Wie sieht echter Qualitätsjournalismus aus – und warum fehlt er so oft in den Medien?

Von Martin Lohmann

VORTRAG vom 1. Mai 2014 im Bonner Hotel Bristol
beim Institut für Gesellschaftswissenschaften (Walberberg):
“Erwartungen an den Qualitätsjournalismus in Zeiten der Skandalisierung”

Bekenntnisse zum Qualitätsjournalismus gibt es viele. Aber der sogenannte Qualitätsjournalismus hat es heute schwer. Auch weil gar nicht klar zu sein scheint, was eigentlich Qualität im Journalismus ausmacht, worauf man achten sollte und was man zu meiden hat oder hätte. PICT0101

Und als Mitglied der Zunft weiß ich sehr wohl: Wer nach der Qualität im Journalismus fragt, betritt ein Minenfeld. Es wird berichtet, dass selbst in kirchlichen Pressestellen Mitarbeiter immer wieder ängstlich gewarnt werden: Bloß keine Medienkritik! Bloß keine Medienschelte!

BILD: Martin Lohmann spricht beim “Marsch für das Leben” in Berlin (September 2013)

Und wer dann noch in der Themengebung gar Kritisches andeutet, indem er von Erwartungen an  –  sagen wir es konkret  –  die Journalisten spricht und Zeiten der Skandalisierung markiert, provoziert und stört. Denn dann ist Unerhörtes schon programmiert.

Denn dann wagt man sich  –  so scheint es  –  in heilige Räume neuer Unfehlbarkeit, reitet eine unerlaubte Attacke gegen eine Zunft, in der manche Vertreter sich selbst die Aura der Unantastbarkeit zu genehmigen scheinen. Doch das kann nicht wirklich abschrecken.

Und weil es so vieles von so vielen zu sagen gäbe, weil ja jeder mitzureden können glaubt, bitte ich Sie um Nachsicht: Meine Anmerkungen sind lediglich der Versuch, einige wenige Skizzen zu zeichnen. Vollständigkeit ausgeschlossen und unmöglich! Diskussion hingegen erwünscht. Und: Widerspruch gerne ebenfalls. Also:

- Was ist Qualitätsjournalismus?
- Was passiert bei einer Skandalisierung?
- Was bedeuten Wort und Bild für uns alle?
- Was können und müssen wir erwarten dürfen?

Einen Hinweis möchte ich voranstellen: Medien haben eigentlich die Aufgabe, die Primärwirklichkeit zu transportieren, abzubilden als Sekundärwirklichkeit für die Rezipienten. Und zwar so, dass sich die Empfänger ein möglichst maßstabsgetreues Bild von der abgebildeten Ertstwirklichkeit machen können.  

Und weil vielfach gilt, dass nicht im Denken und überhaupt im Bewusstsein vorkommt, was nicht in den Medien zugegen ist, sei die Frage hier nur gestellt: Was prägt heute mehr  –  die Primärwirklichkeit die Sekundärwirklichkeit oder längst umgekehrt?

Nachdem die Grenzen zwischen Boulevard und sogenannten Kopfmedien sich mehr und mehr auflösen und eine kooperative Masse im mentalen Spielfeld verkaufsträchtiger Skandalsehnsüchte zu entstehen scheint, werden die Grenzen der Definitionsversuche immer schwieriger.

By the way: Würde es nicht durch Kaufen honoriert, sähe manches anders aus. Qualität im Journalismus hat auch etwas mit den Nutzern der Medien zu tun. Auch hier gibt es so etwas wie Verantwortung.

Hehre Worte – und die Wirklichkeit?

Es ist nicht kühn zu behaupten, dass jedes Medium je nach Genre und Publikationsrhythmus sowie im Blick auf die Zielgruppen seine eigenen Qualitätsansprüche hat. Logisch. Und vermutlich wird jeder gute Verleger und erst recht jeder gute und verantwortliche Chefredakteur bei der Beschreibung „seines“ Qualitätsjournalismus von Mut und Unabhängigkeit reden.

Originalität, Verständlichkeit, Transparenz, Objektivität, handwerkliche Sauberkeit, Informationssicherheit  –  all das sind Begriffe, die man dann hören oder lesen kann. Und gelegentlich wird hier dann auch das Wort „Medienethik“ strapaziert, und wenn es ganz feierlich werden soll, fällt auch schon mal so etwas wie „Moral“ der Journalisten.

Nicht zu vergessen der Begriff der Freiheit, den manche  –  wenigstens theoretisch  –  noch mit dem Begriff der Verantwortung zu verbinden wissen. Und selbstverständlich verweist man gelegentlich darauf, dass guter Journalismus beides kann: möglichst objektiv zu informieren und möglichst subjektiv zu kommentieren. Aber eben sauber getrennt.

Ob Verleger, Politiker, Theologieprofessor, Bischof oder Publizist: Immer wieder wird die Notwendigkeit und auch die Wichtigkeit der aufklärenden Funktion der Medien betont.

Wenn ich jetzt, nachdem wir die Fälle Mixa, Limburg und Wulff hinter uns haben, eher zufällig das Wort Fairness vergessen habe, dann ist das vielleicht ein beabsichtigter Zufall.

Die Schnelligkeit des Internet und seine Tücken

Es ist halt alles etwas komplizierter geworden, wenn durch das Internet in einer nie dagewesenen Schnelligkeit jeder gleichsam journalistisch tätig werden kann und dank dieses Mediums innerhalb von Minuten falsche Informationen um die Welt sausen  –  ohne dass jemand Zeit oder Neigung hatte, die Richtigkeit zu prüfen.

Die Badewanne eines Bischofs erhält dann einen Wahrheitswert jenseits aller Recherche bis auf die andere Seite des Globus. Aber: So eine „Nachricht“ passt dann wunderbar in vorbereitete und verbreitete Klischees  –  und erst recht in die Regieanweisungen des Skandalstückes für einen „Protzbischof“, den man vor allem wegen seiner theologischen Ausrichtung loswerden wollte.

Foto: PdV

Foto: PdV

Die Monopolstellung des Agenda-Settings haben die Leitmedien durch das Internet und die immer aktiver werden Blogs verloren. Skandale entstehen auch durch den Auftritt des einzelnen, die neue Macht des reizbaren Amateurs, des empörten Journalismus-Laien.

Und auf den greifen dann Journalisten unter Zeit- und Gelddruck  –  ein nicht zu unterschätzender Aspekt  –  mehr und mehr unkritisch zurück. Eine wahrlich bedenkliche Entwicklung. Es kommt also  –  wie auch früher, jetzt aber umso wirksamer   –  darauf an, ob der einzelne ein Koordinatensystem der Freiheit in Verantwortung und der Verantwortung in Freiheit beherrscht, ob er noch weiß, dass es neben richtig und falsch auch gut und böse gibt.

