Medien GOTTES?

KURIER der CHRISTLICHEN MITTE (Ausgabe Mai 2011)

www.christliche-mitte.de

Mediale Personen, sog. Sensitive oder „Medien“, treten auf als Mittler zwischen dem Jenseits und dem Diesseits, als Kanal kosmischer oder „göttlicher“ Heilkraft, als Channel von Botschaften und Prophezeiungen, die sich entweder plötzlich und überraschend in sog. Berufungserlebnissen oder durch okkulte Praktiken von jenseitigen Wesen empfangen.

In Deutschland wird die Medialität in der Esoterikszene praktiziert, die inzwischen Millionen Menschen erfaßt hat:

Schamanen treten als Geist- bzw. Wunderheiler, nachdem sie durch Geisterkult und „Initiation“, d.h. durch Einweihungsrituale, von einem „Schutz- oder Heilgeist“ in Besitz genommen worden sind, d.h. die erstrebte „Prossession§ – das ist Besessenheit – erreicht haben. Die äußeren Merkmale der Prossession sind neben der gabe, wunderheilungen zu vollbringen, die Gabe der Prophetie, der Telepathie, des Hellsehens, der Visionen und Auditionen, des Zungenredens und anderer okkulter Phänomene, die auch von Exorzisten bei Besessenen beobachtet werden.

Im Spiritismus werden die Geister Verstorbener herbeigerufen, um Antwort auf bestimmte Fragen und Botschaften zu erhalten. Eine Besucherin einer spiritistischen Sitzung schreibt an das CM-Archiv, daß sie einen „elektrischen Stromschlag“ erhielt und schrille, kreischende Stimmen hörte: „Dise Stimmen waren so fürchterlich, daß ich dachte, ich werde wahnsinnig. Ich begann flehentlich zu beten, und nach einer Stunde waren die Stimmen nicht mehr zu hören …

Aus dem Vortrag von Adelgunde Mertensacker: „Geist-Taufe oder Geistertaufe?“, den Sie als Hörkassette oder CD bestellen können bei: Anton Mourrer, Blumenstr. 30, 66126 Saarbrücken, Tel.: 06898-24669 (5 EUR plus Porto).

 


CE in der Krise

KURIER der CHRISTLICHEN MITTE (Mai-Ausgabe)

(www.christliche-mitte.de)

Die Charismatische Erneuerungbewegung (CE) innerhalb der evangelischen Kirche Deutschlands sei in einer Krise. Das stellte Superintendent Peter Heß fest, Mitglied im Leitungskreis der CE. Nach einer theologischen Aufarbeitung ihres Werdeganges habe sie aus ihren Fehlern gelernt und befinde sich zur Zeit in einer Phase der Ruhe.

Wer sich ein eigenes Urteil über die CE in der evangelischen und katholischen Kirche, ihre Anfänge und Entwicklung, bilden will, der bestelle die CM-Bestseller-Broschüre „Wunderheilungen und Ruhen im Geist“ von Adelgunde Mertensacker (94 Seiten, 1 Expl. 3 EUR, 2 Expl. 5 EUR) und die Sonderdrucke ihrer Vorträge in www.gloria.tv: „Zungenrede und Lobgesang“ und „Geisttaufe oder Geistertaufe?“ (je 1 EUR). Beide Vorträge können auch als Hörkassette oder CD bestellt werden bei Anton Mourer, Blumenweg 30, 66126 Saarbrücken, Tel. 06898-24669 (je 5 EUR plus Porto).


Heroldsbach und die „Himmelsvisionen“

Artikel von Felizitas Küble aus der katholischen Zeitschrift „Theologisches“ (Nr. 1-2/2008):

Heroldsbach ist seit einiger Zeit wieder in aller Munde. Der fränkische „Erscheinungsort“ wurde 1998 von Erzbischof Karl Braun zur diözesanen „Gebetsstätte“ erhoben, obwohl das strikte vatikanische Nein zu den „Erscheinungen“ von 1949 – Marienstatt-DSC_0111-31951 nach wie vor gilt. Wer von den Pilgern unterscheidet wohl fein säuberlich zwischen „Erscheinungsort“ und „Gebetsstätte“? 

Viele Heroldsbach-Anhänger werden sich vielmehr bestätigt fühlen nach der Devise: „Wir haben es ja immer schon gesagt …!“

Zugleich kam Heroldsbach in die Schlagzeilen, weil sich dort ein „Tränenwunder“ an einer Madonnenstatue ereignet haben soll. Während manche Augenzeugen von Unfug und Betrug sprechen, glauben andere unbeirrbar an ein „Wunder vom Himmel“. Zudem wurde die Gebetsstätte immer stärker von selbsternannten „Sehern“ (wie etwa Annegret Mewis aus Göttingen) umlagert, die ihre „Offenbarungen“ ständig in Wort und Schrift verbreiten.

Durch diese und andere Vorgänge (z.B. Einfluß der Medjugorje-Szene und der charismatischen Bewegung auf Heroldsbach) wird die Frage nach dem Ursprung dieses Erscheinungsorts immer brisanter und aktueller.

Daran scheiden sich die Geister 

Konzentrieren möchte ich mich auf einen speziellen Gesichtspunkt, der für die Klärung der „Echtheit“ von entscheidender Bedeutung ist, geht es doch um die „Himmelsvisionen“ der „Sehermädchen“ von Heroldsbach, zumal um ihre visionäre „Schau“ der allerheiligsten Dreifaltigkeit. Falls sich bei diesem für das Christentum absolut zentralen Glaubensinhalt schwerwiegende Irrtümer zeigen, ist die ganze „Erscheinungskiste“ im Eimer und die Erörterung weiterer Aspekte mehr oder weniger überflüssig.

Foto: Dr. Bernd F. Pelz

Foto: Bernd F. Pelz

Es scheint auch nach Jahrzehnten immer noch kein Info-Buch zu geben, das sich eingehend und ablehnend mit Heroldsbach befaßt. So kann man sich hierüber nur aus der „Fan-Literatur“ informieren.

