Die Mutter aller Irrgläubigen ?

Die „Frau aller Völker“ und die fremden Religionen

Bekanntlich nehmen an den großen Kundgebungen zugunsten der Verehrung der Amsterdamer Erscheinung „Frau aller Völker“ auch Moslems oder Anhänger sonstiger fremder Religionen teil. Das mag auf den ersten Blick verwundern, auf den zweiten weniger.

Hierzu ein Beispiel: In der der offiziellen Internetpräsenz der „Frau aller Völker“-Bewegung (www.devrouwe.net) findet sich folgender Vortrag von Pater Paul Maria Sigl, demgeistlichen Leiter der Gemeinschaft ‚Familie Mariens, der Miterlöserin‘, die sich den Amsterdamer „Botschaften“ besonders verbunden fühlt.

Der Titel des Vortrag lautet vielsagend: „Die Liebe – Der Weg der Mutter zu Einheit und Friede

Pater Sigl hielt diese Rede auf dem 7. Internationaler Gebetstag in Amsterdam vom 6. bis 8. Mai 2005; sie beginnt mit den Worten:

Spüren wir nicht alle hier an diesem marianischen Gebetstag, dass die Liebe Gottes über uns ausgegossen wird und uns zu einer einzigen Familie vereint?

Zu unserer Freude sind jetzt am Nachmittag auch unsere protestantischen und orthodoxen Glaubensbrüder gekommen, zudem auch Juden, Muslime und sogar Buddhisten und Hindus. Sie alle sind hierher zur Mutter aller Völker gekommen, die sie mit ausgebreiteten Armen voll Liebe willkommen heißt und sie förmlich umarmt.“

Wie kann die wahre Gottesmutter jene „förmlich umarmen“, die ihren göttlichen Sohn nicht anerkennen, nämlich Moslems, Buddhisten und Hindus?

Aber dogmatische „Unterschiede“ scheint diese Erscheinungsfrau „aller Völker“ ohnehin nicht zu kennen, denn Pater Sigl fährt wie folgt fort und zitiert aus ihren „Botschaften“:

Sie ist ja die eigentliche „Gastgeberin“, die ausnahmslos alle ermutigt: Wer oder was ihr auch seid, kommt zur Frau aller Völker!“ (6.4.1952) – Wer oder was ihr auch seid, ich darf für euch die Mutter, die Frau aller Völker sein.“ (31.5.1954).“

Der nächste Abschnitt klingt auf den ersten Blick etwas vernünftiger, offenbar soll er die womöglich etwas „erstaunten“ Katholiken beruhigen:

Wenn jetzt bald Herman de Vries, ein protestantischer Pastor, zu uns sprechen wird oder P. Peter Fadi Esber, ein Legat des griechisch-orthodoxen Patriarchates aus Syrien, wenn wir einen Film-Ausschnitt über „Maria und den Islam“ des türkischen Regisseurs Mohamed el Fers sehen werden oder Rasamée, einer Buddhistin aus Thailand zuhören, dann darf dies nicht mißverstanden werden, als wäre dies eine Vermischung der verschiedenen Glaubensbekenntnisse und als wäre es gleichgültig, zu welchem Glauben wir uns bekennen. Nein, keineswegs!“

Wenn also die Verschiedenheit der „Glaubensbekenntnisse“ (sic!) nicht gleichgültig sei (wie das Lippenbekenntnis verkündet), so läßt uns Pater Sigl doch wissen, daß es in der Praxis keine Rolle spielt, ob jemand der islamischen, buddhistischen oder hinduistischen Religion angehört, denn die Madonna „beschützt“ laut P. Sigl auch Hindus und Buddhisten – und sie „heilt“ auch die „Muslime“.

Sehr praktisch, dann erübrigt sich wohl jeder Religionswechsel. Aber sicher, schließlich ist die Amsterdamer Maria doch „die Mutter aller Völker“ – und damit wohl auch aller Religionsanhänger.

Pater Sigl bestätigt dies wieder im Originalton:

Vielmehr wird jeder einzelne von ihnen Zeugnis ablegen von seiner persönlichen Liebe zu Maria als seiner Mutter. Dabei werden wir alle von Freude und tiefer Dankbarkeit ergriffen werden, wenn wir davon hören, mit welcher Zärtlichkeit die Gottesmutter auch Protestanten ihre mütterliche Liebe und Führung spüren läßt. Wie sie Hindus und Buddhisten beschützt und tröstet – und wie sie auch Muslime heilt. Wie könnte es anders sein?! Sie ist doch die Mutter, die Mutter aller Völker!“

Felizitas Küble, Leiterin des KOMM-MIT-Verlags und des Christoferuswerks in Münster

Weitere Infos über die kirchliche Stellung zu „Amsterdam“ hier in einer Ausarbeitung von Hildegard Alles: http://de.gloria.tv/?media=24933


Forum-Beiträge [II]

Quelle: www.razyboard.com/system/morethread-fragen-zu-medjugorje-forumtradi-2207688-6075168-30.html

Von CSc:

Lieber Stjepan, liebe Leserinnen und Leser,

die Vorgänge in Medjugorje (zu den Erscheinungen und Botschaften selber kann ich nichts sagen, da weiß ich zu wenig Bescheid) bewegt sich auf dem Terrain der Charismatischen Erneuerung. Diese Bewegung ist meines Erachtens auf einem schweren Irrweg. Ich habe einige ihrer Anhänger kennengelernt. Man lehrt den absoluten, totalen, blinden Gehorsam ohne Verantwortung und Vernunft gegenüber den kirchlichen Autoritäten, man zerstört die erhabene heilige Liturgie durch Willkür (man sagt diese Willkür sei vom Hl. Geist) und man ist sehr häufig auch gegen Vernunft und Gelehrsamkeit und lehnt diese radikal ab. Auch der Ökumenismus blüht in dieser Bewegung. Das ist wirklich der reine Wahnsinn und alles sehr oberflächlich und nicht tiefgründig. So sehe ich das. Ich kann dem weder mit meinem Herzen, noch mit meinem Verstand zustimmen. Das widerspricht dem, was ich folgen will.

Erzbischof Marcel Lefebvre in einem Vortrag über „Die Lage vor und nach den Bischofskonsekrationen“ am 8. Dezember 1988 in Flavigny-sur-Ozérain im Seminar Saint Curé d’Ars:

„Mit ihrem Charismatismus, ihrem Ökumenismus, ihren schändlichen Maßnahmen hinsichtlich der Liturgie und ihren immer unfaßbarer werdenden Gedankengängen zerstören sie die Kirche.“

siehe auch: http://www.razyboard.com/system/morethr … #go_216193

Von Stjepan

Lieber Csc,

Du schreibst: „So sehe ich das.“

Natürlich, du hast ja auch nicht den Ungeist der „Geisttaufe“ bekommen, sondern den Heiligen Geist durch Taufe und Firmung!

Der Geist der „Geisttaufe“ bringt genau das zustande, was Du beschreibst!

Die, die diesen Ungeist in sich haben, die Charismatiker, sind so überzeugt davon, dass es der Heilige Geist sei, der in der „Geisttaufe“ in sie eingedrungen sei. Sie sind von diesemUngeist besessen! In dieser Besessenheit sehen sie die Zeichen und Wunder, die er tut und lassen sich durch sie blenden. Was sagte doch unser Herr für unsere Epoche voraus?

„und viele falsche Propheten werden aufstehen und werden viele verführen“ (Mt. 24,11)

„Denn es werden falsche Christi und falsche Propheten aufstehen und werden große Zeichen und Wunder tun, um so, wenn möglich, auch die Auserwählten zu verführen. Siehe, ich habe es euch vorhergesagt.“ (Mt. 24,24f.)

„Viele werden an jenem Tage zu mir sagen: Herr, Herr! Haben wir nicht in/durch deinen Namen geweissagt, und in/durch deinen Namen Dämonen
ausgetrieben, und in/durch deinen Namen viele Wunderwerke getan? Und dann werde ich ihnen bekennen: ‚Ich habe euch niemals gekannt;
weichet von mir, ihr Übeltäter!“ (Mt. 7,22f.)

