Grün-roter “Bildungsplan 2015″: Ministerpräsident Kretschmann hat die Notbremse gezogen

Mathias von Gersdorff

Am 8. April gab Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) zusammen mit seinem Kultusminister, Andreas Stoch (SPD), bekannt, er wolle dem Thema „Sexuelle Vielfalt“ im „Bildungsplan 2015“ keine herausragende Rolle mehr einräumen. stuttgart 009a

Das Leitprinzip „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ solle durch die „Leitperspektive Bildung für Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt“ ersetzt werden.

FOTO: Mathias v. Gersdorff spricht zu den Teilnehmern der Protest-Demonstration in Stuttgart

Obwohl Kretschmann sich bemühte zu erklären, er sei vor den Protesten gegen den Bildungsplan nicht „eingeknickt“, wurde es von vielen so gewertet. Die Stellungnahme Kretschmanns erfolgte überraschend und wenige Tage nach einer dritten Demonstration in Stuttgart gegen den Bildungsplan.

Zuvor hatten etwa 200.000 Bürger die Petition „Kein Bildungsplan 2015 unter der Ideologie des Regenbogens“ unterstützt.

Eine abschließende Bewertung von Kretschmanns Schritt ist aber noch schwierig. Grundsätzlich kann man feststellen: „Sexuelle Vielfalt“ ist immer noch im Bildungsplan vorgesehen, eben unter der neuen „Leitperspektive“.

Außerdem entstammt „Vielfalt“ als pädagogischer Begriff der „emanzipatorischen Pädagogik“, die im Zuge der 68er-Revolution entworfen wurde. Insofern könnte nach wie vor ein Bildungsplan mit Inhalten eingeführt werden, die entsprechend der Gender-Theorie konzipiert sind.

Unerwartet breiter Protest gegen den Bildungsplan

Daß Kretschmann eine reine Vertuschungsaktion plant, ist aber auch unwahrscheinlich. Denn die Wahrheit ist: Der Bildungsplan ist in der jetzigen Arbeitsfassung grob mangelhaft und nach Ansicht vieler nicht durchsetzbar. Fotolia_51332901_XS-300x198

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hatte schon Anfang März empfohlen, das Projekt zu verschieben und das Leitprinzip „Akzeptanz Sexueller Vielfalt“ durch „Anerkennung gesellschaftlicher und kultureller Diversität“ zu ersetzen.

Vor kurzem hat sich auch der Deutsche Lehrerverband kritisch geäußert. Die dritte Demonstration am 5. April erhielt wichtige Grußwörter von der CDU und der FDP und wurde von vielen Bürgerinitiativen unterstützt. Die Gegner waren also durchaus in der Lage, eine breite zivilgesellschaftliche Koalition aufzustellen.

Die Befürworter des Bildungsplanes konnten nichts Vergleichbares vorweisen. Zunehmend vermittelte die grün-rote Landesregierung den Eindruck, sie wolle auf Biegen und Brechen ihren Bildungsplan gegen den Willen der Eltern durchdrücken.

So gesehen war der Schwenk Kretschmanns und Stochs vom 8. April so etwas wie eine Notbremse.

Irgendeine Entscheidung  –  ob für oder gegen die vorliegende Arbeitsfassung  –  mußte bis spätestens Mai fallen. Ansonsten wäre die Einführung des Projektes im Schuljahr 2015/2016 unmöglich geworden.

Erneute Elternrechts-Demonstration Anfang Mai

Ein abschließendes Urteil über Kretschmanns Vorgehen kann aber erst getroffen werden, wenn wir schwarz auf weiß wissen, was nun konkret vorgesehen ist. Daß die Bürger Baden-Württembergs nichts Gutes ahnen, zeigt die Tatsache, daß für Anfang Mai wieder eine Demonstration in Stuttgart geplant ist. DSC03232a

Für den weiteren Verlauf sind die parteipolitischen Interessen im Hinblick auf die Landtagswahl 2016 nicht unerheblich. Hierbei ist interessant festzustellen, daß sich Kultusminister Andreas Stoch zweimal für eine Beibehaltung des Bildungsplanes ausgesprochen hat.

Das erste Mal, als einige Grüne den Vorschlag der GEW unterstützten. Stoch zeigte sich über die Kakophonie empört. Das zweite Mal unmittelbar vor Kretschmanns Treffen am 27. März mit Vertretern des Pietismus und der Evangelikalen: In einem Interview schloß er jegliches Zurückrudern aus.

“Hessische Verhältnisse” befürchtet?

Möglicherweise fürchtet Stoch, daß die Grünen in Baden-Württemberg „hessische Verhältnisse“ herbeiführen wollen. In Wiesbaden kam nämlich eine schwarz-grüne Koalition nur deshalb zustande, weil die Grünen die Schulpolitik mehr oder weniger der CDU überlassen haben.

Der Dogmatismus der hessischen SPD bei den Strukturfragen führte zu einem Scheitern der Koalitionsgespräche mit der CDU. Zwar sind die Grünen von der Gesinnung her linker als die SPD, auch in der Schulpolitik, doch spielt das Thema strategisch für die Partei keine entscheidende Rolle.

Derzeit ist eine Neuauflage der grün-roten Koalition sehr unwahrscheinlich. Möglicherweise sind die Grünen bereit, den Bildungsplan zu verwässern, um die Koalitionsoptionen zu erweitern. frage

Bemerkenswert ist das Wohlwollen der LSBTTIQ-Gruppen in Baden-Württemberg für Kretschmanns Plan. Zwar ist „Sexuelle Vielfalt“ im neuen Konzept nicht definitiv ausgeschlossen, jedoch erheblich verwässert.

Dennoch: Wie das Homosexuellen-Internetportal “Queer” am 8. April berichtete, sicherte Kretschmann den LSBTTIQ-Gruppen am Abend des 7. Aprils zu, ihre Interessen zu berücksichtigen:

„In einem persönlichen Gespräch mit Vertreterinnen und Vertretern des Netzwerks LSBTTIQ sicherte der Ministerpräsident am gestrigen Abend die explizite und verbindliche Verankerung der Vielfalt von Geschlecht sowie der Vielfalt sexueller Orientierung im baden-württembergischen Bildungsplan zu“, so Angelika Jäger, Sprecherin des Netzwerks LSBTTIQ Baden-Württemberg, laut „Queer“.

Auch Kultusminister Andreas Stoch hätschelt die LSBTTIQ-Gruppen. Gegenüber der taz erklärte er am 10. April: „Wir haben uns nun in enger Absprache mit den Lesben- und Schwulenverbänden dazu durchgerungen, das Thema in einen größeren Kontext einzubinden.“

Sind also die Ankündigungen vom 8. April also nur ein Täuschungsmanöver?

Man muß noch abwarten. Nur eines ist zum jetzigen Zeitpunkt sicher: Die Gegner des Bildungsplanes müssen weiterhin in Alarmbereitschaft bleiben.

Unser Autor Mathias von Gersdorff ist Leiter der Frankfurter Aktion “Kinder in Gefahr” und des Webmagazins “Kultur und Medien online”

Erstveröffentlichung des Beitrags in der Wochenzeitung “Junge Freiheit”


Martin Hohmann empfiehlt die “Christliche Mitte” zur Europawahl

Pressemitteilung der Partei “Christliche Mitte” vom 5.4.2014:

Der aus der CDU ausgeschlossene ehem. Bundestagsabgeordnete Martin Hohmann (siehe Foto) befürwortet zur Europawahl die Christliche Mitte. Hohmann_start_portrait3

In einer im CM-Kurier veröffentlichten Erklärung schreibt der frühere Parlamentarier aus dem Wahlkreis Fulda:

“Die CM verdient die Bezeichnung “christlich” ohne Wenn und Aber. So tritt die CM mit großem nachdrück für den Schutz des Lebens von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod ein. Diesen Kernpunkt der christlichen Botschaft haben andere Parteien längst der Anpassung an den Zeitgeist geopfert. Bei ihnen ist zwar noch von einem “christlichen Menschenbild” die Rede. Klare Konsequenzen werden daraus aber nicht gezogen.”

Zugleich betont Hohmann die Bedeutung der Familie, “sorgt sie doch für die Zukunft unseres Volkes”. Er bekräftigt, bei der CM könne man sicher sein: “Wo christlich draufsteht, ist auch christlich drin.”

Webseite von Martin Hohmann: http://www.martinhohmann.de/  - und der CM: http://www.christliche-mitte.de/index.php?option=com_content&view=article&id=12&Itemid=26

 

 

 

 

 


Wahlprüfsteine zur „Gleichstellungspolitik“: Wo bleibt das Kindeswohl?

