Brasilien: Voodoo-Magier will deutsche Nationalelf mit einem Fluch belegen

.
Wie die “Rheinische Post” (RP-online) berichtet, will Voodoo-”Priester” Helio Sillman aus Rio de Janeiro die deutsche Nationalmannschaft vor dem WM-Spiel gegen Brasilien verfluchen, um dadurch einen Sieg Deutschlands mittels “spiriueller Energie” zu vereiteln und Brasilien auch ohne deren Superstar Neymar ins Endspiel gelangen zu lassen.
.
“Ich nehme die Führungsspieler und binde ihre Beine zusammen, damit sie auf dem Rasen nicht laufen können”, sagt Voodoo-Magier Sillman.
Sein “Altar” ist eine kleine rechteckige Box, die aussieht wie ein Fußball-Feld. Das Ritual ist vor jedem Spiel gleich:

Erst zündet Sillman vier Kerzen in den Nationalfarben des Landes an und stellt sie in die Box, danach legt er die Puppen hinein. Seinen Lieblingen sendet er “Kraft und Energie” mit Hilfe der Orixas, der Götter und Geister des heidnischen Voodookults, dessen Wurzeln in Westafrika liegen.

Vor über zwei Jahren wurde unser folgender Grundsatzartikel zum Voodoo-Kult sowie über den Okkultismus bzw. Spiritismus in der Zeitschrift “Theologisches” veröffentlicht: http://charismatismus.wordpress.com/2012/03/04/voodoo-spiritismus-magische-kulte-ritual-aus-der-finsternis/

 


Die UNO warnt: Kinder aus Afrika werden für magische Voodoo-Rituale mißbraucht

Das UN-Komitee für Kinderrechte (Genf) schlägt Alarm: Hunderte, wenn nicht tausende Jungen und Mädchen aus Afrika werden Jahr für Jahr nach Europa verschleppt, um in Voodoo-Ritualen missbraucht zu werden.    DSC00254

Ein besonderes Zentrum sei London. Das Komitee appelliert an die britische Regierung, mehr zu tun, um diesen Menschenhandel zu unterbinden und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

Der Voodoo-Kult stammt aus Westafrika und hat seine Wurzeln in heidnischen Stammesreligionen und Hexenkulten. Mit magischen Handlungen wollen Anhänger sich rächen und Menschen zu Tode bringen.

Die Vorsitzende des UN-Komitees, die norwegische Jura-Professorin Kirsten Sandberg (Oslo), zeigt sich besorgt über Berichte, wonach Hunderte afrikanische Kinder ihren Eltern entrissen und nach London gebracht wurden, um an ihnen religiöse Rituale zu vollziehen. Vielfach würden sie vergewaltigt oder gefoltert. Doch sei die Zahl der Verurteilungen von Tätern in Großbritannien „extrem niedrig“.

Kinder ermordet und verstümmelt

Die Londoner Zeitung „The Times“ führt einige bekannt gewordene Fälle an. So sei die achtjährige Victoria Climbie von der Elfenbeinküste nach England gebracht worden. Dort hätten sie Verwandte im Jahr 2000 umgebracht, weil sie als Hexe gegolten habe.

Ein Jahr später sei die verstümmelte Leiche eines nigerianischen Jungen in der Themse aufgefunden worden. Die Polizei ging davon aus, dass er einem religiösen Ritual zum Opfer gefallen war.

Im Jahr 2010 war der 15 Jahre alte Kristy Bamu aus der Demokratischen Republik Kongo von seiner Schwester und ihrem Lebenspartner zu Tode gequält worden, weil angeblich ein Fluch auf ihm lag. Bsp-7

Nach Sandbergs Angaben ist die Ermordung von Kindern in religiösen Ritualen Teil eines größeren Problems:

Tausende Minderjährige aus Afrika und Asien würden von Europäern sexuell ausgebeutet. Immer wieder werde berichtet, dass britische Staatsbürger, darunter auch verurteilte Sexualstraftäter, gemeinnützige Einrichtungen im Ausland gründen mit dem Ziel, Kinder zu missbrauchen. Zu diesem Zweck reisten auch zahlreiche Pädosexuelle nach Asien, besonders nach Kambodscha und Thailand.

2011 wurde bekannt, dass Zuhälter und Menschenhändler junge Afrikanerinnen mit „Voodoo-Schwüren“ zur Prostitution in Deutschland zwingen. Sie drohten ihnen mit der Ermordung ihrer Verwandten durch religiöse Rituale.

Quelle: http://www.idea.de

Fotos: 1. Bild: Evita Gründler  – 2. Bild: Dr. Bernd F. Pelz

 


Archäologische Funde bestätigen erneut Menschenopfer-Rituale im alten Heidentum

Religiös-rituelle Tötungen von der Frühzeit bis heute

In antiker Zeit waren Menschenopfer bei den meisten heidnischen Religionen an der Tagesordnung, auch bei den Germanen übrigens, wie z.B. diverse “Moorleichen”-Funde bestätigen  -  wenngleich beileibe nicht alle “Moorleichen” als Menschenopfer für die “Götter” starben; manche wurden dort als “Straftäter” hingerichtet  -  oder wegen einer Behinderung versenkt. Das erschüttert uns heute zu Recht  -  aber gibt es bei uns ähnliches nicht auch im Rahmen der Abtreibung?

Weitaus größer als in germanischen Ländern waren die Opferzahlen ritueller Menschentötungen in lateinamerikanischen Anden-”Kulturen” (zB. Inka) sowie im Nahen und Mittleren Osten:

Dort wurden Kinder beispielsweise dem Götzen “Baal” durch den Feuertod geopfert, vor allem in Phönizien. Der phönizische Baalskult findet Anhänger auch in Nordafrika, etwa in der großen Stadt Karthago; auch dort wurden vorzugsweise kleine Kinder aus der Schicht des Adels zu Ehren der Götter (und aus Furcht vor ihnen) verbrannt.  

All diese Praktiken wurde von den Propheten Israels scharf verurteilt. Weitere Gegner der Hebräer waren zB. die Ammoniter: Diese brachten ihrem Götzen “Moloch” ebenfalls Menschenopfer dar (vgl. 2 Könige 21, 6, 2 Könige 23, 10).

Indirekte “Menschenopfer” gab es zuweilen bei der Beerdigung eines Königs oder heidnischen Oberpriesters, wobei diese hochrangigen Verstorbenen den größten Teil ihrer Familie inklusive der Bediensteten mit in ihre Grabstätte nahmen, damit ihnen diese Leute im Jenseits “zu Diensten” waren.

Teilweise wurden Menschenopfer auch für die Hellseherei praktiziert: Aus der Art des Todeskampfes oder aus der Beschaffenheit von Körperteilen wollte man Hinweise für Zukunftsweissagungen finden.

Auch das afrikanische Heidentum kennt Menschenopfer, etwa beim Voodookult, der zudem das verwandte Phänomen der sog. “Untoten” hervorbrachte.  Rituelle Tötungen für die “Geister” sind in dieser schwarzmagischen Religion ohnehin gang und gäbe  – auch hier und heute:

Mitunter werden Flüchtlinge aus Afrika unterwegs von Schlepperbanden zur Beschwichtung der “Götter” ins Meer geworfen: http://journalistenwatch.com/cms/2013/07/27/voodoo-ritual-menschen-als-opfer-fur-die-geister-ins-meer-geworfen/

Judentum und Christentum lehnen Menschenopfer ab

Die Israeliten jedoch lehnten solche “religiösen” Menschenopfer ab, ihr Gott  -  der wahre Gott  -  wünschte diese nicht, lehnte sie sogar entschieden ab. Wenn Israeliten jedoch den heidnischen Kulten verfielen, wurde dies von Gott verurteilt; so heißt es beim Propheten Jeremia anklagend:

“Haben doch die Kinder Judas das getan, was mir zuwider ist, spricht der HERR…Sie haben die Opferstätte des Tophet gebaut im Tale Ben-Hinnom, um ihre Söhne und Töchter im Feuer zu verbrennen, was ich sie nicht geheißen habe” (Jer 7,30).  - Auch in Jesaja 66,3 werden Menschenopfer kritisiert.

Ebenso in Psalm 106 (105), 36 f., wo es über den Abfall der Israeliten zu den Göttern anderer Völker heißt: Sie dienten ihren Götzen; die wurden ihnen zur Falle.
Sie brachten ihre Söhne und Töchter dar als Opfer für die Dämonen.”

Diese Ablehnung hat auch das Christentum übernommen. Marienstatt-DSC_0111-3

Der manchmal von Atheisten-Seite geäußerte Einwand, Jesu Kreuzestod sei doch gewissermaßen ein religiöses “Menschenopfer”, ist unsinnig, da Christus der menschgewordene Sohn Gottes und damit GOTT selbst ist; es handelt sich also gleichsam ein “Gottesopfer”: Der Ewige selbst geht in seinem Sohn den Weg der Erlösung!

Im eisigen lateinamerikanischen Hochgebirge finden Forscher immer wieder  -  durch die Kälte gut erhaltene   -  Mumien, die einst durch Opferrituale der Inka ums Leben kamen, meist waren es Kinder und Jugendliche.

Teilweise wurden sie wochenlang vorher mit Coca (Kokain) und Alkohl betäubt, um gefügiger zu werden und sich “willig” den Göttern zu opfern; die hierfür Auserwählten wurden dann lebendig eingemauert und erlitten den Tod durch Erfrieren.

Wie das internationale Forscherteam um Andrew Wilson von der University of Bradford im Fachjournal “Proceedings of the National Academy of Sciecnes” (PNAS, DOI: 10.1073/pnas.1305117110) berichtet, ergibt sich der erwähnte Drogenbefund aus Haaranalysen der Mumien. Die konservierten Leichen sind heute in Kältekammern im “Museum of High Altitude Archaeology” (MAAM, maam.gob.ar) zu sehen.

Entdeckt wurden die aktuell untersuchten drei Kindermumien 1999 in Schreinen in der Nähe des Gipfels des Llullaillaco (ein Andenvulkan in ca 6740 m Höhe).

