Irreführende Botschaften der „Seherinnen“ Vassula Ryden und Myrna Koubet al-Akhras

Von DDr. Wolfgang F. Rothe

„Zu allen Zeiten ist der Kirche das Charisma der Prophetie gegeben, die geprüft werden muss, aber auch nicht verachtet werden darf“,  schreibt Kardinal Joseph Ratzinger in einem Kommentar, der im Jahr 2000 zusammen mit der „Botschaft von Fatima“ veröffentlicht wurde.  Rothe_Benedikt_Lit_Vers

Der Maßstab für die Echtheit und Bedeutung einer jeden Prophetie, mystischen Erfahrung und Privatoffenbarung ist das der Kirche anvertraute Glaubensgut.

BILD: Unser Autor, der katholische Priester und Kirchenrechtler Dr. Dr. Wolfgang Rothe (München), überreichte Papst Benedikt sein Buch “Liturgische Versöhnung”

Eine Privatoffenbarung kann nur dann und nur insoweit echt sein, so der damalige Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre, als sie nichts enthält, „was dem Glauben und den guten Sitten entgegensteht“.

Zu fragen und prüfen, ob eine bestimmte Privatoffenbarung mit dem Glauben übereinstimmt, ist daher kein Frevel, sondern ein Dienst am Charisma der Prophetie in der Kirche.

1. Einheit der Kirche / Einheit der Christen nach der katholischen Glaubenslehre

Unter den zahlreichen als Privatoffenbarung verbreiteten „Botschaften“ finden sich seit einigen Jahren vermehrt auch solche, die die Wiederherstellung der Einheit unter allen Christen zum Thema haben.

Wenngleich dieses Anliegen in den meisten Privatoffenbarungen der Vergangenheit und insbesondere auch bei den von der Kirche anerkannten eine eher geringe Rolle gespielt hat, ist dies an sich noch kein Grund, an ihrer Echtheit zu zweifeln  –  im Gegenteil: afc127c26a

Nach dem Glaubensbekenntnis von Nizäa-Konstantinopel gehört die Einheit zu den Wesensmerkmalen der Kirche und bildet damit einen Bestandteil des ihr anvertrauten Glaubensguts.

Wenn eine Privatoffenbarung dazu beiträgt, das Bewusstsein der Gläubigen für die Bedeutung der kirchlichen Einheit zu stärken, ist dies durchaus zu befürworten.

Einheit ist bereits Wesensmerkmal der Kirche  

Dasselbe gilt für die Bemühungen zur Überwindung der bestehenden Spaltungen und zur Wiederherstellung der Einheit unter den Christen. Eben weil die Einheit zum Wesen der Kirche gehört, hat das Zweite Vatikanische Konzil im Dekret über den Ökumenismus erklärt:

„Die Sorge um die Wiederherstellung der Einheit ist Sache der ganzen Kirche, sowohl der Gläubigen, wie auch der Hirten, und geht einen jeden an, je nach seinen Fähigkeiten“.

Dementsprechend enthält auch der geltende Codex des kanonischen Rechts (Kirchenrecht) in can. 755 § 1 die lapidare Festjesus in der synagoge von nazarethstellung, dass „die Kirche kraft des Willens gehalten“ ist, die Wiederherstellung der Einheit unter allen Christen zu fördern.

Wohlgemerkt: nicht die Einheit der Kirche, sondern die Einheit der Christen gilt es anzustreben.

Würde man nämlich davon ausgehen, dass die eine und einzige von Christus gegründete Kirche ihre ursprüngliche Einheit verloren hätte und in einzelne, mehr oder weniger gleichwertige Teile zerfallen wäre, dann könnte die Einheit wohl kaum länger als Wesensmerkmal der Kirche gelten.

Demgegenüber ist festzuhalten, dass es (nur) eine einzige von Christus gegründete Kirche gibt  –  und diese von ihrem Wesen her eine und einzige Kirche besteht in der katholischen Kirche.

Kein Ökumenismus des “kleinsten Nenners”

Von daher ist dem großen Anliegen der Wiederherstellung der Einheit unter allen Christen kaum etwas abträglicher als die gar nicht so selten anzutreffende Vorstellung, das Ziel des Ökumenismus bestünde in der Einigung und Zusammenführung der verschiedenen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften (einschließlich der katholischen Kirche) in einer künftigen, neu zu bildenden (und damit von der katholischen Kirche verschiedenen) ökumenischen Kirchengemeinschaft.

Damit würde man den Ökumenismus nämlich auf ein mehr oder weniger diplomatisch-kirchenpolitisches Unterfangen reduzieren, dessen Fundament und Maßstab nicht mehr im unverkürzten und unverfälschten Glaubensgut, sondern in Einigung und Kompromiss auf der Grundlage des kleinsten gemeinsamen Nenners und damit auf Kosten der Wahrheit bestehen würde.

2. Einheit der Kirche / Einheit der Christen nach Vassula Ryden

Derartige Vorstellungen von kirchlicher Einheit und Ökumene wurden lehramtlicherseits stets entschieden zurückgewiesen  –  nicht zuletzt auch dann, wenn sie mit dem Anspruch verbreitet wurden, auf einer Privatoffenbarung zu beruhen.  

So sah sich etwa die Kongregation für die Glaubenslehre am 6. Oktober 1995 veranlasst, eine Mitteilung (Notifikation) zu den angeblichen Privatoffenbarungen zu veröffentlichen, die eine gewisse Vassula Ryden empfangen zu haben behauptete.

