Christi Kreuzesopfer wird verdrängt: Medjugorje meldet Mirjanas jüngste “Privatbotschaft” vom 2. April 2013

Heute enthielt der Newsletter des offiziösen “Medjugorje-Informationszentrums” die sog. Privatbotschaft, die der Seherin Mirjana Dragicevic-Soldo stets am zweiten Tag jeden Monats durch die “Madonna” zuteil wird. Der Wallfahrtsort Medjugorje liegt in Bosnien-Herzegowina, die seit 1981 laufenden Erscheinungen sind kirchlich nicht anerkannt.

Nachdem Visionärin Mirjana zunächst Anfang der achtziger Jahre tägliche Erscheinungen der “Gospa” (dortiger Bezeichnung Mariens) erhielt, nachdem ihr dabei angeblich zehn “Geheimnisse” anvertraut wurden, erlebt sie nunmehr eigenen Angaben zufolge einmal monatlich himmlische “Einsprechungen”, wobei sie nur noch die Stimme der Gospa vernehmen kann, ohne ihre Gestalt zu sehen.

Nun folgt der volle Wortlaut der gestrigen “Botschaft” (Hervorhebungen mit Linien durch uns):

“Liebe Kinder! Ich rufe euch auf, im Geist eins zu sein mit meinem Sohn. Ich rufe euch auf, dass ihr durch das Gebet und durch die heilige Messe, wenn mein Sohn sich auf besondere Weise mit euch vereint, versucht, so wie Er zu sein: so dass ihr, wie Er, immer bereit seid, den Willen Gottes zu tun und nicht sucht, dass sich euer Wille erfülle. Denn, meine Kinder, durch den Willen Gottes seid ­ihr – existiert ihr, aber ohne den Willen Gottes seid ihr nichts. Ich als Mutter ersuche euch, dass ihr mit eurem Leben über die Herrlichkeit Gottes ­sprecht, denn auf diese Weise werdet ihr auch euch nach Seinem Willen verherrlichenmedia-372515-2

Zeigt allen Demut und Liebe zum Nächsten. Durch diese Demut und Liebe hat mein Sohn euch gerettet und euch den Weg zum Himmlischen Vater geöffnet. Ich bitte euch, den Weg zum Himmlischen Vater all jenen zu öffnen, die Ihn nicht kennen gelernt und ihr Herz nicht Seiner Liebe geöffnet haben. Mit eurem Leben öffnet den Weg all jenen, die noch im Suchen der Wahrheit umherirren. Meine Kinder, seid mir Apostel, die nicht umsonst gelebt haben. Vergesst nicht, ­dass ihr vor den Himmlischen Vater kommen und Ihm über euch erzählen werdet. Seid bereit! Von Neuem ermahne ich euch: Betet für jene, die mein Sohn berufen hat, deren Hände Er gesegnet hat und die Er euch geschenkt hat. Betet, betet, betet für eure Hirten. Ich danke euch.”

Hierzu stellen wir Folgendes fest:

1. Dieser Botschaftssermon klingt wie üblich reichlich fromm  -  das ist eben das sprachliche “Mäntelchen” dieser Aussagen, die allerdings theologische bzw. spirituelle Fehler und “Schiefheiten” enthalten, so etwa der Hinweis: “…denn auf diese Weise werdet ihr auch euch nach Seinem Willen verherrlichen.” 

Das Wörtchen “denn” liefert die Begründung für den vorhergehenden Satz, unser Leben solle über die Herrlichkeit Gottes sprechen  -  dies also deshalb, damit wir uns “auf diese Weise” selber “verherrlichen”.  – Zwar heißt es “nach Seinem Willen”, aber die (Selbst-)Verherrlichung des Menschen ist eben  keineswegs der Wille des Höchsten.

2. Wohl um diese “verdächtige” Schräglage zu kaschieren, ist im nächsten Satz sogleich von “Demut und Liebe zum Nächsten” die Rede.  Es entsteht aber bei den nachfolgenden Aussagen erneut eine merkwürdige (Theo-)Logik:

Es wird nämlich zwar halbrichtig festgestellt, daß Christus uns durch “Demut und Liebe” gerettet habe. Das klingt sehr fromm, verdrängt aber in Wirklichkeit das Kreuz, den Opfertod des HERRN, durch  d e n  ER uns erlöst hat.

Nachdem also das Kreuz aus dem Blickfeld verschwindet, wird auf derselben Ebene weitergeschwafelt:

Mehrfach wird dazu aufgefordert, anderen Menschen den Weg zu Gott-Vater zu “öffnen”, wogegen nichts einzuwenden wäre, wenn nicht zuvor in der “Botschaft” gesagt worden wäre, durch “Liebe und Demut” habe Christus den Weg zu Gott-Vater “geöffnet”:

Somit erscheint diese Weg-Öffnung Christi als auf  d e r s e l b e n  Ebene befindlich wie jene Weg-Öffnung durch uns, durch Menschen. Damit wird die Gottheit Christi und sein Opfertod scheinheilig und auf listige Weise verdrängt, denn offenbar geschieht diese “Weg-Öffnung” zu Gott-Vater durch tugendhaftes Verhalten (“Demut und Liebe”) sowohl seitens Christi wie auch seitens der Gläubigen.

Somit wird etwas  – freilich durchaus Wohlklingendes und Gutes  -  unangemessen stark in den Mittelpunkt gerückt, wodurch dem Leser nicht mehr aufleuchtet, daß Christi Kreuzesopfer allein uns das Tor zum Himmel und den Weg zum Vater geöffnet hat: “Niemand kann zum Vater kommen außer durch mich”, erklärte Christus glasklar!