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster


Voodoo-Ritual: Menschen als “Opfer für die Geister” ins Meer geworfen

Wenngleich die folgende Schreckensmeldung vom 1.12.2011 stammt, ist sie nach wie vor aufschlußreich, auch hinsichtlich der möglichen mörderischen Folgen des irrgeistigen Voodookults, eines schwarzmagischen Geisterglaubens, der ursprünglich aus Afrika stammt, in der Karibik und Lateinamerika weit verbreitet ist, aber auch im Westen leider immer mehr Anhänger findet:Foto: Dr. Bernd F. Pelz

Die Polizei in Sizilien hat fünf afrikanische Mitglieder einer Schlepperorganisation wegen mehrfachen Mordes festgenommen. Die beiden Nigerianer und drei Ghanaer sollen im August zwischen Libyen und der Insel Lampedusa eine noch nicht bekannte Zahl von Flüchtlingen lebend ins Meer geworfen haben.

Damit folgten sie einem Voodoo-Ritual, mit dem sie sich die Gunst der Geister für die Überfahrt sichern wollten, berichteten die Staatsanwälte von Agrigent. 380 Menschen befanden sich ursprünglich an Bord des Flüchtlingsbootes, das am 2. August unweit der libyschen Küste gesichtet wurde.

Am folgenden Tag kamen Motorboote der italienischen Küstenwache dem Boot zu Hilfe. An Bord befand sich die Leiche einer Person. Die überlebenden Flüchtlinge berichteten, dass mehrere Menschen an Hunger und Durst gestorben seien.

Andere seien als „Menschenopfer“ ins Wasser geworfen worden, weil sich die Mitglieder der Schlepperorganisation eine ruhige Überfahrt sichern wollten. Die fünf Verhafteten hatten aus humanitären Gründen eine Aufenthaltsgenehmigung in Italien erhalten. Bei ihrer Festnahme befanden sie sich in italienischen Auffanglagern.

Quelle: http://www.stol.it/Artikel/Chronik-im-Ueberblick/Chronik/Voodoo-Ritual-Migranten-lebend-ins-Meer-geworfen

Foto: Dr. Bernd F. Pelz


Mexiko: Katholische Kirche warnt vor wachsendem Kult um eine heidnische “Todesheilige” bzw. mythische Sensenfrau

Alte Magie im neuen Gewand: “La Santa Muerte”

Als “blasphemisches Symbol” hat der Präsident des Päpstlichen Kulturrates, Kardinal Gianfranco Ravasi, die in Mexiko und Kuba vielverehrte Todesgöttin „Santa Muerte“ bezeichnet, die dort als “Volksheilige” gilt und eine heidnische Umkehrung der Marienverehrung bedeutet.

Eine solche magische “Ikone” anzubeten, sei eine Entartung der Religion, sagte der Kardinal am vergangenen Mittwoch in Mexiko. Er nahm an der mobilen Gesprächsplattform „Vorhof der Völker“ teil.

Die katholische Kirche in Mexiko warnt seit längerem vor dieser “Scharlatanerie” und spricht auch vom okkulten “Teufelskult”.  

Foto: mexiko-lexikon.de/

Foto: mexiko-lexikon.de/

Dargestellt wird die makabre Figur als weibliches Skelett in einer kuttenähnlichen, aber seidenen Kleidung; sie trägt in der rechten Hand eine Sense, in der linken Hand einen Globus oder eine Waage. Die  Totengöttin trägt meist einen weiten Mantel, oft ein rotes Gewand, den Kopf (Totenschädel!) zuweilen mit einer goldenen Krone bestückt, so daß sie aus weiterer Entfernung zunächst einer Madonnenfigur ähnelt.

“La Santa Muerte” heißt auf deutsch “heiliger Tod” bzw “Die Heilige des Todes”; ihre Fans nennen sie aber auch “die Dünne” oder “unsere Braut”.

Vor privaten oder öffentlichen “Altären” bzw. vor Glasschreinen und Andachtsvitrinen an Häusern, Werkstätten, auf Plätzen und Straßen werden der Sensenfrau “Opfergaben” (Rosen, Bilder, Dosen, Zigarren etc) dargebracht sowie Kerzen angezündet.  Auch “Gebetskarten” mit Anrufungen sind weit verbreitet.

„Santa Muerte“ soll schmerzfreies Sterben bewirken, aber auch bei der Ausführung von Verbrechen  -  etwa beim Drogendeal  – helfen. Deshalb wird sie häufig von Drogenhändlern und Kriminellen verehrt bzw. um Schutz vor der Polizei angerufen. Beim brutalen Drogenkartell Los Zetas ist es laut Zeitungsberichten üblich, das Blut ermordeter Rivalen dieser magischen Sensenfrau zu “opfern”.

Doch ihr makabrer Kult geht weit über solch abartige Kreise  hinaus. Auch „Mühselige und Beladene“ wenden sich der Sensenfigur zu  -  oder Menschen, die beruflich mit dem Tod konfrontiert sind.

Allgemein gilt sie als Idol der “Bettler und Banditen”. Vor allem in den Armenvierteln der mexikanischen Hauptstadt wächst ihre Anhängerschaft,  zum Beispiel in dem als Räuberhöhle verrufenen Bezirk Tepito.

Es gibt pseudo-religiöse Volksfeste bzw. Andachten für “Santa Muerte” mit hunderten Teilnehmern, wobei okkulte, heidnische und katholische Elemente in bedenklichster Weise vermengt werden.

Neben magischen Vorstellungen liegt diesem Treiben wohl auch eine Lust am Schaurigen zugrunde, womit sich in ähnlicher Weise auch die Faszination von Gruselfilmen und sonstigen Horrormedien erklären läßt.

Der Kult dieser Todesgöttin hat sich von Mexiko und Kuba aus in ganz Lateinamerika ausgebreitet,  zB. in Argentinien, zudem in mexikanisch geprägte Regionen anderer Erdteile und Großstädten wie Los Angeles.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster



Papua-Neuguinea: Geisterglaube und Zauberei sind immer noch weit verbreitet

Obwohl die Mehrheit der Einwohner von Papua-Neuguinea (Südsee) formal einer christlichen Kirche angehören, sind Magie und Geisterglaube dort weit verbreitet.

Das berichtete der aus dem Land stammende evangelische Pfarrer Nawi Philip bei einem Vortrag in Kitzingen (Unterfranken):

„Hier in Deutschland halten mich die Leute für verrückt, wenn ich von Geistern rede, aber die Menschen in Papua-Neuguinea sehen das anders“, sagte der Theologe, laut einem Bericht des Online-Portals „infranken.de“ (5. Januar).

Philip zufolge werden vor allem unheilbare Krankheiten oder plötzliche Todesfälle mit bösen Geistern in Verbindung gebracht. Auf vielen Häusern und Zäunen seien Spitzen angebracht, die Geister abwehren sollten. Auch in Tänzen spiele der Geisterglaube eine Rolle.

Der Pfarrer stellte klar: „Man kann nicht Gott dienen und von anderen Göttern reden oder gar an sie glauben.“

In der Diskussion nach dem Vortrag vertraten Zuhörer die Ansicht, daß der Glaube an Geister auch in Deutschland anzutreffen sei. „Wir nennen es Aberglauben, aber eigentlich ist es nichts anderes als Geisterglauben“, sagte ein Besucher.

Pfarrer Philip verneinte in der Aussprache die Frage, ob Zauberer manchmal gute Kräfte hätten. Sie hätten zwar eine reale Kraft, aber das sei letzlich immer eine böse Macht.

Quelle: http://www.idea.de


England: In der Grafschaft Cornwall soll “Heidentum” auf den schulischen Lehrplan

Schüler in der britischen Grafschaft Cornwall sollen künftig im Unterricht mehr über Hexen, Zauberei, Druiden und germanische Götter erfahren. Das hat die für den Lehrplan zuständige Kommission jetzt festgelegt.

Laut Bericht der britischen Zeitung “Mail on Sunday” sollen zukünftig auch Kenntnisse über heidnische Rituale und Religionen im Unterricht vermittelt werden. Für Elfjährige stünde dann z.B. “Modernes Heidentum und seine Bedeutung für die Bewohner von Cornwall” auf dem Lehrplan.

Kritiker verweisen darauf, daß sich in dieser britischen Region höchstens rund 700 von 537’000 Einwohnern als Anhänger heidnischer Kulte bezeichnen.

Bereits im Jahr 2010 hatte eine mit Religionsfragen beschäftigte Kommission in Cornwall vorgeschlagen, das Druidentum (heidnische Magie) als Religion anzuerkennen.

Der neue Lehrplan legt darüber hinaus fest, daß die Schüler etwas über die Bedeutung prähistorischer Bauwerke für heutige Angehörige nichtchristlicher Kulte erfahren sollen. Eine Broschüre rät den Lehrern, daß die Kinder auch darüber diskutieren sollen, welchen Vorurteilen jemand ausgesetzt sein könnte, der heidnischen Vorstellungen anhängt.

Quelle: evangelische Nachrichtenseite www.jesus.ch

 


Voodoo – Spiritismus – magische Kulte: Ritual aus der Finsternis

Von Felizitas Küble

Papst Benedikt XVI. besuchte vom 18. bis 20. November 2011 das westafrikanische Land Benin mit seinen fast 10 Millionen Einwohnern, von denen ca. 40% christlich getauft sind (die meisten davon katholisch), etwa 30% dem Islam angehören und der „Rest“ diversen „Naturreligionen“, vor allem dem Voodookult huldigt. Es war dies die letzte Auslandsreise des Pontifex im Jahre 2011.

Dabei war der Papst natürlich auch mit Voodoo konfrontiert, zumal dieser heidnische Spiritismus dort amtlich als Religion anerkannt ist und sogar einen eigenen staatlichen Feiertag (den 11. Januar) erhielt  -  doch nicht nur dies: Benin gilt sogar als die „Wiege des Voodoo“, einer 4000 Jahre alten Geisterreligion. DSC_1185-3

Überall im Land, vor allem in den Dörfern, findet man Voodoo-Altäre. Der Rhythmus harter Trommeln kündigt von magisch-ekstatischen Zeremonien  – und das Befremdliche: ganz in der Nähe findet man Kirchen und christliche Symbole; manchmal stehen Kruzifixe und Madonnenstatuen auch direkt auf dem „Voodoo-Altar“ mit seinen Götzenbildern und Fetischen.