Pressemeldung des Bündnisses “Rettet die Familie”:

Im Amsterdamer Vertrag (1997) verpflichteten sich die Mitglieder der Europäischen Union zur „Gleichstellungspolitik“, die den Eindruck erwecken soll, es gehe um die Gleichberechtigung der Geschlechter. 1511

Wird beispielsweise die Umsetzung in Deutschland betrachtet, geht es aber um etwas ganz anderes. „Gleichstellungspolitik“ heißt hier, dass Frauen und Männer in ein möglichst gleiches Erwerbsschema gepresst werden sollen, wobei die Erziehung der Kinder zumindest ab dem zweiten Lebensjahr aus der Familie ausgelagert werden soll.

Deutlich wird diese Politik in der Begrenzung des Elterngeldes auf ein Jahr nach einer Geburt und in der fast ausschließlichen Honorierung der Krippenbetreuung, während Eltern, die ihre Kinder selbst betreuen, fast leer ausgehen.

Das zwingt immer mehr Eltern aus wirtschaftlichen Gründen, die Erziehung ihrer Kinder an öffentliche Einrichtungen zu delegieren. Nach den wirklichen Wünschen der Eltern oder gar dem Wohl der Kinder wird nicht ernsthaft gefragt.

Eltern, die sich trotz aller gesetzlich geschaffenen Nachteile dazu entschließen, im Interesse ihrer Kinder länger als ein Jahr auf Erwerbsarbeit zu verzichten oder diese einzuschränken, werden bei einem weiteren Kind per Gesetz meist mit einem Bruchteil des Elterngeldes abgespeist im Vergleich zu Eltern mit erstem Kind, die zuvor voll erwerbstätig sein konnten.

Diese gezielte Diskriminierung von Eltern mit mehreren Kindern ist das krasse Gegenteil von Gleichberechtigung und auch mit dem Schutzgebot des Grundgesetzes gegenüber der Familie nicht vereinbar.

Auf diesem Hintergrund hat das Bündnis „Rettet die Familie“ 13 Parteien, die an der Europawahl am 25.Mai 2014 teilnehmen, einen Wahlprüfstein übersandt mit der Bitte um Stellungnahme, wie sie die im Amsterdamer Vertrag vereinbarte „Gleichstellungspolitik“ verstehen.

Das Anschreiben an die Parteien und ihre Stellungnahmen sind auf unserer Webseite veröffentlicht: http://www.rettet-die-familie.de/wahlpruefsteine-europawahl-2014

Dr. Johannes Resch
Stellv. Vorsitzender Bündnis “Rettet die Familie”
www.johannes-resch.de 


Gemeinsam in den Sozialismus? – Die Union und der Zeitgeist

Von Peter Helmes

Heute noch Mitglied in der CDU oder CSU zu sein, zeigt schon  –  je nach persönlichem Empfinden  –  eine leichte oder (eher wohl) schwere masochistische Prägung.

In den letzten Jahren kamen ständig neue Schmerzen hinzu, die Konservative an der Union verzweifeln lassen. In den oberen Etagen der Unions-Parteien sind keine gestandenen Konservativen mehr auszumachen, in den unteren Rängen spielen sie allenfalls die Rolle des Pausenclowns, der zwar auftreten darf, dem aber niemand zuzuhören scheint. Viele sind mittlerweile aus- und zur AfD übergetreten.   42252-3x2-teaser190x127

Halten wir fest: Selbst noch unter Helmut Kohl, dem Wegbereiter der „Wende“   –  einer Wende zu einem libertären, zeitgeistigen Denken wohlgemerkt  –  wurde mit dem Brustton der Überzeugung behauptet, die Union habe „drei starke Wurzeln“: eine konservative, eine soziale und eine liberale. Zumindest seit jenem Kohl war dies allenfalls noch Geschwätz, um die Parteiflügel stillzuhalten.

Heute sieht man sich leider an den allzu früh verstorbenen Publizisten Johannes Gross erinnert, der einmal geschrieben hatte, Deutschland werde von zwei sozialdemokratischen Parteien beherrscht. Der Unterschied sei lediglich, daß die eine Partei etwas katholischer sei.

Das ist aber heute in der Union kein Thema, weil die CDU (mit der CSU) als „Krisenbewältigungs-Partei“ daherkommt. Ein gütiger Gott sandte ihr die Krim-Krise, die von Merkels Versagen als Parteichefin ablenkt. Sie gilt als die Managerin der Krise, und es scheint ihr völlig wurscht, wie das Innenleben ihrer Partei derweil aussieht.

Schon die Koalitionsverhandlungen und der daraus resultierende Koalitionsvertrag zeigten, daß CDU und CSU bereit sind, zentrale Unionsversprechen aufzugeben und damit die letzten Reste konservativ-liberaler Unionspositionen zu beseitigen. be2004_38_551

Neben noch mehr Zugeständnissen an Brüssel und bei der Euro-Rettung steht die Beförderung vieler linker Projekte (Energiewende, Masseneinwanderung, doppelte Staatsbürgerschaft, Quotenwahn etc.) im Mittelpunkt der Politik. Der eh nur kleine Widerstandsgeist hat sich marginalisiert, da sich niemand die Parteikarriere versauen lassen will.

Eine höchst betrübliche Rolle spielt dabei die „Junge Gruppe“ von Unionsabgeordneten der jüngeren Jahrgänge. Gerade von ihnen hätte man ein heftiges Sperrfeuer gegen die in immer abenteuerlichere Höhen wachsenden Belastungen der kommenden Generationen erwarten dürfen.

Der sozialistische Ungeist lebt  –  er nennt sich nur anders bzw. benutzt andere Begriffe  –  und feiert fröhliche Urständ´. Wer geglaubt hat, die klassische marxistische Ideologie sei mit dem Zusammengehen der beiden „Deutschlands“ zu Ende gewesen, sieht sich jäh eines Schlimmeren belehrt. Sie ist nicht mehr nur Teil alter sozialistischer Parteien, sondern hat auch in den Reihen bürgerlicher Vertreter Platz genommen.

Neue Strategie für alten Sozialismus

Die alten sozialistischen Klassenkampfparolen hatten sich zwar als unwirksam erwiesen. Aber eine neue Strategie verhilft ihr zu neuem Einfluß:

Sozialismus schafft man (dauerhaft) nicht von oben, sondern er muß von unten in die Gesellschaft hineinwachsen. Kern und Keimzelle der Gesellschaft ist die Familie, also mußte man da ansetzen und eine Frontstellung gegen Ehe und Familie aufbauen, da deren traditionelle Formen dabei im Weg stehen, vor allem die autonom funktionierende Eltern-Kind-Beziehungen oder das was man gemeinhin als IMG_1421Familienbande beschreibt.

Karl Marx hat hierzu die Vorlage geliefert: „…Werft ihr uns vor, daß wir die Ausbeutung der Kinder durch ihre Eltern aufheben wollen? Wir gestehen dieses Verbrechen ein. Aber, sagt ihr, wir heben die trautesten Verhältnisse auf, indem wir an die Stelle der häuslichen Erziehung die gesellschaftliche setzen…“ (Karl Marx, Kapital I, MEW 23, 514, Marx-Lexikon) 

Widerspruch wird nicht geduldet. „Toleranz“ gibt es nur innerhalb der eigenen Klientel und keinesfalls gegenüber Andersdenkenden. Wer dem Zeitgeist widerspricht, wird  –  oft mit Medienunterstützung  –  gnadenlos niedergemacht und letztlich mit der Faschismuskeule erschlagen. Neueste Beispiele findet man derzeit zuhauf im Internet, wenn es um die AfD geht. Haß statt Argumente!

Respekt vor dem Elternrecht gefordert

„Das Trommelfeuer der Agitation prasselt auch hier in konzentrierter Form besonders auf eine ratlose junge Generation nieder. Zur Aufhetzung gegen die staatliche kommt jene gegen die familiäre Ordnung. Ein Vertrauensverhältnis zwischen Eltern und Kindern ist den Veränderern, die Manipulations- und Manövriermasse brauchen, ein Dorn im Auge…

In Bundesgesetzen und -entwürfen sozialistischer Provenienz werden im Bereich der Familie die Kinder als Prozeßpartei gegen die Eltern konstituiert, tritt der Staat in Gestalt des Vormundschaftsgerichts und des Sozialfürsorgers zwischen Eltern und Kinder. Da soll nicht mehr in Übereinstimmung mit dem Grundgesetz die Familie geschützt werden, sondern es sollen die Kinder von den Eltern ‚geschützt‘ werden, weil das Elternrecht aus einem ‚Gewaltunterworfensein der Kinder‘ hergeleitet wird, die Kinder als ‚Objekte elterlicher Fremdbestimmung‘ definiert werden.

