Die “Seherin” Myriam van Nazareth – eine “Rose aus Gottes Hand”…?

Immer wieder erhalten wir Anfragen wegen der selbsternannten Visionärin Myriam van Nazareth.

Da wir die irrgeistigen Botschaften dieser “Seherin” bereits mehrfach kritisch durchleuchtet haben, fassen wir uns diesmal kürzer und knöpfen uns als Beispiel die folgende “Offenbarung” vor, die “Myriam van Nazareth”  am 20. Mai 2008 von der himmlischen Madonna, der  “Herrin aller Seelen”, erhalten haben will. Diese Botschaft lautet wörtlich:  

“Jede Seele ist eine Rose aus Gottes Hand. Ich bin die himmlische Gärtnerin. Ich will mit jeder Seele einen heiligen Bund schließen, der daraus besteht, dass sich die Seele Mir TOTAL hingibt: Herz, Geist, Körper und Wille, um Gottes Werke zu vollenden und dass Ich Mich TOTAL der Seele hingebe, damit sich die Rose vollständig entfalten kann und sie für den ewigen Frühling der Gründung von Gottes Reich auf Erden blüht.”

Hinweis: Die Großschreibung von “TOTAL” befindet sich im Originaltext dieser “Botschaft”.

Hierzu nun einige Anmerkungen:

1. Maria ist nicht die himmlische Gärtnerin, weil der Herr des himmlischen “Gartens” Gott selber ist.

2. Eine Totalhingabe an Maria als ENDZIEL ist irrgeistig, denn kein Geschöpf darf sich einem anderen Geschöpf (die Madonna ist ein Geschöpf)  total hingeben.

Eine “Ganzhingabe” an Maria erlaubt die Kirche ohnehin lediglich als “Zwischenstation”, wobei das Endziel der Ganzhingabe Christus bzw Gott  selber sein soll -  und Maria als fürsprechende Mittlerin fungiert.

Sogar bei der Grignionschen “Ganzhingabe”, die wohl am stärksten marianisch formuliert ist, heißt es im Titel ausdrücklich: “Ganzhingabe an Christus durch Maria.” 

Aber Christus, unser göttlicher Erlöser, kommt in dieser “Botschaft” der “Herrin der Seelen” gleich gar nicht vor; er wird verdrängt von falschmystischen Nebelworten.

3. Ebenso unsinnig ist die Aussage, daß sich die Madonna “TOTAL” der menschlichen Seele “hingibt”: Auch die Gottesmutter selber darf sich allein GOTT “total hingeben”, nicht einem Geschöpf, auch keinem Engelwesen, schon gar nicht uns sündigen Geschöpfen auf Erden.

4. Es gibt keinen “ewigen Frühling” und auch kein “Reich Gottes auf Erden” -  das ist vielmehr typisch charismatische Endzeitschwärmerei. -  Christus hat eindeutig erklärt: “Mein Reich ist nicht von dieser Welt”  -  daran kann auch “Myriam von Nazareth” nichts ändern.

5. Maria ist Fürsprecherin und geistliche Mutter der Gläubigen, nicht jedoch “Herrin der Seelen” – dies kann allein auf den Schöpfer und Erlöser der Menschen zutreffen. Der Titel “HERR” ist in der Heiligen Schrift ohnehin Gott allein vorbehalten.

6. Die Gottesmutter kann keinen “heiligen Bund” mit den Seelen schließen, schon gar nicht mit “jeder” Seele  -  oder befinden sich etwa in der Hölle keine “Seelen”? Will  sie nun mit den verlorenen Seelen auch einen “Bund schließen”? Das ist schlicht nicht möglich.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

Foto: Dr. Bernd F. Pelz


Gotteslästerlicher Spezial-Rosenkranz der “Seherin” Myriam van Nazareth

Eine seit vielen Jahren erscheinungsbewegte Visionärin, die sich als “Myriam van Nazareth” bezeichnet, hält es neben der Niederschrift himmlischer “Offenbarungen”  für Ihre besondere Aufgabe, den bewährten, überlieferten katholischen Rosenkranz durch allerlei selbsterdachte bzw von “oben” gelieferte Spezial-Rosenkränze zu verdrängen  -  zweifellos  ohnehin ein beliebtes Spiel im visionären Spektrum.

