“Halten wir uns in Liebe an die Wahrheit”

Aus der heutigen liturgischen Lesung der kath. Kirche: Eph 4,7-16:

ER gab den einen das Apostelamt, andere setzte ER als Propheten ein, andere als Evangelisten, andere als Hirten und Lehrer, um die Heiligen für die Erfüllung ihres Dienstes zu rüsten, für den Aufbau des Leibes Christi. Herz-Jesu_01

So sollen wir alle zur Einheit im Glauben und in der Erkenntnis des Sohnes Gottes gelangen, damit wir zum vollkommenen Menschen werden und Christus in seiner vollendeten Gestalt darstellen.

Wir sollen nicht mehr unmündige Kinder sein, kein Spiel der Wellen, hin und her getrieben von jedem Widerstreit der Meinungen, dem Betrug der Menschen ausgeliefert, der Verschlagenheit, die in die Irre führt.

Wir wollen uns, von der Liebe geleitet, an die Wahrheit halten und in allem wachsen, bis wir IHN erreicht haben.

ER, Christus, ist das Haupt. Durch IHN wird der ganze Leib zusammengefügt und gefestigt in jedem einzelnen Gelenk. Jedes trägt mit der Kraft, die ihm zugemessen ist. So wächst der Leib und wird in Liebe aufgebaut.

 


In Christus ist die Mauer zwischen Juden und einstigen Heiden überwunden

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Eph 2,12-22:

Brüder! Einst wart ihr von Christus getrennt, der Gemeinde Israels fremd und von dem Bund der Verheißung ausgeschlossen; ihr hattet keine Hoffnung und lebtet ohne Gott in der Welt. COLLAGE-BLUSP2

Jetzt aber seid ihr, die ihr einst in der Ferne wart, durch Christus Jesus, nämlich durch sein Blut, in die Nähe gekommen.
Denn ER ist unser Friede. ER vereinigte die beiden Teile  –  Juden und Heiden  –  und riss durch sein Sterben die trennende Wand der Feindschaft nieder.

ER hob das Gesetz samt seinen Geboten und Forderungen auf, um die zwei in seiner Person zu dem einen neuen Menschen zu machen.

ER stiftete Frieden und versöhnte die beiden durch das Kreuz mit Gott in einem einzigen Leib. ER hat in seiner Person die Feindschaft getötet. ER kam und verkündete den Frieden: euch, den Fernen, und uns, den Nahen.

Durch ihn haben wir beide in dem einen Geist Zugang zum Vater. Ihr seid also jetzt nicht mehr Fremde ohne Bürgerrecht, sondern Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes.

Ihr seid auf das Fundament der Apostel und Propheten gebaut; der Schlußstein ist Christus Jesus selbst. Durch ihn wird der ganze Bau zusammengehalten und wächst zu einem heiligen Tempel im HERRN. Durch ihn werdet auch ihr im Geist zu einer Wohnung Gottes erbaut.

 


Durch Christus hat GOTT uns reich beschenkt

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Eph 1,1-10:

Paulus, durch den Willen Gottes Apostel Christi Jesu, an die Heiligen in Ephesus, die an Christus Jesus glauben.

Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus.  Duccio

Gepriesen sei der Gott und Vater unseres HERRN Jesus Christus: ER hat uns mit allem Segen seines Geistes gesegnet durch unsere Gemeinschaft mit Christus im Himmel. Denn in ihm hat ER uns erwählt vor der Erschaffung der Welt, damit wir heilig und untadelig leben vor Gott.

ER hat uns aus Liebe im voraus dazu bestimmt, seine Söhne zu werden durch Jesus Christus und nach seinem gnädigen Willen zu ihm zu gelangen, zum Lob seiner herrlichen Gnade. ER hat sie uns geschenkt in seinem geliebten Sohn; durch sein Blut haben wir die Erlösung, die Vergebung der Sünden nach dem Reichtum seiner Gnade.

Durch sie hat ER uns mit aller Weisheit und Einsicht reich beschenkt und hat uns das Geheimnis seines Willens kundgetan, wie ER es gnädig im voraus bestimmt hat: ER hat beschlossen, die Fülle der Zeiten heraufzuführen, in Christus alles zu vereinen, alles, was im Himmel und auf Erden ist.

