Immer nur „Lobpreis-Musik“? – Nein danke!

Lobpreis-Chorleiter will musikalische Vielfalt erhalten

Heutzutage durchdringt die enthusiastische „Lobpreis“-Musik immer mehr christliche Kreise  – auch weit über die charismatische Szene hinaus; für viele Gläubige  – vor allem junge Leute  –   sind diese stark gefühlsorientierten Lieder eine Art „Einstieg“ in die pfingstlerische bzw. charismatische Bewegung.

Wie die evang. Nachrichtenagentur IDEA berichtet, gibt es nun sogar Kritik von Lobpreismusikern selbst am überhandnehmenden Einfluß dieser Musikrichtung.

So hat  sich jetzt der evang. Theologe Guido Baltes für eine größere musikalische Vielfalt in Gottesdiensten ausgesprochen. Der Lobpreisleiter der Gemeinde „Christus-Treff“ in Marburg bemängelt:

„Die Lobpreismusik ist heute fast überall der neue «Mainstream» (Hauptstrom) und hat andere Ausdrucksformen christlicher Musik  –  zumindest in der Jugendarbeit  –  fast vollständig verdrängt“.

Alle negativen Phänomene, die normalerweise mit dem Mainstream einhergingen, hätten inzwischen auch die Lobpreismusik schon fest im Griff: Banalisierung, Geschäftemacherei, Profil- und Qualitätsverlust, Ermüdungserscheinungen etc.

Baltes zufolge zeigte „Lobpreis“ in den vergangenen Jahren die Tendenz, alle anderen christlichen Musikformen „langsam, aber sicher aufzufressen“.

Die musikalische Energie und Kreativität, die früher in Jugendchöre, Bläserkreise, Gemeindebands, Konzerte, Musicals, Gospelchöre und Mundorgel-Romantik am Lagerfeuer geflossen sei, münde heute fast ausnahmslos in den Strom der Lobpreismusik ein.

Er könne die Klage aus anderen „musikalischen Lagern“, die sich zurückgesetzt fühlten, durchaus verstehen. Der Theologe erklärt: „Es ist schade, dass uns hier viel Gutes verlorengeht.“ –   Er plädiert dafür, in den Gemeinden und Jugendkreisen andere Formen der Musik wiederzuentdecken und zu fördern.

 

 


Faszination Lobpreis-Lieder…

Künstliche Glücksgefühle durch “Lobpreis”-Lieder

Stjepan Vucina, der Gründer dieses Info-Portals, nimmt hier Stellung zu den “Lobpreis-Liedern”, die immer mehr um sich greifen, vor allem in der charismatischen Szene, aber auch in halb-schwärmerischen Gruppen wie etwa “Jugend 2000″ oder in euphorischen “neo-konservativen” Kreisen.

Dieser sog. “Lobpreis” ist oft mit Pop- oder Rockmusik verknüpft, die Liedverse wiederholen sich häufig   – und die ganze “Stimmung” ist vor allem auf berauschende Glücksgefühle ausgerichtet, wenngleich behauptet wird, all dies geschehe zum “Lobpreis” Gottes. In Wirklichkeit wird eher die eigene “Begeisterung” verherrlicht als die Größe Gottes, die wir in aller Nüchternheit und “Normalität” anbeten können und sollen.

Hier Stjepan Vucinas aufschlußreiche,  nachdenkenswerte und bodenständige Bewertung der “Faszination Lobpreis”:

Die Lobpreislieder reißen uns während der hl. Messe aus unserer Natürlichkeit heraus. Hier werden Wohlgefühle  und Glücksempfindungen aufgebaut, die uns von unserem eigentlichen, natürlichen Zustand herausholen.

Doch Christus will uns in der hl. Messe und in der Anbetung in unserem normalen Zustand begegnen, so wie wir wirklich sind, in unserer Schwachheit, um uns in unserer Schwachheit zu tragen.

Dieser Realzustand wird durch die ständigen euphorischen Lobpreislieder verdrängt  –  nd wir treten Christus im Allerheiligsten nicht so gegenüber, wie wir normalerweise sind, sondern mit künstlich aufgebauten Glücksgefühlen.

Damit verwerfe ich die Loblieder nicht generell, aber vor Christus sollten wir doch in unserem natürlichen Zustand verweilen:  Wenn wir traurig sind, sollen wir traurig vor IHN treten. Wenn wir unter schlechten Gedanken und Gefühlen leiden, die wir nicht haben wollen, sollen wir auch so vor IHN treten  – mit der Bitte, uns davon zu befreien, uns Kraft zu geben, dies zu überwinden.  Wenn wir aus uns selbst heraus in aller Natürlichkeit  glücklich sind, sollten wir ebenfalls glücklich vor IHN treten, um IHM zu danken und für die Unglücklichen zu beten.

Christliche Lieder wollen wir also nicht deshalb singen, weil sie uns emotional gut tun sollen,  sondern sie dienen allein  der Verherrlichung Gottes.  Doch unmerklich findet in der Charismatischen Bewegung hier eine Verlagerung statt:   Lobpreislieder werden in erster Linie gespielt und gesungen, um Wohlgefühle hervorzurufen,  um eine künstliche Atmosphäre zu erzeugen, die dann leicht mit “andächtig” verwechselt wird.

Wirklich andächtig können wir nur in unserer natürlichen Verfassung  sein, wenn wir uns für GOTT sammeln wollen, auch dann, wenn wir leiden  –  und nicht in einem künstlich erzeugten Zustand. Daher soll auch die kirchlich-sakrale Musik nicht dafür herhalten, uns wohlige Gefühle zu schenken, sondern vielmehr dazu dienen, daß wir GOTT ehren, daß wir IHN in den Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit rücken   – nicht unsere eigenen Gefühle.”

Stjepan Vucina


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