Kardinal Fernando Filoni reiste als Sondergesandter des Papstes in den Irak

Kardinal Fernando Filoni (siehe Foto), Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, traf sich am Tag nach seiner Rückkehr aus dem Irak, den er als Sondergesandter im Auftrag von Papst Franziskus besucht hatte, mit dem Papst, um über die ihm anvertraute Mission zu berichten. filoni_kardinal_fernando_sz_contentimage

Im Interview mit dem vatikanischen Fidesdienst spricht der Präfekt der Missionskongregation über Einzelheiten der Mission und persönliche Eindrücke während seines Aufenthalts in dem gemarterten Land.

Ihr Besuch fand im Zeichen der humanitären Notlage der Christen und anderer Minderheiten des Nord-Iraks statt. Was haben Sie dort gesehen?

Es war eine Mission unter notleidenden Menschen, insbesondere unter den Christen, die aus Mossul und der Ninive-Ebene fliehen mussten. Sie mussten ihre Häuser und ihr einfaches alltägliches Leben verlassen und wurden in eine unvorhersehbare Situation hineinkatapultiert.

Von einem Tag auf den anderen hatten sie keine Wohnung und keine Kleider mehr, ohne all das, was im allgemeinen selbstverständlich ist und dort auf einmal nicht mehr existiert.

Es gibt dort zum Beispiel bei 47 Grad kein Wasser, um sich zu waschen. Die Menschen schlafen auf den Straßen oder in Gärten, unter einem Baum oder unter einer Plastikplane. Frauen, die sonst einen Haushalt führen, fühlen sich nutzlos und scheinen verwirrt.

Kinder sind vielleicht die einzigen, die das dramatische Ausmaß der Lage nicht erfassen, und laufen spielend umher. Alte Menschen liegen in einer Ecke und Kranke wissen nicht, ob es je wieder einen Arzt oder Medikamente geben wird.  1_0_809751

Wie wurden Sie aufgenommen?

Dass der Papst, da er persönlich nicht kommen konnte, umgehende einen Sondergesandten  –  keinen Diplomaten, sondern einen persönlichen Gesandten – geschickt hat, war für die Menschen ein bedeutendes Signal dafür, dass er ganz nahe bei ihnen sein wollte. 

Und ich habe in den Tagen meines Besuchs bei diesen Menschen gelebt. Ich fühlte mich privilegiert, weil ich ein kleines Zimmer für mich hatte und etwas Wasser, um die Hände zu waschen. Aber ich war ganz in ihrer Nähe.

Ich war dabei nicht in eigener Mission, sondern im Auftrag des Papstes vor Ort. Und mein Zusammensein mit diesen Menschen war ein Zeichen der Verbundenheit des Papstes.

Ich habe christliche und jesidische Siedlungen besucht  – und ich habe am Leben der Ortskirche teilgenommen. Auch Bischöfe, Priester und Ordensleute mussten fliehen und einen Platz zum Schlafen finden.  4077304320

Durch seinen Gesandten wollte der Papst diesen Menschen Mut machen und ihnen zeigen, dass sie nicht alleine sind.

Bei seiner Rückkehr aus Korea bekräftigte der Papst, dass ein Weg, um den ungerechten Aggressor aufzuhalten, im Schoß der internationalen Organisationen gesucht werden muss.

Die Kirche wird als solche immer gegen einen Krieg sein. Doch diese armen Menschen haben auch ein Recht darauf, dass man sie schützt.

Sie haben keine Waffen und wurden auf feige Art und Weise aus ihren Häusern vertrieben, sie haben nicht gekämpft. Wie kann man das Recht dieser Menschen auf ein würdiges Leben in der eigenen Heimat garantieren? Bestimmt nicht, indem man Gewalt zulässt, sondern in dem man versucht, diese Gewalt unbedingt zu verhindern.

Doch wir können den Aufschrei dieser Menschen nicht ignorieren, die uns anflehen: helft uns, schützt uns!

Wäre es zu diesem Zweck nicht nützlich, zu erfahren, wer die Dschihadisten mit Waffen und Geld versorgt, um zu versuchen, diese Zufuhr zu stoppen?

Diese Apparate und Gruppen sind bestens mit Waffen und Geld ausgerüstet und man fragt sich tatsächlich, wie es möglich sein kann, dass die Zufuhr von Waffen und Ressourcen denjenigen entgangen sind, die solche tragischen Entwicklungen kontrollieren und verhindern sollen.