3. Sodann ist der Gospa-Hinweis über unser persönliches Gericht nach dem Tod reichlich banal und pubertär, wonach wir Gott-Vater bei der Gelegenheit “etwas über uns erzählen werden”

Als ob dieser wichtigste und entscheidende Moment  -  wenn wir uns vor dem ewigen Richter verantworten müssen, wenn wir Rede und Antwort stehen sollen  -  ein lockeres, jenseitiges Plauderstündchen sei, bei dem wir Gott mal eben dies oder jenes über uns “erzählen”…

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

 


Eine wachsame Stimme gegen den “Warnungs”-Sumpf wünscht weitere Aufklärung

“Es ist gar entsetzlich, was sich hier abspielt”

Heute erreichte mich ein eindringliches Schreiben, das man schon fast als Verzweiflungsruf ansehen kann. Ich kenne den Namen der Autorin, doch er tut nichts zur Sache, um die es nachfolgend geht; lassen wir zunächst diese wache, im guten Sinne kritische Katholikin zu Wort kommen, die uns in knappen Worten schildert, was im Leserforum der “Warnungs”-Botschaften abgeht:

“Bitte nehmen Sie sich doch nochmals der Wahnwitzigkeit der dubiosen Warnungs-Botschaften an. Es ist gar entsetzlich, was sich hier abspielt. Was die Leser-Zuschriften bei “TheWarnung.net” betrifft, lässt sich Zusammenfassend folgendes feststellen:

Es wird hier nicht mehr gebetet, sondern verurteilt. Statt für Papst Franziskus beten hier manche Gläubige stur für Benedikt weiter. Die Medien seien der Garant für ein adäquates Urteil, was die Vertrauenswürdigkeit unseres Papstes anbelangt (ein Leser schreibt, die Medien berichten gut über Franziskus, aus diesem Grund sei er im Bunde mit dem Antichristen).

Es ist gar abscheulich, was sich hier abspielt. “Betet für Eure Feinde”  –  nicht mal dieser Aufforderung würden die Warnungs-Anhänger nachkommen, wenn es so wäre, dass Franziskus im Bunde mit dem Antichristen sei. Schreibt man selbst solche Hinweise fürs Gebet, werden diese zwar vielleicht gelesen, aber es wird munter weiter fantasiert.   0023

Diese Bewegung ist derart fürchterlich. Satan leistet hier ja wohl volle Arbeit. Das prophezeite Schisma wird von Warnungs-Anhängern selbst herbeigeführt. Es wird aufgefordert, der Kirchenobrigkeit gegenüber ungehorsam zu sein.

Ich bitte Sie inständig: Schreiben Sie darüber, was sich unter Warnungs-Gläubigen abspielt.

Ich kenne selbst in meinem Bekanntenkreis eine große Anzahl Christen, die felsenfest an diese fürchterlichen Botschaften glauben. Wissen Sie, was das Schlimmste an der ganzen Sache ist: Es sind fast ausschließlich treue Kirchgänger und Rosenkranzbeter, die dieser Irrlehre aufsitzen. Sonntagschristen tangieren die Botschaften eher weniger.

Ich selbst fühle mich schon  langsam als Einzelkämpfer. Wenn ich nicht wüsste, dass es dennoch viele Christen gibt, die diese Irrlehre enttarnen, ich würde am Verstand der Katholiken zweifeln.”

SOWEIT unsere fast schon entnervte Briefschreiberin.

Am besten halten wir dazu grundsätzlich ein paar Punkte fest:

1. Die Kirche hat noch nie in ihrer zweitausendjährigen Geschichte eine “Privatoffenbarung” ernst genommen, geschweige anerkannt, die von einer “anonymen” Seherin ausgeht  – wie jener Urheberin der “Warnungs”-Prophetie.

Wie sollte das kirchliche Hirtenamt denn die Persönlichkeit einer Visionärin untersuchen, ihren Umfeld, ihren religiösen Hintergrund und-so-weiter, wenn sie nicht einmal weiß, um welche Person es geht? 

Zudem hätte es früher Gelächter ohne Ende auch in frommen Kreisen ausgelöst, wenn Leute irgendwelche “Botschaften” von “verborgenen” Sehern herumgereicht hätten. Selbst das erscheinungsbewegte Lager hätte gelangweilt abgewinkt.

Daß in den letzten drei Jahren dieser offensichtlich und noch dazu anonyme Unfug erfolgreiche Kreise ziehen kann, beweist einmal mehr, daß die Hemmschwelle für baren Unsinn im frommen Mäntelchen immer niedriger ausfällt.

2. Ihre Beobachtung, daß gerade religiös ernste Kirchgänger  der “Warnung” auf den Leim gehen, kann ich nur bestätigen. Dies ist freilich typisch für die Botschaftszene allgemein, denn die Verführung durch Falsch-Mystik ist keine Versuchung für Modernisten oder laue Sonntagschristen, sondern gerade für das fromme Spektrum.

Konservative bis traditionalistische Gläubige kann der “Kellergeist” nicht etwa durch moderne Irrlehren inhaltlich zu Fall bringen, sondern nur durch religiöse Täuschungen  -  also vor allem durch die schwarmgeistige oder erscheinungsbewegte Schiene. Wasser-008-2-4-2

Dabei müssen diverse Falschpropheten nicht unbedingt direkt von Finsternismächten beeinflußt oder umsessen sein, denn die verhängnisvolle Wirkung kommt auch dann zustande, wenn ein “Visionär” sich psychopathologisch in religiösen Wahnvorstellungen verfängt oder “Botschaften” in betrügerischer Absicht erfindet.