Foto: M. Löhr, CDLNicht mehr Achtung, Zuneigung und Liebe, sondern kühle und konfliktträchtige und zum Konflikt verführende Rechtsbeziehungen bestimmen nach dieser sozialistischen Auffassung Handlungen, Bindungen und Verhaltensweisen in der Familie zwischen Eltern und Kindern.“

Entgegen allen Vorurteilen, die gegen diesen Mann herrschten und noch immer umlaufen: Diese Mahnung stammt von Franz-Josef Strauß (veröffentlicht in seinem Buch „Gebote der Freiheit“, 1979)

In der APO-Zeit  –  dem Sammelbecken von (harmlosen) Flower-Power-Hippies, von nicht mehr harmlosen Terroristen wie  der Bader-Meinhof-Bande und ihren Sympathisanten bis hin zu den aus der linksradikalen 68er Bewegung resultierenden Grünen  – versuchten einige der „Führer“ dieser Gruppen, mit ihren linksintellektuellen Vorstellungen, gepaart mit „Pseudo-Umweltschutzgedanken“, durch eine „Mobilisierung der Massen“ die Gesellschaft zu verändern.

Die „Massen“, die Bürger, aber waren überhaupt nicht daran interessiert, auch nur eine Sekunde lang diesen Chaoten zu folgen, im Gegenteil: Sie verabscheuten deren Ziele und Methoden zutiefst!

“Frankfurter Schule” contra bewährte Werte

Deshalb gingen links-grüne Ideologen sozusagen noch eine Stufe höher: Sie versuchten die „globale Werte-Umorientierung“. Man wollte vor allem die altbewährten, der abendländischen Philosophie und dem Christentum entspringenden Werte uminterpretieren in „neue Werte“  –  in pseudoreligiöse und rein weltliche Werte. 1529 - Kopie (2)

Jürgen Habermas, einer der Paten der ´68er und Mitbegründer der „Frankfurter Schule“, stellt sechs Wirkungen der ´68er „Kulturrevolution“ heraus, in denen sich übrigens der zerstörerische und alles negierende Geist der Frankfurter Schule beweist.

Nach 1980 hat Habermas in verschiedenen Beiträgen diese sechs „Veränderungen“ genannt, die von der Kritischen Theorie ausgegangen sind und das geistige Klima an vielen Universitäten Deutschlands zwischen 1960 und 1980 revolutionär verändert hat, aber auch heute noch tiefe Einwirkungen auf die Gesellschaft zeitigen.

Habermas verbucht diese Veränderungen als Erfolge, als Siege über die bürgerliche Gesellschaft, die er selbst in polemischer Absicht als „spätkapitalistische“ bezeichnet:

1.) Die Ent-Christlichung der Öffentlichkeit.  –   2.) Die Ent-Institutionalisierung der Gesellschaft,.  -  3.) Die Ent-Ethisierung des Rechts.  –   4.) Die Ent-Kriminalisierung des Verbrechens. –   5.) Die Ent-Pathologisierung der Krankheit.  -  6.) Die Ent-Ästhetisierung der Kunst.

Unterwanderung der Institutionen von links

Die alten ´68er Politrevoluzzer und deren Jünger sitzen nun nicht nur in unseren Parlamenten in Schlüsselpositionen, sie befinden sich schon längst auch in kirchlichen Gremien, Jugendverbänden, als Lehrer an unseren Schulen, als Richter an den Gerichten bis hin zu den höchsten Gerichtshöfen, als angebliche Verfassungsschützer, in Ministerien, auf Ämtern und in den Massenmedien, vor allem im Fernsehen  -  sowohl bei den öffentlich-rechtlichen Sendern als auch bei den Privaten.  Couple photo - ADJ

Diese zu Beginn der siebziger Jahre aus der APO heraus gestartete Unterwanderungsstrategie hat bestens geklappt!

Die „68er“ in aller Welt hatten früh die ökologisch-feministischen Bewegungen sowie verschiedene Gruppen und Akademiker post-moderner Ausrichtung, allesamt geprägt durch den Glaubensabfall des Westens, unterwandert und Schlüsselpositionen in Politik und Gesellschaft besetzt.

In CDU und CSU werden deren neue Begriffsprägungen ganz selbstverständlich verwendet; man will ja schließlich die Anpassung an den Zeitgeist nicht verpassen. Die neuen Begriffe sind überall auf dem Siegeszug. Wir haben den Einfluß der „Grün-Alternativen“ erheblich unterschätzt. Die neuen Sprachregelungen haben Eingang gefunden in nahezu alle gesellschaftlichen Bereiche.

Neue Sprache verändert das Denken

„Wer die Begriffe beherrscht, beherrscht die Politik“  –  eine alte politische Weisheit. Und so gelang es den „Kulturrevolutionären“, neue Begriffe in der Gesellschaft zu verankern.

Zu solchen Begriffen gehören z. B. „Globalisierung mit menschlichem Antlitz“, „nachhaltige Entwicklung“, „good governance“, globale Ethik, Lebensqualität, Friedenserziehung, „gender (mainstreaming)“, Gleichberechtigung, neue Lebensstile, „Abtreibung ohne Risiko“, sexuelle und reproduktive Rechte, Partnerschaft (statt Ehe), Transparenz, Basisbeteiligung, transnationale Vernetzung, fairer Handel usw. nodbild

Begriffe, die einzeln für sich akzeptabel sind, jedoch in ihrer Fülle und mit ihrem ethischen Hintergrund die Gesellschaft unterhöhlen. Begriffe wie Wahrheit, Moral, Gewissen, Vernunft, Eltern, Eheleute, Jungfräulichkeit, Keuschheit, Autorität, Hierarchie, Gerechtigkeit, Gehorsam, Gesetz, Gebot, Dogma, Glauben, Liebe, Hoffnung, repräsentative Demokratie z. B. gehören offenbar nicht (mehr) dazu, werden als „von gestern“ apostrophiert oder uminterpretiert. (Der Zyniker Oskar Lafontaine würde sie als Begriffe bezeichnen, die man auch im KZ verwenden könnte.)

So wird z. B. aus Regierung Governance; aus der repräsentativen Demokratie wird partizipative Demokratie. Das Gedankengut der Gutmenschen führt dann weiter von Hierarchien zu Gleichheit; von Eheleuten zu Partnern; vom Glück zu Lebensqualität; von der Vater-Mutter-Kind-Familie zur „Familie in allen ihren verschiedenen Formen“; von Wissen zu Fähigkeiten; von der Caritas (Liebe) zu Unterstützungsansprüchen an den Staat; vom Leiden in Würde zum „Recht auf Sterben“ oder  –  umgekehrt  –  zu angeblich ethisch vertretbarer Abtreibung; von kultureller Identität zu kultureller Verschiedenheit; von Mehrheitsvoten zu Konsensbildung und so weiter.

„Liebe Parteifreunde und –freundinnen“

Auch wenn´s viele wissen, sei der Vollständigkeit halber hier an den Ursprung dieser neuen Ideologie erinnert: „Gender Mainstream“ bezieht sich „nur“ auf die Geschlechterrolle (Mann/Frau) und beruft sich auf einen Satz von Simone de Beauvoir (Sartre-Freundin und ´68erin): Mann und Frau seien völlig gleich. Sie würden „nur“ zu unterschiedlichen „Geschlechterrollen hinmanipuliert“, sie würden später durch die Gesellschaft zu „unterschiedlichen Wesen“ gemacht.

Konsequent wird der grammatische „Gattungsbegriff“ durch Zerlegung in „geschlechtsgerechte“ Begriffe ersetzt. Es heißt fortan nicht mehr „die Genossen“  –  womit früher immer alle gemeint waren  –  sondern „Genossinnen und Genossen“, „die Christinnen und Christen“ etc., wobei oft nicht mehr lesbare Textungeheuer zustande kommen. Diesen Unfug muß die Union natürlich mitmachen, glaubt sie.

Gender ist offensichtlich zum Zentral- und Lieblingsthema des „neuen, modernen Menschen“ geworden. Die damit einhergehende Zerstörung der Familie müssen wir nicht kommentieren, sie ist überall gegenwärtig.

Auf dem Weg zur elternlosen Gesellschaft?

Deutschland ist auf dem Weg zu einer elternlosen Gesellschaft, in der der Staat die Elternrolle übernommen hat. Die Linken kamen auf den Einfall, daß die Institution Elternhaus bzw. Familie „von gestern“ sei und der Staat das zu übernehmen hat, was die Aufgabe von Vater und Mutter gewesen ist. bildungsplan_bw_petition_logo13_e7fe0bc824

Mit dieser Ideologie des Irrsinns wird die Natur des Menschen auf den Kopf gestellt. Unsere Regierungen der jüngsten Jahrzehnte  –  egal ob grün/rot, schwarz/rot oder schwarz/gelb  –  haben sich darüber hinweg gesetzt, daß siebzig Prozent der Eltern ihre Kinder in den ersten Lebensjahren selbst betreuen wollen und das Geld bewußt in die falschen Kanäle geleitet, was sich insbesondere an der Bildungspolitik festmachen läßt.

Wenn ein Staat die elterliche Betreuung als gesellschaftlichen Rückschritt einstuft, hat er den gesunden Menschenverstand verloren. Wenn die Familie nicht mehr der Kern aller Ordnungen im Staat ist und zugrunde geht, geht auch der Staat zugrunde.

