Erschien die Himmelskönigin in Marpingen?

Von Felizitas Küble

Zu jenen “Botschaften”, die in der erscheinungsbewegten Szene hierzulande oft und gern zitiert werden, gehören auch die Worte der “Madonna” zu Marpingen.

In jener saarländischen Gemeinde, in der schon einst zur Bismarckzeit angebliche (kirchlich nicht anerkannte) “Erscheinungen” stattgefunden haben,  soll sich die Gottesmutter Ende der 90er Jahre erneut einigen Mädchen im Erwachsenenalter gezeigt und ihnen “Botschaften” übermittelt haben. Diese Privatoffenbarungen aus dem vorigen Jahrhundert wurden kirchlich ebenfalls nicht bestätigt. 1069810

Doch das ficht die Schar der Getreuen nicht an, unter denen sich auffallend viele Medjugorje-Anhänger befinden, zumal hinsichtlich des Schrifttums über Marpingen, darunter zB. Pater Jörg Müller oder Pfarrer Albrecht von Raab-Straube.

Ein immer wiederkehrendes Plädoyer für die Marpingen-Visionen findet sich in einem Buch, das den rational klingenden Titel trägt: “Visionen und die Frage ihrer Echtheit”.

Diesen Sammelband mit sechs Autoren hat der erscheinungsgeneigte Oros-Verlag in Münster-Altenberge herausgebracht.

Wer nun aufgrund des Buchtitels ein eher distanziertes, zumindest wissenschaftlich zurückhaltendes Werk erwartet, sieht sich weitgehend enttäuscht, geht es doch vor allem um Empfehlungen für Medjugorje und Marpingen, stellenweise sogar um Zustimmung für Heroldsbach.

Diese “Marienerscheinung” (Bistum Bamberg) aus dem 50er Jahren des 20. Jahrh. wurde kirchlich strikt abgelehnt  –  und dieses Nein des zuständigen Bischofs und der vatikanischen Glaubenskongregation damals sogar von Papst Pius XII. (siehe Abbildung) persönlich bestätigt. pabst-pius-xii-

So gibt Pater Jörg Müller in seinem Beitrag (S. 11 ff) schon nach wenigen Einleitungssätzen zu verstehen, daß die “Gottesmutter” auch in Heroldsbach “Botschaften” verkündet habe, darunter der “Gehorsam dem Papst gegenüber”  – was gerade im Zusammenhang mit Heroldsbach wohl etwas drollig wirkt.

Reichlich merkwürdig überdies die Behauptung Müllers schon auf der nächsten Seite, angeblich hätten sich die “Behörden und der Bischof” gegen die Seherkinder von Medjugorje gestellt, “drohen mit Gefängnis und streuen Lügen unters Volk.”  –  Der haltlose Lügen-Vorwurf gegen den Bischof wird freilich ebenso wenig belegt wie die angebliche Gefängnisdrohung.

“Die Sonne verwandelte sich in ein Herz”

Natürlich ist auch Pater Müller ein begeisterter Anhänger der Erscheinungen zu Marpingen, schrieb er doch ein eigenes Buch hierüber mit dem nicht leicht nachvollziehbaren Titel: “Von Maria zu reden ist gefährlich”.

Für den Autor ist gleichwohl alles klar, zumal es in dieser saarländischen Gemeinde ein phänomenales “Sonnenwunder” zur Bestätigung der Erscheinungen gab:

“In Marpingen zeigte das französische Fernsehen das halbstündige Drehen der Sonne mit dem Sprühen kleiner Sternchen und der Verwandlung der Sonne in ein Herz.”   media-372515-2

Herz, was will man mehr?!  – Die Frage nach der theologischen Bedeutung derartiger Mirakel wird verständlicherweise gleich gar nicht gestellt. Oder wie sollte eine einleuchtende Antwort aussehen?

Die “Botschaften” von Marpingen sind mit den weichgespülten Dauersprüchen von Medjugorje eng verwandt bzw. kompatibel.

So läßt uns Pater Müller erfreut wissen, daß es keinen 3. Weltkrieg geben wird, weil das “Jesus” der Marpinger Seherfrau Marion am 6.9.1991 offenbarte: “Hab keine Angst, es wird keinen dritten Weltkrieg geben…Ich bin kein strafender Gott.”

Zweifellos ein merkwürdiger Zusammenhang: Gott ist sehr wohl laut biblischem Zeugnis und kirchlicher Lehre auch ein strafender Gott (der das Gute belohnt und das Böse bestraft) –  und zwar unabhängig von der Frage nach einem 3. Weltkrieg.

Freilich vergißt der Verfasser nicht zu erwähnen, daß auch die Madonna zu Medjugorje am 12.7.1982 verkündet habe: “Es wird keinen dritten Weltkrieg geben.”

Wohlgemerkt: Unsererseits wird nicht das Gegenteil behauptet, sondern diese Frage vielmehr offen gelassen.

Immer dasselbe: Zuckerbrot oder Peitsche?

Es fällt freilich bei der Betrachtung der immer zahlreicher werdenden “Erscheinungen” auf, daß die meisten davon entweder nach Zuckerbrot (“Gott straft nicht…”) oder nach Peitsche (Drohbotschaften) klingen  –  es fehlt der gediegene, bodenständige Glaube jenseits von Panikmache und Süßholzgeraspel.

