Ägyptischer Publizist fordert von Israel Entschädigung für “biblische Plagen”

„Wir verlangen vom Staat Israel Entschädigung für die zehn Plagen, die unsere Vorväter in Ägypten vor Tausenden Jahren infolge der Flüche der jüdischen Vorväter erleiden mussten.“ CIMG0825

Das schrieb der anerkannte ägyptische Kolumnist Ahmed Al-Gamal kurz vor dem jüdischen Pessachfest und erregte damit großes Aufsehen.

Er hat der neuen Regierung in Kairo vorgeschlagen, Israel anzuklagen:

„Die Juden haben das Land damals mit Heuschrecken geschlagen und die Landwirtschaft zerstört, den Nil mit Blut gefärbt, so dass man kein Wasser trinken konnte, Dunkelheit geschickt, Frösche und die Erstgeborenen getötet“, zählt Al-Gamal in seinem Artikel auf.

„40 Jahre wanderten die Kinder Israels in der Wüste und haben unsere Waren während der Wanderung genossen, die sie vor dem Auszug von uns gestohlen haben“, fügte Al-Gamal hinzu, der Kairo vorschlug, nicht nur Israel anzuklagen, sondern ebenso Frankreich, Großbritannien und die Türkei. Frankreich, weil Napoleon nach Ägypten einmarschierte, Großbritannien wegen der britischen Kolonisation und die Türken wegen der ottomanischen Eroberung.

In den israelischen Medien, besonders auf den religiösen Webseiten, machte die ägyptische Meldung kurze Schlagzeilen und wurde schmunzelnd aufgenommen. Andere betonten, dass zuerst Ägypten Israel entschädigen müsse, einmal wegen der Sklavenarbeit der jüdischen Vorväter und zudem wegen der Tötung aller männlichen jüdischen Babys im Pharaonenreich (vgl. Exodus 1,22).

Quelle: http://www.israelheute.com


Pakistan: Tausende nicht-muslimische Mädchen verschleppt und zwangsverheiratet

Christliche und hinduistische Familien können sich nicht wehren

Jedes Jahr werden im islamisch geprägten Pakistan rund eintausend Mädchen aus christlichen und hinduistischen Familien verschleppt und zur Heirat mit Muslimen gezwungen.

Wie aus einem Bericht hervorgeht, der von der “Bewegung für Solidarität und Frieden“ herausgegebenen wird, in der sich verschiedene Nichtregierungsorganisationen, Vereine und Einrichtungen, darunter auch die “Justitia et Pax”-Kommission der pakistanischen Bischofskonferenz zusammenschließen, werden ein weiteres Mal die bereits in den vergangenen Jahren vom Fidesdienst veröffentlichten Daten bestätigt: Fussmatte__

Nach Schätzungen handelt es sich dabei um 700 Mädchen aus christlichen Gemeinden und 300 Mädchen aus hinduistischen Gemeinden. Dabei handelt es sich um Fälle, die offiziell gemeldet wurden: „Das tatsächliche Ausmaß des Problems ist wahrscheinlich viel größer, denn viele Fälle werden gar nicht bekannt”, heißt es in dem Bericht mit dem Titel: “Forced marriages and forced conversions in the Christian community of Pakistan”.

Die Veröffentlichung dokumentiert Fälle von christlichen jungen Frauen insbesondere in der Provinzen Punjab und von Frauen aus hinduistischen Gemeinden in der Provinz Sindh. Es handelt sich um Mädchen und junge Frauen im Alter zwischen 12 und 25 Jahren aus armen Familien und den unteren Gesellschaftsschichten.

Wenn die Familien Anzeige erstatten, werden sie dabei oft von den Sicherheitsbehörden abgewiesen oder von der Familie des künftigen Ehemanns bedroht. Kommt es zu einer Gerichtsverhandlung, erklären die eingeschüchterten Mädchen häufig, dass sie sich aus eigenem Willen bekehrt und geheiratet haben.

“Wenn sie sich in den Händen der Entführer befinden, dann werden die Mädchen oft sexuell missbraucht und geschlagen oder sie werden Opfer von Menschenhandel”, heißt es in dem Bericht, der auch den historischen und sozialen Kontext des Phänomens beschreibt  und der “die mangelnden rechtlichen und politischen Garantien zum Schutz der Menschenrechte für religiöse Minderheiten“beklagt.

Dominikanerpater James Channan, der das “Peace Center” in Lahore leitet, erklärt gegenüber dem Fidesdienst:

“Das Phänomen existiert. Es ist wirklich alarmierend und besorgniserregend für Christen und Hindus, die sich unsicher und angreifbar fühlen.