 


Christus beklagt sich über das wundersüchtige Volk, das “Zeichen fordert”

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Lk 11,29-32.

In jener Zeit, als immer mehr Menschen zu Jesus kamen, sprach ER: jesus in der synagoge von nazareth

Diese Generation ist böse. Sie fordert ein Zeichen; aber es wird ihr kein anderes gegeben werden als das Zeichen des Jonas.

Denn wie Jonas für die Einwohner von Ninive ein Zeichen war, so wird es auch der Menschensohn für diese Generation sein. Die Königin des Südens wird beim Gericht gegen die Männer dieser Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie kam vom Ende der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören. Hier aber ist einer, der mehr ist als Salomo.

Die Männer von Ninive werden beim Gericht gegen diese Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie haben sich nach der Predigt des Jonas bekehrt. Hier aber ist einer, der mehr ist als Jonas.

 


“Alles vermag ich durch IHN, der mich stärkt”

Heutige liturgische Evangelienlesung der kath. Kirche: Phil 4,12-14.19-20:

Brüder! Ich weiß, Entbehrungen zu ertragen, ich kann im Überfluss leben. In jedes und alles bin ich eingeweiht: in Sattsein und Hungern, Überfluss und Entbehrung. IMG_2492

Alles vermag ich durch IHN, der mich stärkt. Trotzdem habt ihr recht daran getan, an meiner Bedrängnis teilzunehmen.

Mein Gott aber wird euch durch Christus Jesus alles, was ihr nötig habt, aus dem Reichtum seiner Herrlichkeit schenken. Unserem Gott und Vater sei die Ehre in alle Ewigkeit! Amen.

 


Johannes Paul II. über die Sakramentenfrage bei sündhaften Lebensverhältnissen

Papst Johannes Paul II. schrieb in seinem nachsynodalen Schreiben “Reconciliatio et Paenitentia” im Jahre 1984 folgende Klarstellungen zu jenen Themen, die aktuell in den Medien und auf der Familiensynode im Vatikan debattiert werden (hier zitiert ab dem dortigen Abschnitt 34):

Ich erachte es als meine Pflicht, hier wenigstens kurz auf einen pastoralen Fall einzugehen, den die Synode, soweit es ihr möglich war, kleines-ritualeerörtert und auch in den Schlußvorlagen berücksichtigt hat.

Ich meine gewisse, heute nicht seltene Situationen, in denen sich Christen befinden, die weiterhin am sakramentalen Leben teilnehmen möchten, aber daran gehindert sind durch ihre persönliche Situation, die in Widerspruch zu ihren vor Gott und der Kirche freiwillig übernommenen Verpflichtungen steht. Diese Situationen erscheinen als besonders schwierig und fast unentwirrbar.

Im Verlauf der Synode haben eine Reihe von Wortmeldungen, welche die allgemeine Ansicht der Kirchenväter hierzu zum Ausdruck brachten, hervorgehoben, daß es angesichts dieser Fälle zwei Grundsätze gibt, die zusammen gelten, gleich wichtig sind und sich gegenseitig bedingen.

Konsequenz in der Sache, Mitgefühl gegenüber der Person

Der erste ist der Grundsatz des Mitgefühls und der Barmherzigkeit, nach welchem die Kirche, die in der Geschichte die Gegenwart und das Werk Christi fortsetzt, der nicht den Tod des Sünders, sondern dessen Bekehrung und Leben will, darauf bedacht ist, das geknickte Rohr nicht zu brechen oder den glimmenden Docht nicht zu löschen.

Sie ist vielmehr immer darum bemüht, soweit es ihr möglich ist, dem Sünder den Weg der Rückkehr zu Gott und zur Versöhnung mit ihm zu weisen.

Der andere ist der Grundsatz der Wahrheit und Folgerichtigkeit, aufgrund dessen die Kirche es nicht duldet, gut zu nennen, was böse ist, und böse, was gut ist.

