Medjugorje – eine unendliche Geschichte?

Von Felizitas Küble

Obwohl sich die für Medjugorje zuständigen Oberhirten (erst Bischof Zanic, danach Peric) deutlich gegen die Echtheit der angeblichen “Marienerscheinungen” ausgesprochen haben, obwohl die dortige Bischofskonferenz zweimal amtlich erklärte, keine “Übernatürlichkeit” jener Phänomene feststellen zu können, behaupten viele Medju-Anhänger immer wieder, “die Kirche” könne kein endgültiges Urteil über diese Privatoffenbarung verkünden, solange die Erscheinungen in Medjugorje anhalten. bildma1

Diese Sichtweise ist jedoch kirchenrechtlich unsinnig und historisch unhaltbar, wie allein schon der Fall Heroldsbach (Bistum Bamberg) zeigt: Jene “Marienerscheinungen” Anfang der 50er Jahre wurden sehr wohl kirchlich eindeutig abgelehnt, obwohl sie jahrelang weiter andauerten.

Sodann wird von Medjugorje-bewegter Seite mitunter der irreführende Eindruck erweckt, als sei allein schon die Einrichtung der vatikanischen Untersuchungskommission eine Art “Seitenhieb” gegen den dortigen kritischen Bischof; als diene dieses Gremium quasi als eine “Korrektur-Instanz”.

Auch diese Deutung ist haltlos, wie erneut das Beispiel Heroldsbach belegt: Damals gelangte der dortige Bischof zu einem klaren “Nein” gegenüber den vermeintlichen Erscheinungen  – und diese Ablehnung wurde von der römischen Glaubenskongregation (damals: Hl. Offizium) bestätigt und von Papst Pius XII. bekräftigt. media-372515-2

Laut Kirchenrecht ist der Diözesanbischof zuständig für die Beurteilung von Privatoffenbarungen  –  und der Vatikan schaltet sich nur dann ein, wenn es der betreffende Bischof wünscht oder wenn die Phänomene (wie im Fall Medjugorje) internationale Ausmaße annehmen (Millionen Pilger aus aller Herren Länder).

Gleichwohl stellt sich die Frage, ob in puncto Medjugorje evtl. deshalb nach über 33 Jahren noch kein Ende der “Erscheinungen” in Sicht ist, weil so der Anhängerschar suggeriert werden kann, solange die “himmlischen Botschaften” anhalten, könne die Kirche angeblich kein definitives Urteil fällen.

Wo bleibt das angekündigte “sichtbare Zeichen”?

Ein weiterer pikanter Gesichtspunkt könnte zudem auch eine Rolle spielen:

Bereits Anfang der 80er Jahre wurde von Medjugorje-Sehern öffentlich angekündigt, daß die Erscheinungen am Ende durch ein auffallendes Wunder bzw. “sichtbares Zeichen” in aller Öffentlichkeit bezeugt bzw. vom Himmel her bestätigt würden.

Es handle sich hierbei um ein “Zeichen, das der Menschheit gegeben” wird und das ihrer Bekehrung dienen solle.

Hierzu heißt es auf der Medjugorje-Webseite wörtlich:

“Nach den Ankündigungen wird das sichtbare Zeichen am Ort der Erscheinungen von Medjugorje auftreten, damit die ganze Welt es sehen kann. Das Zeichen wird als Beweis für die Erscheinungen gegeben und damit die Menschen wieder zum Glauben kommen.”  

(Quelle hier –  unter “Botschaft” vom 26.12.1982: http://www.medjugorje.de/botschaften/alle-botschaften/page/39.html?tx_medjumessage_pi1%5Bcontroller%5D=Message)

Das bedeutet, daß die Medjugorje-Seher sich durch diese Ankündigung gewissermaßen selbst die Hände gebunden haben, denn wenn die “Erscheinungen” beendet werden, muß der “Menschheit” dieses “sichtbare Zeichen” geboten werden.

Alles Weitere liegt auf der Hand.

DIESER ARTIKEL wurde auch auf KATHNEWS übernommen: http://www.kathnews.de/medjugorje-eine-unendliche-geschichte

 

 


Medjugorje: Die “Mutter der ganzen Welt” sendet die “Apostel meines Lichtes”…

“Privatbotschaft der Muttergottes” vom 2. Juli 2014 an Mirjana Dragicevic-Soldo:

„Liebe Kinder! Ich, Mutter von euch, die ihr hier versammelt seid, und Mutter der ganzen Welt, segne euch mit dem mütterlichen Segen und rufe euch auf, euch auf den Weg der Demut zu begeben.

Dieser Weg führt zum Kennenlernen der Liebe meines Sohnes. Mein Sohn ist allmächtig, Er ist in allem. Wenn ihr, meine Kinder, dies nicht erkennt, dann regiert über eure Seele Dunkelheit/Blindheit. Nur die Demut kann euch heilen.  1_0_744292

Meine Kinder, ich habe immer demütig, mutig und in Hoffnung gelebt. Ich wusste, ich habe es erkannt, dass Gott in uns ist und wir in Gott. Das gleiche ersuche ich von euch.

Ich möchte euch alle mit mir in der Ewigkeit haben, denn ihr seid ein Teil von mir. Auf eurem Weg werde ich euch helfen.

