Bundesversammlung der CDL in Köln bestätigt Mechthild Löhr als Vorsitzende

Lebensrecht für alle: “Es gibt kein gutes Töten”

Zu ihrer jährlichen Bundesversammlung trafen sich die Christdemokraten für das Leben e.V. (CDL) am vergangenen Samstag in Köln.
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Die CDL-Vorsitzende Mechthild Löhr (siehe Foto) stellte ihren Bericht über die Arbeit des Vorstandes in der vergangenen Amtsperiode unter ein Zitat des Philosophen Robert Spaemann: „Es gibt kein gutes Töten“.
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Damit richtete sie das Augenmerk der Versammlung auf jene Bereiche, in denen inzwischen eine rechtliche Legitimierung der Tötung aus sozialen Gründen, aus Mitleid, wegen Unzumutbarkeit oder Krankheit gefordert wird.
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Nach Aussage der CDL-Chefin gehe es dabei nicht nur um die aktuelle Diskussion zur Sterbehilfe und Euthanasie, sondern auch um Abtreibung und jede Form der Embryonenselektion.
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Alle Debatten, in denen das Leben von Menschen zur Disposition gestellt wird, werfen grundsätzlich die gleiche Frage auf: Ist es erlaubt, einen anderen Menschen zu töten und an einer Tötung mitzuwirken?
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Löhr erinnerte daran, dass unsere Kultur entscheidend auf dem Menschenrecht auf Leben für alle basiert, dieses Recht aber immer mehr bedroht sei: „Die Gefährdungen am Lebensanfang und Lebensende nehmen zu“, zog Mechthild Löhr ihr Fazit. „Die CDL und andere aber leisten Widerstand gegen eine Kultur, die immer selbstverständlicher euphemistisch die Tötung aus Mitleid oder Nächstenliebe propagiert und legitimiert.“csm_20140512_MfL_One_of_us_2014_01_3cccf472a8
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Der Gynäkologe Dr. Michael Kiworr referierte über die frühe Entwicklung des Kindes im Mutterleib und die Gefahren, denen es gerade in der Schwangerschaft durch das hohe Abtreibungsrisiko  ausgesetzt ist. Kiworr gab u.a. einen Überblick über die Bedrohungen durch die „Pille danach“, die Präimplantationsdiagnostik und auch die wachsende Zahl vorgeburtlicher Gentests, die zur Selektion der Ungeborenen führen.
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Auch bei den CDL werden die neuen Medien immer wichtiger: Nachdem erst kürzlich erst die Internetseite grundlegend überarbeitet worden ist, wurde der Bundesversammlung der kürzlich neu aufgebaute, offizielle Facebook-Auftritt vorgestellt.
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Bei den anschließenden Vorstandswahlen wurde Mechthild Löhr eindrucksvoll mit 93,5 Prozent der Stimmen in ihrem Amt als Bundesvorsitzende  bestätigt.
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Stellvertretende Vorsitzende bleiben in den kommenden zwei Jahren die Landesvorsitzende der CDL-NRW, Odila Carbanje, der Bundestagsabgeordnete Hubert Hüppe und Sophia Kuby, Geschäftsführerin von „European Dignity Watch“ in Brüssel. imagesCA4JYFAC
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Auch die anderen  Mitglieder des geschäftsführenden Vorstandes wurden in ihren Ämtern bestätigt: Jürgen Boyxen als Schatzmeister, Hildegard Bosch als Schriftführerin, und Susanne Bajog als Pressesprecherin.
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In ihrem Schlusswort unterstrich die CDL-Bundesvorsitzende noch einmal, wie wichtig das Engagement jedes einzelnen Mitglieds sei und dass die Bedeutung der Arbeit der CDL weiter wachse.
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„Robert Spaemann hat Recht: Es darf in unserem Land kein „gutes“ Töten geben, weder am Lebensanfang noch am Lebensende.“, griff Löhr noch einmal ihr Eingangszitat auf:
„Die CDL will dazu beitragen, dass möglichst viele Menschen das Recht auf Leben in jeder Lebensphase schützen und verteidigen. Jeder „Tod auf Bestellung“ ist kein Ausdruck von Selbstbestimmung, sondern das definitive Ende menschlicher Solidarität.”
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Christdemokraten für das Leben e.V.
Kantstr. 18 in 48356 Nordwalde
Tel.: 0 25 73 – 97 99 391 / Fax: 0 25 73 – 97 99 392