Wir haben uns mit verschiedenen Fällen der Zwangsverheiratung befasst: die jungen Frauen kommen aus weniger wohlhabenden Schichten und oft sind es reiche Muslime die dies ausnutzen und sie missbrauchen. Ich habe den Eindruck, dass Christen und Hindus in Pakistan immer noch Opfer sozialer, religiöser und politischer Diskriminierung werden und dass dieses Phänomen zunimmt“. 

Quelle: vatikanischer Fidesdienst / Foto: IGFM


Berlin: Alevitische Gemeinde feiert Jubiläum und dankt dem deutschen Staat

Von Michael Leh

Bundespräsident Joachim Gauck hat das „Newroz“-Frühlingsfest der Alevitischen Gemeinde in Berlin besucht. In seiner Ansprache würdigte er zugleich das 25-jährige Bestehen des alevitischen Verbandes. Foto 2 - Gauck und Mat sn

Die Aleviten hätten viel errreicht und seien als Religionsgemeinschaft anerkannt, sagte Gauck. In neun Bundesländern gebe es mittlerweile regulären alevitischen Religionsunterricht an Grundschulen.

Die Aleviten hätten bei uns Rechte erlangt, die ihnen „anderswo“ verwehrt seien, erwähnte der Bundespräsident, ohne ihr Herkunftsland Türkei beim Namen zu nennen.

FOTO: Bundespräsident Joachim Gauck und der Bundesvorsitzende der Alevitschen Gemeinde, Hüseyin Mat (links), beim alevitischen Newroz-Fest in Berlin.

Der Bundesvorsitzende der Alevitischen Gemeinde, Hüseyin Mat, erklärte: „Wir können hier unseren Glauben frei ausüben und erfahren Anerkennung und Würdigung. Ich möchte mich ganz herzlich beim deutschen Staat dafür bedanken: Danke Deutschland!“

Die Alevitische Gemeinde zu Berlin ist die älteste alevitische Organisation außerhalb der Türkei, erklärte deren Vorsitzender Ahmet Taner. Sie sei 1979 einige Monate nach dem Massenmord an Aleviten in der türkischen Kreisstadt Maras als Reaktion auf dieses Verbrechen gegründet worden. Foto 3 Geschenk an Gauck

FOTO: Als Gastgeschenk überreichten die Alevitendem  Bundespräsidenten ein Bildnis des anatolischen Mystikers Hadschi Bektasch, der im 13. Jahrhundert lebte und von den Aleviten verehrt wird. Links neben Gauck: Die stellv. Generalsekretärin der Alevitischen Gemeinde, Melek Yildiz. 

In Deutschland sei den Aleviten eine Wertschätzung entgegen gebracht worden, die sie „in dieser Form als Glaubens- und Kulturgemeinschaft nicht kannten“, sagte Taner.

Die stellvertretende Generalsekretärin der Alevitischen Gemeinde Deutschland, Melek Yildiz, betonte: „Die freiheitlich demokratische Grundordnung ist für uns von unschätzbarem Wert.“

Deutschland sei für viele Aleviten ein „Ort der Freiheit und eine Heimat“. Die Rechte, die sie hier genössen, seien ihnen in ihrem Herkunftsland Türkei bis heute verwehrt. In Deutschland leben 700.000 Aleviten.

Beim Besuch des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan im Februar hatten die Aleviten eine große Protest-Kundgebung am Brandenburger Tor abgehalten. In einem Offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel warfen sie Erdogan einen „antidemokratischen und diktatorischen Regierungsstil“ vor.

Unser Autor Michael Leh (von dem auch die beiden Fotos stammen) ist politischer Journalist und lebt in Berlin

 

 


Iran: Bürgerrechtlerin begeht ihren Geburtstag im Folter-Gefängnis

Aktions-AUFRUF der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte:

Geburtsdatum:  5. April 1981  Bahareh-Hedayat_01_77ebfd7377
Tätigkeit:           Studenten- und Frauenrechtsaktive
Verhaftung:       zahlreiche Verhaftungen, zuletzt am 31.12.2009
Verurteilung:      zu insgesamt 10 Jahren Haft

Bahareh Hedayat ist eine der bekanntesten Bürgerrechtlerinnen des Iran. Wegen ihres Einsatzes für Frauenrechte wurde sie zu einer 10-jährigen Haftstrafe verurteilt.