Meine Liebe wird euch umhüllen wie ein Mantel und aus euch Apostel meines Lichtes, des Lichtes Gottes machen. Mit der Liebe, die aus der Demut hervorkommt, werdet ihr Licht bringen, wo Dunkelheit/Blindheit herrscht.

Ihr werdet meinen Sohn, der das Licht der Welt ist, bringen. Ich bin immer bei euren Hirten und bete, dass sie euch immer ein Vorbild der Demut seien. Ich danke euch.”

Kritische Hinweise hierzu:

Diese sogenannte “Privatbotschaft” der Erscheinungs-“Madonna” von Medjugorje an die “Seherin” Mirjana erfolgt seit vielen Jahren stets am zweiten Tag eines jeden Monats. Diese angeblichen Worte Mariens werden nicht direkt veröffentlicht, aber vom Medjugorje-Zentrum per Newsletter verbreitet.

Den Angaben der Seher zufolge erscheint die “Gospa” (dortiger Titel für die Gottesmutter) schon seit über 33 Jahren regelmäßig bis täglich  –  und sie gibt zahlreiche “Botschaften”, wobei es sich um eine kirchlich nicht anerkannte Privatoffenbarung handelt.

Zur jüngsten “Botschaft”  –  wir haben oben mit Linien einige Sätze hervorgehoben  – seien nun einige Kritikpunkte angemerkt:

1. Den Marientitel “Mutter der ganzen Welt” kennt weder das kirchliche Lehramt noch die “Lauretanische Litanei”. Er erinnert fast an altertümliche heidnische Vorstellungen einer “Muttergottheit”.  – Die selige Jungfrau ist die Hilfe der Christen und die geistliche Mutter der Gläubigen; Papst Paul VI. bezeichnete sie bekanntlich als “Mutter der Kirche”, aber nicht als “Mutter der ganzen Welt”.

2. Zu der Aussage: “Ich habe immer demütig, mutig und in Hoffnung gelebt”: Warum sollte sich die wahre Madonna ihrer Demut und weiterer Tugenden selber rühmen?  –  In dem tatsächlich von ihr stammenden Magnificat (ihrem biblischen Lobgesang aus dem Lukasevangelium) lenkt sie den Blick vielmehr auf Gottes große Taten, nicht auf den eigenen Mut, Demut etc.

3. Die Erscheinungs-“Maria” will also “euch alle” mit ihr in der “Ewigkeit” haben  –  aber im Jenseits werden sich einst ohnehin die Seelen aller Menschen befinden, auch der verlorenen.  –  Zudem hätte man gerne gewußt, warum die “Gospa” erklärt: “Ihr seid ein Teil von  mir.”  – Was mag dies bedeuten? Welchen theologischen Sinn hat denn eine solche Aussage?

4. Christus selbst ist als göttlicher Erlöser das “Licht der Welt”, wie ER selber bezeugt. Wie kann folglich “Maria” erklären, sie wolle “aus euch Apostel meines Lichtes, des Lichtes Gottes machen”. Als Geschöpf besitzt Maria aus sich selber heraus kein Licht, sondern allein GOTT selbest – und sie hat gnadenhalber einen besonders vorzüglichen Anteil davon erhalten. 

Zudem könnte die Aussage (“meines Lichtes, des Lichtes Gottes”) so verstanden werden, als ob sie sich über diese Licht-Metapher mit Gott gleichsetzen wolle. Etwas derart Verwegenes, ja Gotteslästerlichen würde sich die wahre Gottesmutter selbstverständlich niemals anmaßen.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks und des KOMM-MiT-Verlags in Münster

 

 


Garabandal endgültig widerlegt: Der blinde Joe Lomangino ist verstorben

Über 50 Jahre mit Garabandal-Seherin Conchita befreundet

Der blinde Amerikaner Joe Lomangino ist im Alter von 84 Jahren am gestrigen Mittwoch, den 18. Juni 2014, verstorben. Diese Nachricht wurde heute vom Garabandal-Zentrum Lindenhurst in New York (USA) per Internet bzw. Mail verbreitet. weisselberg_memoriam

Plötzlich und unerwartet kam der Tod Lomanginos nicht, da er seit dem Jahr 1999 an einer Herzschwäche litt und in den letzten Monaten aus Gesundheitsgründen keine Besucher mehr empfangen konnte.

Ich wünsche ihm, dass er in Frieden heimgegangen ist  –  und mein Mitgefühl gilt seiner Familie. (R.I.P.)

Drei Stufen: Warnung – Wunder – Strafgericht

Es darf im Zusammenhang mit dieser Todesnachricht nicht unerwähnt bleiben, dass der Name Joe Lomangino untrennbar mit den in “Garabandal” angekündigten Ereignissen von “Warnung – Wunder – Strafgericht” verbunden war.

Besonders das Ereignis der “Warnung”, welches dem “Großen Wunder” innerhalb eines Jahres vorausgehen sollte, wurde in den letzten Jahrzehnten immer wieder spektakulär angekündigt.

Die drei Ereignisse wurden von vielen Verlegern, Gutachtern und (Laien-)Theologen für echt befunden und oftmals gegen jede kritische Nachfrage energisch verteidigt.