Doch das Zitieren aus derart „unverdächtigen“ Quellen beinhaltet auch einen großen Vorteil: im Gegensatz zu kritischen Autoren kann diesen Verfassern nicht unterstellt werden, sie würden Heroldsbach allzu skeptisch oder gar „verzerrt“ darstellen. – Nein, diese Werbe-Bücher versuchen vielmehr, die damals so aufsehenerregenden Erscheinungsvorgänge ins schönste Licht zu tauchen.

Zur Fan-Literatur gehört auch der dicke Wälzer Reich der Mystik – die Botschaft von Heroldsbach von Norbert Langhojer (Verlag Arche Josef, Erstauflage 1971). Seine Ausführungen beruhen auf dem dreibändigen Werk des Pro-Heroldsbach-Theologen Dr. J. Walz und vor allem auf seiner eingehenden persönlichen Kenntnis der „Seher“:

„Der Verfasser kennt die mystischen Vorgänge unmittelbar durch die Schilderungen der Seherkinder und durch jahrelange Teilnahme an dem Geschehen. Durch den ständigen Umgang hatte er Gelegenheit, täglich aus ihrem Mund die Visionen in allen Einzelheiten zu erfahren und aufzuschreiben. Dabei wurden die Verhöre … manchmal bis zu drei und fünf Stunden ausgedehnt.“

Zunächst fällt auf, daß die „Marienerscheinungen mit Christkind“ einige erstaunliche Einzelheiten aufweisen: In der Regel trägt die „Madonna“ bei ihren unzähligen, drei Jahre anhaltenden „Erscheinungen“ eine große und majestätische Krone aus Gold, wohingegen der göttliche Erlöser (der fast immer nur im „Kleinformat“ als Baby, also in völliger Abhängigkeit von seiner Mutter auftaucht) sich meist mit einem kleinen goldenen Kronreif begnügen muß.

Degradiertes „Christkind“ zur Linken der „Madonna“

Doch damit nicht genug: die weibliche „Erscheinung“, die sich als „Rosenkönigin“ und „Himmelskönigin“ ausgibt, trägt das „Jesuskind“ nicht rechts auf dem Arm (vom Betrachter aus gesehen), wie es natürlich wäre, sondern links. Da Christus zur „Rechten des Vaters“ sitzt, darf man sich fragen, was diese „linke“ Abwertung zu bedeuten hat. Selbst der Heroldsbacher Schwarmgeist Langhojer gerät etwas ins Grübeln und schreibt auf S. 18: 0013

„Da ihm (Jesuskind) aufgrund seiner göttlichen Natur der „Ehrenplatz“ gebührt, ist es auffallend, daß es nicht an der bevorzugten rechten, sondern an der linken Seite der Mutter sichtbar wird.“  –  Aber bei einem Erscheinungsgläubigen ist ob solcher Rätsel der gute Rat bzw die passende Ausrede nicht ferne: Weil es nunmal bei diesen Erscheinungen um die Gnadenvorzüge Mariens gehe, „kommt dem Kind noch keine eigenständige, von der Mutter losgelöste Bedeutung bei.“ – Aha!

Auch der „heilige Josef“, der sich zuweilen bei den „Erscheinungen“ ein Stelldichein gibt, hat bei dieser merkwürdigen „Allmachtsmutter“ nicht viel zu melden. Selbst der Autor kommt nicht umhin, hier von „Eigentümlichkeiten“ (S.84) zu sprechen und mitzuteilen:

„Das auffallendste Kennzeichen ist das Braun seines Mantels. Ein Seherkind bemerkt dazu noch ein graues Unterkleid … Nach der Farbenlehre entsteht Braun aus Gelb und beigemischtem Schwarz … Die Barhäuptigkeit des hl. Josef weist auf seine dienende Stellung hin.“ – In dieser „Stellung“ würde er sich „Maria unterordnen“.

Wegen der „dienenden“ Stellung des hl. Josef reicht also ein brauner Mantel und ein graues Unterkleid (wahrlich keine liturgischen Farben …), wogegen die „Madonna“ in strahlendem Weiß und goldener Königskrone aufkreuzt, nicht zu vergessen die teils goldigen und teils farbigen Rosen auf den Füßen der „Rosenkönigin“.

Der hl. Josef war in Wirklichkeit das Familienoberhaupt der Heiligen Familie. Gerade wegen der Vorbildhaftigkelt der hl. Familie, aber auch aufgrund biblischer Hinweise kann dies nicht anders festgestellt werden. (So hat zB. der Engel nicht Maria, sondern Josef über die drohende Gefahr informiert und zur Flucht nach Ägypten aufgefordert.) Die respektlose Herabwürdigung des Pflegevaters Christi ausgerechnet in „frommen“ Marianerkreisen scheint eine spezielle Form „katholischen“ Emanzentums zu sein?!

„Im Himmel ist es viel schöner…“

Nun zur Sache selbst, zur christlichen Dreieinigkeits-Lehre, wobei diese bisherige „Einleitung“ schon recht vielsagend sein mag:

Ab S. 145 schildert uns der Autor die „Himmelsvision“ der Seherinnen, die es in sich hat, wenngleich sie mit den banalen Worten der „Rosenkönigin“ beginnt: „Im Himmel ist es viel schöner als hier auf Erden.“ – Wer hätte das gedacht?! Schon dieser besonderen „Offenbarung“ wegen lohnte sich das Erscheinen der „Himmelskönigin“…

Hier nun die „himmlische Schau“ der „begnadeten Mädchen“ (S.147):

„Die Mutter Gottes schwebt in den offenen Himmel hinein. Drei Engel kommen ihr entgegen und geleiten sie zu einem herrlichen Thron …Die Mutter Gottes setzt sich auf der einen Seite des langen Thronsitzes nieder und hat jetzt ein goldenes Szepter in der Hand. Im gleichen Augenblick wird rechts neben ihr die heiligste Dreifaltigkeit sichtbar…

Gott-Vater und Gott-Sohn stellen sich in menschlicher Gestalt dar. Über beiden schwebt der Hl. Geist in Gestalt einer Taube. Der Sohn sitzt zur Rechten des Vaters, der in der Hand einen goldenen Stab hält. Beide tragen eine goldene Krone, gleich der Mutter hat auch Gott-Sohn ein Attribut in seiner Hand. Es ist die Erdkugel mit einem Kreuzchen darauf.“

Hier scheint es sich um eine theologischerseits bislang unbekannte Vierfaltigkelt zu handeln: Maria, Gott-Sohn, Gott-Vater und der Hl. Geist. Während sich Gott-Vater mit einem goldenen Stab (Hirtenstab?) begnügt, trägt diese reichlich selbstbewußte „Madonna“ ein goldenes Szepter in ihrer Hand, Symbol von Herrschaft, Regierungsgewalt und Macht.