Liebe Grüße,
Stjepan


Zeitungsartikel: Wer erscheint in Medjugorje?

Ich möchte mich hier ganz herzlich bei Abbe de Clercq von der Piusbruderschaft München für den folgenden Artikel bedanken, die er mir für meine Internet-Seite zugesandt hat!

Zur Vergrößerung bitte zweimal hintereinander auf das jeweilige Bild klicken!


Alfons Sarrachs Buch über Antonie Rädler und die Visionen von Wigratzbad

Pressemeldung des Christoferuswerks vom 24.3.2011

Sieg der Vernunft über den „Sieg der Sühne“?

Ordinariat Augsburg verbietet Alfons Sarrachs Buch über Wigratzbad

Ein Dekret des bischöflichen Ordinariats Augsburg vom März 2011 schlug hohe Wellen im Blätterwald und in „marianischen“ Kreisen, hatte die kirchliche Amtsstube doch ein weiteres Erscheinen des Buches „Sieg der Sühne“ von Alfons Sarrach im Verlag „Kirche heute“ untersagt.

Darin geht es um die südbayerische Gebetsstätte „Maria vom Sieg“ in Wigratzbad (Allgäu), um ihre Entstehung und um „mystische“ Ereignisse, die mit der Gründerin Antonie Rädler und ihren Visionen verknüpft sind.

Ein solch amtliches „Bücherverbot“ fällt in der nachkonziliaren Kirche, die keinen „Index“ mehr kennt, stark aus dem Rahmen des Üblichen. Insofern erstaunt es wenig, wenn Sarrach-Anhänger in erscheinungsmarianisch geprägten Web-Portalen wie etwa „kath.net“ darauf verweisen, daß das Augsburger Ordinariat durchaus keine Verbote gegenüber fragwürdigen Werken modernistischer Theologen ausspreche; dadurch sieht man den Gleichheitsgrundsatz verletzt.

Freilich wundern sich auch weltliche Zeitungen über das Augsburger Dekret; so schreibt etwa die „Schwäbische Zeitung“ hierzu: „Das ist ein einzigartiger Vorgang. Üblicherweise beschränkt sich die Kirche auf die Warnung vor bedenklichen Schriften.“ – Wobei genau genommen auch dies eher selten geschieht.

Das bischöfliche Ordinariat begründet seine Verbotsverfügung damit, daß Sarrachs Deutung der Entstehungsgeschichte von Wigratzbad eine ungesunde Legendenbildung und Wundersucht fördere – und daß die Schrift überdies den Kritikern dieser Privatoffenbarung mit Unheil und Tod drohe: „Aus pastoraler Sicht ist äußerst bedenklich, dass Gegnern von Wigratzbad ein schlimmer Tod verheißen wird.“

„Viele Gläubige“ würden durch Sarrachs Schrift „verunsichert und in die Irre geführt“, erläuterte Pressesprecher Markus Kremser, zumal der Autor die Gründerin Antonie Rädler als Seherin vorstelle, „durch die der Himmel in die Weltgeschichte eingegriffen hat“. – In der schriftlichen Erklärung des Bistums wird darauf hingewiesen, daß Privatoffenbarungen – selbst dann, wenn sie kirchlich anerkannt sind – niemals verpflichtender Inhalt des Glaubens sind.

Die Erscheinungen und Visionen der Antonie Rädler, von Autor Alfons Sarrach als „begnadete Charismatikerin“ bezeichnet, wurden nie kirchlich anerkannt. Daher wurde Wigratzbad zwar als „Gebetsstätte“ errichtet, aber nicht als Erscheinungsort bestätigt – im Unterschied etwa zu Lourdes, Fatima oder anderen anerkannten Privatoffenbarungen, die jedoch für katholische Gläubige ebenfalls nicht verbindlich sind, da eine kirchliche Anerkennung kein Gebot, sondern lediglich eine Erlaubnis darstellt, die es Katholiken freistellt, daran zu glauben (oder nicht).

Alfons Sarrach, ein laisierter Priester und Witwer (seine Frau verstarb 2009), verfaßte eine Reihe von Schriften, die sich begeistert für einige „Marienerscheinungen“ aussprechen, die von der Kirchenleitung strikt abgelehnt wurden (Heroldsbach) bzw. denen ausdrücklich die Anerkennung versagt wurde (Marpingen, Marienfried, Medjugorje). Im Falle von Wigratzbad bleibt die Frage der „Echtheit“ offen, da nie eine kirchliche Untersuchungskommission eingerichtet wurde und somit kein amtliches Urteil vorliegt.

Bekannt ist freilich, daß die zuständigen Augsburger Bischöfe den Visionen der Antonie Rädler zunächst jahrzehntelang distanziert gegenüberstanden. Dies änderte sich erst mit Bischof Josef Stimpfle, der persönlich von der Glaubwürdigkeit der „Seherin“ und der von ihr berichteten „mystischen“ Ereignisse überzeugt war.

Bischof Stimpfle, der am 12. September 1963 sein Amt als Oberhirte von Augsburg antrat, sorgte dafür, daß die Wigratzbader Kapelle „Maria vom Sieg“ noch im selben Jahr für den öffentlichen Gottesdienst geöffnet wurde. Vorher waren in dem Kirchlein lediglich private Gebete und Andachten gestattet. Diese bischöfliche Erlaubnis war ein Entgegenkommen für die Anhänger von Wigratz, bedeutete aber keine amtliche Anerkennung der „Privatoffenbarungen“ von Antonie Rädler.

Alfons Sarrach beruft sich in seinem Buch „Sieg der Sühne“ auf den Wunsch des 1996 verstorbenen Bischofs Stimpfle, der ihn eindringlich darum gebeten habe, die Entstehungsgeschichte von Wigratzbad zu veröffentlichen. 2009 erschien sein Buch im Verlag „Kirche heute“, der von Wallfahrtsdirektor Dr. Thomas Maria Rimmel geleitet wird.

Wenn das bischöfliche Ordinariat sich nun gegen die Schrift „Sieg der Sühne“ wendet, beinhaltet dies nicht zwingend eine Ablehnung der Privatoffenbarungen von Antonie Rädler, da unklar ist, ob der zur Euphorie neigende Autor die bereits 1991 verstorbene „Seherin“ in allen Punkten richtig verstand und korrekt auslegte, zumal das Buch erst 18 Jahre nach ihrem Tod erschien.

Da Sarrachs Schrift weder Fußnoten enthält noch über eine Liste der verwendeten Literatur verfügt, fehlt auch die Möglichkeit, die Aussagen des Autors wissenschaftlich mit den Quellen zu vergleichen. Insofern berührt eine kritische Analyse des Sarrach-Buches nicht unbedingt die eigentlichen Vorgänge in und um Wigratzbad.

FRAGWÜRDIGE RACHE-MADONNA

Das Ordinariat Augsburg wirft dem Sarrach-Buch vor, daß es Kritikern der Wigratzbader Privatoffenbarung mit Unheil und Tod drohe.

Tatsächlich äußert sich der Verfasser teilweise auf eher makabre Weise, die einer solchen Auslegung durchaus Anhaltspunkte liefert – vor allem ab Seite 107:

Dort wird ausführlich geschildert, wie es dem Bürgermeister von Hergatz ergangen sei (der als Widersacher von Antonie Rädler vorgestellt wird): Dieser NS-hörige Bürgermeister sei – politisch bedingt – durch Befehl eines SS-Kommandanten aufgehängt und dann „verscharrt“ worden.

Danach heißt es auf S. 108 weiter:
„Übrigens haben die größten Feinde Antonies einen tragischen Tod gefunden. Zu ihnen gehörte auch der Kreisleiter der Partei aus Lindenberg. Er wurde von befreiten Polen aus dem Auto geholt, zu Tode getrampelt und unter die Erde gebracht.“

Auf S.67 wird von einer Marienvision berichtet, die eine Bekannte von Antonie Rädler erlebt haben will. Dabei soll die „Erscheinung“ gesagt haben: „Ich kann die zerschmettern, die gegen diese Sache sind.“ (Gemeint ist der Kapellenbau in Wigratz.)