E-Mail: info@cdl-online.de
Internet: www.cdl-online.de

 


“Patientenautonomie”: Bischof Voderholzer für eine “Kultur des Wohlwollens”

Am vergangenen Mittwoch (15. Oktober) sprach Bischof Rudolf Voderholzer (siehe Foto) über die Bedeutung der Selbstbestimmung von Patienten  – einem Schlüsselprinzip der modernen Medizin.  borMedia1840101

Der Vortrag fand im Rahmen der “Regensburger Gespräche zur Medizinethik” im Großen Hörsaal des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder in Regensburg statt.

Was bedeutet “wahre” Patientenautonomie und was sind ihre Voraussetzungen? Wo muss die Autonomie des Patienten gestärkt werden und wo gibt es – möglicherweise – Grenzen?

Keine “Autonomie” um jeden Preis

Anhand dieser Fragen und herausgestellt an den Beispielen der vorgeburtlichen Diagnostik und der in der Gesellschaft viel diskutierten Möglichkeit von assistertem Selbstmord unterschied Bischof Rudolf zwischen einem (auch durch Vordenker der Aufklärung geteilten) Autonomieverständnis, das den Menschen dazu befähigen solle, das sittlich Richtige zu tun, und einem Autonomieverständnis “um jeden Preis”, wodurch das Recht zur selbstbestimmten Entscheidung isoliert und verabsolutiert wird.

Hierzu entgegnete der Regensburger Oberhirte, dass der Mensch nicht nur ein autonomes, sondern auch ein soziales Wesen sei, welches einerseits selber Verpflichtungen gegenüber der Gemeinschaft habe, umgekehrt aber auch Hilfe und Beistand von dieser erfahren solle – vor allem in Zeiten von Krankheit und Not.

Ebensowenig wie ein Patient sich in absoluter Selbstermächtigung ergehen könne, dürfe eine Gesellschaft Druck auf hochbetagte oder auch (erb)kranke und behinderte Menschen ausüben und ihnen suggerieren, dass sie eine “Last” darstellten.

Druck auf Schwangere, die ein behindertes Kind erwarten

Diesem Druck können Menschen ausgesetzt sein, wenn diese sich beispielsweise dafür entscheiden, ein (erwartbar) erbkrankes oder behindertes Kind zur Welt zu bringen (und es nicht abzutreiben) oder, wenn diese älter und krank sind und es ein Recht auf assistierten Selbstmord gäbe, sie sich fragen lassen müssten, warum sie dieses “Angebot” nicht annähmen. nodbild

Letztlich geht es laut Bischof Voderholzer auch um die grundsätzliche Frage, in welcher Art von Gesellschaft man leben wolle.

Die Enzyklika “Evangelium Vitae” von Johannes Paul II. zitierend, stellte er den Grundwiderspruch einer Gesellschaft heraus, die sich zwar Werten wie Menschenwürde, Gerechtigkeit und Frieden verschreibe, gleichzeitig jedoch Missachtung und Verletzung menschlichen Lebens dulde, vor allem wenn es sich hierbei um schwaches oder ausgegrenztes Menschenleben handelt.

Er plädierte deshalb am Schluss seines Vortrags für eine intensivierte “Kultur der Achtsamkeit” gegenüber der seelischen und existentiellen Not der Mitmenschen und stellte dem “Prinzip der Autonomie” das “Prinzip des Wohlwollens” zur Seite.

Nur so könne der Mensch auch in seiner Abhängigkeit, Bedürftigkeit und Verletztlichkeit wahrgenommen und über Methoden nachgedacht werden, die ihn nach besten Kräften schützen.