Ihren Geburtstag (* 5. April 1981) muß die verheiratete Frau in dem für Foltermaßnahmen berüchtigten Evin-Gefängnis in Teheran verbringen.

Die IGFM schickt ihr einen Geburtstagsgruß  –  machen Sie mit und posten Sie auf Ihrer Facebookseite oder über YouTube ebenfalls einen Gruß an Bahareh!

Die IGFM ist dankbar für eine Kopie davon.

Weitere Infos zu Frau Hedayat: http://www.igfm.de/iran/aktuelle-appelle/iran-frauenrechtlerin-bahareh-hedayat-zu-10-jahren-haft-verurteilt/

Kontaktdaten der IGFM:
Internationale Gesellschaft für Menschenrechte
Borsigallee 9 in 60388 Frankfurt a. Main
Tel.: 069-420108-11, Fax: 069-420108-33
info@igfm.de
www.menschenrechte.de

Pakistan: heute Gebetsaktion für die zum Tode verurteilten Christen

Am heutigen 28. März kamen Christen in Lahore zu einer Aktion des Gebets und Fastens für die auf der Grundlage falscher Anschuldigungen wegen angeblicher Blasphemie zum Tode verurteilten Asia Bibi und Sawan Masih zusammen. 0018

Asia Bibi wartet auf das Berufungsverfahren, während Sawan Masih am gestrigen März zum Tode verurteilt wurde. Er soll in einem Gespräch mit einem Muslim im März 2003 den “Propheten” Mohammend beleidigt haben.

Diese Anschuldigung führte damals zur Reaktion von rund 3000 aufgebrachten Muslimen, die am 9. März 2013 die “Joseph Colony” in Lahore verwüsteten. Seine Anwälte wollen Berufunge einlegen.

Wie Beobachter berichten, fand das Gebet für die beiden Todgeweihten im Kleinen Seminar St. Mary in Lahore statt. Es nahmen Priester, Ordensleute, Seminaristen und Laien teil. Dabei standen Gebete, Gesänge und Lesungen aus der Bibel sowie Erfahrungsberichte von Augenzeugen auf dem Programm.  

Wie der teilnehmende Katechist Pervez Paulus betonte, gibt es für die Einwohner des christlichen Stadtviertels bis heute weder Gerechtigkeit noch Schadenersatz. Die Opfer seien „traurig und fühlen sich ohnmächtig”. Sie hoffen betr. der Todesurteile nun auf das Hohe Gericht in Lahore.

Quelle: Fidesdienst


Libyen: Terror gegen Christen nimmt zu

Schlechtere Sicherheitslage nach der Ära Gaddafi

Am 2. März wurde im libyschen Bengasi, Bezirk Jarutha, die Leiche eines ägyptischen Mannes gefunden. Ein eintätowiertes Kreuz an seiner Hand weist ihn als koptischen Christen aus.  Nachrichten_Gebetsmail_Kopfbalken.indd

Er ist das 8. Todesopfer einer Serie von Morden an ägyptischen Christen innerhalb von nur einer Woche, nachdem bereits am 24. Februar sieben Kopten tot aufgefunden worden waren. Ein weiterer Christ überlebte einen Anschlag schwer verletzt.

Ein Open Doors-Mitarbeiter berichtet von zahlreichen Übergriffen gegen koptische Christen einschließlich Verhaftungen, Folter und Morden wie am 24. Februar:

“Nach unseren Informationen sind die Angreifer sehr gezielt vorgegangen. Die in der vergangenen Woche getöteten sieben ägyptischen Christen wurden von bewaffneten Männern aus ihren Wohnungen entführt, die auf der Suche nach Christen waren.”

Ihre Leichen fand man später mit gebundenen Händen und einer einzelnen Schusswunde an einem Strand bei Bengasi, wo sie offenbar regelrecht exekutiert worden waren. Andere Christen konnten entkommen.

Seit dem Fall des langjährigen Diktators Gaddafi hat sich die Sicherheitslage in Libyen deutlich verschlechtert. Zahlreiche islamistische Gruppierungen können nahezu ungehindert agieren und finden Zulauf aus der Bevölkerung.

Auf dem Open Doors-Weltverfolgungsindex, einer Liste der Länder, in den Christen weltweit am stärksten verfolgt werden, belegt Libyen derzeit Rang 13.

Quelle (Text/Foto): christliches Hilfswerk Open Doors


Berlin: Kritik an Klaus Wowereit aus den eigenen SPD-Reihen

Berlins regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) ist aus Reihen der eigenen Partei für seine Schirmherrschaft über die deutsch-türkische Kulturolympiade kritisiert worden.