Auf Ihrer kuriosen Webseite (Myriam-van-Nazareth.net) bietet die Seherdame eine reichhaltige Auswahl diverser Rosenkränze, darunter auch einen solchen, bei dem es um nichts Geringeres geht als um die “Bekämpfung von allem Bösen in der Welt” – dann kann er natürlich nur gut sein, denn diesem  edlen Anliegen wird sich kaum jemand widersetzen wollen.

Das “Einführungsgebet” dieses erleuchteten Spezialrosenkranzes richtet eine “demütige”  Bitte an die Madonna, “himmlische Legionen zu senden, damit sie unter Deinen Befehlen die Teufel verfolgen und überall bekämpfen, ihre Kühnheit unterdrücken und sie in den Abgrund zurück treiben”.

Die Visionärin übersieht offenbar, daß die himmlischen Engel Gottesboten sind  – und keine Teufelsjäger. Es wäre eine Erniedrigung dieser erhabenen Diener des Höchsten, sie zu Dämonenverfolgern zu degradieren.

Sodann soll gebetet werden:   “O Göttliche Mutter, sende die heiligen Engel, um mich zu verteidigen und um meinen grausamen Feind weit von mir fort zu treiben.”

Maria ist nicht göttlich, also auch keine “göttliche Mutter”, sondern die menschliche Mutter des göttlichen bzw gottmenschlichen Erlösers. Einer Seherin, die sich namentlich als “Myriam” (Maria) “van Nazareth” anpreist, dürfte dies bekannt sein.

Wer die Gottesmutter,  die das heiligste Geschöpf des Allmächtigen ist, als “göttlich” anspricht, begeht eine Gotteslästerung, weil hierbei Geschöpf und Schöpfer vertauscht werden. 

Es handelt sich folglich um einen massiven Verstoß gegen das 1. Gebot Gottes.

An den “kleinen Rosenkranz-Perlen” soll folgendes gebetet werden:   “Aufgrund der Tränen und Bluttränen unserer Miterlöserin Maria, o Jesus, vertilge alle Äußerungen des Bösen und der Sünde”.

Die Überwindung des Bösen und der Sünde und damit die Erlösung der Menschen ist allein durch Christus möglich. Zudem ist von “Bluttränen” der Madonna  nichts bekannt, weder in der Heiligen Schrift noch in der kirchlichen Überlieferung.

Zum Schluß dieses blasphemischen “Rosenkranzes” soll dreimal die folgende Anrufung gesprochen werden: “Durch Deine Unbefleckte Empfängnis, o Maria, zermalme jetzt den Kopf der teuflischen Schlange, damit das Reich Christi kommt und die Finsternis sich für ewig im Licht auflösen möge”.

Wie dürfen wir das nun verstehen, daß sich die “Finsternis” für “ewig im Licht auflösen möge”?  – Daß die Hölle für immer in den Himmel verwandelt wird?  Soll uns hier die häretische Allerlösungs-Lehre unter Verwendung frommster Ausdrucksweisen untergejubelt werden?

Felizitas Küble

Link zum blasphemischen Myriam-Rosenkranz:  http://www.myriam-van-nazareth.net/index.php/de/myriam-rosenkraenze


2. Teil: Die blasphemischen Erleuchtungen der “Myriam van Nazareth”

In unserem ersten Teil mit dem Titel “Die belgische Visionärin Myriam v. Nazareth” haben wir uns mit dem “mystischen” Werdegang der selbsternannten Seherin befaßt, die vorgibt, seit 15 Jahren Visionen von der Gottesmutter zu erhalten.

Wie man ihren Erleuchtungen auf der Webseite „Myriam van Nazareth“ entnehmen darf, sind die drei göttlichen Personen der hl. Dreifaltigkeit vorwiegend für  jenseitige Vor- und Hilfsarbeiten zuständig; das eigentliche Regiment führt die sog. “Herrin aller Seelen”, wie sich die Erscheinungs-„Madonna“ nicht gerade demutsvoll selbst bezeichnet.