Das Ergebnis führt so oder so zur spirituellen Verwirrung, zu Spaltung unter Gläubigen, zur Distanzierung von der Kirche, zur wachsenden Offenheit für Täuschungen von “unten”.  Schon Paulus warnte seinerzeit die urchristlichen Gemeinden davor, daß der Satan als “Engel des Lichtes” erscheinen kann. Natürlich, denn würde er seine “Visitenkarte” vorzeigen, wäre ihm ja kein Erfolg im frommen Lager beschieden.

3. Dabei arbeitet die Falschmystik bzw. der Botschaftszirkus stark mit Plus-Minus-Emotionen, mit einer aufregenden Achterbahn der Gefühle:

Sowohl das Bedürfnis nach großartiger Zukunftsperspektive wird befriedigt, sei es durch die charismatische Vorstellung von einer weltweiten Erweckung, einer Art kommenden Paradies auf Erden oder universalem christlichen Friedensreich bzw. “Zweites Pfingsten” und-soweiter   -   o d e r  durch die Panik-Grusel-Version von demnächst eintreffenden Katastrophen, dem jetzigen Papst als “Falschen Propheten” des Antichristen (obwohl derselbe doch noch gar nicht präsent ist). Es gibt eine merkwürdige “Lust am Gruseln”, die durch solche Panikbotschaften bedient wird.

4. Zum Thema Papst: Das Petrusamt ist wichtiger als die Person des Papstes, das hat paradoxerweise gerade Benedikt verdeutlicht, auch als er um des Amtes willen zurücktrat, also seine Person zurücknahm, damit das Amt nicht etwa Schaden leide durch seine gesundheitliche Hinfälligkeit. Immerhin hatte er schon im Jahre 2005 einen Herzinfarkt mit Blutvergiftung  -  so etwas bleibt nicht in den Kleidern hängen.

Als katholische Christen benötigen wir freilich keinen naiven Personenkult, das Amt des Papstes ist uns vor allem wichtig. Von daher war es auch richtig, daß die Gläubigen auf dem Petersplatz am 13. März begeistert gejubelt haben, als weißer Rauch aufstieg: damit war klar, daß ein neues Oberhaupt gewählt war, wenngleich das Kirchenvolk noch nicht wußte, wer es war.

Der von manchen Journalisten und Theologen als “verfrüht” bezeichnete Beifall war in Wirklichkeit kernkatholisch und zeigte genau diesen Respekt vor dem Amt, vor der Sendung des Papstes   -  noch vor der Klarheit über die Person. Schwärmerischer Personenkult um den Papst ist nicht nötig, ist auch gar nicht angebracht, aber noch viel weniger jene Dauerstänkerei und unseriöse Gerüchteküche, wie sie in einem Teil des Tradi-Lagers derzeit abgeht (zB. vielfach auch im Leserforum von Gloria-TV)  -  ganz zu schweigen von den irrsinnigen Falschprophetien der “Warnung” über Franziskus als Helfershelfer des Antichristen etc.0018

5. Das Grundprinzip der Falschmystik ist vor allem die unterschwellige Verdrängung: Die Heilige Schrift spielt kaum eine Rolle (allenfalls noch die Apokalypse, die jedoch  meist falsch verstanden wird). Die Bibel wird letztlich durch Botschaften ersetzt, der Katholische Katechismus bzw. die Lehr der Kirche durch Privatoffenbarungen.

Nicht mehr die Zehn Gebote Gottes und die Fünf Kirchengebote stehen im Vordergrund sittlichen Strebens, sondern eine überzogene Askese (zB. in Medjugorje das zweimalige Fasten am Mittwoch und Freitag bei Wasser und Brot) und eine Art Leistungsfrömmigkeit der Gebete unter dem Vorwand, nur so könnten viele Seelen gerettet werden.

Lassen wir uns nicht irreführen, verfallen wir nicht auf irrgeistige “Botschaften”, bleiben wir vielmehr der  e i n e n  Botschaft Gottes treu, wie sie in der Heiligen Schrift und der Lehre unserer Kirche aufleuchtet und treu überliefert ist:  Darin liegt das Heil unserer Seele und die Rettung der Welt.

 

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster


Neues aus Medjugorje: Jährliche “Marienerscheinung” der Seherin Mirjana an ihrem Wiegenfest (18. März)

Mehrere tausend Pilger haben sich am 18.3.2013 in Medjugorje versammelt, einer kirchlich nicht anerkannten Erscheinungsstätte in Bosnien-Herzegowina. Die Vision Mirjanas begann kurz vor 14 Uhr und dauerte 6 Minuten lang.