Ähnlich heißt es auf S. 89 aus dem Munde der „Seherin“ Antonie selbst: „Maria kann alle zerschmettern, die ihr widerstehen.“ – Ob das Geist und Ausdrucksweise der wirklichen Gottesmutter ist? – Gewiß nicht, denn die Mutter des HERRN ist keine „Rache-Madonna“.

Derartige Ausführungen erwecken den Eindruck einer irrgeistigen „Frömmigkeit“, die sich mit dem christlichem Glauben und einer bodenständigen, biblisch orientieren Marienverehrung nicht vereinbaren läßt. Dabei kann die Ablehnung von Erscheinungen ohnehin kein Anlaß für eine „Strafe Gottes“ sein, zumal Privatoffenbarungen nicht verbindlich sind – noch dazu, wo es sich hier nicht einmal um kirchlich anerkannte Visionen handelt.

Als auffällig erweisen sich in Sarrachs Buch „Sieg der Sühne“ auch die zahlreiche Seitenhiebe gegen die „vorkonziliare“ Kirche. Selbstverständlich gab es auch vor dem 2. Vatikanischen Konzil eine Reihe Mißstände und Fehlentwicklungen in der Kirche – wie zu allen Zeiten.

Daß der Verfasser mit seinem „Miesreden“ der vorkonziliaren Kirche allerdings gehörig übertreibt, zeigt sich deutlich auf den Seiten 119 bis 124: Hier behauptet Sarrach, es habe für Antonie Rädler vor allem drei Hürden gegeben, weshalb ihren „Privatoffenbarungen“ von den Bischöfen in Augsburg jahrzehntelang die Anerkennung versagt geblieben sei:
1. weil sie eine Frau ist
2. weil sie dem Laienstand angehört
3. weil sie ein Charisma empfing.

Erst durch das 2. Vatikanum seien Frauen, Laien und Träger von Charismen ins wahre Licht gerückt worden etc. – Dies trifft freilich gerade hinsichtlich „Privatoffenbarungen“ durchaus nicht zu, wie kirchlich längst anerkannte Erscheinungen (z.B. Lourdes, Fatima, Banneux) zeigen, wobei die Betreffenden stets Laien, Empfänger von Charismen und in der Regel weiblichen Geschlechts waren – für die Kirchenleitungen stellte das nie ein Problem dar.

SAH SICH DIE „SEHERIN“ ALS „HIMMELSKÖNIGIN“…?

Manche der von Sarrach geschilderten „mystischen Erlebnisse“ der „Charismatikerin“ Antonie Rädler hinterlassen sehr wohl theologische Fragezeichen, wobei offen bleiben mag, ob der Autor ihre Visionen immer vollständig richtig wiedergibt.

So berichtet Sarrach auf S. 26 über Antonie Rädler, die eine relig. Traumvision erlebt hatte: „Das bewegte sie zu solch tiefer Reue, daß sie bereit war, viele Male ihr Leben hinzugeben, um die Sünden der Welt zu sühnen.“

Dies ist theologisch falsch: Wir Menschen könnten tausend Tode sterben, aber damit gewiß nicht „die Sünden der Welt sühnen“. – Um dies zu erlangen, genügte ein einziges Opfer, ein vollkommenes nämlich: das des Gottmenschen selbst, der am Kreuz ein immer gültiges, vollendetes Erlösungsopfer darbrachte für das Heil der Welt.

Freilich können Gläubige sich als „Mitarbeiter der Wahrheit“ erweisen (so lautete einst der bischöfliche Wahlspruch Ratzingers) – und sie sollen sich am Heilswirken Christi und der Kirche beteiligen. Doch das eigentliche Erlösungs- und Sühnewerk bleibt dem Gottmenschen Jesus Christus vorbehalten, denn „in seinem Namen ist das Heil – und es ist den Menschen kein anderer Name unter dem Himmel gegeben, durch den sie selig werden.“ (Apg. 4,12)

Auf S. 27 schildert Sarrach folgende Vision von Antonie Rädler:
„In der Nacht stand plötzlich die Gottesmutter vor ihr, legte ihr in überströmender Liebe die Hände aufs Haupt und sagte: „Nimm Deine Zuflucht allein zu mir. Komm und diene mir!“

Sollen wir unsere Zuflucht tatsächlich „allein“ zur Gottesmutter nehmen – und nicht auch und vor allem zum göttlichen Erlöser?

Sarrach betrachtet folgendes Ereignis als eine „mystische Vermählung“ der Seherin Antonie mit Christus (S. 29): er berichtet über ein visionäres „Christuserlebnis“ während einer hl. Messe in der Stadtpfarrkirche von Wangen:

„Ich sah mich auf einem Weg vorwärts schreiten. Plötzlich stand ein König vor mir in wunderbarem Licht und großer Majestät. Er legte mir die Hand aufs Haupt mit den Worten: „Sei mein! Ich will dich mir vermählen!“ und küßte mich auf die Stirn. – Erst dachte ich, ein irdischer König werbe um meine Hand. Plötzlich aber erkannte ich in ihm Jesus, den König der Könige.“

Die Vision setzt sich sodann folgendermaßen fort (S.30):
„Plötzlich stand der Heiland in unbeschreiblicher Schönheit vor mir, küßte mich mit den Worten auf die Stirn „Sei mein und bleibe mein!“. Dann führte er mich an seiner Seite in himmlische Regionen mit unzähligen mannshohen Lilien, wie ich sie auf Erden noch nie gesehen hatte. Eine unübersehbare Menschenmenge schloß sich uns an und sang in tausend Chören, von herrlicher Musik begleitet „Heil dem König und der Königin!“ – Wir nahten uns einem Schloß, dessen Tore sich uns öffneten. Der himmlische Vater winkte uns in überströmender Freude zu und hieß uns willkommen.“

Diese merkwürdige „Schauung“ wirft eine Menge theologischer Fragezeichen auf, sieht sich die „Seherin“ doch als eine Art Gemahlin Christi, gar als himmlische Königin, der die Heiligen zujubeln – und die der göttliche Erlöser selbst „an seiner Seite“ (!) durch himmlische Regionen geleitet – wobei „König und Königin“ von Gott-Vater empfangen werden, der sie in „überströmender Freude“ herbeiwinkt und willkommen heißt.

Zeigt sich hier nicht ein irrgeistiger Hochmut, eine verstiegene Anmaßung, die der wahren Demut und dem christlichem Realismus widerspricht?

Felizitas Küble, Vorsitzende des Christoferuswerks in Münster


Charismatische „Heilungsfeiern“ in biblisch-kirchlicher Sicht

Im Mittelpunkt des Glaubens steht das Heil, nicht die Heilung

Ist es nicht erstaunlich, daß charismatische Heilungsgottesdienste ausgerechnet in unserer Zeit soviel Zulauf erfahren? – Früher waren die Menschen weitaus weniger gegen Krankheiten geschützt. Die moderne Medizin hilft in vielfacher Weise, weshalb die Lebenserwartung der Menschen erheblich gestiegen ist. christus

Es bestände also Anlaß, dankbar zu sein, daß wir in der heutigen Zeit sehr viel mehr Hilfe und Beistand durch die ärztliche Wissenschaft erfahren können, als dies früheren Generationen möglich war.

Dennoch ist das Interesse an sogenannten „Heilungsgottesdiensten“ oder entsprechenden charismatischen „Segensfeiern“ ungebrochen.

Es stellt sich hier auch die grundsätzliche Frage:

Warum erfolgen diese vermeintlichen Heilungen (die ohnehin nicht seriös nachgeprüft werden) in schwarmgeistigen Versammlungen und nicht infolge des Sakraments der Krankensalbung?

Heißt es doch in der Hl. Schrift ganz klar, was im Falle einer ernsthaften Krankheit unter Christen geschehen soll:

Ist einer krank unter Euch, dann rufe er die Priester zu sich, damit sie über ihn beten und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben.“ (Jak 5,14 f)

Neben dem Sakrament der Krankensalbung kennt das katholische Rituale zudem das Sakramentale des kirchlichen Krankensegens.