Es kommt darauf an, ob er noch ein Menschenbild kennt und umsetzt in seiner Arbeit, das von Respekt und Fairness gekennzeichnet ist. Es kommt darauf an, ob die Würde des einzelnen noch eine Chance hat – oder nicht, weil sie als störend empfunden wird im vielfach ausschließlich BWL-gesteuerten Weltbild heutiger Manager.

Fakten zur Causa “Kölner Klinik-Skandal”

Da macht es jetzt Freude oder Kummer, auf einige Beispiele hinzuweisen, um zu sehen, wie eine Skandalisierung erreicht wird und was journalistisch dabei passiert. Beginnen wir bei dem Kölner Klinik-Skandal, der als Medienkampagne längst dokumentiert ist und bis weit über den Auftritt eines heutigen Referenten zur Pille danach in einer ARD-Talksendung reicht. Nachzulesen ist übrigens die komplette Doku auf kath.net vom 14. Januar 2014. Die Fakten, dort entnommen, im Schnelldurchgang: images

Am 16. Dezember 2012 wurde eine vermutlich vergewaltigte Frau in einer Kölner Notfallambulanz erstbetreut. Die diensthabende Ärztin stellte ihr nach Notfall-Erstversorgung und Beratung ein Rezept für die ‚Pille danach’ aus. Anschließend suchte sie telefonisch nach einem Krankenhaus, wo eine gerichtsverwertbare Spuren-Sicherung vorgenommen werden könnte.

Es gibt seit Sommer 2012 in Köln fünf Kliniken, in denen die heute übliche forensische Untersuchungen zur sogenannten „Anonyme Spuren-Sicherung“ (ASS) vorgenommen werden. Bei solchen gynäkologischen ASS-Untersuchungen werden alle medizinisch-kriminologisch relevanten Daten dokumentiert und archiviert, ohne dass das Opfer sofort Anzeige erstatten muss.

Da der Betreiber des ASS-Netzwerkes, der Verein „Frauen gegen Gewalt“, verlangt, dass die entsprechenden Krankenhäuser auch die Abtreibungspille danach verschreiben, mussten die beiden kirchlichen Häuser Vinzenz-Hospital und Hl. Geist im Sommer 2012 die Spurensicherungs-Praxis aufgeben. Die ASS-Untersuchungssets wurden aus den beiden Krankenhäusern abgeholt.

Die beiden kirchlichen Kliniken haben am 7. November 2012 eine Richtlinie verabschiedet, nach der alle Präparate mit abtreibender Wirkung, zu der auch die ‚Pille danach’ gerechnet wird, nicht verabreicht werden dürfen, da der Mensch von Anfang an ein Recht auf Lebensschutz habe. Alle anderen Heilbehandlungen und medizinischen Untersuchungen werden gewährleistet. Unter dem Prinzip der „Autonomie“ sollen Patientinnen nach Wunsch auch zur ‚Pille danach’ beraten werden, aber sie wird eben nicht verschrieben.

Kampagne zugunsten der “Pille danach”

Was dann passierte, war ein Gemisch aus Halbwahrheiten und antikirchlichen Vermutungen, die nachzulesen ich Ihnen sehr ans Herz lege. Zunächst traten „besorgte“ Beobachter in einem Lokalfenster des öffentlich-rechtlichen Fernsehens auf. Das Thema begann, sich zu entwickeln. Denn obwohl oder gerade weil sich die Verantwortlichen in den katholischen Kliniken korrekt verhalten hatten, fehlte ja lange der Skandal. Man brauchte also eine Dynamisierung. Jetzt begann genau diese. Wasser-008-2-4-2

Nebenbei: Könnte es einen Zusammenhang mit der Tatsache geben, dass jetzt, nachdem man die Kirche vorführte und diese sich auch vorführen ließ, ein Mordsgeschäft mit der seither viel mehr verkauften ,Pille danach’ entstanden ist  –  worauf Hildegard Stausberg in der „Welt“ am 22. Januar 2014 hinwies?

Zitat: „Die Pille danach kommt so leicht wie ein Smartie daher.“  – Dieses Ziel wurde mit der Medienkampagne und unter Missbrauch der Kirche und ihrer Hirten genial erreicht.

Der Kölner Stadtanzeiger löste dann, weil die gewollte Empörung sich ja zunächst nicht einstellen wollte, eine erste Medienwelle im Blätterwald aus und publizierte am 16. Januar 2013 einen skandalisierenden Artikel. Der Beitrag stützte sich allein auf die subjektive Sicht und Bewertung der behandelnden Notfallärztin.

Recherche? Gegenchecken? Überprüfen? Vermeintlich Beschuldigte befragen? Fehlanzeige. Das hätte ja den ganzen Skandal verunmöglicht.

Dabei war aber schon die  –  faktisch schlichtweg falsche  –  Überschrift hilfreich: „Kirche setzt Ärzte unter Druck“.

Es wurde dann überall fleißig abgeschrieben  –  weil es so schön passte. Und allein schon in den Überschriften weiter skandalisiert im angeblichen Hilfe-Verweigerungsdrama:
„Katholische Krankenhäuser lehnen Vergewaltigungsopfer ab“ (Tagesspiegel’ am 17. 1.);
„Katholische Ärzte weisen Vergewaltigte ab“  (Mitteldeutsche Zeitung)

Fehlte nur noch das Qualitätsmedium SPIEGEL mit einer weiteren Drama-Drehung nach oben: „Abweisung in Gottes Namen“.


Jetzt war der Skandal wirklich da. Sekundiert wurden all diese Skandalisierungsstufen von erwiesenen Nichtwissern, die sich ohne Kenntnis kenntnisreich zu Wort meldeten  –  und ungeprüft und unergänzt durch journalistische Helfershelfer veröffentlicht wurden.

Kesseltreiben gegen die kath. Kirche

Auf das gnadenlose TV-Tribunal gegen die Kirche in der Sendung ‚Günther Jauch’ will ich nur kurz eingehen, weil ich mittendrin war und live und persönlich erlebte, dass das Urteil für den alles andere als fairen und unparteiischen Moderator bereits feststand und meine Faktenbeiträge nichts als störten. Vor allem aber meine logischen Fragen, ob es denn tatsächlich eine ,Pille danach’ gebe, die nur die Befruchtung verhindere, auf keinen Fall aber abtreibe. baby

Doch eine echte Diskussion, eine wirkliche Suche nach Klarheit war ja nicht gewollt  –  weil man das Urteil längst gesprochen hatte. Mit Qualitätsjournalismus hatte das nichts mehr zu tun. Es verstieß auch gegen die ARD-Richtlinien, in denen Journalisten zu einer „unabhängigen Berichterstattung in Ausgewogenheit und Unparteilichkeit verpflichtet“ werden.