Die totalitären Züge im Sozialstaat

Unter den kalten Augen dieses Staates wird ein neues Menschenbild getestet, das die bürgerliche Familie durch eine sozialistische ersetzen will, ohne Bindung und ohne Liebe.

Frau von der Leyen sprach es aus, ohne Hemmung und ohne Scham, als sie noch Familienministerin war: „Eine staatliche Kinderbetreuung bringt dem Staat mittel- und langfristig mehr ein. Wenn alle Mütter mit Kleinkindern wieder Einkünfte beziehen, würden bis zu sechs Milliarden Euro Einkommensteuer mehr hereinkommen.“

So spricht eine Funktionärin, für die ein Kind zum Objekt geworden ist. Aber es ist noch nicht entschieden, ob unser Volk sich selbst aufgeben will. Ob Frau von der Leyen in der Christlich-Demokratischen Union (CDU) wirklich das richtige Zuhause hat, darf jedoch füglich bezweifelt werden.

Einen verheerenden Einfluß hat diese Gender-Ideologie auf die Schulpolitik. Da unterscheiden sich die Bundesländer kaum noch. Der Staat hat den Zugriff auf die staatlichen Schulsysteme und „verordnet“ den Kindern  –  auch gegen deren und den Willen vieler Eltern  –  wie jüngst in Baden-Württemberg geschehen, mit neuen Gesinnungslehrplänen ein völlig anderes Bild von Ehe von Familie.

Mit der Gleichsetzung aller möglichen Formen menschlichen Zusammenlebens wird das Ideal „Familie“ zerstört oder zumindest relativiert.

Die ersten Kinderjahre entscheiden

Verheerend, was durch Fremdbetreuung in den Kindertagesstätten vom Kleinkindalter an angerichtet wird! Es sind die ersten Jahre eines Kindes, die für das Leben entscheidend sind. Ihm wird ein schwerer Schaden zugefügt, wenn sich innere Beziehungen nicht mehr entwickeln können. Wir sehen, wo junge Menschen landen, wenn sie kein Zuhause mehr haben und keine Zuflucht vor den Angriffen des alltäglichen Lebens. DSC06370

Der Heranwachsende steht im Nichts. Er hat auch nie etwas von einer religiösen Sinngebung des Lebens erfahren. Das Geld, das in den Familien dringend gebraucht wurde, hat man in staatliche Institutionen geschleust und in zugewanderte ausländische Familien, die auch noch ihren üppigen Nachwuchs nach Deutschland transferieren durften, um von unserem Geld leben zu können.

Der Schaden ist so schwer, weil mit dem staatlichen Eingriff in die private Sphäre auch der Versuch unternommen wurde, den Menschen selbst zu verändern und ihm unter dem Vorwand der Modernität falsche Lebensbilder und falsche Inhalte aufzudrängen. Diese Politik, von den Kinderkrippen bis zu den Ganztags-Kinderstätten und -schulen, bedeutet ein sozialistisches System, das die Fürsorge der Eltern durch eine allgemeine Staatsfürsorge ersetzt und das Elternhaus gewaltsam zerreißen will.

Sozialstaatliche Interessen haben totalitäre Züge angenommen. Schul- und Bildungswesen sind auf unterster Stufe angekommen, Sozial- und Gesundheitswesen zu Bruch gegangen. Dem Staat ist offenbar Migrantenpolitik wichtiger.

Frühsexualisierung der Kleinsten

So ist es auch nur eine logische Folge dieses Denkens, daß der Mensch auf die gleiche Ebene gestellt wird wie jedes Animal. Im Mittelpunkt des „neuen Menschen“ steht der Sex  –  in allen Varianten und jede(r) mit jeder/jedem. Und damit das ja in die Köpfe geht, wird schon frühzeitig, ab Kindergarten  –  und bei zunehmenden Alter mit zunehmender Intensität  –  den Kleinen und Kleinsten beigebracht, wie Sex richtig funktioniert. DSC07339

Daß dabei der Begriff Liebe unters Bett fällt, ist wohl ein Kollateralschaden. Sigmund Freud erkannte seinerzeit: „Kinder, die sexuell stimuliert werden, sind nicht mehr erziehungsfähig, die Zerstörung der Scham bewirkt die Enthemmung auf allen anderen Gebieten…“

Herzlos formulierte Hans-Jochen Gamm, Sozialist und Erziehungswissenschaftler, bereits 1970 seine Forderung für eine „moderne“ Pädagogik: „Wir brauchen die sexuelle Stimulierung der Schüler, um die sozialistische Umstrukturierung der Gesellschaft durchzuführen und den Autoritätsgehorsam einschließlich der Kinderliebe zu den Eltern gründlich zu beseitigen.“

Eine abstruse Denke, die aber kaum auf Widerstand gestoßen ist. Auch hier zeigt sich die Feigheit (Unsicherheit?) der Kirchen und bürgerlichen Parteien gegenüber solchen (geistigen) Kinderverführern. Statt zu protestieren und die eigene Position zu verteidigen, versteckt man sich im eigenen Nest und gibt Zug um Zug alte Positionen auf.

Echte Konservative und Traditionalisten schauten früher leicht neidisch zur „Schwester-Partei“ CSU, bei der die Welt noch in Ordnung zu sein schien. Doch bei genauerem Hinsehen mußte man konstatieren, daß auch dort der Schein das Sein überlagert.

CSU-MdB attackiert Birgit Kelle

Der CSU-Bundestagsabgeordnete Bernd Fabritius scheint einer der Epigonen des „neuen Menschen“ zu sein. Auf den Kommentar von Birgit Kelle (siehe Foto)  –  bekennende Katholikin, viel beachtete Publizistin und vierfache Mutter  –  im CSU-Blatt Bayern-Kurier entrüstet sich Fabritius über die Autorin in einer Art, wie ich sie eher von ganz Linksgestrickten erwartet hätte:

Birgit Kelle

Birgit Kelle

„Birgit Kelle im Bayernkurier: einfach daneben. Unter dem Titel ‚Familienbild im medialen Abseits‘ beschreibt die sonst für ‚Die Freie Welt‘ und ‚Kath-Net‘ schreibende Autorin ihre bekannten Vorbehalte gegen Gleichberechtigung (‚Gleichheitswahn‘) und ‚Akzeptanz‘.

Nicht das ‚Familienbild‘ ist im medialen Abseits, sondern Vorurteile wie die von Kelle. Das Bild der klassischen, traditionellen Ehe wird nicht gefährdet, wenn auch anderen Lebenspartnerschaften, in denen vergleichbare traditionelle Werte gelebt werden, mit dem Respekt begegnet wird, den Gleichheit und Menschenwürde gebieten.

Es besteht keinerlei Konkurrenzsituation, die Kelles Position erforderlich oder zumindest verständlich machen könnte. Auch wenn der Artikel im Bayernkurier im Vergleich mit anderen Kelle-Artikeln ausgesprochen weichgespült präsentiert wird, so verdeutlicht er doch unverhohlen deren Ideologie: Die Bildungspläne in Baden-Württemberg, die eine Vorbereitung der Schüler auf Akzeptanz und Respekt für Andere bewirken wollen, bezeichnet sie als ‚Irrsinn‘, wettert gegen ‚Umerziehung‘ und fordert damit sinngemäß ein ‚Recht auf Vermittlung von Vorurteilen und Vorbehalten‘ durch elterliche Erziehung. Das war einmal. Heute sind wir aufgeschlossener  -  auch im Leserkreis des Bayernkurier.“

Der Kompaß ist abhanden gekommen

Ist das die neue Politik der Unionsparteien, die sich unverdrossen „christlich-demokratisch“ und „christlich-sozial“ nennen? Mit solchem Führungspersonal rauscht die Union mit Volldampf ins Abseits.

Denn die Wähler  – Verzeihung: und Wählerinnen  –  können durchaus das Original von der (schlechten) Kopie unterscheiden. Der Union ist unübersehbar der Kompaß abhanden gekommen. CDU und CSU wollen alles sein  –  traditionsbewußt, offen, modern, zukunftsfähig etc. -  Eines sind sie schon länger nicht mehr: christlich und konservativ.

Es bleiben noch viel mehr Fragen. Zum Beispiel: Wer hat das Sagen in unserer Republik? Wer bestimmt das moralisch-sittliche Niveau unseres Staates? Wer definiert die „Deutsche Nation“? Wer bestimmt, was dem Wohle des Kindes nützt? usw.

Wenn die Antwort auf solche Fragen lautet: „der Zeitgeist!“, dann können wir nur sagen: „Gute Nacht, Deutschland!“

Peter Helmes ist ehem. Bundesgeschäftsführer der “Jungen Union” und betreibt heute die Webseite: http://www.conservo.wordpress.com


Initiative Familienschutz: Aufruf zur Demo am 5. April pro Elternrecht in Stuttgart

Hedwig von Beverfoerde

Die Initiative Familienschutz ruft gemeinsam mit der Elterninitiative “Schützt unsere Kinder”, der bekannten Autorin Birgit Kelle und zahlreichen Familienverbänden zur Kundgebung mit anschließender Demonstration gegen den “Bildungsplan” in Stuttgart auf.

