Vermeintliche “Schauwunder” nehmen zu – Kirchenleitungen reagieren skeptisch
Veröffentlicht: 3. Januar 2013 Einsortiert unter: WUNDER-Bilder (Tränen,Öl...) | Tags: Bethlehem, Byblos, Medjugorje, New Jersey, Schauwunder 20 Kommentare »Seit zwei Jahren geistert ein “Wunder”-Video, das in der Geburtskirche von Bethlehem entstanden ist, durch die schwarmgeistige und mirakelbewegte Szene, wobei sich angeblich das Christkind höchstselbst in Form von Nebelschwaden herausbilde - was freilich völliger Unfug ist.
Näheres hier:
http://blog.gwup.net/2013/01/02/jesus-christus-ist-erschienen-in-bethlehem-auf-video/?utm_source=feedburner&utm_medium=email&utm_campaign=Feed%3A+gwup-die-skeptiker+%28gwup+|+die+skeptiker%29
Auch sonst wird in erscheinungsfrommen Kreisen - nicht zuletzt aus dem Umfeld Medjugorje - seit Jahrzehnten von angeblichen “Foto-Wundern” oder Bluttränen-Madonnen erzählt. 
Dabei nehmen derlei Phänomene manchmal größere Ausmaße an und rufen so die jeweilige Kirchenleitung auf den Plan, die mit Recht vor jeder Wundersucht warnt, so etwa im September 2012, als es ein “Blutwunder” an einer Marienstatue in Byblos im Libanon gegeben haben soll.
Ähnlich wenige Monate zuvor in New Jersey, wo es an einem Ginkgo-Baum zu einer Art mysteriösem Marienbild gekommen sein soll, wobei die Kirchenvertreter das “Wunder” sofort dementiert haben.
Mit solchem Unfug wird der wahre Glaube lächerlich gemacht, der nicht allein durch den Unglauben bedroht ist, sondern auch und erst recht durch den Aberglauben.
Felizitas Küble
Libanon: Kirchenleitung dementiert angebliche “Bluttränen-Madonna”
Veröffentlicht: 17. September 2012 Einsortiert unter: CHRISTLICHES FORUM (über uns), WUNDER-Bilder (Tränen,Öl...) | Tags: Bluttränen, Byblos, Kirche, Marienstatue Schreibe einen Kommentar »Führende Kirchenvertreter haben ein vermeintliches Marienwunder im libanesischen Byblos dementiert. Die dunklen Verfärbungen an einer Statue der Jungfrau Maria seien keine Tränen aus Blut und Öl, sondern auf Witterungseinflüsse und die Meeresnähe zurückzuführen, heißt es in einer Erklärung vom Samstag.
Der Priester Elias Andary von der Kirche «Unsere Liebe Frau vom Meere» mahnte Medienvertreter, Fakten besser zu prüfen. Dies meldet die staatliche Nachrichtenagentur NNA.
Zugleich rief die Kirchenleitung alle Gläubigen auf, mißtrauisch gegenüber Wunderberichten zu sein und die Madonna um ihre Fürsprache für den Schutz der Libanon zu bitten.
Quelle: Gloria-TV
New Yersey: Aus einer “Madonna” im Ginkgo-Baum wird eine “Pilgerstätte”
Veröffentlicht: 26. Juli 2012 Einsortiert unter: CHRISTLICHES FORUM (über uns), WUNDER-Bilder (Tränen,Öl...) | Tags: Guadelupe, Hudson River, Maria Baez, New Jersey, West New York 2 Kommentare »Unter dem Titel “Was macht Maria im Ginkgo-Baum?” berichtet die Tageszeitung WELT-kompakt jetzt über angebliche Marienerscheinungen an einem Ginkgo-Baum in West New York, in dessen Kerbe gleichzeitig ein Bild der Madonna von Guadelupe in Mexiko erkennbar sein soll.
Vor allem Katholiken lateinamerikanischer Herkunft strömen zu dem “Wunder-Baum” auf der anderen Seite des Hudson Rivers.
