Gemeinsam in den Sozialismus? – Die Union und der Zeitgeist

Von Peter Helmes

Heute noch Mitglied in der CDU oder CSU zu sein, zeigt schon  –  je nach persönlichem Empfinden  –  eine leichte oder (eher wohl) schwere masochistische Prägung.

In den letzten Jahren kamen ständig neue Schmerzen hinzu, die Konservative an der Union verzweifeln lassen. In den oberen Etagen der Unions-Parteien sind keine gestandenen Konservativen mehr auszumachen, in den unteren Rängen spielen sie allenfalls die Rolle des Pausenclowns, der zwar auftreten darf, dem aber niemand zuzuhören scheint. Viele sind mittlerweile aus- und zur AfD übergetreten.   42252-3x2-teaser190x127

Halten wir fest: Selbst noch unter Helmut Kohl, dem Wegbereiter der „Wende“   –  einer Wende zu einem libertären, zeitgeistigen Denken wohlgemerkt  –  wurde mit dem Brustton der Überzeugung behauptet, die Union habe „drei starke Wurzeln“: eine konservative, eine soziale und eine liberale. Zumindest seit jenem Kohl war dies allenfalls noch Geschwätz, um die Parteiflügel stillzuhalten.

Heute sieht man sich leider an den allzu früh verstorbenen Publizisten Johannes Gross erinnert, der einmal geschrieben hatte, Deutschland werde von zwei sozialdemokratischen Parteien beherrscht. Der Unterschied sei lediglich, daß die eine Partei etwas katholischer sei.

Das ist aber heute in der Union kein Thema, weil die CDU (mit der CSU) als „Krisenbewältigungs-Partei“ daherkommt. Ein gütiger Gott sandte ihr die Krim-Krise, die von Merkels Versagen als Parteichefin ablenkt. Sie gilt als die Managerin der Krise, und es scheint ihr völlig wurscht, wie das Innenleben ihrer Partei derweil aussieht.

Schon die Koalitionsverhandlungen und der daraus resultierende Koalitionsvertrag zeigten, daß CDU und CSU bereit sind, zentrale Unionsversprechen aufzugeben und damit die letzten Reste konservativ-liberaler Unionspositionen zu beseitigen. be2004_38_551

Neben noch mehr Zugeständnissen an Brüssel und bei der Euro-Rettung steht die Beförderung vieler linker Projekte (Energiewende, Masseneinwanderung, doppelte Staatsbürgerschaft, Quotenwahn etc.) im Mittelpunkt der Politik. Der eh nur kleine Widerstandsgeist hat sich marginalisiert, da sich niemand die Parteikarriere versauen lassen will.

Eine höchst betrübliche Rolle spielt dabei die „Junge Gruppe“ von Unionsabgeordneten der jüngeren Jahrgänge. Gerade von ihnen hätte man ein heftiges Sperrfeuer gegen die in immer abenteuerlichere Höhen wachsenden Belastungen der kommenden Generationen erwarten dürfen.

Der sozialistische Ungeist lebt  –  er nennt sich nur anders bzw. benutzt andere Begriffe  –  und feiert fröhliche Urständ´. Wer geglaubt hat, die klassische marxistische Ideologie sei mit dem Zusammengehen der beiden „Deutschlands“ zu Ende gewesen, sieht sich jäh eines Schlimmeren belehrt. Sie ist nicht mehr nur Teil alter sozialistischer Parteien, sondern hat auch in den Reihen bürgerlicher Vertreter Platz genommen.

Neue Strategie für alten Sozialismus

Die alten sozialistischen Klassenkampfparolen hatten sich zwar als unwirksam erwiesen. Aber eine neue Strategie verhilft ihr zu neuem Einfluß:

Sozialismus schafft man (dauerhaft) nicht von oben, sondern er muß von unten in die Gesellschaft hineinwachsen. Kern und Keimzelle der Gesellschaft ist die Familie, also mußte man da ansetzen und eine Frontstellung gegen Ehe und Familie aufbauen, da deren traditionelle Formen dabei im Weg stehen, vor allem die autonom funktionierende Eltern-Kind-Beziehungen oder das was man gemeinhin als IMG_1421Familienbande beschreibt.

Karl Marx hat hierzu die Vorlage geliefert: „…Werft ihr uns vor, daß wir die Ausbeutung der Kinder durch ihre Eltern aufheben wollen? Wir gestehen dieses Verbrechen ein. Aber, sagt ihr, wir heben die trautesten Verhältnisse auf, indem wir an die Stelle der häuslichen Erziehung die gesellschaftliche setzen…“ (Karl Marx, Kapital I, MEW 23, 514, Marx-Lexikon) 

Widerspruch wird nicht geduldet. „Toleranz“ gibt es nur innerhalb der eigenen Klientel und keinesfalls gegenüber Andersdenkenden. Wer dem Zeitgeist widerspricht, wird  –  oft mit Medienunterstützung  –  gnadenlos niedergemacht und letztlich mit der Faschismuskeule erschlagen. Neueste Beispiele findet man derzeit zuhauf im Internet, wenn es um die AfD geht. Haß statt Argumente!

Respekt vor dem Elternrecht gefordert

„Das Trommelfeuer der Agitation prasselt auch hier in konzentrierter Form besonders auf eine ratlose junge Generation nieder. Zur Aufhetzung gegen die staatliche kommt jene gegen die familiäre Ordnung. Ein Vertrauensverhältnis zwischen Eltern und Kindern ist den Veränderern, die Manipulations- und Manövriermasse brauchen, ein Dorn im Auge…

In Bundesgesetzen und -entwürfen sozialistischer Provenienz werden im Bereich der Familie die Kinder als Prozeßpartei gegen die Eltern konstituiert, tritt der Staat in Gestalt des Vormundschaftsgerichts und des Sozialfürsorgers zwischen Eltern und Kinder. Da soll nicht mehr in Übereinstimmung mit dem Grundgesetz die Familie geschützt werden, sondern es sollen die Kinder von den Eltern ‚geschützt‘ werden, weil das Elternrecht aus einem ‚Gewaltunterworfensein der Kinder‘ hergeleitet wird, die Kinder als ‚Objekte elterlicher Fremdbestimmung‘ definiert werden.

Foto: M. Löhr, CDLNicht mehr Achtung, Zuneigung und Liebe, sondern kühle und konfliktträchtige und zum Konflikt verführende Rechtsbeziehungen bestimmen nach dieser sozialistischen Auffassung Handlungen, Bindungen und Verhaltensweisen in der Familie zwischen Eltern und Kindern.“

Entgegen allen Vorurteilen, die gegen diesen Mann herrschten und noch immer umlaufen: Diese Mahnung stammt von Franz-Josef Strauß (veröffentlicht in seinem Buch „Gebote der Freiheit“, 1979)

In der APO-Zeit  –  dem Sammelbecken von (harmlosen) Flower-Power-Hippies, von nicht mehr harmlosen Terroristen wie  der Bader-Meinhof-Bande und ihren Sympathisanten bis hin zu den aus der linksradikalen 68er Bewegung resultierenden Grünen  – versuchten einige der „Führer“ dieser Gruppen, mit ihren linksintellektuellen Vorstellungen, gepaart mit „Pseudo-Umweltschutzgedanken“, durch eine „Mobilisierung der Massen“ die Gesellschaft zu verändern.

Die „Massen“, die Bürger, aber waren überhaupt nicht daran interessiert, auch nur eine Sekunde lang diesen Chaoten zu folgen, im Gegenteil: Sie verabscheuten deren Ziele und Methoden zutiefst!

“Frankfurter Schule” contra bewährte Werte

Deshalb gingen links-grüne Ideologen sozusagen noch eine Stufe höher: Sie versuchten die „globale Werte-Umorientierung“. Man wollte vor allem die altbewährten, der abendländischen Philosophie und dem Christentum entspringenden Werte uminterpretieren in „neue Werte“  –  in pseudoreligiöse und rein weltliche Werte. 1529 - Kopie (2)

Jürgen Habermas, einer der Paten der ´68er und Mitbegründer der „Frankfurter Schule“, stellt sechs Wirkungen der ´68er „Kulturrevolution“ heraus, in denen sich übrigens der zerstörerische und alles negierende Geist der Frankfurter Schule beweist.

Nach 1980 hat Habermas in verschiedenen Beiträgen diese sechs „Veränderungen“ genannt, die von der Kritischen Theorie ausgegangen sind und das geistige Klima an vielen Universitäten Deutschlands zwischen 1960 und 1980 revolutionär verändert hat, aber auch heute noch tiefe Einwirkungen auf die Gesellschaft zeitigen.

Habermas verbucht diese Veränderungen als Erfolge, als Siege über die bürgerliche Gesellschaft, die er selbst in polemischer Absicht als „spätkapitalistische“ bezeichnet:

1.) Die Ent-Christlichung der Öffentlichkeit.  –   2.) Die Ent-Institutionalisierung der Gesellschaft,.  -  3.) Die Ent-Ethisierung des Rechts.  –   4.) Die Ent-Kriminalisierung des Verbrechens. –   5.) Die Ent-Pathologisierung der Krankheit.  -  6.) Die Ent-Ästhetisierung der Kunst.

Unterwanderung der Institutionen von links

Die alten ´68er Politrevoluzzer und deren Jünger sitzen nun nicht nur in unseren Parlamenten in Schlüsselpositionen, sie befinden sich schon längst auch in kirchlichen Gremien, Jugendverbänden, als Lehrer an unseren Schulen, als Richter an den Gerichten bis hin zu den höchsten Gerichtshöfen, als angebliche Verfassungsschützer, in Ministerien, auf Ämtern und in den Massenmedien, vor allem im Fernsehen  -  sowohl bei den öffentlich-rechtlichen Sendern als auch bei den Privaten.  Couple photo - ADJ

Diese zu Beginn der siebziger Jahre aus der APO heraus gestartete Unterwanderungsstrategie hat bestens geklappt!

Die „68er“ in aller Welt hatten früh die ökologisch-feministischen Bewegungen sowie verschiedene Gruppen und Akademiker post-moderner Ausrichtung, allesamt geprägt durch den Glaubensabfall des Westens, unterwandert und Schlüsselpositionen in Politik und Gesellschaft besetzt.