Die göttliche Dreieinigkeit darf sich zwar auf dem „langen Thronsitz“ immerhin noch niederlassen, doch zu melden hat es hier offenbar die „Rosenkönigin“ in ihrem himmlischen Regiment. Neudeutsch würde man sagen: diese „Himmelsmutter“ hat wohl die Hosen an!

Im übrigen erinnert man sich an die ganz anders geartete „Himmelsvision“ des Erzmärtyrers Stefanus, der sterbend und seinen Peinigern vergebend die Worte sprach: „Ich sehe den Himmel offen und den Menschensohn zur Rechten Gottes.“ (Apg. 7,56).

Von einer „Rosenkönigin“ zur Linken Gottes ist hier nicht die Rede!

Wer nun meint, diese Heroldsbacher Himmelsschau sei das Ende der Fahnenstange bzw der christlichen Dreifaltigkeitslehre, darf sich eines noch Schlechteren belehren lassen – und zwar auf S. 199 mit einer erneuten Vision der „Dreieinigkeit“.

Großer Thron für Maria, kleiner für Christus

„In der Höhe des himmlischen Lichtes wird ein goldener Thron sichtbar, der mit leuchtenden Edelsteinen geziert ist. Die Mutter Gottes segnet und schwebt empor. Sie setzt sich auf den herrlichen Thron und hat ein goldenes Szepter in ihrer Hand. Neben ihr wird ein zweiter Thron sichtbar, welcher der Größe des Jesuskindes entspricht.“

Der Thron Christi ist also viel kleiner, er entspricht eben der „Größe des Jesuskindes“… Warum sollte Christus denn als auferstandener und verklärter Herr, als „Weltenrichter“ und glorreicher Gott erscheinen, wenn doch auch das Babyformat ausreicht?!

Bei der „ersten Himmelsvision“ war schon eine Degradierung der göttlichen Dreieinigkeit gegenüber der „Rosenkönigin“ erkennbar, hier wird dem gottlosen und gotteslästerlichen (!) Treiben noch eins draufgesetzt – und zwar auf S. 253 mit der dritten Dreieinigkeits-Szenerie:

„Gott-Vater hält ein goldenes Szepter und Gott-Sohn eine Weltkugel in der rechten Hand. Daneben ist die himmlische Königin in blauem Mantel und mit goldener Krone sichtbar. Sie sitzt auf einem Thron, bei dem die Apostel erscheinen mit Feuerflammen über dem Haupt. Die Kinder singen ein Dreifaltigkeitslied, worauf die Gottheit und die Apostel entschwinden.“

Einerseits hat Gott-Vater hier kleine Fortschritt zu verzeichnen (er darf sogar ein Szepter tragen…und wird insofern der „Rosenkönigin“ auch mal ebenbürtig), andererseits – und das ist wichtiger – besteht hier die „Gottheit“ in ihrer Dreiheit aus Gott-Vater, Gott-Sohn und der „himmlischen Königin“. Der Heilige Geist hat offenbar seinen Geist aufgegeben und ist verschwunden.

Doch bei dieser blasphemischen Vision hat ER ohnehin nichts zu suchen – diese Darstellung ist wahrlich von allen guten Geistern verlassen.

Nun zur vierten „Dreifaltigkeitsvision“ (S. 255). Wiederum erscheint „in der Höhe die heiligste Dreifaltigkeit auf dem Thron“ (also wohl wieder der Schöpfer, Jesus und Maria …).

Sodann heißt es: „Elf Männer umgeben den Thron. Einer sagt: „Wir sind die Apostel.“ – Nachdem zuerst der Heilige Geist „entsorgt“ wurde, muß jetzt auch einer der 12 Apostel dran glauben … Im übrigen ist die 11 eine Symbolzahl der gottlos-esoterischen Freimaurerei.

Blasphemische „Dreifaltigkeit“ in einer Vision 

Die satanisch-blasphemische Demonstration erreicht bei der 5. Himmelsvision vom 4. April 1950 ihren Höhepunkt, was der schwärmerische Verfasser immer noch nicht bemerkt, der diesen Teufelsspuk in seiner grenzenlosen Verblendung weiterhin verherrlicht (S. 265). Er beschreibt, daß das „Jesuskind“ sich unten bei den „Sehermädchen“ aufhält – und denen tut sich dann wie folgt der „Himmel“ auf:

„In der Höhe erscheint Gott-Vater mit dem Hl. Geist. Neben dem freien Platz auf dem Thron sitzt die himmlische Königin mit einem Szepter in der Hand. Sie segnet mit Gott-Vater und dem Jesuskind, wobei die licht-weiße Taube den Segen in Kreuzform schwebt… Das Jesuskind segnet und schwebt empor.“

Die neue „Dreifaltigkeit“ ist jetzt absolut festgezurrt: das „Jesuskind“ gibt sich in Heroldsbach ein Stelldichein mit den „Seherinnen“. Folglich sind „oben“ noch Drei „übrig“: Gott-Vater, sodann die offensichtliche Hauptperson, nämlich die „himmlische Königin“ mit dem „Szepter“ als Zeichen der Herrschaft und Macht – sowie der Heilige Geist. Diese Drei erteilen also den Segen, eine Handlung, die das „Jesuskind“ unten am Birkenwald mitvollzieht, um danach „emporzuschweben“.

Interessanterweise heißt es: „Sie segnet mit Gott-Vater“, also scheint sie die eigentlich „Segnende“ zu sein, aber Gott-Vater darf sich immerhin beteiligen …!