Weiterhin wurden seitens derAnhänger z.B. der hl. Pater Pio, hl. Mutter Theresa, hl. Maria Maravillas, Mutter Angelica (EWTN ), hl. Josemaria Escrivá, Kardinal Ottaviani, Papst Paul VI., hl. Papst Johannes Paul II. und weitere Persönlichkeiten als zustimmende Zeugen der angekündigten Ereignisse genannt.

Joe Lomangino war über fünfzig Jahre mit der Hauptseherin Conchita Gonzales befreundet, die er im Jahr 1963 in Garabandal kennengelernt hatte.

Die Hauptseherin kündigte ihm seine Heilung an

Am “St. Josephs-Tag 1964″ wurde ihm von Conchita Gonzales schriftlich (!) mitgeteilt, dass er am Tag des “Großen Wunders” wieder sehen wird.

Foto: Dr. Bernd F. PelzJoe Lomangino war nicht von Geburt an blind. Ein Unfall hatte ihm im jugendlichen Alter von sechzehn Jahren beide Augäpfel zertrümmert. Conchita Gonzales bezog sich in der schriftlichen Mitteilung an Lomangino auf eine “Botschaft” der “Gottesmutter”, die sie bei den Pinien in Garabandal erhalten haben will.

Lomangino lebte nach dem “St.-Josephs-Tag 1964″ in Erwartung der Erfüllung dieser “verheißungsvollen Botschaft”.

Zur Unterstützung der Verbreitung der Garabandal-Botschaften gründete er das Magazin “Needles” und im Jahr 1968 das “Garabandal-Zentrum” in Lindenhurst, New York / USA.

In den Anliegen der Verbreitung der Botschaften aus Garabandal hielt Lomangino Vorträge, unternahm Auslandsreisen, so daß Garabandal ein sehr wichtiger Teil seines Lebens wurde.

Garabandal-Anhänger: Selbstkritik ist angesagt

Die richtigen Schlüsse aus dem Tod von Joe Lomangino, welche Bedeutung sein Tod in Bezug auf die “Botschaften”, sowie die  –  nicht nur Pater Pio zugeschriebenen  –   Aussagen und Briefe zu “Garabandal” jemals hatten, müssen die Anhänger jetzt sehr selbstkritisch ziehen.

Gleiches trifft selbstverständlich auch auf das niveaulose und vom zuständigen Bischof verworfene “Garabandal-Warnungs-Anhängsel” aus Irland zu, sowie andere angebliche Erscheinungsstätten und deren “Seher” (Medjugorje, Manduria, Naju, JNSR, Don Gobbi, Vassula Ryden, Christina Gallagher, Little Pebble usw), die sich nach “Garabandal” ebenfalls ins “Warnungs”-Kielwasser begaben und sich damit rühmten, von was auch immer die Fortsetzung oder Erfüllung zu sein.

So schrieb z.B. der verstorbene Schriftsteller und “Medjugorje-Anhänger” Alfons Sarrach (ein laisierter Priester) noch im Jahre 2009 in der August-Ausgabe seiner Publikation “Der Christ von Morgen”:  media-375643-2

“Garabandal gehört zu den großen mystischen Ereignissen des 20. Jahrhunderts neben Fatima und Medjugorje.”

Wie die Garabandal-Anhänger guten Willens jetzt wissen, war diese Feststellung nicht nur knapp daneben  –  sondern voll daneben!

Auf Garabandal bezogen bedeutet der Tod von Joe Lomangino:

“Garabandal” war niemals die Fortsetzung oder Erfüllung von “Fatima”, sondern ein Szenario von “ganz unten”, das über viele Jahrzehnte Generationen beschäftigt, alle Jahre wieder leichtgläubige Schwärmer in seinen Bann gezogen und in helle Aufregung versetzt hat.

Erscheinungen als Täuschungen entlarvt

Ich wünsche mir deshalb, dass es eine ehrliche Aufarbeitung durch die Anhänger gibt, da es sich bei den Erscheinungen und “Botschaften” aus “Garabandal” unzweifelhaft um Täuschungen handelt, die sich nach über fünfzig Jahren mit dem Tod von Joe Lomangino endgültig als falsch erwiesen haben. 0023

So könnte selbst aus der Aufarbeitung dieser Falschprophetie noch eine erkenntnisreiche Mahnung und echte “Warnung” werden, in Zukunft nüchterner und kritischer mit solchen “Erscheinungen” umzugehen und eine gesunde Skepsis walten zu lassen, besonders von Seiten der Laien, die oftmals auf sehr einfache Weise mit “Botschaften” zu begeistern sind.

Hilfreich können in diesem Zusammenhang die kritischen Artikel und Beiträge sein, die zu diesem Thema hier im “Christlichen Forum” veröffentlicht und im Kommentarbereich kontrovers diskutiert wurden:
1. http://charismatismus.wordpress.com/2011/06/10/garabandal/
2. http://charismatismus.wordpress.com/2014/01/06/eine-kritische-betrachtung-zu-garabandal/

Trotzdem gibt es für mich als Garabandal-Kritiker und Verfasser dieses Artikels keinen Grund zu triumphieren, denn geirrt oder getäuscht hat sich bestimmt schon jeder einmal.