In CDU und CSU werden deren neue Begriffsprägungen ganz selbstverständlich verwendet; man will ja schließlich die Anpassung an den Zeitgeist nicht verpassen. Die neuen Begriffe sind überall auf dem Siegeszug. Wir haben den Einfluß der „Grün-Alternativen“ erheblich unterschätzt. Die neuen Sprachregelungen haben Eingang gefunden in nahezu alle gesellschaftlichen Bereiche.

Neue Sprache verändert das Denken

„Wer die Begriffe beherrscht, beherrscht die Politik“  –  eine alte politische Weisheit. Und so gelang es den „Kulturrevolutionären“, neue Begriffe in der Gesellschaft zu verankern.

Zu solchen Begriffen gehören z. B. „Globalisierung mit menschlichem Antlitz“, „nachhaltige Entwicklung“, „good governance“, globale Ethik, Lebensqualität, Friedenserziehung, „gender (mainstreaming)“, Gleichberechtigung, neue Lebensstile, „Abtreibung ohne Risiko“, sexuelle und reproduktive Rechte, Partnerschaft (statt Ehe), Transparenz, Basisbeteiligung, transnationale Vernetzung, fairer Handel usw. nodbild

Begriffe, die einzeln für sich akzeptabel sind, jedoch in ihrer Fülle und mit ihrem ethischen Hintergrund die Gesellschaft unterhöhlen. Begriffe wie Wahrheit, Moral, Gewissen, Vernunft, Eltern, Eheleute, Jungfräulichkeit, Keuschheit, Autorität, Hierarchie, Gerechtigkeit, Gehorsam, Gesetz, Gebot, Dogma, Glauben, Liebe, Hoffnung, repräsentative Demokratie z. B. gehören offenbar nicht (mehr) dazu, werden als „von gestern“ apostrophiert oder uminterpretiert. (Der Zyniker Oskar Lafontaine würde sie als Begriffe bezeichnen, die man auch im KZ verwenden könnte.)

So wird z. B. aus Regierung Governance; aus der repräsentativen Demokratie wird partizipative Demokratie. Das Gedankengut der Gutmenschen führt dann weiter von Hierarchien zu Gleichheit; von Eheleuten zu Partnern; vom Glück zu Lebensqualität; von der Vater-Mutter-Kind-Familie zur „Familie in allen ihren verschiedenen Formen“; von Wissen zu Fähigkeiten; von der Caritas (Liebe) zu Unterstützungsansprüchen an den Staat; vom Leiden in Würde zum „Recht auf Sterben“ oder  –  umgekehrt  –  zu angeblich ethisch vertretbarer Abtreibung; von kultureller Identität zu kultureller Verschiedenheit; von Mehrheitsvoten zu Konsensbildung und so weiter.

„Liebe Parteifreunde und –freundinnen“

Auch wenn´s viele wissen, sei der Vollständigkeit halber hier an den Ursprung dieser neuen Ideologie erinnert: „Gender Mainstream“ bezieht sich „nur“ auf die Geschlechterrolle (Mann/Frau) und beruft sich auf einen Satz von Simone de Beauvoir (Sartre-Freundin und ´68erin): Mann und Frau seien völlig gleich. Sie würden „nur“ zu unterschiedlichen „Geschlechterrollen hinmanipuliert“, sie würden später durch die Gesellschaft zu „unterschiedlichen Wesen“ gemacht.

Konsequent wird der grammatische „Gattungsbegriff“ durch Zerlegung in „geschlechtsgerechte“ Begriffe ersetzt. Es heißt fortan nicht mehr „die Genossen“  –  womit früher immer alle gemeint waren  –  sondern „Genossinnen und Genossen“, „die Christinnen und Christen“ etc., wobei oft nicht mehr lesbare Textungeheuer zustande kommen. Diesen Unfug muß die Union natürlich mitmachen, glaubt sie.

Gender ist offensichtlich zum Zentral- und Lieblingsthema des „neuen, modernen Menschen“ geworden. Die damit einhergehende Zerstörung der Familie müssen wir nicht kommentieren, sie ist überall gegenwärtig.

Auf dem Weg zur elternlosen Gesellschaft?

Deutschland ist auf dem Weg zu einer elternlosen Gesellschaft, in der der Staat die Elternrolle übernommen hat. Die Linken kamen auf den Einfall, daß die Institution Elternhaus bzw. Familie „von gestern“ sei und der Staat das zu übernehmen hat, was die Aufgabe von Vater und Mutter gewesen ist. bildungsplan_bw_petition_logo13_e7fe0bc824

Mit dieser Ideologie des Irrsinns wird die Natur des Menschen auf den Kopf gestellt. Unsere Regierungen der jüngsten Jahrzehnte  –  egal ob grün/rot, schwarz/rot oder schwarz/gelb  –  haben sich darüber hinweg gesetzt, daß siebzig Prozent der Eltern ihre Kinder in den ersten Lebensjahren selbst betreuen wollen und das Geld bewußt in die falschen Kanäle geleitet, was sich insbesondere an der Bildungspolitik festmachen läßt.

Wenn ein Staat die elterliche Betreuung als gesellschaftlichen Rückschritt einstuft, hat er den gesunden Menschenverstand verloren. Wenn die Familie nicht mehr der Kern aller Ordnungen im Staat ist und zugrunde geht, geht auch der Staat zugrunde.

Die totalitären Züge im Sozialstaat

Unter den kalten Augen dieses Staates wird ein neues Menschenbild getestet, das die bürgerliche Familie durch eine sozialistische ersetzen will, ohne Bindung und ohne Liebe.

Frau von der Leyen sprach es aus, ohne Hemmung und ohne Scham, als sie noch Familienministerin war: „Eine staatliche Kinderbetreuung bringt dem Staat mittel- und langfristig mehr ein. Wenn alle Mütter mit Kleinkindern wieder Einkünfte beziehen, würden bis zu sechs Milliarden Euro Einkommensteuer mehr hereinkommen.“

So spricht eine Funktionärin, für die ein Kind zum Objekt geworden ist. Aber es ist noch nicht entschieden, ob unser Volk sich selbst aufgeben will. Ob Frau von der Leyen in der Christlich-Demokratischen Union (CDU) wirklich das richtige Zuhause hat, darf jedoch füglich bezweifelt werden.

Einen verheerenden Einfluß hat diese Gender-Ideologie auf die Schulpolitik. Da unterscheiden sich die Bundesländer kaum noch. Der Staat hat den Zugriff auf die staatlichen Schulsysteme und „verordnet“ den Kindern  –  auch gegen deren und den Willen vieler Eltern  –  wie jüngst in Baden-Württemberg geschehen, mit neuen Gesinnungslehrplänen ein völlig anderes Bild von Ehe von Familie.

Mit der Gleichsetzung aller möglichen Formen menschlichen Zusammenlebens wird das Ideal „Familie“ zerstört oder zumindest relativiert.

Die ersten Kinderjahre entscheiden

Verheerend, was durch Fremdbetreuung in den Kindertagesstätten vom Kleinkindalter an angerichtet wird! Es sind die ersten Jahre eines Kindes, die für das Leben entscheidend sind. Ihm wird ein schwerer Schaden zugefügt, wenn sich innere Beziehungen nicht mehr entwickeln können. Wir sehen, wo junge Menschen landen, wenn sie kein Zuhause mehr haben und keine Zuflucht vor den Angriffen des alltäglichen Lebens. DSC06370

Der Heranwachsende steht im Nichts. Er hat auch nie etwas von einer religiösen Sinngebung des Lebens erfahren. Das Geld, das in den Familien dringend gebraucht wurde, hat man in staatliche Institutionen geschleust und in zugewanderte ausländische Familien, die auch noch ihren üppigen Nachwuchs nach Deutschland transferieren durften, um von unserem Geld leben zu können.

Der Schaden ist so schwer, weil mit dem staatlichen Eingriff in die private Sphäre auch der Versuch unternommen wurde, den Menschen selbst zu verändern und ihm unter dem Vorwand der Modernität falsche Lebensbilder und falsche Inhalte aufzudrängen. Diese Politik, von den Kinderkrippen bis zu den Ganztags-Kinderstätten und -schulen, bedeutet ein sozialistisches System, das die Fürsorge der Eltern durch eine allgemeine Staatsfürsorge ersetzt und das Elternhaus gewaltsam zerreißen will.

Sozialstaatliche Interessen haben totalitäre Züge angenommen. Schul- und Bildungswesen sind auf unterster Stufe angekommen, Sozial- und Gesundheitswesen zu Bruch gegangen. Dem Staat ist offenbar Migrantenpolitik wichtiger.

Frühsexualisierung der Kleinsten

So ist es auch nur eine logische Folge dieses Denkens, daß der Mensch auf die gleiche Ebene gestellt wird wie jedes Animal. Im Mittelpunkt des „neuen Menschen“ steht der Sex  –  in allen Varianten und jede(r) mit jeder/jedem. Und damit das ja in die Köpfe geht, wird schon frühzeitig, ab Kindergarten  –  und bei zunehmenden Alter mit zunehmender Intensität  –  den Kleinen und Kleinsten beigebracht, wie Sex richtig funktioniert. DSC07339

Daß dabei der Begriff Liebe unters Bett fällt, ist wohl ein Kollateralschaden. Sigmund Freud erkannte seinerzeit: „Kinder, die sexuell stimuliert werden, sind nicht mehr erziehungsfähig, die Zerstörung der Scham bewirkt die Enthemmung auf allen anderen Gebieten…“

Herzlos formulierte Hans-Jochen Gamm, Sozialist und Erziehungswissenschaftler, bereits 1970 seine Forderung für eine „moderne“ Pädagogik: „Wir brauchen die sexuelle Stimulierung der Schüler, um die sozialistische Umstrukturierung der Gesellschaft durchzuführen und den Autoritätsgehorsam einschließlich der Kinderliebe zu den Eltern gründlich zu beseitigen.“

Eine abstruse Denke, die aber kaum auf Widerstand gestoßen ist. Auch hier zeigt sich die Feigheit (Unsicherheit?) der Kirchen und bürgerlichen Parteien gegenüber solchen (geistigen) Kinderverführern. Statt zu protestieren und die eigene Position zu verteidigen, versteckt man sich im eigenen Nest und gibt Zug um Zug alte Positionen auf.

Echte Konservative und Traditionalisten schauten früher leicht neidisch zur „Schwester-Partei“ CSU, bei der die Welt noch in Ordnung zu sein schien. Doch bei genauerem Hinsehen mußte man konstatieren, daß auch dort der Schein das Sein überlagert.