Die „himmlische“ Sachlage ist demnach klar: oben regiert und herrscht die Supergöttin, die „himmlische Königin“ mit ihrem Gefolge: Gott-Vater, dem „Jesuskind“ und einer lichtvollen Taube. Jede Königin braucht schließlich einen „Hofstaat“.

Diese „Visionen“ sind also satanisch, sie ersetzen die allerheiligste Dreifaltigkeit durch einen heidnischen Göttinnenkult, was einen kompletten Glaubensabfall darstellt, der sich in einem verführerischen, schein-katholischen, „marianischen“ Gewand präsentiert.

Heroldsbach ist eine klare Gotteslästerung und zugleich eine üble Verunehrung der wahren Gottesmutter, die sich selbst als „Magd des HERRN“ bezeichnete und dies für immer bleiben wird, auch als Königin der Engel und Heiligen. Maria ist die „Erste unter Gleichen“, das vorzüglichste aller Geschöpfe, weil sie den Erlöser geboren hat. Doch sie ist eben geschöpflich und keineswegs göttlich wie ihr Sohn – sie ist eine Voll-Erlöste, von Gott einzigartig begnadete Heilige, CHRISTUS hingegen ist unser Erlöser.

Es gereicht der Katholischen Kirche zur Ehre, daß sie keine „Erscheinung“ seit 2000 Jahren so „beinhart“ abgelehnt hat wie Heroldsbach: sowohl der Vatikan in Rom (in mehreren Verbots- Dekreten der Glaubenskongregation mit ausdrücklicher Zustimmung von Papst Pius XII.) wie auch der Bischof des Bistums Bamberg: alle „Seherinnen“ wurden exkommuniziert.

Alle Priester, die für Heroldsbach Reklame machten oder zum „Erscheinungsberg“ pilgerten, wurden suspendiert. Auch die Gläubigen wurden eindringlich davor gewarnt, nach Heroldsbach zu wallfahren. Zehntausende „Schäflein“ gingen in die Irre, wußten es „besser“ und mißachteten das Verbot.

Nachdem die Wallfahrten nach Heroldsbach trotz kirchlichem Nein jahrzehntelang weitergingen, glaubte der Bischof von Bamberg, die „unendliche Geschichte“ dadurch unter seine „Kontrolle“ zu bringen, daß er den Erscheinungsort flugs in eine „anerkannte Gebetsstätte“ umwandelte – nach der Devise: Erscheinung Nein, Gebetsort Ja.

Man fragt sich freilich, ob eine gotteslästerliche Erscheinung das passende Fundament für eine offizielle „Gebetsstätte“ sein kann, zumal wohl die wenigsten Pilger diesen feinsinnigen Unterschied nachvollziehen, wie die aktuellen Schlagzeilen und Vorgänge in Heroldsbach bestätigen.

Insofern ist dieser scheinbare „Ausweg“ ein Holzweg, eine vom Ergebnis her unverantwortliche Irreführung der Gläubigen, die dringend beendet werden sollte.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster  /  Mailkontakt: felizitas.kuble@web.de

 


Die „Botschaften“ von Amsterdam, die Kirche und die „Frau aller Völker“

Von Felizitas Küble

Manche Katholiken betonen, daß die „Erscheinungen von Amsterdam“ kirchlich anerkannt seien, weil der gegenwärtige Ortsbischof von Haarlem diese befürwortet.

Dabei wird übersehen, daß diese angebliche „Privatoffenbarung“ jahrzehntelang nicht „nur“ vom zuständigen niederländischen Diözesanbischof, sondern mehrfach vom Hl. Offizium (der Vorgängerin der Glaubenskongregation) sowie von den Kardinälen Seper und Ratzinger in ihrem Amt als Präfekten der Glaubenskongregation offiziell abgelehnt wurden.media-377708-2

Hier folgen die einzelnen amtlichen Schritte:

Am 25.6.1955 erklärte die diözesane (vom Ortsbischof beauftragte) Untersuchungskommission einstimmig zu „Amsterdam“:

Die Botschaften kommen nicht vom Himmel. Auf solche Weise hat die heilige Jungfrau sich noch nie offenbart. Wir erkennen daher, daß diese Botschaften lediglich einen natürlichen Ursprung haben.“

Am 7.5.1956 erinnerte Bischof Huibers erneut an das Urteil der Kommission und fügte hinzu: „Die öffentliche Verehrung des Bildnisses der „Frau aller Völker“ ist nicht erlaubt.“

Nachdem die Propaganda für „Amsterdam“ weiterging, wandte sich Bischof Huibers hilfesuchend an das Hl. Offizium in Rom. Dieses erklärte sodann nach längerer Prüfung am 6.4.1957, daß der Bischof von Haarlem „sehr weise und vernünftig“ vorgegangen sei.Advocata

Der Vatikan stellte überdies fest, daß „Schriften und Broschüren über diese Sache keine kirchliche Genehmigung erhalten können“.

Doch die Anhänger von „Amsterdam“ gaben nicht auf und veröffentlichten Bücher über dies Phänomen ohne kirchliche Erlaubnis. Zudem verlangten sie eine erneute Untersuchungskommission. Im Auftrag des Papstes erklärte das Hl. Offizium am 25.8.1961, daß das „Nein“ des Vatikans endgültig sei:

Das Hl. Offizium sieht keine Veranlassung, seine nach reiflicher Überlegung erlangte Entscheidung zurückzuziehen; sie betrachtet die ganze Frage als abgeschlossen. Der Oberste Hirte bittet daher die verehrten Professoren darum, Abstand von einer neuerlichen Untersuchung zu nehmen, da es sich – unter Einbeziehung der vollen Kenntnis der Fakten – um eine Verfügung des Hl. Stuhls handelt.“

Am 25.5.1974 erklärte die Glaubenskongregation angesichts der anhaltenden Werbung der Amsterdam-Anhängerschaft:

Als Folge weiterer Entwicklungen undnach einer neuen und gründlicheren Prüfung des Falles befestigt die Glaubenskongregation mit dieser Notifikation das bereits von kompetenten kirchlichen Autoritäten ausgesprochene Urteil und fordert Priester und Laien auf, alle Formen von Propaganda für die angeblichen Erscheinungen und Botschaften derFrau aller Völker“ einzustellen.“

Diese amtliche Notifikation wurde von Kardinal Joseph Ratzinger am 2.4.1987 erneut bestätigt, indem er die „Botschaften“ der sog. „Frau aller Völker“ verurteilte und sowohl ihre Verehrung wie auch das „Gebet“ bzw. die Anrufung zur „Frau aller Völker“ untersagte.