Die in den „Botschaften“ dieser „Seherin“ enthaltenen Irrlehren bestanden nicht zuletzt in der zukünftigen Erwartung einer Art „panchristlichen Gemeinschaft“, einem ökumenischen Zusammenschluss aller christlichen Konfessionen unter Einbeziehung der katholischen Kirche.

VASSULA und die “ökumenische Unordnung”

Darüber hinaus rief Frau Ryden mitunter auch dadurch Verwirrung unter den Gläubigen hervor, dass sie  –  obwohl der griechisch-orthodoxen Kirche angehörend  –  unterschiedslos an den Sakramenten der katholischen Kirche teilnahm. 1547 - Kopie

Offenbar hielt sie sich für berechtigt, die von ihr propagierte künftige Kirchengemeinschaft gleichsam im vorauseilenden Gehorsam vorwegzunehmen und sich über jede kirchenrechtliche Ordnung hinwegzusetzen.

Auf diese Weise, erklärte die Kongregation für die Glaubenslehre unter ihrem damaligen Präfekten Kardinal Joseph Ratzinger, verursache Frau Ryden „ökumenische Unordnung“. In Anbetracht all dessen wurden die Gläubigen eindringlich ermahnt, die angeblichen Privatoffenbarungen von Frau Ryden „nicht als übernatürlich zu betrachten und den Glauben, den der Herr der Kirche anvertraut hat, rein zu bewahren“.

3. Einheit der Kirche und Einheit der Christen nach Myrna Koubet al-Akhras

„Einigt euch!“ – so lautet die zentrale und zunächst einmal unverdächtige „Botschaft“ von Myrna Koubet al-Akhras, die seit geraumer Zeit auch im deutschsprachigen Raum großer Bekanntheit erfreut.

Die Spirale von Hass und Gewalt in der Welt könne nur dadurch unterbrochen werden, so die aus Syrien stammende „Seherin“, dass die Menschen sich einigen, Frieden schließen und in Liebe miteinander umgehen.

Myrna, wie die „Seherin“ von ihren Anhängern kurz genannt wird, sieht sich von Gott berufen, die Menschen für das Anliegen der Einheit zu gewinnen. Die Christen sollen dabei mit gutem Beispiel vorangehen, indem sie sich für die Überwindung der konfessionellen Unterschiede und die Wiederherstellung der Einheit einsetzen.

Der an und für sich löbliche Aufruf, sich zu einigen, ist in diesem Zusammenhang jedoch zumindest missverständlich.

MYRNA und die ersehnte “Kirche der Einheit”

Das Ziel des Ökumenismus ist nicht Einigung, sondern Einheit, nicht Kompromiss, sondern Erkenntnis der Wahrheit. Sayn-Abteikirche-DSC_0195-2

Die Einheit, die es anzustreben gilt, ist keine neu zu schaffende Einheit, sondern jene, die zum Wesen der einen und einzigen von Christus gegründeten Kirche gehört, die auf dem Fundament des unverkürzten und unverfälschten katholischen Glaubensguts beruht und die in der katholischen Kirche von jeher bewahrt wurde.

In den „Botschaften“ Myrnas ist hingegen immer wieder von einer erst noch zu gründenden (!) Kirche der Einheit die Rede. Dabei entsteht der Eindruck, als sei diese zukünftige Kirche etwas von den gegenwärtig bestehenden Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften Verschiedenes, etwas Verschiedenes auch von der katholischen Kirche.

Damit würde die Unzerstörbarkeit der in der katholischen Kirche bestehenden Kirche Christi ebenso in Frage gestellt wie die in ihrem Wesen begründete Einzigkeit und Einheit.

Die Kirche Christi ist nicht “gespalten”

Ganz auf dieser Linie liegt auch die in Myrnas „Botschaften“ regelmäßig enthaltene Klage darüber, dass die Kirche gespalten sei. Gespalten ist die Christenheit, nicht die Kirche. Nicht die Einheit der Kirche gilt es wiederherzustellen, sondern die Einheit der Christen. 0018

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass eine auf der Grundlage gegenseitiger Einigung zu gründende Kirche, wie sie in den „Botschaften“ Myrnas propagiert wird, mit dem katholischen Kirchenverständnis nicht zu vereinbaren ist.

Die diesbezüglichen Vorstellungen der syrischen „Seherin“ gleichen in frappierender Weise jener „panchristlichen Gemeinschaft“, wie sie einst von Vassula Ryden propagiert und von der Kongregation für die Glaubenslehre mit Nachdruck verworfen wurde.

Wenngleich im Rahmen der vorliegenden Ausführungen nur ein einzelner Aspekt aus den „Botschaften“ der „Seherin“ Myrna Koubet al-Akhras herausgegriffen und kritisch hinterfragt wurde, ist in jedem Fall Vorsicht vor einer neuerlichen „ökumenischen Unordnung“ geboten.

Ein abschließendes Urteil bleibt freilich dem Lehramt der Kirche vorbehalten.