CSU-MdB attackiert Birgit Kelle

Der CSU-Bundestagsabgeordnete Bernd Fabritius scheint einer der Epigonen des „neuen Menschen“ zu sein. Auf den Kommentar von Birgit Kelle (siehe Foto)  –  bekennende Katholikin, viel beachtete Publizistin und vierfache Mutter  –  im CSU-Blatt Bayern-Kurier entrüstet sich Fabritius über die Autorin in einer Art, wie ich sie eher von ganz Linksgestrickten erwartet hätte:

Birgit Kelle

Birgit Kelle

„Birgit Kelle im Bayernkurier: einfach daneben. Unter dem Titel ‚Familienbild im medialen Abseits‘ beschreibt die sonst für ‚Die Freie Welt‘ und ‚Kath-Net‘ schreibende Autorin ihre bekannten Vorbehalte gegen Gleichberechtigung (‚Gleichheitswahn‘) und ‚Akzeptanz‘.

Nicht das ‚Familienbild‘ ist im medialen Abseits, sondern Vorurteile wie die von Kelle. Das Bild der klassischen, traditionellen Ehe wird nicht gefährdet, wenn auch anderen Lebenspartnerschaften, in denen vergleichbare traditionelle Werte gelebt werden, mit dem Respekt begegnet wird, den Gleichheit und Menschenwürde gebieten.

Es besteht keinerlei Konkurrenzsituation, die Kelles Position erforderlich oder zumindest verständlich machen könnte. Auch wenn der Artikel im Bayernkurier im Vergleich mit anderen Kelle-Artikeln ausgesprochen weichgespült präsentiert wird, so verdeutlicht er doch unverhohlen deren Ideologie: Die Bildungspläne in Baden-Württemberg, die eine Vorbereitung der Schüler auf Akzeptanz und Respekt für Andere bewirken wollen, bezeichnet sie als ‚Irrsinn‘, wettert gegen ‚Umerziehung‘ und fordert damit sinngemäß ein ‚Recht auf Vermittlung von Vorurteilen und Vorbehalten‘ durch elterliche Erziehung. Das war einmal. Heute sind wir aufgeschlossener  -  auch im Leserkreis des Bayernkurier.“

Der Kompaß ist abhanden gekommen

Ist das die neue Politik der Unionsparteien, die sich unverdrossen „christlich-demokratisch“ und „christlich-sozial“ nennen? Mit solchem Führungspersonal rauscht die Union mit Volldampf ins Abseits.

Denn die Wähler  – Verzeihung: und Wählerinnen  –  können durchaus das Original von der (schlechten) Kopie unterscheiden. Der Union ist unübersehbar der Kompaß abhanden gekommen. CDU und CSU wollen alles sein  –  traditionsbewußt, offen, modern, zukunftsfähig etc. -  Eines sind sie schon länger nicht mehr: christlich und konservativ.

Es bleiben noch viel mehr Fragen. Zum Beispiel: Wer hat das Sagen in unserer Republik? Wer bestimmt das moralisch-sittliche Niveau unseres Staates? Wer definiert die „Deutsche Nation“? Wer bestimmt, was dem Wohle des Kindes nützt? usw.

Wenn die Antwort auf solche Fragen lautet: „der Zeitgeist!“, dann können wir nur sagen: „Gute Nacht, Deutschland!“

Peter Helmes ist ehem. Bundesgeschäftsführer der “Jungen Union” und betreibt heute die Webseite: http://www.conservo.wordpress.com


Professor Thomas Schirrmacher übt scharfe Kritik am “Familienpapier” der EKD

Der evangelische Theologe Prof. Dr. Thomas Schirrmacher hält das umstrittene “Familienpapier” der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für parteipolitisch einseitig. Außerdem verharmlose es das DDR-Regime. Das erklärt er in einem wissenschaftlichen Gutachten.  BILD0235

Die Orientierungshilfe der EKD erinnere an ein linkes Parteiprogramm, schreiben Schirrmacher und sein Kollege Titus Vogt in ihrer „soziologischen und theologischen Kritik des Familienpapiers“.

Eine Zusammenfassung ist im Magazin des EAK (Evangelischer Arbeitskreis der CDU) „Evangelische Verantwortung“ erschienen:

Schon die Zusammensetzung der zuständigen Kommission ließe eine bürgerliche Stimme vermissen. Entsprechend fielen auch die Forderungen des Papiers aus. Sie seien „praktisch identisch“ mit dem Parteiprogramm der Grünen, stimmten zum Teil aber auch mit dem der Linkspartei überein.

Nähe zu linken und grünen Positionen

In Fragen der Familienpolitik sei auch eine Nähe zur SPD gegeben, „auch wenn man dort in Bezug auf die völlige Entthronung der Ehe viel zurückhaltender formuliert“, schreiben die Autoren. Als Beispiele führen sie die Ablehnung des Betreuungsgeldes und des traditionellen Ehegattensplittings an sowie die Befürwortung einer Ganztagskinderbetreuung und die rechtliche Angleichung von Ehe und Lebenspartnerschaft.

Das Familienpapier mit dem Titel „Zwischen Autonomie und Verantwortung“ war im vergangenen Sommer erschienen und hatte große Kritik nach sich gezogen. Die “Orientierungshilfe” spricht sich darin u.a. für die Öffnung der Kirche gegenüber homosexuellen Paaren aus.  IMG_1468 (2)

Wie Schirrmacher und Vogt im Vorwort erwähnen, haben sie ihre Kritik bereits nach dem Erscheinen der Orientierungshilfe an die EKD herangetragen. Da die Kirche die Stoßrichtung des Familienpapiers mehrmals bekräftigt habe, hätten sie sich nun dazu entschieden, das Gutachten zu veröffentlichen.

Verharmlosung der “DDR”-Diktatur

Denn sie strebe nicht weniger an als eine neue, normative Ethik zu verkünden, gehe dabei aber beispielsweise undifferenziert mit der deutschen Vergangenheit um: „Die DDR erscheint als Ort der Gleichberechtigung durch zwei in Vollzeit erwerbstätige Eltern mit früh einsetzender ganztägiger Kinderbetreuung.“

Nicht thematisiert werde, „dass die Familienpolitik der DDR das vermutlich erfolgreichste Werkzeug gegen die Kirchen war und zur Entfremdung ganzer Generationen von Gott und Kirche geführt hat“.

Auch ein mangelndes Bemühen um die Ökumene werfen Schirrmacher und Vogt den Autoren vor. Andere Kirchen als die EKD und die Katholiken kämen schlicht nicht vor.

„Gibt es von Christen außerhalb der EKD und von andersdenkenden Christen innerhalb der EKD gar nichts mehr zu lernen?“, fragen sie und kritisieren „antikatholische Formulierungen“, etwa das Lob der Option zum gemeinsamen Abendmahl konfessionsübergreifender Familien in protestantischen Kirchen: „Das ist eine Einladung an Katholiken, die Lehre ihrer Kirche bewusst zu missachten.“

Quelle und vollständiger Beitrag in diesem evangelischen Webmagazin: http://www.pro-medienmagazin.de/

HIER sehen Sie das Buch zur Ansicht


1. Bild: Evita Gründler  – 2. Foto: KOMM-MIT-Verlag


Kardinal Müller widerspricht Kardinal Marx

Der Glaubenspräfekt verteidigt weiter die kirchliche Ehelehre

Wie der Bayerische Rundfunk am heutigen Sonntag, den 16. März, berichtet, hat sich Kardinal Gerhard Ludwig Müller (siehe Foto) deutlich gegen einen Vorstoß des neuen Vorsitzenden der Dt. Bischofskonferenz (DBK), Kardinal Reinhard Marx, gewandt.

Dieser plädiert für einen “milderen” Umgang der Kirche mit geschieden-Wiederheirateten, indem man diesem Personenkreis  -  so Marx -  nach einer gewissen Bußzeit evtl. wieder den Sakramentenempfang erlauben solle. 0012

Der Münchner Oberhirte Marx hatte in Übereinstimmung mit Kurien-Kardinal Walter Kasper erklärt, er halte dieses Vorgehen “für einen gangbaren Weg, der aber immer auf einzelne Fälle bezogen sein muss.”  - Die Kirche solle den geschieden-Wiederverheirateten verdeutlichen, daß sie “keine Christen zweiter Klasse” seien.

Kardinal Müller erklärte gegenüber der  -  am Montag (17.3.) erscheinenden   -  Mainzer “Allgemeinen Zeitung” hierzu:

„Wir wissen, dass es schwierige Situationen gibt, etwa wenn ein Ehepartner verletzt oder böswillig verlassen wurde. Aber das Problem wird nicht dadurch gelöst, dass menschliche Regeln Gottes Wort außer Kraft setzen.“

Kardinal Marx hatte sich bereits im vorigen Jahr mit dem Präfekten der Glaubenskongregation angelegt, wobei es weitgehend um dasselbe Thema ging (siehe hier: http://charismatismus.wordpress.com/2013/11/07/kardinal-reinhard-marx-attackiert-glaubensprafekt-gerhard-l-muller/

In dieser anhaltenden innerkirchlichen Debatte hat Kardinal Müller stets auf göttliche Gebote und die von Christus verkündete Unauflöslichkeit der Ehe hingewiesen und die entsprechende Lehrtradition der Kirche betont. Damit sollte, so der Glaubenspräfekt, auch die Sakramentenpraxis und Pastoral (Seelsorge) der Kirche übereinstimmen.

HIERZU der ergänzende Kommentar eines katholischen Frauenblogs: http://www.beiboot-petri.blogspot.de/2014/03/was-kardinal-marx-sich-vorstellen-kann.html

Foto: Bistum Regensburg


Halten deutsche Bischöfe dem Druck des Zeitgeistes nicht mehr stand?

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Das Ergebnis der Umfrage zu Ehe und Familie, das die Bischöfe in den Diözesen in Umlauf gebracht haben, wurde in den Medien breit kommentiert.

Die Überschriften und Schlagzeilen lauteten: „Die Kirchenlehre ist weit weg vom Alltag“, „Die Kirche redet an den Gläubigen vorbei“, „Katholiken hadern mit mit der Seuxalmofral der Kiche”, “zu idealisierend und lebensfern” etc. bildma1

Dass die Medien die römisch-katholische Kirche als letztes Bollwerk und Hindernis gegen den Zeitgeist sehen und entsprechend kommentieren, überrascht nicht, wohl aber, dass Bischöfe völlig aus dem Tritt kommen und sogar öffentlich die Lehre der Kirche relativieren.