Dies sind die kirchlich vorgesehenen Wege, um Kranken seelsorglich beizustehen.

Dabei steht vor allem die innere Stärkung und Aufrichtung des Gläubigen, also das Heil der Seele im Zentrum, weniger die Heilung des Körpers, obwohl auch hierfür gebetet wird. Dies war immer so – und sollte auch so bleiben: Das Heil der Seele steht im Mittelpunkt, weniger die Heilung von Krankheiten.

Krankheiten und Nöte – seien sie leiblich oder seelisch – können durchaus ein Weg der Prüfung und Bewährung sein, den Gott nicht nur zuläßt, sondern (uns) zuführt, um uns innerlich zu stärken und zu läutern. Außerdem finden wir das Paradies nicht auf Erden – das endgültige „Alleluja“ wird erst im Himmel gesungen!

Auch die bei Charismatikern übliche Fixierung auf eine sog. „Innere Heilung“ erscheint sehr fragwürdig:

Eine wirkliche „Innere Heilung“ erfolgt durch eine alltagsbewährte Beachtung der Zehn Geboten, durch eine glaubensstarke Hinwendung zu Gott, durch Beichte, Umkehr, gute Werke, Abkehr von der Sünde – und nicht etwa durch ekstatische Gebetsformen, emotionsgeladene „Andachten“, Gemeinschaftsübungen (mit zuweilen gruppendynamischen Wirkungen) oder gar trance-artiges Rückwärtskippen.

Aber was vielfach zieht, sind leider gefühlsorientierte Erlebniswelten: „Zeichen und Wunder“, „Erfahrungen“, „Erlebnisse“, „Außergewöhnliches“, besondere „Charismen“, „Geistausgießung“ etc.

Wir beobachten eine verhängnisvolle Steigerung schwarmgeistiger Vorgänge, wie man sie aus der protestantischen Pfingstbewegung seit 100 Jahren kennt. Nüchterne evangelikale Christen haben sich damals in der bekannte „Berliner Erklärung“ von 1909 entschieden von der aufkommenden Pfingstbewegung distanziert und irrgeistige Phänomene entlarvt als das, was sie sind: als „von unten“ inspiriert.

Christsein: das heißt nüchtern sein!

Nicht etwa euphorisches, allzu menschliches Wunschdenken ist unsere Leitschnur, sondern allein der Wille Gottes und das Ausharren auch in Schwierigkeiten und Leiden bis zuletzt. Deshalb beten wir im Vaterunser: „Dein Wille geschehe!“

Gott nimmt nicht immer die Last von unseren Schultern hinweg, aber er stärkt sie. ER hilft uns durchaus nicht immer am Leiden vorbei, aber er hilft uns hindurch.

Christsein bedeutet auch die Bereitschaft zum Kreuztragen, zum starkmütigen Durchhalten, zur Geduld im Ausharren, denn wir haben ein ewiges Ziel vor Augen und wollen Christus nachfolgen in Kreuz und Auferstehung.

Der hl. Paulus schreibt seinem Mitarbeiter Timotheus eine Art Wegweisung:

Du aber bleibe in allem nüchtern, ertrage das Leiden, verkündige das Evangelium, erfülle treu Deinen Dienst!“ (2 Tim. 4,5)

Interessant, daß der Völkerapostel Nüchternheit und Leidensbereitschaft sogar an die e r s t e Stelle setzt, noch v o r der Evangeliumsverkündigung!

Die biblische Begründung für dieses Wachsam- und Nüchternsein ist aufschlußreich. Auch Petrus, der erste Papst, schreibt hierzu:

Seid nüchtern und wachsam, denn der Teufel geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wenn er verschlingen könnte…Widersteht ihm fest im Glauben!“ (1 Petr.5,8)

Durch geistige Nüchternheit schützen wir uns vor der List der Finsternismächte. Nehmen wir diese Mahnungen ernst oder schlagen wir sie in den Wind?

Prüfen wir also die Geister, ob sie aus GOTT sind!

Felizitas Küble, Leiterin des KOMM-MIT-Verlags und des Christoferuswerks

Mailkontakt: felizitas.kueble@web.de


Leserstimmen bzw. Forums-Beiträge zu Medjugorje [1]

Quelle: www.razyboard.com/system/morethread-fragen-zu-medjugorje-forumtradi-2207688-6075168-30.html

Von AQUILA:

Liebe Kristina, lieber Stjepan

Vielen Dank für Eure aufschlussreichen Beiträge ! […]

Betr. Medujgorje
noch eine weitere seltsame Episode, die so gar nicht mit der reinen Lehre der Heiligen Mutter Kirche vereinbar ist und einer besonders
gefährlichen Täuschung gleichkommt…

So berichten die „Seher“ auch, dass die „Jungfrau“ die Angewohnheit hätte, mit ihnen zusammen das „Vater unser“ zu beten….

Wie kann dies sein ?
Wie kann die MAKELLOSE mitbeten….“vergib uns unsere Schuld„…
und führe uns nicht in Versuchung“ …“erlöse uns von dem Bösen“ ?

In Lourdes und Fatima hat sie dies niemals getan….

…alleine das GLORIA PATRI betete sie sich verneigend mit….

hier soll offenbar die
allerseligste Jungfrau und Gottesmutter MARIA….zu einer „normalen Sünderin“ herunterdekliniert werden !

Auch dies diametral entgegengesetzt zur Lehre der Kirche !

Von KRISTINA:

Vielen Dank Stjepan, für die Info über Amsterdam.
Dann würde mich wirklich mal interessieren, wer die vielen Anhänger von Medjugorie über Jahre veräppelt!
Die falschen Botschaften wurden vielleicht nicht richtig gelesen und sind wohl kaum jemand bekannt.
Entweder weil man sich die Mühe nicht macht, die Botschaften zu lesen und einfach vertraut, dass sie schon irgendwie richtig sind, weil es keine oder laue Christen sind oder weil ALLE dahin fahren, wird das wohl richtig sein und weil niemand weiß, ob und vor allem warum die Kirche die Echtheit der Botschaften anerkennt oder auch nicht.  So lange die Kirche sich nicht öffentlich distanziert, geht alles so weiter wie bisher.

Schwer zu sagen: Der Dämon kann keine Umkehr und Beichte wollen. Wenn, dann ist alles vom Menschen gemacht. Man könnte zwar sagen: An ihren Früchen (Umkehr, Beichte…) werdet ihr sie erkennen.
Aber wenn der Baum faul ist unter welchen Voraussetzungen – augenscheinlich nicht vom wahren Evangelium – kommt dann eine Umkehr?

Weil Alle Menschen dort beten, weil man keine Ahnung von CE und von den Pfingstlern hat und nicht unterscheiden kann?

Aber es werden doch auch katholische Messen in Medjugorie gehalten und die Beichte gehört?!
Geschieht die Umkehr bei allen Menschen dort ausschließlich für die katholische Kirche?

Bevor ich hier weiter fantasiere, höre ich mit diesem Thema auf. Denn eine Antwort werden wir wohl (in näherer Zukunft) nicht erhalten.

Krisitna

Von CSC:

Ich war letzten August in Medjugorje. Das war furchtbar dort. Alles war ultra-modern und entsprach dem Zeitgeist. Die Kirchen und Kapellen haben gar nicht schön ausgesehen. Das war nichts Zeitloses, Beständiges, Ewiges, Immerschönes, Bleibendes (wie die alten Kirchen, egal ob schlicht oder prunkvoll), sondern man sieht das, will ihm Gutes abgewinnen, es geht für kurze Zeit, aber nicht lange.

Kristina schrieb


Aber es werden doch auch katholische Messen in Medjugorie gehalten und die Beichte gehört?!

Das ist der reinste Wahnsinn dort. Da herrscht die reinste Willkür. Ich glaube, ich habe noch nie einer hl. Messe beigewohnt, die mehr dem Glauben widerspricht als dort. Wer sagt: Ich habe den Glauben, dass die hl. Messe ein Opfer ist und dass sich der liebe Gott uns in der hl. Kommunion schenkt, der wird als Priester kaum eine solche Messe mitzelebrieren (dort wurde die Messe von vielen Priestern zusammen zelebriert) und als Laie kaum eine solche Messe besuchen können. Dagegen ist die neue Messe, die der Pfarrer meiner Gemeinde liest,  ja schon Balsam für die Seele.