Wie Spiegel-online berichtet, soll die Veranstaltung von Anhängern der Gülen-Bewegung organisiert worden sein. Die vom einflußreichen Prediger Fethullah Gülen gegründete islamische Sekte besitze einen “integrationsgefährdenden” Charakter, heißt es in einem Brief des Vorsitzenden der SPD-Arbeitsgruppe „Migration und Vielfalt Berlin“, Aziz Bozkurt.

BILD: Moschee in Köln (Foto: Dr. Bernd F. Pelz)

Gülen sei in der Türkei als „Bollwerk gegen sozialdemokratische Bewegungen“ gegründet worden, kritisiert Bozkurt. Durch ihr „antidemokratisches Verhalten“ besitze sie auch eine Verantwortung für die „Gleichschaltung der Exekutive und der Judikative sowie der Medien“ in der Türkei, heißt es weiter.

Wowereit solle daher seine Schirmherrschaft für das Nordfinale des Talentwettbewerbes überdenken. Organisiert wird die Veranstaltung vom Dachverband Acadamy in Frankfurt am Main. Dieser bestreitet, Teil der Gülen-Bewegung zu sein.

Ein Sprecher des Berliner Senats bestätigte, bereits in der Vergangenheit mit dem Trägerverein der Veranstaltung zusammengearbeitet zu haben. Dabei sei alles korrekt abgelaufen. Im vergangenen Sommer wurde bekannt, daß der Leipziger Ortsverband der SPD wahrscheinlich beinahe von türkischstämmigen Gülen-Anhängern übernommen worden wäre.

Quelle: http://www.jungefreiheit.de

Unser Autor Michael Leh schrieb hier ausführlich über diese Gülen-Bewegung: http://charismatismus.wordpress.com/2014/02/24/bildungs-dschihad-der-finanzstarken-turkischen-gulen-bewegung-auch-hierzulande/


Pakistan: Junge Christin auf der Flucht von Taliban-Terroristen erschossen

Eine junge Christin wurde von radikal-islamischen Taliban im Norden von Pakistan ermordet. Wie Beobachter berichten, soll die junge Frau gemeinsam mit ihrem Cousin, der vor einigen Jahren zum Christentum konvertiert war, auf der Flucht gewesen sein. Kreuzkuppel

Nach seiner Bekehrung war der junge Mann als “Abtrünniger” von den Taliban verfolgt worden. In den vergangenen Tagen hatten die Milizionäre das Versteck der beiden entdeckt und auf der Flucht wurde die junge Frau erschossen, während es ihrem Cousin gelang, den Taliban ein weiteres Mal zu entkommen.

Pakistanische Christen fordern in diesem Zusammenhang das Eingreifen der Institutionen zum Schutz der Minderheiten und aller Bürger gegen die Gewalt der Taliban

Im Dialog zwischen Regierung und Taliban in Pakistan kam es unterdessen zu einem Stillstand, nachdem die Taliban in den vergangenen Wochen erklärten, es bestehe keine Möglichkeit des Friedens, so lange es in Pakistan keinen “politischen und juristischen Wandel gibt und die islamischen Gesetze offiziell anerkannt werden”.

Die Regierung des Premierministers Nawaz Sharif bemüht sich nach jahrelangen Konflikten weiter um “Verhandlungen”, wobei die Gespräche jedoch im Februar nach einer Reihe von Terrorattentaten der Taliban unterbrochen wurden.  

Quelle: Fidesdienst / Foto: Petrusbruderschaft


Nord-Nigeria: In diesem Jahr bereits 528 Tote durch radikal-islamischen Terror

Vor allem Männer und Jungen werden ermordet

Die Zahl der Todesopfer durch die islamistische Terrororganisation Boko Haram ist mit dem Anschlag in der Nacht vom 24. auf den 25. Februar seit dem 1. Januar 2014 auf 528 gestiegen, berichtet die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM).   kinder_witwe_buzu

Die Gewalt erreichte eine neue Eskalationsstufe, als mutmaßliche Boko Haram-Mitglieder eine staatliche Schule in Buna Yabi im Bundesstaat Borno im Nordosten Nigerias angriffen. Sie trennten Jungen und  Mädchen, um dann die Jungen umzubringen.

Nach Angaben der IGFM richten Boko Haram und mit ihnen verbündete Islamisten bereits seit einiger Zeit ihre Angriffe gezielt gegen die männliche Bevölkerung, während sie die Frauen „verschonen“.