Solche Bischöfe zeigen, dass sie dem Druck des Zeitgeistes nicht mehr standhalten. Sie tragen zur geistigen Verwirrung bei. Kannten die Bischöfe den diesbezüglichen Zustand der ihnen anvertrauten Diözesen nicht, obwohl es doch seriöse repräsentative Umfragen gibt, die ähnliche Ergebnisse wie die Umfrage gebracht haben?

Angesichts der  Umfrageergebnisse stellen sich drei Fragen:

  • Stimmen sie mit der Wirklichkeit überein?
  • Wenn ja: Sind die Katholiken, die sich von der Lehre der Kirche zu Ehe und Familie emanzipiert haben, dadurch freier, zufriedener und in ihrem Verhalten gegenüber den Anforderungen, die das Leben stellt, stabiler geworden?
  • Was hat die Verhaltensänderung der Katholiken verursacht?

Wer Verantwortung gegenüber den Menschen empfindet, kann nicht bei Frage 1 nicht stehen bleiben.imageCATKHONR

„Die kirchlichen Aussagen zu vorehelichem Geschlechtsverkehr, zur Homosexualität, zu wiederverheirateten Geschiedenen und zur Geburtenregelung finden kaum Akzeptanz oder werden überwiegend abgelehnt“, lautet eine Kernaussage der Umfrage. (Neue Passauer Presse, 4.2.14) 

Wenn dem so ist, dann „hadern“ eigentlich diese Katholiken nicht mit der kirchlichen Lehre. Sie beachten sie nicht mehr oder weisen sie „explizit“ zurück. Sie haben sich zu einem hohen Prozentsatz von der Ehelehre und Sexualmoral der Kirche „befreit“.

Und da sich diese Lehre  auf  Gebote Gottes und die Aussagen des Evangeliums stützt, heißt dies, nüchtern betrachtet, dass die Mehrheit der Katholiken lebt, als ob es Gott nicht gäbe, wie das einmal Johannes Paul II. formuliert hat.

Ist ein solches  Verhalten  nur ein „verschlamptes“ Christentum oder ist es, präziser gefragt, nur mehr ein übertünchtes Heidentum, das statistisch noch als „katholisch“ geführt wird.

“Das Heidentum sitzt heute in der Kirche selbst”

Der junge Theologe Joseph Ratzinger hat bereits 1958 (!) geäußert:

„Nach der Religionsstatistik ist das alte Europa noch immer ein fast vollständiger christlicher Erdteil. Aber es gibt wohl kaum einen zweiten Fall, in dem jeder Mann so genau wie hier weiß, dass die Statistik täuscht: Dieses dem Namen nach christliche Europa ist… zur Geburtsstätte eines neuen Heidentums geworden, das im Herzen der Kirche selbst unaufhaltsam wächst und sie von innen her auszuhöhlen droht.

Das Erscheinungsbild der Kirche der Neuzeit ist wesentlich davon bestimmt, dass sie auf eine ganz neue Weise Kirche der Heiden geworden ist und noch immer mehr wird: Nicht wie einst, Kirche aus den Heiden, die zu Christen geworden sind, sondern Kirche von Heiden, die sich noch Christen nennen, aber in Wahrheit zu Heiden wurden.

Das Heidentum sitzt heute in der Kirche selbst, und gerade das ist das Kennzeichnende sowohl der Kirche unserer Tage, wie auch des neuen Heidentums, das es sich um ein Heidentum in der Kirche handelt und um eine Kirche, in deren Herzen das Heidentum lebt.“

Halten wir fest: Die Umfrageergebnisse stimmen weithin mit der Wirklichkeit überein. Die Katholiken, die sich bemühen, nach der kirchlichen Lehre zu leben, sind eine kleine Herde.

Die meisten Katholiken wollen leben „wie alle anderen“. Vielleicht spüren sie einen Unterlegenheitskomplex gegenüber denen, die sich voll dem Zeitgeist angepaßt haben. Haben sie aber damit einen „Befreiungsschlag“ vollzogen?

In Kommentaren zur o. a. Umfrage wird  darauf hingewiesen, dass sich die Scheidungszahlen, die Wertung von Abtreibung etc. bei Katholiken nicht mehr wesentlich von jener anderer Bevölkerungsgruppen unterscheide.

Sind nun die Katholiken, die sich von der „lebensfernen“, „unbarmherzigen Verbotsethik“ emanzipiert haben befreiter, zufriedener und lebensfroher geworden? Sind sie stabiler geworden gegenüber den alltäglichen Problemen oder den diversen Abhängigkeiten und Süchten? Das ist eine berechtigte Frage, die die Gesellschaft interessieren müsste! Wir hätten gerne eine Antwort darauf.

Wenn Katholiken wie „alle“ leben, dann treffen auf sie auch die allgemeinen statistischen Befunde zu. Danach leiden immer mehr Menschen, z. T. schon in jungem Alter, an Depressionen, psychischen Erkrankungen, Isolierung und an vielen Abhängigkeiten von Alkohol, Drogen, Spielsucht etc.

Intakte Familien helfen in Notlagen

Wer in der Not auf sich selbst zurückgeworfen ist, der ist schnell vereinsamt. Intakte Familien, in denen sich die Menschen aufeinander verlassen können, puffern Schwierigkeiten und Schläge von außen besser ab als brüchige Beziehungen zwischen sog. Lebensabschnittspartnern. BILD0222

Ist das nun „idealisierend und lebensfern“ oder nicht doch „realitätsbezogen und lebensnah“? Scheidungen, bei denen Ehepartner keinen Weg mehr zueinander finden, um Probleme  zu lösen, sollte man nicht als „Befreiung“ hochstilisieren. Tatsächlich sind sie eine Niederlage.

Fazit: Die außerhalb der kirchlichen Ehelehre oder Sexualmoral lebenden Katholiken stehen im Trend der säkularen Gesellschaft und diese ist gegenüber früher nicht lebenskräftiger, glücklicher und geistig stabiler geworden.

Wie entstand die Distanz zur kath. Ehelehre?

Bleibt die Frage, was hat dazu geführt, dass die statistisch noch katholisch geltende Bevölkerung ihre Haltung zur kirchlichen Ehelehre radikal geändert hat?

Bekannt ist die zunehmende Kirchenferne, die sich objektiv am sonntäglichen Gottesdienstbesuch messen lässt. Sie betrug in der Bundesrepublik Deutschland 1950 noch 50,4%. Zehn Jahre später waren es noch 46,2%, 1970 nur mehr 37,5%. Das Jahr der Kulturrevolution 1968 markiert einen Wendepunkt. Heute wird der sonntägliche Kirchenmessbesuch mit rund 10% angegeben.

Mit dem Rückgang des Gottesdienstbesuches ist auch der direkte Kontakt mit der Botschaft, die in den Lesungen verkündet, immer wird dünner geworden. Wobei die authentische Interpretation des unverkürzten und unverfälschten Textes und die Anwendung auf das praktische Christenleben entscheidend sind.

Was man nicht kennt, kann man nicht praktizieren

Es wäre interessant, wenn  Kirchgänger befragt würden, wann sie das letzte Mal  die  Ehelehre der Kirche und ihre Position  zu den Reizthemen, wie  den geschiedenen Wiederverheirateten, zum vorehelichen Zusammenleben, zur Homosexualität ect. gehört haben. Wer den Glauben der Kirche nicht kennt, kann ihn auch nicht praktizieren.

Zur realistischen Sicht gehört für einen Christen auch das Kreuz. Auch das ist ein vernachlässigtes Predigtthema. Papst Franziskus hat in seiner ersten Rede vor den Kardinälen geäußert: „Wenn wir ohne das Kreuz vorangehen, ohne das Kreuz aufbauen und Christus ohne das Kreuz bekennen, sind wir keine Jünger des HERRN“. abtei-ettal-startseite_01

Die Päpste, insbesondere Johannes Paul II., haben sich einfühlsam und tiefgehend zu Ehe und Familie geäußert (Familiaris consortio, 1981; Donum vitae, 1987; Brief an die Familie, 1994).

Dr. Norbert Martin, der mit seiner Frau Renate Mitglied des Päpstlichen Rates für die Familie ist, spricht von „eklatanten Versäumnissen“ und „schwerwiegenden Unterlassungen“ in der Verbreitung der päpstlichen Botschaft zu Ehe und Familie. Martin fragt, warum wurde „keine Lesehilfe auf der Ebene der Bischofskonferenz“ erstellt und moniert die fehlende “pastorale Aufbereitung der päpstlichen Schreiben durch Pastoralstellen der Diözesen“ (Tagespost,8.2.14).

Verschwiegen kann schließlich nicht werden, dass katholische Verbände wie das ZdK , der BdkJ und Frauenverbände Positionen der katholischen Ehelehre und der Sexuallehre relativiert und in Frage gestellt haben.

Als Beispiel und Beleg dafür wird das 30-seitige Positionspapier  „Sexsplitter“ erwähnt, das 1996 unter der Leitung des damaligen Vorsitzenden des BdkJ der Diözese Würzburg von einer elfköpfigen Arbeitsgemeinschaft, darunter ein Domkapitular als Vertreter der Bistumsleitung, sowie ein Professor der katholischen Morallehre der Universität Würzburg, herausgegeben wurde.

In diesem Positionspapier haben wir eine weitestgehende Gleichsetzung der Formen des Zusammenlebens mit der Ehe und der Sexuallehre. Trotz massiver Proteste sprach der damalige Würzburger Bischof dem hauptverantwortlichen BdkJ-Vorsitzenden in der Kirchenzeitung seiner Diözese sein Vertrauen aus.

Die Bischöfe haben die Aufgabe, die Gläubigen zu ermutigen und Wege aufzuzeigen, nach dem Evangelium zu leben. Wenn sie ihnen das nicht mehr zutrauen, machen sie die Menschen nicht größer, sondern kleiner.

Sie tragen zur geistigen Verzwergung derer bei, die sie aufwärts führen sollen. Für den Abstieg in die Niederungen werden sie nicht gebraucht.