Fairness und Anstand aber erwiesen sich als geradezu störend in dieser Sendung, in der alle die Kirche „entlastenden“ Fakten, die inzwischen hinlänglich bekannt waren, verschwiegen wurden und unter Strafe  –  siehe Gast Lohmann  –  nicht gesagt werden sollten, während alle Klischees und Falschheiten perpetuiert wurden.

Papst Franziskus klagt Desinformation an

Papst Franziskus scheint das nicht zu passen. Er warnte jetzt vor Werteverfall und Qualitätsverlust in den Medien. Desinformation, Verleumdung und Rufmord seien ihre „drei größten Sünden“.

Foto: Radio Vatikan

Foto: Radio Vatikan

Die größte Gefahr gehe hierbei von der Desinformation aus.

Verleumdung und Rufmord seien zwar „Todsünden“, so Franziskus. Grundsätzlich könnten sie jedoch von Mediennutzern als unsachgemäße Information erkannt werden.

Desinformation heiße hingegen, nur die halbe Wahrheit zu sagen. Dadurch sei es für Fernsehzuschauer und Radiohörer unmöglich, sich ein ausgewogenes Urteil zu bilden. Vor allem die großen Sender behandelten wichtige Themen oft ohne „den gebotenen Respekt für die betreffenden Personen und Werte“.

Franziskus beschrieb das „mediale Ökosystem“ als bedroht durch eine Art von „Umweltverschmutzung“: „Leider haben sich die Leute daran gewöhnt, durch das Radio und das Fernsehen verschmutzte Luft einzuatmen, die nicht gut tut“, so der Papst. Katholische Medien müssten hingegen erste recht anders sein und den Menschen „Sauerstoff für Geist und Seele“ geben. Dafür sei neben handwerklicher Professionalität auch eine Haltung nötig, die im anderen den Nächsten sehe.

Attacken gegen die Bischöfe Mixa und TvE

Wurde das bei Walter Mixa eingehalten? Wohl kaum. Haben wir irgendwo gelesen, und zwar in selber Schlagzeilengröße, dass die gegen ihn erhobenen Vorwürfe und rufschädigenden Vermutungen sich als haltlos erwiesen haben?

Aber: Warum sollte man das auch noch lesen müssen, nachdem der unbequeme Bischof, der zum Beispiel so konsequent an der kirchlichen Ehelehre festhielt und die Wahrheit von der Unantastbarkeit des Lebens von seiner Zeugung bis zum natürlichen Tod verkündete, „erfolgreich“ entsorgt hatte? bildma1

Oder der frühere Bischof von Limburg  –   hatte er noch eine wenigstens kleine Chance, als Mensch und Person wahrgenommen zu werden, nachdem er doch so praktisch mit dem allein bestimmenden Schimpfwort des „Protzbischofs“ überzogen worden war?

Moderne mediale Scheiterhaufen unterscheiden sich da in keiner Weise von den mittelalterlichen, deren Flammen eben auch keinen Unterschied machten und nichts auswählten. Der ganze Mensch musste verbrannt werden. Das ist heute wohl nicht anders. Nur perfider.

Damit Sie mich richtig verstehen: TvE hat viele Fehler gemacht und zu verantworten. Aber diese Fehler allein machten und machen ihn doch nicht aus. Und dass viele seiner Fehler falsch waren und falsch veröffentlicht wurden, konnte man im Faktencheck-Limburg nachlesen. Doch: Wen interessiert das noch?!

Ein Kollege vom Deutschlandfunk kann berichten, was passiert, wenn man im Interview zu differenzieren versuchte in Sachen TvE. Der Hinweis darauf, dass es eben AUCH ein Fehlverhalten der Medien gab, führte prompt zu der Schlagzeile, man sehe TvE ausschließlich als Opfer einer Medienkampagne.

Das war zwar nicht behauptet worden, aber es passte so schön, weil der Gesprächspartner und Journalistenkollege sich halt stets geweigert hatte, ins plumpe Prügelteam einzusteigen. Da gilt wohl, was jemand in Facebook kommentierte:

„Es ist ein Phänomen in dieser Zunft, dass man eine Mission erfüllen will und dabei die Objektivität aus dem Auge verliert. Das nennt sich dann “kreativer Journalismus”. Der Pressekodex hängt da nur noch kleingeschnitten neben dem WC.“

Causa Limburg: “Gezielte Medienkampagne”

Der Kommunikationsforscher Mathias Kepplinger sprach gar von einer „gezielten Medienkampagne“ und einer “nicht geringen Mitverantwortung” in der Medienberichterstattung.

„Ein Teil der Medien hat zunächst versucht, die Differenzen zu Tebartz-van Elst in Glaubensfragen, etwa bei der Homo-Ehe, öffentlich gegen ihn zu thematisieren“, erklärt er gegenüber dem Medien-Magazin PRO. „Weil das missglückt ist, haben sie dann das Thema herausgepickt, auf das die Deutschen besonders sensibel reagieren: Geld.“ 1_0_745851

Ich mache mir schon Sorgen  –  wenn wir, die freiheitsliebenden und aufgeklärten Bürger nicht bald wachwerden und uns nicht einmischen. Erlauben Sie mir, dazu Josef Pieper, den großen Philosophen und Thomas-Kenner, zu zitieren.

Wort und Sprache seien das Medium, „in welchem die gemeinsame geistige Existenz insgesamt sich abspielt. Im Wort vor allem trägt mitmenschliches Dasein sich zu und demnach kann, wenn das Wort verdirbt“, so Pieper, „das Menschsein selber nicht unberührt und unversehrt bleiben. Im Wort wird Realität deutlich“, man redet, um in der Benennung etwas Wirkliches kenntlich zu machen, kenntlich für jemanden natürlich   -  und darin liegt der Mitteilungscharakter der Sprache.

Es stimmt schon, wird aber von uns Medienleuten allzu rasch übersehen oder gar vergessen: Die Würde des Menschen hat auch etwas mit der Würde des Wortes zu tun. Und schon Platon wusste, dass die Entartung der politischen Herrschaft untergründig zusammen hänge mit dem sophistischen Missbrauch des Wortes.

Die „latente Virulenz des totalitären Giftstoffes“ könne geradezu abgelesen werden am Symptom des publizistischen Missbrauchs der Sprache. Erstaunlich, was da aus alten Zeiten an Erkenntnis zu uns herüberschwappt, oder?

Missbrauch findet auch statt, wenn Zitate erfunden, zusammengeschnitten oder zerstückelt werden – und selbst in Qualitätsmedien als Zitate gekennzeichnet werden.