Stichwort “Regensburger Gespräche zur Medizinethik”:
Bischof Dr. Rudolf Voderholzer ist der bereits vierte Referent in dieser Vortragsreihe, die 2011 vom Ethikkomitees des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder mit einem Vortrag des Bioethikers Professor Giovanni Maio (Uni Freiburg) initiiert worden ist. Weitere Redner zu medizinethischen Themen waren in der Vergangenheit der Journalist und Jurist Professor Heribert Prantl

Quelle: http://www.bistum-regensburg.de


Dr. Stapfs Abtreibungsklinik vor dem Aus?

In der Region Stuttgart drohe bei Abtreigungen eine „gravierende Versorgungslücke“. Dies meint die Leitende Ärztin der abtreibungsfreundlichen Organisation „Pro Familia“ in der baden-württembergischen Landeshauptstadt, Marion Janke. csm_20140512_MfL_One_of_us_2014_01_3cccf472a8

Anlaß für diese Äußerung ist die Mitteilung des Abtreibungsarztes Dr. Friedrich Stapf, zum Jahresende seine Frauenklinik in Stuttgart schließen zu müssen. Dort werden laut Stapf jährlich mehr als 2000 Abtreibungen vorgenommen. Im vorigen Jahr waren das etwa 18 Prozent der 11.200 in Baden-Württemberg registrierten vorgeburtlichen Kindestötungen.

Stapf hatte seine Klinik von der Stadt Stuttgart gemietet. Einen Antrag auf Verlängerung des Mietvertrags hatte Stapf versäumt, so dass die Kündigung wirksam wurde. Einen Ersatz zu finden, sei „extrem schwer“, sagte der 68-jährige Arzt. Niemand wolle eine Abtreibungsklinik im Haus haben.

Nach Angaben von „Pro Familia“ können kleinere Praxen den Wegfall der Stuttgarter Praxis nicht ausgleichen. Janke will deshalb mit der Stadtverwaltung reden. Der zuständige Bürgermeister Werner Wölfle von den Grünen hat bereits seine Bereitschaft bekundet, “helfen” zu wollen. Auch Baden-Württembergs Sozialministerin Katrin Altpeter (SPD) hofft auf eine befriedigende Lösung. kleber der katholischen kirche rettet menschenbaby christoferuswerk

Ein ähnliches Problem hat Stapf im München, wo er täglich 18 bis 25 Abtreibungen vornimmt. Auch dort ist er auf der Suche nach neuen Räumen.

„Gute Nachricht“ für ungeborene Kinder

Der baden-württembergische Landesvorsitzende der CDL (Christdemokraten für das Leben), der Jurist Josef Dichgans (Überlingen), nennt die Entwicklung „eine gute Nachricht“. Jährlich bekämen dadurch rund 2000 Babys die Chance auf ein glückliches Überleben, sagte er der evangelischen Nachrichtenagentur IDEA.

Kritik übte er am Eifer, mit dem die Stadt und das Sozialministerium die mögliche Schließung der Abtreibungsklinik beklagen. Von den getöteten Babys sei keine Rede: „Da scheint das Bewusstsein vom Töten als Menschenrecht des Stärkeren schon tief eingedrungen zu sein.“

Quelle: http://www.idea.de


Rheine: Lebensrechts-Aktion mit störender “Begleitmusik” und bewegenden Gesprächen

Die “Aktion Lebensrecht für Alle” (ALfA) informierte am Samstag, den 11. Oktober, interessierte Passanten an ihrem Infostand auf dem Borneplatz in Rheine über Abtreibung, bioethische Themen und Euthanasie. 010_7

Vom ALfA-Kreisverband Rheine waren u.a. deren Vorsitzende Cordula Mohr sowie ihre Stellvertreterin Mechthild Brüning persönlich anwesend.

BILD: Cordula Mohr im Gespräch mit Martin Lohmann, dem Leiter des BVL (Bundesverband Lebensrecht), auf dem diesjährigen Katholikentag in Regensburg

Als der angemeldete Stand um 10 Uhr in der Innenstadt aufgebaut wurde, kamen bereits mehrere Fußgänger und führten zum Teil ausführliche Gespräche, so daß die ALfA schon neue Mitglieder erhielt, bevor der Stand überhaupt fertig aufgebaut war.

