Annette von Droste-Hülshoff: “Ich bitte nicht um Glück der Erden”

Ich bitte nicht um Glück der Erden;
nur um ein Leuchten nun und dann:
daß sichtbar deine Hände werden,
ich deine Liebe ahnen kann.
Nur in des Lebens Kümmernissen
um der Ergebung Gnadengruß -
dann wirst du schon am besten wissen,
wieviel ich tragen kann und muß.

Annette von Droste-Hülshoff (Deutschlands größte Dichterin)


AN MEINE MUTTER – Gedicht von Deutschlands größter Dichterin

So gern hätt’ ich ein schönes Lied gemacht
von deiner Liebe, deiner treuen Weise;
die Gabe, die für andere immer wacht,
hätt’ ich so gern geweckt zu deinem Preise.

Doch wie ich auch gesonnen mehr und mehr,
und wie ich auch die Reime mochte stellen,
des Herzens Fluten wallten drüber her,
zerstörten mir des Liedes zarte Wellen.

So nimm die einfach schlichte Gabe hin,
von einfach ungeschmücktem Wort getragen,
und meine ganze Seele nimm darin:
Wo man am meisten fühlt, weiß man nicht viel zu sagen!

Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848)


Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 263 Followern an