Das Motto der Demonstration lautet: »Elternrecht wahren – Gegen Gender-Ideologie und Sexualisierung unserer Kinder per Bildungsplan«.  

Kundgebung und Demonstration:
Treffpunkt: Stuttgart / Marktplatz
am Samstag, den 5. April 2014 um 15 Uhr

Wir brauchen jetzt den breiten Druck der Straße. Nur so läßt sich diese verhängnisvolle Entwicklung zur Frühsexualisierung unserer Kinder in Baden-Württemberg und Deutschland noch aufhalten.

Wohin die Reise auf dem Weg zur »Akzeptanz sexueller Vielfalt« führen kann und wer alles auf diesem Ticket mitreisen will, zeigt ein hochbrisantes Interview mit dem Pädosex-Lobbyisten Dieter Gieseking.

Vom Bildungsplan erhofft er sich Akzeptanz auch von Pädophilie und ihre Behandlung im Schulunterricht. Giesekings Äußerungen machen deutlich: Für Kinder, Eltern und alle, denen der Schutz unserer Kinder am Herzen liegt, würde die Verwirklichung der pädosexuellen Träume zum Alptraum.

Initiative Familienschutz, Zionskirchstr. 3 in 10119 Berlin
Tel. 0 30 / 88 62 68 96, Fax 0 30 / 34 70 62 64,

www.familien-schutz.de

HINWEIS auf unsere FOTOserie von der letzten Protest-Demo in Stuttgart: http://charismatismus.wordpress.com/2014/03/03/faz-schreibt-uber-stuttgarter-elternrechts-demonstration-hierzu-unser-foto-bericht/

BERICHT und Analyse des dortigen Redners Mathias von Gersdorff: http://charismatismus.wordpress.com/2014/03/04/der-2-protest-in-stuttgart-signalisierte-finger-weg-von-unseren-kindern/


Professor Thomas Schirrmacher übt scharfe Kritik am “Familienpapier” der EKD

Der evangelische Theologe Prof. Dr. Thomas Schirrmacher hält das umstrittene “Familienpapier” der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für parteipolitisch einseitig. Außerdem verharmlose es das DDR-Regime. Das erklärt er in einem wissenschaftlichen Gutachten.  BILD0235

Die Orientierungshilfe der EKD erinnere an ein linkes Parteiprogramm, schreiben Schirrmacher und sein Kollege Titus Vogt in ihrer „soziologischen und theologischen Kritik des Familienpapiers“.

Eine Zusammenfassung ist im Magazin des EAK (Evangelischer Arbeitskreis der CDU) „Evangelische Verantwortung“ erschienen:

Schon die Zusammensetzung der zuständigen Kommission ließe eine bürgerliche Stimme vermissen. Entsprechend fielen auch die Forderungen des Papiers aus. Sie seien „praktisch identisch“ mit dem Parteiprogramm der Grünen, stimmten zum Teil aber auch mit dem der Linkspartei überein.

Nähe zu linken und grünen Positionen

In Fragen der Familienpolitik sei auch eine Nähe zur SPD gegeben, „auch wenn man dort in Bezug auf die völlige Entthronung der Ehe viel zurückhaltender formuliert“, schreiben die Autoren. Als Beispiele führen sie die Ablehnung des Betreuungsgeldes und des traditionellen Ehegattensplittings an sowie die Befürwortung einer Ganztagskinderbetreuung und die rechtliche Angleichung von Ehe und Lebenspartnerschaft.

Das Familienpapier mit dem Titel „Zwischen Autonomie und Verantwortung“ war im vergangenen Sommer erschienen und hatte große Kritik nach sich gezogen. Die “Orientierungshilfe” spricht sich darin u.a. für die Öffnung der Kirche gegenüber homosexuellen Paaren aus.  IMG_1468 (2)

Wie Schirrmacher und Vogt im Vorwort erwähnen, haben sie ihre Kritik bereits nach dem Erscheinen der Orientierungshilfe an die EKD herangetragen. Da die Kirche die Stoßrichtung des Familienpapiers mehrmals bekräftigt habe, hätten sie sich nun dazu entschieden, das Gutachten zu veröffentlichen.

Verharmlosung der “DDR”-Diktatur

Denn sie strebe nicht weniger an als eine neue, normative Ethik zu verkünden, gehe dabei aber beispielsweise undifferenziert mit der deutschen Vergangenheit um: „Die DDR erscheint als Ort der Gleichberechtigung durch zwei in Vollzeit erwerbstätige Eltern mit früh einsetzender ganztägiger Kinderbetreuung.“

Nicht thematisiert werde, „dass die Familienpolitik der DDR das vermutlich erfolgreichste Werkzeug gegen die Kirchen war und zur Entfremdung ganzer Generationen von Gott und Kirche geführt hat“.

Auch ein mangelndes Bemühen um die Ökumene werfen Schirrmacher und Vogt den Autoren vor. Andere Kirchen als die EKD und die Katholiken kämen schlicht nicht vor.

„Gibt es von Christen außerhalb der EKD und von andersdenkenden Christen innerhalb der EKD gar nichts mehr zu lernen?“, fragen sie und kritisieren „antikatholische Formulierungen“, etwa das Lob der Option zum gemeinsamen Abendmahl konfessionsübergreifender Familien in protestantischen Kirchen: „Das ist eine Einladung an Katholiken, die Lehre ihrer Kirche bewusst zu missachten.“

Quelle und vollständiger Beitrag in diesem evangelischen Webmagazin: http://www.pro-medienmagazin.de/

HIER sehen Sie das Buch zur Ansicht


1. Bild: Evita Gründler  – 2. Foto: KOMM-MIT-Verlag


Birgit Kelle: “Ich finde es großartig, Frau, Mutter und Teil einer Familie zu sein”

Von Birgit Kelle

Ich hoffe, Sie haben alle unbeschadet den internationalen Frauentag hinter sich gebracht, zu dem ich persönlich ein etwas zwiespältiges Verhältnis pflege. Birgit Kelle swr hochformat

Ist es doch der Tag, an dem in der Regel die Defizite angemahnt werden, anstatt die Erfolge zu sehen. Jedes Jahr ist das Glas immer noch halb leer, damit kann ich nichts anfangen.

Dazu kommen Forderungen von sog. Frauenorganisationen, die so gar nichts mit mir als Frau zu tun haben und mir dazu auch noch schaden.

Nehmen wir mal den deutschen Frauenrat als leider schlechtes Beispiel. Dort fordert man eine gesetzliche Frauenquote von 40 Prozent, die Abschaffung der kostenlosen Krankenversicherung für Ehefrauen und die Abschaffung des Ehegattensplittings.

Alle drei Forderungen lehne ich als Frau ab, sie schaden mir sogar konkret. Wie können solche Organisationen also davon reden, sich „für Frauen“ einzusetzen?

Gertrud Martin, Vorsitzende des Verbandes Familienarbeit e.V. (ich bin selbst ebenfalls im Vorstand als stellv. Vorsitzende) hat in einem Offenen Brief an den Frauenrat diese Thematik wunderbar auf den Punkt gebracht (siehe hier: http://familienarbeit-heute.de/?p=3754).

Und deswegen werden wir auch in diesem Jahr weiter machen mit eigenständigen Forderungen für all die Frauen, die mit diesem Quotenfeminismus nichts anfangen können. Ich finde es großartig eine Frau zu sein, eine Mutter zu sein, Teil einer Familie zu sein.

Frauen-Standpunkte jenseits des Feminismus

Es freut mich im übrigen, dass sich zunehmend Magazine und Zeitungen endlich ernsthaft mit anderen Positionen zur Frauen- und Familienpolitik auseinander setzen, als mit den gängigen feministischen Forderungen.

Zum internationalen Frauentag hat die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) ein Portrait über mich gemacht und mit den Forderungen, die wir hier bei “Frau 2000plus” in die Öffentlichkeit tragen. Sie finden den Artikel online unter dem Titel „Birgit Kelle ist die Anwältin der Hausfrauen“

Hier ein Ausschnitt: „Sie ist mit einem Journalisten verheiratet, ihre vier Kinder sind zwischen fünf und 14 Jahren alt. Das Magazin „Cicero“ nannte sie eine „Wut-Mutter“. Nach jedem ihrer Talkshow-Auftritte erhält Kelle rund 1000 Zuschriften. Rund zehn Prozent seien Hassmails, der Rest ist Zustimmung. Motto: „Endlich sagt es mal eine.“ Sie hält sich für liberal und weiß nicht, warum „es als reaktionär gilt, wenn man die gleiche Förderung für jedes Lebensmodell fordert“. Ehegattensplitting oder kostenlose Krankenkassen-Mitversicherung sind für sie Peanuts im Vergleich zur massiven Kita-Ausbauoffensive.“

Vollständiger Text hier: http://www.derwesten.de/panorama/birgit-kelle-ist-die-anwaeltin-der-hausfrauen-id9091562.html

Birgit Kelle ist Vorsitzende von “Frau 2000plus” (einem gemeinnützigen Verein)
Kontakt: birgit.kelle@frau2000plus.net
Web: www.frau2000plus.net

 


Halten deutsche Bischöfe dem Druck des Zeitgeistes nicht mehr stand?