Diese fatale Vermischung von Christentum und Heidentum im „Volksglauben“ ist eine besondere Herausforderung für die Kirche und ihren unbedingten Wahrheitsanspruch, aber auch mit ihrer befreienden Botschaft und ihren heilswirksamen Sakramenten, die alle Bande der Finsternis besiegen.

Christus befreit vom Okkulten

Der Papst hat sich dieser problematischen Situation, die er in Benin vorfand, freilich nicht angepaßt, er vermied jede Anbiederung an magische Vorstellungen; er hat das offene Wort angesichts dieser Herausforderung nicht gescheut, sondern das Evangelium ausdrücklich als Befreiung vom Okkulten und als Sieg über die „bösen Geister“ bezeichnet, als er im Seminar St. Gallus in Ouidah eine Ansprache hielt.

Dabei erinnert gerade dieser Ort an die wechselvolle Geschichte des Landes, denn  bis ins 19. Jahrhundert war Benin ein Zentrum des Sklavenhandels, woran heute noch das riesige Denkmal „Tor ohne Wiederkehr“ am Strand von Ouidah erinnert. 1_0_668126

Später wurde das westafrikanische Land eine französische Kolonie, die 1960 ihre Unabhängigkeit erhielt, damals noch unter dem Namen Dahomey. Erst 1975 wurde mit der Herrschaft der Kommunisten der Name Benin eingeführt. Nach der Implosion bzw. dem  Zusammenbruch der Sowjetunion wurde 1991 schließlich ein Mehrparteiensystem installiert.

Der Papst verwarf in seiner Ansprache durchaus nicht alle vor- oder außer-christlichen Traditionen. Eine vorsichtige Inkulturation hat die Kirche seit Jahrtausenden stets gutgeheißen und auch praktiziert; abgelehnt wurde jedoch der Synkretismus, wobei derartige Religionsvermischungen mitunter schillernd auftreten und nicht sofort als solche erkennbar sind, gerade auch im Zusammenhang mit Voodoo.

Das Christentum beinhaltet eine umfassende Wahrheit, daher kann es auch all jenes umfassen, was in anderen Weltanschauungen, Philosophien und Kulturen gut und richtig ist. Dies ist Bestandteil einer weitherzigen Liebe zur Wahrheit, aber auch zu den Menschen, die Christus nähergeführt werden: sie sollen zunächst dort abgeholt werden, wo sie stehen  –  aber nicht etwa „dort“ stehenbleiben.

Daher stellte der Oberhaupt der katholischen Kirche in Benin klar:  „Diese Liebe begünstigt die korrekte Integration der authentischen Werte der Kulturen in den christlichen Glauben.“  – Eine solche Haltung sei zugleich ein wirksames Gegenmittel gegen den Synkretismus, wie Papst Benedikt erläuterte. per ebay

Bei den Bischöfen Angolas hatte der Papst schon zuvor für ähnliche Klarheit mit Abgrenzung gegenüber magischen Kulten gesorgt.  Er forderte die Oberhirten dieses südwestafrikanischen Landes bei deren Ad-limina-Besuch in Rom dazu auf, entschieden gegen „heidnische Praktiken vorzugehen“, wozu auch die Ausgrenzung und Ermordung von Kindern und Alten gehöre.  Solche traditionellen afrikanischen Phänomene seien „abscheulich“ und mit dem Christentum unvereinbar, diktierte er seinen Mitbrüdern im bischöflichen Amte deutlich ins Stammbuch.

Die Getauften seien oft hin- und hergerissen zwischen traditionellen afrikanischen Kulten einerseits und dem Christentum andererseits, so der Papst.  Auch ein überzogenes „Stammesdenken“ sei abzulehnen, denn in der Kirche gäbe es „keinen Platz für eine solche Art von Abgrenzung“. Die Bande des Glaubens und der Brüderlichkeit unter Christen seien stärker „als die unserer irdischen Familie und eurer Stämme“.

Die Bischöfe müßten ihre Stimme erheben   -  so der Pontifex in seiner Ansprache am 29.10.2011   -  wenn Menschen durch Magie und „Sprüche von Zauberern“ ausgegrenzt würden. Diese päpstliche Klartext-Rede gipfelte in dem Aufruf: „Wir wollen uns auch künftig entschlossen für die Verkündigung des Evangeliums unter den Völkern Afrikas einsetzen.“

Zur aufrichtigen und konsequenten Evangelisierung gehört eben auch die Abwehr des Irrgeistigen, Heidnischen und Abergläubischen in nichtchristlichen Religionen und Kulturen. „Religion“ ist nicht von vornherein etwas Gutes und Wahres; gerade sie kann durchaus auf Abwege führen.

Wachsende Faszination magischer Praktiken

Die Faszination des Bösen entfaltet sich schließlich gerade im „religiösen“ Bereich, sofern der Mensch nicht durch Gottes Offenbarung erleuchtet ist. Das zeigt auch die okkulte Welle, die seit längerem unser Land und die westliche Zivilisation prägt.

„Neuer Hexenglaube“, Spiritismus, schwarz- und weißmagische Praktiken, fernöstliche Meditation, Astrologie und sonstige „übersinnliche“ Phänomene sind gang und gäbe.

Die Überbetonung des Verstandes durch die „Aufklärung“ und ihre Steigerung im Rationalismus wird zunehmend durch das entgegengesetzte Extrem verdrängt: eine „vagabundierende Religiosität“, ein freischwebender, unverbindlicher „Glaube“ ohne Dogmatik, ohne festes Normensystem, ohne konfessionelle Bindung.

Im Mittelpunkt steht hierbei die Befriedigung religiöser Bedürfnisse, die Erfüllung einer metaphysischen Sehnsucht, die der Mensch auf Dauer kaum zu unterdrücken vermag. Wer sein religiöses „Grundgefühl“ mit bloßem Rationalismus, mit dürrem Verstandeswissen allein konfrontiert, gibt ihm Steine statt Brot.

Doch eine emotionale „Erfahrungs-Religion“ bedeutet, daß man auf der anderen Seite vom Pferd fällt: hier scheut man die dogmatische Klarheit des geoffenbarten Glaubens und die eherne Verbindlichkeit sittlicher Gebote. Daher wohl der zunehmende Siegeszug esoterischer und okkulter Ersatzreligionen.

Der Okkultismus  – wörtlich: Geheimwissenschaft, verborgene Lehre  – ist ein schillerndes Gebilde mit unterschiedlichen Schattierungen. Der harte Kern besteht freilich aus der Magie. Zauberei ist freilich mehr als unsinniger „Hokuspokus“, wie etwa die abergläubische Angst vor der Zahl 13 oder schwarzen Katzen.

Magie beruht wesentlich auf dem allzumenschlichen Verlangen, mit der Welt des Außernatürlichen in Kontakt zu kommen. Motiv ist meist die Neugier, doch dies nicht allein. Letztlich geht es darum, die Mächte des Übersinnlichen in den Griff zu bekommen, sich ihrer zu bemächtigen, sie für eigene Wünsche und Interessen einzuspannen, also die Welt des vermeintlich „Göttlichen“ zu vereinnahmen, sie unter Kontrolle zu bekommen.

Während sich der wahrhaft christliche Mensch demutsvoll in den Dienst Gottes stellt, möchte der magische Mensch das „Göttliche“ in seinen eigenen Dienst stellen. Mit anderen Worten: Der Gläubige betet: „Dein Wille geschehe!“, der Magische wünscht: „Mein Wille geschehe!“

Magisches Denken und okkulte Rituale sind also mit der christlichen Religion grundsätzlich unvereinbar, Glaube und Aberglaube schließen einander strikt aus.

Ist weiße Magie wirklich harmlos?

Dennoch ist die Verwirrung  auch in den eigenen Reihen groß, denn das Spektrum der Zauberei teilt sich in eine schwarze und eine scheinbar helle, harmlose, „weiße“ Magie.

Selbst unter Christen hält man diese „weiße Magie“ mitunter für erlaubt, „wenn es nur hilft“, als ob der Zweck die Mittel heiligen würde  – man denke etwa an das „Besprechen“ von Krankheiten durch scheinreligiöse Beschwörungsformeln bzw. esoterische Praktiken wie Hellseherei, Pendeln oder pfingstlerisch-„charismatische“ Methoden einer vermeintlichen „Geistausgießung“.

Bei der Verharmlosung der „weißen“ Magie wird oft übersehen, daß sich der schwarze und der weiße Zauber zwar dem Anschein nach unterscheiden, daß sie jedoch aus derselben heidnischen Quelle gespeist werden, nämlich dem anmaßenden Versuch, die Kräfte der „Übernatur“ im eigenen Interesse zu beeinflussen, zu steuern und zu vereinnahmen.

Der wahre Gott freilich läßt sich in keiner Weise durch den Menschen „instrumentalisieren“ und „in den Dienst nehmen“. ER ist der Allmächtige und läßt sich nicht „bemächtigen“, man kann ihn auch nicht durch Zauberformeln oder gewisse Praktiken herbeizitieren. Dasselbe gilt für die Engel und Heiligen, für die gesamte himmlische Welt.

Abgesehen davon sind die Grenzen zwischen schwarzer und weißer Magie in der Praxis ohnehin fließend. Dies ist nur konsequent und systemimmanent, es liegt in der Sache selbst begründet, weil beide Formen letztlich aus demselben Geist bzw. Ungeist stammen, von der gleichen heidnischen Gesinnung herrühren. „Hilft“ also die weiße Magie nicht weiter, dann versucht man es eben mit der „schwarzen“  – frei bzw. unfrei nach der Devise: „Hauptsache gesund“ bzw. „wer heilt, hat recht“.   – Wer jedoch mit dem Feuer spielt, landet schnell im Gefängnis des Okkulten, der  Finsternismächte, der satanischen Gegenwelt.

Eine solche „Zwischenzone“ bildet vor allem der Spiritismus, die Kontakt-Aufnahme mit „Geistern“. Selbst wenn sich hier Geister, die „gerufen“ werden,  als „Verstorbene“ ausgeben, so ist dies ein diabolisches Täuschungsmanöver, denn jene überirdische Welt, die sich in Gottes Gnadenbereich befindet (wozu auch das Purgatorium, das Fegefeuer gehört), läßt sich nicht vom Menschen her steuern, dirigieren, herbeirufen, manipulieren etc.