Schon dieser scheinbare Ehrentitel ist theologischer Unsinn, da auch die Verworfenen in der Hölle „Seelen“ sind, deren „Herrin“ die Gottesmutter aber sicherlich nicht ist.

Nun zu einigen „Offenbarungen“ dieses merkwürdigen Erscheinungsphantoms. So heißt es zum Beispiel:

“Jede Seele ist ein Acker. Der Ewige Vater hat den Acker erschaffen und hat ihn mit unterschiedlichen Arten von Saat ausgestattet, die je einen anderen Aspekt der Göttlichen Keimkraft besitzen.

Gottes Sohn Jesus Christus ist die Sonne über dem Acker.

Der Heilige Geist besprüht den Acker mit dem milden Regen der Göttlichen Gnaden und erfüllt die Luft über dem Acker mit dem Atem des Göttlichen Lebens.

Ich bin die himmlische Gärtnerin. Ich besitze die Macht und die Fähigkeit, den Acker zu seiner höchsten Fruchtbarkeit zu führen.

Von der Seele verlange Ich nur eins: dass sie es Mir erlaubt, mit ihr alles zu tun, was Ich will. Ich werde sie umpflügen in den Prüfungen. Ich werde das Unkraut ihrer Untugenden und Schwächen vertilgen. Ich werde ihre Feldgewächse umhüllen mit Meiner Liebe und Meinen Sorgen.

Aber um fruchtbar zu werden, muss sie es Mir erlauben, Tag und Nacht über ihren Boden zu laufen. Unter Meinen Füßen wird sie aufblühen wie ein Lustgarten Gottes. Je mehr Ich ihre Herrin sein kann, umso mehr wird sie zu einer Quelle der Entzückung in den Augen der Engel werden, und Gott wird sie betrachten als Sein Reich.”

Madonna by Bernardo Falconi on the church Mari...

Portal der Kirche "Maria von Nazareth" (Italien)

Diese „Privatoffenbarung“ vom 17.Juni 2008 wirft etliche Fragen auf:

1. Gott-Vater machte immerhin den Anfang, Gott-Sohn bestrahlt den Acker der Seele sonnenhaft, der Heilige Geist sendet „milden Regen“.  -  Aber so richtig aktiv ist einzig und allein die „himmlische Gärtnerin“, besitzt sie doch die „Macht und Fähigkeit“, den Acker (der menschlichen Seelen) zur „höchsten Fruchtbarkeit zu führen“. Da können die drei göttlichen Personen nur noch ins Staunen geraten!

2. Sodann scheint diese „Herrin“ die Seelen gerne zu (zer)treten, heißt es doch: „Aber um fruchtbar zu werden, muss sie (die Seele) es Mir erlauben, Tag und Nacht über ihren Boden zu laufen“, auf daß sie „unter den Füßen“ der Herrin aufblüht wie ein „Lustgarten Gottes“, auf daß der passiv zuschauende Gott  –  wenn die „Herrin“ ihre fruchtbare Arbeit glorreich beendet hat  – schlußendlich hochzufrieden ist.

Genau eine Woche zuvor (also am 10.6.2008) erklärte die Erscheinungs-„Maria“ folgendes:

„Ich bin die Miterlöserin der Menschheit. Das Erlösungswerk Christi ist vollkommen, aber die Erlösung ist in der einzelnen Seele erst dann vollendet, wenn die Seele anerkennt, dass Ich von Gott die Macht erhalten habe, sie aus ihrer Finsternis zu befreien.

Zu dem Zweck muss sie sich Mir völlig hingeben, in totaler und bedingungsloser Weihe, für ein Leben zu Meinen Diensten. Aus diesem Grunde bin Ich die Herrin aller Seelen. Jesus ist die Sonne, Ich trage die Strahlen in den Kern der Seele. Dies ist die Besiegelung des Neuen Bundes zwischen Gott und den Seelen: ohne Mich kann die Seele die richtige Wärme Christi nicht dazu benutzen, die Saat ihrer Heiligung zur Reifung zu bringen.”