Ebenfalls auf S. 14 zitiert Pater Müller folgende Medju-Botschaft vom 12.10.1981: “Rußland verehrt Gott am meisten.”  – Abgesehen davon, daß der Allmächtige (im Unterschied zu den Heiligen) nicht nur “verehrt”, sondern angebetet wird, ist dieser Superlativ für Rußland angesichts der Realitäten nicht nachvollziehbar: Die Kirchenbesucherzahlen sind dort auch Jahrzehnte nach dem Ende der kommunistischen Diktatur sehr niedrig, die Faszination des Aberglaubens, der Scharlatanerie und der Esoterik aber umso stärker.

Natürlich hadert der Autor wie so viele Erscheinungsbegeisterte mit den “kirchlichen Behörden”, weil diese sich in aller Regel gegenüber außergewöhnlichen “mystischen” Vorkommnissen reserviert geben.

Wenngleich er ihre grundsätzliche Berechtigung bejaht, beanstandet er, daß viele  Untersuchungskommissionen von vornherein “von Ablehnung und Widerstand geprägt” seien: “Hier zeigt sich aber regelmäßgi das Unvermögen der Geistlichkeit im Umgang mit Mystik und Prophetie.

Der Geistliche ist davon überzeugt: “Das Volk hat die bessere Nase”   – und er zitiert den früheren israelischen Ministerpräsidenten David Ben Gurion mit seinem bekannten Spruch: “Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist.”

Weder Wundersucht noch Wunderflucht

Offenbar ist dem Verfasser nicht klar, daß es zwischen Wundersucht und Wunderflucht eine gediegene Grundhaltung gibt, welche sehr wohl die biblisch bezeugten Wunder bejaht, aber gleichwohl nicht bald jeder nachbiblischen Privatoffenbarung oder Vision hinterherläuft.

Sodann befaßt sich Pfarrer Albrecht von Raab-Straube ebenfalls mit der kirchlichen Einordnung von Erscheinungen unter dem sachlich-nüchternen Titel “Kriterien der Unterscheidung” (S. 18 ff). 023_20A

Viele Passagen seines Beitrags, vor allem seine einleitenden Ausführungen sind  –  soweit sie das Thema allgemein beleuchten  –  größtenteils zutreffend. 

Immerhin wird Kardinal Prosper Lambertini (siehe Abbildung) zitiert, der spätere Papst Benedikt XIV., der bekanntlich auf klassische Weise die kirchliche Stellung gegenüber Privatoffenbarungen festlegte.  

Dabei stellte Lambertini schon vor vielen Jahrhunderten klar, daß auch kirchlich genehmigte Erscheinungen durchaus nicht verbindlich für die Gläubigen sind:

“Eine Zustimmung des katholischen Glaubens wird anerkannten Privatoffenbarungen in diesem Sinne nicht geschuldet und sie ist auch nicht möglich.”

Natürlich gilt dieses Prinzip erst recht für kirchlich nicht-anerkannte Erscheinungen.

Warum ist nun ein katholischer verpflichtender Glaube auch bei “anerkannten” (gebilligten, genehmigten) Privatoffenbarungen weder nötig noch “möglich”? 

Weil die Kirche jene Privatoffenbarungen nicht mit ihrer übernatürlichen bzw. unfehlbaren Autorität bestätigt, sondern lediglich aufgrund von sog. “Regeln der Klugheit”, welche jene Erscheinungen als glaubwürdig und “wahrscheinlich” darstellen, wie Lambertini erläuterte.

Kann Maria die Welt “retten”?

Ab S. 68 zitiert der Autor  eine Reihe “Botschaften” von Marpingen, wobei er sicherlich jene Worte des “Himmels” auswählte, die ihm theologisch besonders gut und ansprechend erscheinen.  media-443490-2

So soll Maria z.B. am 26.5.1999 der jungen Seherin Judith gesagt haben, daß der Rosenkranz ihr (der Madonna) “viel Macht in die Hand gebe” – und zwar “um die Welt zu retten, um die Welt dem Vater zurückzugeben”.  

Maria ist aber keine “Retterin”, sondern als Königin der Heiligen unsere größte Fürsprecherin. Die Welt “gerettet” hat allein Christus, der HERR, durch seinen Opfertod am Kreuz.

Sodann erfolgt die häufige Aufforderung, für die “Bekehrung der Sünder” zu beten, wobei sich die Frage stellt: Sind wir etwa nicht alle “Sünder”? – Wäre daher nicht besser von einer Bekehrung der “Ungläubigen” die Rede?!

Am 5.9. desselben Jahres soll die Himmelsmutter gesagt haben: “Ihr habt zwei sehr schlimme Kriege erlebt. Ich habe dies zugelassen, um zu zeigen, was geschieht, wenn ihr euch euch selbst überlaßt.”  – Etwas “zulassen” (oder nicht zulassen) kann allein der allmächtige Gott, nicht jedoch ein Geschöpf wie die selige Jungfrau, selbst wenn sie das am meisten begnadete Geschöpf ist.

Am 8.8.1999 wendet sich die Erscheinungsmadonna von Marpingen wie folgt an die Seherin Judith: “Ich kenne auch jede Einzelheit eures Lebens, jeden Augenblick, jeden Herzschlag, jeden Atemzug, alles, alles was ihr tut, um all das weiß ich.”  –  Hierbei ist aber daran zu erinnern, daß die Gottesmutter als Geschöpf nicht allwissend ist, denn diese Eigenschaft ist allein göttlicher Natur.