Die Zauberei besitzt also ein schillerndes, verführerisches Doppelgesicht  – und beide Gesichtshälften sind entschieden abzulehnen und zu meiden, denn der Aberglaube ist das Zerrbild des wahren Glaubens -  und für Christen durchaus gefährlicher als der Unglaube, zumal dieser als solcher sogleich erkannt wird, der Aberglaube aber gerne hinter einer „religiösen“ Maske agiert.

Dieser Irrweg ist beileibe nicht neu, auch nicht neuzeitlich. Bereits im Alten Bund warnte der Ewige vor den damals gängigen magischen Praktiken: „Es soll in Deiner Mitte kein Wahrsager, Zeichendeuter, Schlangenbeschwörer oder Zauberer, kein Bannsprecher oder Geisterbeschwörer gefunden werden; keiner, der Wahrsagegeister befragt oder sich an die Toten wendet, denn jeder, der solches tut, ist dem HERRN ein Greuel“ (5 Mose 18,10-12).

Während in unserer westlichen Welt der weißmagische, esoterische Irrweg vorherrscht, findet man in heidnischen Gefilden (auch in solchen, die sich mit christlichen Elementen vermischt haben) vielfach schwarze bis schwärzeste Magie, also Zauberei, Geisterglaube und Dämonenkult.

Die „Spitze des Eisbergs“ ist hier  –  neben dem direkten Satanismus  – der vor allem in Afrika und Lateinamerika weitverbreitete Voodoo-Kult: hier zeigt die Zauberei deutlich ihre Schattenseiten und damit ihr wahres Gesicht.

Voodoo enthält zwar durchaus auch weißmagische Elemente, doch die schwarzmagischen überwiegen. Es mag etwas makaber klingen, doch dieser Sachverhalt hat immerhin den Vorteil der Klarheit, wogegen weiße Magie und westliche Esoterik im Gewand des Harmlosen oder gar des „Himmlischen“ erscheinen.

Der afro-karibische Voodoo-Kult scheint zunächst weit weg: in Westafrika eben  – und ansonsten vor allem auf Haiti, dem Inselstaat in der Karibik, dem Ozeangebiet östlich von Mittel- und Südamerika, aber auch auf Kuba, in Brasilien oder Mexiko.

Dennoch ist das Thema nicht zu vernachlässigen, denn inhaltlich ist der Voodookult keineswegs „weit weg“, sondern geht uns alle an: zum einen wegen der  –  vom Christentum geforderten  -  prinzipiellen Ablehnung der Zauberei, zum anderen wegen jener Liebäugelei mit dem Voodoo, die auch im Westen immer mehr um sich greift, teils aus Neugier bzw. Tändeln mit fremdartigen oder „horrenden“ Elementen (siehe Hardrock-Szene bzw. „Heavy Metal“), teils aus magischer Faszination.

Hierzu ein aktuelles Beispiel: Die satanische Rockband „The Devil´s Blood“ trat am 13. Januar 2012 in der Hamburger Markthalle auf.  Vom „Hamburger Abendblatt wurde dies am am 21.11.2011 wie folgt angekündigt:

„Mit entrücktem Blick bearbeitet er (Selim Lemouchi, Kopf der Band) am rechten Bühnenrand seine Gitarre, der nackte Oberkörper unter der verranzten Lederjacke mit Tierblut übergossen; ein Berserker, der die rauschhaften Konzerte seiner Band ‚Rituale‘ nennt und mit seinem Interesse an okkulten Praktiken von Voodoo bis Satanismus polarisiert.“

Schillernde Botschaft: Der Kinofilm „Das Ritual“ 

Ähnliches gilt fürs Kino: Ende der 80er Jahre konnte z.B. der Horrorfilm „Das Ritual“ von John Schlesinger erstaunliche Erfolge einfahren. Mit seinem Brutalo-Streifen wollte der Regisseur keineswegs vom Voodookult abschrecken oder davor warnen; vielmehr nutzte er die Faszination des Abgründigen als lockenden Schockeffekt für die Zuschauer.

Die „Tagespost“ kritisierte den Film damals wegen seiner „Sucht nach Terror“ und stellte fest: „Die Szenen sind grausam und schrecklich, von frenetischer Angst und brutalster Kaltblütigkeit, anscheinend geboren aus einem praktizierenden Wissen um geheime Mächte und die Möglichkeit, mit ihnen in Kontakt zu kommen.“

„Das Ritual“ lieferte Okkultismus in Reinkultur, betrieb Schleichwerbung für den scheinbar weißmagischen Santeria-Kult (einer lateinamerikanischen Variante des Voodoo)  – und nahm gegenüber dämonischen Voodoo-Ritualen eine gefährlich schillernde Haltung ein, geprägt von Faszination und Angst.

John Schlesinger äußerte sich gegenüber der Filmzeitschrift „Ultimo“ (Dezember 1987) wie folgt über seinen Gruselschocker:

„Die Riten des Santeria-Kults wirken auf mich sehr überzeugend… Ich nehme zum Voodoo-Kult mit Sicherheit eine sehr ambivalente Haltung ein. Natürlich denke ich, daß man alle Arten von Glauben erlauben sollte. Man muß sehen,  daß Liebe und Angst nur gemeinsam den Glauben ermöglichen.“

Der Regisseur plädiert also für Toleranz gegenüber schwarzer Magie (in seinem Film kommen immerhin mehrere Ritualmorde vor)  – doch die „Angst“, die seiner Meinung nach durch die katholische Kirche erzeugt werde, lehnt er entschieden ab:

„In der katholischen Kirche wird immer wieder mit der Angst einfacher Menschen gespielt: wer nicht regelmäßig zur Beichte geht, wird in die Hölle kommen. Diese Angst ist ein Teil der Macht, die der Katholizismus besitzt. Ich persönlich halte das nicht für fair.“

Ganz in diesem Sinne bzw Unsinne trägt dieser in sich widersprüchliche Artikel den Titel: „Der unfaire Katholizismus.“

Wenn Menschen von heute sich in puncto Voodoo nicht gründlich auskennen, werden sie sich möglicherweise von solchen oder ähnlichen Sirenenklängen verführen lassen, so daß es sinnvoll erscheint, näher auf dieses Ritual aus der Finsternis einzugehen.

Der geographische Ursprung des Voodoo liegt in Westafrika. Seit Jahrhunderten existiert dort die Yoruba-Magie mit ihrem Glauben an die „Orixas“ oder „Loas“, an Geister, Götter und Dämonen. Im dortigen Ritual offenbart sich jene typisch heidnische Einstellung, die zwischen Furcht und Faszination vor den Geistern hin- und hergerissen ist und die Geisterwelt daher in den Griff bekommen möchte, um sie „unschädlich“ zu machen, ja für eigene Wünsche einzuspannen.

Um die „Loas“ gnädig zu stimmen, werden Figuren aus Holz geschnitzt oder aus Stoff genäht und schaurig-fantasievoll bemalt; sie werden dann „geopfert“ oder in Schadenszauber-Ritualen eingesetzt.

Das populärwissenschaftliche Special-Magazin „Wissen“ (Nr.5/2010) aus der „Hörzu“- Reihe berichtet in einem Artikel „Ist Voodoo die Kraft des Bösen“ Folgendes zum Thema Schadenszauber, wobei dort mit Henning Christoph ein Ethnologe zur Sprache kommt, der dem Voodookult erstaunlich wohlwollend gegenübersteht (vgl. seine Kino-Dokumentation „Voodoo  -  die Kraft des Heilens“); doch offenbar ist auch er bei gewissen Praktiken mit seinem toleranten Latein am Ende:

„Zu den drastischen Schadensmagien zählt die afrikanische Pistole, Chakuta genannt. Mit ihr werden Gegenstände in einen Körper geschossen  – ohne Narben oder äußere Spuren zu hinterlassen.  Henning Christoph war dabei, als ein Priester eine Chakuta-Geschädigte behandelte. Aus einer Beule an ihrem Arm holte er einen Nagel, aus ihrem Bein eine Glasperle.“   -  Schwarze Magie?  Henning Christoph: „Bei solchen Dingen, die ich nicht erklären kann, kam ich schon vor Jahren an den Punkt, zu sagen: Ich akzeptiere es.“

Zu Yoruba gehören auch abergläubische Ängste vor dem fluchbeladenen „bösen Blick“, der den Tod zur Folge haben könne (gemilderte Vorstellungen hiervon findet man allerdings auch etwa in Italien bis in die Gegenwart hinein), sodann „Heilungen“ durch Geisterkräfte, Fluch und Abwehrzauber, Dämonenbeschwörungen, Geisteranrufungen etc.

Diese Yoruba-Magie gelangte vor allem durch den Sklavenhandel europäischer Kolonialmächte nach Lateinamerika und in die Karibik. Besonders in Brasilien und Haitii verbreitete sich dieser Polytheismus und Spiritismus sehr stark, teils vermischt mit indianischen und/oder auch „katholischen“ Elementen, so daß ein synkretistisches Gebilde entstand, dem nicht wenige Namenskatholiken dort verfallen sind.

Diese fatale Religionsvermischung treibt vor allem in Brasilien, dem „größten katholischen Land der Erde“, wie gerne gerühmt wird, seit Jahrhunderten seine Sumpfblüten. So wird am 31. Dezember nicht das Andenken an Papst Silvester oder lediglich das weltliche Jahres-Ende gefeiert, sondern die heidnische Göttin Iemanja.

Der Bundesstaat Rio de Janeiro dürfte wohl das einzige „christliche“ Land der Welt sein, das sogar amtlich einen Feiertag für eine „Göttin“ einführte. Der Verordnung von „oben“ entspricht die Begeisterung von „unten“ (in des Wortes doppelter Bedeutung): Die heidnische Göttin Iemanja wird im „katholischen“ Brasilien nämlich euphorisch gefeiert.

Geisterglaube und Zauberei sind dort an der Tagesordnung. Aus dem Sachbuch „Heilen und Schamanismus“ erfährt man, dass auch gebildete Schichten der Magie frönen und das Christentum allenfalls äußerlich angenommen haben: „Selbst die brasilianische Oberschicht glaubt an Geister. Obwohl Brasilien ein Land frommer Christen ist, leben die Gedanken und Gefühle der afrikanischen Orixas in seinen Urwäldern und Städten weiter“[1].