Ausführlichere Infos dazu in der Zeitschrift „Theologisches“ (Nr. 4/2005); hier gibts diesen fundierten Artikel von Hildegard Alles online: http://de.gloria.tv/?media=24933


„Gospa“ oder Kirche: Wem folgen?

Nach den 1981er Botschaften in Medjugorje muss jedes Kirchenglied verdammt sein, der nicht an den Glauben festhält, den die Erscheinung in Medjuigorje verbreitet. –  Der Inhalt des Glaubens, den die Erscheinung in Medjugorje im Jahr 1981 verkündete, besteht darin, dass nicht die Kirche Gottes Reich auf Erden sei, sondern die Religionen  –  und dass auch die protestantische Kirchenobrigkeit das Priestertum mit den entsprechenden Vollmachten besitze. Zudem sollen die Franziskaner laut Gospa den Glauben des Volkes hüten statt den Glauben der Kirche. Sodann fordert Vicka in ihrem Hochmut,  dass die Erscheinung jemanden schlage und lähme und sie wird für diese unglaubliche Bosheit nicht einmal zurechtgewiesen …

Dann sei noch anzumerken, dass die Seher zu dieser Zeit sozusagen null Ahnung hatten, was der katholische Glaube beinhaltet. Und sie empfangen nicht einmal einen Katechese-Unterricht von der „Erscheinung“, sondern werden von ihr sogar angehalten, fest zu ihrem Glauben stehen, der nicht katholisch war.

Oder wenn die Erscheinung sagt, die Seher könnten auf Laster wie Alkohol und Rauchen verzichten, wenn sie fasten; sie können, wenn sie wollen, aber sie müssen nicht, wenn sie nicht wollen! Statt die Seher aufzufordern, sich von diesen Lasternzu  trennen und sich zu heiligen, werden sie darin noch bestärkt.

Ist das wirklich die Muttergottes?

Wenn ja, dann will ich mit dieser „Muttergottes“ nichts zu tun haben!

Ich will nur mit der Muttergottes zu tun haben, die sagt „Was er euch sagt, das tut!“  –  und wie die Kirche sie verkündet!

Ich will jeden Anhänger dieser Erscheinung von Medjugorje bitten, sich von dieser kirchenfeindlichen Erscheinung zu trennen und der wahren Muttergottes anzuhängen, die niemals Irrlehren verbreitet, der Mutrtergottes, die die Kirche fördert, die uns dazu anhält, uns zu heiligen …

Die Medjugorjaner sagen, wir sollen die Botschaften der „Gospa“ leben. Soll ich etwa ihre Botschaften leben, indem ich z.B. verbreite, dass alle Religionen Gottes Reich sind, dass die protestantischen Pastoren Priester mit priesterlichen Vollmachten sind, dass wir den Volksglauben vertreten statt den kirchlichen und und und?

Wohin wollen die Medjugorjaner uns überhaupt hinleiten?

Man kann nicht einerseits die irrlehrende Erscheinung von Medjugorje und ihre häretischen Botschaften vertreten und andererseits die katholische Kirche und ihre Lehren  – das funktioniert nicht!

Man muss sich schon entscheiden: Pro „Gospa“ oder pro Kirche! Beides ist nicht möglich!

Stepjan Vucina


Pater Gaudron über Alan Ames und seinen Aufritt in Regensburg

Die irrgeistige Botschaft des charismatischen Wunderheilers

Von Pater Gaudron

Am 16. September 2005 war Alan Ames zu einem Heilungsgottesdienst in Regensburg angereist. Man stellte ihm die große Dominikanerkirche zur Verfügung, die mit schätzungsweise 300 – 400 Menschen auch gut gefüllt war. Nach einem Flugblatt des Miriam-Verlags, der alle Schriften von Ames im deutschen Sprachraum vertreibt, wurde dieser 1953 in England geboren und wanderte später mit seiner Frau nach Australien aus, wo er heute lebt.

Der Abend gestaltete sich folgendermaßen: Zuerst wird der Rosenkranz gebetet, dem eine hl. Messe folgt. Es handelt sich um eine Konzelebration von fünf Priestern, die mit charismatischen, zur Gitarre gesungenen Liedern begleitet wird. Das Publikum scheint im allgemeinen fromm und eher konservativ zu sein. Fast alle knien während des Hochgebets und zum „Herr, ich bin nicht würdig“, eine ganze Reihe empfängt die hl. Kommunion in den Mund. Nach Aussage einer Dame, die sich auskennt, gehören viele von ihnen zu einem festen Kreis, der sich immer bei solchen katholisch-charismatischen Veranstaltungen trifft.

 Nach Abschluß der Messe tritt Herr Ames auf. Er hält zunächst einen Vortrag von einer knappen Stunde, in der er von seiner Bekehrung und seinen Erlebnissen mit den Heiligen, der Muttergottes und Christus selbst erzählt. Er habe eine gut katholische irische Mutter gehabt, die versucht habe, ihn katholisch zu erziehen.

Bekehrung aufgrund von „Erscheinungen“

Trotzdem habe er ein sehr schlechtes Leben mit Diebstahl, Gewalt und Drogen (vor allem Alkohol) geführt. Mit 40 Jahren habe er sich dann auf die Erscheinungen von Engeln und Heiligen hin bekehrt und lebe seitdem nur noch für die Verbreitung des Glaubens. Walberberg-DSC_0311-2-2-7

Fast alles, was Herr Ames sagt, erscheint gut katholisch. Man kann sich sogar fragen, wann in Regensburg zum letzten Mal eine Predigt mit so katholischem Inhalt gehalten worden ist.