Die Bodenhaftung nicht verlieren

In einer Zeit, in der “Erscheinungsstätten” wie Pilze aus dem Boden schießen, angebliche “Botschaften” des Himmels inflationsartige Verbreitung finden (siehe zB. Medjugorje ) und sich dabei wichtigtuerisch geradezu überschlagen, können Katholiken nicht vorsichtig genug sein, um nicht “trunken” vor lauter “Botschaften” die Bodenhaftung zu verlieren.

Das zeigen auch die Worte von Glenn Hudson, der noch am 24. April 2014 den Kritikern die abgehobene Empfehlung erteilte, sich bei der “Gottesmutter” für Bedenken zu entschuldigen und um Vergebung zu bitten. (Original Glenn Hudson: “To all those who doubted our Blessed mother’s promise and words … pray to her for forgiveness!”)

Einen Irrtum zuzugeben: das ist ein respektables Zeichen innerer Größe und zeugt von Einsicht.

Im Irrtum unbelehrbar, uneinsichtig zu verharren und sich nicht eingetroffene Ereignisse irgendwie wieder hinzubiegen und passend zu machen, ist dagegen ein Zeichen von Belehrungsresistenz, Verblendung und Verstocktheit, mit dem niemand dem Himmel einen Gefallen erweist. Eher ist das Gegenteil der Fall, denn der Himmel und der wahre Glaube werden vor aller Welt lächerlich gemacht.

Dabei sind jene Laien besonders eifrig, die sich einer “kirchenrettenden Restarmee” zugehörig fühlen, Papst Franziskus öffentlich als “falschen Propheten” verunglimpfen (irischer Warnungs-Unfug der “MDM” ) oder die alberne Überzeugung verbreiten, mit dem Besuch einer nicht anerkannten Erscheinungsstätte in Bosnien-Herzegowina einen besonderen Geist der Einsicht und Erkenntnis empfangen zu haben. Welchen Wert der Empfang dieser “erhellenden Geister” hat, wissen wir jetzt – wieder einmal!

Halten wir uns an die eine wahre und zeitlose Botschaft, die vom HERRN selber kommt: “Kehrt um, und glaubt an das Evangelium!” (Mk 1,15 )

Daran sollten wir uns als Katholiken orientieren und in diesem Geist auch schwierige Zeiten in Kirche und Welt durchstehen, bis ER – wie ER es versprochen hat   –  wiederkommt in Herrlichkeit! (vgl. Mt 24,3-31)

Der Autor dieses Beitrags schreibt bei uns unter dem Kürzel GsJC seit Jahren kompetente Artikel und Leserkommentare

 


Neue Monats-Botschaft von Medjugorje erneut seltsam

Die Monatsbotschaft  an die “Seherin” Marija vom 25. Mai 2014 lautet wieder einmal etwas merkwürdig:

“Liebe Kinder! Betet und seid euch bewusst, dass ihr ohne Gott Staub seid. Deshalb, wendet eure Gedanken und euer Herz Gott und dem Gebet zu. Vertraut in Seine Liebe. Im Geist Gottes seid ihr, meine lieben Kinder, alle aufgerufen Zeugen zu sein.

Ihr seid wertvoll und ich rufe euch, meine lieben Kinder, zur Heiligkeit, zum ewigen Leben, auf. Deshalb, seid euch bewusst, dass dieses Leben vergänglich ist. Ich liebe euch und rufe euch zu einem neuen Leben der Bekehrung auf. Danke, dass ihr meinem Ruf gefolgt seid!”media-372515-2

Wir sollen uns also klarmachen, dass wir “ohne Gott Staub sind”, heisst es diesmal. Dies ist freilich theologischer und auch logischer Unfug, mag er sich auch fromm anhören:

Wir Menschen sind bereits auf Erden Geschöpfe aus Leib und Seele, also keineswegs nur Staub. Selbst der menschliche Leib, der Staub ist und zum Staub zurückkehrt (wobei es insoweit keinen Unterschied zwischen Gottgläubigen und Ungläubigen gibt), ist zur einstigen Auferstehung berufen.

Sodann heisst es, dass wir unser Herz Gott und dem Gebet zuwenden sollen. Natürlich gehört das Gebet zum Christenleben. Aber warum werden in den Medju-Botschaften so selten die Gebote Gottes erwähnt? Das Gebet allein macht nicht selig, Christus fordert uns auch eindringlich dazu auf, die göttlichen Gebote einzuhalten.

Zudem wirkt es seltsam, wenn die “lieben Kinder”  nach 33 Jahren “Erscheinungen”  immer noch zur Bekehrung aufgerufen werden…

 


Medjugorje: Sentimentale Jahresbotschaft der “Gospa” an Mirjana am 18. März 2014

Seherin Mirjana Dragicevic-Soldo erlebte “Marienerscheinung”  

Der Medjugorje-Visonärin Mirjana wird   –  eigenen Angaben zufolge  –  allmonatlich von der Himmelsmutter mit einer “Privatbotschaft” und einmal jährlich mit einer öffentlich verbreiteten Offenbarung beglückt, die “an die ganze Welt gerichtet” ist.