Oft habe ich gehört, dass man sich die Frage nach der “remote control” stellt, danach, wer die Fäden aus der Ferne zieht. Doch ich glaube, zum jetzigen Zeitpunkt ist es nicht einfach, darauf eine Antwort zu geben.

Quelle: Fidesdienst / 2. Foto: Radio Vatikan  /  3. Foto: frz. Civitas-Institut


Halten deutsche Bischöfe dem Druck des Zeitgeistes nicht mehr stand?

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Das Ergebnis der Umfrage zu Ehe und Familie, das die Bischöfe in den Diözesen in Umlauf gebracht haben, wurde in den Medien breit kommentiert.

Die Überschriften und Schlagzeilen lauteten: „Die Kirchenlehre ist weit weg vom Alltag“, „Die Kirche redet an den Gläubigen vorbei“, „Katholiken hadern mit mit der Seuxalmofral der Kiche”, “zu idealisierend und lebensfern” etc. bildma1

Dass die Medien die römisch-katholische Kirche als letztes Bollwerk und Hindernis gegen den Zeitgeist sehen und entsprechend kommentieren, überrascht nicht, wohl aber, dass Bischöfe völlig aus dem Tritt kommen und sogar öffentlich die Lehre der Kirche relativieren.

Solche Bischöfe zeigen, dass sie dem Druck des Zeitgeistes nicht mehr standhalten. Sie tragen zur geistigen Verwirrung bei. Kannten die Bischöfe den diesbezüglichen Zustand der ihnen anvertrauten Diözesen nicht, obwohl es doch seriöse repräsentative Umfragen gibt, die ähnliche Ergebnisse wie die Umfrage gebracht haben?

Angesichts der  Umfrageergebnisse stellen sich drei Fragen:

  • Stimmen sie mit der Wirklichkeit überein?
  • Wenn ja: Sind die Katholiken, die sich von der Lehre der Kirche zu Ehe und Familie emanzipiert haben, dadurch freier, zufriedener und in ihrem Verhalten gegenüber den Anforderungen, die das Leben stellt, stabiler geworden?
  • Was hat die Verhaltensänderung der Katholiken verursacht?

Wer Verantwortung gegenüber den Menschen empfindet, kann nicht bei Frage 1 nicht stehen bleiben.imageCATKHONR

„Die kirchlichen Aussagen zu vorehelichem Geschlechtsverkehr, zur Homosexualität, zu wiederverheirateten Geschiedenen und zur Geburtenregelung finden kaum Akzeptanz oder werden überwiegend abgelehnt“, lautet eine Kernaussage der Umfrage. (Neue Passauer Presse, 4.2.14) 

Wenn dem so ist, dann „hadern“ eigentlich diese Katholiken nicht mit der kirchlichen Lehre. Sie beachten sie nicht mehr oder weisen sie „explizit“ zurück. Sie haben sich zu einem hohen Prozentsatz von der Ehelehre und Sexualmoral der Kirche „befreit“.

Und da sich diese Lehre  auf  Gebote Gottes und die Aussagen des Evangeliums stützt, heißt dies, nüchtern betrachtet, dass die Mehrheit der Katholiken lebt, als ob es Gott nicht gäbe, wie das einmal Johannes Paul II. formuliert hat.

Ist ein solches  Verhalten  nur ein „verschlamptes“ Christentum oder ist es, präziser gefragt, nur mehr ein übertünchtes Heidentum, das statistisch noch als „katholisch“ geführt wird.

“Das Heidentum sitzt heute in der Kirche selbst”

Der junge Theologe Joseph Ratzinger hat bereits 1958 (!) geäußert:

„Nach der Religionsstatistik ist das alte Europa noch immer ein fast vollständiger christlicher Erdteil. Aber es gibt wohl kaum einen zweiten Fall, in dem jeder Mann so genau wie hier weiß, dass die Statistik täuscht: Dieses dem Namen nach christliche Europa ist… zur Geburtsstätte eines neuen Heidentums geworden, das im Herzen der Kirche selbst unaufhaltsam wächst und sie von innen her auszuhöhlen droht.