Erfolgreich lief zudem auch eine Unterschriftenaktion, die von ALfA und CDL (Christdemokraten für das Leben) gemeinsam organisiert wird und die für einen Ausstieg aus der staatlichen Finanzierung der Abtreibung eintritt. Viele Passanten unterschrieben den Appell, andere nahmen den Aufruf mit, um ihn zuhause genauer zu lesen oder um ihn weiter zu verbreiten.baby

Als störend erwies sich zum einen eine Baustelle neben dem Infostand in Rathausnähe und zum anderen Lieferwagen für den Markt auf dem Borneplatz  –  und erst recht eine Festaktion direkt neben der ALfA-Gruppe. Dabei wurde mit lautstarkem Gescheppere der 30. Geburtstag eines Junggesellen gefeiert. Dadurch wurden intensive Gespräche mit Passanten erheblich erschwert.

Die Lebensrechtler versuchten, aus dieser unbefriedigenden Situation das Beste zu machen. Cordula Mohr ging auf die feuchtfröhliche Runde zu, erzählte von ihrem Anliegen und verteilte an etliche Männer dort einen Aufkleber, in dem es heißt: “Steh zu deinem Kind.” – Ein jüngerer Familienvater aus der Festgruppe klebte ihn sogleich auf seine Jacke. Andere Männer, denen er den Aufkleber überreichte, taten es ihm gleich. Zudem gab es auch hier einige Unterschriften für den Appell gegen die staatliche Abtreibungsfinanzierung.
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Die Geburtstagsrunde zeige sich dann bereit, etwas mehr Abstand zur ALfA-Gruppe einzuhalten, damit die Lebensrechtler sich besser mit den interessierten Fußgängern unterhalten konnten. Das Themenspektrum war sehr breit, es reichte von Abtreibung über Sterbebegleitung bis zur Behindertenpolitik in unserem Land. Dabei wurde deutlich, daß Schwangere nicht selten in Kliniken tendenziell zur Abtreibung gedrängt werden, wenn sie ein behindertes Baby erwarten. Es gab hierüber auch Gespräche mit Betroffenen.

Ein Pädagoge, der an einer Einrichtung für geistig behinderte Kinder im Münsterland unterrichtet, bedauerte es sehr, daß in den letzten Jahren auffallend weniger Down-Syndrom-Kinder in seiner Schule zu sehen seien. Diese Kinder werden heutzutage fast alle vor ihrer Geburt “ausgemerzt”, wie er deutlich zu verstehen gab.

Dabei seien es gerade diese Kinder, so berichtete er aus seiner praktischen Erfahrung, die mit ihrer Lebensfreude und Spontanität eine fröhliche, unbeschwerte Stimmung verbreiten und andere  – sowohl Lehrer wie Mitschüler  –  damit anstecken.

Es sei für ihn schmerzlich, daß diese Kinder, die für eine Behinderteneinrichtung eine solch positive Hilfe darstellen, nun immer stärker ausbleiben würden. Diese und viele andere Gespräche waren sehr eindrucksvoll und bewegend, so daß die Lebensrechtler ihren Infostand bis 14,30 Uhr aufrechterhalten haben.


Marsch für das Leben in Berlin: Abtreibungsbefürworter in Panik

Mathias von Gersdorff

„Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst des Lebensrechts“, so etwa scheinen sich Politiker aus Linke, SPD und Grünen angesichts des „Marsches für das Leben“ am 20. September zu fühlen.   Leipzig2014f

Die liberale Abtreibungspraxis in Deutschland und in Europa sei durch die „Agitation christlicher FundamentalistInnen“ dermaßen bedroht, daß die Abtreibungslobby sich genötigt sieht, alle Reserven zur Abwendung einer Schleifung des „Sexuellen Selbstbestimmungsrechts der Frau“ zu mobilisieren.

FOTO: M. von Gersdorff bei der Leipziger Buchmesse

Gisela Notz, ehem. Bundesvorsitzende von „Pro Familia“, schrieb in einem Aufruf zu einer Veranstaltung der Linkspartei mit dem Namen „Dein Bauch gehört Dir! Stoppt die ‘Lebensschützer’“ folgendes:

„Überall in Europa erleben wir Angriffe auf das Recht von Frauen auf selbstbestimmte Schwangerschaft und ein Aufwind von konservativ-reaktionären Familienideologien.“

Notz fürchtet eine rechte Allianz, welche die aktuelle Krise des Kapitalismus ausnutzt, um die „Rechte der Frauen zurückzudrängen“.