Die WELT berichtet:
“Die katholische Kirche äußerte sich bereits skeptisch zu den Berichten aus dem mehrheitlich von Latinos bewohnten Stadtteil. Begeisterte Gläubige fordern hingegen einen besonderen Schutz des Ginkgo-Baums. “Wir wollen ein Denkmal bauen”, sagte etwa die 35-jährige Maria Baez. Sie ist eine der ersten Gläubigen, die an dem Ort die Mutter Gottes gesehen haben will. Die Polizei sperrte inzwischen den Bereich ab, um dort vor allem die versammelten Gläubigen und auch den Baum zu schützen.”
Ein Kirchenvertreter erklärte, es handle sich bei dem “Bild” im Ginkgo-Baum um ein natürlich erklärbares Phänomen. Es bleibt abzuwarten, ob diese Stellungnahme ausreicht oder der Zustrom zur neuen “Pilgerstätte” anhält.
Das Schleiertuch von Manopello: Warum besteht es aus Muschelseide?
Veröffentlicht: 20. Juni 2012 Einsortiert unter: MANOPELLO-Tuch (Kritik), WUNDER-Bilder (Tränen,Öl...) | Tags: Ikone, Judentum, Manopello, Muschelseide, Reliquienverehrung, Veronika, Volto Santo 6 Kommentare »Ein rätselhaftes Mirakel ist noch kein himmlisches Wunder
In der italienischen Klosterkirche Manopello wird das “Volto Santo” (= heilige Tuch) präsentiert, das angeblich das Antlitz Christi selber darstellen soll.
Viele Anhänger halten es für das “Schweißtuch der Veronika”. Dieses wird jedoch seit jeher im Petersdom zu Rom aufbewahrt und einmal jährlich in der Fastenzeit den Gläubigen gezeigt.
Manopello ist ein kleines italienisches Städtchen in den Abruzzen, wobei sich das erwähnte Kapuzinerkloster etwas außerhalb davon befindet.
Bei diesem vielverehrten Tuch, das vor allem durch Bücher des Journalisten Paul Badde bekannt wurde, handelt es sich um ein Antlitzbild auf einem hauchzarten Schleier; dieser besteht aus durchsichtig weißem Gewebe bzw. Muschelseide.
Die “Ikone” befindet sich zwischen zwei Glasplatten auf dem Altar der Klosterkirche. (Das Manopello-Tuch ist kirchlicherseits nicht als “Reliquie” anerkannt, daher der Ausdruck “Ikone”. Aber selbst an Reliquien müssen Katholiken durchaus nicht glauben, lediglich allgemein an den Sinn einer Reliquienverehrung.)
Mitunter ranken sich um das Manopello-Tuch rätselhafte Berichte - oder es werden “Lichtspiele” bzw. fotografische Lichteffekte vorgeführt (derzeit zB. hier, die freilich nicht himmlischen Ursprungs sind, sondern durchaus natürlich erklärbar.
Zudem gilt: Beileibe nicht alles, was derzeit noch unerklärbar erscheint, muß deshalb schon übernatürlich sein.
Meiner Meinung nach gibt es zum Manopello-Tuch, das vielfach geradezu überschwänglich verehrt wird, eine Reihe von Merkwürdigkeiten und Einwänden.
So stellt sich zB. die Frage, warum das Tuch ausgerechnet aus Muschelseide besteht, also aus dem Sekret (den Absonderungen) der Fußdrüsen verschiedener Arten von Meeresmuscheln. Die Muschel gilt aber im Judentum als nicht “koscher”, folglich als “unrein”.
Warum sollte nun die hl. Veronika, die Christus der Legende nach das Schweißtuch reichte, ausgerechnet einen Stoff aus dieser Muschelseide verwenden?
Das käme einer jüdischen Frau nie in den Sinn! – Zudem wäre solch ein Tuch aus “unreinem” Stoff von der judenchristlichen Urgemeinde in Jerusalem nicht in Ehren gehalten oder für spätere Zeiten aufbewahrt worden.
Wir können das Christentum, auch Christus selbst, keineswegs aus seinem jüdischen Umfeld lösen.
Außerdem fehlt dem Gesicht auf dem Manopello-Tuch (siehe Foto) aus meiner Sicht jene Ausstrahlung von Hoheit und Erhabenheit, jene innere Vornehmheit und Heiligkeit, die dem Anlitz des göttlichen Erlösers sicherlich zu eigen war und die bei dieser “Reliquie” nicht erkennbar ist.