Das Erscheinungsbild der Kirche der Neuzeit ist wesentlich davon bestimmt, dass sie auf eine ganz neue Weise Kirche der Heiden geworden ist und noch immer mehr wird: Nicht wie einst, Kirche aus den Heiden, die zu Christen geworden sind, sondern Kirche von Heiden, die sich noch Christen nennen, aber in Wahrheit zu Heiden wurden.

Das Heidentum sitzt heute in der Kirche selbst, und gerade das ist das Kennzeichnende sowohl der Kirche unserer Tage, wie auch des neuen Heidentums, das es sich um ein Heidentum in der Kirche handelt und um eine Kirche, in deren Herzen das Heidentum lebt.“

Halten wir fest: Die Umfrageergebnisse stimmen weithin mit der Wirklichkeit überein. Die Katholiken, die sich bemühen, nach der kirchlichen Lehre zu leben, sind eine kleine Herde.

Die meisten Katholiken wollen leben „wie alle anderen“. Vielleicht spüren sie einen Unterlegenheitskomplex gegenüber denen, die sich voll dem Zeitgeist angepaßt haben. Haben sie aber damit einen „Befreiungsschlag“ vollzogen?

In Kommentaren zur o. a. Umfrage wird  darauf hingewiesen, dass sich die Scheidungszahlen, die Wertung von Abtreibung etc. bei Katholiken nicht mehr wesentlich von jener anderer Bevölkerungsgruppen unterscheide.

Sind nun die Katholiken, die sich von der „lebensfernen“, „unbarmherzigen Verbotsethik“ emanzipiert haben befreiter, zufriedener und lebensfroher geworden? Sind sie stabiler geworden gegenüber den alltäglichen Problemen oder den diversen Abhängigkeiten und Süchten? Das ist eine berechtigte Frage, die die Gesellschaft interessieren müsste! Wir hätten gerne eine Antwort darauf.

Wenn Katholiken wie „alle“ leben, dann treffen auf sie auch die allgemeinen statistischen Befunde zu. Danach leiden immer mehr Menschen, z. T. schon in jungem Alter, an Depressionen, psychischen Erkrankungen, Isolierung und an vielen Abhängigkeiten von Alkohol, Drogen, Spielsucht etc.

Intakte Familien helfen in Notlagen

Wer in der Not auf sich selbst zurückgeworfen ist, der ist schnell vereinsamt. Intakte Familien, in denen sich die Menschen aufeinander verlassen können, puffern Schwierigkeiten und Schläge von außen besser ab als brüchige Beziehungen zwischen sog. Lebensabschnittspartnern. BILD0222

Ist das nun „idealisierend und lebensfern“ oder nicht doch „realitätsbezogen und lebensnah“? Scheidungen, bei denen Ehepartner keinen Weg mehr zueinander finden, um Probleme  zu lösen, sollte man nicht als „Befreiung“ hochstilisieren. Tatsächlich sind sie eine Niederlage.

Fazit: Die außerhalb der kirchlichen Ehelehre oder Sexualmoral lebenden Katholiken stehen im Trend der säkularen Gesellschaft und diese ist gegenüber früher nicht lebenskräftiger, glücklicher und geistig stabiler geworden.

Wie entstand die Distanz zur kath. Ehelehre?

Bleibt die Frage, was hat dazu geführt, dass die statistisch noch katholisch geltende Bevölkerung ihre Haltung zur kirchlichen Ehelehre radikal geändert hat?

Bekannt ist die zunehmende Kirchenferne, die sich objektiv am sonntäglichen Gottesdienstbesuch messen lässt. Sie betrug in der Bundesrepublik Deutschland 1950 noch 50,4%. Zehn Jahre später waren es noch 46,2%, 1970 nur mehr 37,5%. Das Jahr der Kulturrevolution 1968 markiert einen Wendepunkt. Heute wird der sonntägliche Kirchenmessbesuch mit rund 10% angegeben.

Mit dem Rückgang des Gottesdienstbesuches ist auch der direkte Kontakt mit der Botschaft, die in den Lesungen verkündet, immer wird dünner geworden. Wobei die authentische Interpretation des unverkürzten und unverfälschten Textes und die Anwendung auf das praktische Christenleben entscheidend sind.

Was man nicht kennt, kann man nicht praktizieren

Es wäre interessant, wenn  Kirchgänger befragt würden, wann sie das letzte Mal  die  Ehelehre der Kirche und ihre Position  zu den Reizthemen, wie  den geschiedenen Wiederverheirateten, zum vorehelichen Zusammenleben, zur Homosexualität ect. gehört haben. Wer den Glauben der Kirche nicht kennt, kann ihn auch nicht praktizieren.