Diese “Seherin” will vom 24.6.1981 bis 25.12.1982 tägliche Marienerscheinungen erlebt haben. An jenem Weihnachtsfest hat ihr die “Madonna” das zehnte “Geheimnis” anvertraut und gesagt, daß sie ihr ganzes Leben lang jährlich eine Erscheinung haben werde  -  und zwar am 18. März, ihrem Geburtstag. media-377708-2

Die “himmlische” Botschaft am diesjährigen Wiegenfest Mirjanas lautet wie folgt:

“Liebe Kinder! Ich rufe euch auf, dass ihr mit vollkommenem Vertrauen und Freude den Namen Gottes preist und Ihm von Tag zu Tag von Herzen für die große Liebe dankt. Mein Sohn hat euch durch diese Liebe, die Er durch das Kreuz gezeigt hat, die Möglichkeit gegeben, dass euch alles vergeben wird, so dass ihr euch nicht schämen und verstecken müsst und aus Angst die Tür eures Herzens meinem Sohn nicht öffnet. Im Gegenteil, meine Kinder, versöhnt euch mit dem himmlischen Vater, so dass ihr euch selbst werdet lieben können, so wie euch mein Sohn liebt. Wenn ihr euch selber liebt, dann werdet ihr auch die anderen Menschen lieben; ihr werdet meinen Sohn in ihnen sehen und die Größe Seiner Liebe erkennen. Lebt im Glauben! Mein Sohn bereitet euch durch mich für die Werke vor, die Er durch euch bewirken möchte und durch die Er sich verherrlichen möchte. Dankt Ihm. Besonders dankt Ihm für die Hirten, für eure Vermittler in der Versöhnung mit dem himmlischen Vater. Ich danke euch, meinen Kindern. Ich danke euch.”

Hierzu stellen wir fest:

1. Es wird gesagt, daß Gott “euch alles vergeben wird, so dass ihr euch nicht schämen und verstecken müsst”.    - Warum ist hier nicht vom Bußsakrament die Rede?  -  Was soll überhaupt dieser pubertäre Hinweis  vom “verstecken”?

2. Die Aufforderung, sich mit Gott zu versöhnen, wird sodann ausdrücklich damit begründet, “so dass ihr euch selbst werdet lieben können, so wie euch mein Sohn liebt. Wenn ihr euch selber liebt, dann werdet ihr auch die anderen Menschen lieben”.  -  Erst wird die Beichte unterschlagen, dann wird auch noch der Sinn der Reue in eine egoistische Richtung gewendet, nämlich damit wir “uns selbst lieben können”. – Zudem wird unsinnigerweise behauptet: “Wenn ihr euch selber liebt, dann werdet ihr auch die anderen Menschen lieben”.

Nun könnte der Einwand kommen, eine gesunde Selbstliebe sei ebenfalls ein göttliches Gebot, heiße es doch: “Du sollst Deinen Nächsten lieben wie dich selbst”. 

Aber dann gäbe es ja drei Hauptgebote  – es sind jedoch zwei: Gottes- und Nächstenliebe. Bei der Formulierung “wie dich selbst” wird die Selbstliebe als selbstverständliche Gegebenheit und Seelenverfassung vorausgesetzt  – und der Mensch aufgefordert, den anderen so zu lieben, wie er sich selber  o h n e h i n  schon liebt.

Zudem heißt es bei Paulus: “Einer achte den anderen höher als sich selbst.”  -  D a s  ist biblische Botschaft und echt christliche Haltung, nicht das psychologisierende Schönwettergerede von Medjugorje!

 

 


Anonyme “Seherin” lobt Medjugorje: Wie sich Visionäre gerne gegenseitig bestätigen…

Innerhalb des erscheinungsbewegten Lagers kann man hinsichtlich der “Konkurrenz” verschiedener Privatoffenbarungen drei Reaktionsweisen erleben:

Entweder bezieht eine vermeintlich “begnadete Seele” überhaupt keine Stellung zu sonstigen Erscheinungen an anderen Orten (als gäbe es diese nicht)  -  oder sie spricht den anderen Phänomenen ihre “Echtheit” ab  -  oder die Visionäre bestätigen sich, was recht häufig vorkommt, weil sich die “Seher” dadurch gegenseitig in ihrem Erscheinungsglanz sonnen können.

Einer unserer eifrigsten Leserkommentatoren (Nickname “Gelobt sei Jesus Christus”) hat hierfür ein aufschlußreiches Beispiel ausgegraben, das wir leicht gekürzt dokumentieren:

“Nachfolgend ein Zitat aus den “Botschaften” an ein anonymes Sprachrohr. Es handelt sich dabei um sogenannte Einsprechungen = inneres Hören. Da kann heute jeder anonym mitfaseln, denn mehr als Gefasel sind auch diese “Einsprechungen” nicht. media-377708-2

Es findet hier überhaupt Erwähnung, da die deutschen Übersetzungen von dem Franziskanerpater Gerhard Wenzel (Impressum) verbreitet werden. Der Geistliche, der für die englischsprachigen Originaltexte zuständig ist, wird als “Monsignore John Esseff” vorgestellt.

Auf den Webseiten ist Folgendes über ihn zu lesen, wobei sein geistlicher Lebenslauf wohl als Qualitäts- und Gütesiegel für diesen Unfug herhalten soll.

Leider gibt es viele Katholiken, die aufgrund der Beteiligung von Geistlichen oft ihr eigenes “Hirnkasterl” abschalten, diese Priester für sie denken lassen und sich jeden einmal begonnenen Unfug bis zum bitteren Ende verkaufen lassen.