Da helfen auch keine “Lichtspiele”, mirakulösen Erzählungen oder bislang ungeklärte Rätsel um diesen angeblich “wunderbaren” Schleier.
Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster
Foto: Wikipedia
Wundersames “Tränen-Kreuz” in Indien mit ganz natürlicher Ursache…
Veröffentlicht: 27. April 2012 Einsortiert unter: WUNDER-Bilder (Tränen,Öl...) | Tags: Mumbai, Sanal Edamaruku, Wunder-Tränen Schreibe einen Kommentar »Sensationslüsterne Geistlichkeit von Mumbai blamiert sich
Der skeptische Inder Sanal Edamaruku enttarnte die “Tränen” eines angeblich weinenden Kruzifixes als Ergebnis eines verstopften Abwasserkanals.
Edamaruku ist strenger Rationalist und setzt sich gegen Aberglauben und Wundersucht ein, zumal als Präsident der “Indian Rationalist Association”, einem Skeptikerverband mit 100.000 Mitgliedern, die dem in Indien allgegenwärtigen pseudomystischem “Zauber” mit nüchterner Wissenschaft entgegentreten.
Im Jahr 2008 stellte er sich in einer Fernsehshow den magischen Kräften eines hinduistischen Gurus entgegen: Dieser belegte Edamaruku mit einem Todesfluch, doch der Skeptiker überlebte auch dies.
Anfang März 2012 reiste er nach Vile Parle, einem Vorort von Mumbai. Der Fernsehsender TV9 hatte ihn eingeladen, sich die dortige Kirche Unserer lieben Frau anzuschauen: Seit ein paar Tagen traten dort Wassertropfen aus einem Kruzifix und rannen wie Tränen am Korpus Christi herab. Der TV-Sender bat den Skeptikerchef um eine Begutachtung der mirakulösen Sache.
Ägypten: Duftendes Öl eines Marienbildes erregt Aufsehen
Veröffentlicht: 31. März 2012 Einsortiert unter: Kennzeichen der FALSCHMYSTIK, WUNDER-Bilder (Tränen,Öl...) | Tags: Alexandria, Öl, Marienbild, Mirakel 2 Kommentare »In Ägypten soll sich laut aktuellem Bericht in der Webseite „Kopten ohne Grenzen“ ein „Wunder“ ereignet haben, über das sowohl Christen wie Moslems in Staunen geraten:
„Jetzt berichte ich, weil die Kirche des Heiligen Simon in Elagamy (bei Alexandria) das Wunder bestätigte und die Ikone zur Kirche brachte. Denn diese koptische Familie findet keine Ruhe, seitdem die Videos verbreitet wurden. Tausende stehen vor ihrem Haus und alle Moslems und Christen möchten das Wunder hautnahe erleben und etwas vom Duft-Öl als Segen mitnehmen.“
Die wundersamen Phänomene sollen sich im Haus einer orthodoxen Christin namens Martha zugetragen haben, die angeblich einen Tag vor dem Tod des Kopten-Papstes Schenuda eine Marienerscheinung erlebt hat.
Hierzu heißt es in dem erwähnten Bericht: „Die Mutter des Herrn teilte ihr den Heimgang des Oberhaupts der koptischen Kirche mit und vertraute ihr einige Botschaften an, die geheimgehalten werden.“
Wir stehen solch mirakulösen Vorgängen – entsprechend der kirchlichen Haltung – grundsätzlich skeptisch gegenüber, denn ”Schauwunder” – zumal wenn ihnen der theologische Sinn fehlt - sind nicht der Weg Gottes, sich den Menschen zu offenbaren.
Bei der Versuchung durch den Satan lehnte Christus das vom Widersacher geforderte “Schauwunder” ab. – Näheres siehe hier: http://charismatismus.wordpress.com/2011/06/06/im-gewand-der-%e2%80%9crechtglaubigkeit%e2%80%9c-tauschen/
Grundsätzliches zur nüchternen Wachsamkeit und zur biblischen Warnung vor Wundersucht siehe hier:
http://charismatismus.wordpress.com/2011/07/14/die-heilige-schrift-warnt-vor-falschen-propheten/
