum Besten; dort schrieb er: 
“So voll habe ich den Dom, die Stephanskirche, selten gesehen.”
Das ist typisch für jene sensationslüsterne “Religiösität”, die sich vor allem an Gefühlen und Erlebnissen orientiert, weniger an der kirchlichen Lehre und den hl. Sakramenten:
Wenn eine angebliche “Erscheinung” geboten wird, ist der Dom “so voll wie selten”, gefüllt mit mehreren tausend Gläubigen – und das mitten in der Woche, was ansonsten selbst die Sonntagsmesse nicht schafft.
Der Erzbischof schreibt in der erwähnten Tageszeitung außerdem, daß in der Medjugorje-Feier “eine unbeschreibliche Atmosphäre der Sammlung, der Freude, der Fürbitte geherrscht” habe.
Auch hier zielt er auf den Gefühlsbereich ab, auf das Atmosphärische, wenngleich unter frommen Vorzeichen.
Zu Medjugorje selbst erklärt der erscheinungsbewegte Kardinal:
“Was sich dort seit Juni 1981 abspielt, gehört zu den erstaunlichsten Phänomenen unserer Zeit”.
Dem wird man als Kritiker kaum widersprechen wollen, wenngleich man dieses “Phänomen” ganz anders bewertet.
Höchst bedenklich ist es, daß Erzbischof Schönborn eine “Privatoffenbarung”, die kirchlich nicht anerkannt ist, wie selbstverständlich als feste Tatsache hinstellt - schreibt er doch in der Tageszeitung “Heute” Folgendes:
“Sechs Jugendliche haben Erscheinungen der Muttergottes, die sich “Königin des Friedens” nennt. Aus dem armen, stillen Dorf in den kargen Bergen Herzegowinas ist einer der größten Wallfahrtsorte auf Erden geworden. Monatliche “Botschaften” der Muttergottes gehen um die Welt.”
Abschließend stellt er begeistert fest, “dass in Medjugorje viele kleine und große Wunder geschehen. Ich bin selber Zeuge davon. Es ist ein Ort, wo der Himmel die Erde berührt.”
Damit greift der Kardinal dem noch ausstehenden Urteil der Gesamtkirche (Vatikan) vor - und er widerspricht zudem den ablehnenden Erklärungen von Ortsbischof Peric sowieso dessen Vorgänger Zanic. Auch die jugoslawische Bischofskonferenz verweigerte Medjugorje bereits vor über 20 Jahren ihre Anerkennung.
Papst Benedikt gehört ebenfalls seit Jahrzehnten zu den Skeptikern, wobei er den Wiener Erzbischof schon im Januar 2010 deutlich ermahnte - offenbar vergeblich, wie Schönborns Medju-Werbefeiern Jahr für Jahr dokumentieren.
Näheres über die päpstliche Rüge hier: http://charismatismus.wordpress.com/2011/06/05/kardinal-schonborn-entschuldigt-sich-bei-bischof-peric/
Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster
Englischer Info-Artikel von Prof. Louis Bélanger über Medjugorje-Pater Tomislav Vlasic: http://en.louisbelanger.com/2012/02/09/medjugorje-the-unbearable-sadness-of-duping-the-faithful-2-fr-laurentins-fabrication-concerning-the-father-of-a-nuns-child-part-1-the-libel-4/
Foto: Dr. Bernd F. Pelz