Diese Gläubigen und jene Geistlichen kommen aus einer solchen selbst gewählten “Botschaftsfalle” nur sehr schwer wieder heraus:

Zitat:
1959 wurde P. Pio mein geistlicher Begleiter. Später war ich viele Jahre der geistliche Leiter für Mutter Teresa von Kalkutta. Ihr zuliebe reiste ich durch die ganze Welt und gab ihren Schwestern religiöse Einkehrtage.
http://www.schlangenzertreterin.de/
Zitat Ende

Nachstehend das Zitat aus diesen Einsprechungen von “Maria” an das anonyme Sprachrohr zum Thema Medjugorje:

Zitat 264 / 23. Februar 2012:
Die bevorstehenden Umwälzungen und der Schatz von Medjugorje

Maria:
Was muss getan werden? Ich sage es klipp und klar: „Geht nach Medjugorje“! Ich spreche nicht davon, dass man physisch reisen soll (obwohl dies jedem auch gut täte). Ich spreche in einem geistigen Sinn. An jenem Ort habe ich die „Ereignisse“ über drei Jahrzehnte lang erklärt. Die Leute haben meine Lehren treu aufgezeichnet und haben sie verbreitet. Sie sind wirklich ein großer Schatz. Obwohl es spät geworden ist und es noch immer Leute gibt, die nie von dem kleinen Ort gehört haben, kann jeder die versäumte Zeit noch nachholen. Medjugorje birgt einen Schatz und wird ihn mit der ganzen Welt gerne teilen. Lest über dieses Dorf! Lest von meinen Erscheinungen! Lest meine Botschaften! Ich will euren Sinn formen und ihr werdet wissen, was zu tun ist.
http://www.schlangenzertreterin.de/264-die-bevorstehenden-umwalzungen-und-der-schatz-von-medjugorje/
Zitat Ende

Diese “Maria” offenbart der andächtigen Botschaftsgemeinde ein Geheimnis: In Medjugorje und nur dort gibt es einen “Schatz”. – Welchen Schatz verrät sie uns nicht, aber teilbar ist der Schatz mit der ganzen Welt  -  ziemlich großspurige Aussage einer “Mutter”, besonders im Hinblick auf die Menschen, die sich eine Fahrt nach Medjugorje nicht leisten können und von diesen “außergewöhnlichen Gnaden” und dem “Schatz” in ihrem Leben bestimmt auch nie hören werden.

Der einzige “Schatz”, den es in Medjugorje gibt, sind die Schatztruhen deren, die an diesem Spektakel gut verdienen.”


“Erscheinungen” in Medjugorje: Nicht Kardinal Ruini entscheidet, sondern Erzbischof Müller und der Papst

Am  4. Januar 2013 veröffentlichte die erscheinungsbewegte Nachrichtenseite “kath.net” einen Artikel mit dem Titel bzw. Aufruf: “Kardinal Ruini: Verehrt Gott in Medjugorje!” 

Man reibt sich die Augen und überlegt, ob man nun etwa ins ferne Medjugorje nach Bosnien-Herzegowina fahren soll, um Gott zu verehren? 

Der erwähnte italienische Kardinal ist Vorsitzender jener Kommission, die den kirchlich nicht anerkannten Erscheinungsort Medjugorje im vatikanischen Auftrag untersucht. media-374336-2

“Kath.net” beruft sich hinsichtlich des angeblichen Ruini-Lobes auf die kroatische Zeitung “Slobodna Dalmacija”, derzufolge Kardinal Ruini dazu “einlädt”, in Medjugorje “Gott die Ehre zu erweisen”   -  was immer dies genau heißen mag.

Womöglich handelt es sich auch diesmal um eine Presse-Ente (von denen es in der Causa Medjugorje etliche gab). So machten zB.   Spekulationen die Runde, aus Medjugorje werde ein eigenes Bistum errichtet, was schon angesichts der niedrigen Katholikenzahl äußerst merkwürdig wäre.

Abgesehen davon entscheiden weder Kardinal Camillo Ruini noch seine Kommission über die endgültige kirchliche Beurteilung der dortigen “Marienerscheinungen”, wenngleich das Expertengremium aus 17 Mitgliedern den Vatikan berät.

Es ist keineswegs Aufgabe dieser Kommission, öffentliche Erklärungen abzugeben, sondern diskret und intern zu arbeiten. Schon deshalb sind angebliche Äußerungen von Kardinal Ruini mit Vorsicht zu genießen, zumal die Gerüchteküche um Medjugorje seit Jahrzehnten blüht und gedeiht.

Die Entscheidung über die kirchliche Stellung zu Medjugorje fällt allerdings ohnehin die römische Kongregation für die Glaubenslehre, also Erzbischof Gerhard Ludwig Müller in Abstimmung mit Papst Benedikt.


Vermeintliche “Schauwunder” nehmen zu – Kirchenleitungen reagieren skeptisch

Seit zwei Jahren geistert ein “Wunder”-Video, das in der Geburtskirche von Bethlehem entstanden ist, durch die schwarmgeistige und mirakelbewegte Szene, wobei sich angeblich das Christkind  höchstselbst in Form von Nebelschwaden herausbilde  -  was freilich völliger Unfug ist.

Näheres hier:
http://blog.gwup.net/2013/01/02/jesus-christus-ist-erschienen-in-bethlehem-auf-video/?utm_source=feedburner&utm_medium=email&utm_campaign=Feed%3A+gwup-die-skeptiker+%28gwup+|+die+skeptiker%29

Auch sonst wird in erscheinungsfrommen Kreisen  -  nicht zuletzt aus dem Umfeld Medjugorje  -  seit Jahrzehnten von angeblichen “Foto-Wundern” oder Bluttränen-Madonnen erzählt. media-375643-2

Dabei nehmen derlei Phänomene manchmal größere Ausmaße an und rufen so die jeweilige Kirchenleitung auf den Plan, die mit Recht vor jeder Wundersucht warnt,  so etwa im September 2012, als es ein “Blutwunder” an einer Marienstatue in Byblos im Libanon gegeben haben soll.