Die Kirche soll barmherzig sein. Richtig! Barmherzigkeit brauchen wir alle. Aber zuerst sollte doch das Bemühen stehen, nach dem Evangelium Christi zu leben. Man kann schließlich nicht zuerst die Parole Kapitulation ausgeben und danach die, zu kämpfen.


Erzbischof Robert Zollitsch stichelt weiter gegen Kardinal Gerhard L. Müller

Von Felizitas Küble

Seit Monaten betreibt der emeritierte Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch, zugleich scheidender Vorsitzender der Dt. Bischofskonferenz, einen geradezu verbissenen Machtkampf gegen den kürzlich vom Papst zum Kardinal ernannten Glaubenspräfekten Gerhard Ludwig Müller (siehe Foto), dem früheren Oberhirten von Regensburg. AL-0005

Dabei kommen Zollitschs Seitenhiebe nicht von ungefähr; sie sind keine spontanen Ausrutscher, sondern vielmehr Teil einer medienpolitisch orientierten Strategie mit dem Ziel, die theologisch klaren Stellungnahmen Müllers in ihrer öffentlichen Wirksamkeit zu torpedieren.

In einem Interview mit dem “Mannheimer Morgen” vom heutigen Donnerstag, dem 6.3.2014, erklärte der (Noch-)Vorsitzende der Dt. Bischofskonferenz ironisch zur Limburger Causa und im Hinblick auf Glaubenspräfekt Müller, der Bischof Tebartz-van Elst gegen Anfeindungen in Schutz nahm:

“Es wundert mich, dass der alte Satz von Wittgenstein: ‚Wovon man nicht sprechen kann, darüber soll man schweigen‘ nicht beachtet wird.”

Es wundert uns noch mehr, daß Erzbischof Zollitsch diese Aussage des Philosophen Wittgenstein (die sich ohnehin konkret auf Sprachlogik bezog und nicht als allgemeines Sprichwort zu verstehen ist) gegen den Präfekten der Glaubenskongregation ins Feld führt, statt sich endlich selber daran zu halten.

Der Beginn der österlichen Bußzeit wäre für den Freiburger Kirchenmann doch ein passender Start für sein eigenes überfälliges “Sprachfasten”.????????????????????????????????????????????

Damit nicht genug, hat sich Erzbischof Zollitsch jetzt erneut gegen die theologisch fundierte Erklärung von Kardinal Müller gestellt, wonach geschieden-Wiederverheiratete nicht zum Tisch des HERRN eingeladen sind. (Siehe hier: http://charismatismus.wordpress.com/2013/11/11/vatikan-glaubensprafekt-muller-fordert-rucknahme-der-freiburger-handreichung/)

Der Freiburger Altbischof verteidigt erneut die umstrittene “Handreichung” seines Ordinariats, die nicht “nur” die hl. Kommunion für jenen Personenkreis vorsieht, sondern sogar kirchliche Segensfeiern im Fall einer Zivilehe nach Scheidung vorschlägt, ein geradezu unfaßbares Unterfangen.

Zollitsch äußert hierzu wörtlich: “Die Handreichung unseres Seelsorgeamtes versucht, die Praxis in den meisten deutschen Diözesen, in Österreich und im Elsass zu umschreiben. Dabei geht es auch darum, wie wir im Einzelfall danach suchen, wie wir die volle Gemeinschaft anbieten können.”

Abgesehen davon, daß eine kirchenrechtswidrige Praxis nicht dadurch besser wird, daß man sie auf geduldigem Papier “umschreibt” und schönredet, sind solche Segensfeiern, wie in jener “Handreichung” vorgeschlagen, nicht einmal im Deutschland, Österreich und dem Elsaß bekannt  -  und das will etwas heißen!

Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster

1. Foto: Bistum Regensburg  – 2. Foto: Evita Gründler


Doktrin gegen die Vernunft: Gender und die “Dekonstruktion der Geschlechter”

Mathias von Gersdorff

US-amerikanische Nutzer von Facebook können neuerdings eine von 58 sexuellen Identitäten für ihre Profilangaben wählen. Bildungsplan-Demo-1.2.1448b

Damit wird in diesem sozialen Netzwerk die in Frageform formulierte Zielvorgabe Judith Butlers in ihrem bekanntesten Buch „Das Unbehagen der Geschlechter“ aus dem Jahr 1990 implementiert:

„Wie kann man am besten die Geschlechter-Kategorien stören, die die Geschlechter-Hierarchie (gender hierarchy) und die Zwangsheterosexualität stützen?“

Für Judith Butler ist die „Geschlechtsidentität“ ein Produkt der politischen und kulturellen Machtverhältnisse. Die „binäre Beziehung“ Mann und Frau dient der Aufrechterhaltung einer Machtkonstellation. Um diese zu überwinden, muß der Begriff “Geschlecht” bzw. „Gender“ überwunden werden.

„Die Kategorie ‘Geschlecht’ ist die politische Kategorie, die die Gesellschaft als heterosexuell begründet“, zitiert Butler die Feministin Monique Wittig (1935-2003).

Um diese „Machtstrukturen“ bzw. die Polarität Mann-Frau zu überwinden, soll das Geschlecht nicht mehr als „innere Wahrheit“ der Identität gelten, sondern als eine Inszenierung aufgefaßt werden. Dies soll durch das Anstiften einer „Geschlechter-Verwirrung“ (Gender Trouble) geschehen.

Butlers Ausgangspunkt war eine Kritik des klassenkämpferischen Feminismus. Dieser  –  so Butler  –  würde die Gegensätze zwischen den Geschlechtern verstärken. Vielmehr sollte ein Verwischen der Geschlechtsgrenzen angestrebt werden. BILD0222

Susanne Schröter beschreibt die epochale Bedeutung Butlers in „FeMale  –  Über Grenzverläufe zwischen den Geschlechtern“:

„Ende der achtziger Jahre begann man, die sorgfältig errichteten Differenzierungsmerkmale zwischen beiden Kategorien (Männlichkeit und Weiblichkeit, Anm. d. Verf.) teilweise wieder abzutragen, und seit dem Erscheinen von Judith Butlers Buch ‘Gender trouble’ (…) ist es populär, von Geschlecht als sozialer Konstruktion zu reden …“

Facebooks Maßnahme hätte von Judith Butler selbst stammen können. Es hätten auch 580 oder 5.800 sexuelle Identitäten sein können, das Ergebnis wäre dasselbe: Das Geschlecht wird nicht als fest, sondern als willkürlich aufgefaßt. Das Geschlecht ist vielmehr ein Fluidum von Daseinsformen.

Überraschend ist ein solcher Schritt nicht, denn von Anfang an strebten die Verfechter der „Homo-Ehe“ oder der „gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften“ viel mehr an als nur die Durchsetzung der Homosexualität als gesellschaftliche Norm. Sie wollten die Überwindung der Polarität der Geschlechtsformen.

Die Literatur dazu ist reichlich. So kritisierte der kanadische Soziologe Michel Dorais 1999 in seinem Buch „Éloge de la Diversité Sexuelle“ (Lob der sexuellen Vielfalt, es folgt eine eigene Übersetzungen aus dem Französischen):

„Seitdem wir angefangen haben, die Schubladen Männer und Frauen, männlich und weiblich, heterosexuell und homosexuell zu kreieren, haben wir aus dem Auge verloren, was ein sexualisiertes Sein und was eine Bevölkerung in ihrer Vielfalt sind.“

Nach Dorais hat sich der Mensch in einer „binären Logik“ unterjochen lassen und folgert: „Wir leben in einem sexuellen Apartheid-Regime.“  -  Dorais paraphrasiert Simone de Beauvoir und postuliert: „Man ist nicht als Mann oder Frau geboren, man wird erst dazu.“  -  Diese Fiktion sei zu überwinden.

„Fluidum von Geschlechtsdaseinsformen“

Daß es zumindest für einen Teil der Homo-Lobby von Anfang an um viel mehr ging, als um die Einführung von Sonderrechten für homosexuelle Personen, dokumentiert Stefan Timmermanns „Evaluation schwul-lesbischer Aufklärungsprojekte in Schulen“, „Keine Angst, die beißen nicht!“.

Er schreibt: „Ein solcher Perspektivenwechsel muß zusätzlich mit einer Relativierung der Kategorien sexueller Orientierung sowie der Kategorien der Geschlechter einhergehen. Denn die scheinbare Eindeutigkeit konstruierter Systeme, die die Menschen entweder in ‘Männer’ oder ‘Frauen’ bzw. ‘Hetero’- oder ‘Homosexuelle’ einteilen, ist die Grundlage eines binären, biologistischen, essentialistischen, fundamentalistischen und totalitären Denkens, das die Welt nur in Polaritäten wahrnehmen will und kann.… In letzter Konsequenz läuft diese Perspektive auf eine moralische Unterscheidung in ‘Gut’ und ‘Böse’ hinaus“.

Hier wird deutlich, daß es beim Gerede von „Akzeptanz sexueller Vielfalten“ im baden-württembergischen „Bildungsplan 2015“ in Wahrheit um die Implementierung einer Ideologie und einer revolutionären Anthropologie geht und nicht um die Bildung eines Klimas der Toleranz, wie das die Befürworter der grün-roten Regierung verharmlosend behaupten.

Für die Sozialingenieure steht schon seit langem fest, daß auch in den Schulen diese Dekonstruktion der „Geschlechtsidentitäten“ hin zu einem Fluidum von „Geschlechtsdaseinsformen“ vorangetrieben werden soll.

So schreibt Helga Bilden in dem Sammelband „Dekonstruktive Pädagogik. Erziehungswissenschaftliche Debatten unter poststrukturalistischen Perspektiven“ aus dem Jahre 2001 im Aufsatz „Die Grenzen von Geschlecht überschreiten“:

„Identitäten, auch Geschlechtsidentitäten, sind nicht klar, eindeutig und selbstverständlich, wie sie es früher zu sein schienen. Sie müssen neu gedacht werden: kontingent, fluid, nur zeitweise fixiert.“

Jutta Hartmann, eine weitere Exponentin der Dekonstruktionspädagogik, schreibt in „Vielfältige Lebensweise. Dynamisierungen in der Triade Geschlecht – Sexualität – Lebensform/kritisch-dekonstruktive Perspektiven für die Pädagogik“, erschienen 2002:

„Geschlecht, Sexualität und Lebensform als gänzlich gesellschaftlich hervorgebracht begreifend, arbeite ich eine Vorstellung von Handlungsfähigkeit heraus, die die Möglichkeit bewußter Aktivität gegenüber Normen und ein Neuentwerfen von Existenz- und Lebensweisen beinhaltet.“

“Hinterfragen der Heterosexualität“

Die Durchsetzung solcher pädagogischer Zielvorstellungen geschah dermaßen schnell, daß der oben zitierte Stefan Timmermanns zusammen mit Elisabeth Tuider schon im Jahr 2008 das Praxisbuch „Sexualpädagogik der Vielfalt“ veröffentlichen konnte.