Diese “Jahresbotschaft” erhält Mirjana alljährlich am 18. März, weil sie an diesem Tag ihren Geburtstag begeht. Auch das Wiegenfest ihrer Seherschar weiß die “Gospa” (wie die Gottesmutter in Kroatien gerne genannt wird) durchaus zu würdigen. rosa-mystica6

Hier folgt zunächst der vollständige Wortlaut der gestrigen Jahresbotschaft (Linien zwecks Hervorhebung von uns):

“Liebe Kinder! Als Mutter möchte ich euch von Hilfe sein. Ich möchte euch mit meiner mütterlichen Liebe helfen, euer Herz zu öffnen und dass ihr darin meinen Sohn auf den ersten Platz stellt.

Ich wünsche, dass euch durch eure Liebe zu meinem Sohn und durch euer Gebet das Licht Gottes erleuchtet und dass euch die Barmherzigkeit Gottes erfüllt. Ich wünsche, dass so die Finsternis und der Schatten des Todes, der euch umgeben und verführen möchte, vertrieben werden.

Ich wünsche, dass ihr die Freude des Segens der Göttlichen Verheißung fühlt. Ihr, Kinder des Menschen, ihr seid Kinder Gottes, ihr seid meine Kinder. Deshalb, meine Kinder, geht auf den Wegen, auf denen euch meine Liebe führt, die euch Demut und Weisheit lehrt, und den Weg zum himmlischen Vater findet.

Betet mit mir für jene, die mich nicht annehmen und mir nicht nachfolgen, jene, die wegen der Härte ihres Herzens die Freude der Demut, der Frömmigkeit, des Friedens und der Liebe nicht spüren können –  die Freude meines Sohnes. Betet, dass euch eure Hirten mit ihren gesegneten Händen immer die Freude des Segens Gottes geben. Ich danke euch!” 

Der offensichtlich kitschige und sentimentale Text lohnt keine ausführliche Besprechung. Daher beschränken wir uns auf wenige Anmerkungen:

1. Priester (“eure Hirten”) haben nicht nur “gesegnete” Hände, sondern geweihte (Priesterweihe). Zudem kommt es nicht auf die “Freude” des göttlichen Segens an, sondern auf den Segen als solchen.

2. Nun soll also die “Freude” des Segens der göttlichen Verheißungen “gefühlt” werden, die “Freude” der Demut soll “gespürt” werden. Besteht diese Medjugorje-Religion fast nur noch aus Gefühlen? Eine Wellness-Frömmigkeit vor allem für empfindsame Frauen  – und die Kirche als Wohlfühlanstalt?

3. Diese angebliche Maria beschwert sich über jene, die “mir nicht nachfolgen”: Die Madonna ist sicherlich das größte Vorbild und die am meisten Begnadete unter allen Geschöpfen, aber als Gläubige sind wir zur Nachfolge CHRISTI aufgerufen. Merkwürdige Akzentverschiebungen sind hier durchaus fehl am Platze.

HINWEIS: Hier gibt es die “Jahresbotschaft” vom 18.3. dieses Jahres im Livestream, wobei ein Zwiegespräch zwischen der “Seherin” und jener “Erscheinung” stattzufinden scheint (davon ist in der verkündeten Fassung allerdings nichts wahrzunehmen); zudem wirkt die Dauer der Vision für jenen kurzen Botschaftstext erstaunlich lange; man beachte zudem Mimik und Gestik der Visionärin: http://www.youtube.com/watch?v=BlS0eNXpuFY

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

 


Bischof Pavao Zanic: “Mamma Ebe” als warnendes Beispiel für Falschmystik

Ebe Giorgini aus Italien ist die Gründerin eines kirchlich nicht anerkannten Frauen-“Ordens”; sie erblickte 1934 in Bologna das Licht der Welt. Die angebliche Heilerin und Seherin wurde wegen Betrug und mißbräuchlicher “Heilkunst” 2008 zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt.   Tzanic

Die aufsehenerregenden Vorgänge um diese Falschmystikerin veranlaßten den italienischen Regisseur Carlo Lizzani zu einem reißerischen Kinofilm unter dem Titel “Mamma Ebe”.

Im Sinne einer Warnung vor falschen Sehern, Heilern und “Stigmatisierten” weist auch Bischof Pavao Zanic (siehe Bild) von Mostar auf diesen Fall hin  –  und zwar in seiner Stellungnahme gegen Medjugorje; dort findet sich seine Darstellung der vermeintlichen Visionärin “Ebe”  unter Punkt 26 (siehe hier der vollständige Artike: http://charismatismus.wordpress.com/2011/06/03/warnung-vor-medjugorje/).

Dieser Bischof aus Bosnien-Herzegowina war anfangs ein Befürworter von Medjugorje, bis er sich unter dem Gewicht vieler Fakten und eigener unerquicklicher Erfahrungen mit den dortigen “Sehern” zu einem Gegner wandelte. 

Auch sein Nachfolger, der für die Pfarrei Medjugorje zuständige Oberhirte Dr. Ratko Peric, ist ein entschiedener Kritiker der angeblichen “Marienerscheinungen” von Medjugorje.