Zur realistischen Sicht gehört für einen Christen auch das Kreuz. Auch das ist ein vernachlässigtes Predigtthema. Papst Franziskus hat in seiner ersten Rede vor den Kardinälen geäußert: „Wenn wir ohne das Kreuz vorangehen, ohne das Kreuz aufbauen und Christus ohne das Kreuz bekennen, sind wir keine Jünger des HERRN“. abtei-ettal-startseite_01

Die Päpste, insbesondere Johannes Paul II., haben sich einfühlsam und tiefgehend zu Ehe und Familie geäußert (Familiaris consortio, 1981; Donum vitae, 1987; Brief an die Familie, 1994).

Dr. Norbert Martin, der mit seiner Frau Renate Mitglied des Päpstlichen Rates für die Familie ist, spricht von „eklatanten Versäumnissen“ und „schwerwiegenden Unterlassungen“ in der Verbreitung der päpstlichen Botschaft zu Ehe und Familie. Martin fragt, warum wurde „keine Lesehilfe auf der Ebene der Bischofskonferenz“ erstellt und moniert die fehlende “pastorale Aufbereitung der päpstlichen Schreiben durch Pastoralstellen der Diözesen“ (Tagespost,8.2.14).

Verschwiegen kann schließlich nicht werden, dass katholische Verbände wie das ZdK , der BdkJ und Frauenverbände Positionen der katholischen Ehelehre und der Sexuallehre relativiert und in Frage gestellt haben.

Als Beispiel und Beleg dafür wird das 30-seitige Positionspapier  „Sexsplitter“ erwähnt, das 1996 unter der Leitung des damaligen Vorsitzenden des BdkJ der Diözese Würzburg von einer elfköpfigen Arbeitsgemeinschaft, darunter ein Domkapitular als Vertreter der Bistumsleitung, sowie ein Professor der katholischen Morallehre der Universität Würzburg, herausgegeben wurde.

In diesem Positionspapier haben wir eine weitestgehende Gleichsetzung der Formen des Zusammenlebens mit der Ehe und der Sexuallehre. Trotz massiver Proteste sprach der damalige Würzburger Bischof dem hauptverantwortlichen BdkJ-Vorsitzenden in der Kirchenzeitung seiner Diözese sein Vertrauen aus.

Die Bischöfe haben die Aufgabe, die Gläubigen zu ermutigen und Wege aufzuzeigen, nach dem Evangelium zu leben. Wenn sie ihnen das nicht mehr zutrauen, machen sie die Menschen nicht größer, sondern kleiner.

Sie tragen zur geistigen Verzwergung derer bei, die sie aufwärts führen sollen. Für den Abstieg in die Niederungen werden sie nicht gebraucht.

Die Kirche soll barmherzig sein. Richtig! Barmherzigkeit brauchen wir alle. Aber zuerst sollte doch das Bemühen stehen, nach dem Evangelium Christi zu leben. Man kann schließlich nicht zuerst die Parole Kapitulation ausgeben und danach die, zu kämpfen.


“Frankfurter Rundschau”: polemische Klischees über Kardinal Gerhard L. Müller

Von Felizitas Küble

So wie Papst Benedikt als Chef der Glaubenskongregation von der hiesigen Mainstream-Presse einst gerne als “Panzerkardinal” oder “Inquisitor” abgestempelt wurde, ergeht es von Anfang an auch dem heutigen Präfekten und jetzt frischgebackenen Kardinal Gerhard Ludwig Müller, vormals Oberhirte des Bistums Regensburg und seit über eineinhalb Jahren amtlicher Hüter des Glaubens, berufen von Papst Benedikt, der den brillanten früheren Dogmatik-Professor sehr zu schätzen weiß.  AL-0003

Anders sieht es freilich  –  wen wundert es?  –   in der deutschen Medienwelt aus. Die der SPD nahestehende “Frankfurter Rundschau” gab am gestrigen Samstag, den 22. Februar, online bereits den passenden “Ton” an:

Unter dem bezeichnenden Titel “Autoritärer Hardliner” zeichnet Regina Kerner ein entsprechendes Bild bzw. Zerrbild des neuen Kardinals. Die nächste Zwischenüberschrift bietet bereits eine polemische Steigerung: “Katholischer Ayatollah”.