In diesem Buch sind viele sexualpädagogische Methoden  –  im wesentlichen sind es Gruppenspiele  –  für den Schulunterricht enthalten. Durch diese sollen die Schüler ihre sexuellen Identitäten hinterfragen.

Timmermanns schreibt: „Ein Sich-Einlassen auf das Verlassen von eindeutigen Identitätsvorstellungen kann bereichernd sein.“  -  Eines der Gruppenspiele in Timmermanns Buch heißt offen „Warum werden Menschen heterosexuell?“  -  Das Ziel des Spieles: „Die Jugendlichen sollen Heterosexualität als Norm in Frage stellen.“

Inzwischen hat das Projekt „Sexuelle Vielfalt“ die Schulen erreicht:

In Berlin wurde 2011 im Rahmen der Initiative „Selbstbestimmung und Akzeptanz sexueller Vielfalt“ ein Sexualkundeunterricht eingeführt, der Kindern ab dem ersten Grundschuljahr beibringen soll, was „sexuelle Vielfalt“ ist. Bekanntlich sind solche Programme in Baden-Württemberg und anderen Bundesländer vorgesehen.

So revolutionär der Schritt Facebooks auch ist, ganz unerwartet kommt er nicht. Glücklicherweise gab es in der realen Welt harsche Reaktionen gegen diese Entwicklung. Vor allem Franzosen lassen sich diese Indoktrination nicht gefallen, doch auch in Deutschland ist die Reaktion gegen den „Bildungsplan 2015“ für hiesige Verhältnisse heftig. Ähnliche Reaktionen gibt es überall auf der Welt.

Der Genderismus ist keine Bürgerbewegung

Ebenso hat sich (reichlich spät) die katholische Kirche gerührt. Die Bischofskonferenzen Portugals, Polens und der Slowakei sowie der Bischof von Chur, Vitus Huonder, haben in letzter Zeit Pastoralbriefe gegen den „Genderismus“ veröffentlicht. P

apst Benedikt XVI. erklärte zu dieser revolutionären Ideologie am 21. Dezember 2012, also wenige Wochen vor seinem Rücktritt: „Die tiefe Unwahrheit dieser Theorie und der in ihr liegenden anthropologischen Revolution ist offenkundig.“

Er führte aus: „Der Mensch bestreitet, daß er eine von seiner Leibhaftigkeit vorgegebene Natur hat, die für das Wesen Mensch kennzeichnend ist. Er leugnet seine Natur und entscheidet, daß sie ihm nicht vorgegeben ist, sondern daß er selber sie macht.“

Sollten diese Reaktionen Beständigkeit entwickelt, ist es nicht naiv, anzunehmen, daß sie entscheidend das Vordringen des „Genderismus“ schwächen.

Diese Doktrin ist wider die Vernunft und widerspricht der wahren Anthropologie. Hinter ihr gibt es keine relevante Bürgerbewegung.

Der Genderismus ist im wesentlichen ein Produkt von Lobbyarbeit und Medienkampagnen und konnte nur aufgrund der mangelnden Reaktion überhaupt so weit kommen.

Mathias von Gersdorff ist katholischer Publizist und Leiter der Frankfurter Aktion “Kinder in Gefahr” sowie des Webmagazins “Kultur und Medien heute”

Erstveröffentlichung dieses Beitrags in der Wochenzeitung “Junge Freiheit”

Foto: Evita Gründler


Die 2. Demonstration in Stuttgart signalisiert: Finger weg von unseren Kindern!

Mathias von Gersdorff

Am 1. März 2014 fand in Stuttgart die zweite öffentliche Demonstration gegen den „Bildungsplan 2015“ statt.stuttgart 009a

In diesem ist vorgesehen, dass im Rahmen der Erziehungseinheit „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ Kinder alles über Homosexualität, Transsexualität, Bisexualität sowie die vielen sexuellen Orientierungen erfahren, die inzwischen von Gender-Theoretikern erfunden wurden, wie etwa “Intersexualität”.

FOTO: M. von Gersdorff als Redner der Kundgebung in Stuttgart

Die erste Demonstration am 2. Februar 2014 geschah nach der Übergabeder der etwa 190.000 gesammelten Unterschriften für die Petition „Kein Bildungsplan 2015 unter der Ideologie des Regenbogens“ im baden-württembergischen Landtag.

Ausdrückliches Ziel war, die Proteste gegen den Bildungsplan fortzuführen, da man nicht davon ausgehen konnte, dass die Landesregierung unter Leitung von Ministerpräsident Winfried Kretschmann entscheidende Änderungen vornehmen würde.

Obwohl die Demonstration am 2. Februar fast eine Sponti-Aktion war, die nur in sechs Tagen vorbereitet wurde, lief sie erfolgreich. Die Organisatoren konnten eine relevante Anzahl von Demonstranten zur Teilnahme bewegen und die Aufmerksamkeit vieler regionaler und überregionaler Medien auf sich ziehen. DSC03338a

Vom Mobilisierungspotential wohl beeindruckt, zeigte Winfried Kretschmann Gesprächsbereitschaft. Manche Kritiker des Bildungsplanes zeigten sich über seine Haltung erfreut. Doch vielen entging nicht, dass er nicht im geringsten signalisierte, relevante Änderungen durchführen zu wollen. Schon gar nicht deutete er an, die Erziehungseinheit „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ streichen zu wollen, was ja das Ziel der Petition “Kein Bildungsplan 2015″ gewesen war. 

Die zweite Demonstration am 1. März 2014 musste beweisen, dass man nicht bereit war, mit Kretschmann einen faulen Kompromiss einzugehen.

Viele haben offensichtlich gemerkt, dass die grün-rote Regierungskoalition die Gegner des Bildungsplanes schlichtweg über den Tisch ziehen wollte.

Doch das hat nicht funktioniert: An der zweiten Demonstration am 1. März haben weitaus mehr Menschen teilgenommen; die Organisation lief viel besser; es fanden sich an die hundert Männer, die bereit waren, als Ordner zu agieren; alle Redner  –  auch der Vertreter der CDU  – wiesen klar darauf hin, dass die grün-rote Landesregierung die Indoktrinierung der Kinder gemäß der Gender-Theorie anstrebt.

Auch die Plakate und die Slogans, die immerfort skandiert wurden, zeigten diese Haltung: „Finger weg von unseren Kindern“, “Kinder sind kein Kinderspiel”, “Sex in jedem Fach: Nein, danke!”, “Kinder brauchen Liebe – und keinen Sex” usw.

Die Abneigung gegen den Bildungsplan war so groß, dass selbst die Medien  –  die generell wohlwollend über die grün-rote Landesregierung berichten -, zugeben mussten, Kretschmanns Einlullen der Kritiker sei gescheitert.

In der “Landesschau” berichtete der SWR von den Rangeleien und kommentierte, die Stimmung sei viel heftiger als bei der Demo vor vier Wochen. Der SWR resümierte: „Aufgeheizte Stimmung bei Bildungsplan-Demos“.

Die „Morgenpost“ schrieb: „Das Thema mobilisiert und elektrisiert“. In der “Stuttgarter Zeitung”hieß es: „Die Stimmung war aufgeladen“. Die “Südwestpresse” schildert: „Grün-Roter Bildungsplan entzweit Demonstranten. „Schützt unsere Kinder“, rufen die einen. Um Normalität bitten die anderen. Das Thema Homosexualität im Unterricht treibt die Menschen auf die Straße.“

Nun ist abzuwarten, was Herr Kretschmann unternehmen wird.

Doch eines ist für die Gegner des Bildungsplanes schon jetzt klar: Keine „Akzeptanz Sexueller Vielfalt“ in den Schulen – Kein „Bildungsplan 2015“ – Keine Indoktrinierung der Kinder “unter der Ideologie des Regenbogens“!

Mathias von Gersdorff ist katholischer Publizist und Leiter der Frankfurter Aktion “Kinder in Gefahr” sowie des Web-Magazins “Kultur und Medien online”


ZEITgeistiger ZEIT-Artikel über Ehe, Unfehlbarkeit und Kardinals-Kontroversen

Von Felizitas Küble

Unter dem Titel “Konservative fürchten um das Ehesakrament” veröffentlichte ZEIT-online am gestrigen Sonntag, den 23.2.2014, einen Artikel von Wolfgang Thielmann zur aktuellen innerkirchlichen Debatte über Ehe, Familie, “Reformen” und Zeitgeist.

Foto: Radio Vatikan

Foto: Radio Vatikan

Dabei verteilt der Autor reichlich “Spekulatius” bzw. Vermutungen darüber, wie der Papst (siehe Foto) angeblich denkt, etwa über einen bislang unveröffentlichten Vortrag des als liberal geltenden Kurien-Kardinals Kasper, der  “mit höchstem Lob von Franziskus” bedacht worden sei  -  Belege hierfür werden nicht erwähnt.

Unter Konservativen gehe nun die Angst um, mutmaßt Thielmann, daß Franziskus in dieser Causa nicht auf Seiten von Kardinal Gerhard L. Müller, sondern auf Seiten Kaspers stehe:

“Den Papst darf man nicht kritisieren. Denn er kann unfehlbar entscheiden. Jedenfalls müssen Katholiken das glauben. Und die Unfehlbarkeit färbt ab auf alles, was er sagt.”

“Setzen, nachbüffeln!” kann man da nur sagen, denn kein einziger Satz ist hier zutreffend:

1. Den Papst darf selbstverständlich jeder Katholik kritisieren, auch der Frommste im Kirchenvolk.

2. Der Papst “kann” zwar unfehlbar entscheiden, aber durchaus nicht willkürlich: Der Papst handelt nämlich nur dann unfehlbar, wenn er verbindlich und feierlich (“ex cathedra”) ein Dogma für die ganze Weltkirche verkündet; dieses wiederum muß mit der kirchlichen Lehre und Tradition vereinbar sein, kann also nicht päpstlicher Willkür oder Laune entstammen. Petrischlüssel

3. Wie “häufig” Päpste jene Unfehlbarkeit in Anspruch nehmen, zeigt sich daran, daß in den letzten 150 Jahren sage und schreibe zwei Dogmen verkündet wurden.