Die Tage in Medjugorje haben mir eher Kraft geraubt, mich oberflächlich und seelisch verarmen lassen. Ich wollte das erst nicht so einsehen. Wenn man so eine weite Wallfahrt schon macht, dann musss es auch passen. Nichts hat gepasst. Das habe ich mir erst später voll und ganz eingestanden.

Von STJEPAN:

Lieber CSC,

danke für Deine Schilderung! Sie stimmt genauestens mit dem überein, was in dem Propaganda-Video „Medjugorje Impressionen“ (Miriam-Verlag) zu sehen ist! Am meisten tun mir die unschuldigen Kinder leid, die in diese chariasmatische Szene von Medjugorje mit hineingezogen werden!

Wenn man weiß, was hinter Medjugorje wirklich steckt, wenn man genau hinschaut, dann raubt das einem wirklich Kraft – genauso wie die Überfülle der Botschaften, auch dann, wenn etliche auch richtig zu sein scheinen, wobei man auch hier genau hinsehen muss!

Lieber Aquila, liebe Kristina!

danke Aquila, … dass Du eine weitere verheerende Irrlehre anführst, die doch nun schlussendlich jeden Medjugorjaner zur Umkehr führen müsste! Aber was soll man machen, wenn die irrlehrende „Gospa“ dann doch wichtiger ist als die Kirche und ihre Heilslehre?!

Pater Slavko, der von vielen Medjugorjanern wie ein Heiliger verehrt wird, und den die „Gospa“ bereits heliggesprochen hat (sic!), hat damals die Botschaften ins Deutsche übersetzt. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass er als studierter katholischer Theologe diese Falschlehren nicht bemerkt haben soll, während wir Nicht-Studierte sie klar und deutlich sehen!

Es gibt wohl drei unterschiedliche Medjugorjaner:

1.) die, die um diese Falschlehren wissen, aber die irrlehrende „Gospa“ dennoch preisen und propagieren, womit sie sich gegen die Kirche und ihre Heilslehre stellen

2.) die, die „Gospa“ preisen und propagieren, aber von ihren häretischen Lehren nichts wissen

3.) die, die durch Aufklärer von den Häresien erfahren, aber dennoch Anhänger der irrlehrenden „Gospa“ bleiben (wollen), statt sich von ihr abzuwenden und der Kirche und ihrer Heilslehre treu zu bleiben.

Was wird wohl der Herr bei seinem Gericht zu den Medjugorjanern Gruppe 2 und 3 sagen, die zugunsten der häretischen „Gospa“ Ihm, seiner Kirche und Heilslehre nicht treu blieben, die Ihn auf diese Weise verraten?

Gottes Segen!
Stjepan Vucina


Das „Ausfragen“ von Dämonen ist nicht erlaubt

Irrgeister sind kein jenseitiges Auskunftsbüro

Seit Jahrzehnten werden in manchen traditionellen Kreisen diverse Schriften oder gar Tonbänder verbreitet, in denen ausführliche „Interviews“ mit Dämonen im Zusammenhang mit Teufelsaustreibungen wiedergegeben werden. Auch im aufsehenerregenden Fall der Anneliese Michel aus Klingenberg waren stundenlange Gespräche mit Dämonen im Umlauf, die schriftlich oder als Kassetten verbreitet wurden.

Der zuständige Bischof Josef Stangl von Würzburg wandte sich in seiner öffentlichen Erklärung vom 11.8.1976 deutlich gegen diese „öffentliche Wiedergabe von Tonbandaufnahmen“, wobei er in diesem Punkt den überlieferten Standpunkt der Kirche wiedergab (mag man seine Stellungnahme auch in anderen Passagen bemängeln).

Vom Ausfragen der Dämonen ist strikt abzuraten, zumal ein Exorzismus schließlich eine Dämonen-Vertreibung sein soll – und keine „Audienz bei Satan“, kein Anlaß, ihn quasi zu „interviewen“, auch nicht zu „kirchenpolitischen“ Zwecken oder in der Annahme, dadurch inhaltlich wünschenswerte „Botschaften“ zu erhalten.

Die Kirche wünscht kein systematisches Ausfragen der Finsternismächte beim Exorzismus (von Ausnahmen wie der evtl. Frage nach dem Namen des Dämons abgesehen). Irrgeister aus der „Unterwelt“ sind durchaus kein jenseitiges Auskunftsbüro – und Dämonen sollte man zudem tunlichst nicht die Ehre des Zuhörens erweisen, erst recht nicht per weiterer Verbreitung von deren „Aussagen“ in Buch- oder Kassettenform.

Nun hört man nicht selten den Einwand, daß die Dämonen sich in diversen Fällen sehr klar und richtig zu religiösen Themen oder kirchlichen Zuständen äußern würden; daher sei die Verbreitung solcher „Teufelsaussagen“ sinnvoll und könne Menschen zum Nachdenken bringen.

Befragen wir in dieser scheinbar unklaren Angelegenheit das Neue Testament – und beachten wir das Verhalten Christi selbst.

Tatsache ist nämlich, daß unser Erlöser nicht bereit war, sich theologische „Richtigkeiten“ eines Dämons anzuhören, auch und erst recht keine „Würdigung“ seiner eigenen Person durch einen Irrgeist von unten.

Daß die Kirche das Ausfragen von Dämonen verbietet, findet sein Zeugnis und Urbild in Christus selbst, da dieser schon bei seiner ersten Teufelsaustreibung dem Dämon geboten hat: „Schweig – und verschwinde!“ –  Dieser hatte allerdings zuvor durchaus richtig gesagt: „Ich weiß, wer Du bist: Der Heilige Gottes!“

Lesen wir hierzu das Evangelium nach Markus 1,21-26:

“Sie kamen nach Kafarnaum. Am folgenden Sabbat ging Jesus in die Synagoge und lehrte. Und die Menschen waren sehr betroffen von seiner Verkündigung; denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat – und nicht wie die Schriftgelehrten. In ihrer Synagoge saß ein Mann, der von einem unreinen Geist besessen war. Er begann zu schreien: „Was haben wir mit dir zu tun, Jesus von Nazaret? Bist du gekommen, um uns ins Verderben zu stürzen? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes.“ – Da befahl ihm Jesus: „Schweig und verschwinde!“ – Der unreine Geist zerrte den Mann hin und her und verließ ihn mit lautem Geschrei.“

Man beachte nun: Schon damals hatte der unreine Geist etwas völlig Zutreffendes gesagt   –  a b e r  Christus legte keinerlei Wert darauf, eine Richtigkeit von dieser Seite zu hören; er lehnte es strikt ab, daß eine „Wahrheit“ durch einen Dämon geäußert wurde – noch dazu in einer Sache, die ihn selbst betraf.

In Mk 1,34 heißt es dann erneut, daß Christus den Dämonen, die er austreiben wollte, zu schweigen befahl.

Der hl. Hieronymus (347-420 n. Chr.), vor allem bekannt als Bibelübersetzer (vom Griechischen ins Lateinische), zudem ein großer Kirchenlehrer, schrieb hierzu in seiner Erläuterung zum Markusevangelium:

„Jesus drohte dem Dämon und sagte: ‚Sei still und verlaß diesen Menschen.“ – Die Wahrheit braucht das Zeugnis des Vaters der Lüge absolut nicht… Jesus wünscht die Anerkennung dessen nicht, den er dem Untergang weiht. – Es ist, als ob er sagte: „Nicht deine Stimme soll mich rühmen, sondern deine Niederlage ist mein Triumph… Sei still und verlaß diesen Menschen!“

Das Verhalten unseres HERRN sollte jedem Exorzisten zum Vorbild dienen.

Daran ändert auch der Einwand nichts, daß es angeblich die Gottesmutter selber sei, wodurch Dämonen bei einer Teufelsaustreibung zum Reden veranlaßt würden.