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Das Ergebnis der Umfrage zu Ehe und Familie, das die Bischöfe in den Diözesen in Umlauf gebracht haben, wurde in den Medien breit kommentiert.

Die Überschriften und Schlagzeilen lauteten: „Die Kirchenlehre ist weit weg vom Alltag“, „Die Kirche redet an den Gläubigen vorbei“, „Katholiken hadern mit mit der Seuxalmofral der Kiche”, “zu idealisierend und lebensfern” etc. bildma1

Dass die Medien die römisch-katholische Kirche als letztes Bollwerk und Hindernis gegen den Zeitgeist sehen und entsprechend kommentieren, überrascht nicht, wohl aber, dass Bischöfe völlig aus dem Tritt kommen und sogar öffentlich die Lehre der Kirche relativieren.

Solche Bischöfe zeigen, dass sie dem Druck des Zeitgeistes nicht mehr standhalten. Sie tragen zur geistigen Verwirrung bei. Kannten die Bischöfe den diesbezüglichen Zustand der ihnen anvertrauten Diözesen nicht, obwohl es doch seriöse repräsentative Umfragen gibt, die ähnliche Ergebnisse wie die Umfrage gebracht haben?

Angesichts der  Umfrageergebnisse stellen sich drei Fragen:

  • Stimmen sie mit der Wirklichkeit überein?
  • Wenn ja: Sind die Katholiken, die sich von der Lehre der Kirche zu Ehe und Familie emanzipiert haben, dadurch freier, zufriedener und in ihrem Verhalten gegenüber den Anforderungen, die das Leben stellt, stabiler geworden?
  • Was hat die Verhaltensänderung der Katholiken verursacht?

Wer Verantwortung gegenüber den Menschen empfindet, kann nicht bei Frage 1 nicht stehen bleiben.imageCATKHONR

„Die kirchlichen Aussagen zu vorehelichem Geschlechtsverkehr, zur Homosexualität, zu wiederverheirateten Geschiedenen und zur Geburtenregelung finden kaum Akzeptanz oder werden überwiegend abgelehnt“, lautet eine Kernaussage der Umfrage. (Neue Passauer Presse, 4.2.14) 

Wenn dem so ist, dann „hadern“ eigentlich diese Katholiken nicht mit der kirchlichen Lehre. Sie beachten sie nicht mehr oder weisen sie „explizit“ zurück. Sie haben sich zu einem hohen Prozentsatz von der Ehelehre und Sexualmoral der Kirche „befreit“.

Und da sich diese Lehre  auf  Gebote Gottes und die Aussagen des Evangeliums stützt, heißt dies, nüchtern betrachtet, dass die Mehrheit der Katholiken lebt, als ob es Gott nicht gäbe, wie das einmal Johannes Paul II. formuliert hat.

Ist ein solches  Verhalten  nur ein „verschlamptes“ Christentum oder ist es, präziser gefragt, nur mehr ein übertünchtes Heidentum, das statistisch noch als „katholisch“ geführt wird.

“Das Heidentum sitzt heute in der Kirche selbst”

Der junge Theologe Joseph Ratzinger hat bereits 1958 (!) geäußert:

„Nach der Religionsstatistik ist das alte Europa noch immer ein fast vollständiger christlicher Erdteil. Aber es gibt wohl kaum einen zweiten Fall, in dem jeder Mann so genau wie hier weiß, dass die Statistik täuscht: Dieses dem Namen nach christliche Europa ist… zur Geburtsstätte eines neuen Heidentums geworden, das im Herzen der Kirche selbst unaufhaltsam wächst und sie von innen her auszuhöhlen droht.

Das Erscheinungsbild der Kirche der Neuzeit ist wesentlich davon bestimmt, dass sie auf eine ganz neue Weise Kirche der Heiden geworden ist und noch immer mehr wird: Nicht wie einst, Kirche aus den Heiden, die zu Christen geworden sind, sondern Kirche von Heiden, die sich noch Christen nennen, aber in Wahrheit zu Heiden wurden.

Das Heidentum sitzt heute in der Kirche selbst, und gerade das ist das Kennzeichnende sowohl der Kirche unserer Tage, wie auch des neuen Heidentums, das es sich um ein Heidentum in der Kirche handelt und um eine Kirche, in deren Herzen das Heidentum lebt.“

Halten wir fest: Die Umfrageergebnisse stimmen weithin mit der Wirklichkeit überein. Die Katholiken, die sich bemühen, nach der kirchlichen Lehre zu leben, sind eine kleine Herde.

Die meisten Katholiken wollen leben „wie alle anderen“. Vielleicht spüren sie einen Unterlegenheitskomplex gegenüber denen, die sich voll dem Zeitgeist angepaßt haben. Haben sie aber damit einen „Befreiungsschlag“ vollzogen?

In Kommentaren zur o. a. Umfrage wird  darauf hingewiesen, dass sich die Scheidungszahlen, die Wertung von Abtreibung etc. bei Katholiken nicht mehr wesentlich von jener anderer Bevölkerungsgruppen unterscheide.

Sind nun die Katholiken, die sich von der „lebensfernen“, „unbarmherzigen Verbotsethik“ emanzipiert haben befreiter, zufriedener und lebensfroher geworden? Sind sie stabiler geworden gegenüber den alltäglichen Problemen oder den diversen Abhängigkeiten und Süchten? Das ist eine berechtigte Frage, die die Gesellschaft interessieren müsste! Wir hätten gerne eine Antwort darauf.

Wenn Katholiken wie „alle“ leben, dann treffen auf sie auch die allgemeinen statistischen Befunde zu. Danach leiden immer mehr Menschen, z. T. schon in jungem Alter, an Depressionen, psychischen Erkrankungen, Isolierung und an vielen Abhängigkeiten von Alkohol, Drogen, Spielsucht etc.

Intakte Familien helfen in Notlagen

Wer in der Not auf sich selbst zurückgeworfen ist, der ist schnell vereinsamt. Intakte Familien, in denen sich die Menschen aufeinander verlassen können, puffern Schwierigkeiten und Schläge von außen besser ab als brüchige Beziehungen zwischen sog. Lebensabschnittspartnern. BILD0222

Ist das nun „idealisierend und lebensfern“ oder nicht doch „realitätsbezogen und lebensnah“? Scheidungen, bei denen Ehepartner keinen Weg mehr zueinander finden, um Probleme  zu lösen, sollte man nicht als „Befreiung“ hochstilisieren. Tatsächlich sind sie eine Niederlage.

Fazit: Die außerhalb der kirchlichen Ehelehre oder Sexualmoral lebenden Katholiken stehen im Trend der säkularen Gesellschaft und diese ist gegenüber früher nicht lebenskräftiger, glücklicher und geistig stabiler geworden.

Wie entstand die Distanz zur kath. Ehelehre?

Bleibt die Frage, was hat dazu geführt, dass die statistisch noch katholisch geltende Bevölkerung ihre Haltung zur kirchlichen Ehelehre radikal geändert hat?

Bekannt ist die zunehmende Kirchenferne, die sich objektiv am sonntäglichen Gottesdienstbesuch messen lässt. Sie betrug in der Bundesrepublik Deutschland 1950 noch 50,4%. Zehn Jahre später waren es noch 46,2%, 1970 nur mehr 37,5%. Das Jahr der Kulturrevolution 1968 markiert einen Wendepunkt. Heute wird der sonntägliche Kirchenmessbesuch mit rund 10% angegeben.

Mit dem Rückgang des Gottesdienstbesuches ist auch der direkte Kontakt mit der Botschaft, die in den Lesungen verkündet, immer wird dünner geworden. Wobei die authentische Interpretation des unverkürzten und unverfälschten Textes und die Anwendung auf das praktische Christenleben entscheidend sind.

Was man nicht kennt, kann man nicht praktizieren

Es wäre interessant, wenn  Kirchgänger befragt würden, wann sie das letzte Mal  die  Ehelehre der Kirche und ihre Position  zu den Reizthemen, wie  den geschiedenen Wiederverheirateten, zum vorehelichen Zusammenleben, zur Homosexualität ect. gehört haben. Wer den Glauben der Kirche nicht kennt, kann ihn auch nicht praktizieren.