Das hat dann einen Wahrheitsgehalt wie es jenes zusammengestellte Zitat aus der Heiligen Schrift hätte, wobei beide Teile aus der Bibel stammen, bloß nicht an derselben Stelle: „Judas ging hin und erhängte sich. Und Jesus sprach: Geh hin und tue desgleichen.“  -  Sauberer Journalismus, so genannter Qualitätsjournalismus sieht anders aus.

Fairness  -  Sorgfalt  – Wahrheitsliebe

Fazit: Wir haben klare Erwartungen an die Journalisten. Zu ihren Herausforderungen gehören:

- Respekt vor der Menschenwürde eines jeden
- handwerkliche Sauberkeit, Sorgfalt, Recherchekompetenz a (23)
- Nonkonformismus
- Fairness
- Anstand
- Charakter
- Ethische Sensibilität
- Unabhängigkeit
- Gewissensbildung.

Journalisten, mit denen man das Wort Qualität verbinden kann, sind solche, die keine Angst haben vor
- aggressiven Lobbys c (46)
- der Gender-Ideologie
- perfiden Einschüchtungen der Mächtigen
- Unabhängigkeit in Kopf und Herz
- dem Mainstream
- Differenzierungen
- Kritik
- der Wahrheit.

Wo sind eigentlich die katholischen Journalistenschulen, an denen das alles eingeübt werden kann? Wo sind deren Absolventen, die auffallen dadurch, dass sie eben keine Mitläufer im medialen Zirkus der Zerstörung, der Respektlosigkeit und des Relativismus sind?

Wenn es früher einmal hieß, man dürfe sich als Journalist nie gemein machen mit einer Sache, auch nicht mit einer guten, so muss man heute laut fordern, dass sich Journalisten nie gemein machen dürfen mit einer bösen Sache oder mit bösem Vorgehen.

Wer die Würde des Menschen inklusive seines Lebensrechtes von Anfang bis Ende nicht respektiert in seinem Handeln, kann kein Journalist sein, erst recht kein guter. Und schon gar keiner mit vorgetäuschtem Anspruch auf Qualität.

Mein Lieblingszitat aus der Heiligen Schrift ist Veritas Liberabit Vos  –  die Wahrheit wird euch befreien, frei machen (Joh 8,32). Dazu passt, was Papst Franziskus am 22. März 2014 italienischen Medienvertretern sagte:

„Wahrheit, Güte und Schönheit, die drei Dinge zusammen. Eure Arbeit muss auf diesen drei Wegen stattfinden: auf dem Weg der Wahrheit, dem Weg der Güte und dem Weg der Schönheit. Aber Wahrheit, Güte und Schönheit, die beständig sind (…) Die Wahrheit, die Güte und die Schönheit, wie sie von Gott kommen und im Menschen sind. Und das ist die Aufgabe der Medien, eure Aufgabe.“

Die Wahrheit als Maßstab  –  welch ein Anspruch. Aber drunter geht es nicht. Weil es im medialen Geschäft letztlich immer um den Menschen geht, um ihn gehen sollte  –  der genau darauf einen Anspruch hat.

Unser Autor Martin Lohmann ist katholischer Publizist und Chefredakteur von K-TV sowie Vorsitzender des BVL (Bundesverband Lebenrrecht)

 


Doku-Film “Unbekanntes Altvatergebirge” am 14. Mai 2014 in München

 
EINLADUNG der Sudetendeutschen Landsmannschaft
zur Filmpremiere am Mittwoch, den 14. Mai 2014 um 15 Uhr
im Sudetendeutschen Haus in München, Hochstraße 8

In Zusammenarbeit mit dem Haus des Deutschen Ostens laden wir Sie herzlich zur Premiere des Dokumentarfilms „Unbekanntes Altvatergebirge  –  Meine Heimat“ ins Sudetendeutsche Haus nach München ein. Basilika Kevelaer-4

Der sudetendeutsche Dokumentarfilmer Edwin Bude besucht das Altvatergebirge, die Heimat seiner Vorfahren, und begibt sich dort auf Spurensuche.

FOTO: Brautpaar aus dem Altvatergebirge

Deutsche wie Tschechen begleiten ihn auf seiner Reise durch die schöne Landschaft, Sehenswürdigkeiten und an historische Orte. Entstanden ist ein Film über Menschen, die heute in der Heimat der Sudetendeutschen leben, und Menschen, die sich dort auf Spurensuche begeben und die Geschichte verstehen sowie Kultur und Brauchtum kennenlernen möchten.

Wir würden uns freuen, Sie zur Filmpremiere im Sudetendeutschen Haus begrüßen zu dürfen. Bei Kaffee und köstlichem Kuchen können Sie den Nachmittag mit guten Gesprächen ausklingen lassen.

Anwesend sein werden am Premierennachmittag prominente Zeitzeugen von Geschichte und Gegenwart:
  • Bernd Posselt, Europaabgeordneter, Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe
  • Max Mannheimer, Holocaust-Überlebender, Karls-Preisträger der Sudetendeutschen Landsmannschaft
  • Edwin Bude, Dokumentarfilmer

Den Trailer zum Film können Sie ansehen: www.sudeten-tv.de

Leitung: Dr. Zuzana Finger, Heimatpflegerin der Sudetendeutschen

Hinweis: Dieses Filmprojekt wurde aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration über das Haus des Deutschen Ostens (HDO) gefördert.

Quelle (Text/Foto) und Kontakt:
Sudetendeutsche Landsmannschaft
Hochstraße 8 in 81669 München
Tel.: 089/480003-65  /  Fax: 089/480003-44
info@sudeten.de
www.sudeten.de

 


Zerrbild des Glaubens: Warum der “Kreuzweg”-Film auf dem Holzweg ist

Jetzt kommt der Streifen in die Kinos  -  und es ist immer noch nicht ganz klar, was Herr Brüggemann der Welt mit seinem Film „Kreuzweg“ sagen will.

„Da wird der Katholik mit dem Holzhammer bearbeitet“ titelt die Welt  -  und die F.A.Z. spricht von einer „überdrehten Farce, einer grellen Groteske“.  tumbnail

Gezeigt wird ein Mädchen, das sich aus religiösem Wahn zu Tode hungert. Eine bigotte und fanatische Mutter trägt wesentlichen Anteil an diesem Geschehen.

Laut Presseheft gibt Herr Brüggemann an, seine Inspiration bei der Piusbruderschaft geholt zu haben. Nicht umsonst lässt er den in Soutane gekleideten Schauspieler in seinem Film der „Paulusbruderschaft“ angehören.

Wer den Streifen gesehen hat, stellt sich am Ende ganz realistisch die Frage: Hat Herr Brüggemann wirklich im Vorfeld die Piusbruderschaft besucht?