Es gibt keine „totale und bedingungslose Weihe“ an Maria, weil die Gottesmutter ein Geschöpf ist und ist keine Göttin – und auch keine selbständige, aus sich selbst wirksame „Miterlöserin“. Eine solche (Irr-)Lehre kennt die Kirche nicht.

Selbst die sehr marianisch geprägte Grignionsche Weihe spricht von einer „Weihe an Christus durch Maria“, wobei die Gottesmutter als Fürsprecherin und Gnadenvermittlerin wirkt.

Doch die Quelle aller Gnaden ist allein unser göttlicher Erlöser, der uns durch sein Opfer am Kreuz das Tor zum Himmel geöffnet hat.

Wer nun meint, diese „Offenbarungen“ an Myriam van Nazareth seien inzwischen vielleicht gemäßigter geworden, irrt sich. Lesen wir hier die Veröffentlichung der Vision von vorgestern, vom 25. März, dem Hochfest der Verkündigung Mariens:

Vorbemerkung der Visionärin Myriam:

Ich sehe Maria als junges Mädchen, in ein strahlendes Licht gehüllt. Ich sehe ebenfalls den hl. Erzengel Gabriel, von einer sanften Glut umgeben. Der Engel liegt tief kniend vor Maria.“

Es gibt in der christlichen Kunst keine einzige Darstellung, das eine „Verkündigung an Maria“ zeigt, wobei der Engel Gabriel „tief kniend“ vor Maria „liegt“.

Auch die Madonna ist keine Göttin, auch keine Halbgöttin, sondern das edelste Geschöpf des Ewigen und „von Gottes Gnaden“; daher wäre jede Anbetung Mariens eine Greueltat bzw. Gotteslästerung.

Nun zur jüngsten Offenbarung der „Herrin aller Seelen“ vom vorigen Sonntag, also noch ziemlich taufrisch; darin heißt es u.a.:

„Du siehst nunmehr deine junge Herrin in Ihrem kleinen Haus in Nazareth, zur Mittagsstunde an diesem stillen Frühlingstag. Siehe die sonnenüberflutete Landschaft, die Blüten in Meinem Garten.

Zum Zeitpunkt, den du hier bezeugst, vollzieht Gott an Mir den höchsten Grad der mystischen Vermählung. Gabriel zu Meinen Füβen, liegt kniend und betet das gröβte Werk an, das sein und Mein Gott je vollbracht hat: eine Verschmelzung zwischen Gott und einem Geschöpf im höchsten Grade je von erschaffenen Augen gesehen.“

Auch diese Vision ist gotteslästerlich, da hier behauptet wird, der Engel Gabriel bete eine angebliche „mystische Vermähung“ an, eine „Verschmelzung zwischen Gott und einem Geschöpf im höchsten Grade“.   – In Wirklichkeit kann es eine solche „Verschmelzung“ nie geben, da der Seins-Unterschied zwischen dem Schöpfer und den Geschöpfen wesentlich und unüberwindlich ist.

Auch beim nächsten Satz entsteht der Eindruck, als bete der Engel des HERRN die Madonna an:

„Gerade habe Ich dem Erzengel Mein Ja-Wort gegeben, das er in tiefer Anbetung in Gottes Herzen hinterlegt hat. Betrachte Mich tief. Siehe das Licht, von dem Mein ganzes Wesen durchdrungen ist.“

So zieht sich dieser selbstverliebte Göttinnen-Sermon ellenlang weiter hin  – und klar ist eines: hier wird unter dem täuschenden Gewande einer vermeintlichen „Marienverehrung“ die Anbetung einer Göttin vorbereitet – und damit ein „anderes Evangelium“ verkündet.

Schließen wir diesen Artikel mit der zeitlos gültigen Mahnung des hl. Apostels Paulus (Gal 1,6-8):

„Mich wundert, daß ihr euch so bald abwenden laßt von dem, der euch berufen hat in die Gnade Christi, hin zu einem anderen Evangelium, obwohl es kein anderes gibt, außer daß etliche Leute euch verwirren und das Evangelium Christi verfälschen wollen.   