Keine Angst mehr vor dem Tod?

Während Christus seinen Aposteln wirklichkeitsgetreu gesagt hat: In dieser Welt habt ihr Angst, aber siehe: Ich habe die Welt überwunden”  –  womit ER die kreatürliche (geschöpfliche) Angst bestätigt  – klingt dieser Punkt in Marpingen ganz anders, noch dazu ausgerechnet hinsichtlich der stärksten, einer existentiellen Furcht des Menschen: seiner Angst vor dem Tod.

Hierzu heißt es ganz locker durch die Visionärin Marion: “Man braucht keine Angst vor dem Tod zu haben, das ist so schön! Wir brauchen nichts zu fürchten.”

Die ebenfalls noch junge Seherin Judith bläst in dasselbe Horn mit folgender “Botschaft” vom 17.10.1999: “Vor dem Tod braucht man keine Angst zu haben. Der Tod ist nur ein Übergang, ein Hinübergehen… Es gibt einen Himmel und es gibt eine Hölle, nur die Entscheidung, wo jeder einmal sein wird, trifft jeder Mensch selbst, Gott verdammt niemanden.”   0018

Abgesehen davon, daß es vor dem Endgericht neben Himmel und Hölle auch noch ein Fegefeuer gibt,  heißt es in der Heiligen Schrift ganz realistisch, daß der Tod ein großer Feind des Menschen ist. So stehen die Aktien! 

Und in 1. Kor 15,26 ist hinsichtlich der Wiederkunft Christi davon die Rede, daß “der letzte Feind, der vernichtet wird, der Tod ist”.   –  Es handelt sich also sehr wohl um einen “Feind”  – und vor einem solchen hat die Kreatur (dsa Geschöpf) eine ganz natürliche Furcht, Christen nicht ausgenommen, wenngleich sie durchaus von zuversichtlicher Himmelshoffnung geprägt sein dürfen und sollen. Das hebt aber die “existentielle” Angst vor dem Tod nicht einfach auf.

Damit soll keineswegs Panik erzeugt, sondern nur die Lebenswirklichkeit der Menschen (auch der Gläubigen) nüchtern zur Sprache kommen.

Endzeitlicher Chiliasmus läßt grüßen!slider3-640x360

Typisch für diese weichgespülte Erscheinungtheologie ist dann auch die Irrlehre vom christlichen Paradies auf Erden, von einem universalen irdischen Friedensreich noch vor der Wiederkunft Christi.

Auch dieser  – von der Kirche seit jeher abgelehnte  –  Millenarismus bzw. Chiliasmus wird in Marpingen am 8.9.1999 verkündet:

“Ihr dürft euch dann auf die “neue” alte Welt freuen. Dann nämlich wird es keine Gottlosen mehr geben. Alles wird im Einklang mit den 10 Geboten sein und das Böse wird es eine Zeitlang nicht mehr geben. Habt keine Angst.”

Abschließend kommt das viel strapazierte Wort von den “Früchten” der Erscheinungen, wobei es aufschlußreich ist, was der Autor hauptsächlich unter “Früchten” versteht, nämlich auffallende Phänomene und Schauwunder, die kirchlicherseits zu prüfen seien, wie er schreibt: “….oft behauptete Wunder, Heilungen und Sensationen wie Veränderungen an der Sonne, tränende Figuren, Düfte usw.”

Schon die bisherige Auswahl an Erscheinungs-Zitaten (die noch dazu allesamt von der Pro-Marpingen-Seite ausgewählt wurden!) zeigt zur Genüge, daß diese “Botschaften” nicht vom Himmel kommen können, weshalb dort auch keine Madonna erschienen ist.

Felizitas Küble leitet den katholischen KOMM-MiT-Jugend-Verlag und das Christoferuswerk in Münster

 


Medjugorje – eine unendliche Geschichte?

Von Felizitas Küble

Obwohl sich die für Medjugorje zuständigen Oberhirten (erst Bischof Zanic, danach Peric) deutlich gegen die Echtheit der angeblichen “Marienerscheinungen” ausgesprochen haben, obwohl die dortige Bischofskonferenz zweimal amtlich erklärte, keine “Übernatürlichkeit” jener Phänomene feststellen zu können, behaupten viele Medju-Anhänger immer wieder, “die Kirche” könne kein endgültiges Urteil über diese Privatoffenbarung verkünden, solange die Erscheinungen in Medjugorje anhalten. bildma1

Diese Sichtweise ist jedoch kirchenrechtlich unsinnig und historisch unhaltbar, wie allein schon der Fall Heroldsbach (Bistum Bamberg) zeigt: Jene “Marienerscheinungen” Anfang der 50er Jahre wurden sehr wohl kirchlich eindeutig abgelehnt, obwohl sie jahrelang weiter andauerten.

Sodann wird von Medjugorje-bewegter Seite mitunter der irreführende Eindruck erweckt, als sei allein schon die Einrichtung der vatikanischen Untersuchungskommission eine Art “Seitenhieb” gegen den dortigen kritischen Bischof; als diene dieses Gremium quasi als eine “Korrektur-Instanz”.