Die Berliner SPD-Bundestagsabgeordnete Mechthild Rawert ist nicht minder erschüttert über das Erstarken der „selbsternannten ‘Lebensschützer’“.

Denn: „Sie wollen, daß jede Schwangere die Schwangerschaft austrägt. Mehrfach haben die sogenannten Lebensschützer vor ärztlichen Praxen und Kliniken gelauert, in denen Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt werden und jede Patientin, die versuchte, die Einrichtung zu erreichen, als Mörderin tituliert.“PICT0132

Das Bündnis „Selbstbestimmung“  –  ein großes Sammelsurium von Organisationen wie etwa „Pro-Familia“, die Giordano-Bruno-Stiftung, Grüne, die SPD-Frauen und andere  –  nimmt den „Marsch für das Leben“ zum Anlaß, gleich mehrere Veranstaltungen zu organisieren.

Foto: Junge Lebensrechtlerinnen auf dem Kirchplatz St. Ägidii in Münster

Die wichtigste davon ist die Kundgebung „Leben und lieben ohne Bevormundung“, die zum gleichen Zeitpunkt und unweit der Lebensrechtler-Kundgebung stattfindet.

Es ist so gut wie unvermeidlich, daß hiervon Störaktionen gegen den Marsch ausgehen werden. Eine Erklärung des Bündnisses gegen den „Marsch für das Leben“ wird von etlichen MdBs und sonstigen Funktionsträger der Linken, SPD und Grünen unterstützt.

Aktionen gegen Lebensrechtler nehmen zu

Als ob das alles nicht reichen würde, rufen „Feminist*innen und Antifaschist*innen“ zum „Kreativen Protest gegen den ‘Marsch für das Leben’“ auf, also zu Störaktionen und einer Verletzung des Versammlungsrechts.

Diese Art der Auseinandersetzung ist natürlich nicht ganz neu. Seit einigen Jahren sind die Lebensrechtler Ziel von linksradikaler Hetze und Haß, Störungen und handgreiflichen Angriffen.

Die Straßendemonstrationen und Kundgebungen der Lebensrechtler können nur mithilfe massiven Polizeieinsatzes durchgeführt werden.

Auffällig ist dennoch, daß der Widerstand aus linken Parteien und Organisationen gegen die Lebensrechtler nach vielen Jahren wieder wächst. Nach der letzten Novelle des Paragraphen 218 StGB im Jahr 1995, durch welche die Fristenregelung eingeführt wurde, fand das Thema kaum noch Interesse im linken Milieu.PICT0171

Seit etwa fünf Jahren ist das Desinteresse verflogen. Im Jahr 2009 wurde zum ersten Mal die 1000-Kreuze-Aktion in Münster (siehe Foto) stundenlang blockiert, was einen Großeinsatz der Bereitschaftspolizei nötig machte.

Mit der Zeit wurden auch die Straßendemonstrationen der Lebensrechtler in Berlin, München, Frankfurt und weiteren Städte gestört. Zudem wuchs die mediale Hetze gegen die Lebensrechtler in den letzten fünf Jahren. Offensichtlich werden die Lebensrechtler als eine wahre „Bedrohung“ seitens der Abtreibungslobby angesehen.

Großartiger Erfolg mit „One of us“ (Einer von uns)

Das hat wohl mehrere Gründe: Obwohl das Thema Abtreibung in der Tagespolitik seit 1995 kaum noch eine Rolle spielt, haben es viele Organisationen geschafft, zu überleben und öffentlich sichtbar zu bleiben. Manche entfalteten sogar eine erhebliche Kreativität, wenn es darum ging, die öffentliche Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken. Logo EINER VON UNS

Geringere Auflagenzahlen von Publikationen konnten durch die zunehmende Präsenz im Internet aufgefangen werden.