Schon der erste Satz läßt tiefe redaktionelle Verbitterung ob der von Papst Franziskus verliehenen Kardinalswürde für Erzbischof Müller erahnen: “Dass Gerhard Ludwig Müller sich von nun an in die Farbe Purpur kleiden kann, erfreut bei weitem nicht alle Katholiken.”

Die Verfasserin bezeichnet den Glaubenspräfekten als “Mann von hünenhafter Statur und strenger Ausstrahlung”  –  aber nicht einmal der Frankfurter Rundschau gelang es offenbar, ein Porträtbild Müllers aufzutreiben, das diese angebliche “Strenge” belegen könnte..

Sodann heißt es, dieser “Hüter der katholischen Doktrin ist zwar einer der mächtigsten Männer im Vatikan, aber auch einer der umstrittensten. Viele kirchliche Laien- und Reformbewegungen sehen in dem prinzipientreuen Konservativen einen autoritären Hardliner, Inquisitor oder gar katholischen „Ayatollah“.”

Sobald es freilich an die Begründung für jene Klischees geht, scheitert die so forsch schreibende FR-Autorin am einfachsten theologischen ABC: AL-0005

“Forderungen, die Kirche müsse die Lebenswirklichkeit der Menschen stärker respektieren und etwa Geschiedene nicht mehr ausgrenzen, lehnt der 66-Jährige ab. Man dürfe die Gläubigen hinsichtlich der kirchlichen Lehre über die Unauflöslichkeit der Ehe nicht verwirren.”

Betroffene Katholiken sind nicht “ausgegrenzt”

Zum Nachbüffeln wollen wir klarstellen:

1. Geschiedene werden sowieso nicht “ausgegrenzt”; es geht bei der dabei angesprochenen Debatte allein um  jene Katholiken, die nach Scheidung eine (nicht-kirchliche) Zivil-Ehe eingegangen sind. Wegen der Unauflöslichkeit einer gültig geschlossenen und vollzogenen Ehe ist diese “Wiederheirat” grundsätzlich nicht erlaubt; daher sind die Betreffenden nicht zum Tisch des HERRN eingeladen.

2. Aber auch die Betroffenen sind keineswegs, wie die FR unterstellt, pauschal “ausgegrenzt”: sie sind nicht exkommuniziert (also nicht aus der kirchlichen Gemeinschaft ausgeschlossen); sie sind zum Sonntagskirchgang nicht nur eingeladen, sondern wie alle Katholiken verpflichtet, gehören also schlicht zum katholischen Kirchenvolk. Daß sie nicht zur hl. Kommunion zugelassen sind, ist eine Situation, die sie mit all jenen Kirchgängern teilen, welche sich im Zustand einer schweren Sünde (welcher Art auch immer) befinden, wozu beileibe nicht allein an das 6. Gebot zu denken ist (sondern an alle!).

Weiter berichtet FR-online über Kardinal Müller:

“Glauben und Moral dürften nicht verwässert werden, das ist Müllers Überzeugung. Er streitet gegen Relativismus, Verweltlichung und die Anpassung der Kirche an den Zeitgeist. Selbst im Vatikan sehen das einige kritisch. „Für ihn gibt es nur richtig oder falsch, das war’s“, sagt der honduranische Kardinal Maradiaga über seinen Mitbruder.” Müller

Hierbei befindet sich der Kirchenmann Müller (und nicht etwa der Kardinal aus Honduras) freilich in bester Gesellschaft, hatte doch schon Christus ohne Wenn und Aber verkündet: “Euer JA sei ein JA, euer NEIN sei ein NEIN, alles andere ist vom Bösen.”

Näheres über die unangemessenen, zudem wenig kollegialen Seitenhiebe von Kardinal Maradiaga lesen Sie HIER.

Katholische Priester gegenüber Medienhetze verteidigt

Natürlich wird dem vatikanischen Glaubenshüter seitens der “Frankfurter Rundschau” auch  verübelt, daß er sich schützend vor die katholische Priesterschaft stellte, nachdem der Klerikerstand vielfach von Medien und Politikern unter unfairen Generalverdacht gestellt wurde:

“Angesichts des Missbrauchs-Skandals bestritt er eine generelle Verantwortung der Kirche, die öffentliche Empörung über den Limburger Bischof Tebartz-van-Elst tat er als Medienkampagne ab.”