Warum sollte denn die Mutter des HERRN hier und heute anders entscheiden als damals ihr göttlicher Sohn? – Warum sollte die Madonna ausgerechnet die Finsternismächte zum Reden animieren? – Das ist angesichts des Verhaltens Jesu eine geradezu absurde Vorstellung!

Auch dann, wenn Dämonen selber sagen, „die da oben“ (die selige Jungfrau Maria) „zwinge“ sie angeblich zum Sprechen, dann ist dies eine teuflische List, um die Exorzisten an der Nase herumzuführen und ihnen eine scheinbar fromme „Legitimation“ fürs Ausfragen zu geben, als habe es der „Himmel“ erlaubt oder gar angeordnet. Hier gilt allein der Befehl Christi an den Dämon: „Schweig!“

Paulus und die falschprophetische Magd von Philippi

Der Völkerapostel Paulus reagierte ähnlich abweisend, als ein Irrgeist theologische Richtigkeiten zum Besten gab. Es geht hierbei um die Wahrsagerin von Philippi.

Die „Magd von Philippi“ war eine magisch belastete Wahrsagerin, von der die Apostelgeschichte berichtet (Apg. 16,16 ff). Paulus und seinen Begleitern folgte eine Magd, die herumrief und rief: „Diese Männer sind Diener Gottes, des Allerhöchsten, die euch den Weg der Seligkeit verkünden.“  – Diese Art von „Predigt“ hielt sie mehrere Tage lang. Paulus aber gebot dem Wahrsagegeist, aus der Magd auszufahren, was auch sofort geschah.

Hier erkennen wir erneut ein Beispiel dafür, daß Satan und sein Anhang gerne mit der „Wahrheit“ operieren,  um naive Leute an sich zu binden; anders könnte der „Kellergeist“ das bei den Frommen auch nicht schaffen  – bestimmt nicht mittels offensichtlicher Irrlehren!

Wie hat der heilige Paulus reagiert? – Eben genau richtig, nämlich abweisend. Dabei hatte die scheinbar „Erleuchtete“ doch eine gute „Predigerin“ abgegeben; ihre Worte sind formal in keiner Weise zu beanstanden, sondern klingen ausgezeichnet, sagte sie doch über Paulus und seine Mitarbeiter: „Diese Männer sind Diener Gottes, des Allerhöchsten, die euch den Weg der Seligkeit verkünden.“

So sieht eben die raffinierte List von Finsternismächten aus. Aber Paulus ist diesem Täuschungsversuch von „unten“ nicht auf den Leim gegangen, geschweige hat er mit dem Wahrsagegeist diskutiert oder ihn gar nach Strich und Faden ausgefragt.

Somit steht fest: Christus und Paulus wollten keinerlei „Wahrheiten“ aus der Hölle hören – und dasselbe gilt für jeden guten Exorzisten.

Felizitas Küble, Leiterin des KOMM-MIT-Verlags und des Christoferuswerks in Münster

Kontakt: felizitas.kueble@web.de


Medien GOTTES?

KURIER der CHRISTLICHEN MITTE (Ausgabe Mai 2011)

www.christliche-mitte.de

Mediale Personen, sog. Sensitive oder „Medien“, treten auf als Mittler zwischen dem Jenseits und dem Diesseits, als Kanal kosmischer oder „göttlicher“ Heilkraft, als Channel von Botschaften und Prophezeiungen, die sich entweder plötzlich und überraschend in sog. Berufungserlebnissen oder durch okkulte Praktiken von jenseitigen Wesen empfangen.

In Deutschland wird die Medialität in der Esoterikszene praktiziert, die inzwischen Millionen Menschen erfaßt hat:

Schamanen treten als Geist- bzw. Wunderheiler, nachdem sie durch Geisterkult und „Initiation“, d.h. durch Einweihungsrituale, von einem „Schutz- oder Heilgeist“ in Besitz genommen worden sind, d.h. die erstrebte „Prossession§ – das ist Besessenheit – erreicht haben. Die äußeren Merkmale der Prossession sind neben der gabe, wunderheilungen zu vollbringen, die Gabe der Prophetie, der Telepathie, des Hellsehens, der Visionen und Auditionen, des Zungenredens und anderer okkulter Phänomene, die auch von Exorzisten bei Besessenen beobachtet werden.

Im Spiritismus werden die Geister Verstorbener herbeigerufen, um Antwort auf bestimmte Fragen und Botschaften zu erhalten. Eine Besucherin einer spiritistischen Sitzung schreibt an das CM-Archiv, daß sie einen „elektrischen Stromschlag“ erhielt und schrille, kreischende Stimmen hörte: „Dise Stimmen waren so fürchterlich, daß ich dachte, ich werde wahnsinnig. Ich begann flehentlich zu beten, und nach einer Stunde waren die Stimmen nicht mehr zu hören …

Aus dem Vortrag von Adelgunde Mertensacker: „Geist-Taufe oder Geistertaufe?“, den Sie als Hörkassette oder CD bestellen können bei: Anton Mourrer, Blumenstr. 30, 66126 Saarbrücken, Tel.: 06898-24669 (5 EUR plus Porto).

 


CE in der Krise

KURIER der CHRISTLICHEN MITTE (Mai-Ausgabe)

(www.christliche-mitte.de)

Die Charismatische Erneuerungbewegung (CE) innerhalb der evangelischen Kirche Deutschlands sei in einer Krise. Das stellte Superintendent Peter Heß fest, Mitglied im Leitungskreis der CE. Nach einer theologischen Aufarbeitung ihres Werdeganges habe sie aus ihren Fehlern gelernt und befinde sich zur Zeit in einer Phase der Ruhe.

Wer sich ein eigenes Urteil über die CE in der evangelischen und katholischen Kirche, ihre Anfänge und Entwicklung, bilden will, der bestelle die CM-Bestseller-Broschüre „Wunderheilungen und Ruhen im Geist“ von Adelgunde Mertensacker (94 Seiten, 1 Expl. 3 EUR, 2 Expl. 5 EUR) und die Sonderdrucke ihrer Vorträge in www.gloria.tv: „Zungenrede und Lobgesang“ und „Geisttaufe oder Geistertaufe?“ (je 1 EUR). Beide Vorträge können auch als Hörkassette oder CD bestellt werden bei Anton Mourer, Blumenweg 30, 66126 Saarbrücken, Tel. 06898-24669 (je 5 EUR plus Porto).


Heroldsbach und die „Himmelsvisionen“

Artikel von Felizitas Küble aus der katholischen Zeitschrift „Theologisches“ (Nr. 1-2/2008):

Heroldsbach ist seit einiger Zeit wieder in aller Munde. Der fränkische „Erscheinungsort“ wurde 1998 von Erzbischof Karl Braun zur diözesanen „Gebetsstätte“ erhoben, obwohl das strikte vatikanische Nein zu den „Erscheinungen“ von 1949 – Marienstatt-DSC_0111-31951 nach wie vor gilt. Wer von den Pilgern unterscheidet wohl fein säuberlich zwischen „Erscheinungsort“ und „Gebetsstätte“? 

Viele Heroldsbach-Anhänger werden sich vielmehr bestätigt fühlen nach der Devise: „Wir haben es ja immer schon gesagt …!“

Zugleich kam Heroldsbach in die Schlagzeilen, weil sich dort ein „Tränenwunder“ an einer Madonnenstatue ereignet haben soll. Während manche Augenzeugen von Unfug und Betrug sprechen, glauben andere unbeirrbar an ein „Wunder vom Himmel“. Zudem wurde die Gebetsstätte immer stärker von selbsternannten „Sehern“ (wie etwa Annegret Mewis aus Göttingen) umlagert, die ihre „Offenbarungen“ ständig in Wort und Schrift verbreiten.

Durch diese und andere Vorgänge (z.B. Einfluß der Medjugorje-Szene und der charismatischen Bewegung auf Heroldsbach) wird die Frage nach dem Ursprung dieses Erscheinungsorts immer brisanter und aktueller.