Ähnlich wenige Monate zuvor in New Jersey, wo es an einem Ginkgo-Baum zu einer Art mysteriösem Marienbild gekommen sein soll,  wobei die Kirchenvertreter das “Wunder” sofort dementiert haben.

Mit solchem Unfug wird der wahre Glaube lächerlich gemacht, der nicht allein durch den Unglauben bedroht ist, sondern auch und erst recht durch den Aberglauben.

Wir leben hier auf Erden im Glauben, nicht im Schauen, wie der hl. Apostel Paulus bekräftigt (vgl. 2 Kor 5,7)  – wer hingegen  mirakulöse “Schauwunder”  benötigt (noch dazu solche, die  inhaltlich bzw. theologisch sinnlos sind), der ist offenbar in seinem Glauben  nicht sattelfest.

Felizitas Küble


Wirre Weihnachts-Weisheiten von der “Gospa” zu Medjugorje

Zu den “Sehern” von Medjugorje  -  einem kirchlich  nicht anerkannten Erscheinungsort  -  gehört Jakov Colo. Der Knabe war erst zehn Jahre alt, als ihm und den anderen jugendlichen Visionären im Sommer 1981 zum ersten Mal die “Gospa” erschienen sein soll, wie die Madonna dort in Bosnien-Herzegowina genannt wird. 

Jakov ist mittlerweile seit langem verheiratet und hat drei Kinder; zugleich leitet er eine Kinder-Gebetsgruppe in der Pfarrgemeinde Medjugorje. media-374336-2

Am 12. September 1998 endeten die täglichen (!) Marienvisionen bei Jakov. Seitdem erscheint ihm die Gospa nur noch einmal jährlich am Weihnachtsfest.

Hier folgt nun die aktuelle “Jahresbotschaft” an Jakov vom 25. Dezember 2012:

„Liebe Kinder, schenkt mir euer Leben und übergebt euch mir vollkommen, damit ich euch helfen kann, meine mütterliche Liebe und die Liebe meines Sohnes zu euch zu begreifen.

Meine Kinder, ich liebe euch unermesslich, auch heute auf besondere Weise am Tag der Geburt meines Sohnes, möchte ich jeden von euch in meinem Herzen aufnehmen und eure Leben meinem Sohn schenken.

Meine Kinder, Jesus liebt euch und gibt euch die Gnade, in Seiner Barmherzigkeit zu leben, aber viele eurer Herzen sind von der Sünde ergriffen und ihr lebt in der Finsternis.

Deshalb, meine lieben Kinder, wartet nicht, sagt nein zur Sünde, eure Herzen aber übergebt meinem Sohn, denn nur so könnt ihr die Barmherzigkeit Gottes leben und euch mit Jesus in euren Herzen auf den Weg des Heils aufmachen.“

Abgesehen von der üblichen “frommen” Platte, die hier zum x-ten Male abgespult wird, fällt wieder einmal folgende Merkwürdigkeit auf:

Nun erscheint seit über 30 Jahren die himmlische Mutter angeblich in Medjugorje, teils täglich, teils monatlich, teils jährlich, teils zu den Geburtstagen der “lieben Kinder”  -  je nach Laune der “Gospa” und den Lebensumständen der Seher.

Doch die sogenannten “lieben Kinder” leben immer noch “in der Finsternis” und sie sind “von der Sünde ergriffen”. Da fragt man sich schon ein wenig nach dem Sinn der mittlerweile insgesamt über 40.000 Marienerscheinungen zu Medjugorje….


Zeichen und Wunder: Ein “Himmelskreuz” in Medjugorje?

DIESES FOTO wurde heute von einem wundergläubigen User auf Gloria-TV (http://de.gloria.tv/?media=365383) veröffentlicht, wobei es sich natürlich wieder einmal um ein besonderes Himmelszeichen handeln soll, das  -  aber sicher doch  – aus Medjugorje stammt, einer kirchlich nicht anerkannten Marienerscheinungsstätte in Bosnien-Herzegowina.  media-365383-2

Die einen mögen das Bild mit den üblichen Kondensstreifen von Flugzeugen erklären, eher konspirativ orientierte Zeitgenossen werden  vielleicht an “Chemtrails” denken oder sonstige Erklärungen anbieten. Worum es sich hier aber sicherlich nicht handelt: ein Zeichen vom Himmel.

Das Wunder ist des Glaubens liebstes Kind, so spötteln die Ungläubigen gerne  -  doch der wahre Glaube hat solche vermeintlichen Mirakel nicht nötig, der Aberglaube hingegen schon.

Jenseits von Wunderflucht und Wundersucht wissen wir, daß der Allmächtige ein Gott ist, der Wunder tut  – aber ER hat keine theologisch sinnlosen “Schauwunder”  nötig  -  schon gar nicht solche, die keineswegs “wunderbar” sind, sondern sich leicht natürlich erklären lassen.


Kardinal Schönborn veranstaltete im Wiener Stephansdom eine Medjugorje-Werbefeier

Am Dienstag voriger Woche (25.9.) ließ der Wiener Erzbischof im Stephansdom  – wie alle Jahre wieder  -  die kirchlich nicht anerkannten Erscheinungen von Medjugorje hochleben und hochfeiern.

Passenderweise erlebte Ivan Dragicevic dort an Ort und Stelle nachmittags im prallvollen Dom seine Marienvision, wobei sie den Gläubigen vor dem Rosenkranzgebet angekündigt wurde und dann auch “zur rechten Zeit” stattfand.