Der ursprünglich westafrikanische Yoruba-Kult wurde dann in seinem „Exportland“ Haiti als „Voodoo“ bezeichnet  – dies ist zugleich der heutige Sammelbegriff für diese Art magischer Rituale. In Brasilien spricht man von „Umbanda“, gemeint ist dasselbe.

Das feministisch-neuheidnische Buch „Die Schwestern der Venus“, das sich über „Die Frau in den Mythen und Religionen” ausbreitet, verhehlt nicht seine Befriedigung darüber, daß in Brasilien letztlich der Göttinnenkult siegte, nicht der biblische geoffenbarte Glaube:

„Viele Millionen Brasilianer  -  selbst wenn sie sich Katholiken nennen und gelegentlich in die Kirche gehen  – sind überzeugte Anhänger des Umbanda-Kultes“[2].

„Isis lebt mitten unter uns“

Noch triumphalistischer klingt die Kunde vom Siegeszug der Göttin Iemanja: „Die Tatsache der Herrschaft einer weißen ‚heidnischen‘ Göttin inmitten eines christlich-katholischen Landes ist ein frappantes Beispiel für die fortwirkende Anziehungskraft der polytheistischen Weltschau unserer Voreltern.(…) Isis lebt mitten unter uns“[3].

Offenbar hat in Brasilien nicht so sehr der christliche Glaube das Heidentum „geschluckt“, sondern eher umgekehrt. Vom Katholischen bleibt vielfach nur die Maske, im besten Fall äußerliches Brauchtum übrig. Dieses jedoch ist durchaus nicht harmlos,  keine volkstümliche Folklore, wenn es dazu dient, magische Mythen und Zeremonien quasi zu schmücken.

Der feministische Jubel „Isis lebt mitten unter uns“ kommt nicht von ungefähr: die altägyptische „Himmelsgöttin“ Isis findet seit Jahrtausenden im Kult der Iemanja ihre westafrikanische Entsprechung. Schwarzafrikaner verehren mit dieser merkwürdigerweise weißhäutigen Göttin die allgewaltige „Herrscherin der Meere“, wobei dieser Kult der Iemanja im Zentrum dortigen Heidentums steht  – und nicht etwa einen Randbezirk bildet.

Den portugiesischen Kolonisatoren genügte es in der Regel, wenn die afrikanischen Sklaven, die sie nach Lateinamerika verschleppten, äußerlich den katholischen Glauben annahmen. Folglich ging nicht das Heidentum im Christentum auf (wie bei der Christianisierung der Germanen), sondern umgekehrt: der christliche Glaube bietet vielfach nur die Hülle für den heidnischen Inhalt. Dies wurde kirchlicherseits weitgehend hingenommen in der irrigen Annahme, daß sich das Problem im Laufe der Zeit von selber regeln bzw. bessern würde.

Den westafrikanischen Sklaven wiederum gelang es recht einfach, die indianischen Ureinwohner mit ihrem Voodoo-Yoruba-Kult zu beeinflussen: schließlich trafen sich zwei Varianten des Heidentums, zwei Gesichter der einen Magie.  – Ureinwohner und Schwarze gingen fortan sonntags in die Kirche, weil es die Kolonisatoren verlangten, doch während der Woche übten sie ihre Zauberpraktiken aus wie eh und je. Um jedoch kirchlichen oder staatlichen Strafen zu entgehen, wurden Götter und Geister kurzerhand christlich „getauft“.

Die Orixas erhielten vielfach die Namen von Heiligen. Eine bunte Schar von Geistern wurde „christianisiert“: man verehrt diverse „Geistführer“, wobei Christus einer von vielen ist  – und in Umbanda-Tempeln mitunter einen „Ehrenplatz“ erhält. Die Göttin Iemanja wurde zur „Jungfrau Maria“ umgedichtet oder ihr dazugesellt: in den Armenvierteln Brasiliens findet man oft beide Gestalten als Gipsfiguren nebeneinander.

Ogun, der „Gott der Waffen“, wurde zum heiligen Georg umfunktioniert. Legba, den Geist, der die Eingänge bewacht, verehrte man nunmehr als heiligen Petrus an der Himmelstüre. Aus Obatala, dem „Gott“ des Alls, wurde der Himmelsvater des Christentums usw. Doch die christlichen Gestalten dienen nur als Tünche, bestenfalls als „Nebengötter“, die man großzügig mitlaufen läßt.

Die frommen Masken des Heidentums

Das Ethnologische Museum in Berlin zeigte solche befremdlichen Ausstellungs-stücke, wobei sich magische Fetische zu christlichen Andachtsgegenständen gesellen, im Herbst 2010 unter dem Titel „Vodou  – Kunst und Kultur aus Haiti.“

Dieser scheinkatholische „Doppel-Kult“ ist nicht nur in Lateinamerika und auf den karibischen Inseln verbreitet, sondern durchaus auch in den USA; dort spricht man von Santeria.

Laut „Ethos“ (Nr. 3/1988) gibt es allein in New York eine Viertelmillion Santeria-Anhänger. Wie der Name schon vermuten läßt, geht es  -  scheinbar  -  um Heilige, in Wirklichkeit freilich um Götter und Geister.

Eben dieser Kult wird im bereits erwähnten Horrorfilm „Das Ritual“ wohlwollend dargestellt. Das Santeria ist eine Kombination von Voodoo, indianischem Heidentum, weißer Magie, Spiritismus und scheinkatholischen Elementen, das in US-Großstädten durchaus Erfolge verbucht, z.B. in New Orleans (US-Bundesstaat Louisiana).

Diese Ausläufer sind allerdings kein Vergleich mit der Tiefenwirkung magischer Kulte in  Brasilien. Dort gehört vor allem der Spiritismus zum Alltag.

Eine wissenschaftliche Expedition zur Erforschung des Schamanismus gelangte zu folgendem Ergebnis: „Astralreisen, ‚automatisches Schreiben‘, Inkorporation von Geistern gedeihen seit 15 Generationen in Brasilien, weshalb sie ihren exotischen Charakter verloren haben und als ganz natürlich empfunden werden“, wie es im Doku-Band „Heilen und Schamanismus“ heißt[4].

Darin wird auch vom beliebten Iemanja-Kult berichtet: Dieser „Göttin der Meere“ sind unzählige Tempel geweiht. In der Nähe von Recife steht er direkt neben der katholischen Kathedrale, die von weniger Menschen besucht wird als der heidnische Tempel[5].

Iemanja wird dort und anderswo meist als sinnliche junge Frau mit enganliegendem, langen Kleid dargestellt: weiße Haut, schwarze oder algengrüne Haare, blaue Augen, Perlen in den Händen und eine Krone auf dem Haupt; die Gestalt insgesamt nicht frei von erotischer Faszination. Jeder kann sich die mächtige Göttin als schönste aller Frauen ausmalen.

In Brasilien ist jeder Samstag Iemanja geweiht  –  und nicht etwa der Gottesmutter.

Typisch für heidnisches Denken ist der Glaube an die Willkür und Unberechenbarkeit der Göttin. Sicherlich ist auch im geoffenbarten Christentum der Allmächtige letztlich ein undurchdringliches Geheimnis, aber gleichwohl in moralischer Hinsicht einschätzbar, denn er belohnt das Gute und bestraft das Böse.

Heidnische Götter sind hingegen ihrer Art nach launenhaft. Daher versucht man, sie durch Rituale und Zeremonien, durch Beschwörungsformeln und Zauberkünste „gnädig“ und geneigt zu stimmen und so ihr Wohlwollen zu sichern.

Auch Iemanja besitzt eine typisch heidnische „Doppelnatur“: sie kann  –  wie man glaubt  – vor Unglück schützen und in jeder Weise helfen, wenn sie will; zugleich aber ist sie rachsüchtig, grausam und mitleidslos. Krankheiten, Mißerfolge und Schicksalsschläge betrachtet man als Laune oder Vergeltung dieser unheimlichen und zugleich faszinierenden „Herrscherin der Meere“.

Also nicht obwohl, sondern weil sie so „gefährlich“ werden kann, wird Iemanja überschwänglich verehrt, um sie so zu besänftigen. Um sie in gute Stimmung zu versetzen, opfert man ihr wertvolle Gaben (Schmuck, Haustiere etc). Dies geschieht an „ihrem“ Samstag  – und besonders am 31. Dezember, ihrem rauschhaft begangenen Jubelfest.

Allein an den Stränden von Rio versammeln sich am Jahresende hunderttausende  Menschen, um sich in den Kult der Iemanja einzureihen. Mehrere Millionen feiern die Meeresgöttin an der 8000 km langen Küste Brasiliens. Das Fest beginnt  mit rhythmischen Gesängen, Trommelklang und ekstatischen Tänzen. Die Umbanda-Zauberpriester stechen mit den Schiffen in See.

(Der Voodoo-Kult kennt durchaus auch „Priesterinnen“  –  und zwar in der Candomble-Bewegung. Der männliche Zweig ist das Umbanda-Ritual. Beide entstammen der afrikanischen Orixas-Magie, dem Geisteraberglauben also.)

Wenn nun die Schiffe losfahren, rufen, singen und tanzen die zum Teil in Ekstase geratenen Menschen an den Stränden. Danach wird der Göttin geopfert, meist Schmuck oder lebende Tiere (Tauben, Hähnchen oder Ziegen) werden in die Fluten geworfen. Je bedeutsamer die Gabe, desto stärker sei die Gunst der Meeresgöttin, mutmaßt der Volks(aber)glaube dort.

Iemenja wird durchaus nicht als holde Jungfrau verehrt, auch nicht als Mutter (man sieht sie nie mit Kind dargestellt), sondern als liebestolle „Große Göttin“, die sich gerne und heftig verliebt und ihre männlichen Verehrer zu sich in den Meeresgrund hinabzieht. Ihr erster Liebhaber soll Oxala   –  eine hochgestellte „Gottheit“  -  gewesen sein.

