Benny Hinn – der charismatische Starprediger

„Hin zu Hinn  – und du bist hin!“

Einer der bekanntesten amerikanischen „Fernseh-Evangelisten“ und  „Heilungsprediger“ ist Benny Hinn. Daran vermochte auch die von seiner Frau eingereichte Scheidung nichts zu ändern, ebenso wenig die in manchen Medien geäußerte Kritik an seinem luxuriösen Lebensstil.

Der 1952 in Jaffa (Israel) als Sohn christlicher Palästinenser geborene Benny (Benediktus) neigt zu Übertreibungen und Schaumschlägerei, ganz zu schweigen von seinen zahlreichen „prophetischen“ Ankündigungen, die nicht eintrafen. Auch seine Behauptung, sein Vater sei Bürgermeister von Jaffa gewesen, erwies sich als unzutreffend.

Hinn ist Pastor des 1983 gegründeten „Orlando Christian Center“ in Florida (USA).  Sein Lebenslauf ist geprägt von angeblichen übernatürlichen Erlebnissen, die schon mit 11 Jahren begonnen haben sollen (Jesus-Vision).

Seine pfingstlerische Orientierung bzw. „Zurüstung mit Kraft“ erhielt er Anfang der 70er Jahre von der prominenten Charismatikerin Kathryn Kuhlmann, die vor allem in den 70er Jahren viel von sich reden machte und große Hallen füllte.

Der evang. Autor Kurt Quadflieg schreibt in seinem Buch „Und sie werden viele verführen“ ausführlich und kritisch über Benny Hinns „Evangelisation“  –  so etwa auf S. 20 Folgendes:

„Die überaus spektakuläre und betont nur auf Effekthascherei ausgerichtete Hinn-Veranstaltung in Basel kommt selbst in der von „Benny-Hinn-Media“ in Auftrag gegebene Video-Kasette unverkennbar zum Ausdruck, was bei jedem bibelkundigen Betrachter unweigerlich einen erschreckenden Eindruck hinterlassen muß.

In immer stärkerem Maße auf diesen sonderbaren Wunderheiler aus Amerika aufmerksam geworden, erhob eine Zeitung die nicht unangebrachte Frage: „Mann Gottes oder Scharlatan?“

Als was von beiden er sich längst entpuppt hatte, beantwortete Hinn selbst im Interview mit der US-Publikation „Charisma und Christian Life“. Darauf angesprochen, daß seine Theologie scharf kritisiert wurde, weil er Irrlehren verbreitet habe, gab Hinn zu, „einige Sachen gelehrt zu haben, die falsch waren“.

Auf den Vorwurf, er habe u. a. gelehrt, daß Christen „kleine Götter“ seien  – oder das Volk Gottes dürfen nie solche glaubenszerstörenden Worte wie „Wenn es Dein Wille ist, Herr…“ aussprechen, entgegnete er verlegen, er habe nicht genug Zeit gehabt, „diese Sache zu prüfen“.

Stark angekreidet wurde ihm von dem Interviewer auch, daß seine Auftritte theatralisch wirken, er die Menschen „mit Salbung anblase“, mit den Armen rudere und seinen Mangel auf die Leute werfen.

Hinn entgegnete: „Es gibt da einen Druck, daß etwas passieren  muß auf der Bühne, wenn man einen Heilungsdienst hat. Die Leute wollen etwas sehen und da entgleiten mir manchmal die Dinge.“

Ähnlich wie bei seinem Star-Kollegen Reinhard Bonnke (siehe unser Artikel „Reinhard Bonnke  – ein „Mähdrescher Gottes?“), mit der er mehrfach gemeinsam enthusiastische „Feuer-Konferenzen“ durchführte, kippen auch ekstatische Anhänger von Hinn zu tausenden (!) nach hinten hin, fallen tranceartig auf den Rücken   – ein sonderbar erscheinendes, von Charismatikern als „Ruhen im Geist“ bezeichnetes Phänomen.

„Hin zum Hinn und du bist hin!“

Die linksliberale „Süddeutsche Zeitung“ vom 26.8.2000 spottete folgendermaßen über eine große „Heilungsshow“ des Starpredigers Hinn:

„Unheilbar Kranke versammeln sich am Bühnenrand. Und Benny ist gut drauf: „Alle werdet ihr geheilt!“… Eine aidskranke Mutter mit zwei Söhnen. Benny redet auf alle ein, greift dann der Frau an die Stirn und keift: „Der Teufel der Krankheit soll weichen!“  – Schon liegt Muttchen flach….

Der Abend ist noch lang, steigerungsfähig sind wir doch alle. Und dann fallen sie, erst noch einzeln, dann gruppenweise und schließlich, einmal im Rausch, ist es schwer, wieder aufzuhören…

Tausende erheben sich, Benny pustet, wedelt und schon sitzen bzw liegen sie wieder. Auf die einfache Faustformel gebracht: Hin zum Hinn und du bist hin!“

Diese Spöttelei der weltlichen Zeitung (die natürlich von den spirituellen Hintergründen nichts weiß)  ist einerseits berechtigt, andererseits ist die Sache leider zu ernst, um sie durch den Kakao zu ziehen, denn viele Menschen nehmen Schaden an ihrer Seele durch falschgeistige Manifestationen. Deshalb dürfen wir sie nicht verharmlosen oder nur veralbern, sondern sollten Gläubige vor derartigen Irrwegen warnen.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster
Mail-Kontakt: felizitas.kueble@web.de

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