Daß es sich tatsächlich bei jener monatelangen Stimmungsmache weitgehend um eine üble Schlammschlacht handelte, haben längst auch Nicht-Katholiken erkannt, zB. der bekannte evangelische Fernsehmoderator Peter Hahne (siehe HIER).

Unter dem Zwischentitel “Signal an traditionalistischen Flügel der Kurie” bedient die FR zunächst weiter ein paar medienübliche Klischees: 

“Seit mit Franziskus ein offenerer Stil im Vatikan eingezogen ist, galt der Glaubenspräfekt als der konservative Gegenspieler. Müller bestreitet das, Franziskus und er hätten ein herzliches Verhältnis. Dass er nun Kardinal wird, ist nicht nur ein klares Signal an den traditionalistischen Flügel der Kurie.”

Danach gerät die Darstellung etwas differenzierter:

“Es gibt tatsächlich auch vieles, das den Argentinier, der eine Kirche für die Armen will und den Deutschen verbindet: Müller ist Lateinamerika-Experte, seit Jahren ein engagierter Kämpfer gegen die Armut auf dem Kontinent und überraschenderweise ein Verfechter der Befreiungstheologie. In Peru wurde er zum Ehrenbürger eines Slums ernannt.”

Die Redakteurin verschweigt allerdings, warum Kardinal Müller in Lateinamerika so wertgeschätzt wird: Weil er als deutscher Priester selber dort gelebt und unter den Armen gewirkt hat. Während Linksgruppen gerne Sprüche klopfen für die Unterdrückten und Entrechteten in aller Welt, hat sich dieser Geistliche höchst lebenspraktisch engagiert.

Was die sog. Befreiungstheologie betrifft, so ist der vatikanische Glaubenspräfekt bekanntlich seit Jahrzehnten mit dem namhaften Befreiungstheologen Pater Gustavo Gutiérrez befreundet, lehnt dabei aber den marxistischen Flügel strikt ab, gehört also zum gemäßigten Spektrum.

Fotos: Bistum Regensburg


“Reformkatholiken” als fünfte Kolonne der 68er innerhalb der Kirche

Mathias von Gersdorff

Seit dem Rücktritt von Papst Benedikt XVI. sind gewisse Kräfte innerhalb der katholischen Kirche, die oft als progressistisch oder als „fortschrittlich“ bezeichnet werden, für die allgemeine Öffentlichkeit deutlich sichtbarer geworden.  Bildungsplan-Demo-1.2.1448b

Selbstbewußt und sich ihrer Sache sicher, veröffentlichen sie Stellungnahmen oder fordern von der kirchlichen Hierarchie gar Reformen, die selbst für kirchenferne Personen unschwer erkennbar dem katholischen Lehramt widersprechen.

FOTO: M. von Gersdorff als Redner bei der Stuttgarter Eltern-Kundgebung gegen den grün-roten Bildungsplan

Vier Beispiele von vielen: Mitte Dezember forderten 17 Theologieprofessoren ein „Umdenken der katholischen Kirche bei Sexualmoral und Familie“ und behaupten beispielsweise hinsichtlich Homosexualität, daß „Treue, Verläßlichkeit und Solidarität nicht weniger wert sind, nur weil sie von Schwulen und Lesben gezeigt werden“. Die christliche Moralverkündigung müsse auch „die vielen Erscheinungsformen des Sexuellen außerhalb der Ehe“ zum Thema machen.

Ebenfalls Mitte Dezember hat das Zentralkomitee der Deutschen Katholiken (ZdK) eine Stellungnahme zum Thema Ehe und Familie veröffentlicht. Das ZdK drückt sich nicht so deutlich aus wie jene 17 Professoren, doch die Marschrichtung ist dieselbe: mehr Verständnis für Homosexuelle, wiederverheiratete Geschiedene und Patchwork-Familien.

Moralaufweichung selbst von bürgerlich-katholischer Seite

Christoph Lehmann von der Katholischen Elternschaft schrieb am 8. Februar im Berliner Tagesspiegel:

„Und auch Konservative können kaum leugnen, daß die staatliche Anerkennung der Übernahme gegenseitiger Verantwortung von Menschen füreinander etwa in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft hohe Wertschatzung verdient.“

Sowohl Papst Johannes Paul II. wie auch Benedikt XVI. haben „eingetragene Partnerschaften“ unmißverständlich abgelehnt und als Angriffe auf Ehe und Familie bezeichnet.