Hier folgen nun die Ausführungen von Bischof Zanic zur Causa “Mamma Ebe”:

“Die Italiener kennen gut die Geschichte von Gigliole Ebe Giorgini, Gründerin des falschen Ordens “Pia Opera di Gesu Misericordioso”. Diese Frau ist geschieden und hat wieder zivil geheiratet. Sie betrieb Pseudomedizin, sammelte Mädchen für ihren Orden, erhielt viel Geld und hatte mehrere Häuser.

In ihrem Dienst waren auch zwei Priester. Sie selbst führte ein Doppelleben und trug falsche Stigmen, die sie sich selbst angebracht hatte. Ihre ‘Schwestern’ folgten ihr fanatisch und nannten sie ‘Mamma Ebe’.

In ihrem Orden befanden sich auch männliche Geistliche. Aber einige ‘Schwestern’, die sie verlassen hatten, erzählten, daß sie ein unmoralisches Leben führe. Als ‘Ordensgründerin’ hatte sie viel Schmuck, Geld, zwei Jachten, mehrere Pelzmäntel usw.

In der Kirche klagten viele sie an; andere verteidigten sie fanatisch und beriefen sich auf gute Früchte. So erhielt sie Lob und Anerkennung von zwei Bischöfen.

Zweimal war die Polizei nachts in ihr Zimmer im Mutterhaus eingedrungen und hatte sie mit einem ihrer Studenten der Theologie ‘in flagranti’ ertappt. Es kam zum Skandal.

Zweimal wurde sie zu mehreren Jahren Haft verurteilt, zusammen mit einem Franziskaner, der ihr Beichtvater war. Die Zeitungen belustigten sich jahrelang über ihre Skandale. Es wurde darüber ein schmutziger Film produziert. Trotzdem verteidigten sie ihre ‘Schwestern’ fanatisch und blindlings. Das taten sie auch noch, nachdem der Orden zerstört war.

Für sie war diese Frau eine Heilige, die Berufungen sammelte, und das war ein Argument für viele: An ihren Früchten wird es offenbar, daß sie Gott dient?”

Bild: Bistum Mostar


Wunderbare Strahlenmadonna in Belgien?

Medjugorje-Lichtstatue erwies sich als Schwindel

Unter dem Titel “Leuchtende Madonna erstaunt in Belgien” berichtete die Mittelbayerische Zeitung kürzlich über den neuen Fall einer “Wunderstatue”, diesmal in einen belgischen Dorf.

Im vorigen Herbst sorgte ein ähnliches Phänomen im kirchlich nicht anerkannten Medjugorje bereits für Aufsehen in erscheinungsfrommen Kreisen. Dort soll eine Statue der Hauptseherin Vicka auf unerklärliche Weise hell erstrahlt sein. Die Visionärin selbst äußerte sich ebenfalls zugunsten des “Wunders”. 0022

Allerdings wurde der “lichtvolle” Vorgang, den wir im CHRISTLICHEN FORUM sogleich kritisch “beleuchtet” hatten, später als Betrug entlarvt (siehe hier: http://charismatismus.wordpress.com/2013/11/08/medjugorje-wunder-statue-erweist-sich-als-dreister-schwindel/).

Zurück zum aktuellen Fall in Belgien: Wie die Mittelbayerische Zeitung weiter berichtet, zieht derzeit eine leuchtende Banneux-Marienstatue in der Ortschaft Sart bei Jalhay viele Schaulustige an. Kirchliche Untersuchungen, veranlaßt vom zuständigen Bischof, seien eingeleitet worden.

Die sog. Wundermadonna leuchtet “allabendlich” seit dem 17. Januar dieses Jahres, wie die belgische Webseite “info.catho” schreibt. Täglich kommen offenbar bis zu 50 Interessenten dorthin.

Das Rentner-Ehepaar, in dessen Küche sich die Lichtstatue befindet, lehnte eine wissenschaftliche Analyse des Phänomens allerdings ab, wie “Flandern-Info” berichtet.

Zudem läßt sich die “Licht-Madonna” nicht fotografisch festhalten. Wenn sie leuchtet, werde der mit ihr verbundene Rosenkranz schwarz, erklärt der Rentner den Schaulustigen.

Näheres hierzu im Video der Nachrichtenseite “Grenz-Echo”: http://www.youtube.com/watch?v=6rtwj2wuqUQ


Erfahrungsbericht zu Medjugorje: “Hoffentlich fliegt der Schwindel eines Tages auf.”

Ein inzwischen betagter katholischer Familienvater, den ich schon viele Jahre kenne, hat mir über seinen Besuch in der kirchlich nicht anerkannten “Marienerscheinungsstätte” Medjugorje folgendes Erlebnis berichtet: media-372515-2

Er war mit seiner Frau und seinen beiden Kindern zu einer Fahrt nach Medjugorje aufgebrochen, um sich an Ort und Stelle ein Urteil über die dortigen Geschehnisse und behaupteten Erscheinungen zu bilden. Da die Familie die Landessprache nicht versteht, hatten sie sich einem einheimischen Reiseführer angeschlossen.

Bevor die „Erscheinung“ begann, hatte sich die Pilgergruppe die Seher näher angeschaut, deren wenig ehrerbietiges Benehmen in der Kirche alle abstieß.