Auch diese Deutung ist haltlos, wie erneut das Beispiel Heroldsbach belegt: Damals gelangte der dortige Bischof zu einem klaren “Nein” gegenüber den vermeintlichen Erscheinungen  – und diese Ablehnung wurde von der römischen Glaubenskongregation (damals: Hl. Offizium) bestätigt und von Papst Pius XII. bekräftigt. media-372515-2

Laut Kirchenrecht ist der Diözesanbischof zuständig für die Beurteilung von Privatoffenbarungen  –  und der Vatikan schaltet sich nur dann ein, wenn es der betreffende Bischof wünscht oder wenn die Phänomene (wie im Fall Medjugorje) internationale Ausmaße annehmen (Millionen Pilger aus aller Herren Länder).

Gleichwohl stellt sich die Frage, ob in puncto Medjugorje evtl. deshalb nach über 33 Jahren noch kein Ende der “Erscheinungen” in Sicht ist, weil so der Anhängerschar suggeriert werden kann, solange die “himmlischen Botschaften” anhalten, könne die Kirche angeblich kein definitives Urteil fällen.

Wo bleibt das angekündigte “sichtbare Zeichen”?

Ein weiterer pikanter Gesichtspunkt könnte zudem auch eine Rolle spielen:

Bereits Anfang der 80er Jahre wurde von Medjugorje-Sehern öffentlich angekündigt, daß die Erscheinungen am Ende durch ein auffallendes Wunder bzw. “sichtbares Zeichen” in aller Öffentlichkeit bezeugt bzw. vom Himmel her bestätigt würden.

Es handle sich hierbei um ein “Zeichen, das der Menschheit gegeben” wird und das ihrer Bekehrung dienen solle.

Hierzu heißt es auf der Medjugorje-Webseite wörtlich:

“Nach den Ankündigungen wird das sichtbare Zeichen am Ort der Erscheinungen von Medjugorje auftreten, damit die ganze Welt es sehen kann. Das Zeichen wird als Beweis für die Erscheinungen gegeben und damit die Menschen wieder zum Glauben kommen.”  

(Quelle hier –  unter “Botschaft” vom 26.12.1982: http://www.medjugorje.de/botschaften/alle-botschaften/page/39.html?tx_medjumessage_pi1%5Bcontroller%5D=Message)

Das bedeutet, daß die Medjugorje-Seher sich durch diese Ankündigung gewissermaßen selbst die Hände gebunden haben, denn wenn die “Erscheinungen” beendet werden, muß der “Menschheit” dieses “sichtbare Zeichen” geboten werden.

Alles Weitere liegt auf der Hand.

DIESER ARTIKEL wurde auch auf KATHNEWS übernommen: http://www.kathnews.de/medjugorje-eine-unendliche-geschichte

 

 


Medjugorje: Die “Mutter der ganzen Welt” sendet die “Apostel meines Lichtes”…

“Privatbotschaft der Muttergottes” vom 2. Juli 2014 an Mirjana Dragicevic-Soldo:

„Liebe Kinder! Ich, Mutter von euch, die ihr hier versammelt seid, und Mutter der ganzen Welt, segne euch mit dem mütterlichen Segen und rufe euch auf, euch auf den Weg der Demut zu begeben.

Dieser Weg führt zum Kennenlernen der Liebe meines Sohnes. Mein Sohn ist allmächtig, Er ist in allem. Wenn ihr, meine Kinder, dies nicht erkennt, dann regiert über eure Seele Dunkelheit/Blindheit. Nur die Demut kann euch heilen.  1_0_744292

Meine Kinder, ich habe immer demütig, mutig und in Hoffnung gelebt. Ich wusste, ich habe es erkannt, dass Gott in uns ist und wir in Gott. Das gleiche ersuche ich von euch.

Ich möchte euch alle mit mir in der Ewigkeit haben, denn ihr seid ein Teil von mir. Auf eurem Weg werde ich euch helfen.

Meine Liebe wird euch umhüllen wie ein Mantel und aus euch Apostel meines Lichtes, des Lichtes Gottes machen. Mit der Liebe, die aus der Demut hervorkommt, werdet ihr Licht bringen, wo Dunkelheit/Blindheit herrscht.

Ihr werdet meinen Sohn, der das Licht der Welt ist, bringen. Ich bin immer bei euren Hirten und bete, dass sie euch immer ein Vorbild der Demut seien. Ich danke euch.”

Kritische Hinweise hierzu:

Diese sogenannte “Privatbotschaft” der Erscheinungs-“Madonna” von Medjugorje an die “Seherin” Mirjana erfolgt seit vielen Jahren stets am zweiten Tag eines jeden Monats. Diese angeblichen Worte Mariens werden nicht direkt veröffentlicht, aber vom Medjugorje-Zentrum per Newsletter verbreitet.

Den Angaben der Seher zufolge erscheint die “Gospa” (dortiger Titel für die Gottesmutter) schon seit über 33 Jahren regelmäßig bis täglich  –  und sie gibt zahlreiche “Botschaften”, wobei es sich um eine kirchlich nicht anerkannte Privatoffenbarung handelt.