Aber selbst wenn wir oder ein Engel vom Himmel euch ein anderes Evangelium verkünden würden als das, was wir euch gepredigt haben: verflucht sei er!  – Wie wir jetzt gesagt haben, so sagen wir abermals: Wenn jemand euch ein anderes Evangelium predigt als das, was ihr empfangen habt, der sei verflucht!“  

Ist das klar genug?

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster


1. Teil: Die belgische Visonärin “Myriam van Nazareth”

 Die “Herrin der Seelen” und ihre “Mystische Hochzeit”

Vor 15 Jahren soll der hochbegnadete Dienst der selbsternannten “Myriam van Nazareth” begonnen haben, bei der es sich um eine belgische, in Ost-Flandern lebende, angeblich besonders erleuchtete Frau handelt.

Wie man auf der erscheinungsseligen Webseite “Myriam van Nazareth” erfährt, wurde die Seherin “im Frühling des Jahres 1997 auf mystischem Wege von der Allerheiligsten Jungfrau Maria zu einem Leben in Ihrem Dienst gerufen”.

Weiter heißt es dort:

“Ab den ersten Visionen und Ekstasen ließ Maria „Myriam” deutlich erkennen, dass es sich um eine Vorbestimmung zu einem künftigen Leben in totaler, bedingungsloser und ewiger Weihe an Maria handelte, in vollkommener Selbstaufopferung zu Diensten Mariä, die Sich bald als „deine Herrin” bekanntmachte und „Myriam” (allerdings in außergewöhnlich liebevoller Weise) als „Mein Sklave, Sklave Meiner Liebe, zu Meinem ausschließlichen Dienst gerufen, als Mein Besitz und Eigentum” bezeichnete.”

Hier beginnt bereits der offensichtlich theologische Unsinn:

1. Es gibt keine “totale” und erst recht keine “ewige” Weihe an Maria. Ewigkeit definiert sich gerade dadurch, daß sie weder Anfang noch Ende hat. Selbst wenn eine solche “Weihe” an Maria kein Ende hätte, so hat sie aber sicherlich einen Anfang  –  eben den Zeitpunkt des Weihe-Aktes.

2. Zudem dürfen wir uns allein dem ewigen (!) Gott ganz und gar übereignen und “total” weihen; deshalb  wird sogar die betont marianische Weihe nach Grignion als “Weihe an Jesus durch Maria” bezeichnet, um keine theologischen Mißverständnisse hervorzurufen. Diese klärende, durchaus wesentliche Einschränkung fehlt aber in dieser Selbstvorstellung der “Seherin” aus Flandern komplett.

3. Zudem wird die wahre Madonna sich niemals anmaßen, Menschen als “Mein Sklave, Mein Besitz und Eigentum” zu bezeichnen. Wir sind alle Geschöpfe Gottes, doch niemals hat der allmächtige, erhabene Gott die Menschen als seine “Sklaven” bezeichnet, obwohl ER als einziger einen Anspruch darauf hätte.  -  ER erschuf die Menschen aber mit einem freien Willen, den ER respektiert  – also gerade nicht als “Sklaven”.

Die Gottesmutter, die selbst ein Geschöpf Gottes ist, kann erst recht niemanden rechtmäßig als “Sklaven”, auch nicht als ihren “Besitz und Eigentum” vereinnahmen.

Zudem wird uns auf der Webseite der Visionärin versichert:

„Myriam wurde mit einer Anzahl von mystischen Begabungen ausgestattet, unter denen als Erste eine übernatürliche Eingießung von Kenntnissen über und Einblick in Göttliche Mysterien, die Gesetze des Göttlichen Lebens, Gottes Heilsplan, die Elemente des Kampfes zwischen Licht und Finsternis und unaufhörlich anwachsende Kenntnisse über die außergewöhnlichen Verfassungen und Eigenschaften und die außerordentliche Rolle der Allerheiligsten Jungfrau zutage trat.”

Die Seherin gewinnt also durch “übernatürliche Eingießung” umfassende Kenntnisse in “Göttliche Mysterien” und die “außergewöhnlichen Eigenschaften” der Gottesmutter.