4. Unsinnig ist auch die steile Behauptung, wonach das Amts-Charisma der Unfehlbarkeit “auf alles abfärbt”, was ein Papst sagt. Der ZEIT-Redakteur präsentiert hier  -  sei es bewußt oder mangels Sachkenntnis  -  ein Zerrbild der kirchlichen Lehre über die päpstliche Unfehlbarkeit.

Thielmann erwähnt sodann einen früheren reformerischen Vorstoß Walter Kaspers gemeinsam mit zwei anderen Oberhirten in puncto Sakramentenpastoral bei geschieden-”Wiederverheirateten”  -  und fügt hinzu:

“Doch der Chef der Glaubenskongregation im Vatikan fegte die Initiative der drei Bischöfe vom Tisch. Er hieß Joseph Ratzinger.”

Ja, Kardinal Ratzinger blieb unbeugsam  – und das war auch gut so!

Der ZEIT-Autor fährt fort:

“Der heutige Chef der Glaubenskongregation, Gerhard Ludwig Müller, wurde gerade zum Kardinal erhoben. Was Ehe und Familie angeht, denkt er genau wie sein Vorvorgänger Ratzinger. (…) Im November noch wies er den Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch zurecht. Der hatte zugelassen, dass in seinem Bistum der Vorschlag verbreitet wurde, die zweite Ehe wenigstens zu segnen. Müller sah darin einen Verstoß gegen katholische Lehre.”

Natürlich widerspräche eine derartige kirchliche “Segnung” den klaren Worten Christi, wonach es einen Ehebruch darstellt, nach Scheidung einer gültigen Ehe erneut zu heiraten, weil damit die eheliche Treue und die Unauflöslichkeit der Ehe unterlaufen wird, die in der katholischen Kirche immerhin zu den sieben heiligen Sakramenten zählt.

Die Kirche besitzt durchaus kein “Verfügungsrecht” über die von Gott verkündeten Gebote und über die von Christus gegründeten Sakramente.

Mit “Reformen”, die der Ehelehre der Heiligen Schrift widersprechen, würde die Kirche eine WILLKÜR-Herrschaft etablieren: Nicht mehr der Wille Gottes wäre dann maßgebend, sondern die vielfältigen Wünsche diverser Zeitgeistlicher. Doch an die Gebote des Ewigen hat sich auch und gerade die Kirche selber zu halten  – und daran festzuhalten.

Felizitas Küble leitet das Christoferuswerk und den KOMM-MIT-Jugendverlag in Münster


Hirtenbrief der polnischen Bischöfe pro Familie und contra Gender-Ideologie

WORTLAUT des Hirtenbriefs zum Sonntag der Hl. Familie (29.12.2013)

Liebe Schwestern, liebe Brüder,

jedes Jahr feiern wir in der Weihnachtsoktav den Sonntag der Heiligen Familie. Unsere Gedanken richten sich auf unsere Familien, und wir wollen einige Überlegungen zur Lage der Familie in der jetzigen Zeit vorstellen.

Das Evangelium dieses Tages erzählt, dass die Familie von Nazareth sich unter schwierigen und turbulenten Umständen bemühte, Gottes Willen zu verstehen und zu erfüllen, und das ermöglichte ihr, daraus erneuert hervorzugehen. BILD0235

Diese Haltung ist ein wichtiges Beispiel, das uns auch heute zeigt, dass der Gehorsam gegenüber Gott und seinem uns manchmal unbegreiflichen Willen die Garantie für das Glück innerhalb der Familie ist.

Der selige Johannes Paul II., dessen Heiligsprechung wir vorbereiten, erinnert daran, dass die Wahrheit über die Einrichtung der Ehe „den Willen des Einzelnen übersteigt, ebenso wie die spontanen Pläne der Paare, die Entscheidungen gesellschaftlicher Organisationen und Regierungen.“ (28. Februar 1980).

Diese Wahrheit muss bei Gott gesucht werden, denn Gott selbst hat die Ehe begründet (Gaudium et Spes 48). Gott hat den Menschen als Mann und Frau erschaffen, also dazu, mit Leib und Geist ein Mann „für“ eine Frau und eine Frau „für“ einen Mann zu sein, und das ist ein großes und unersetzliches Geschenk Gottes, und auch eine Verpflichtung im ehelichen Leben.

ER hat die Familie auf die lebenslange Ehe gegründet, vereint in unauflöslicher und ausschließlicher Liebe. Er hat entschieden, dass eine solche Familie die passende und angemessene Umgebung für die Entwicklung der Kinder ist, in der das Leben weitergegeben wird und die geistliche und materielle Entwicklung gesichert ist.

Diese christliche Sicht ist nicht etwa eine willkürlich auferlegte Norm, sondern sie ergibt sich aus dem Verständnis der menschlichen Natur, der Ehe und der Familie. Wenn sie verweigert wird, so führt das unvermeidlich zum Zusammenbruch der Familie und zum Scheitern der menschlichen Person.

“Es ist gefährlich, den Schöpfer zu ignorieren”

Wie die Geschichte der Menschheit zeigt, ist es immer gefährlich und es bedroht das künftige Glück der Menschheit und der Welt, den Schöpfer zu ignorieren.

Deshalb müssen uns die Versuche einer Neudefinition des Verständnisses von Ehe und Familie, wie sie augenblicklich insbesondere von den Parteigängern der Gender-Ideologie und gewissen Medien erzwungen werden, in höchstem Maße beunruhigen. P1000834

Wegen der sich verstärkenden Angriffe dieser Ideologie auf bestimmte Bereiche des familiären und gesellschaftlichen Lebens sehen wir uns gezwungen, einerseits ganz entschieden und unmißverständlich für die Verteidigung der christlichen Familie und der grundlegenden Werte, die sie schützen, einzutreten; und andererseits vor den Gefahren zu warnen, die sich aus der Propagierung dieser neuen Art des Familienlebens ergeben.

Die Gender-Ideologie ist das Ergebnis ideologischer und kultureller Veränderungen, die seit einigen Jahrzehnten tief im Marxismus und im Neomarxismus verwurzelt sind und von gewissen feministischen Bewegungen sowie der sexuellen Revolution gefördert werden.

Genderismus mißachtet die menschliche Natur

Der „Genderismus“ steht für Prinzipien, welche der Wirklichkeit und der Integrität der menschlichen Natur völlig entgegenstehen:

Das biologische Geschlecht soll keine soziale Bedeutung haben, und vor allem soll jeder Mensch sein biologisches Geschlecht völlig unabhängig von biologischen Zwängen frei formen und definieren können.

Laut dieser Ideologie kann der Mensch je nach eigenem Belieben definieren, ob er Mann oder Frau ist, und er kann auch seine sexuelle Ausrichtung frei wählen. Diese freie „Selbstdefinition“ ist nicht unbedingt eine „Einweg-Entscheidung“ und soll notwendigerweise dazu führen, dass die Gesellschaft die Schaffung eines neuen Familientypus akzeptiert, der sich z.B. auf Gemeinschaften homosexueller Art gründet.  

Die Gefahr der Gender-Ideologie kommt aus ihrem für Einzelpersonen wie auch für menschliche Beziehungen und also für das ganze gesellschaftliche Leben zutiefst zerstörerischen Charakter.

Ein Mensch mit ungewisser sexueller Identität ist nicht in der Lage, die Pflichten zu erkennen und erfüllen, die ihn im ehelichen, gesellschaftlichen und beruflichen Leben erwarten.

Schwächung von Ehe und Familie

Der Versuch, verschiedene Arten der Gemeinschaft auf die gleiche Stufe zu stellen, ist de facto sowohl eine Schwächung der Ehe als Vereinigung von Mann und Frau als auch der Familie, die auf der Ehe beruht.

Wir beobachten verschiedene Haltungen gegenüber den Aktionen der Verfechter der Gender-Ideologie. Die große Mehrheit weiß nicht, was diese Ideologie beinhaltet und spürt die Gefahr nicht. Eine kleine Anzahl von Personen  –  insbesondere Lehrer und Erzieher wie auch Katechisten und Priester  –  versuchen, selbst konstruktive Mittel zu finden, sich dieser Ideologie entgegenzustellen. DSC05476 - Kopie (2)

Und dann gibt es Personen, welche die Absurdität dieser Ideologie bemerken und meinen, dass die Polen von selbst solch utopische Konzeptionen zuurückweisen, die man ihnen vorstellt.

Jedoch: ohne dass jedoch die Gesellschaft darüber informiert wird und ohne die Zustimmung der Polen wird die Gender-Ideologie seit Monaten in verschiedene Strukturen des gesellschaftlichen Lebens eingebracht: in Erziehung, Gesundheit, Einrichtungen kulturellen Charakters und NGOs (Nichtregierungsorganisationen).

In bestimmten Medien wird diese Ideologie positiv dargestellt: wie ein Kampf gegen die Gewalt oder eine Suche nach Gleichheit.

Die Kirche betrachtet den Menschen und sein Geschlecht als Einheit, sie bezieht die körperliche und biologische Dimension ebenso ein wie seine seelische, kulturelle, geistliche Dimension.

Es ist nicht unangemessen, den Einfluss der Kultur auf das Geschlecht zu erforschen. Hingegen ist die ideologische Aussage gefährlich, das biologische Geschlecht habe keine wirkliche Bedeutung für das gesellschaftliche Leben.

Einebnung der Unterschiede ist verhängnisvoll

Die Kirche erklärt sich unmißverständlich gegen jegliche geschlechtliche Diskriminierung, aber sie betont gleichermaßen die Gefahr der Einebnung der Unterschiede zwischen den Geschlechtern.

Die Ursache der Diskriminierungen ist nicht etwa die Existenz zweier Geschlechter, sondern das Fehlen eines spirituellen Bezugs, der menschliche Egoismus und der Hochmut, gegen die beständig angekämpft werden muss.

In keiner Weise ist die Kirche damit einverstanden, dass Menschen mit homosexueller Veranlagung gedemütigt werden, aber sie unterstreicht sehr eindringlich, dass praktizierte Homosexualität zutiefst ungeordnet ist und dass die Ehe, welche eben die Vereinigung eines Mannes und einer Frau ist, mit einer homosexuellen Gemeinschaft gesellschaftlich nicht auf die gleiche Stufe gestellt werden kann.