Aus dieser Verbindung soll dann die ganze Welt einschließlich der weiteren zahlreichen Götter hervorgegangen sein. Daher gilt Iemanja als „Allmutter“, als Quelle der Schöpfung  -  ähnlich den antiken Vorstellungen von einer allmächtigen „Großen Göttin“.

Heidnische Magie beruht auf dem gegenseitigen (!) Abhängigkeitsverhältnis zwischen den Göttern und den Menschen. Aus Voodoo-Sicht werden Orixas wiederbelebt, indem sie ein „Medium“ besitzen, sich also in einen Menschen inkorporieren, von ihm  –  etwa im ekstatischen Tanz oder bei Opfer-Ritualen  -  Besitz ergreifen.

Wechselverhältnis von Mensch und „Göttern“

Demzufolge wirkt also auch der Mensch auf die Lebendigkeit der Götter ein, er „erschafft“ diese gewissermaßen selber. Doch sobald sie  -  durch menschliche Hilfe –  richtig vital werden, entfalten sie eine Eigendynamik, toben also ihre Götterlaunen aus; diese wiederum versucht der Magier, durch Zeremonien und Beschwörungen in die von ihm selber gewünschten Bahnen zu lenken, sie zu kanalisieren.

So wird die heftige Angst vor den Geistern durch „Zuckerbrot und Peitsche“, durch Opfer und Abwehrzauber scheinbar „gebannt“, aber nie wirklich überwunden. Zauber und Abwehrzauber befinden sich innerhalb desselben magischen Systems.

Der schwarzmagische Geister- und Dämonenglaube gründet vorwiegend auf dem Element der Angst, dem Gefühl ständigen Bedrohtseins. Daher der Versuch einer „Kontaktaufnahme“ zwecks Besänftigung dieser unheimlichen Mächte  – und zugleich ihre Vereinnahmung für böse eigene Interessen, etwa beim Schadenszauber, der Verfluchung, der Todesmagie etc.

Der weißmagische Kult beruht hingegen eher auf dem Element der Faszination und der Anziehungskraft des Sinnlichen (siehe Iemanja-Erotik), obwohl auch dort die Furcht vor den Launen der Göttin nicht fehlt.

Schattenseiten der „Ahnenverehrung“

Der afrikanische Ahnenglaube beispielsweise ist keineswegs eine rührend-romantische Verehrung der Vorfahren, wie das manche im Westen naiv annehmen, sondern eine mit der Geisterfurcht zusammenhängende Religion der Angst:

Aus afro-spiritistischer Sicht bilden die Totengeister die Mehrzahl der Geistwesen. Doch diese sind  nicht weit weg, sondern beeinflussen das tägliche Leben und können jedem Einzelnen schaden. Besonders die Geister verfeindeter Sippen, im Kampfe erschlagener oder durch Zauber totgehexter Männer sind wegen ihrer Rachsucht sehr gefürchtet. Durch gewisse Rituale und die Einhaltung von „Tabus“, durch Respekt vor unberührbaren Gegenständen will man diese als gefährlich empfundenen Mächte bannen und eingrenzen.

Die Ahnengeister werden nicht aus Liebe und Anhänglichkeit verehrt, auch nicht um ihres bleibenden Andenkens willen, sondern aus Furcht vor derem schwarzen Zauber, wobei man glaubt, sich nur durch überaus innige „Verehrung“ davor schützen zu können.

Diese Seite des afrikanischen Ahnenkults, der auch dem Voodoo-Zauber zugrunde liegt, wird seitens der Dialogschwärmer und Schönfärber fremder Religionen gerne erschwiegen oder schlicht nicht erkannt, will man doch lieber das „Gute“ in den nichtchristlichen Religionen herausfiltern.

Der Voodoo-Kult zeigt freilich direkter seine dämonischen Seiten,er fällt sogar mit seinem Namen ins Haus, denn Voodoo bedeutet Geisterbeschwörung.

Der Begriff entstand aus dem afrikanischen Wort „Vodun“ (Geist, Gottheit) in Verbindung mit „juju“ (beschwören). Der Ausdruck meint gleichzeitig sowohl die Götter/Geister wie auch ihre äußeren Darstellungen[6]. Das Buch „Heilen und Schamanismus“ fügt hinzu: „Im Volksmund bedeutet Voodoo soviel wie Zauber und Hexereien“[7].

Rituelle Grundlage des Voodoo ist die „Inkorporation“, die Einverleibung der Geister im Menschen. Dies geschieht meist bei der „Initiation“, der Einweihung bzw. Aufnahme eines Neulings, der Schamane werden möchte.

In „Heilen und Schamanismus“ heißt es hierzu:

„Eine Kontrolle der Geister (durch die Menschen) ist nicht wünschenswert. Die Erfahrung der Initianden wird als „Besessenheit“ beschrieben.(…) Sie betrachten sich als Vehikel für die göttlichen Reiter  –  die Geister reiten sie wie Pferde“[8].

Ein Expertenteam in puncto Voodoo schildert es dort noch genauer: „Es gibt emotionale Erfahrungen, die oft für die Berufung des Schamanen typisch sind: der Initiand kann Stimmen hören, Visionen haben und ‚Wahnvorstellungen‘ bekunden. Manchmal sind diese Manifestationen furchterregend; nicht selten berichtet der Initiand, daß er Dämonen kreischen hört  -  oder daß er sieht, wie sein Körper in Stücke gerissen wird“[9].

Als wichtiges Hilfsmittel zur Erreichung der Besessenheits-Ekstase fungiert die Trommel, deren beschwörender, harter Rhythmus die Geister herbeiruft, wie man glaubt, so daß sie vom Zauberer Besitz ergreifen.

Hierzu schreibt das erwähnte Sachbuch:

„Für Voodoo-Priester und Priesterinnen ist die Trommel wichtig zur Veränderung des Bewußtseins. Ihr rhythmischer Schlag dient als akustische Treibkraft, die die gewöhnliche Wahrnehmung sprengt und damit den Zustand der Besessenheit erleichtert“[10].

Diese Wirkungsweise der Trommelmusik ist wissenschaftlich längst erforscht, so etwa in einer Studie Ende der 70er Jahre in den USA. Bei den Versuchspersonen zeigten sich auffallende Bewußtseinsveränderungen, die durch tiefes und schnelles Atmen verstärkt wurden.

Ekstase und Trance, Außer-sich-geraten und In-sich-versenkt-sein in einen hypnoseähnlichen Zustand: beides kann sich einstellen, nicht allein im Voodoo-Kult, sondern   -  der Form nach etwas gemäßigter  -  auch bei indianischen Geister- und Sonnentänzen. Diese Pionier-Studie ist in einer Fachzeitschrift dokumentiert[11].

Neben Brasilien ist Haiti eine Hochburg des Voodoo. Von den ca. 6 Millionen Einwohnern des Inselstaates sind 80% katholisch und 10% evangelisch. Die südlich von Kuba gelegene Insel gehört zu den ärmsten Ländern der Welt, nur jeder Vierte kann lesen.

90% der Einwohner sind Voodoo-Anhänger, folglich auch die meisten (Taufschein-)Katholiken. Laut „Hör zu“ (Nr. 26/1993) gibt es auf der Insel nur 600 Ärzte, aber 400.000 Schamanen. Das TV-Blatt schreibt zudem: „Angst vor Verzauberung, vor Tod und Verwandlung in einen Zombie beherrscht das Volk und macht die Voodoo-Priester mächtig. Das System funktioniert.“

Die Frage nach dem „Zombis“

Man wird sogleich stutzig: „Verwandlung in einen Zombi“?  – Dergleichen gibt’s doch nur in Gruselfilmen oder dummen Volksmärchen?

Ob jene halb-toten, halb-lebenden Gestalten tatsächlich existieren, sei dahingestellt (und wenn, dann natürlich nicht nach Machart eines Horrorstreifen); sie sind aber offenbar Bestandteil der „Todesmagie“ des Voodoo. (Ob dieser „Zauber“ real funktioniert, steht auf einem anderen Blatt.)

Hierzu schreibt der evangelische Esoterik-Experte Kurt E. Koch:

„In zivilisierten Ländern ist die Todesmagie nicht häufig anzutreffen.(…) In heidnischen Gebieten treibt sie jedoch ihr finsteres Unwesen.(…) Mir liegen in großer Zahl Beispiele vor. Ich fand solche Vorgänge bei den Schamanen in Alaska, bei den Wudisten (Voodoo-Magiern) auf Haiti, bei den Macumba-Spiritisten in Brasilien und im Zusammenhang mit dem Zombismus in Afrika“[12].

Am 4. Juli 1993 strahlte das ZDF eine Reportage hierüber aus. Titel: „Voodoo auf Haitii: Gibt es die lebenden Toten wirklich?“

Die wesentlichen Resultate: Zombismus ist Bestandteil des Voodoo. Die Sendung erwähnte Beispiele und verwies auf den amerikanischen Völkerkundler Wade E. Davis und den Lausanner Gerichtsmediziner Laurent Rivier, die herausgefunden haben, daß Voodoo-Schamanen eine geheime Mixtur kennen, die „Zombies“ hervorbringt.

Der strafende Todesgott im Voodoo heißt „Samedi“, abgeleitet vom indianischen Wort „Zemi“. Hiervon stammt der Begriff „Zombie“ für die Halbtoten.

Wie jedoch kann „Zombismus“ bewirkt werden?

Das US-Magazin „Time“ (Nr. 17/83) brachte möglicherweise etwas Licht ins Grusel-Dunkel: In einer Dokumentation von C. Wallis „Zombis: do they exist?“ wurde folgender Sachverhalt erläutert:

Voodoo-Meister stellen Zombis her, indem sie eine bestimmte Giftmischung verwenden. Diese besteht offenbar aus einer giftigen Kröte, zerstampften Pflanzen, zermahlenen Menschenknochen und dem  gefährlichsten Gift der Welt: Tetrodotoxin (TTX): es ist ein Wirkstoff des Kugelfisches, 500 x stärker als Zyanid.

Wenn die tödliche Dosis unterschritten wird, erzeugt das Gift schwere Lähmungen. Der chemische Stoff der Kröte wirkt auf das Herz; das Fischgift greift das Nervensystem an. Die Folge ist eine Art Scheintod: der Betroffene will schreien, kann sich aber nicht bewegen; er scheint wie tot zu sein, ist aber durchaus bei Bewußtsein.