Plötzlich gab der Pilgerleiter jener Familie einen Wink, sich rasch zu entfernen  –  er machte einen sichtlich betroffenen Eindruck.

Als sie außer Hörweite der übrigen Anwesenden waren, kam die Erklärung:

Er sagte ihnen, die „Seher“  –  wohl nichtsahnend, dass in einer deutschen Reisegruppe auch einer ihre Landessprache verstand  – hätten untereinander beraten, was sie denn den Leuten erzählen sollten, was die Madonna ihnen heute mitgeteilt hätte.

Dieser Familienvater hat mir im Laufe etlicher Jahre diese Begebenheit mehrfach berichtet. Sein Kommentar: „Ich hoffe, dass der Schwindel von Medjugorje eines Tages auffliegen wird.“

Die Autorin ist Medienwissenschaftlerin und Buchautorin; sie lebt in Österreich und ist unserer Redaktion seit langem persönlich bekannt.

HIER folgt eine ähnliche Begebenheit aus Medjugorje, über die Prof. L. Belanger berichtet: dabei erwies sich die bekannte Medjugorje- “Seherin” Vicka bei einer wissenschaftlichen Untersuchung als dreiste Lügnerin: http://charismatismus.wordpress.com/2011/11/29/seherin-vicka-medjugorje-durch-finger-test-entlarvt/

 


Medjugorje – eine unendliche Geschichte?

Muß die Kirche das Ende der “Erscheinungen” abwarten?

Seit Jahrzehnten wird in der Medjugorje-Anhängerschaft immer wieder die Auffassung vertreten, daß die Kirche kein endgültiges Urteil über jene umstrittenen Marienerscheinungen fällen könne oder dürfe, solange diese noch andauern. Schließlich könne man einen Vorgang erst dann abschließend bewerten, wenn alle Fakten bzw. in diesem Falle alle Visionen vorlägen. media-374336-2

Diese weit verbreitete Auffassung, der sogar manche Medjugorje-Kritiker aufsitzen, klingt auf den ersten Blick logisch, ist aber aus zwei Gründen unzutreffend:

1. Laut Kirchenrecht ist der Ortsordinarius (also der amtierende Diözesanbischof) zuständig für Privatoffenbarungen, die in seinem Bistum vorkommen. Lehnt er ein Erscheinungsphänomen ab, dann ist es damit kirchlich nicht anerkannt. 

Bekanntlich ist der Fall Medjugorje so gelagert, daß der jetzige Bischof Dr. Ratko Peric sich ebenso eindeutig gegen die Echtheit der Medju-Visionen ausspricht wie sein Amtsvorgänger Zanic.

Darüber hinaus hat die (ex-)jugoslawische Bischofskonferenz diesem Erscheinungsort bereits zweimal ausdrücklich ihre Anerkennung verweigert, jeweils nach Abschluß von gründlich arbeitenden Untersuchungskommissionen   –   das kritische Urteil wurde also nicht etwa aus dem Ärmel geschüttelt.

Näheres dazu siehe hier: http://charismatismus.wordpress.com/2013/11/10/medjugorje-kommission-der-bischofskonferenz-entschied-bereits-2009-ablehnend/

bildma12. Die zuständige kirchliche Leitung kann sehr wohl bereits zu einem negativen Ergebnis gelangen, solange angebliche Erscheinungen noch andauern. Angenommen, es zeigt sich, daß in den betreffenden “Botschaften” theologische Irrlehren oder sonstige Irrtümer (die mit der Vernunft oder der Sittenlehre usw. nicht vereinbar sind) vorkommen, dann ist die Sachlage klar und kein weiteres Abwarten erforderlich. 

Zuständige Bischöfe haben sich mehrfach gegen Erscheinungen ausgesprochen, während diese noch fortdauerten bzw. teils noch jahrelang weiterliefen, etwa in den Fällen San Damiano oder Montichiari.

Besonders strikt war sowohl die bischöfliche wie auch die vatikanische Ablehnung der “Marienerscheinungen” von Heroldsbach (1949 – 1951); alle Seherkinder wurden seinerzeit exkommuniziert. Allen katholischen Priestern war es unter unter Androhung von Kirchenstrafen verboten, nach Heroldsbach zu pilgern oder die dortigen Phänomene etwa in Predigten gutzuheißen.

Präzise Infos über die haarsträubenden theologischen Irrlehren der Heroldsbacher Botschaften siehe hier: http://charismatismus.wordpress.com/2011/06/08/heroldsbach-und-die-%E2%80%9Ehimmelsvisionen%E2%80%9C/

Wenn der Ortbischof eine bestimmte Erscheinungsstätte ablehnt, welche weit über seine Diözese hinaus von Bedeutung ist, weil z.B. Pilgerscharen aus aller Welt nach dorthin strömen, dann kann sich der Vatikan zusätzlich damit befassen – so wie dies jetzt in der Causa Medjugorje geschieht (und auch betr. Heroldsbach der Fall war).

