Das Lazarus-Gleichnis Christi und die Warnungen des hl. Johannes vor der Sucht nach “Offenbarungen”
Veröffentlicht: 28. Februar 2013 Einsortiert unter: Kennzeichen der FALSCHMYSTIK | Tags: Abraham, Engel des Lichts, Erscheinungen, Gleichnis Christi, Johannes vom Kreuz, Kirchenlehrer, Lazarus, Moses, Satan, Täuschungen, Visionen 21 Kommentare »“Sie haben Moses und die Propheten: darauf sollen sie hören!”
Die heutige liturgische Lesung der katholische Kirche befaßt sich mit Christi Gleichnis vom reichen Prasser und dem armen Lazarus, das uns in Lukas 16,19-31 berichtet wird. 
Der reiche Mann war ein rücksichtsloser Egoist, daher verscherzte er sich das ewige Heil. Lazarus hingegen wurde “von den Engeln in Abrahams Schoß getragen”, wie es in der Bibel heißt.
Der reiche Prasser ruft Abraham in der Unterwelt zu, er möge Lazarus zu seinen fünf Brüdern senden, damit diese gewarnt werden und “nicht an diesen Ort der Qual kommen”.
Doch Abraham lehnt dieses Ansinnen rundweg ab: “Er aber sagte: Sie haben Moses und die Propheten, auf die sollen sie hören.”
Ahnen wir, wie zeitlos gültig diese Antwort ist?
Wie oft erfahren wir auch in diesem CHRISTLICHEN FORUM zornigen Widerspruch von erscheinungsbewegter Seite, wenn wir den kirchlichen Standpunkt erklären:
Wir brauchen keine Visionen und Neu-Offenbarungen, keine “himmlischen” Botschaften, keine Jenseits-Auskünfte vermeintlich “begnadeter Seelen” usw., denn wir haben durch Bibel und Tradition, Sakramente und Lehramt der Kirche bereits alles, was wir für unser ewiges Heil benötigen.
Abraham, der “Vater des Glaubens”, erklärt in Christi Gleichnis kurzerhand: Auch diese Männer – die Brüder des reichen Prassers - “haben Moses und die Propheten” - vergleichbar dem, was wir heute “Bibel und Lehramt” nennen - und eben darauf sollen wir hören!
Eindringliche Mahnungen des hl. Johannes vom Kreuz
Das betonte auch der hl. Kirchenlehrer und Mystiker (!) Johannes vom Kreuz immer und immer wieder. Auch damals waren Wundersucht und vorwitzige Neugier nach besonderen “Offenbarungen” weit verbreitet.
In seinem Klassiker “Aufstieg zum Berge Karmel” (2. Buch, Kap. 21) warnt der Heilige im 7. Absatz strikt vor diesen raffinierten Gefahren für das Seelenheil:
“Ich sage nur, dass es eine äußerst gefährliche Sache ist, auf solchen Wegen mit Gott umgehen zu wollen - und dass derjenige, der zu solchen Methoden hinneigen sollte, nicht umhin kommen wird, sich gewaltig zu irren und oftmals in Verwirrung zu geraten.”
Johannes vom Kreuz erwähnt sodann die “Schwierigkeit”, die darin bestehe, “bei inneren Ansprachen und Visionen keinem Irrtum zu verfallen”, da diese vielfach “vom Bösen stammen”, der sich als Engel des Lichtes tarnt bzw. wie der hl. Johannes wörtlich schreibt: der Erzfeind “schleicht sich auf Umwegen ein, wie der Wolf im Schafspelz in die Herde, so dass man es kaum erkennen kann.”
Einer der satanischen Tricks bestehe darin, daß “er nämlich viele wahre und vernunftgemäße Dinge sagt - und Dinge ankündigt, die sich bewahrheiten” - und daher könne man sich “leicht täuschen lassen”.
Johannes empfiehlt: “Vor allen Erscheinungen f l i e h e n !”
In Absatz 11 heißt es, daß “der Böse äußerst spitzfindig ist beim Einflüstern von Lügen. Von ihm kann man sich nicht befreien, außer man flieht vor allen übernatürlichen Offenbarungen, Visionen und inneren Ansprachen.”
Der Heilige erklärt also, daß man sich “übernatürliche Offenbarungen” nicht nur keineswegs wünschen soll; er empfiehlt seinen Lesern aus großer Vorsicht sogar die Flucht vor “allen” Erscheinungen, falls diese jemals ungewollt in ihr Leben treten. Er weiß um die Schwierigkeit, in diesem heiklen Bereich den häufigen Spreu vom seltenen Weizen zu trennen – und daher seine Empfehlung, besser gleich alles zu meiden.
Den deutlichen Warnungen des Kirchenlehrers könnte man theoretisch entgegenhalten, daß es doch auch wenige Erscheinungen himmlischen Ursprungs geben kann, die zu “fliehen” dann nicht sinnvoll sei.