Religiösen Fanatismus kann es überall geben. Unausgeglichene Religiosität ebenso, man denke nur an Erscheinungs- und Wundersucht.

Magersucht, Körperkult und Schönheitswahn

Mädchen mit Magersucht sind nicht das Markenzeichen der katholischen Jugend, sondern finden sich in einer Welt, die den Glauben an das Jenseits mit dem Glauben an den Körper des Menschen vertauscht hat.

Der moderne, allgegenwärtige Schönheits- und Schlankheitswahn treibt viele junge Mädchen zu zwanghaftem Hungern, an dem sie oft seelisch und körperlich zerbrechen.

Diese unerfüllbare Sehnsucht nach körperlicher Perfektion verbunden mit einer Unkenntnis des eigentlichen Sinnes im Leben ist der Hauptgrund, warum Jugendliche letztendlich verhungert im Krankenhaus landen.

Der Film versucht der Welt etwas anderes zu lehren: Der emotionale und ideologische Missbrauch einer religiös völlig überdrehten Mutter in Zusammenspiel mit einem Priester, der es nicht schafft, den verschrobenen Opfergedanken eines jungen Mädchens zu korrigieren, führt zum Hungertod.

Extremfall jenseits der kirchlichen Realität

Ein Extremfall, der dem Phantasie- oder vielleicht sogar Wunschdenken der Autoren entspringt. Phantasie deswegen, weil die gesamte Handlung des Filmes im direkten Widerspruch mit der Lehre der katholischen Kirche steht:

Fasten ist nur unter gewissen Bedingungen erlaubt, nämlich dann, wenn es keinen Schaden für den Leib bringt. (Sogar die moderne, a-religiöse Gesellschaft hat längst das „Heilfasten“ entdeckt). Für Jugendliche unter 21 Jahren gibt es in der Kirche überhaupt kein Fastengebot.

Der christliche Glaube predigt also das Gegenteil von dem, was der Film suggeriert: Liebe und Hingabe, aber nicht innerweltliche Selbstaufgabe und Resignation. Verstörte Kinder kommen unter unheilvollen Händen paranoider Eltern zustande, unabhängig von der Religion. Wenn der Glaube mit im Spiel kommt, dann ein Zerrbild derselben.

Wäre es nicht eine Pflicht des Filmregisseurs gewesen, zu verdeutlichen, dass die religiös verbrämte Paranoia der Mutter eben dadurch zustande kommt, dass sie den Glauben nicht begriffen hat?

QUELLE und FORTSETZUNG der Filmkritik HIER: http://pius.info/video/jugendarbeit-kjb/8668-brueggemann-kreuzweg-piusbrueder-piusbruderschaft-berlinale/

HIER gehts zum piusbewegten Jugend-Video und zum Kommentar vom KREUZKNAPPEn: http://kreuzknappe.blogspot.de/2014/03/also-eins-muss-man-den-piusbrudern.html


München: Kinofilm über den seligen Anti-NS-Prediger Pater Rupert Mayer

1987 wurde der bekannte Jesuitenpater und mutige Prediger Rupert Mayer aus München von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen. Dreimal wurde der süddeutsche Geistliche von den Nazis verhaftet. christus

Über das Konzentrationslager Sachsenhausen kam er bis zum Ende des 2. Weltkriegs nach Ettal. An Allerheiligen 1945 starb der unermüdliche Seelsorger an einem Schlaganfall in der Kreuzkapelle von St. Michael. Die Münchner Bevölkerung besuchte zahlreich sein Grab in Pullach, 1948 folgte die Umbettung des Sarges in die Unterkirche des Bürgersaals. 

Nun wird durch die Produktionsfirma “Munich International Pictures” ein Kinofilm über sein Leben gedreht. Bereits im März soll das Werk bayernweit in die Kinos kommen, später soll eine DVD erscheinen.

Das Drehbuch ist aber auch mit fiktiven Elementen gespickt, um die Leistung des Widerstandskämpfers gegen das NS-Regime zu bekräftigen. Drehorte sind neben den Bavaria-Filmstudios in Geiselgasteig vor allem Original-Schauplätze: der Bürgersaal, St. Michael, das direkt an den Bayerischen Hof grenzende Palais Montgelas und Kloster Ettal. Auch in Warschau wurde gefilmt.

Hollywood-Stars wie Daryl Hannah und Stacy Keach haben Spielteile übernommen. Den Titelhelden P. Mayer verkörpert der in München lebende deutsch- italienische Schauspieler Oliver Gruber. Produzentin Nicola Mayerl spielt die fiktive Rolle der “Donna von Bayern”, die den Widerstandskämpfern als Rechtsanwältin hilft.

 


Neuer Spielfilm “Stille Nacht” fragwürdig

Heute Vormittag warb die katholisch-konservative Internetseite “Kath.net” per Titelfoto für den neuen Spielfilm “Stille Nacht”, der Ende November dieses Jahres in den Kinos startet.

Bild: Evita GründlerDabei wurde auf die Video-Nebenseite “Kathtube” verwiesen, auf der “Gandalf” (Nickname für Kath.net-Chef Roland Noe) den Trailer für den Kinostreifen präsentiert und den Film mit der Bestnote von fünf Sternen bewertet.

Ich staunte nicht schlecht, zumal bereits der Untertitel des Spielfilms erwähnt, Pfarrer Mohr  -  der Autor des weltbekannten Liedes  -  habe “die Kirche verändert”. Von reformeifrigen oder gar revoluzzerischen Umtrieben des Geistlichen ist in der seriösen Literatur allerdings nichts bekannt.

Es wäre für den Leiter von Kath.net/-tube naheliegend gewesen, sich vor einer solch aufallenden Empfehlung beim “Katholischen Filmdienst” zu informieren, zumal es dort seit Jahrzehnten solide Filmbesprechungen gibt.

Der Katholische Filmdienst wurde bereits 1946 vom katholischen Jugendschriftsteller und Verlagsleiter Günter Stiff aus Münster gegründet und später von anderen Initiativen weitergeführt.

Besagter Filmdienst schreibt zu “Stille Nacht” u.a. Folgendes (dort auf “Langkritik” klicken):

Der in USA/Österreich hergestellte Film wurde aus dem Umfeld der Mormonensekte finanziert. Allein diese Auskunft sollte schon etwas hellhörig machen.

Handwerklich offenbar allenfalls mittelmäßig, zeigt der Streifen auch inhaltliche Schwächen: Hilfspfarrer Mohr wird als liberal hingestellt, der angeblich schon zu Beginn des 19. Jahrhundert in deutsch statt auf Latein zelebriert haben soll. Sein Oberpfarrer Nöstler wird quasi als konservative Nervensäge dargestellt  – eine Ansammlung von Klischees!