Hinterher erklärte der heute 47-jährige Familienvater, die Madonna “fordere” von den Katholiken die monatliche Beichte.  -  Die Kirche hingegen verlangt von ihren Gläubigen lediglich die jährliche Beichte  -  die wirkliche Gottesmutter kommt gewiß nicht auf die Erde, um Kirchengebote zu ändern bzw. massiv zu verschärfen. (Eine “Empfehlung” der Monatsbeichte steht auf einem anderen Blatt und wäre natürlich grundsätzlich zu bejahen.)

Dieser Medjugorje-”Seher” Ivan lebt seit 1994 in Boston (USA), wohnt in einer Villa und ist mit einer ehem. Schönheitskönigin verheiratet.

Kardinal Christoph Schönborn gab seine begeisterten Eindrücke von diesem “Medjugorje-Friedensgebet” in der Tageszeitung Heute zum Besten; dort schrieb er:   

“So voll habe ich den Dom, die Stephanskirche, selten gesehen.”

Das ist typisch für jene sensationslüsterne “Religiösität”, die sich vor allem an Gefühlen und Erlebnissen orientiert, weniger an der kirchlichen Lehre und den hl. Sakramenten:

Wenn eine angebliche “Erscheinung” geboten wird, ist der Dom “so voll wie selten”, gefüllt mit mehreren tausend Gläubigen  – und das mitten in der Woche, was ansonsten selbst die Sonntagsmesse nicht schafft.

Der Erzbischof schreibt in der erwähnten Tageszeitung außerdem, daß in der Medjugorje-Feier “eine unbeschreibliche Atmosphäre der Sammlung, der Freude, der Fürbitte geherrscht” habe.

Auch hier zielt er auf den Gefühlsbereich ab, auf das Atmosphärische, wenngleich unter frommen Vorzeichen.

Zu Medjugorje selbst erklärt der erscheinungsbewegte Kardinal:

Was sich dort seit Juni 1981 abspielt, gehört zu den erstaunlichsten Phänomenen unserer Zeit”.

Dem wird man als Kritiker kaum widersprechen wollen, wenngleich man dieses “Phänomen” ganz anders bewertet.

Höchst bedenklich ist es, daß Erzbischof Schönborn eine “Privatoffenbarung”, die kirchlich nicht anerkannt ist, wie selbstverständlich als feste Tatsache hinstellt  -  schreibt er doch in der Tageszeitung “Heute” Folgendes:

“Sechs Jugendliche haben Erscheinungen der Muttergottes, die sich “Königin des Friedens” nennt. Aus dem armen, stillen Dorf in den kargen Bergen Herzegowinas ist einer der größten Wallfahrtsorte auf Erden geworden. Monatliche “Botschaften” der Muttergottes gehen um die Welt.”

Abschließend stellt er begeistert fest, “dass in Medjugorje viele kleine und große Wunder geschehen. Ich bin selber Zeuge davon. Es ist ein Ort, wo der Himmel die Erde berührt.”

Damit greift der Kardinal dem noch ausstehenden Urteil der Gesamtkirche (Vatikan) vor  -  und er widerspricht zudem den ablehnenden Erklärungen von Ortsbischof Peric sowieso dessen Vorgänger Zanic. Auch die jugoslawische Bischofskonferenz verweigerte Medjugorje bereits vor über 20 Jahren ihre Anerkennung.

Papst Benedikt gehört ebenfalls seit Jahrzehnten zu den Skeptikern, wobei er den Wiener Erzbischof schon im Januar 2010 deutlich ermahnte  -  offenbar vergeblich, wie Schönborns Medju-Werbefeiern Jahr für Jahr dokumentieren. 

Näheres über die päpstliche Rüge hier: http://charismatismus.wordpress.com/2011/06/05/kardinal-schonborn-entschuldigt-sich-bei-bischof-peric/

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

Englischer Info-Artikel von Prof. Louis Bélanger über Medjugorje-Pater Tomislav Vlasic: http://en.louisbelanger.com/2012/02/09/medjugorje-the-unbearable-sadness-of-duping-the-faithful-2-fr-laurentins-fabrication-concerning-the-father-of-a-nuns-child-part-1-the-libel-4/

Foto: Dr. Bernd F. Pelz


Medjugorje: Was die Gospa der “Seherin” Mirjana heute mitgeteilt hat

Mirjana Dragicevic-Soldo gehört zu jenen Visionären von Medjugorje, denen angeblich seit über 30 Jahren die Madonna erscheint, die in der dortigen Region gerne als “Gospa” bezeichnet wird.

Die besagte Seherin erhielt eineinhalb Jahre lang tägliche “Erscheinungen” sowie zehn “Geheimnisse”, die ihr hierbei anvertraut wurden; danach gab sich die Gospa jährlich ein Stelldichein an Mirjanas Geburtstag, dem 18. März; doch seit dem 2. August 1987 hört die visionäre Familienmutter angeblich am zweiten Tag jedes Monats die Stimme der seligen Jungfrau Maria. 

Die heutige sog.  “Privatbotschaft” an Mirjana wurde wie immer durch den offiziösen Medjugorje-Newsletter bekanntgegeben. Hier zunächst der volle Wortlaut, danach folgen unsere Einwände:

Privatbotschaft der Muttergottes vom 2. Oktober 2012 an die Seherin Mirjana:

“Liebe Kinder! Ich rufe euch und komme unter euch, weil ich euch brauche. Ich brauche Apostel reinen Herzens.