 


Sachbuch entlarvt “neue Zugänge” zu Gott als alte Methoden der Verführung

Von Andreas Späth

Buch-Daten: Thorsten Brenscheidt. „Spürst du Gott schon oder liest du noch die Bibel? – Neue Trends unter Evangelikalen. Lichtzeichen-Verlag 2014, 334 Seiten, 9,95 Euro, ISBN 978-3-869541-53-2

Seit einiger Zeit gibt es eine Reihe regelrechter Stars in der christlichen Szene, deren Bücher rasenden Absatz finden, deren Veranstaltungen bestens besucht sind. Ihre Verkündigung wird viel gelobt. Aber  –  ist diese Verkündigung biblisch fundiert? 548153

Dieser Frage ist der Autor, dessen Buchtitel an den Werbeslogan einer bekannten Möbelkette erinnert, akribisch nachgegangen.

Er vergleicht Aussagen von Joyce Meyer, Max Lucado und Anselm Grün – um nur einige zu nennen, mit den Aussagen der Heiligen Schrift.

Weiter noch, Brenscheidt vergleicht die Stellung dieser Autoren zur Hl. Schrift. Mit erschütternder Klarheit legt er die alten Schwärmereien bei den neuen „Stars“ der christlichen Szene frei und entlarvt neue Zugänge zu Gott als alte Methode der Verführung.

Mit Luther stellt er fest: „Diejenigen, welche Offenbarungen und Träume im Munde führen und suchen, sind Gottes Verächter, da sie mit seinem Wort nicht zufrieden sind. Ich erwarte in geistlichen Dingen weder eine Offenbarung, noch Träume; ich habe das klare Wort; deshalb mahnt Paulus (Gal. 1,8), man solle sich daran hängen, auch wenn ein Engel vom Himmel anders lehrte.“

Diese anderen Lehren klingen indes so menschenfreundlich, verständnisvoll und kommen unseren Bedürfnissen so sehr entgegen.

„Das Leben genießen“ wird als Schwerpunkt christlicher Existenz verkauft. Was dazu wohl die Geschwister in der Verfolgung zu sagen hätten?

Bei Joyce Meyer dreht sich z.B. vieles um das ‚Selbst‘: „Selbstliebe, Selbstfürsorge, Selbstbewusstsein, Selbstverwirklichung“  –  von Selbstverleugnung und Kreuzesnachfolge liest man da wenig. 0018

Ebenso deckt Brennscheidt die Parallelen mancher „christlicher“ Autoren zur Esoterik auf und belegt mit zahlreichen Zitaten, wie versucht wird, aus Gott mitunter eine Art „Wunschautomat“ zu machen.

Leider muss man nach der Lektüre des Buches feststellen, dass offenbar auf nicht wenige Christen zutrifft, wovon Paulus mahnend und warnend im 2. Timotheusbrief (4,3ff.) schrieb:

„Denn es wird eine Zeit kommen, da sie die heilsame Lehre nicht ertragen werden; sondern nach ihren eigenen Gelüsten werden sie sich selbst Lehrer aufladen, nach denen ihnen die Ohren jucken, und werden die Ohren von der Wahrheit abwenden und sich den Fabeln zukehren.“

Und er nennt auch gleich das notwendige Antidot: „Predige das Wort, steh dazu, es sei zur Zeit oder zur Unzeit; weise zurecht, drohe, ermahne mit aller Geduld und Lehre.“

Ein wichtiges Buch zur richtigen Zeit, dem eine weite Verbreitung zu wünschen ist.
 
Unser Autor Andreas Späth ist Leiter der evangelikalen “Kirchlichen Sammlung um Bibel und Bekenntnis” (KSBB) in Bayern, Postfach 1131 in 91502 Ansbach, Tel.:09871-444-956, Fax: 09871-444-954, E-Mail: ksbb-bayern@gmx.net

Dieses fundierte und lesenswerte Buch kann hier direkt bestellt werden: http://lichtzeichen-shop.com/Neuheiten/Spuerst-du-Gott-schon-oder-liest-du-noch-die-Bibel.html

Erstveröffentlichung dieses Beitrags in der Zeitschrift “Diakrisis” (Nr. 5/2014), herausgegeben von der Internationalen Konferenz bekennender Gemeinschaften

 

 


Bischof Pavao Zanic: “Mamma Ebe” als warnendes Beispiel für Falschmystik

Ebe Giorgini aus Italien ist die Gründerin eines kirchlich nicht anerkannten Frauen-“Ordens”; sie erblickte 1934 in Bologna das Licht der Welt. Die angebliche Heilerin und Seherin wurde wegen Betrug und mißbräuchlicher “Heilkunst” 2008 zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt.   Tzanic

Die aufsehenerregenden Vorgänge um diese Falschmystikerin veranlaßten den italienischen Regisseur Carlo Lizzani zu einem reißerischen Kinofilm unter dem Titel “Mamma Ebe”.

Im Sinne einer Warnung vor falschen Sehern, Heilern und “Stigmatisierten” weist auch Bischof Pavao Zanic (siehe Bild) von Mostar auf diesen Fall hin  –  und zwar in seiner Stellungnahme gegen Medjugorje; dort findet sich seine Darstellung der vermeintlichen Visionärin “Ebe”  unter Punkt 26 (siehe hier der vollständige Artike: http://charismatismus.wordpress.com/2011/06/03/warnung-vor-medjugorje/).

Dieser Bischof aus Bosnien-Herzegowina war anfangs ein Befürworter von Medjugorje, bis er sich unter dem Gewicht vieler Fakten und eigener unerquicklicher Erfahrungen mit den dortigen “Sehern” zu einem Gegner wandelte. 

Auch sein Nachfolger, der für die Pfarrei Medjugorje zuständige Oberhirte Dr. Ratko Peric, ist ein entschiedener Kritiker der angeblichen “Marienerscheinungen” von Medjugorje.