Die hl. Theresia von Avila habe ihm mit der Hölle gedroht, wenn er sich nicht bekehre, und er habe täglich drei Rosenkränze (den ganzen Psalter) beten müssen. Die Gottheit Christi, die Größe der hl. Kommunion und die Wichtigkeit der Beichte kommen unmißverständlich zum Ausdruck. Auch die Bedeutung des Priestertums wird in einer Weise hervorgehoben, die man sonst wohl selten hört: Ein Rosenkranz, den Ames verteilt, müsse zuerst vom Priester gesegnet werden, dann erst segne ihn die Muttergottes: Die Muttergottes habe sich in der Kathedrale von Perth sogar vor einem vorbeigehenden Priester niedergekniet usw.

Scheinen solche Worte nicht ein Siegel der Echtheit der Visionen von Herrn Ames zu sein? Müssen solche Phänomene nicht von Gott stammen?

Leiden und Trübsal abgeschafft

Zugegeben  –  wer die katholischen Kriterien zur Unterscheidung echter mystischer Phänomene von falschen nicht kennt, dürfte sich schwer tun, in Herrn Ames den falschen Mystiker zu erkennen, denn es ist ja alles so fromm.

Mit Hilfe dieser Kriterien sieht man aber schnell, daß seine Botschaft nicht von Gott kommen kann. Da ist zuerst das praktisch völlige Fehlen des Kreuzes. Die Botschaft, die Alan Ames und andere Charismatiker (wie z. B. der indische Priester P. Joseph K. Bill) ihren Zuhörern unaufhörlich eintrichtern, lautet: Ihr müßt euch nur bekehren, die Sünde meiden und intensiv beten, dann werdet ihr von euren Krankheiten geheilt und es geht euch immer gut.

Der Zelebrant der Messe hatte in seiner kurzen Predigt den springenden Punkt kurz gestreift, als er bemerkte, es gebe auch Christen, die meinten, man müsse Christus vor allem in Kreuz und Leid nachfolgen. Aber, so fuhr er fröhlich fort, auf der anderen Seite habe Christus am Kreuz ja schon alle unsere Leiden auf sich genommen.

Das ist typisch protestantisch: Christus hat schon alles gelitten, für uns bleibt nichts mehr zu leiden übrig.  –  So sieht es Herr Ames ausdrücklich als ein Zeichen mangelnden Glaubens an, wenn wir uns manchmal traurig und einsam fühlen und es uns nicht immer gutgeht.

Ein wahrer Katholik muß scheinbar ständig Alleluja singen. Wenn man bedenkt, durch welche Prüfungen und Leidensnächte die Heiligen gehen mußten, dann erscheint eine solche Botschaft geradezu grotesk. „Welcher Heilige ist in der Welt ohne Kreuz und Trübsal gewesen?“, fragt die Nachfolge Christi (II, 12).

Hat nicht Christus uns aufgefordert, täglich unser Kreuz auf uns zu nehmen, wenn wir ihm nachfolgen wollen? Über den hl. Paulus sagte er zu Ananias: „Ich will ihm zeigen, wieviel er um meines Namens willen leiden muß“ (Apg 9,16), und Paulus selbst lehrte die Christen, „daß wir durch viele Trübsale in das Reich Gottes eingehen müssen“ (Apg 14,21).

Was ist denn, wenn jemand nicht geheilt wird oder es ihm nach Beichte und Gebet nicht spürbar besser geht? Es besteht mindestens die Gefahr, daß durch solche Botschaften die Religion zu einer Art „Methode zum glücklich werden“ degradiert wird, ähnlich wie die Fitneß- oder Wellness-Welle.

Eine Halleluja-Religion ohne das Kreuz

Eine Religion, die nur praktiziert wird, damit es einem gut geht, ist aber nichts anderes als Egoismus und gleicht dem heidnischen Götzendienst. Darum nimmt Gott seinen Gläubigen oft den fühlbaren Trost, damit sie lernen, ihm selbstlos zu dienen.

Das Buch Nachfolge Christi sagt hierzu: „Wer auf der Welt würde nicht gern Trost und geistliche Freude hinnehmen, wenn er sie immer haben könnte? Die geistlichen Tröstungen übertreffen alle Vergnügungen der Welt und alle Freuden der Sinne. … Doch kann niemand diese geistlichen Tröstungen jederzeit beliebig verkosten“ (II, 10). „Jesus hat jetzt viele, die sein himmlisches Reich gern erben möchten, aber wenige, die auf Erden sein Kreuz tragen wollen. Er hat viele, die nach Trost, aber wenige, die nach Trübsal verlangen … Alle möchten sich mit ihm freuen, aber wenige wollen für ihn etwas leiden. Viele folgen Jesus bis zum Brechen des Brotes, aber wenige bis zum Trinken des Leidenskelches. Viele rühmen seine Wunder, aber wenige teilen mit ihm die Schmach des Kreuzes … Muß man nicht alle als Lohnarbeiter ansehen, die immer nur nach Tröstungen haschen? Wenn sie immer auf ihren Vorteil bedacht sind, beweisen sie dadurch nicht, daß sie mehr sich selbst als Christus lieben?“ (II,11).

Zweifellos ist der Glaube auch der Weg – und sogar der einzige Weg – zu einem wahren und beständigen Glück, aber dieses besteht in dieser Welt nicht ohne das Leid. Das Paradies ist verloren und kann nicht wiederhergestellt werden. Die Botschaft, es in dieser Welt immer gut haben zu können, ist eine antichristliche Botschaft!

Eine „Mystik“ ohne Askese

In der Broschüre des Myriam-Verlags findet sich ein Interview mit Alan Ames, in dem er an einer Stelle vom Leiden spricht. Er sagt, der HERR würde jetzt oft sein Leiden mit ihm teilen, und er hätte dann große Schmerzen, gleichzeitig aber tiefe Freude und tiefen Frieden.

Gewiß sind solche Phänomene aus dem Leben der Heiligen bekannt, aber es handelt sich hier um die höchsten Stufen der Mystik. Die charismatische Bewegung stellt den Versuch dar, in die Mystik einzusteigen, ohne vorher die nötige Reinigung und Askese zu durchlaufen.