Zur realistischen Sicht gehört für einen Christen auch das Kreuz. Auch das ist ein vernachlässigtes Predigtthema. Papst Franziskus hat in seiner ersten Rede vor den Kardinälen geäußert: „Wenn wir ohne das Kreuz vorangehen, ohne das Kreuz aufbauen und Christus ohne das Kreuz bekennen, sind wir keine Jünger des HERRN“. abtei-ettal-startseite_01

Die Päpste, insbesondere Johannes Paul II., haben sich einfühlsam und tiefgehend zu Ehe und Familie geäußert (Familiaris consortio, 1981; Donum vitae, 1987; Brief an die Familie, 1994).

Dr. Norbert Martin, der mit seiner Frau Renate Mitglied des Päpstlichen Rates für die Familie ist, spricht von „eklatanten Versäumnissen“ und „schwerwiegenden Unterlassungen“ in der Verbreitung der päpstlichen Botschaft zu Ehe und Familie. Martin fragt, warum wurde „keine Lesehilfe auf der Ebene der Bischofskonferenz“ erstellt und moniert die fehlende “pastorale Aufbereitung der päpstlichen Schreiben durch Pastoralstellen der Diözesen“ (Tagespost,8.2.14).

Verschwiegen kann schließlich nicht werden, dass katholische Verbände wie das ZdK , der BdkJ und Frauenverbände Positionen der katholischen Ehelehre und der Sexuallehre relativiert und in Frage gestellt haben.

Als Beispiel und Beleg dafür wird das 30-seitige Positionspapier  „Sexsplitter“ erwähnt, das 1996 unter der Leitung des damaligen Vorsitzenden des BdkJ der Diözese Würzburg von einer elfköpfigen Arbeitsgemeinschaft, darunter ein Domkapitular als Vertreter der Bistumsleitung, sowie ein Professor der katholischen Morallehre der Universität Würzburg, herausgegeben wurde.

In diesem Positionspapier haben wir eine weitestgehende Gleichsetzung der Formen des Zusammenlebens mit der Ehe und der Sexuallehre. Trotz massiver Proteste sprach der damalige Würzburger Bischof dem hauptverantwortlichen BdkJ-Vorsitzenden in der Kirchenzeitung seiner Diözese sein Vertrauen aus.

Die Bischöfe haben die Aufgabe, die Gläubigen zu ermutigen und Wege aufzuzeigen, nach dem Evangelium zu leben. Wenn sie ihnen das nicht mehr zutrauen, machen sie die Menschen nicht größer, sondern kleiner.

Sie tragen zur geistigen Verzwergung derer bei, die sie aufwärts führen sollen. Für den Abstieg in die Niederungen werden sie nicht gebraucht.

Die Kirche soll barmherzig sein. Richtig! Barmherzigkeit brauchen wir alle. Aber zuerst sollte doch das Bemühen stehen, nach dem Evangelium Christi zu leben. Man kann schließlich nicht zuerst die Parole Kapitulation ausgeben und danach die, zu kämpfen.


“Bildungsplan” zur Frühsexualisierung: Die CDU muß endlich Farbe bekennen

Mathias von Gersdorff

Auf der zweiten Demonstration gegen den „Bildungsplan 2015“ am 1. März in Stuttgart sprach auch Karl-Christian Hausmann, stellvertretender Kreisvorsitzender CDU Stuttgart-Ost. Bildungsplan-Demo-1.2.1448b

Hausmann übermittelte auf der Kundgebung Grußworte des CDU-Fraktionsvorsitzenden Peter Hauk, der nicht kommen konnte, er sprach sozusagen in Vertretung Hauks. Damit stellt sich ein wichtiger CDU-Politiker auf der Seite der Gegner des Bildungsplanes.

Eigentlich sollte das für eine C-Partei selbstverständlich sein. Doch bislang haben sich die Christdemokraten sehr bedeckt gehalten. Selbst die äußerst erfolgreiche Petition gegen den Bildungsplan hat wenige CDUler bewegt, sich entschieden gegen das grün-rote Umerziehungsprojekt zu stellen. Insofern ist Hauks Positionierung ein Novum.

Rein zufällig kommt das allerdings nicht:

Am 8. April 2014 soll die CDU-Fraktion in Stuttgart einen neuen Vorsitzenden wählen. Gegen Amtsinhaber Hauk tritt Landtagspräsident Guido Wolf an. Fernziel ist die Spitzenkandidatur bei der nächsten Landtagswahl im Jahr 2016. Ein weiterer Anwärter dafür ist MdB Thomas Strobl, gegenwärtig CDU-Landeschef.

Hauks Positionierung zugunsten der Gegner des Bildungsplanes und seine Tiraden gegen die Grünen  –  aus seiner Sicht betreiben die Grünen „in allen Bereichen ihrer Politik einen Gesinnungsterrorismus“  –  ist auch gegen Thomas Strobl gerichtet. Dieser befürwortete nämlich eine vollständige Gleichstellung homosexueller Partnerschaften mit der normalen Ehe. Große Probleme mit der Erziehungseinheit „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ hat er auch nicht. Offensichtlich möchte er nicht bei der Homo-Lobby anecken.

Sprengkraft der grün-roten Umerziehung übersehen

Wichtige Teile der CDU waren dermaßen damit beschäftigt, Sympathien bei der Homo-Lobby zu wecken, dass sie die Sprengkraft des Bildungsplanes übersehen haben. Sie meinten wohl, „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ wäre in den Schulen nicht mehr aufzuhalten. Jedenfalls nicht, ohne die Homo-Lobby zu verärgern.DSC03323a

Traditionellerweise genießt die CDU hohes Ansehen in der Schulpolitik. Sie erkannte aber offenbar nicht, dass das Projekt „Bildungsplan 2015“ und die “Akzeptanz sexueller Vielfalt“ eine Vermengung von Schulpolitik mit Gesellschaftspolitik darstellt.

Die Eltern auf dem Stuttgarter Schlossplatz (siehe Demonstrations-Foto) haben das viel schneller als die Christdemokraten erkannt. Deshalb ist ihre Empörung und Wut so groß. Die Kinder sollen für die Implementierung einer linken Gesellschaftspolitik instrumentalisiert werden.

Möglicherweise hat die CDU immer noch nicht das Trauma der Niederlage der Landtagswahl 2011 überwunden und kann die Panikstarre nicht abschütteln.

Die FDP  –  sicherlich kein notorischer Gegner der Homo-Lobby  –  positionierte sich gegen die „Akzeptanz Sexueller Vielfalt“ schon Anfang Januar 2014!

Der amtierende Fraktionsvorsitzende Peter Hauk hat wohl das Versagen der CDU in dieser Angelegenheit erkannt und nutzt nun die entstandene Bürgerbewegung dazu aus, Popularität und Profil innerhalb seiner Partei zu gewinnen.

Thomas Strobls Situation ist heikel: Sollte er hinsichtlich des Bildungsplans eine Gegenposition zu Hauk einnehmen, würde er die Fronten in der Auseinandersetzung um den „Bildungsplan 2015“ in die CDU hineintragen.

Mathias von Gersdorff ist katholischer Publizist und Leiter der Frankfurter Aktion “Kinder in Gefahr” und der Webseite: http://kultur-und-medien-online.blogspot.de/


Doktrin gegen die Vernunft: Gender und die “Dekonstruktion der Geschlechter”

Mathias von Gersdorff

US-amerikanische Nutzer von Facebook können neuerdings eine von 58 sexuellen Identitäten für ihre Profilangaben wählen. Bildungsplan-Demo-1.2.1448b

Damit wird in diesem sozialen Netzwerk die in Frageform formulierte Zielvorgabe Judith Butlers in ihrem bekanntesten Buch „Das Unbehagen der Geschlechter“ aus dem Jahr 1990 implementiert:

„Wie kann man am besten die Geschlechter-Kategorien stören, die die Geschlechter-Hierarchie (gender hierarchy) und die Zwangsheterosexualität stützen?“

Für Judith Butler ist die „Geschlechtsidentität“ ein Produkt der politischen und kulturellen Machtverhältnisse. Die „binäre Beziehung“ Mann und Frau dient der Aufrechterhaltung einer Machtkonstellation. Um diese zu überwinden, muß der Begriff “Geschlecht” bzw. „Gender“ überwunden werden.

„Die Kategorie ‘Geschlecht’ ist die politische Kategorie, die die Gesellschaft als heterosexuell begründet“, zitiert Butler die Feministin Monique Wittig (1935-2003).

Um diese „Machtstrukturen“ bzw. die Polarität Mann-Frau zu überwinden, soll das Geschlecht nicht mehr als „innere Wahrheit“ der Identität gelten, sondern als eine Inszenierung aufgefaßt werden. Dies soll durch das Anstiften einer „Geschlechter-Verwirrung“ (Gender Trouble) geschehen.