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

UNSER ARTIKEL über die Entstehung von STILLE NACHT, den wir vor ca. zwei Jahren hier veröffentlicht haben: http://charismatismus.wordpress.com/2011/12/19/ein-lied-geht-um-die-welt/

Gemälde: Evita Gründler


Professor Hauke zum Hochfest Christkönig: RETTER – RICHTER – REGENT in Ewigkeit

Von Dr. Manfred Hauke

Zu den Lesungen des Christkönigssonntags (Lesejahr C): 2 Sam 5,1–3; Kol 1,12–20; Lk 23,35–43

Wer sich über den Ursprung und den Sinn des Christkönigsfestes kundig machen möchte, dem sei ein 2011 entstandener Film empfohlen: „For Greater Glory – The True Story of Christiada“.  

Prof. M. Hauke

Prof. M. Hauke

Es geht darin um den bewaffneten Aufstand der „Christeros“, der katholischen Christen in Mexiko, die sich 1926 – 29 der eigenen Regierung widersetzten. 

Auslöser der „Christiada“ war die grausame Kirchenverfolgung in Mexiko, die von den dortigen Freimaurern angezettelt worden war. Zahlreiche Priester und Laien kamen bei der Verfolgung ums Leben.

Die laizistische Regierung verstand sich selbst als Quelle jeglichen Rechtes, dem sich auch die Kirche zu beugen hätte. Kirchliche Güter wurden enteignet, katholische Schulen geschlossen, der Religionsunterricht verboten. Zeitweise waren fast alle Bischöfe aus ihrem Amt entfernt, und der größte Teil des Klerus saß im Gefängnis.

Die mexikanische Kirchenverfolgung ist in ihrer Brutalität nur vergleichbar mit den Blutorgien der Kommunisten in der Sowjetunion und in Spanien.

CHRISTIADA über Christenverfolgung in Mexiko

Der auf wahren Begebenheiten beruhende Film beschreibt aus der Perspektive eines Jugendlichen namens José, wie Soldaten des Freimaurerregimes den alten Priester seines Dorfes grausam ums Leben bringen, die Kirche zerstören. Daraufhin schließt sich José den „Christeros“ an. 

Die Widerständigen werden von einem General geleitet, der selbst Freimaurer ist, aber nicht dulden will, dass seiner gläubigen Frau und seiner Tochter die Freiheit verwehrt wird, ihren Glauben öffentlich zu bekennen. Seine Logenbrüder sind darüber entsetzt; die General führt die „Christeros“ zu beachtlichen Erfolgen, kommt aber im Kampf um; vor seinem Tod bekehrt er sich zum katholischen Glauben.

Die Regierung der USA äußert ihr Entsetzen über die blutige Verfolgung der Katholiken, liefert aber dem mexikanischen Präsidenten Flugzeuge, um den Volksaufstand niederzuringen. Dafür erhält sie Konzessionen zur Förderung von Erdöl.

Der Film endet mit dem Tod des 14-jährigen José: er widersteht schmeichelhaften Versprechungen, die ihm den Glaubensabfall nahelegen; grausam gefoltert stirbt er am Ende mit dem Bekenntnis zu Christus dem König.

„Christiada“ findet zahlreiche Interessenten im Internet, wird aber von den einschlägigen Lobbys der Filmindustrie boykottiert. Darüber beschwerte sich beispielsweise der Chefredakteur der katholischen Tageszeitung im Tessin angesichts der Ablehnung des Filmfestivals von Locarno, den filmtechnisch glänzend inszenierten und prominent besetzten Film beim Wettbewerb in Erwägung zu ziehen.

Pater Pro SJ: Märtyrer für Christus

Am 23. November 1927 starb in Mexico City ein junger Jesuitenpater, der 1988 von Papst Johannes Paul II. seliggesprochene Miguel Agustin Pro. Er war fälschlicherweise der Teilnahme an einem Attentat beschuldigt worden und wurde ohne gerichtliches Verfahren erschossen. Er starb mit den Worten: „Viva Cristo Rey!“ – „Es lebe Christus der König!“

Foto: Evita Gründler

Foto: Evita Gründler

Die letzten Worte von Pater Pro (aber auch des gläubigen Jungen im Film „Christiada“) betonen, dass keine staatliche Macht sich anmaßen darf, die Rechte Gottes beiseitezustellen.

Die Kirchenverfolgung in Mexiko gehört zur Vorgeschichte der Enzyklika „Quas primas“ von Papst Pius XI. aus dem Jahr 1925, der damit das Christkönigsfest einführte. Der Papst wendet sich darin gegen den Laizismus, der die Rechte Gottes und den Anspruch Christi an die Gesellschaft leugnet.

Laizismus – die Pest unserer Zeit

Pius XI. schreibt: „Die Pest unserer Zeit ist der sogenannte Laizismus mit seinen Irrtümern und gottlosen Absichten.“

Dagegen betont er die Bedeutung der Herrschaft Christi, die von jedem Einzelnen anzuerkennen ist, aber auch an Staat und Politik ihren Anspruch stellt. Auch das Zweite Vatikanische Konzil erwähnt die „moralische Pflicht der Menschen und der Gesellschaften gegenüber der wahren Religion und der einzigen Kirche Christi“ (Dekret über die Religionsfreiheit, 1).

Von diesem Ziel sind wir meilenweit entfernt. Denken wir nur an den Entwurf der Verfassung für die Europäische Gemeinschaft, worin die Bedeutung des Glaubens an Gott und das Christentum nicht einmal erwähnt werden.

In China werden die Belange der sogenannten „patriotischen Kirche“ von staatlichen Funktionären geleitet, die den Kontakt mit dem Heiligen Vater unterbinden.

Selbst in einem zivilisierten Staat wie der Schweiz müssen wir erleben  –  so vor einigen Jahren bezüglich der Pfarrei von Röschenz im Bistum Basel  –  wie sich ein staatliches Gericht anmaßt, die inneren Angelegenheit der Kirche zu beurteilen.

CHRISTKÖNIGS-Fest: Jesus ist der HERR

Angesichts dieser betrüblichen Situationen ist es hilfreich, mit Papst Pius XI. und der Liturgie des kommenden Sonntags die Bedeutung Christi des Königs näher zu bedenken. Die Grundlagen der königlichen Herrschaft Christi werden tiefgründig dargelegt in der heutigen Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Kolosser. slider3-640x360

Jesus Christus ist seiner Gottheit nach der ewige Sohn des himmlischen Vaters. In ihm und durch ihn ist alles geschaffen. Seiner Menschheit nach ist er am Kreuz für uns gestorben, um uns mit Gott zu versöhnen. Darum hat Christus, so betont der heilige Paulus, in allem den Vorrang.