Mutig zur Wahrheit über Ehe und Familie stehen

An diesem Fest der Heiligen Familie appellieren wir inständig an die christlichen Familien, an die Vertreter religiöser Bewegungen, an die Vereinigungen, die an die Kirche angeschlossen sind, und an alle Menschen guten Willens, mutig zu handeln und die Wahrheit über Ehe und Familie zu verbreiten. Mehr als je zuvor ist heute die Ausbildung der erzieherischen Milieus notwendig.

Wir appellieren auch an die Einrichtungen, die in Polen für die Erziehung verantwortlich sind, dass sie dem Druck jener Kreise, die zwar klein, aber ungemein lautstark sind, nicht nachgeben. Diese Kreise verfügen über beträchtliche Geldmittel und führen im Namen einer modernen Erziehung Experimente an unseren Kindern und Jugendlichen durch.

Wir appellieren an alle, die erziehen, eine ganzheitliche Sicht auf den Menschen zu fördern.

Wir bitten alle Gläubigen, inständig für die Eheleute zu beten, für die Familien und für die Kinder, die sie großziehen. Bitten wir den Heiligen Geist, uns ohne Unterlass das Licht des Verstehens und der Erkenntnis dessen zu schenken, was nicht nur eine Bedrohung für die Familie, sondern auch für unser Vaterland und für die ganze Menschheit darstellt.

Beten wir auch darum, Menschen des Glaubens und mutige Verfechter der Wahrheit zu sein.

Möge die Heilige Familie von Nazareth, in deren Schoß der Sohn Gottes, Jesus Christus, erzogen wurde, uns in dieser Angelegenheit ein Beispiel und eine geistliche Hilfe sein.

In diesem Sinne spenden wir allen unseren Hirtensegen.

Die Bischöfe der katholischen Kirche in Polen.

Die Übersetzung erfolgte durch das katholisch-traditionsorientierte Civitas-Institut: http://www.civitas-institut.de/index.php?option=com_content&view=article&id=2229:hirtenwort-der-bischoefe-ueber-die-gender-ideologie&catid=1:neuestes&Itemid=33


Matussek bejaht die “Polarität der Schöpfung” und kritisiert homophile Meinungsdiktatur

“Wahrscheinlich bin ich homophob – und das ist auch gut so”

Am gestrigen Mittwoch, den 12. Februar 2014, erschien in der Tageszeitung DIE WELT online ein Artikel des Bestsellerautors und früheren SPIEGEL-Redakteurs Matthias Matussek unter dem Titel “Ich bin wohl homophob. Und das ist auch gut so”.

Die WELT leitet diesen Beitrag mit den Worten ein: “Wer nicht begeistert über Schwule spricht, ist gleich ein Schwulenhasser. Mittlerweile hat Homophobie dem Antisemitismus als schlimmste ideologische Sünde den Rang streitig gemacht.” BILD0235

Die Tageszeitung aus Berlin fügt hinzu, Matussek glaube an die “Polarität der Schöpfung” und daran, “dass es für Kinder wichtig ist, diese Polarität zu erleben”.

Der Verfasser äußert sich eingangs zur vieldiskutierten Maischberger-Talkrunde am vergangenen Dienstag (ARD, 11.2.2014), an der sich mit der katholischen Publizistin Birgit Kelle und dem evangelikalen Verbandsleiter Hartmut Steeb auch Kritiker der Homo-Ehe und des grün-roten “Bildungsplans 2015″ beteiligt hatten.

Matussek schreibt:

“Es war schon weit nach Mitternacht, die Selbstkontrolle schwand zusehends, sowohl in Maischbergers Runde zur Homosexualität (“Sollen wir umerzogen werden”?) wie auch vor den TV-Geräten, da schnappte die Falle zu, und einer meiner besten Freunde war als homophob entlarvt.IMG_1468 - Kopie

In der Maischberger-Runde sprach ein Familienvater über seine Idealvorstellung einer Verbindung: Mann, Frau, Kinder, das klassische Modell, und die gute Sandra fragte besorgt: “Sind Sie nicht der Meinung, dass diese Aussage für Schwule kränkend sein könnte?”

Darauf entfuhr es meinem Freund: “Wahrscheinlich darf ich jetzt auch in Gegenwart eines Rollstuhlfahrers nicht mehr von meinem Wanderurlaub erzählen, weil das kränkend sein könnte.”

Nicht, dass er je so taktlos wäre, das zu tun. Aber, Sie verstehen, im Analogieschluss hatte er Homosexualität zu einem Handicap erklärt. Zu einer defizitären Form der Liebe.”

Matussek erinnert zudem an den philosophischen Begriff des “Naturrechts”, das als Grundlage der Sittlichkeit (auch für Nichtchristen bzw. Ungläubige) angesehen wird und das die natürliche, gleichsam auch vernünftige Ordnung des Lebens und des Zusammenlebens prägt.

Dieses “Naturrecht” ist in vielen Fällen zugleich das ethische Fundament der Menschenrechte, etwa hinsichtlich des Rechts auf Leben, auf Unverletzlichkeit oder auf Eigentum; es ist auch betreff “Elternrecht” von Bedeutung: gemeint ist damit das natürliche Hoheitsrecht der Eltern auf Erziehung ihrer Kinder, das zugleich ein Abwehrrecht gegenüber staatlichen Eingriffen und Bevormundungen darstellt.1511

Christen sprechen in diesem Zusammenhang von der “Schöpfungsordnung Gottes”, die sich im Naturrecht manifestiert, auch in der liebenden Ergänzung von Mann und Frau in der Ehe, die sich zur Familie ausweiten kann. Matussek schreibt hierzu: 

Im naturrechtlichen Verständnis, das die Kirche von einer idealen Liebesbindung hat, ist die Polarität der Geschlechter vorausgesetzt, weil nur sie für den Schöpfungsauftrag sorgen kann, der in Mose 1,28 so klingt: “Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: “Gehet hin und mehret euch…” 

Nun müsste man allerdings die Bibel mal gründlich auf homophobe Tendenzen abklopfen. Ich bin nicht sicher, dass sie, zumindest in Spanien, verfassungskonform wäre. Doch auch bei uns wackeln regelmäßig die Wände, wenn Kirchenleute, aber nicht nur sie, Präferenzen für den Normalfall von Ehe und Familie erkennen lassen.”

Nach diesen Ausführungen bemerkt der Autor, die “Homophobie” habe mittlerweile den Antisemitismus als “schlimmste ideologische Sünde” hinter sich gelassen. Er nennt als Beispiel die Empörungswelle gegen russische Gesetze, welche Homosex-Propaganda gegenüber Minderjährigen verbieten:

“Von allen autokratischen Fehlleistungen Putins gilt seine Kampagne gegen Homosexuelle als die allerniederträchtigste, egal, wen er sonst so ins Gefängnis steckt.”

Sodann kommt Matussek auf den umstrittenen “Bildungsplan 2015″ zu sprechen, gegen den ca. 200.000 Bürger per Online-Petition protestiert hatten: bildungsplan_bw_petition_logo13_e7fe0bc824

“Anlass der Maischberger-Sendung war die Petition von über 200.000 Eltern gegen das rotgrüne Programm einer Sexualerziehung, in der, als fächerübergreifender Grundton, die Vielgestaltigkeit und Gleichheit aller sexuellen Vorlieben gepredigt werden soll: Homosexualität, Bisexualität, Transsexualität, alles völlig normaaaal. Alles wurscht.”

Mit kritischer Ironie stellt Matussek daraufhin die rhetorische Frage:

“Warum wird eigentlich der Sadomasochismus im Lehrplan der Baden-württembergischen Kindererziehung übergangen? Ich kenne mindestens einen, der dieser Liebesform anhängt, und der ist ein äußerst angenemer, äußerst kluger Kollege. Wie ja übrigens auch Max Weber Sadomasochist war, der Vater der modernen Soziologie.”

Der WELT-Redakteur erinnert zudem an die familienorientierte Publizistin Birgit Kelle (siehe Foto), die beim Maischberger-Talk als Gesprächsgast eingeladen war und schon im Vorfeld, wie Matussek schreibt, auf einschlägigen Webseiten “als `Homo-Hasserin´ enttarnt worden” sei: “Ihr Verbrechen? Sie propagiert die Familie, für die in unserer Gesellschaft sehr wenig getan wird.”

Birgit Kelle

Er erwähnt das ständige Insistieren Maischbergers gegenüber Kelle dahingehend, daß diese unbedingt die “Gleichwertigkeit” von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften mit der herkömmlichen Ehe nicht nur “tolerieren”, sondern “akzeptieren”, also innerlich bejahen solle:

Was für ein Eiertanz um die einfache Tatsache, dass die schwule Liebe selbstverständlich eine defizitäre ist, weil sie ohne Kinder bleibt. Der Philosoph Robert Spaemann hatte es in einem Interview mit der Welt so ausgeführt:

“Das Natürliche ist auch moralisches Maß für die Beurteilung von Defekten. Nehmen Sie die Homosexualität: Die Abwesenheit der sexuellen Anziehungskraft des anderen Geschlechts, auf dem die Fortexistenz der menschlichen Gattung beruht, ist ein solcher Defekt. Aristoteles nennt das einen Fehler der Natur. Ich sage, es ist einfach ein unvollständig ausgestattetes Wesen, wenn es über die Dinge nicht verfügt, die zu einem normalen Überleben gehören.”

Abschließend erwähnt Matussek, daß er keine Lust habe, sich “von den Gleichstellungsfunktionären plattmachen zu lassen”:

“Ich lasse mir meine Gedankenfreiheit nicht nehmen, das gehört zu meinem Stolz als Publizist.” 

Er glaube nicht, so der Autor, “dass die Ehe zwischen Männern oder Frauen gleichen Geschlechts derjenigen zwischen Mann und Frau gleichwertig ist.”

Er glaube vielmehr an die “Polarität der Schöpfung und daran, dass es für Kinder wichtig ist, diese Polarität zu erleben.”

Matusseks Schlußsatz bringt seinen Widerstand gegen den zunehmenden Meinungsterror satirisch auf den Punkt: “Wahrscheinlich bin ich homophob wie mein Freund, und das ist auch gut so.”

1. Bild: Evita Gründler


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