Daran scheiden sich die Geister 

Konzentrieren möchte ich mich auf einen speziellen Gesichtspunkt, der für die Klärung der „Echtheit“ von entscheidender Bedeutung ist, geht es doch um die „Himmelsvisionen“ der „Sehermädchen“ von Heroldsbach, zumal um ihre visionäre „Schau“ der allerheiligsten Dreifaltigkeit. Falls sich bei diesem für das Christentum absolut zentralen Glaubensinhalt schwerwiegende Irrtümer zeigen, ist die ganze „Erscheinungskiste“ im Eimer und die Erörterung weiterer Aspekte mehr oder weniger überflüssig.

Foto: Dr. Bernd F. Pelz

Foto: Bernd F. Pelz

Es scheint auch nach Jahrzehnten immer noch kein Info-Buch zu geben, das sich eingehend und ablehnend mit Heroldsbach befaßt. So kann man sich hierüber nur aus der „Fan-Literatur“ informieren.

Doch das Zitieren aus derart „unverdächtigen“ Quellen beinhaltet auch einen großen Vorteil: im Gegensatz zu kritischen Autoren kann diesen Verfassern nicht unterstellt werden, sie würden Heroldsbach allzu skeptisch oder gar „verzerrt“ darstellen. – Nein, diese Werbe-Bücher versuchen vielmehr, die damals so aufsehenerregenden Erscheinungsvorgänge ins schönste Licht zu tauchen.

Zur Fan-Literatur gehört auch der dicke Wälzer Reich der Mystik – die Botschaft von Heroldsbach von Norbert Langhojer (Verlag Arche Josef, Erstauflage 1971). Seine Ausführungen beruhen auf dem dreibändigen Werk des Pro-Heroldsbach-Theologen Dr. J. Walz und vor allem auf seiner eingehenden persönlichen Kenntnis der „Seher“:

„Der Verfasser kennt die mystischen Vorgänge unmittelbar durch die Schilderungen der Seherkinder und durch jahrelange Teilnahme an dem Geschehen. Durch den ständigen Umgang hatte er Gelegenheit, täglich aus ihrem Mund die Visionen in allen Einzelheiten zu erfahren und aufzuschreiben. Dabei wurden die Verhöre … manchmal bis zu drei und fünf Stunden ausgedehnt.“

Zunächst fällt auf, daß die „Marienerscheinungen mit Christkind“ einige erstaunliche Einzelheiten aufweisen: In der Regel trägt die „Madonna“ bei ihren unzähligen, drei Jahre anhaltenden „Erscheinungen“ eine große und majestätische Krone aus Gold, wohingegen der göttliche Erlöser (der fast immer nur im „Kleinformat“ als Baby, also in völliger Abhängigkeit von seiner Mutter auftaucht) sich meist mit einem kleinen goldenen Kronreif begnügen muß.

Degradiertes „Christkind“ zur Linken der „Madonna“

Doch damit nicht genug: die weibliche „Erscheinung“, die sich als „Rosenkönigin“ und „Himmelskönigin“ ausgibt, trägt das „Jesuskind“ nicht rechts auf dem Arm (vom Betrachter aus gesehen), wie es natürlich wäre, sondern links. Da Christus zur „Rechten des Vaters“ sitzt, darf man sich fragen, was diese „linke“ Abwertung zu bedeuten hat. Selbst der Heroldsbacher Schwarmgeist Langhojer gerät etwas ins Grübeln und schreibt auf S. 18: 0013

„Da ihm (Jesuskind) aufgrund seiner göttlichen Natur der „Ehrenplatz“ gebührt, ist es auffallend, daß es nicht an der bevorzugten rechten, sondern an der linken Seite der Mutter sichtbar wird.“  –  Aber bei einem Erscheinungsgläubigen ist ob solcher Rätsel der gute Rat bzw die passende Ausrede nicht ferne: Weil es nunmal bei diesen Erscheinungen um die Gnadenvorzüge Mariens gehe, „kommt dem Kind noch keine eigenständige, von der Mutter losgelöste Bedeutung bei.“ – Aha!

Auch der „heilige Josef“, der sich zuweilen bei den „Erscheinungen“ ein Stelldichein gibt, hat bei dieser merkwürdigen „Allmachtsmutter“ nicht viel zu melden. Selbst der Autor kommt nicht umhin, hier von „Eigentümlichkeiten“ (S.84) zu sprechen und mitzuteilen:

„Das auffallendste Kennzeichen ist das Braun seines Mantels. Ein Seherkind bemerkt dazu noch ein graues Unterkleid … Nach der Farbenlehre entsteht Braun aus Gelb und beigemischtem Schwarz … Die Barhäuptigkeit des hl. Josef weist auf seine dienende Stellung hin.“ – In dieser „Stellung“ würde er sich „Maria unterordnen“.

Wegen der „dienenden“ Stellung des hl. Josef reicht also ein brauner Mantel und ein graues Unterkleid (wahrlich keine liturgischen Farben …), wogegen die „Madonna“ in strahlendem Weiß und goldener Königskrone aufkreuzt, nicht zu vergessen die teils goldigen und teils farbigen Rosen auf den Füßen der „Rosenkönigin“.

Der hl. Josef war in Wirklichkeit das Familienoberhaupt der Heiligen Familie. Gerade wegen der Vorbildhaftigkelt der hl. Familie, aber auch aufgrund biblischer Hinweise kann dies nicht anders festgestellt werden. (So hat zB. der Engel nicht Maria, sondern Josef über die drohende Gefahr informiert und zur Flucht nach Ägypten aufgefordert.) Die respektlose Herabwürdigung des Pflegevaters Christi ausgerechnet in „frommen“ Marianerkreisen scheint eine spezielle Form „katholischen“ Emanzentums zu sein?!

„Im Himmel ist es viel schöner…“

Nun zur Sache selbst, zur christlichen Dreieinigkeits-Lehre, wobei diese bisherige „Einleitung“ schon recht vielsagend sein mag:

Ab S. 145 schildert uns der Autor die „Himmelsvision“ der Seherinnen, die es in sich hat, wenngleich sie mit den banalen Worten der „Rosenkönigin“ beginnt: „Im Himmel ist es viel schöner als hier auf Erden.“ – Wer hätte das gedacht?! Schon dieser besonderen „Offenbarung“ wegen lohnte sich das Erscheinen der „Himmelskönigin“…

Hier nun die „himmlische Schau“ der „begnadeten Mädchen“ (S.147):

„Die Mutter Gottes schwebt in den offenen Himmel hinein. Drei Engel kommen ihr entgegen und geleiten sie zu einem herrlichen Thron …Die Mutter Gottes setzt sich auf der einen Seite des langen Thronsitzes nieder und hat jetzt ein goldenes Szepter in der Hand. Im gleichen Augenblick wird rechts neben ihr die heiligste Dreifaltigkeit sichtbar…

Gott-Vater und Gott-Sohn stellen sich in menschlicher Gestalt dar. Über beiden schwebt der Hl. Geist in Gestalt einer Taube. Der Sohn sitzt zur Rechten des Vaters, der in der Hand einen goldenen Stab hält. Beide tragen eine goldene Krone, gleich der Mutter hat auch Gott-Sohn ein Attribut in seiner Hand. Es ist die Erdkugel mit einem Kreuzchen darauf.“

Hier scheint es sich um eine theologischerseits bislang unbekannte Vierfaltigkelt zu handeln: Maria, Gott-Sohn, Gott-Vater und der Hl. Geist. Während sich Gott-Vater mit einem goldenen Stab (Hirtenstab?) begnügt, trägt diese reichlich selbstbewußte „Madonna“ ein goldenes Szepter in ihrer Hand, Symbol von Herrschaft, Regierungsgewalt und Macht.

Die göttliche Dreieinigkeit darf sich zwar auf dem „langen Thronsitz“ immerhin noch niederlassen, doch zu melden hat es hier offenbar die „Rosenkönigin“ in ihrem himmlischen Regiment. Neudeutsch würde man sagen: diese „Himmelsmutter“ hat wohl die Hosen an!