Was der Kolosserbrief in seinem grandiosen Christushymnus betont, formuliert auf eine systematischere Weise auch Papst Pius XI. in seiner Christkönigs-Enzyklika. Jesus hat einen absoluten Anspruch auf unser Leben: aufgrund der Gottessohnschaft und aufgrund der Erlösung.

CHRISTUS gebührt der 1. Platz!

Weil er der Mensch gewordene Sohn Gottes ist, gebührt nur ihm der erste Platz in unserem Leben. Gleichzeitig hat er uns durch sein menschliches Leben und Sterben von den Mächten des Bösen befreit und uns dazu berufen, in der Freundschaft mit Gott für immer glücklich zu sein.

Bei staatlichen Vollmachten unterscheiden wir Gesetzgebung, Rechtsprechung und Regierung. Während in einem Staat zu Recht die Gewaltentrennung üblich ist, gehen für Christen alle Gewalten von Christus aus: von ihm stammen die Gesetze, die unser Leben als Christen bestimmen; er wird uns und die gesamte Menschheit einmal dem Gericht unterwerfen; er ist auch der Souverän der Kirche, denn in der Hierarchie von Papst und Bischöfen zeigt sich die Nachfolge der Apostel.

Gottes KIRCHE ist eine CHRISTOKRATIE

„Apostel“ aber heißt nichts anderes als „Gesandter“ Christi, ein Gesandter, in dem Christus selbst sein Heilswerk vergegenwärtigt. Die Kirche ist darum keine Demokratie und auch keine Monarchie, sondern eine Theokratie (eine Gottesherrschaft) oder (genauer) eine „Christokratie“, eine Herrschaft Christi.chrkn

Der Kolosserbrief betont die universale Herrschaft Christi, durch den der gesamte Kosmos geschaffen worden ist. Sein kosmisches Königtum ist freilich gegenwärtig noch verborgen. Diese Verborgenheit zeigt sich sehr deutlich im Evangelium des heutigen Festes. Jesus ist wirklich ein König, der König der Welt, aber sein Königreich greift nicht zu den Mitteln weltlicher Staaten.

Seine Herrschaft wird ausgebreitet durch die Kraft der göttlichen Liebe, versinnbildlicht im Heiligsten Herzen Jesu. Darum ist die Aufschrift INRI, „Jesus Nazarenus Rex Judaeorum“, an das Kreuz geheftet, das dem ersten Anschein nach gerade für das Scheitern Christi steht. Auch der Weg der Kirche in dieser Welt hat teil an diesem scheinbaren Scheitern.

Die Kirche ist nicht kaputtzukriegen

Durch die gesamte Geschichte hindurch ist die Gemeinschaft der Kirche immer wieder verfolgt und an den Rand gedrängt worden. Und doch haben kein Hitler, kein Stalin und keine Freimaurerloge es geschafft, die Kirche auszulöschen. Sie können es auch gar nicht, denn Christus hat verheißen: „Die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen!“ (Mt 16)

Sie können es nicht, denn der gekreuzigte Christus ist von den Toten auferstanden, und die Macht des Auferstandenen wirkt auf vielfache Weise in der gesamten Geschichte.

Das Christkönigsfest hat ganz konkrete Folgen für unser Leben. Wenn wir feststellen, dass Güte, Wahrheit und Gerechtigkeit an den Rand gedrängt werden, dann dürfen wir deshalb nicht verzweifeln und verbittern. Das letzte Wort hat Christus der König.

Darum wollen auch wir Güte, Wahrheit und Gerechtigkeit leben, selbst wenn wir damit in dieser Welt Nachteile in Kauf nehmen. Wir bekennen uns zu Christus dem König, wenn wir ihn in allen Dingen an die erste Stelle setzen, nicht nur im inneren Herzenskämmerlein, sondern auch in der Öffentlichkeit.

Wenn wir in diesem Leben seine Königsherrschaft anerkennen, werden auch wir einmal wie der reuige Schächer im Evangelium die verheißungsvollen Worte hören: „Amen, ich sage dir, heute noch wirst du mit mir im Paradies sein“.

Erstveröffentlichung dieses Beitrags in der kath. TAGESPOST: http://www.die-tagespost.de/glaubensforum/sonntagslesung/art473,147622

Unser Artikel vom März 2012 über den CHRISTIADA-Film: siehe HIER


Regensburg: Kinopremiere von „Werde, was du bist!“ mit Bischof Voderholzer

Junge Christen nehmen ihre Berufung in den Blick

Am Freitag, den 15. November, findet ab 17.30 Uhr im Filmtheater “Regina” in Regensburg die Kinopremiere des Filmprojektes „Werde, was du bist!“ statt.

Veranstalter ist die Diözesanstelle für Berufungspastoral. Einlass ist bereits um 17 Uhr. Die Premiere, mit der das Bistum Regensburg die Bedeutung von Berufung für junge Menschen unterstreicht, ist öffentlich. Die Kinokarte kostet drei Euro.

Foto: KOMM-MIT-Verlag

Foto: KOMM-MIT-Verlag

Mit der Veranstaltung sollen vor allem auch junge Menschen angeregt werden, sich ernsthaft mit ihrer eigenen christlichen Berufung auseinanderzusetzen.
 
Zunächst wird der Film vorgeführt, der 20 Minuten dauert und in dem es kurzweilig um Glaube und Berufung geht. Es schließt sich eine mit interessanten Persönlichkeiten besetzte Podiumsrunde an, zu der der Regensburger Bischof Dr. Rudolf Voderholzer sowie ein Mitglied des Filmteams, eine Mitwirkende des Films und eine Studentin gehören.

Die Moderation liegt bei Anna Hiendlmayer vom Bayerischen Rundfunk (BR). Teil der Diskussion ist außerdem die offene Fragerunde mit dem Publikum.

Adrian Rauch und Jonas Bauer, ehrenamtliche Mitarbeiter der Ministrantenarbeit in der Diözese Regensburg, haben den Film im Auftrag der Diözesanstelle für Berufungspastoral als Low-budget-Produktion hergestellt.

Quelle: Bischöfliches Presseamt Regensburg


Tschernobyl: atomverseuchtes Gebiet verschafft Wölfen beste Lebensgrundlagen

Am 29. September 2013 strahlte 3-Sat eine aufschlußreiche Dokumentation von Klaus Feichtenberger aus der ORF-Reihe “Universum” aus. 

Über ein Vierteljahrhundert nach der Katastrophe im sowjetischen Tschernobyl  – diese geschah am 26. April 1986   -  regieren heute Wölfe das radioaktiv verseuchte Niemandsland, jene Sperrzone in der Dreiländerecke zwischen Ukraine, Rußland und Weißrußland.  POCUTF8_7912149360_Original_Daccord

Die Wolf-Experten Christoph und Barbara Promberger besuchten das Gebiet 2009, um sich ein Bild zu verschaffen  -  und staunten über die große Anzahl Wölfe, die dort offenbar ideale Lebensbedingungen vorfinden.