Der Barmherzigkeit Gottes nähern

Die Kirche, welche sich auf diese beiden sich ergänzenden Grundsätze stützt, kann ihre Söhne und Töchter, die sich in jener schmerzlichen Lage befinden, nur dazu einladen, sich auf anderen Wegen der Barmherzigkeit Gottes zu nähern, jedoch nicht auf dem Weg der Sakramente der Buße und der Eucharistie, solange sie die erforderlichen Voraussetzungen noch nicht erfüllt haben.

Zu diesem Problem, das auch unser Herz als Hirten schwer bedrückt, habe ich mich verpflichtet gefühlt, im Apostolischen Schreiben Familiaris Consortio ein deutliches Wort zu sagen, was den Fall der wiederverheirateten Geschiedenen betrifft oder allgemein jener Christen, die unrechtmäßig zusammenleben. Herz-Jesu_01

Zugleich empfinde ich es als meine besondere Pflicht, zusammen mit der Synode die kirchlichen Gemeinschaften und vor allem die Bischöfe aufzufordern, den Priestern, die ihren mit der Weihe übernommenen schweren Verpflichtungen nicht nachkommen und sich deshalb in einer irregulären Lage befinden, jede mögliche Hilfe zu gewähren. Keiner dieser Mitbrüder darf sich von der Kirche verlassen fühlen.

Für alle diejenigen, die gegenwärtig die objektiven Bedingungen nicht erfüllen, die vom Bußsakrament gefordert sind, können die Beweise der mütterlichen Güte von seiten der Kirche, die Übung anderer Formen der Frömmigkeit als die der Sakramente, das aufrichtige Bemühen um Verbundenheit mit dem HERRN, die Teilnahme an der heiligen Messe, die häufige Erneuerung von möglichst vollkommenen Akten des Glaubens, der Hoffnung, der Liebe und der Reue den Weg bereiten zur vollen Versöhnung in einer Stunde, die nur der göttlichen Vorsehung bekannt ist.“

Quelle: http://www.vatican.va/holy_father/john_paul_ii/apost_exhortations/documents/hf_jp-ii_exh_02121984_reconciliatio-et-paenitentia_ge.html


Kardinal Kasper: Heiligt der Zweck die Mittel?

Von Felizitas Küble

Unter der bezeichnenden Überschrift “Kardinal Kasper “Keine in Stein gemeißelte Ideologie” führte Tilman Kleinjung vom ARD-Hörfunkstudio in Rom am Sonntag, den 5. Oktober, ein längeres Gespräch mit Kardinal Walter Kasper, das auch online veröffentlicht wurde.

Der Interview-Titel ergibt sich aus einer grundsätzlichen Aussage dieses Kirchenmannes, der seit Jahrzehnten als Vorzeigefigur katholisch-“reformerischer” Kräfte fungiert.

Kardinal Kasper erklärt nämlich: IMG_1183“Die katholische Lehre ist kein ideologisches System, das in Stein gemeißelt ist. Sie ist ein lebendiges Evangelium, das vor allem zum Heil und zum Wohl der Menschen ausgelegt werden muss.”

Schon zuvor hatte der im Ruhestand befindliche Würdenträger gesagt, das Evangelium sei “kein Strafgesetzbuch” (als ob das jemals behauptet worden wäre)  - und es sei auch “kein ehernes Gesetz”, weshalb er vor “Fundamentalismus” bei der Auslegung warnte etc.

Dient es nun etwa dem “Heil” des Menschen, wenn man die Gebote Gottes, die sehr wohl “in Stein gemeißelt sind”, indirekt infrage stellt, indem man sich tendenziell der sog “Lebenswirklichkeit” der Menschen anpaßt? 

Es wird dann zwar noch wortreich beteuert, man wolle die biblischen Wahrheiten keineswegs “in Frage stellen”, aber de facto   –  von den Tatsachen und der Auswirkung her  –  geschieht genau dies.

Ist die Kirche eine Glücksvermittlungsinstanz?

So erklärte Kasper in diesem ARD-Interview, die derzeit tagende Familiensynode solle den Menschen dabei helfen, “das Glück des Lebens zu finden”

Frage: Ist die Kirche etwa in erster Linie ein Glücksvermittlungs-Service – oder ist es nicht vielmehr ihre vorrangige Aufgabe, den Willen Gottes zu verkünden, wie er in den Zehn Geboten und in der Botschaft Christi sichtbar wird?!