Zur jüngsten “Botschaft”  –  wir haben oben mit Linien einige Sätze hervorgehoben  – seien nun einige Kritikpunkte angemerkt:

1. Den Marientitel “Mutter der ganzen Welt” kennt weder das kirchliche Lehramt noch die “Lauretanische Litanei”. Er erinnert fast an altertümliche heidnische Vorstellungen einer “Muttergottheit”.  – Die selige Jungfrau ist die Hilfe der Christen und die geistliche Mutter der Gläubigen; Papst Paul VI. bezeichnete sie bekanntlich als “Mutter der Kirche”, aber nicht als “Mutter der ganzen Welt”.

2. Zu der Aussage: “Ich habe immer demütig, mutig und in Hoffnung gelebt”: Warum sollte sich die wahre Madonna ihrer Demut und weiterer Tugenden selber rühmen?  –  In dem tatsächlich von ihr stammenden Magnificat (ihrem biblischen Lobgesang aus dem Lukasevangelium) lenkt sie den Blick vielmehr auf Gottes große Taten, nicht auf den eigenen Mut, Demut etc.

3. Die Erscheinungs-“Maria” will also “euch alle” mit ihr in der “Ewigkeit” haben  –  aber im Jenseits werden sich einst ohnehin die Seelen aller Menschen befinden, auch der verlorenen.  –  Zudem hätte man gerne gewußt, warum die “Gospa” erklärt: “Ihr seid ein Teil von  mir.”  – Was mag dies bedeuten? Welchen theologischen Sinn hat denn eine solche Aussage?

4. Christus selbst ist als göttlicher Erlöser das “Licht der Welt”, wie ER selber bezeugt. Wie kann folglich “Maria” erklären, sie wolle “aus euch Apostel meines Lichtes, des Lichtes Gottes machen”. Als Geschöpf besitzt Maria aus sich selber heraus kein Licht, sondern allein GOTT selbest – und sie hat gnadenhalber einen besonders vorzüglichen Anteil davon erhalten. 

Zudem könnte die Aussage (“meines Lichtes, des Lichtes Gottes”) so verstanden werden, als ob sie sich über diese Licht-Metapher mit Gott gleichsetzen wolle. Etwas derart Verwegenes, ja Gotteslästerlichen würde sich die wahre Gottesmutter selbstverständlich niemals anmaßen.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks und des KOMM-MiT-Verlags in Münster

 

 


Garabandal endgültig widerlegt: Der blinde Joe Lomangino ist verstorben

Über 50 Jahre mit Garabandal-Seherin Conchita befreundet

Der blinde Amerikaner Joe Lomangino ist im Alter von 84 Jahren am gestrigen Mittwoch, den 18. Juni 2014, verstorben. Diese Nachricht wurde heute vom Garabandal-Zentrum Lindenhurst in New York (USA) per Internet bzw. Mail verbreitet. weisselberg_memoriam

Plötzlich und unerwartet kam der Tod Lomanginos nicht, da er seit dem Jahr 1999 an einer Herzschwäche litt und in den letzten Monaten aus Gesundheitsgründen keine Besucher mehr empfangen konnte.

Ich wünsche ihm, dass er in Frieden heimgegangen ist  –  und mein Mitgefühl gilt seiner Familie. (R.I.P.)

Drei Stufen: Warnung – Wunder – Strafgericht

Es darf im Zusammenhang mit dieser Todesnachricht nicht unerwähnt bleiben, dass der Name Joe Lomangino untrennbar mit den in “Garabandal” angekündigten Ereignissen von “Warnung – Wunder – Strafgericht” verbunden war.

Besonders das Ereignis der “Warnung”, welches dem “Großen Wunder” innerhalb eines Jahres vorausgehen sollte, wurde in den letzten Jahrzehnten immer wieder spektakulär angekündigt.

Die drei Ereignisse wurden von vielen Verlegern, Gutachtern und (Laien-)Theologen für echt befunden und oftmals gegen jede kritische Nachfrage energisch verteidigt.

Weiterhin wurden seitens derAnhänger z.B. der hl. Pater Pio, hl. Mutter Theresa, hl. Maria Maravillas, Mutter Angelica (EWTN ), hl. Josemaria Escrivá, Kardinal Ottaviani, Papst Paul VI., hl. Papst Johannes Paul II. und weitere Persönlichkeiten als zustimmende Zeugen der angekündigten Ereignisse genannt.

Joe Lomangino war über fünfzig Jahre mit der Hauptseherin Conchita Gonzales befreundet, die er im Jahr 1963 in Garabandal kennengelernt hatte.

Die Hauptseherin kündigte ihm seine Heilung an

Am “St. Josephs-Tag 1964″ wurde ihm von Conchita Gonzales schriftlich (!) mitgeteilt, dass er am Tag des “Großen Wunders” wieder sehen wird.

Foto: Dr. Bernd F. PelzJoe Lomangino war nicht von Geburt an blind. Ein Unfall hatte ihm im jugendlichen Alter von sechzehn Jahren beide Augäpfel zertrümmert. Conchita Gonzales bezog sich in der schriftlichen Mitteilung an Lomangino auf eine “Botschaft” der “Gottesmutter”, die sie bei den Pinien in Garabandal erhalten haben will.

Lomangino lebte nach dem “St.-Josephs-Tag 1964″ in Erwartung der Erfüllung dieser “verheißungsvollen Botschaft”.

Zur Unterstützung der Verbreitung der Garabandal-Botschaften gründete er das Magazin “Needles” und im Jahr 1968 das “Garabandal-Zentrum” in Lindenhurst, New York / USA.