Das Forschungsprojekt befaßte sich mit entsprechenden Fragen:

Wie viele Wölfe gibt es in dem Gebiet?   -  Wie kommen die Tiere mit der Radioaktivität zurecht?  -  Sind es Zuwanderer, die früher oder später in der Zone sterben  -  oder gibt es mittlerweile eine bodenständige Population?  -  Wenn ja: Ist sie gesund und stabil?

Wiegt die Abwesenheit des Menschen womöglich schwerer als die immer noch vorhandene radioaktive Verseuchung? 

Unsere Mitarbeiterin Cordula Mohr (siehe Foto) hat sich diese informative Sendung angeschaut  – und berichtet uns hierüber:

“Eine höchst interessante Reportage aus dem evakuierten Gebiet. Es ist keineswegs alles kaputt. Dort sind Natur und Wildnis zurückgekehrt. Man sichtet in dem Sperrbezirk eine Wolfspopulation, die schon seit Jahren von Professoren beobachtet wird. 

Dies deutet auf ein stabiles ökologisches Gleichgewicht hin. Die betäubten Wölfe weisen in ihrem Fell radioaktive Strahlung auf. Dennoch kommt es zu normalen Wolfswürfen. 

CORDULA MOHRZudem gibt in diesem Gebiet sogar Seeadler. Die Wissenschaftler wissen, daß das Vorkommen dieser Tiere ein vitales Ökosystem voraussetzt. Ähnliches gilt für Schwarzstorche, Comorane und viele weitere Vogelarten.

Dort existieren überdies urtümliche Eichenwälder. Vor der Reaktorkatastophe war das Land nur mit Getreidefeldern beackert worden. Man sprach seinerzeit von der Getreidekammer der UdSSR, angelegt bereits unter Diktator Stalin und bis zum Super-GAU 1986 dafür benutzt.

Mit dem Hubschrauber konnte man 1988 sehen, wie damals alles beackert worden war. Bewässerungskanäle gab es ebenfalls.

Auch die Biber-Population sorgte mittlerweile dafür, daß hier  -  wie einst vor Jahrhunderten   -  wieder ein natürliches Sumpfgebiet entstand. Auch Bisons und Wildpferde wurden in diese Gegend ausgewildert.

Es ist erstaunlich, wie die Natur sich ihr Gebiet gleichsam wieder holt. Die Experten sprechen von einer gewaltigen Dynamik und einem schnellen Tempo.

Welse schwammen im Kühlsee des Atomreaktors. Diese wurden von Adlern gefressen. Dort maß man sehr hohe Radioaktivität. Ein Mensch hätte nichts anfassen dürfen, doch den Tieren macht es offenbar nichts aus.

Die Forscher und das Kamerateam durften nur mit behördlicher Genehmigung ins Sperrgebiet. Die Expedition war zudem zeitlich begrenzt wegen der Strahlung.

Erwiesen ist mittlerweile ein Irrtum amerikanischer Forscher, die meinten, die Wölfe würden in diesem Gebiet schnell wieder sterben. Dies hat sich keineswegs bestätigt.

Vor der Atomkatastrophe 1986 gab es dort nur wenige Wölfe, zudem wurden sie stark gejagt. Nun sind sie zu einer beachtlichen Zahl angewachsen. Es gibt keine Hinweise auf Mutationen bzw. negative Erbveränderungen bei den Wölfen.

Diese aufschlußreiche Reportage war spannender als jeder Krimi.”


Star-Regisseur Reynolds dreht Spielfilm über Auferstehung und Himmelfahrt Christi

Er drehte «Robin Hood» und «Waterworld». Doch Kevin Reynolds neuestes Projekt handelt von Christus. Der Titel heisst «Resurrection», also «Auferstehung».

Es schimmerte bereits durch, dass Reynolds den Streifen im «Gladiator»-Stil in die Kinos bringen will.

Laut Magazin «The Hollywood Reporter» spielt der Film in den ersten vierzig Tagen nach der Auferstehung. Erzählt wird er aus der Sicht eines römischen Zenturio. Dieser wird von Pontius Pilatus geschickt, um zu ergründen, ob der jüdische Messias tatsächlich noch am Leben ist. 0013

Sein Auftrag besteht darin, die Leiche Christi zu finden und so einem drohenden Aufstand in Jerusalem die Grundlage entziehen. 

Eine leichte Aufgabe  -  so meint der grimmige Hauptmann, denn er glaubt nicht an das Übernatürliche. 

Doch dann trifft er auf Apostel und andere biblische Persönlichkeiten  -  und die gesuchte Leiche bleibt verschwunden  – und noch viel Grösseres scheint im Gange zu sein.

Geplant ist, dass «Resurrection» zu Ostern 2015 in den Kinos anläuft.

Derzeit sind in Hollywood rund acht Filme mit biblischen Themen in Arbeit. Am 3. April 2014 soll «Noah» in den Kinos anlaufen, die Arche wird im Film von Russel Crowe gebaut.

Ausserdem dreht Ridley Scott den Monumentalfilm «Exodus», u.a. mit Christian Bale; geplanter Kinostart: 4. Dezember 2014.

Quelle: http://www.jesus.ch/n.php?nid=243277


EXODUS: Neuer Bibelfilm mit Starbesetzung

Pünktlich zu Weihnachten 2014 soll der Hollywoodstreifen „Exodus“ in die deutschen Kinos kommen. Jetzt wurde bekannt, welche Stars bei der Bibel-Verfilmung auf der Leinwand zu sehen sein werden:

Mit Sigourney Weaver (Alien), John Turturro (Transformers), Joel Edgerton (Der große Gatsby) und Aaron Paul (Breaking Bad) sollen bei der Bibel-Verfilmung „Exodus“, die das US-amerikanische Filmstudio 20th Century Fox derzeit plant, echte Stars vor der Kamera stehen.

Christian Bale, der bereits drei Mal in die Rolle des Batman schlüpfte, wird den Protagonisten Moses spielen. Der Streifen zeigt dessen Leben und den Auszug der Israeliten aus Ägypten.

Regie führt Ridley Scott, der bereits bei dem oscar-prämierten Monumentalfilm „Gladiator“ als Regisseur fungierte. Von Steve Zallian, Adam Cooper und Bill Collage stammt das Drehbuch.

Die Dreharbeiten werden im Oktober 2013 beginnen, Statisten-Castings laufen bereits. Der Regisseur Scott teilte mit, dass er für seinen Film 3000 arbeitslose Spanier rekrutiere, die israelische Sklaven spielen sollen.

Quelle: Christliches Medienmagazin PRO


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