Darf also diese übernatürliche Sendung der Kirche dem vermeintlichen  irdischen “Glück” der Menschen untergeordnet werden? PICT0152

Passend zu dieser theologisch flachen Glücks-Ideologie erklärt der Kardinal hinsichtlich homosexueller Partnerschaften: “Man soll das respektieren, wenn einer aus Überzeugung meint, so leben zu wollen. Aber das ist nicht das Ideal der Kirche.”

Er ergänzte, es gehöre zu diesem “Respekt” dazu, “dass man die positiven Elemente anerkennt”, die in solchen Beziehungen gelebt würden.

BILD: In Münster spiegeln sich zwei Kirchen an einer großen Einkaufshalle aus Glas

Laut biblischer und kirchlicher Lehre  ist praktizierte Homosexualität eine schwere Sünde. Folglich verstößt eine solche Lebensweise nicht nur gegen ein “Ideal” der Kirche, sondern gegen die Schöpfungsordnung Gottes und seine Gebote.

Zudem wirkt es äußerst mißverständlich bis irreführend, in bezug auf eine sündhafte Lebensform von “positiven Elementen” zu sprechen, die man “anerkennen” und “respektieren” wolle, wenn jemand “aus Überzeugung meint, so leben zu wollen”.

Dies kann man aus christlicher Sicht zwar tolerieren, aber keineswegs “respektieren” und “anerkennen”.

Während der Kardinal auf der einen Seite dafür eintritt, geschieden “Wiederverheiratete” ggf. zu den Sakramenten zuzulassen, erklärt er gleichzeitig:

“Aber wenn die erste Ehe gescheitert ist und eine zweite Ehe da ist, die zivil geschlossen wird, und die ja nicht wieder aufgelöst werden kann, dann muss man da einen Weg finden. Man soll das Gute, was in einer zivilen Ehe da ist, anerkennen und den Menschen, die das wünschen, den Zugang zur Kommunion ermöglichen.”

Was soll hier die Bemerkung, eine Zivilehe könne “ja nicht wieder aufgelöst werden”? – Das ist eine ganz neue Information!  Mindestens jede dritte standesamtliche Ehe wird bekanntlich geschieden.

Warum diese Leichtfertigkeit des Kardinals im Umgang mit der sakramentalen (ersten) Ehe  – und gleichzeitig diese offensichtlich unrichtige Aussage hinsichtlich des staatlichen Trauscheins?

Ist die Eucharistie ein Sakrament zum Schleuderpreis?

Betreff der Zulassung jener zivil-verheirateten Katholiken zum Tisch des HERRN erklärt Kardinal Kasper zudem: ????????????????????????????????????????????

“Ein Argument ist auch: Wenn die Eltern nicht zur Kommunion, zum Gottesdienst gehen, dann gehen die Kinder auch nicht. Wir verlieren die nächste und übernächste Generation.”

Hier stellen sich zwei grundlegende Fragen:

1. Für alle, auch für geschieden-wiederverheiratete Katholiken, gilt das “Sonntagsgebot”, was bedeutet, daß sie nicht nur zur hl. Messe eingeladen sind, sondern dazu verpflichtet sind. Was hat das nun mit der hl. Kommunion zu tun?  – An sich rein gar nichts. Schließlich gibt es betr. Sonntag zwar ein kirchliches Meßgebot, aber kein Kommuniongebot. Zudem besteht für alle Gläubigen die Möglichkeit einer “geistigen” bzw. geistlichen Kommunion, wenn der Zugang zum Tisch des HERRN nicht möglich ist.

2. Soll die Kirche bei der Unauflöslichkeit der Ehe, der Sakramentenlehre und -pastoral aus taktischen Gründen “beweglich” werden, nämlich damit die betroffenen Personen und deren Kinder weiterhin am Sonntag zur Kirche gehen? Ist die Eucharistie etwa ein “Sakrament zum Ausverkauf”?

Heiligt hier plötzlich der Zweck die Mittel? – Was bleibt am Schluß noch übrig von der Heiligen Schrift und der kirchlichen Lehre, wenn dieses taktische Denken vermehrt Einzug hält?

Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt

Fotos: Konrad Ruprecht, Felizitas Küble, Evita Gründler

 

 


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