Solche Erscheinungen sind im deutschen Katholizismus nicht neu. Seit eh und je gibt es Bestrebungen hiesiger Katholiken, sich eine eigene Moral und eine eigene Religion zu basteln und sich hierbei auch gegen „Rom“ zu polemisieren.

Doch es ist auffällig, daß solche Initiativen just in der Zeit aufkommen, wo in der säkularen Welt anhand von Projekten im EU-Parlament wie dem „Estrela-Bericht“ (Recht auf Abtreibung und ultraliberale Sexualkunde) und dem „Lunacek-Bericht“ (Sonderrechte inklusive Definition von sog. Haßverbrechen für LGBTI-Menschen), sowie der Einführung der Lerneinheit „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ im Rahmen des „Bildungsplanes 2015“ in Baden-Württemberg das Gender Mainstreaming, die Gender-Theorie und dieb Homo- und LGBTI-Agenda mit brachialer Gewalt und gar mit Hinterlist vorangetrieben werden.

Allianz mit den Gegnern der Kirche

Trotz unterschiedlicher Sprache und Gewichtungen verfolgen beide Strömungen  –  säkulare linksliberale Kräfte sowie progressistische Reformkatholiken  –  dasselbe Ziel: die Durchsetzung der Maximen der sexuellen Revolution im Geiste der 68er Bewegung als gesellschaftliche und moralische Norm.

Jene kirchlichen Gruppen, die dies vorantreiben, sind so etwas wie die „Fünfte Kolonne“ der 68er innerhalb der katholischen Kirche. Neu ist das Phänomen nicht. Während des “Kalten Krieges” gab es Kreise, sogar massiv von Teilen des Klerus unterstützt, die eine Annäherung der katholischen Kirche an den Kommunismus anstrebten.

Ähnliche Bestrebungen gab es davor in bezug auf den Faschismus oder den Nationalsozialismus. Im 19. Jahrhundert sympathisierten nicht wenige mit dem Liberalismus, der damals markant antikatholisch war. Geht man zurück in die Geschichte, findet man leicht weitere Beispiele.

Quelle und FORTSETZUNG des Beitrags HIER: http://jungefreiheit.de/kolumne/2014/die-fuenfte-kolonne-in-der-kirche/


USA: Immer mehr politische und gesellschaftliche Erfolge der Lebensrechtler

Grußwort des Papstes zum “Marsch fürs Leben”

Die Lebensrechtsbewegung in den USA macht nach Einschätzung ihrer führenden Vertreter Fortschritte im Kampf gegen die Abtreibung. Zum einen schließen sich ihr zunehmend junge Leute an, zum anderen verabschieden immer mehr Bundesstaaten Gesetze, welche die Abtreibungspraxis eindämmen. images

„Durch Gottes Gnade und mit euch gewinnen wir diesen Kampf“, sagte der republikanische Kongressabgeordnete Jim Smith am 22. Januar beim „Marsch für das Leben“ in Washington.

Bei der Demonstration am 41. Jahrestag der Abtreibungsfreigabe zogen laut Presseberichten „tausende“ Abtreibungsgegner bei frostigen Temperaturen durch die US-Hauptstadt. Genauere Schätzungen lagen nicht vor, doch sprach die Präsidentin der Bewegung „Recht auf Leben“ im Bundesstaat Missouri, Pam Fichter, von „hunderttausenden“ Teilnehmern.

Im vorigen Jahr waren rund 500.000 katholische, evangelische und orthodoxe Lebensrechtler auf die Straße gegangen; in den vorhergehenden Jahren waren es bis zu 300.000.

An der jetzigen Demonstration für eine Abschaffung des uneingeschränkten Rechts auf Abtreibung beteiligten sich Beobachtern zufolge auffällig viele junge Katholiken, die zum Zeitpunkt des höchstrichterlichen Urteils noch nicht geboren waren. kleber der katholischen kirche rettet menschenbaby christoferuswerk

Papst Franziskus versicherte die Teilnehmer seiner Fürbitte: „Möge Gott uns helfen, jedes Leben zu respektieren, besonders das am meisten verletzliche.“

Allein im vergangenen Jahr haben 24 der 50 US-Bundesstaaten 53 Gesetze verabschiedet, welche die Abtreibungspraxis einschränken. So wird etwa bei minderjährigen Schwangeren eine Einverständniserklärung der Eltern verlangt. Andere Staaten verlangen strengere Kontrollen für Abtreibungskliniken. 