Butlers Ausgangspunkt war eine Kritik des klassenkämpferischen Feminismus. Dieser  –  so Butler  –  würde die Gegensätze zwischen den Geschlechtern verstärken. Vielmehr sollte ein Verwischen der Geschlechtsgrenzen angestrebt werden. BILD0222

Susanne Schröter beschreibt die epochale Bedeutung Butlers in „FeMale  –  Über Grenzverläufe zwischen den Geschlechtern“:

„Ende der achtziger Jahre begann man, die sorgfältig errichteten Differenzierungsmerkmale zwischen beiden Kategorien (Männlichkeit und Weiblichkeit, Anm. d. Verf.) teilweise wieder abzutragen, und seit dem Erscheinen von Judith Butlers Buch ‘Gender trouble’ (…) ist es populär, von Geschlecht als sozialer Konstruktion zu reden …“

Facebooks Maßnahme hätte von Judith Butler selbst stammen können. Es hätten auch 580 oder 5.800 sexuelle Identitäten sein können, das Ergebnis wäre dasselbe: Das Geschlecht wird nicht als fest, sondern als willkürlich aufgefaßt. Das Geschlecht ist vielmehr ein Fluidum von Daseinsformen.

Überraschend ist ein solcher Schritt nicht, denn von Anfang an strebten die Verfechter der „Homo-Ehe“ oder der „gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften“ viel mehr an als nur die Durchsetzung der Homosexualität als gesellschaftliche Norm. Sie wollten die Überwindung der Polarität der Geschlechtsformen.

Die Literatur dazu ist reichlich. So kritisierte der kanadische Soziologe Michel Dorais 1999 in seinem Buch „Éloge de la Diversité Sexuelle“ (Lob der sexuellen Vielfalt, es folgt eine eigene Übersetzungen aus dem Französischen):

„Seitdem wir angefangen haben, die Schubladen Männer und Frauen, männlich und weiblich, heterosexuell und homosexuell zu kreieren, haben wir aus dem Auge verloren, was ein sexualisiertes Sein und was eine Bevölkerung in ihrer Vielfalt sind.“

Nach Dorais hat sich der Mensch in einer „binären Logik“ unterjochen lassen und folgert: „Wir leben in einem sexuellen Apartheid-Regime.“  -  Dorais paraphrasiert Simone de Beauvoir und postuliert: „Man ist nicht als Mann oder Frau geboren, man wird erst dazu.“  -  Diese Fiktion sei zu überwinden.

„Fluidum von Geschlechtsdaseinsformen“

Daß es zumindest für einen Teil der Homo-Lobby von Anfang an um viel mehr ging, als um die Einführung von Sonderrechten für homosexuelle Personen, dokumentiert Stefan Timmermanns „Evaluation schwul-lesbischer Aufklärungsprojekte in Schulen“, „Keine Angst, die beißen nicht!“.

Er schreibt: „Ein solcher Perspektivenwechsel muß zusätzlich mit einer Relativierung der Kategorien sexueller Orientierung sowie der Kategorien der Geschlechter einhergehen. Denn die scheinbare Eindeutigkeit konstruierter Systeme, die die Menschen entweder in ‘Männer’ oder ‘Frauen’ bzw. ‘Hetero’- oder ‘Homosexuelle’ einteilen, ist die Grundlage eines binären, biologistischen, essentialistischen, fundamentalistischen und totalitären Denkens, das die Welt nur in Polaritäten wahrnehmen will und kann.… In letzter Konsequenz läuft diese Perspektive auf eine moralische Unterscheidung in ‘Gut’ und ‘Böse’ hinaus“.

Hier wird deutlich, daß es beim Gerede von „Akzeptanz sexueller Vielfalten“ im baden-württembergischen „Bildungsplan 2015“ in Wahrheit um die Implementierung einer Ideologie und einer revolutionären Anthropologie geht und nicht um die Bildung eines Klimas der Toleranz, wie das die Befürworter der grün-roten Regierung verharmlosend behaupten.

Für die Sozialingenieure steht schon seit langem fest, daß auch in den Schulen diese Dekonstruktion der „Geschlechtsidentitäten“ hin zu einem Fluidum von „Geschlechtsdaseinsformen“ vorangetrieben werden soll.

So schreibt Helga Bilden in dem Sammelband „Dekonstruktive Pädagogik. Erziehungswissenschaftliche Debatten unter poststrukturalistischen Perspektiven“ aus dem Jahre 2001 im Aufsatz „Die Grenzen von Geschlecht überschreiten“:

„Identitäten, auch Geschlechtsidentitäten, sind nicht klar, eindeutig und selbstverständlich, wie sie es früher zu sein schienen. Sie müssen neu gedacht werden: kontingent, fluid, nur zeitweise fixiert.“

Jutta Hartmann, eine weitere Exponentin der Dekonstruktionspädagogik, schreibt in „Vielfältige Lebensweise. Dynamisierungen in der Triade Geschlecht – Sexualität – Lebensform/kritisch-dekonstruktive Perspektiven für die Pädagogik“, erschienen 2002:

„Geschlecht, Sexualität und Lebensform als gänzlich gesellschaftlich hervorgebracht begreifend, arbeite ich eine Vorstellung von Handlungsfähigkeit heraus, die die Möglichkeit bewußter Aktivität gegenüber Normen und ein Neuentwerfen von Existenz- und Lebensweisen beinhaltet.“

“Hinterfragen der Heterosexualität“

Die Durchsetzung solcher pädagogischer Zielvorstellungen geschah dermaßen schnell, daß der oben zitierte Stefan Timmermanns zusammen mit Elisabeth Tuider schon im Jahr 2008 das Praxisbuch „Sexualpädagogik der Vielfalt“ veröffentlichen konnte.

In diesem Buch sind viele sexualpädagogische Methoden  –  im wesentlichen sind es Gruppenspiele  –  für den Schulunterricht enthalten. Durch diese sollen die Schüler ihre sexuellen Identitäten hinterfragen.

Timmermanns schreibt: „Ein Sich-Einlassen auf das Verlassen von eindeutigen Identitätsvorstellungen kann bereichernd sein.“  -  Eines der Gruppenspiele in Timmermanns Buch heißt offen „Warum werden Menschen heterosexuell?“  -  Das Ziel des Spieles: „Die Jugendlichen sollen Heterosexualität als Norm in Frage stellen.“

Inzwischen hat das Projekt „Sexuelle Vielfalt“ die Schulen erreicht:

In Berlin wurde 2011 im Rahmen der Initiative „Selbstbestimmung und Akzeptanz sexueller Vielfalt“ ein Sexualkundeunterricht eingeführt, der Kindern ab dem ersten Grundschuljahr beibringen soll, was „sexuelle Vielfalt“ ist. Bekanntlich sind solche Programme in Baden-Württemberg und anderen Bundesländer vorgesehen.

So revolutionär der Schritt Facebooks auch ist, ganz unerwartet kommt er nicht. Glücklicherweise gab es in der realen Welt harsche Reaktionen gegen diese Entwicklung. Vor allem Franzosen lassen sich diese Indoktrination nicht gefallen, doch auch in Deutschland ist die Reaktion gegen den „Bildungsplan 2015“ für hiesige Verhältnisse heftig. Ähnliche Reaktionen gibt es überall auf der Welt.

Der Genderismus ist keine Bürgerbewegung

Ebenso hat sich (reichlich spät) die katholische Kirche gerührt. Die Bischofskonferenzen Portugals, Polens und der Slowakei sowie der Bischof von Chur, Vitus Huonder, haben in letzter Zeit Pastoralbriefe gegen den „Genderismus“ veröffentlicht. P

apst Benedikt XVI. erklärte zu dieser revolutionären Ideologie am 21. Dezember 2012, also wenige Wochen vor seinem Rücktritt: „Die tiefe Unwahrheit dieser Theorie und der in ihr liegenden anthropologischen Revolution ist offenkundig.“

Er führte aus: „Der Mensch bestreitet, daß er eine von seiner Leibhaftigkeit vorgegebene Natur hat, die für das Wesen Mensch kennzeichnend ist. Er leugnet seine Natur und entscheidet, daß sie ihm nicht vorgegeben ist, sondern daß er selber sie macht.“

Sollten diese Reaktionen Beständigkeit entwickelt, ist es nicht naiv, anzunehmen, daß sie entscheidend das Vordringen des „Genderismus“ schwächen.

Diese Doktrin ist wider die Vernunft und widerspricht der wahren Anthropologie. Hinter ihr gibt es keine relevante Bürgerbewegung.

Der Genderismus ist im wesentlichen ein Produkt von Lobbyarbeit und Medienkampagnen und konnte nur aufgrund der mangelnden Reaktion überhaupt so weit kommen.

Mathias von Gersdorff ist katholischer Publizist und Leiter der Frankfurter Aktion “Kinder in Gefahr” sowie des Webmagazins “Kultur und Medien heute”

Erstveröffentlichung dieses Beitrags in der Wochenzeitung “Junge Freiheit”

Foto: Evita Gründler


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