Hier folgen nun die Ausführungen von Bischof Zanic zur Causa “Mamma Ebe”:

“Die Italiener kennen gut die Geschichte von Gigliole Ebe Giorgini, Gründerin des falschen Ordens “Pia Opera di Gesu Misericordioso”. Diese Frau ist geschieden und hat wieder zivil geheiratet. Sie betrieb Pseudomedizin, sammelte Mädchen für ihren Orden, erhielt viel Geld und hatte mehrere Häuser.

In ihrem Dienst waren auch zwei Priester. Sie selbst führte ein Doppelleben und trug falsche Stigmen, die sie sich selbst angebracht hatte. Ihre ‘Schwestern’ folgten ihr fanatisch und nannten sie ‘Mamma Ebe’.

In ihrem Orden befanden sich auch männliche Geistliche. Aber einige ‘Schwestern’, die sie verlassen hatten, erzählten, daß sie ein unmoralisches Leben führe. Als ‘Ordensgründerin’ hatte sie viel Schmuck, Geld, zwei Jachten, mehrere Pelzmäntel usw.

In der Kirche klagten viele sie an; andere verteidigten sie fanatisch und beriefen sich auf gute Früchte. So erhielt sie Lob und Anerkennung von zwei Bischöfen.

Zweimal war die Polizei nachts in ihr Zimmer im Mutterhaus eingedrungen und hatte sie mit einem ihrer Studenten der Theologie ‘in flagranti’ ertappt. Es kam zum Skandal.

Zweimal wurde sie zu mehreren Jahren Haft verurteilt, zusammen mit einem Franziskaner, der ihr Beichtvater war. Die Zeitungen belustigten sich jahrelang über ihre Skandale. Es wurde darüber ein schmutziger Film produziert. Trotzdem verteidigten sie ihre ‘Schwestern’ fanatisch und blindlings. Das taten sie auch noch, nachdem der Orden zerstört war.

Für sie war diese Frau eine Heilige, die Berufungen sammelte, und das war ein Argument für viele: An ihren Früchten wird es offenbar, daß sie Gott dient?”

Bild: Bistum Mostar


Mit der “Wahrheit” lügen: Die charismatische Versuchung Christi in der Wüste

Wenn sich die Finsternis als Licht präsentiert

Der Bericht von der Versuchung unseres HERRN in der Wüste findet sich sowohl im Lukas- wie im Matthäus-Evangelium. Am heutigen 1. Fastensonntag wird diese Begebenheit sowohl in der überlieferten Meßform wie auch in der üblichen “neuen Messe” vorgelesen.

Daß Christus diese Anfechtungen durch den Satan gerade in der Wüste erlebt, ist kein Zufall. Die Wüste ist einerseits ein Ort des Rückzugs und der Besinnung, des Gebets und der Verinnerlichung. Jesus geht erst in die Wüste, bevor er sein öffentliches Wirken beginnt.  Duccio

Zugleich ist die Wüste aber auch ein Ort des Ringens, der Anfechtung, Läuterung und Reifung. Die 40 Tage des Fastens Christi erinnern an die 40 Jahre Wüstenwanderung des Volkes Israel: dort empfingen sie durch Moses die Zehn Gebote, dort erlag das Volk der Versuchung durch das “Goldene Kalb”, dort standen die Hebräer immer wieder vor der Frage, sich für oder gegen Gott, für oder gegen seine Gebote zu entscheiden.

Auch für unseren HERRN in seiner menschlichen Natur erwies sich die Wüste als Ort der Entscheidung, Prüfung und Bewährung. Christus widerstand dem satanischen Versucher, war ER doch in die Welt gekommen, “um die Werke des Teufels zu zerstören”, wie es in der Hl. Schrift heißt.

Der Satan hat allerdings viele Gesichter  –  nicht nur ein „weltliches“ oder „fleischliches“ Gesicht, auch ein „geistliches“.

Wenn der Widersacher es nicht mit Ungläubigen oder Abständigen zu tun hat, sondern mit der frommen Schar, zieht er sich ein entsprechend „rechtgläubiges“ Gewand an. Würde er seine höllische „Visitenkarte“ vorzeigen, könnte er gleich einpacken. 

Satan verkleidet sich als “Engel des Lichts”

Wenn der Versucher sich als „Engel des Lichtes“ verkleidet, besonders „geistlich“ und überfromm gebärdet, ist besondere Vorsicht angesagt. Mit anderen Worten: der Diabolus ist “nomen est omen” ein Durcheinanderbringer, er kann auch mit der „Wahrheit“ lügen und siegen!

Jesus Christus und damit Gott selbst ist gegen solch raffinierte Lügengespinste natürlich gefeit. Gleichwohl hat der Allmächtige es „zugelassen“, daß der Erlöser in der Wüste vom Teufel versucht wurde, war dies doch zugleich eine Demonstration des göttlichen Sieges über die Hölle   –  und zwar durch Jesus in seiner menschlichen Natur.