Auch die Zahl der Straßendemonstrationen steigt: So findet beispielsweise seit 2008 jährlich (davor seit 2002 zweijährlich) der Berliner „Marsch für das Leben“ statt, und seit 2010 gibt es einen „Schweigemarsch für das Leben“ in Annaberg-Buchholz in Sachsen.

Der bei weitem größte Erfolg der Lebensrechtler in letzter Zeit war die Sammlung von fast zwei Millionen Unterschriften in ganz Europa für die Bürgerinitiative „One of Us“ (= Einer von uns) im Jahr 2013, davon 174.137 Unterschriften in Deutschland.

Bald nach diesem Erfolg konnten die Lebensrechtler in ganz Europa, inklusive Deutschland, eine gewaltige Protestwelle gegen den „Estrela-Report“ erzeugen, der das Vorhaben der „Fraktion der Progressiven Allianz der Sozialisten und Demokraten“ im Europa-Parlament, ein europaweites „Recht auf Abtreibung“ einzuführen, zu Fall brachte  –  ein gewaltiger Erfolg.

Lebensrechtler sind zivilgesellschaftlich präsenter

Es wird folgendes deutlich: Die Befürworter einer liberalen Abtreibungspraxis sind zwar in der Politik und in den Medien präsent, doch in der „Zivilgesellschaft“ dominieren inzwischen die Lebensrechtler.

Dadurch wird selbst in Deutschland fast 40 Jahre nach Einführung der Indikationsregelung und fast 20 nach Einführung der Fristenregelung mit Beratungspflicht die öffentliche Diskussion rund um das Thema Abtreibung immer mehr von den Lebensrechtlern bestimmt.

Das Recht auf Leben auch für Ungeborene wird wieder auf die politische Agenda kommen

Deutschland und Europa bewegen sich in Richtung US-amerikanischer Verhältnisse, wo das Volk mehrheitlich „Pro-Life“, doch das politische und mediale Establishment mehrheitlich „Pro Choice“ denkt.

Diese Entwicklung versuchen die linken und linksradikalen Pro-Abtreibungsorganisationen nun zu wenden. Sie wollen den „christlich-fundamentalistischen Abtreibungsgegner_innen“ nicht die Straße überlassen.

Ihre Basis scheint allerdings fast nur aus Linksradikalen zu bestehen. Doch das ist Wasser auf die Mühlen der Lebensrechtler, denn eine Verschärfung der öffentlichen Auseinandersetzung erleichtert erheblich die Mobilisierung der eigenen Anhänger und öffnet die Perspektive, daß das Thema eines Tages wieder die politische Bühne betritt.

Unser Autor Mathias von Gersdorff leitet die Frankfurter Aktion “Kinder in Gefahr” und betreibt das Webmagazin “Kultur und Medien online”

Erstveröffentlichung dieses Beitrags in der Wochenzeitung “Junge Freiheit”


10. Marsch fürs Leben in Berlin am 20.9.2014: Kundgebung und Demonstration

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Am Samstag, den 20. SeptemberLohmann5
Beginn vor dem Kanzleramt um 13 Uhr.

Zum zehnten Marsch für das Leben lädt der Bundesverband Lebensrecht (BVL) am 20. September in die Bundeshauptstadt Berlin ein.

BVL-Vorsitzender Martin Lohmann (siehe Foto) freut sich auf “viele Menschen guten Willens aus allen Generationen und Konfessionen, die sich für das Ja zum Leben einsetzen”.

Der Marsch, der vor einigen Jahren mit wenigen hundert Teilnehmern begann, wächst seit Jahren. Im vergangenen Jahr hatte diese Demonstration, die es auch in anderen Hauptstädten der Welt gibt, nach Polizeiangaben mehr als 4500 Teilnehmer.

“Wir sind”, sagt Lohmann, “die ökologische Friedens- und Freiheitsbewegung Deutschlands, denn wir respektieren die Ökologie, also die Natur des Menschen sowie die an jeden gerichtete Berufung und Befähigung zur gelebten verantworteten Freiheit zum Leben”.PICT0132

Die Lebensrechtler setzen mit ihrem Marsch, der mit einer Kundgebung vor dem Kanzleramt beginnt und mit einem ökumenischen Gottesdienst endet, ein friedliches Zeichen pro Lebensmut und Hilfe für Schwangere  –  und ein klares Nein zu Abtreibung und Euthanasie. 