Was hier als Gotteserfahrung und Begeisterung durch den Heiligen Geist ausgegeben wird, ist jedoch nur eine sinnliche und emotionale Erregung, die durch stimmungsvolle Lieder, Suggestion von seiten der Prediger und das Gemeinschaftserlebnis hervorgerufen wird.

So behauptet Herr Ames, von einem Leben ohne Gott sofort auf die höchsten Stufen der Mystik geführt worden zu sein. Er verkehrt wie selbstverständlich mit den Engeln und Heiligen, mit der Muttergottes und Christus selbst und hat sogar ein Leben Jesu geschrieben (Mit den Augen Jesu), das ihm diktiert worden sein soll und in dem der Heiland selbst in der Ich-Form sein Leben erzählt. Eine an Sentimentalität und Rührseligkeit nur schwer zu übertreffende Passage aus diesem Buch läßt er zum Abschluß seines Vortrags vorlesen.

Die großen Lehrer der Mystik erklären dagegen alle, daß die Seele erst großmütig durch viele Prüfungen, Leiden und Versuchungen hindurchgehen muß, bevor sie zur mystischen Vereinigung mit Gott gelangt. Der hl. Johannes vom Kreuz, der wegen seiner Darlegungen auf diesem Gebiet zum Kirchenlehrer erhoben wurde, spricht von den zwei Nächten der Sinne und des Geistes, die meist jahrelang dauern und durch die Gott die Seele gründlich von ihren Fehlern und Anhänglichkeiten reinigt.

Diese Reinigungen vollziehen sich unter dem Einfluß der Gaben des Heiligen Geistes, der hier gerade nicht Freude und Begeisterung, sondern Trockenheit und Trostlosigkeit bewirkt. Visionen von Engeln und Heiligen gehören zudem nicht zum normalen Weg der Gottesvereinigung, wie es Herr Ames zu meinen scheint, sondern sie sind außerordentliche Phänomene, die auch nicht alle Heiligen hatten.

 Überhaupt spricht die Selbstsicherheit von Herrn Ames allen Aussagen der Heiligen Hohn. Die hl. Theresia von Avila war sich nicht sicher, ob alle ihre Visionen von Gott kamen, aber Herr Ames ist sich völlig sicher, daß nur Gott aus ihm spricht und handelt. Der hl. Johannes vom Kreuz lehrt in seinem Buch Empor den Karmelberg, das man allen Charismatikern zur Pflichtlektüre geben müßte, sogar ausdrücklich, daß man Visionen und außerordentliche Phänomene ablehnen und sich dagegen wehren müsse, da man sonst nur zu leicht der Täuschung und Irreführung durch die eigene Phantasie und durch den Teufel verfallen wird.

Zurschaustellung mystischer Erlebnisse

Die wahren Mystiker haben ihre außerordentlichen Erlebnisse nur sehr zurückhaltend und widerstrebend anderen geoffenbart. Oft schrieben sie diese nur im Gehorsam gegenüber dem Beichtvater oder den Oberen nieder. Die hl. Katharina Labouré, die von der Muttergottes die wunderbare Medaille erhielt, verbarg ihre Erscheinungen so sehr vor ihren Mitschwestern, daß diese zu ihren Lebzeiten nichts davon ahnten. Über den hl. Pfarrer v. Ars sagte dessen langjährige Mitarbeiterin Katharina Lassagne:

 „Die Menschen, die ihm am nächsten kamen, wußten fast nichts über seine übernatürlichen Gaben.“

Die Offenbarungen über die hl. Messe, die P. Reus erhielt, wurden von diesem im Gehorsam niedergeschrieben und erst nach seinem Tod veröffentlicht. Oder denken wir an Schwester Lucia von Fatima, die in ein strenges Kloster eintrat und ein vor der Öffentlichkeit vollkommen verborgenes Leben führte, aus dem sie nur auf ausdrückliche Wunsch der Päpste und Oberen sehr selten heraustrat.

Es ist dagegen den falschen Mystikern eigen, aus ihren Offenbarungen ein großes Theater zu machen und sich geistliche Funktionen anzumaßen, die ihnen nicht zustehen. Haben etwa eine hl. Bernadette von Lourdes oder die Kinder von Fatima ihre Erscheinungen vermarktet, vor ständig wechselndem Publikum Vorträge gehalten und ihren Zuhörern die Hände aufgelegt? Dies tun die sog. Seher in Medjugorje und eben auch Alan Ames. Trotz seiner demütigen Reden darf man die Tatsachen nicht vergessen: Er hat seine Arbeit aufgegeben und reist dafür in der ganzen Welt umher.

Es sind regelrechte Tourneen, in denen er wie ein Star von Ort zu Ort reist und sich als charismatisch begnadeten Seher und Wunderheiler präsentiert. Er hat zudem eine ganze Reihe von Büchern geschrieben, die in der ganzen Welt verkauft werden und in denen er von seinen Visionen berichtet sowie zu allen Fragen des Glaubens und der Mystik Stellung nimmt. Das Geschäft läuft.

Wie sind aber die Visionen, die er zu haben vorgibt, zu erklären? Sind sie Betrug, Einbildung oder auf dämonische Einflüsse zurückzuführen? Es ist zumindest nicht von vorneherein ausgeschlossen, daß Herr Ames, der – wie er selber zugibt – in seiner Jugend in Kirchen gestohlen hat, sich jetzt auf diese weniger gefährliche Weise seinen Lebensunterhalt verdient. Aber natürlich sind auch Halluzinationen (vielleicht bedingt durch seinen früheren Alkoholismus, denn dieser verursacht Schäden im Gehirn) oder dämonische Vorspiegelungen möglich.

Katholisch werden  –  nicht nötig

Eines der wichtigsten Kriterien zur Beurteilung der Echtheit von Visionen und Privatoffenbarungen ist deren Übereinstimmung mit dem katholischen Glauben. Wir haben schon einige Punkte gesehen, in denen Alan Ames von der katholischen Lehre abweicht. Ganz offensichtlich wird es an einer Stelle des Interviews, das in der genannten Broschüre zu lesen ist.