Doch der hl. Johannes vom Kreuz will offenbar auf “Nummer Sicher” gehen, zumal der katholische Glaube grundsätzlich sowieso keine Privatoffenbarungen benötigt - auch keine “echten”. Dies ist nun freilich nicht die Privatmeinung des hl. Johannes, sondern verbindliche Lehre der Kirche seit jeher.
Im 11. Absatz des Buches “Aufstieg zum Berge Karmel” heißt es weiter:
“Darum ist Gott zu Recht über den verärgert, der sie zulässt, weil er sieht, dass es Waghalsigkeit ist von dem, der sich derart in große Gefahr begibt – und weil Anmaßung, Neugier und Auswüche der Überheblichkeit die Wurzel für Prahlerei und Geringschätzung der Dinge Gottes sind - und der Anfang zahlreicher Übel, in die viele Menschen hineingeraten sind.”
In Absatz 12 schreibt der hl. Johannes vom Kreuz, dem Teufel sei es möglich, “viele mit Blindheit und Täuschungen zu schlagen, weil ihre Sünden und Waghalsigkeiten es verdienen. Das vermag und erreicht der Böse, sofern sie ihm glauben und ihn für einen guten Geist halten - und zwar so sehr, dass es keine Abhilfe gibt, aus den Täuschungen herauszukommen”.
Wer in diesem gefährlichen Netz bereits verstrickt ist, wer durch seinen Hochmut oder durch vermessene Leichtgläubigkeit in der Trickkiste Satans gefangen ist und ihn für einen “Engel des Lichts” hält, der kommt nur selten - und dann oft erst sehr spät - aus diesem buchstäblichen “Teufelskreis” wieder heraus.
Daher setzt der hl. Kirchenlehrer hier klar auf das Prinzip “Vorbeugung” durch seine mahnende Stimme - ähnlich wie Christus mit dem Gleichnis von Lazarus, der keineswegs auf Erden erscheinen durfte, um gefährdete Menschen zu warnen: “Sie haben Moses und die Propheten - darauf sollen sie hören!”
Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster
Melchisedek, “König der Gerechtigkeit” und Vorläufer des HERRN: “Priester durch die Kraft unzerstörbaren Lebens”
Veröffentlicht: 23. Januar 2013 Einsortiert unter: BIBEL und KATECHESE | Tags: Abraham, Christus, Hebräerbrief, Melchisedek, Priestertum Schreibe einen Kommentar »Aus der heutigen liturgischen Lesung der kath. Kirche: Brief an die Hebräer 7,1-3.15-17:
Dieser Melchisedek, König von Salem und Priester des höchsten Gottes; er, der dem Abraham, als dieser nach dem Sieg über die Könige zurückkam,
entgegenging und ihn segnete
und welchem Abraham den Zehnten von allem gab; dessen Name “König der Gerechtigkeit” bedeutet, aber auch König von Salem, also “König des Friedens”;
er, der ohne Vater, ohne Mutter und ohne Stammbaum ist, ohne Anfang seiner Tage, ohne Ende seines Lebens, ein Abbild des Sohnes Gottes: dieser Melchisedek bleibt Priester für immer.
Das ist noch viel offenkundiger, wenn nach dem Vorbild Melchisedeks ein anderer Priester eingesetzt wird,
der nicht, wie das Gesetz es fordert, aufgrund leiblicher Abstammung Priester geworden ist, sondern durch die Kraft unzerstörbaren Lebens.
Denn es wird bezeugt: Du bist Priester auf ewig nach der Ordnung des Melchisedek.
Gottes Verheißungen sind der feste Anker unserer Seele
Veröffentlicht: 22. Januar 2013 Einsortiert unter: BIBEL und KATECHESE | Tags: Abraham, Gott, Hoffnung, Jesus, Seele, Verheißung 1 Kommentar »Aus der heutigen liturgischenLesung der kath. Kirche: Brief an die Hebräer 6,10-20:
Denn Gott ist nicht so ungerecht, euer Tun zu vergessen und die Liebe, die ihr seinem Namen bewiesen habt, indem ihr den Heiligen gedient habt und noch dient.Wir wünschen aber, daß jeder von euch im Blick auf den Reichtum unserer Hoffnung bis zum Ende den gleichen Eifer zeigt,
damit ihr nicht müde werdet, sondern Nachahmer derer seid, die aufgrund ihres Glaubens und ihrer Ausdauer Erben der Verheißungen sind.
Als Gott dem Abraham die Verheißung gab, schwor er bei sich selbst, da er bei keinem Höheren schwören konnte,
und sprach: “Fürwahr, ich will dir Segen schenken in Fülle und deine Nachkommen überaus zahlreich machen.”
So erlangte Abraham durch seine Ausdauer das Verheißene.