In diesem Jahr gewann die Frage der sog. “Sterbehilfe” besondere Bedeutung. Lohmann erklärt hierzu:

“Es gibt nur Lebensschutz und Lebensrecht ganz – oder gar nicht. Hier kann und darf man nicht filetieren. Jeder Mensch soll das Recht haben, in Würde zu sterben. Deshalb sagen wir: Tötet meine Schmerzen, aber nicht mich! Aktive Sterbehilfe konterkariert ein menschenwürdiges Sterben und fördert eine Unkultur des Todes, in der jeder um sein Lebensrecht bangen muss und niemand sicher sein kann.

Das Lebensrecht ist das elementare Menschenrecht, und ein Tötungsrecht gibt es nicht! Der Marsch für das Leben ist also eine Demonstration für Menschenrechte, für Freiheit und für die Natur des Menschen. Wir sind vor allem Anwälte der Kinder, der Mütter und Väter, der Kranken und Alten.”


BVL-Chef Lohmann zur Agitation der Linkspartei gegen den “Marsch fürs Leben”

Seit vielen Jahren organisiert der BVL (Bundesverband Lebensrecht) den “Marsch für das Leben” in Berlin, der sich gegen PICT0101Abtreibung und Euthanasie wendet.

Der katholische Publizist Martin Lohmann (siehe Foto) antwortete als BVL-Vorsitzender wie folgt auf die Frage der evangelischen Nachrichtenagentur IDEA, wie der BVL es beurteile, daß die Linskpartei die Gegner des Lebensmarsches finanziert: 

„Es ist nicht wirklich überraschend, dass die Linkspartei viel Geld für Intoleranz und die Bereitschaft zum Töten von Menschen übrig hat. Denn mit Humanität und Menschenrechten haben die es bekanntlich nicht so sehr!

Sie reden zwar gerne darüber, aber mit den Inhalten dieser Begriffe stehen sie wohl auf Kriegsfuß. Doch das hat ja auch etwas mit der Tradition zu tun, aus der heraus sie sich offensichtlich nicht befreien und emanzipieren können oder wollen.

Immerhin war es ein gewisser Lenin, der bereits 1920 die Tötung noch nicht geborener Menschen legalisierte. Und nicht nur er hatte bekanntlich wenig Respekt vor dem Lebensrecht eines jeden Menschen.

Die Breschnews, Husaks, Gomulkas, Jaruselskis, Titos, Honeckers und andere Diktatoren hatten ebenfalls panische Angst vor dem Leben und vor Freiheit und Verantwortung. PICT0110

Und deshalb mussten sie  –  wie manche derjenigen, die auch heute noch aus der mentalen Gefangenschaft ihrer geistigen Umnachtung nicht herauskommen  –  den Menschen ausschließlich als Materie ansehen. Den Geist und die Seele, die beide nach Leben und Freiheit rufen, mussten sie schlichtweg ausklammern oder verbieten.

Dass eine Partei wie die Linke, die doch vorgibt, demokratisch sein zu wollen  –  oder ist das alles etwa nur Heuchelei?  –   Freiheit und Gewissen nicht schätzt und lieber die Intoleranz der Gegner des Lebens unterstützt, ist zwar wenig überraschend, aber erschreckend und entlarvend.

Denn wer Argumente und ein gutes Gewissen hat, der muss nicht in Intoleranz und Extremismus fliehen und sich hinter Radikalismus verstecken. Wer das volle Lebensrecht leugnet und sich durch die Logik des Lebens angegriffen fühlt, ist unsouverän und letztlich ein radikaler Extremist gegen Freiheit und Menschenwürde.

Schade, dass die Linke wohl nicht  f ü r  das Leben ist. Wer aber wirklich Humanität will, der fällt nicht zurück auf das menschen- und freiheitsverachtende Niveau von Lenin, Chruschtschow, Schiwkov, Honecker und Co.“


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