Es ist schon aufschlußreich, auf welche Weise sich der Widersacher in der Wüste präsentierte, um Christus von seinem messianischen Auftrag als „Leidensknecht“ abzubringen und ihm eine Art „Siegermentalität“ einzureden, die von Triumph zu Triumph schreitet, begleitet von sensationellen Großtaten und Schauwundern. kleines-rituale

Der natürliche, erbsündenbelastete Mensch schreckt vor dem Leiden zurück, er schleicht sich am Kreuz vorbei und wünscht eine „Halleluja“-Religion, die ohne Opfer zur Herrlichkeit führt. Die Annahme des Kreuzes ist dem Menschen nicht möglich ohne die Gnade Gottes, ohne übernatürliche Kraft von oben.

Interessanterweise wird Christus vom Teufel ausgerechnet in der Wüste versucht, wo er sich zum strengen Fasten zurückzog  – und zwar am Ende dieser Fastentage, als Christus unter Hunger litt.

Glaubt man den Vorstellungen manch frommer Kreise, dann ist man nach langer Askese (Abtötung, Verzicht) besonders gefeit vor dem Satan, befindet man sich doch angeblich in einem überlegenen geistlichen Zustand.

Listige Verführung zum Hochmut

Aber kann nicht gerade diese „Überlegenheit“ in Verbindung mit (un)geistlichem Hochmut zum Sturz führen?  – Ist nicht die scheinbar „geisterfüllte“, die charismatische Versuchung eine besonders raffinierte Trickkiste des Diabolus? Gibt es nicht bestimmte Sünden, die allein auf dem Boden der Frömmigkeit sprießen können und zur kaum erkennbaren Gefahr werden?

Freilich nicht bei Christus selbst, ist ER doch Gott und Mensch in einer Person, weshalb er diese besonders „religiöse“ Anfechtung aus eigener göttlicher Kraft siegreich besteht. Wenn Menschen solche listigen Versuchungen überwinden, dann allein durch die Gnadenhilfe des Erlösers, nie allein aus eigener Kraft.

Das Lukas-Evangelium berichtet von der Versuchung Jesu in der Wüste, auch von der ersten Provokation des Satans: „Wenn Du Gottes Sohn bist, so spricht zu diesem Stein, daß er Brot werde.“  –  Christus wird hier von der Hölle herausgefordert, seine Gottheit durch ein schnelles und sichtbares Wunder zu „beweisen“, das sich zudem angesichts seines menschlichen Hungers als nützlich erweisen würde.

Doch unser Erlöser läßt sich auf diese „wundersüchtige“ Herausforderung nicht ein. ER kann „Zeichen und Wunder“ wirken, keine Frage  –  aber ER will dies nicht im falschen Gehorsam gegenüber dem Versucher. Christus  kontert mit dem Wort Gottes aus dem Alten Testament: „Nicht vom Brot allein lebt der Mensch“ (Dtn 8,3).media-358103-2

Der Teufel startet einen zweiten Versuch, der sich auf allzu menschliche und triumphalistische Wunschvorstellungen bezieht, wie sie auch im Judentum der damaligen Zeit weitverbreitet waren:

Der Messias nicht als „Leidensknecht“, sondern als König der Herrlichkeit, der auch auf Erden ein triumphales Reich errichtet. Deshalb zeigt ihm der Widersacher alle Königreiche der Erde und verspricht dem Heiland, daß ihm all diese Macht und Herrlichkeit zufällt, wenn er vor ihm niederfällt und ihn anbetet.

Erneut reagiert Christus mit der Heiligen Schrift: „Es steht geschrieben: „Den HERRN, Deinen Gott, sollst Du anbeten und IHM allein dienen“ (Dtn 6,13).

Der DIABOLUS mißbraucht die HEILIGE SCHRIFT

Der Teufel ist durchaus lernfähig, er ändert jetzt seine Strategie, er will Christus mit dessen eigenen Waffen schlagen: mit Bibelworten also. Er schlüpft gewissermaßen ins Gewand der „Rechtgläubigkeit“ und verwendet das Wort Gottes als listige Taktik.

Diesmal will er IHN zu einem Schauwunder animieren: Christus solle sich von der Zinne des Tempels zu Jerusalem herunterstürzen. Damit könnte sich Jesus nämlich auf einfachste Art viele Mühen und Anstrengungen seiner späteren Verkündigung ersparen. Solch ein aufsehenerregendes Ereignis vor staunender Menge würde IHN auf einen Schlag sofort zum Volkshelden und bewunderten “Genie” und Wundertäter machen.

Satan gibt Christus zu verstehen, daß solch ein auffälliges Mirakel angeblich durchaus ein „gottgefälliges“ Verhalten sei und zitiert wörtlich zwei Schriftstellen aus dem Alten Testament über den himmlischen Schutz der Engel für die Gerechten.

Christus geht auch dieser hinterlistigen Variante nicht auf den Leim, ER hält dieser falschen Vereinnahmung der Bibel stand  – und ER hält dem „Vater der Lüge“ ein anderes Bibelwort entgegen:  „Du sollst den HERRN, Deinen Gott, nicht versuchen.“ (Dtn 6,16) PAX

Was können wir aus dieser Begebenheit lernen?  –  Vor allem Folgendes:

  1. Die „geistlichen“  Versuchungen sind besonders raffiniert, weil weniger leicht erkennbar als die „weltlichen“ Versuchungen der Hölle. Der Teufel will die Gläubigen mit „charismatischer“ Raffinesse vom Weg des nüchternen Glaubens abbringen, er versuchte dies sogar bei Christus und damit bei GOTT selbst  – eine Dreistigkeit sondergleichen!
  2. Dauerhaftes bzw strenges Fasten und ähnliche asketische „Übungen“, die den Rahmen des normal-kirchlichen Bereichs überschreiten, bergen durchaus Gefahren in sich. Die größte innere Bedrohung ist die des selbstgefälligen Hochmuts, der für das ewige Heil weitaus gefährlicher ist als allzu „weltliche“ Wunschbefriedigung oder Versacken in der Oberflächlichkeit des Alltags.  –  Anders gesagt: Die Sünden des Geistes sind oft schlimmer als die Sünden des Fleisches, eben weil sie nicht auffallen, weil sie nicht so leicht ans Licht kommen, im Fall der Verblendung nicht einmal ans Licht des eigenen Gewissens.
  3. Der Teufel ist der „Affe Gottes“, er kann durchaus übersinnliche Schauwunder bewirken, soweit der Allmächtige dies zuläßt. Daher wollte der Widersacher auch Christus auf diese Schiene zerren, zumal dies der Sensationslust des Volkes entgegenkäme.

Die Wundersucht: des Aberglaubens liebstes Kind!

Demgegenüber kommt der wahre Glaube nicht aus der Sehnsucht nach „Zeichen und Wundern“,  sondern aus dem Hören des Gottes-wortes (vgl. Röm 10,17: “Der Glaube kommt vom Hören”)   – und die Vollmacht von oben ist eine Kraft des Geistes, nicht der Sinnlichkeit. 

Wir leben auf Erden im Glauben und nicht im Schauen, wie der Völkerapostel bekräftigt (2 Kor 5,7).

Die charismatische Versuchung besteht darin, den Himmel quasi vorwegzunehmen, ihn auf die Erde zu zerren, wobei aber nicht der Himmel, sondern die Hölle in Aktion tritt.

Der Teufel kann auch mit der „Wahrheit“ lügen und siegen, indem er sich beispielsweise der Heiligen Schrift „bedient“. Bei Christus konnte ihm dieser raffinierte Trick nicht gelingen, doch im irrgläubigen, schwarmgeistigen, charismatischen und sektiererischen Spektrum feiert er damit fröhliche Urständ, ebenso in „erscheinungsmarianischen“ Kreisen, wenn man dort an falschen Visionen festhält, weil der Inhalt jener „Botschaften“ gar so fromm in den Ohren klingt.

Es war immer schon ein Kennzeichen schwarm- und irrgeistiger Bewegungen, einzelne Bibelworte aus dem Zusammenhang zu reißen und ihnen eine falsche Deutung unterzuschieben, wie es auch der Widersacher bei unserem Erlöser in der Wüste versucht hat.

Nur wenn wir unbeirrbar und nüchtern in der Nachfolge Christi stehen und auf seine Hilfe bauen, können wir diese Anfechtungen von unten wachsam durchschauen, nur so können wir diese charismatische Verführung überwinden.

Felizitas Küble leitet den katholischen KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster


USA: Pfingstler-Ehepaar ließ zwei Kinder sterben: Haftstrafe wg. fahrlässiger Tötung

Ein pfingstlerisch orientiertes Ehepaar in den USA hat zwei seiner Kinder sterben lassen; die Eltern glaubten an eine übernatürliche Heilung und lehnten eine medizinische Behandlung ab.

Das RECHT hilft der JUGEND

Das RECHT hilft der JUGEND

Jetzt wurden Catherine und Herbert Schaible von einem Gericht in Philadelphia zu dreieinhalb Jahren Haft wegen fahrlässiger Tötung verurteilt. Sie standen bereits unter Bewährung, weil im Jahr 2009 ihr zweijähriger Sohn Kent an den Folgen einer unbehandelten bakteriellen Lungenentzündung gestorben war.

Im vorigen Jahr endete die gleiche Erkrankung bei dem acht Monate alten Brandon ebenfalls tödlich. In beiden Fällen hatten die Eltern, die einer schwarmgeistigen Pfingstgemeinde angehören, über ihren Kindern um Heilung gebetet, aber jede medizinische Behandlung verweigert.

Schon vor drei Jahren war ihnen per Gerichtsbeschluss auferlegt worden, ihre Kinder jedes Jahr untersuchen zu lassen und einen Arzt zu rufen, wenn sie krank sein sollten. Daran hatten sich der 45 Jahre alte Herbert und die 44-jährige Catherine Schaible nicht gehalten. Sie haben sieben weitere Kinder, von denen sich sechs bei Pflegeeltern befinden. Die älteste Tochter ist 18 Jahre alt und damit volljährig.

Bei der Urteilsverkündung am 19. Februar ermahnte Richter Benjamin Lerner das Ehepaar: „Sie haben zwei ihrer Kinder getötet – nicht Gott, nicht ihre Gemeinde, nicht ihr Glaube, sondern Sie.“

Die Eltern akzeptierten die Strafe und deuteten eine Sinnesänderung an. Catherine Schaible sagte, sie habe geglaubt, dass man bei Krankheit beten und allein auf die Heilung durch Gott vertrauen solle. Inzwischen habe sich ihre Glaubensüberzeugung geändert.

Die Eltern gehören der „Evangeliumsgemeinde des ersten Jahrhunderts“ an. Sie lehrt, dass Heilung allein von Gott kommt und dass es ein Zeichen mangelnden Glaubens ist, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Experten schätzen, dass in den USA jedes Jahr etwa ein Dutzend Kinder sterben, weil ihnen charismatisch bzw. pfingstlerisch geprägte Eltern eine medizinische Behandlung vorenthalten.