Dies ändert freilich nichts daran, daß an sich der jeweilige Oberhirte der Diözese kirchenrechtlich zuständig für die Beurteilung einer Privatoffenbarung ist, wobei er sein Urteil in der Regel erst fällt, nachdem eine von ihm eingerichtete Kommission ihre Untersuchungen abgeschlossen hat. Diese Vorgehensweise haben auch die erwähnten Bischöfe Zanic und Peric gewählt.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster


Medjugorje aktuell: Botschaft vom 2.2.2014 an die “Seherin” Mirjana D.-Soldo

Von Felizitas Küble

Zur “Seherschar” von Medjugorje, einem kirchlich nicht anerkannten Erscheinungsort in der Herzegowina, gehört auch Mirjana Dragicevic-Soldo.

Nachdem sie  –  eigenen Angaben zufolge  –  anfangs eineinhalb Jahre lang tägliche Visionen der “Gottesmutter” erlebte, bekam sie ab Weihnachten 1982 jährlich eine Erscheinung zu ihrem Geburtstag am 18. März. media-372515-2

Etwa 5 Jahre später kamen weitere Marienvisionen an jedem 2. Tag pro Monat hinzu, wobei sie stets eine “Privatbotschaft” empfängt, die von Medjugorje aus per Rundmail bzw. Newsletter verbreitet wird.

Heute wurde folgende Offenbarung der “Gospa”  –  wie die Gottesmutter in Kroatien zuweilen genannt wird  –  rundgesandt, welche sich auf die gestrige Marienerscheinung Mirjanas bezieht:

“Liebe Kinder! Mit mütterlicher Liebe möchte ich euch Ehrlichkeit lehren, denn ich möchte, dass ihr in eurem Wirken als meine Apostel genau, entschlossen und überaus ehrlich seid. Ich möchte, dass ihr durch die Gnade Gottes für den Segen offen seid. Ich möchte, dass ihr durch Fasten und Gebet vom himmlischen Vater die Erkenntnis des natürlichen, heiligen Göttlichen erfleht.

Erfüllt durch die Erkenntnis werdet ihr unter dem Schutz meines Sohnes und mir meine Apostel sein, die wissen, das Wort Gottes jenen zu verbreiten, die es nicht kennen, und ihr werdet wissen, die Hindernisse zu überqueren, die euch im Weg sein werden. Meine Kinder, durch den Segen wird die Gnade Gottes auf euch herabkommen, ihr aber werdet sie durch Fasten, Gebet, Läuterung und die Versöhnung bewahren können. Ihr werdet die Wirksamkeit, die ich von euch ersuche, haben. Betet für eure Hirten, dass der Strahl der Gnade Gottes ihre Wege bestrahlt. Ich danke euch!”

Einige Linien haben wir zwecks Verdeutlichung in den Text gesetzt.

Wir wollen nun diese wie üblich wortschwallige und pathetische, aber inhaltlich gehaltlose Botschaft nur kurz kommentieren (detaillierte Ausführungen lohnen sich hier nicht): 1_0_744292

1. Nach fast 33 Jahren Erscheinungen fällt es der vermeintlichen Himmelsmutter also ein, die Seherin und ihre Schar die Tugend der “Ehrlichkeit” zu lehren, statt diese als hoffentlich selbstverständlich vorauszusetzen. Merkwürdig auch die Aufforderung, “überaus ehrlich” zu sein –  also ob das möglich wäre: Oder kann man mit der wirklichen Ehrlichkeit etwa übertreiben? Kann und soll man sie “überaus” praktizieren?

2. Vielleicht läßt das Medjugorje-Zentrum sich gegenüber seinem Fanclub noch zu einer Erklärung herab, was denn wohl das “natürliche, heilig Göttliche” sein mag, das wir laut Gospa unbedingt erkennen sollten.

3. Sodann “möchte” das Erscheinungsphänomen, daß die Seherschar “für den Segen offen” sei, ohne daß erläutert wird, um welchen “Segen” es sich überhaupt handelt. Sodann heißt es: “…durch den Segen wird die Gnade Gottes auf euch herabkommen, ihr aber werdet sie durch Fasten, Gebet, Läuterung und die Versöhnung bewahren können.”

Die Gnade Gottes kommt durch Christus und sein erlösendes Kreuz zu uns herab; aus dieser einzigen Quelle entströmen die Sakramente der Kirche, die uns des Himmels Gnade schenken bzw. die göttlichen Gnaden vermehren. Diese Heilswahrheit wird hier durch einen nicht näher bezeichneten “Segen” verdrängt, welcher angeblich die “Gnade Gottes” spende.

Sodann lautet die Botschaft weiter, diese Gnade Gottes könne durch Fasten, Gebet, Läuterung und die Versöhnung bewahrt werden. Das klingt zunächst sehr fromm, verdrängt aber erneut das Wesentliche: Gottes Gnade bewahren wir vor allem durch die Sakramente der Buße und des Altares, sodann durch die Einhaltung der göttlichen Gebote (die freilich in den Medju-Offenbarungen ohnehin fast nie erwähnt werden).

So zeigt sich wieder der typische Verdrängungs-Mechanismus vieler irrgeistiger “Botschaften”:  Durch viel fromm wirkendes Gerede wird das Wesentliche und Wichtige verdrängt durch etwas weniger Wichtiges. Leider wird dieses Verdrängungs-Prinzip von vielen erscheinungsbewegten Gläubigen und Abergläubigen nicht durchschaut.


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