Diese Scheintoten werden beerdigt, wobei oftmals die Angehörigen nicht Bescheid wissen. Die „Leiche“ wird nach 1 oder 2 Tagen durch ein Gegengift „wiederbelebt“: ein Voodoo-Magier schleicht auf den Friedhof, holt den Scheintoten aus dem Grab und verabreicht ihm eine Paste aus Datura, einer Pflanze mit bewußtseinsverändern-den Wirkstoffen.

Danach werden „Zombies“ zur Sklavenarbeit weggeschleppt. Das Gegengift wirkt noch nach 72 Stunden, hat aber schwere Folgewirkungen: Der Betroffene vegetiert dahin   – fast ohne eigenen Willen, da sein Gehirn weitgehend vernichtet ist. Nur ein starres, unwirkliches Sich-Bewegen ist möglich, quasi ein „wiederbelebter Leichnam“.

Hierzu heißt es in „Heilen und Schamanismus“: „Ihre Meister benutzen die Zombies als Sklaven; sie werden als die bedauernswertesten Geschöpfe betrachtet, weil sie ihre geistige Essenz verloren haben“[13].

„Hör zu“ (Nr. 26/1993) schreibt in einer Vorschau auf die bereits erwähnte TV-Reportage, daß Zombies als willenlose „Roboter“ an eine Farm oder Fabrik verkauft würden  – angeblich „mehrere tausend“. Hierfür fehlen allerdings nach meinem Eindruck die präzisen wissenschaftlichen Belege.

Wenn ein Voodoo-Magier jemanden zum „Zombie“ reduzieren will, kann dies verschiedene Gründe haben: Opfer für die Götter, Besänftigung der Geister, Verfluchungen  – oder psychologische Motive wie Rachsucht, Neid, Eifersucht, Streit, Haß.

Zurück zu Haiti, der Hochburg des Voodoo in einem scheinbar katholischen Land, das nicht nur religionsmagisch, sondern durchaus auch politisch von Voodoo-Priestern beherrscht wird. Die Bezirksleiter (Chef de Section) sind oftmals Schamanen.

Aristide als Vertreter des magischen Synkretismus

Hierzu heißt es in der Radio-Dokumentation „Religion und Politik in Haiti“, die der Hessische Rundfunk am 22.9.1993 ausstrahlte: „In der Regel ist der Chef de section gleichzeitig ein Voodoo-Priester.  Diese von oben gewollte Vermengung von weltlicher und geistlicher Macht fordert den Mißbrauch geradezu heraus.“

Typisch für die Verhältnisse dort ist auch die Einstellung von Jean Bertrand Aristide, seines Zeichens mehrfacher Präsident von Haiti (zuletzt von 2000 bis 2004), danach mit Frau und Kindern im südafrikanischen Exil lebend.

Der Befreiungstheologe und  – von der Kirche amtsenthobene  -  Priester Aristide macht aus seiner Sympathie für Voodoo kein Geheimnis. Bei ihm erscheint jene verhängnisvolle Symbiose von Christentum und Heidentum sehr ausgeprägt, jene Religionsvermischung also, wie sie auch im taufscheinkatholischen Volk dort weit verbreitet ist.

Die erwähnte Radiosendung strahlte ein Interview mit Aristide aus und fragte ihn nach seiner Beurteilung des Voodoo:

„Für uns Haitianer  – zumindest für mich als Haitianer  – ist der Voodoo nicht ein Religion, die der katholischen Religion über- oder unterlegen ist. Voodoo ist der katholischen Religion ebenbürtig.“

Sodann sagte er, daß es hüben wie drüben gute und schlechte Menschen gäbe: „Man findet also in beiden Religionen beide Seiten der Medaille.“

Für den ehemaligen Präsidenten ist Voodoo ein Teil seiner Identität: „Voodoo ist für mich eine Religion, die zu respektieren ist, weil sie mir erlaubt, meine kulturellen Wurzeln wiederzufinden. Kein Baum kann leben und Früchte tragen, wenn seine Wurzeln abgeschnitten sind. Den Haitianer von seinen Wurzeln abschneiden, indem man ihn vom Voodoo entfernt, das heißt: ihn in den Selbstmord zu treiben.“

Das muß man sich zu Gemüte führen: die „Wurzeln“ dieses katholischen Priesters, ohne die ihm und seinesgleichen nur der Selbstmord vor Augen stände, sind weder die Heilige Schrift noch die Tradition der Kirche bzw. beides, sondern der schwarzmagische Voodookult, ein Ritual aus der Finsternis!

Aristide versteigt sich im Interview sogar zu der kuriosen Aussage: „Im Voodoo sind alle an die Tafel des Guten gerufen.“  -  Dies gelte auch dann, wenn Böses getan werde: „Selbst wenn man sich seiner Freiräume bedient, um Böses zu tun, muß man anerkennen, daß der Voodoo ein Herz hat, das im Rhythmus der Liebe, des Guten schlägt.“

Da staunt selbst der Radio-Sprecher und kommentiert: „Diese Sympathiebekundung hat Aristide den Vorwurf eingehandelt, er sei ein verkappter Voodoo-Priester. Dabei steht er vor allem für eine politisch-religiöse Bewegung, die aus seiner eigenen, der katholischen Kirche stammt: es ist die sog. ‚Kleine Kirche‘, inspiriert von der ‚Theologie der Befreiung‘, die keinen Unterschied zwischen religiösem und politischem Engagement machen will.“

Sodann wurden einige Mitglieder der  sog. „Basiskirche“ interviewt, wobei ein Herr namens Roger äußert: „Der Voodoo als eine Religion der Befreiung gehört zu den Wurzeln der Basiskirche.“  – Der Rundfunkmoderator stellt leicht ironisch fest: „Wie ihr Prophet Aristide haben die Mitglieder der ‚Kleinen Kirche‘ nichts gegen Voodoo.“

Im Unterschied zu solchen pseudo-katholischen Auswüchsen kämpfen protestantische Freikirchen, charismatische Gruppen und allerlei Sekten in Lateinamerika und in der Karibik gegen diese unbiblische Magie, indem sie den Gegensatz zwischen Licht und Finsternis, Christentum und Heidentum betonen.

Die protestantisch-freikirchliche „Konkurrenz“

Infolgedessen laufen viele Christen, die den katholischen Glauben nur von seinem Zerrbild her kennen (sei es Magie oder Befreiungstheologie oder  –  wie bei Aristide und Co.  – beides gleichzeitig) scharenweise zu evangelischen Predigern über, weil sie dort noch „echtes“ Christentum vermuten. Angesichts einer jahrhundertelang geduldeten Paganisierung bzw. Heidnisierung des katholischen Glaubens ist ein solcher Trend nicht weiter verwunderlich.

Mit einer vordergründigen, oberflächlichen Kampfansage an protestantische Bewegungen ist da wenig gewonnen, weil es das Übel nicht an der Wurzel packt, sondern die Symptome (noch dazu erfolglos) behandelt. Der wahre Gegner, die Ursache des pastoralen Schlamassels ist nicht der Protestantismus, sondern das Heidentum.

Solange diese „verborgene“ Gefahr nicht ohne Wenn und Aber überwunden wird, solange es keine eindeutige Abwehrhaltung gibt, solange mit dem Voodoo „dialogisiert“ wird, statt ihn als Finsternismacht geistig zu bekämpfen, werden weiterhin verunsicherte Katholiken zu freikirchlichen bzw. pfingstlerischen Gruppierungen abwandern.

In der katholischen Zeitschrift „Stefanus“ (Nr. 6/93) findet sich folgende Meldung: „Das rasche Vordringen von Sekten in Lateinamerika muß nach Überzeugung von Papst Johannes Paul II. von der katholischen Kirche mit einer einheitlichen Strategie bekämpft werden. Bei einer Audienz für die Mitglieder der Päpstlichen Lateinamerika-Kommission bezeichnete er es als dringend notwendig, der aggressiven Propaganda der Sekten auf dem ‚Kontinent der Hoffnung‘ eine (…) Evangelisierungskampagne entgegenzusetzen.“

Eine „einheitliche Strategie“ und evangelistischer Kampfgeist ist tatsächlich angesagt, allerdings weniger gegen die freikirchlich-protestantische „Konkurrenz“, sondern gegen den eigentlichen Erzfeind namens Voodoo   – und gegen das Heidentum insgesamt, damit dieser „Kontinent der Magie“ endlich der dämonischen Finsternis entrissen wird.

Das Problem ist nicht gerade neu. Die „Deutsche Tagespost“ meldete bereits am 3. März 1992: „In Lateinamerika treten täglich etwa 8000 Katholiken zu einer protestantischen Sekte über. Diese Zahl nannte der Koordinator für Wallfahrtsorte in Lateinamerika, E. Trucco, bei einem Pilgerkongreß im Vatikan.“

Zwischen dem Licht des Glaubens und dem Dunkel der Magie gibt es keinen Kompromiß, hier klafft vielmehr ein Abgrund. Erinnern wir uns an die klaren Worte des Völkerapostels Paulus, der damals so viele Heiden zu Christen missionierte:

„Wie stimmen Christus und Belial überein?“ (2 Kor 6,15)  – ganz zu schweigen von seiner Warnung: „Was die Heiden opfern, das opfern sie den Dämonen  – ich will aber nicht, daß ihr Gemeinschaft habt mit den Dämonen.“ (1 Kor 10,19)

Während der Völkermissionar die urchristlichen Gemeinden ermahnte „Flieht vor dem Götzendienst (1 Kor 10,14), wird das Heidentum heute von manchen Dialogisierern und Synkretisten geradezu umarmt.

Der frühere päpstliche Geheimkämmerer Egon von Petersdorff schreibt in seinem Standardwerk über die Dämonologie: „Der Schamanismus ist … der gefährlichste, weil unmittelbarste Götzen- und Dämonenkult, der sich in mannigfaltigen Abarten und verschiedenen Tarnungen durch die ganze Menschheitsgeschichte hin verfolgen läßt, bis in unsere Tage“[14].