Quelle: http://www.idea.de


Papst ermahnt “Neokatechumenale” zur Toleranz und zur kirchlichen Einheit

Am vergangenen Samstag, den 1. Februar 2014, empfing Papst Franziskus ca. zehntausend Mitglieder des sog.”Neokatechumenats”. 

Die drei Leiter dieser 1964 gegründeten “geistlichen Gemeinschaft” sind das Ehepaar Kiko Argüello und Carmen Hernández sowie Pater Mario Pezzi. Die Bewegung des „Neokatechumenales Weges“ war jahrzehntelang umstritten und wurde erst im Jahre 2008 vom Vatikan approbiert bzw. genehmigt. _papa_francisco_peq_51656bafbd575

Der Papst rief die Neokatechumenalen dazu auf, sich nicht vom kirchlichen Weg und von der Pfarrgemeinde abzusondern und kein allzu betontes Eigenleben zu pflegen:

„Im Namen der Kirche, unserer Mutter, will ich euch ein paar einfache Empfehlungen geben. Die erste ist, aufmerksam darauf zu achten, dass ihr die Gemeinschaft innerhalb der Ortskirchen, in denen ihr arbeitet, festigt und bewahrt. Der „Neokatechumenale Weg“ hat ein eigenes Charisma, eine eigene Dynamik  –  das ist eine Gabe, die wie alle Geistesgaben eine zutiefst kirchliche Dimension hat.

Das bedeutet: Habt offene Ohren für das Leben der Kirche, in die eure Verantwortlichen euch schicken, schätzt ihre Reichtümer hoch, leidet, wenn nötig, mit an ihren Schwächen und geht zusammen mit ihnen als eine einzige Herde unter der Führung der Hirten der Ortskirchen!“

Außerdem warnte das Oberhaupt der katholischen Kirche das Neokatechumenat davor, den eigenen geistlichen Weg zu verabsolutieren und hierbei die geistig-geistliche Freiheit der Mitglieder und Anhänger ungebührlich einzuschränken:

„Der ‚Neokatechumenale Weg‘, der ja in einer Entdeckung der Wichtigkeit der eigenen Taufe besteht, ist eine anspruchsvolle Straße, auf der ein Bruder oder eine Schwester auch mal unversehens in Schwierigkeiten geraten kann. In diesen Fällen ist es ein Zeichen für die Reife des Glaubens, Geduld und Barmherzigkeit in der Gemeinschaft walten zu lassen.

Die Freiheit eines jeden darf nicht beeinträchtigt werden, und wenn jemand beschließen sollte, andere Formen des christlichen Lebens außerhalb des „Neokatechumenalen Wegs“ zu suchen, dann muss das respektiert werden!“

Quelle für die Zitate: ZENIT  – Foto: Radio Vatikan


Irrungen und Wirrungen des charismatischen Exorzisten Padre José Fortea

Von Felizitas Küble

In den letzten Jahrzehnten ist die Zahl schwarmgeistiger “Teufelsaustreiber” auch im katholischen Bereich enorm angestiegen.

Diese im sogenannten “Befreiungsdienst” tätigen Personen suchen bisweilen gerne den Weg in die Öffentlichkeit, zumindest berichten sie auf Vorträgen oder in Büchern ausführlich über ihre “Erfahrungen” und Erfolge. Ein derartiges Gebaren ist in diesem hochsensiblen Bereich zumindest unseriös.
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Sofern es sich um katholische Priester handelt, fallen diese mitunter dadurch aus dem Rahmen des “kirchlich Normalen” und Gebotenen, weil sie den Exorzismus ohne Genehmigung des (für sie) zuständigen Bischofs durchführen (obwohl Eigenmächtigkeiten auf diesem heiklen Gebiet kirchlich seit Jahrhunderten mit Recht verboten sind).

Manche schwarmgeistigen Gläubigen gehen naiverweise davon aus, daß ein “erfolgreicher” Exorzist automatisch ein sehr “begnadeter” Mensch sein müsse, sonst könnte er keine Teufel wirksam austreiben. Dies ist jedoch ein verhängnisvoller Irrlaube.

Erinnern wir uns daran, daß Christus seinen “Zwölfen” die Vollmacht des Exorzismus verliehen hat, die sie dann auch ausgeübt haben, also auch der Apostel Judas  – trotzdem hat dieser unseren Erlöser verraten: Duccio

Mk 3,13-19: Jesus stieg auf einen Berg und rief die zu sich, die er erwählt hatte, und sie kamen zu ihm. Und er setzte zwölf ein, die er bei sich haben und die er dann aussenden wollte, damit sie predigten und mit seiner Vollmacht Dämonen austrieben. Die Zwölf, die er einsetzte, waren: Petrus, Jakobus, der Sohn des Zebedäus, und Johannes, der Bruder des Jakobus, dazu Andreas, Philippus, Bartholomäus, Matthäus, Thomas, Jakobus, der Sohn des Alphäus, Thaddäus, Simon Kananäus und Judas Iskariot, der ihn dann verraten hat.”

Wir wollen nun beispielhaft die Auslassungen eines charismatischen “Exorzisten” etwas näher betrachten, nämlich jene des spanischen Geistlichen José Antonio Fortea, von dem auf dem traditionalistischen Webportal “Gloria-TV” ein Interview ausgestahlt und auf deutsch übersetzt wird: http://www.gloria.tv/?media=213218

“Padre Fortea”, wie er dort genannt wird, stellt sich selber trotz seiner charismatischen Ausrichtung ausdrücklich als “traditioneller Priester, sehr traditionell” vor. Er fügt hinzu: “Ich hatte bei Opus Dei in der Universität in Navarra (Spanien) studiert.” 

