Kalifornien: Katholische Kirche kaufte Glaskathedrale einer evang. Mega-Gemeinde

Crystal Cathedral umfaßt 3000 Sitzplätze

Während man hierzulande fast immer davon ausgeht, dass die katholische Kirche zu große und damit kostspiele Kirchengebäude aufgeben muss, geschah in Kalifornien das Gegenteil.

Das Bistum Orange erwarb für die stolze Summe von umgerechnet etwa 44 Millionen Euro (ohne Umbaukosten) eine riesige evangelikale Kirche, die als “Crystal Cathedral” weltweit bekannt ist.

Die ursprünglichen Besitzer, die Reformierte Gemeinde mit etwa 10.000 Mitgliedern, waren zur Überraschung vieler Amerikaner mit angehäuften 55 Millionen Dollar Schulden pleite gegangen. Das Gotteshaus war auch einem Millionenpublikum durch regelmäßige Fernsehgottesdienste (“Hour of power”) bekannt geworden.

Da die katholische Diözese ständig mehr Zulauf hat, war ohnehin eine größere Bischofskirche angedacht. Der Erwerb wäre deutlich schneller als ein Neubau, erkannte man und bewarb sich als Käufer.

Ende 2011 bekamen die Katholiken den Zuschlag, vor allem deshalb, weil so eine Verwendung für rein weltliche Zwecke verhindert werden konnte. Außerdem hatte man der evangelikalen Gemeinde auf deren Wunsch zugesagt, dass diese die Kirche in einer Übergangszeit bis Ende 2013 weiterhin nutzen dürfe. 

Ende Juni 2013 fand nun der erste katholische Gottesdienst in der imposanten Kirche statt. Für die Dauer eines weiteren Jahres sind noch einige liturgisch bedingte Umbauten vorgesehen.

Quelle und vollständiger Text hier: http://kreuzknappe.blogspot.de/2013/11/10000-glasfenster-und-3000-sitzplatze.html

Wir haben über diese Glaskathedrale, die charismatische Mega-Gemeinde und den geplanten Verkauf vor zwei Jahren berichtet: http://charismatismus.wordpress.com/2011/12/01/us-charismatische-mega-gemeinde-stunde-der-kraft-ist-pleite/


US-charismatische Mega-Gemeinde “Stunde der Kraft” ist pleite

“Glaskathedrale” wird an katholische Kirche verkauft. Früherer Vorständler erhebt Vorwürfe wg. pfingstlerischer Tendenzen

Schwere Vorwürfe gegen Verantwortliche des Fernsehgottesdienstes „Hour of Power“ (Stunde der Kraft) erhebt ein früheres Vorstandsmitglied des deutschen Trägervereins. afc127c26a

Der Unternehmer Bill Holler aus Neumarkt, der dem Leitungsgremium bis Ende 2009 angehörte, behauptet in einem Offenen Brief, daß die deutschen Zuschauer über die Finanz- und Führungskrise der sog. “Crystal Cathedral” (Glaskathedrale) im kalifornischen Garden Grove im Unklaren gelassen würden.

Die insolvente Großgemeinde, in der der international durch TV verbreitete Gottesdienst aufgezeichnet wird, hat Schulden von umgerechnet rund 50 Millionen Euro angehäuft. Sie muß die mit 10.000 Glasscheiben sowie 2.700 Sitzplätzen ausgestattete Kirche für 42,5 Millionen Euro an die katholische Diözese von Orange County verkaufen.

Vor 55 Jahren hatte der reformiert-protestantische Pfarrer Robert H. Schuller die Ursprungsgemeinde in einem Autokino gegründet. Sie wuchs auf bis zu etwa 10.000 Mitglieder an.

Schuller ist vor allem durch eine am „positiven Denken“ orientierte Botschaft bekannt und steht der charismatischen Bewegung nahe.

Im Jahr 2008 kam es zum Zwist in der Großfamilie Schuller, die in der Leitung der “Glaskathedrale” stark vertreten ist:

Der älteste Sohn, Robert A. Schuller (57), der als Nachfolger bereits präsentiert wurde,  trennte sich von der Gemeinde. Außerdem soll es einer Klage der Gläubiger zufolge Unregelmäßigkeiten im Finanzgebaren gegeben haben.

Hauptpastorin der Mega-Gemeinde wurde Sheila Schuller Coleman, die älteste Tochter von Robert H. Schuller.

Wie Kritiker Holler weiter schreibt, sei der älteste Sohn Robert A. Schuller „von seinen eigenen Geschwistern und Schwägern aus dem Amt gedrängt“ worden. Dieser habe zuvor  festgestellt, daß fast die gesamten Familienmitglieder und ihre Angehörigen direkt oder indirekt von der Gemeinde profitierten; dieses Finanzgebaren habe er abstellen wollen.

Doch der Gründer der Mega-Gemeinde (Schuller sen.) habe sich von seinen Kindern manipulieren lassen. So sei die Ordination seiner Tochter Sheila zur Pastorin mangels fundierter theologischer Ausbildung nicht berechtigt gewesen.

An die Spitze der Glaskathedralen-Leitung habe sich Schullers Schwiegersohn Jim Penner gesetzt, der  –  so Holler  –  „wohl sehr eng mit einem mexikanischen Wunderheiler zu tun hatte“.

Die von Schuller angekündigten namhaften Prediger hätten sich fast ausnahmslos von dem Geschehen in der Glaskathedrale distanziert. Viele Musiker und Chorsänger seien verschwunden.

Laut Holler gibt es die ursprüngliche nicht mehr; vielmehr sei der Gottesdienst nunmehr völlig in die pfingstlerisch-charismatische Richtung umgestaltet.

Quelle: evangelische Nachrichtenagentur IDEA


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