Dr. Emmanuel Ogbunwezeh, Nigeria-Experte der IGFM, nannte das Resultat dieser Strategie „eine Epidemie von Witwen und Waisen“. Ohne Männer, oft genug all ihrer Habe beraubt, stehen die Witwen alleine da; angesichts der schlechten wirtschaftlichen Lage und des mangelhaften sozialen Netzes haben sie von Seiten der Regierung kaum Hilfe zu erwarten.

Hinterbliebene Frauen sollen zur Belastung werden

„In einer patriarchalischen Gesellschaft wie Nigeria, und noch mehr nach dem islamistischen Weltverständnis von Boko Haram, gelten Frauen als hilflos und sind ohne Ehemann und Familie nicht in der Lage, für sich zu sorgen“, erklärt Ogbunwezeh. RTEmagicC_logo_Homepage_quad_gif

Nach dem Tod der Männer würden die Frauen entweder ihren überlebenden Verwandten zur Last fallen oder auf sich alleine gestellt zugrunde gehen – beides ist laut Ogbunwezeh für die Islamisten ein wünschenswertes Ergebnis. Boko Haram sehe den Konflikt in Nordnigeria als einen Krieg zwischen Rechtgläubigen und Ungläubigen und greife zunehmend zu Taktiken, die Kriegsverbrechen ähnelten. 

Ogbunwezeh trat der verbreiteten Darstellung entgegen, die Bevölkerung in Nordnigeria sei muslimisch und nur wenige Nichtmuslime lebten dort. Tatsächlich seien in den mittleren Regionen wie in Jos oder im Süden von Kaduna zahlreiche, verschiedene Bevölkerungsgruppen beheimatet. Laut Volkszählung von 2010 stellten die Christen einen Anteil von 50,8 Prozent der Bevölkerung, die Muslime 48,8 Prozent, während andere Glaubensrichtungen etwa 0,4 Prozent ausmachten, so Dr. Ogbunwezeh, Afrika-Referent der IGFM.

Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM)
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Nordkorea und Iran rücken enger zusammen: Diktaturen unter sich

Am vergangenen Montag empfing der iranische Außenminister Zarif den stellv. Außenminister Nordkoreas. Zarif unterstrich bei dem Treffen die Entschlossenheit der iranischen Regierung, angesichts gleicher Sichtweisen in vielen regionalen und internationalen Angelegenheiten eine nachhaltige Beziehung zu Pjöngjang aufzubauen. IGFM_Logo_blau_R32 G90 B165

„Dass Teheran in der Außenpolitik Gemeinsamkeiten mit Nordkorea entdeckt, zeigt erneut, dass das zurzeit gemäßigte Auftreten des iranischen Regimes gegenüber dem Westen eine Farce ist“, so die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM).

Zarif versicherte dem nordkoreanischen Abgesandten Ri Gil Song Teherans Unterstützung bei einer Wiedervereinigung Koreas, während Ri Gil Song die Unterstützung der nordkoreanischen Regierung und des nordkoreanischen Volkes für „die friedliche Atompolitik des Irans“ zum Ausdruck brachte. „Wir haben die Ausübung von politischem und wirtschaftlichem Druck auf den Iran immer abgelehnt“, so Ri Gil Song weiter.

Unterdrückung, Folter und Hinrichtungen

Das Interesse der internationalen Öffentlichkeit richtet sich sowohl was den Iran als auch Nordkorea anbelangt, zumeist auf ihre Atomprogramme.

Dabei rückt das diktatorische Vorgehen beider Staaten gegen Andersdenkende oft in den Hintergrund. In Nordkorea leiden zwischen 80.000 und 120.000 politische Häftlinge in Gefangenenlagern unter schwerster Zwangsarbeit, Hunger und Folter.

Auch im Iran gibt es hunderte wenn nicht gar tausende von politischen Gefangenen, die unter unmenschlichen Bedingungen festgehalten werden, stellt die IGFM fest. Zudem habe es in beiden Ländern im letzten halben Jahr zahlreiche Hinrichtungen gegeben.

Erst kürzlich berichtete eine UN-Untersuchungskommission über die zahlreichen schweren Menschenrechtsverletzungen in Nordkorea. „Dass der Iran bilaterale Verbindungen zu einem Regime pflegt, gegen das die UNO Beweise für Verbrechen gegen die Menschlichkeit gesammelt hat, ist völlig inakzeptabel und lässt auch wenig Hoffnung auf eine Verbesserung der Menschenrechtslage im eigenen Land“, erläutert Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM.

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