Schon in seinem ersten Priesterjahr habe er “die Charismatiker entdeckt”.  Schon bald habe er überraschend die “Gabe” der Zungenrede erhalten, die er danach täglich praktizierte.

Der katholische Geistliche fährt fort:

“Jahre später, als ich mein erstes Gebet mit einem Besessenen verrichtete, dachte ich mir, ich werde jetzt in der Zungensprache beten, sehen wir, was passiert, das Resultat war beeindruckend! Ich verstand nicht, was ich sagte, aber der Dämon, ja er verstand! Und da bemerkte ich, ich habe eine Macht über ihn.”

Beachten wir: Der zungenredende Priester wußte gar nicht, was er sprach  –  stellt aber befriedigt fest, daß der “Dämon” ihn verstanden habe. Über die Zwielichtigkeit dieses Phänomens scheint sich der Geistliche nicht im klaren zu sein.

Zudem hat Christus sich mit dem Teufel nicht unterhalten, weder in einer “normalen” Sprache noch etwa in Zungenrede (die Christus ohnehin nicht praktiziert hat!), sondern unser HERR gebietet den Dämonen kurz und bündig: “Schweig!”  –  ER läßt sich auf keinerlei Gespräch mit ihnen ein, auch nicht auf einen noch so kurzen Wortwechsel.pic_526a50cce0863

Noch bedenklicher erscheint es, daß dieser Charismatiker-Priester mit sichtlicher Genugtuung bemerkt und feststellt: “Ich habe eine Macht über ihn” (den Teufel).

Das Evangelium berichteten in Lukas 10,17 – 20, daß die 72 Jünger Christi von ihrem Exorzismus-Dienst zurückkehren und ihm “voll Freude” berichten: “HERR, sogar die Dämonen gehorchen uns, wenn wir deinen Namen aussprechen.” 

Christus erwidert ihnen jedoch: Freut euch nicht darüber, dass euch die Geister gehorchen, sondern freut euch darüber, dass eure Namen im Himmel verzeichnet sind.”

Immerhin haben die Jünger Christi den Teufel ausgetrieben, indem Sie dabei Christi Namen aussprachen. Hingegen hat der spanische Priester in seiner Zungenrede, wie er selber einräumt, gar nicht gewußt, was er sprach, meint aber, der  Kellergeist hätte ihn sehr wohl “verstanden”.  Das mag in gewisser Hinsicht freilich durchaus zutreffen  –  doch soll man eine “Verstehensebene” mit der Hölle wirklich für angebracht halten?

Sodann verkündet der charismatische “Befreiungsdienstler”:

“Der Heilige Geist hat das Recht, fremdartige Dinge zu tun, Dinge zu tun, die nicht in unserem Plan sind, denn die Charismatische Erneuerung ist von Gott.”

Der Heilige Geist mit seinen Sieben Gaben ist vor allem auch ein Geist des Verstandes und der Erkenntnis  – und seine Wirkungen können zwar “über” der Vernunft stehen; sie sind aber nicht gegen die Vernunft oder gegen die gute Ordnung gerichtet. Daran erinnert auch der hl. Paulus die schwarmgeistig-anfällige Gemeinde zu Korinth immer wieder.slider3-640x360

Mehrfach betont jener spanische Priester sodann, niemand dürfe die Charismatische Bewegung kritisieren, denn sie “stammt von Gott”; er fügt hinzu: “Seltsamerweise führt der Heilige Geist diese Bewegung sowohl bei den Protestanten als auch bei den Katholiken ein.”  

Oho, nicht nur das: Viele typisch charismatischen Phänomene (Zungenreden, Ekstasen, Visionen, Rückwärtsfallen) gibt es auch in fremden Religionen, im Heidentum, in den animistischen Naturreligionen, in fernöstlichen Kulten, im okkulten Spiritismus usw. –  Es erfordert schon sehr viel Fantasie, all dies dem Heiligen Geist zuschreiben zu wollen.

Es sei “sehr leicht” und “sehr einfach”, den Heiligen Geist “anzurufen”, schildert der Geistliche weiter seine Erfahrungen: “Und dann komme ER auch”.

Ja, eine solche Anrufung ist sicher “sehr leicht und einfach”,  doch erinnern wir uns hierbei der mahnenden Worte Christi (Mt 7,21 ff):

“Nicht jeder, der HERR, HERR zu mir sagt, wird ins Himmelreich eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters erfüllt.
Viele werden an jenem Tage zu mir sagen:
HERR, HERR, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt, haben wir nicht in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Wunderwerke getan?  
Und dann werde ich ihnen sagen: Ich habe euch niemals gekannt; weichet von mir, ihr Übeltäter!”

Dieses Warnung der Heiligen Schrift sollte uns auch in der Debatte über Exorzismus und Charismatik zu denken geben. Auch und gerade im täuschenden Gewand der “Frömmigkeit” kann uns die Versuchung treffen, wie schon der hl. Apostel Paulus betonte:

“Der Teufel verstellt sich als Engel des Lichtes  –  kein Wunder, daß auch seine Knechte als Diener der Gerechtigkeit auftreten” (2 Kor 11,14).


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