Der Autor steht hier in Übereinstimmung mit Psalm 95,4 („Alle Götter der Heiden sind Dämonen“) sowie mit dem hl. Thomas von Aquin und dem Dogmatiker Scheeben:

„Götzendienst war … im Grunde Dämonendienst, weil … kein anderes reales Wesen da war, welches den Götzenkult entgegennehmen konnte“[15].

Ähnlich Michael Schmaus: „Hinter dem heidnischen Kult stehen die Dämonen“[16].

Wer vom Licht redet, darf von der Finsternis nicht schweigen.  Wer Tugenden rühmt, muß Laster verwerfen, um Klarheit zu schaffen. Wer die Wahrheit predigt, muß den Irrtum entlarven und davor warnen.

Hortense von Gelmini, eine katholische Künstlerin und Dirigentin, schreibt in ihrem Aphorismen-Buch: „Das Gute erwerben, ohne das Schlechte aufzugeben, ist der folgenschwerste Selbstbetrug jeder menschlichen Entwicklung.”

Vernünftige Inkulturation ist begrüßenswert

Dabei ist eine gewisse „Inkulturation“ bei der Missionierung von Heiden durchaus kein Problem, sondern wird von der Kirche mit Recht seit Jahrtausenden angewandt. Dieses „Aufsaugen“ vorheriger Kulturen und das Integrieren ihrer positiven oder neutralen Elemente in die christliche Religion wurde auch bei der Christianisierung der Germanen angewandt  – und dies einigermaßen erfolgreich. Immerhin führte dieses segensreiche Wirken der Kirche zum „Heiligen römischen Reich deutscher Nation“.

Dabei war die christliche Germanenmission jeder Religionsvermischung abhold. Den Neubekehrten wurde klar gepredigt, daß sie ihre „Traditionen“ weitgehend aufgeben mußten: unseren Altvorderen ist in der ausgehenden Antike sehr wohl etwas „verloren“ gegangen, als sie sich zu Christus bekehrten: nicht etwa nur die Donar-Eiche mußte „dran glauben“, sondern der pagane Irrglaube insgesamt  – von der Wotans-Furcht bis zu den Menschenopfern in den Sümpfen Germaniens war Schluß mit heidnisch.

Sicherlich praktizierten die  – oft aus Irland kommenden -  Missionare damals eine gewisse Inkulturation, wobei sie jene Elemente des „Germanentums“, die mit dem christlichen Glauben vereinbar waren, bestehen ließen bzw. „tauften“; sie respek-tierten z.B. den germanischen Heldenmythos (er wurde im „Heliand“ verchristlicht).

Heidnische Opferstätten wurden nicht unbedingt immer mit der Bonifatius-Axt weggefegt, sondern mitunter durch christliche Wallfahrtsstätten verdrängt und so allmählich ihres heidnischen Ursprungs beraubt.

Die Christianisierung der Germanen war eben insgesamt gesehen keine Heidnisierung des Christentums, sondern eine fortschreitende Überwindung des Heidentums durch das Christentum  –  sicherlich zuweilen unvollkommen und auf Umwegen, doch immerhin zielklar.

Klar sollte das missionarische Ziel wirklich sein: vorsichtige Inkulturation JA, aber Synkretismus NEIN.

Wenn der Papst im Frühjahr 2012 seine geplante Reise nach Kuba und Mexiko antritt, hat er es mit zwei Ländern zu tun, in denen magische Kulte ebenfalls seit langem beheimatet sind und heute noch blühen, oft unter dem Deckmantel des Katholischen   -  oder auch des Sports.

So lauteten Schlagzeilen zur Fußball-Weltmeisterschaft 2010 beispielsweise so:  „Mexikos Fußballer: Mit Voodoo zum Erfolg.“  – Die mexikanische Zeitung „Record“ startete mit Hilfe einer Videoverleihkette eine massive Voodoo-Kampagne. Tausende Fans kauften sich Fußballer-Puppen in USA-Farben und  kleine Nadeln, um sie in die „US-Puppen“ zu stechen (ein Ritual aus dem Schadenszauber).  Die Organisatoren der Kampagne klärten ihre Anhänger darüber auf, daß sie die Puppen mit Nadeln peinigen, verbrennen oder in eine Vase mit Wasser tauchen könnten.

Ob Schadenszauber oder Göttinnenglaube, weiße oder schwarze Magie, angstvoller Ahnenglaube oder spiritistische „Heilungszeremonien“  – all diese Irrwege überwindet der christliche Glaube, der wahre Gott, die Botschaft des Ewigen, die Sakramente des HERRN.

Allein die göttliche Offenbarung in Christus und seinem Erlösungswerk vermag diese unheimlichen Kräfte der Finsternis wirksam zu besiegen, denn Christus ist gekommen, „um die Werke des Teufels zu zerstören“ (1 Joh 3,8).

ERSTveröffentlichung dieses Artikels in der Zeitschrift “Theologisches” (Nr. 1 – 2 / 2012)

Anmerkungen:


[1] Alberto Villoldo – Stanley Krippner, Heilen und Schamanismus: Dokumente anderer Wirklichkeiten, Sphinx-Verlag: Basel 21986, 73.
[2] J.J. Heydecker, Die Schwestern der Venus. Die Frau in den Mythen und Religionen, Nymphenburger Verlag: München 1991, 347.
[3] AaO., 352.
[4] Villoldo – Krippner, aaO., 74.
[5] AaO., 86.
[6] Vgl. hierzu J. Haskins, Voodoo und Hoodoo, Stein & Day: New York 1978.
[7] Villoldo – Krippner, aaO., 241.
[8] Ebenda.
[9] Villoldo – Krippner, aaO., 245.
[10] AaO., 243.
[11] L.G. Peters, „Towards an Experimental Analysis of Shamanism“: American Ethnologist 7 (3/1980) 397-418.
[12] K.E. Koch, Okkultes ABC, Bibel- und Schriftenmission: Aglasterhausen 21984, 599.
[13] Villolda – Krippner, aaO., 244.
[14] Egon von Petersdorff, Dämonologie I, Christiana Verlag: Stein am Rhein 21982, 226.
[15] M.J. Scheeben. Handbuch der katholischen Dogmatik II, Freiburg i.Br. 1933 (= 1880), 678.
[16] Michael Schmaus, Katholische Dogmatik II/1, München 61962, 314.

Kongo: “Hexenkinder”durch heidnische Magie und pfingstlerische Sekten bedroht

Weil sie „vom Teufel“ oder „von bösen Geistern“ besessen sein sollen, werden sie verstoßen und misshandelt: die so genannten „Hexenkinder“ in verschiedenen Ländern Afrikas, die meist als Straßenkinder ohne Hab und Gut ein trauriges Dasein fristen.

Ausgerechnet das bitterarme Kongo steuert nun wirksam gegen diesen gefhrlichen Trend.

Hier entstanden in den vergangenen Monaten unter Mithilfe von Ordensleuten und Hilfsorganisationen verschiedene Jugendgerichte zum Schutz dieser Kinder und zur Bestrafung von Tätern.

Viele der Hexerei beschuldigte Kinder landen auf der Straße, wenn ein Familienangehöriger an den Folgen von Aids stirbt, die Großfamilie Probleme bekommt oder in ein plötzliches Unglück stürzt.

Im Kongo ist heidnischer Aberglaube (u.a. Voodoo) noch weit verbreitet; beim Phänomen der „Hexenkinder“ gehen alte magische Vorstellungen Hand in Hand mit dem Sektenunwesen aus der ultra-charismatischen Szene:

Oft sind es marktschreierische Prediger von Pfingstkirchen, die diese Kinder als „besessen” abstempeln und danach  erschreckende “Exorzismen” organisieren, um ihnen „den Teufel auszutreiben“.

Der italienische Pater Mauro Cecchinato vom Don Guanello-Werk hat in seinem Zentrum für Straßenkinder in Kinshasa viel mit Opfern von Aberglauben zu tun.

Beim Problem der „Hexenkinder“ gössen allerdings keine Voodoo-Priester Öl ins Feuer, sondern vielmehr selbsternannte Freikirchen-Sekten:  „Die größten Probleme sind klarerweise jene,  die mit Gewalt gegenüber diesen Kindern und Jugendlichen zu tun haben. Insbesondere Gewalt im Zusammenhang mit Sekten, die sich im gesamten Territorium des Kongo ausgebreitet haben, vor allem in Kinshasa.”

Quelle: Radio Vatikan



Heidnischer Geisterglaube: 15-jähriger Junge zu Tode gefoltert

Kristy Bamu wurde im Advent 2010 von seiner Schwester Magalie ermordet

Aus einem Bericht der evangelischen Nachrichtenagentur IDEA:

Afrikanischer Geisterglaube hat dazu geführt, daß ein Teenager in London zu Tode gefoltert wurde. Der 15-jährige Kristy Bamu – Sohn einer kongolesischen Familie – wurde im Advent 2010 von seiner Schwester Magalie Bamu und ihrem Partner Eric Bikubi (beide 28) vier Tage lang so brutal gequält, daß er selbst darum bat, getötet zu werden.

Schließlich wurde er am Weihnachtstag in einer Badewanne ertränkt. Der Grund: Seine Schwester hielt ihn für einen Hexenmeister des sog. Kindoki-Kults und wollte ihm böse Geister austreiben. Sie mu0 sich jetzt mit ihrem Partner vor dem zentralen Londoner Strafgerichtshof verantworten.

Wie die Zeitung „The Times“ berichtet, stammt die Familie aus Kongo, lebt aber in Frankreich. Kristy Bamu und zwei jüngere Schwestern statteten der älteren Schwester in London einen Besuch ab.

Nach Angaben der Gerichtsmedizin wies sein Körper 101 Verletzungen auf. Sie waren ihm mit zerbrochenen Fliesen, einer Zange, einem Hammer, einem Meißel und einer Eisenstange beigebracht worden. Die mutmaßlichen Täter zwangen die jüngeren Schwestern des Opfers, sich an den Folterungen zu beteiligen.

Der Kindoki-Glaube ist in Afrika weit verbreitet. Demzufolge gibt es „Ndoki“, die über die Fähigkeit verfügen, anderen Schaden zuzufügen (Schadenszauber). Die Ausforschung und Verfolgung von „Ndokis“ ist mit Angst und Gewalt verbunden.


Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 260 Followern an