Ich bete, aber betet auch ihr, dass euch der Heilige Geist befähigt und führt, dass Er euch erleuchtet und mit Liebe und Demut erfüllt.

Betet, dass Er euch mit Gnade und Barmherzigkeit erfüllt. Erst dann werdet ihr mich verstehen, meine Kinder.

Erst dann werdet ihr meinen Schmerz wegen jener  verstehen, die die Liebe Gottes nicht kennen gelernt haben. Dann werdet ihr mir helfen können. Ihr werdet meine Lichtträger der Liebe Gottes sein.

Ihr werdet jenen den Weg beleuchten, denen Augen geschenkt wurden, die aber nicht sehen wollen.

Ich wünsche, dass alle meine Kinder meinen Sohn sehen. Ich wünsche, dass alle meine Kinder Sein Königreich erleben.

Von neuem rufe ich euch auf und bitte, dass ihr für jene betet, die mein Sohn gerufen hat. Ich danke euch.”

In dieser vermeintlich himmlischen Mitteilung besteht fast jeder Satz  – obgleich er sich auf den ersten Blick durchaus brav und harmlos anhört  -  aus theologischem oder pädagogischem Unsinn:

1.  Die Gospa bezeichnet die Seher als “Apostel reinen Herzens”, die sie “braucht”.  – Dieser Einstieg ist eine fromm-tönende Schmeichelei und durchaus geeignet, die Selbstgefälligkeit der Angesprochenen anzuspornen: Wer möchte sich nicht gerne als “Apostel” -  noch dazu gar “reinen Herzens”  – ansprechen lassen? 

Die echte Gottesmutter würde aber niemals den Hochmut der Menschen derart listig und scheinheilig hochkitzeln, ist sie doch selbst die wahrhaft demütige “Magd des HERRN”.

2. Im nächsten Satz findet sich die Aufforderung, zum Heiligen Geist zu beten, damit er die Seher mit “Demut” erfüllt  -  das widerspricht allerdings der vorhergehenden Ansprache, die geradezu zum Gegenteil animierte.  

Zudem fragt man sich, warum die Visionäre denn nach sage und schreibe 3 Jahrzehnten “Botschaften des Himmels” immer noch nicht mit “Demut” erfüllt sind….?!  – Man könnte ironisch antworten: Kein Wunder, wenn diese “Gospa” ihnen ständig Honig um den Bart schmiert.

3. Die “Kinder” sollen zudem dafür beten, daß der Hl. Geist sie mit “Gnade und Barmherzigkeit” erfülle, weil sie “erst dann” die Madonna  “verstehen” würden.   – War dies also über 30 Jahre lang durchaus nicht der Fall? Wozu dann  überhaupt diese weit über 40.000 Erscheinungen?!

4. Sodann spricht die angebliche Madonna von ihrem  “Schmerz wegen jener, die die Liebe Gottes nicht kennen gelernt haben“:

Die Trauer des Himmels über jene, die diese Liebe durchaus “kennengelernt”, aber gleichwohl abgewiesen haben, dürfte doch viel größer sein!  – Unwissenden kann nämlich geholfen werden, hartnäckig Abgefallene sind hingegen ein echtes Problem für die Seelsorge!

5. Außerdem verheißt die Gospa ihrer Seherschar: “Ihr werdet jenen den Weg beleuchten, denen Augen geschenkt wurden, die aber nicht sehen wollen.”  -   Schon wieder eine unlogische Aussage, denn wenn jemand nicht sehen “will”, ist alle “Beleuchtung” des Weges natürlich vergeblich.

6. Der theologische Unfug wird noch gesteigert mit folgendem Satz:Ich wünsche, dass alle meine Kinder meinen Sohn sehen. Ich wünsche, dass alle meine Kinder Sein Königreich erleben.” 

Wir leben hier auf Erden aber “im Glauben, nicht im Schauen”  -  wie Paulus unseren irdischen Pilgerweg auf den Punkt bringt.  – Wenn wir freilich einst mit Gottes Gnade unser himmlisches Ziel erreichen dürfen, werden wir nicht allein Christus sehen, sondern den dreieinigen Gott in seiner  ewigen Herrlichkeit. 

Was bedeutet überdies der Gospa-Wunsch, ihre “Kinder” (wer immer das sein mag:  allein die Seher oder alle Mariengläubigen?) mögen Christi “Königreich erleben”? Welches “Königreich”?  -  Das jenseitige Himmelreich oder schon ein angeblich irdisches “Königreich auf Erden”?  -  Der Ausdruck “erleben” ist ebenfalls vieldeutig und unangemessen, denn im Reiche Gottes dürfen wir Gottes Herrlichkeit schauen und anbeten; von “Königreich erleben” schwärmen zwar manche Charismatiker recht gerne, doch ist in der Hl. Schrift hiervon nirgends die Rede.

7. Sodann folgt abschließend die Aufforderung, “für jene zu beten, die mein Sohn gerufen hat“.

Christus hat  nicht nur “jene”, sondern  a l l e  Menschen zum Heil “gerufen”, wie dies dem sogenannten “allgemeinen Heilswillen Gottes” entspricht.  Ob die Menschen diesem Ruf des Ewigen folgen, steht auf einem anderen Blatt und in der Verantwortung der Menschen.

Wir sehen also, fast jeder Satz aus dieser “Botschaft” ist theologisch unsinnig bis widersinnig, daher kann diese Privatoffenbarung nicht “von oben” sein.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

Foto: Dr. Bernd F. Pelz



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