Dazu ist festzuhalten:

Die Kirche lehrt, daß die Heilige Schrift unter der “Inspiration” (Eingebung) des Heiligen Geistes entstanden ist  – auch die Dogmen (unfehlbare Lehren der Kirche) wurden unter Leitung des Hl. Geistes verkündet, denn Christus hat seinen Aposteln angekündigt: “Der Heilige Geist wird euch in alle Wahrheit führen.” (Joh 16,13)

ER hat dies aber seinen Aposteln verheißen, nicht jedoch einer  2000 Jahre später lebenden, anonymen “belgischen Seherin”, deren wirklicher Name nicht bekannt ist, die sich vielmehr unter dem anmaßenden Titel “Myriam van Nazareth” versteckt.

Und weil die Visions-Maria es angeblich so wollte, “entstand 2003 das erste Buch von „Myriam van Nazareth”: „Die Geistliche Hochzeit. Ein Leben mit und in der Heiligen Jungfrau als Weg zu Gottes Reich. Maria-Mystik als Berufung”. In diesem Buch verarbeitet „Myriam” Belehrungen der Allerheiligsten Jungfrau über ein Leben mit und für Maria als Kern und Ausgangspunkt sämtlicher Handlungen.”

Das klingt alles reichlich verstiegen, zudem kommt Christus hier nicht vor, Maria erscheint als eine Art Göttin, zumindest als Halbgöttin.

Der mystische Begriff der “Geistlichen Hochzeit” wurde bislang allein auf die Vereinigung mit Christus bezogen. Abgesehen davon ist jede würdig empfangene, heilige Kommunion eine sakramentale Vereinigung mit unserem Erlöser, die auf Erden durch nichts  –  auch durch keine “mystische” Erfahrung   –  übertroffen werden kann,  schon gar nicht durch eine angebliche “mystische Hochzeit” mit der Madonna.

Ab Sommer 2004 entstanden dann die sogenannten „Sturmschriften” von Seherin Myriam, weil diese Texte  - laut eigenen Angaben  – “bezweckten, die Festung Satans der Irreführung und der Lüge zu stürmen und einen Sturm des Erwachens unter den Christen herbeizuführen.”

Weiter wird berichtet, daß die Visonärin 2005 das Manifest „Testament des Bundes. Ewiger Frühling im Schatten des Kreuzes” verfaßte  – und zwar “mit dem Ziel, die Gründung von Gottes Reich auf Erden zu ermöglichen.”  

Demgegenüber hat Christus klar gegenüber Pilatus gelehrt: “Mein Reich ist nicht von dieser Welt.” –  Es gibt das Reich Gottes wohl anfanghaft in der Kirche, doch vollendet erst in der jenseitigen Gemeinschaft mit dem Ewigen.

Außerdem wird den staunenden Lesern mitgeteilt, daß die himmlische Madonna eine “ewige, spirituelle Ehe” mit der Seherin geschlossen habe:

“Im Juni 2005 vollzog Maria in einer kleinen, der Unbefleckten Empfängnis gewidmeten Kirche, während einer Vision, in formeller Weise die tatsächliche Geistliche Hochzeit zwischen Ihr Selbst und „Myriam”, wodurch Sie mit „Myriam” den heiligen Bund einer ewigen spirituellen Ehe schloss. Dabei gab Sie „Myriam” neun Lebensregeln, die Sie als „Meine Gebote” bezeichnete.”

Es ist offensichtlich, daß sich diese irrgeistige Visions-“Maria” ständig an die Stelle Gottes setzt, daß sie nun schon von “ihren” Geboten spricht, obwohl allein der allmächtige Gott dazu befugt ist, Gebote zu erlassen.

Damit nicht genug, gibt es jetzt einen neuen Ehrentitel sowohl für die Seherin wie für die angeblich visionär erscheinende “Madonna”:

Im Herbst desselben Jahres verkündete Maria, „Myriam” heiße ab diesem Zeitpunkt „Apostel von Maria, der mächtigen Herrin der Seelen” und „Apostel der Macht Mariens”.”