Menschen nämlich schwören bei dem Höheren; der Eid dient ihnen zur Bekräftigung und schließt jeden weiteren Einwand aus;
deshalb hat Gott, weil er den Erben der Verheißung ausdrücklich zeigen wollte, wie unabänderlich sein Entschluß ist, sich mit einem Eid verbürgt.
So sollten wir durch zwei unwiderrufliche Taten, bei denen Gott unmöglich täuschen konnte, einen kräftigen Ansporn haben, wir, die wir unsere Zuflucht dazu genommen haben, die dargebotene Hoffnung zu ergreifen.
In ihr haben wir einen sicheren und festen Anker der Seele, der hineinreicht in das Innere hinter dem Vorhang;
dorthin ist Jesus für uns als unser Vorläufer hineingegangen, ER, der nach der Ordnung Melchisedeks Hoherpriester ist auf ewig.
Der Lobgesang des Priesters Zacharias: Das BENEDICTUS-Gebet
Veröffentlicht: 25. Dezember 2012 Einsortiert unter: Advent / Christfest | Tags: Abraham, Benedictus, Israel, Laudes, Lobgesang, Weihnachten, Zacharias Schreibe einen Kommentar »Der Lobgesang des alttestamentlichen Priesters Zacharias (Lk 1,68-79) beginnt mit den Worten “Gepriesen sei der HERR” – daher entstand der Name “Benedictus” ( = Gepriesen) für dieses erhabene Gebet, das die Heilsgeschichte des Ewigen ebenso knapp wie wunderbar zusammenfaßt.
Das Benedictus ist ins amtliche liturgische Morgengebet (Laudes) der Kirche eingegangen. So beginnt für die kath. Kirche der Tag mit den Worten des Vaters von Johannes dem Täufer: “Gepriesen sei der HERR”:
Gepriesen sei der HERR, der Gott Israels! Denn ER hat sein Volk heimgesucht und ihm Erlösung bereitet.
ER hat uns ein Horn des Heils aufgerichtet im Hause Davids, seines Knechtes, wie ER verkündet hat von alters her durch den Mund seiner heiligen Propheten, um uns Rettung zu schaffen vor unseren Feinden und aus der Hand derer, die uns hassen. Barmherzigkeit zu üben an unseren Vätern und seines heiligen Bundes zu gedenken, des Eides, den ER unserem Vater Abraham geschworen hat, uns zu verleihen, daß wir, erlöst aus der Hand unserer Feinde, ohne Furcht ihm dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit all unsere Tage. Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten genannt werden; denn du wirst dem HERRN vorangehen, zu bereiten seine Wege, um seinem Volk die Erkenntnis des Heiles zu schenken
in der Vergebung seiner Sünden, durch das innige Erbarmen unseres Gottes, mit dem ER uns besuchen wird als Aufgang aus der Höhe, zu leuchten denen, die in Finsternis und in Todesschatten sitzen - und unsere Füße zu lenken auf den Weg des Friedens.
HANNAH im Alten und MARIA im Neuen Bund – sie sind Prophetinnen des Ewigen
Veröffentlicht: 22. Dezember 2012 Einsortiert unter: BIBEL und KATECHESE, LYRIK: Gedichte / Gebete / Lieder | Tags: Abraham, Hannah, Israel, Maria, Prophetinnen Schreibe einen Kommentar »Erstes Buch Samuel 2,1.4-5.6-7.8abcd:
Hannah betete und sprach:
Mein Herz ist voll Freude über den HERRN,
große Kraft gibt mir der HERR. Weit öffnet sich mein Mund gegen meine Widersacher;
denn ich freue mich über deine Hilfe. Der Bogen der Starken wird zerbrochen, die Wankenden aber gürten sich mit Kraft.
Die Satten verdingen sich um Brot, doch die Hungrigen können feiern für immer. Die Unfruchtbare bekommt sieben Kinder, doch die Kinderreiche welkt dahin.
Der HERR macht tot und lebendig, ER führt zum Totenreich hinab und führt auch herauf.
Der HERR macht arm und macht reich; ER erniedrigt und ER erhöht. Den Schwachen hebt ER empor aus dem Staub und erhöht den Armen, der im Schmutz liegt; ER gibt ihm einen Sitz bei den Edlen, einen Ehrenplatz weist ER ihm zu. Ja, dem HERRN gehören die Pfeiler der Erde; auf sie hat ER den Erdkreis gegründet.
Evangelium nach Lukas 1,46-56: 
Und Maria sprach:
und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter. Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat ER geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter. Denn der Allmächtige hat Großes an mir getan, und Sein Name ist heilig.
ER erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die IHN fürchten. ER vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: ER zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;
ER stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen.
Die Hungernden beschenkt ER mit seinen Gaben und läßt die Reichen leer ausgehen. ER nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen,
das ER unsern Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.