Präsident Barack Obama hat unterdessen seine Haltung zur Abtreibung bekräftigt. Er stehe für das Recht jeder Frau auf „reproduktive Freiheit“ ein, also für das Recht auf Abtreibung, erklärte das Weiße Haus aus Anlass des Marsches für das Leben. 

Quelle: http://www.idea.de

ROBBEN-Aufkleber (“Rettet die Menschenbabys – stoppt Abtreibung!”) des Christoferuswerks in Münster: 100 Stück nur 15 Euro  –  Bestellung per Tel. 0251-616768 oder Mail: felizitas.kueble@web.de


Anschuldigungen gegen Limburger Bischof Tebartz-van Elst offenbar widerlegt

Wie das Nachrichtenmagazin FOCUS, das den Limburger Oberhirten bis zuletzt in primitiver Weise als “Protzbischof” herabsetzte, am heutigen Sonntag online berichtet, haben sich die Vorwürfe gegen Bischof Tebartz-van Elst im wesentlichen nicht bestätigt. 1_0_745851

Das kirchenkritische Wochenmagazin beruft sich hierbei auf Informationen aus dem Vatikan.

Demnach sei “die von der Bischofskonferenz eingesetzte Prüfkommission zu dem Ergebnis gelangt, dass dem Bischof beim 31 Millionen Euro teuren Bau seiner Residenz weder Geldverschwendung noch das Übergehen von Kontrollgremien vorzuhalten sei.”

Das Dokument soll in den kommenden Tagen der Dt. Bischofskonferenz und danach der vatikanischen Bischofskongregation vorgelegt werden. Papst Franziskus entscheidet sodann, wie es mit dem Limburger Bischof weitergeht.

HINWEIS:

Wir haben die Anti-Tebartz-Kampagne in unserem CHRISTLICHEN FORUM bislang mit 68 Artikeln und Berichten kritisch beleuchtet: http://charismatismus.wordpress.com/category/causa-tebartz-v-elst-bischof/


Kardinal Karl Lehmann zur Causa Limburg: “Üble Kampagne in Medien”

Radio Vatikan veröffentlichte kürzlich ein Interview mit Kardinal Karl Lehmann aus Mainz anläßlich seines Rom-Aufenthalts. Wir zitieren nachfolgend einige Abschnitte.

Auf die Frage, was er dem Papst in der Causa Limburg mitgeteilt habe, antwortete der Kardinal:  1_0_745851

„Ich bin ja sozusagen seit 30 Jahren ein Nachbar Limburgs. Ich habe Franz-Peter Tebartz-van Elst schon vorher als Theologen gekannt und in den beiden Male, in denen ich mich öffentlich über ihn äußerte, habe ich gesagt, dass er ein hochintelligenter, höflicher und kommunikativer Mensch sei.

Ich kann also nicht feststellen von Protz und Verschwenderischem. Da war doch eine üble Kampagne in Medien festzustellen.

Aber es hatte seine Gründe gehabt: ich glaube, es ist nicht nur das viele Geld, das verbraucht wurde, das Problem sondern auch diese Geheimhaltungspolitik, die gemacht worden ist…”

Eine weitere Frage von Radio Vatikan an Kardinal Lehmann:Hat sich denn Papst Franziskus selbst geäußert zum Fall Limburg? Wie gut, meinen Sie, war er darüber informiert?”

„Ich habe den Eindruck, dass er sehr authentisch informiert ist und auch verschiedene Quellen hat. Da habe ich den Eindruck, dass er sich ein eigenes Urteil bildet. Ich habe ihm gesagt, dass wir abwarten sollten, bis die entsprechende Kommission den Bericht abliefert… Ich habe auf jeden Fall den Eindruck, dass der Papst gut informiert und behutsam, schonungsvoll gegenüber den beteiligten Menschen wissend umgeht. Er betrachtet das Ganze mit relativer Gelassenheit.“

Quelle und vollständiges Interview hier: http://de.radiovaticana.va/articolo.asp?c=765338


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