Im übrigen erinnert man sich an die ganz anders geartete „Himmelsvision“ des Erzmärtyrers Stefanus, der sterbend und seinen Peinigern vergebend die Worte sprach: „Ich sehe den Himmel offen und den Menschensohn zur Rechten Gottes.“ (Apg. 7,56).

Von einer „Rosenkönigin“ zur Linken Gottes ist hier nicht die Rede!

Wer nun meint, diese Heroldsbacher Himmelsschau sei das Ende der Fahnenstange bzw der christlichen Dreifaltigkeitslehre, darf sich eines noch Schlechteren belehren lassen – und zwar auf S. 199 mit einer erneuten Vision der „Dreieinigkeit“.

Großer Thron für Maria, kleiner für Christus

„In der Höhe des himmlischen Lichtes wird ein goldener Thron sichtbar, der mit leuchtenden Edelsteinen geziert ist. Die Mutter Gottes segnet und schwebt empor. Sie setzt sich auf den herrlichen Thron und hat ein goldenes Szepter in ihrer Hand. Neben ihr wird ein zweiter Thron sichtbar, welcher der Größe des Jesuskindes entspricht.“

Der Thron Christi ist also viel kleiner, er entspricht eben der „Größe des Jesuskindes“… Warum sollte Christus denn als auferstandener und verklärter Herr, als „Weltenrichter“ und glorreicher Gott erscheinen, wenn doch auch das Babyformat ausreicht?!

Bei der „ersten Himmelsvision“ war schon eine Degradierung der göttlichen Dreieinigkeit gegenüber der „Rosenkönigin“ erkennbar, hier wird dem gottlosen und gotteslästerlichen (!) Treiben noch eins draufgesetzt – und zwar auf S. 253 mit der dritten Dreieinigkeits-Szenerie:

„Gott-Vater hält ein goldenes Szepter und Gott-Sohn eine Weltkugel in der rechten Hand. Daneben ist die himmlische Königin in blauem Mantel und mit goldener Krone sichtbar. Sie sitzt auf einem Thron, bei dem die Apostel erscheinen mit Feuerflammen über dem Haupt. Die Kinder singen ein Dreifaltigkeitslied, worauf die Gottheit und die Apostel entschwinden.“

Einerseits hat Gott-Vater hier kleine Fortschritt zu verzeichnen (er darf sogar ein Szepter tragen…und wird insofern der „Rosenkönigin“ auch mal ebenbürtig), andererseits – und das ist wichtiger – besteht hier die „Gottheit“ in ihrer Dreiheit aus Gott-Vater, Gott-Sohn und der „himmlischen Königin“. Der Heilige Geist hat offenbar seinen Geist aufgegeben und ist verschwunden.

Doch bei dieser blasphemischen Vision hat ER ohnehin nichts zu suchen – diese Darstellung ist wahrlich von allen guten Geistern verlassen.

Nun zur vierten „Dreifaltigkeitsvision“ (S. 255). Wiederum erscheint „in der Höhe die heiligste Dreifaltigkeit auf dem Thron“ (also wohl wieder der Schöpfer, Jesus und Maria …).

Sodann heißt es: „Elf Männer umgeben den Thron. Einer sagt: „Wir sind die Apostel.“ – Nachdem zuerst der Heilige Geist „entsorgt“ wurde, muß jetzt auch einer der 12 Apostel dran glauben … Im übrigen ist die 11 eine Symbolzahl der gottlos-esoterischen Freimaurerei.

Blasphemische „Dreifaltigkeit“ in einer Vision 

Die satanisch-blasphemische Demonstration erreicht bei der 5. Himmelsvision vom 4. April 1950 ihren Höhepunkt, was der schwärmerische Verfasser immer noch nicht bemerkt, der diesen Teufelsspuk in seiner grenzenlosen Verblendung weiterhin verherrlicht (S. 265). Er beschreibt, daß das „Jesuskind“ sich unten bei den „Sehermädchen“ aufhält – und denen tut sich dann wie folgt der „Himmel“ auf:

„In der Höhe erscheint Gott-Vater mit dem Hl. Geist. Neben dem freien Platz auf dem Thron sitzt die himmlische Königin mit einem Szepter in der Hand. Sie segnet mit Gott-Vater und dem Jesuskind, wobei die licht-weiße Taube den Segen in Kreuzform schwebt… Das Jesuskind segnet und schwebt empor.“

Die neue „Dreifaltigkeit“ ist jetzt absolut festgezurrt: das „Jesuskind“ gibt sich in Heroldsbach ein Stelldichein mit den „Seherinnen“. Folglich sind „oben“ noch Drei „übrig“: Gott-Vater, sodann die offensichtliche Hauptperson, nämlich die „himmlische Königin“ mit dem „Szepter“ als Zeichen der Herrschaft und Macht – sowie der Heilige Geist. Diese Drei erteilen also den Segen, eine Handlung, die das „Jesuskind“ unten am Birkenwald mitvollzieht, um danach „emporzuschweben“.

Interessanterweise heißt es: „Sie segnet mit Gott-Vater“, also scheint sie die eigentlich „Segnende“ zu sein, aber Gott-Vater darf sich immerhin beteiligen …!

Die „himmlische“ Sachlage ist demnach klar: oben regiert und herrscht die Supergöttin, die „himmlische Königin“ mit ihrem Gefolge: Gott-Vater, dem „Jesuskind“ und einer lichtvollen Taube. Jede Königin braucht schließlich einen „Hofstaat“.

Diese „Visionen“ sind also satanisch, sie ersetzen die allerheiligste Dreifaltigkeit durch einen heidnischen Göttinnenkult, was einen kompletten Glaubensabfall darstellt, der sich in einem verführerischen, schein-katholischen, „marianischen“ Gewand präsentiert.

Heroldsbach ist eine klare Gotteslästerung und zugleich eine üble Verunehrung der wahren Gottesmutter, die sich selbst als „Magd des HERRN“ bezeichnete und dies für immer bleiben wird, auch als Königin der Engel und Heiligen. Maria ist die „Erste unter Gleichen“, das vorzüglichste aller Geschöpfe, weil sie den Erlöser geboren hat. Doch sie ist eben geschöpflich und keineswegs göttlich wie ihr Sohn – sie ist eine Voll-Erlöste, von Gott einzigartig begnadete Heilige, CHRISTUS hingegen ist unser Erlöser.

Es gereicht der Katholischen Kirche zur Ehre, daß sie keine „Erscheinung“ seit 2000 Jahren so „beinhart“ abgelehnt hat wie Heroldsbach: sowohl der Vatikan in Rom (in mehreren Verbots- Dekreten der Glaubenskongregation mit ausdrücklicher Zustimmung von Papst Pius XII.) wie auch der Bischof des Bistums Bamberg: alle „Seherinnen“ wurden exkommuniziert.

Alle Priester, die für Heroldsbach Reklame machten oder zum „Erscheinungsberg“ pilgerten, wurden suspendiert. Auch die Gläubigen wurden eindringlich davor gewarnt, nach Heroldsbach zu wallfahren. Zehntausende „Schäflein“ gingen in die Irre, wußten es „besser“ und mißachteten das Verbot.

Nachdem die Wallfahrten nach Heroldsbach trotz kirchlichem Nein jahrzehntelang weitergingen, glaubte der Bischof von Bamberg, die „unendliche Geschichte“ dadurch unter seine „Kontrolle“ zu bringen, daß er den Erscheinungsort flugs in eine „anerkannte Gebetsstätte“ umwandelte – nach der Devise: Erscheinung Nein, Gebetsort Ja.

Man fragt sich freilich, ob eine gotteslästerliche Erscheinung das passende Fundament für eine offizielle „Gebetsstätte“ sein kann, zumal wohl die wenigsten Pilger diesen feinsinnigen Unterschied nachvollziehen, wie die aktuellen Schlagzeilen und Vorgänge in Heroldsbach bestätigen.

Insofern ist dieser scheinbare „Ausweg“ ein Holzweg, eine vom Ergebnis her unverantwortliche Irreführung der Gläubigen, die dringend beendet werden sollte.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster  /  Mailkontakt: felizitas.kuble@web.de