Der Titel “Mächtige Herrin der Seelen” für die Gottesmutter ist in der Kirche seit 2000 Jahren völlig unbekannt, zumal der erste Papst in seinem 1. Petrusbrief CHRISTUS als den “Hirten und Bischof eurer Seelen” bezeichnet (1 Petrus 2,25). Christus ist also unser wahrer “Seelenführer”  – das ist biblisch eindeutig bezeugt.

Es ist außerdem irreführend, wenn in den Myriam-Botschaften ständig von der “Macht Mariens” bzw. der “mächtigen” Herrin usw die Rede ist, ohne daß hierbei klargestellt wird, daß Marias “Macht” vor allem im Dienst der Fürbitte besteht und daß sie ohnehin alle Macht “von Gottes Gnaden” erhält  –  und nicht etwa aus eigener Vollmacht, die sie als Geschöpf gar nicht haben kann.

Madonna by Bernardo Falconi on the church Mari...

Kirche "Maria von Nazareth" in Italien

Dem entgegen sagte die Erscheinungs-Maria der “Seherin” Myriam: “Ich habe dich dazu gerufen, Mein Werk auf Erden weiterzuführen und Mich in der Fülle Meiner Macht bekannt zu machen.

Die Kirche ist von Christus dazu berufen, SEIN WERK auf Erden weiterzuführen und die Fülle seiner erlösenden Vollmachten zu verkünden  – diese Wahrheiten werden hier umstandslos auf die Madonna übertragen, was natürlich völlig häretisch ist, also eine massive Irrlehre darstellt.

Sodann werden wir auf der Myriam-Webseite darüber belehrt, was letztlich der Sinn dieser Visionsveranstaltungen ist:

“In ihrer Gesamtheit verkünden diese Offenbarungen (…) das größte Göttliche Mysterium der Letzten Zeiten: die wahre Herrlichkeit und Macht von Maria als die Herrin der Seelen.”

Das soll also das “göttliche Geheimnis” der Endzeit sein  –  eine offensichtliche Irrlehre!

Zudem wird anschließend behauptet, “Gott” habe der Madonna “für ewig eine totale Macht über die Seelen gewährt”.  -  Das würde bedeutet, daß der Allmächtige abgetreten ist und seine Vollmachten und Vorrechte über die Seelen komplett an Maria übereignet hat.

Demnach wäre Gott gewissermaßen arbeitslos geworden und hätte sich quasi aus Altenteil gesetzt  – und zugleich Maria als himmlische Regentin eingesetzt; sein göttlicher Sohn (“Er wird wiederkommen in Herrlichkeit zu richten über Lebende und Tote und seiner Herrschaft wird kein Ende sein” wie es im Credo heißt) hätte auch nichts mehr zu melden.

Immerhin wird aber eingeräumt, daß es sich bei diesen Ausführungen um “vollkommen neue Kenntnisse” handelt  –  das kann man wohl sagen, denn seitens der Kirche hörte man dergleichen Unfug seit 2000 Jahre nicht annähernd:

“Die große Wahrheit hinter diesen vollkommen neuen Kenntnissen, die eine einmalige Erweiterung des „vertrauten” Bildes von Maria mit sich bringt, wurde Anfang 2008 im Manifest Die Morgendämmerung von Gottes Reich auf Erdenveröffentlicht.”

Das mag vorerst genügen  – wir werden uns dieser visionären “Dame” in einem zweiten Teil weiter zuwenden, indem wir einige ihrer speziellen “Botschaften” unter die Lupe nehmen, um an diesem Fall-Beispiel weitere typische Kennzeichen der Falschmystik aufzuzeigen.

Doch bereits jetzt ist klar ersichtlich, daß sich Seherin Myriam völlig auf dem theologischen Holzweg befindet, daß sie Christus zugunsten einer falschgeistigen Maria komplett verdrängt  – und daß die wahre Gottesmutter, die sich selbst als “die Magd des HERRN” bezeichnet hat, über derartige Verirrungen gewiß nur den Kopf schüttelt.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

 

 


Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 261 Followern an