In den Anliegen der Verbreitung der Botschaften aus Garabandal hielt Lomangino Vorträge, unternahm Auslandsreisen, so daß Garabandal ein sehr wichtiger Teil seines Lebens wurde.

Garabandal-Anhänger: Selbstkritik ist angesagt

Die richtigen Schlüsse aus dem Tod von Joe Lomangino, welche Bedeutung sein Tod in Bezug auf die “Botschaften”, sowie die  –  nicht nur Pater Pio zugeschriebenen  –   Aussagen und Briefe zu “Garabandal” jemals hatten, müssen die Anhänger jetzt sehr selbstkritisch ziehen.

Gleiches trifft selbstverständlich auch auf das niveaulose und vom zuständigen Bischof verworfene “Garabandal-Warnungs-Anhängsel” aus Irland zu, sowie andere angebliche Erscheinungsstätten und deren “Seher” (Medjugorje, Manduria, Naju, JNSR, Don Gobbi, Vassula Ryden, Christina Gallagher, Little Pebble usw), die sich nach “Garabandal” ebenfalls ins “Warnungs”-Kielwasser begaben und sich damit rühmten, von was auch immer die Fortsetzung oder Erfüllung zu sein.

So schrieb z.B. der verstorbene Schriftsteller und “Medjugorje-Anhänger” Alfons Sarrach (ein laisierter Priester) noch im Jahre 2009 in der August-Ausgabe seiner Publikation “Der Christ von Morgen”:  media-375643-2

“Garabandal gehört zu den großen mystischen Ereignissen des 20. Jahrhunderts neben Fatima und Medjugorje.”

Wie die Garabandal-Anhänger guten Willens jetzt wissen, war diese Feststellung nicht nur knapp daneben  –  sondern voll daneben!

Auf Garabandal bezogen bedeutet der Tod von Joe Lomangino:

“Garabandal” war niemals die Fortsetzung oder Erfüllung von “Fatima”, sondern ein Szenario von “ganz unten”, das über viele Jahrzehnte Generationen beschäftigt, alle Jahre wieder leichtgläubige Schwärmer in seinen Bann gezogen und in helle Aufregung versetzt hat.

Erscheinungen als Täuschungen entlarvt

Ich wünsche mir deshalb, dass es eine ehrliche Aufarbeitung durch die Anhänger gibt, da es sich bei den Erscheinungen und “Botschaften” aus “Garabandal” unzweifelhaft um Täuschungen handelt, die sich nach über fünfzig Jahren mit dem Tod von Joe Lomangino endgültig als falsch erwiesen haben. 0023

So könnte selbst aus der Aufarbeitung dieser Falschprophetie noch eine erkenntnisreiche Mahnung und echte “Warnung” werden, in Zukunft nüchterner und kritischer mit solchen “Erscheinungen” umzugehen und eine gesunde Skepsis walten zu lassen, besonders von Seiten der Laien, die oftmals auf sehr einfache Weise mit “Botschaften” zu begeistern sind.

Hilfreich können in diesem Zusammenhang die kritischen Artikel und Beiträge sein, die zu diesem Thema hier im “Christlichen Forum” veröffentlicht und im Kommentarbereich kontrovers diskutiert wurden:
1. http://charismatismus.wordpress.com/2011/06/10/garabandal/
2. http://charismatismus.wordpress.com/2014/01/06/eine-kritische-betrachtung-zu-garabandal/

Trotzdem gibt es für mich als Garabandal-Kritiker und Verfasser dieses Artikels keinen Grund zu triumphieren, denn geirrt oder getäuscht hat sich bestimmt schon jeder einmal.

Die Bodenhaftung nicht verlieren

In einer Zeit, in der “Erscheinungsstätten” wie Pilze aus dem Boden schießen, angebliche “Botschaften” des Himmels inflationsartige Verbreitung finden (siehe zB. Medjugorje ) und sich dabei wichtigtuerisch geradezu überschlagen, können Katholiken nicht vorsichtig genug sein, um nicht “trunken” vor lauter “Botschaften” die Bodenhaftung zu verlieren.

Das zeigen auch die Worte von Glenn Hudson, der noch am 24. April 2014 den Kritikern die abgehobene Empfehlung erteilte, sich bei der “Gottesmutter” für Bedenken zu entschuldigen und um Vergebung zu bitten. (Original Glenn Hudson: “To all those who doubted our Blessed mother’s promise and words … pray to her for forgiveness!”)

Einen Irrtum zuzugeben: das ist ein respektables Zeichen innerer Größe und zeugt von Einsicht.

Im Irrtum unbelehrbar, uneinsichtig zu verharren und sich nicht eingetroffene Ereignisse irgendwie wieder hinzubiegen und passend zu machen, ist dagegen ein Zeichen von Belehrungsresistenz, Verblendung und Verstocktheit, mit dem niemand dem Himmel einen Gefallen erweist. Eher ist das Gegenteil der Fall, denn der Himmel und der wahre Glaube werden vor aller Welt lächerlich gemacht.

Dabei sind jene Laien besonders eifrig, die sich einer “kirchenrettenden Restarmee” zugehörig fühlen, Papst Franziskus öffentlich als “falschen Propheten” verunglimpfen (irischer Warnungs-Unfug der “MDM” ) oder die alberne Überzeugung verbreiten, mit dem Besuch einer nicht anerkannten Erscheinungsstätte in Bosnien-Herzegowina einen besonderen Geist der Einsicht und Erkenntnis empfangen zu haben. Welchen Wert der Empfang dieser “erhellenden Geister” hat, wissen wir jetzt – wieder einmal!

Halten wir uns an die eine wahre und zeitlose Botschaft, die vom HERRN selber kommt: “Kehrt um, und glaubt an das Evangelium!” (Mk 1,15 )

Daran sollten wir uns als Katholiken orientieren und in diesem Geist auch schwierige Zeiten in Kirche und Welt durchstehen, bis ER – wie ER es versprochen hat   –  wiederkommt in Herrlichkeit! (vgl. Mt 24,3-31)

Der Autor dieses Beitrags schreibt bei uns unter dem Kürzel GsJC seit Jahren kompetente Artikel und Leserkommentare

 


Neue Monats-Botschaft von Medjugorje erneut seltsam

Die Monatsbotschaft  an die “Seherin” Marija vom 25. Mai 2014 lautet wieder einmal etwas merkwürdig:

“Liebe Kinder! Betet und seid euch bewusst, dass ihr ohne Gott Staub seid. Deshalb, wendet eure Gedanken und euer Herz Gott und dem Gebet zu. Vertraut in Seine Liebe. Im Geist Gottes seid ihr, meine lieben Kinder, alle aufgerufen Zeugen zu sein.

Ihr seid wertvoll und ich rufe euch, meine lieben Kinder, zur Heiligkeit, zum ewigen Leben, auf. Deshalb, seid euch bewusst, dass dieses Leben vergänglich ist. Ich liebe euch und rufe euch zu einem neuen Leben der Bekehrung auf. Danke, dass ihr meinem Ruf gefolgt seid!”media-372515-2

Wir sollen uns also klarmachen, dass wir “ohne Gott Staub sind”, heisst es diesmal. Dies ist freilich theologischer und auch logischer Unfug, mag er sich auch fromm anhören:

Wir Menschen sind bereits auf Erden Geschöpfe aus Leib und Seele, also keineswegs nur Staub. Selbst der menschliche Leib, der Staub ist und zum Staub zurückkehrt (wobei es insoweit keinen Unterschied zwischen Gottgläubigen und Ungläubigen gibt), ist zur einstigen Auferstehung berufen.

Sodann heisst es, dass wir unser Herz Gott und dem Gebet zuwenden sollen. Natürlich gehört das Gebet zum Christenleben. Aber warum werden in den Medju-Botschaften so selten die Gebote Gottes erwähnt? Das Gebet allein macht nicht selig, Christus fordert uns auch eindringlich dazu auf, die göttlichen Gebote einzuhalten.

Zudem wirkt es seltsam, wenn die “lieben Kinder”  nach 33 Jahren “Erscheinungen”  immer noch zur Bekehrung aufgerufen werden…

 


Medjugorje: Sentimentale Jahresbotschaft der “Gospa” an Mirjana am 18. März 2014

Seherin Mirjana Dragicevic-Soldo erlebte “Marienerscheinung”  

Der Medjugorje-Visonärin Mirjana wird   –  eigenen Angaben zufolge  –  allmonatlich von der Himmelsmutter mit einer “Privatbotschaft” und einmal jährlich mit einer öffentlich verbreiteten Offenbarung beglückt, die “an die ganze Welt gerichtet” ist.

Diese “Jahresbotschaft” erhält Mirjana alljährlich am 18. März, weil sie an diesem Tag ihren Geburtstag begeht. Auch das Wiegenfest ihrer Seherschar weiß die “Gospa” (wie die Gottesmutter in Kroatien gerne genannt wird) durchaus zu würdigen. rosa-mystica6

Hier folgt zunächst der vollständige Wortlaut der gestrigen Jahresbotschaft (Linien zwecks Hervorhebung von uns):

“Liebe Kinder! Als Mutter möchte ich euch von Hilfe sein. Ich möchte euch mit meiner mütterlichen Liebe helfen, euer Herz zu öffnen und dass ihr darin meinen Sohn auf den ersten Platz stellt.

Ich wünsche, dass euch durch eure Liebe zu meinem Sohn und durch euer Gebet das Licht Gottes erleuchtet und dass euch die Barmherzigkeit Gottes erfüllt. Ich wünsche, dass so die Finsternis und der Schatten des Todes, der euch umgeben und verführen möchte, vertrieben werden.

Ich wünsche, dass ihr die Freude des Segens der Göttlichen Verheißung fühlt. Ihr, Kinder des Menschen, ihr seid Kinder Gottes, ihr seid meine Kinder. Deshalb, meine Kinder, geht auf den Wegen, auf denen euch meine Liebe führt, die euch Demut und Weisheit lehrt, und den Weg zum himmlischen Vater findet.

Betet mit mir für jene, die mich nicht annehmen und mir nicht nachfolgen, jene, die wegen der Härte ihres Herzens die Freude der Demut, der Frömmigkeit, des Friedens und der Liebe nicht spüren können –  die Freude meines Sohnes. Betet, dass euch eure Hirten mit ihren gesegneten Händen immer die Freude des Segens Gottes geben. Ich danke euch!” 

Der offensichtlich kitschige und sentimentale Text lohnt keine ausführliche Besprechung. Daher beschränken wir uns auf wenige Anmerkungen:

1. Priester (“eure Hirten”) haben nicht nur “gesegnete” Hände, sondern geweihte (Priesterweihe). Zudem kommt es nicht auf die “Freude” des göttlichen Segens an, sondern auf den Segen als solchen.

2. Nun soll also die “Freude” des Segens der göttlichen Verheißungen “gefühlt” werden, die “Freude” der Demut soll “gespürt” werden. Besteht diese Medjugorje-Religion fast nur noch aus Gefühlen? Eine Wellness-Frömmigkeit vor allem für empfindsame Frauen  – und die Kirche als Wohlfühlanstalt?

3. Diese angebliche Maria beschwert sich über jene, die “mir nicht nachfolgen”: Die Madonna ist sicherlich das größte Vorbild und die am meisten Begnadete unter allen Geschöpfen, aber als Gläubige sind wir zur Nachfolge CHRISTI aufgerufen. Merkwürdige Akzentverschiebungen sind hier durchaus fehl am Platze.

HINWEIS: Hier gibt es die “Jahresbotschaft” vom 18.3. dieses Jahres im Livestream, wobei ein Zwiegespräch zwischen der “Seherin” und jener “Erscheinung” stattzufinden scheint (davon ist in der verkündeten Fassung allerdings nichts wahrzunehmen); zudem wirkt die Dauer der Vision für jenen kurzen Botschaftstext erstaunlich lange; man beachte zudem Mimik und Gestik der Visionärin: http://www.youtube.com/watch?v=BlS0eNXpuFY

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

 


Bischof Pavao Zanic: “Mamma Ebe” als warnendes Beispiel für Falschmystik

Ebe Giorgini aus Italien ist die Gründerin eines kirchlich nicht anerkannten Frauen-“Ordens”; sie erblickte 1934 in Bologna das Licht der Welt. Die angebliche Heilerin und Seherin wurde wegen Betrug und mißbräuchlicher “Heilkunst” 2008 zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt.   Tzanic

Die aufsehenerregenden Vorgänge um diese Falschmystikerin veranlaßten den italienischen Regisseur Carlo Lizzani zu einem reißerischen Kinofilm unter dem Titel “Mamma Ebe”.

Im Sinne einer Warnung vor falschen Sehern, Heilern und “Stigmatisierten” weist auch Bischof Pavao Zanic (siehe Bild) von Mostar auf diesen Fall hin  –  und zwar in seiner Stellungnahme gegen Medjugorje; dort findet sich seine Darstellung der vermeintlichen Visionärin “Ebe”  unter Punkt 26 (siehe hier der vollständige Artike: http://charismatismus.wordpress.com/2011/06/03/warnung-vor-medjugorje/).

Dieser Bischof aus Bosnien-Herzegowina war anfangs ein Befürworter von Medjugorje, bis er sich unter dem Gewicht vieler Fakten und eigener unerquicklicher Erfahrungen mit den dortigen “Sehern” zu einem Gegner wandelte. 

Auch sein Nachfolger, der für die Pfarrei Medjugorje zuständige Oberhirte Dr. Ratko Peric, ist ein entschiedener Kritiker der angeblichen “Marienerscheinungen” von Medjugorje.

Hier folgen nun die Ausführungen von Bischof Zanic zur Causa “Mamma Ebe”:

“Die Italiener kennen gut die Geschichte von Gigliole Ebe Giorgini, Gründerin des falschen Ordens “Pia Opera di Gesu Misericordioso”. Diese Frau ist geschieden und hat wieder zivil geheiratet. Sie betrieb Pseudomedizin, sammelte Mädchen für ihren Orden, erhielt viel Geld und hatte mehrere Häuser.

In ihrem Dienst waren auch zwei Priester. Sie selbst führte ein Doppelleben und trug falsche Stigmen, die sie sich selbst angebracht hatte. Ihre ‘Schwestern’ folgten ihr fanatisch und nannten sie ‘Mamma Ebe’.

In ihrem Orden befanden sich auch männliche Geistliche. Aber einige ‘Schwestern’, die sie verlassen hatten, erzählten, daß sie ein unmoralisches Leben führe. Als ‘Ordensgründerin’ hatte sie viel Schmuck, Geld, zwei Jachten, mehrere Pelzmäntel usw.

In der Kirche klagten viele sie an; andere verteidigten sie fanatisch und beriefen sich auf gute Früchte. So erhielt sie Lob und Anerkennung von zwei Bischöfen.

Zweimal war die Polizei nachts in ihr Zimmer im Mutterhaus eingedrungen und hatte sie mit einem ihrer Studenten der Theologie ‘in flagranti’ ertappt. Es kam zum Skandal.

Zweimal wurde sie zu mehreren Jahren Haft verurteilt, zusammen mit einem Franziskaner, der ihr Beichtvater war. Die Zeitungen belustigten sich jahrelang über ihre Skandale. Es wurde darüber ein schmutziger Film produziert. Trotzdem verteidigten sie ihre ‘Schwestern’ fanatisch und blindlings. Das taten sie auch noch, nachdem der Orden zerstört war.

Für sie war diese Frau eine Heilige, die Berufungen sammelte, und das war ein Argument für viele: An ihren Früchten wird es offenbar, daß sie Gott dient?”

Bild: Bistum Mostar


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