Auf die Frage „Ist es absolut nötig, katholisch zu werden?“, antwortet Herr Ames klar und deutlich: „Das ist es nicht.“  –  Gott liebe die Protestanten, „wie er die Katholiken liebt“. Freilich solle man versuchen, die Andersgläubigen zur Fülle der Wahrheit zu führen, die nur in der katholischen Kirche zu finden ist, aber wenn die Menschen diese Fülle nicht annehmen wollten, halte das Gott keineswegs davon ab, sie zu lieben und sie heilen zu wollen.

Diese Aussagen erinnern an das berühmte „subsistit in“ des 2. Vatikanischen Konzils (Lumen gentium 8), nach dem die Kirche Christi nicht mit der katholischen Kirche identisch ist, sondern nur in dieser subsistiert. Die katholische Kirche hat die Fülle der Wahrheit und Heilsgüter, die anderen Konfessionen und Religionen nehmen daran teil – so lautet wenigstens eine weitverbreitete Auslegung.

Ames ist ein treuer Mystiker der nachkonziliaren Kirche, und darum kann sein Heimatbischof schreiben: „Was Herr Ames sagt und schreibt, ist einfach, solide und widerspricht in keinerlei Weise der rechten Lehre der Kirche.“  – Nun sagt allerdings selbst das II. Vatikanum nirgendwo, es sei nicht nötig, in die katholische Kirche einzutreten. In LG 14 findet sich sogar der Satz:

 „Darum könnten jene Menschen nicht gerettet werden, die um die katholische Kirche und ihre von Gott durch Christus gestiftete Heilsnotwendigkeit wissen, in sie aber nicht eintreten oder in ihr nicht ausharren wollten.“

Die nachkonziliaren Bischöfe und Priester, die Konversionen zur katholischen Kirche für unnötig halten, berufen sich darum nicht so sehr auf das Konzil selbst, sondern vielmehr auf den „Geist des Konzils“. Der Geist, der Alan Ames führt, ist also der „Geist des Konzils“, ein Geist, der allerdings nach den Worten Kardinal Ratzingers (heute als Benedikt XVI. feliciter regnans) in Wirklichkeit ein „Ungeist“ ist.(1) Diese eine Behauptung von Alan Ames, es sei nicht unbedingt nötig, katholisch zu werden, genügt im Grunde völlig, um ihn als falschen Mystiker zu entlarven.

Es stimmt auch nicht, daß Gott alle Menschen gleich liebe, wie Ames ständig behauptet. Zweifellos liebt Gott alle Menschen. Diese Liebe zeigt sich vor allem darin, daß er sie zur ewigen Seligkeit berufen hat und ihnen alle Gnaden und Mittel gibt, die sie brauchen, um dieses Ziel erreichen zu können. Daß Gott alle Menschen aber gleich liebe, ist offenbarer Unsinn. Selbstverständlich liebt er die Muttergottes mehr als die übrigen Menschen, einen Gerechten mehr als einen Sünder und jemanden, der die Wahrheit der katholischen Kirche erkennt und in sie eintritt, mehr als einen anderen, der die gleiche Wahrheit erkennt und trotzdem nicht katholisch wird. Auch gibt Gott zwar allen Menschen genügend und sogar übergenügend viel Gnade, aber er schenkt nicht allen das gleiche Maß an Gnade, so wie er auf der natürlichen Ebene auch nicht allen die gleichen Fähigkeiten und Kräfte schenkt.

Die Handauflegung zur Heilung

Nach dem Vortrag wird das Allerheiligste auf dem Volksaltar ausgesetzt. Dann tritt Herr Ames wieder an das Ambo und fordert die Leute auf, sich zu setzen, damit er seine Erläuterungen über den Vollzug des Heilungsgebets geben kann. Dieses habe drei Stufen, erklärt er: Die erste sei die Beichte, denn man könne nicht Heilung erlangen, wenn man im Unfrieden mit Gott lebt. – Das ist zweifellos richtig, wenn es auch problematisch ist, die Leute mit dem Versprechen der Heilung von ihren Krankheiten in den Beichtstuhl zu locken. Jedenfalls stellen sich einige Priester nun für die Beichte zur Verfügung und werden von den Gläubigen auch zahlreich frequentiert.

Die zweite Stufe ist ein von Alan Ames frei formuliertes Heilungsgebet: Man solle dabei die Augen schließen und sich ganz entspannt verhalten (man kommt sich vor wie beim Psychotherapeuten). Die dritte Stufe ist die Handauflegung. Auch dazu sollen die Leute die Augen schließen und sich entspannen. Es sei möglich, daß einige dabei ohnmächtig werden und umfallen (nach der verteilten Broschüre soll dies wohl „Ruhen im Geiste“ sein). Manchmal würden fast alle umfallen, andere Male fast niemand – beides sei gut, da es der Wille Gottes sei. Herr Ames bittet darum einige Männer, sich hinter diejenigen zu stellen, denen er die Hände auflegt, um sie gegebenenfalls aufzufangen.

Die Gläubigen kommen nun nach vorne und stehen (!) um den Volksaltar herum, während Herr Ames vor dem Allerheiligsten herumhampelt (anders kann man seine ungelenken Bewegungen nicht bezeichnen) und den Leuten die Hände auflegt. Während meiner Anwesenheit fällt niemand um, und ich habe auch während des ganzen Abends nichts festgestellt, das einer außernatürlichen Erklärung bedürfte. Jeder, der den katholischen Glauben kennt, könnte die gleiche Show ebensogut abziehen – und sogar besser.

Gibt es bei Charismatikern wunderbare Heilungen?

Auch wenn es an jenem Abend offenbar keine spektakuläre Heilung gab, so behaupten Herr Ames und die anderen Charismatiker doch, es käme bei ihnen häufig zu solchen Phänomenen. Halten wir zuerst fest, daß das gleiche nicht nur von katholischen, sondern auch von protestantischen Charismatikern behauptet wird sowie von Magiern, afrikanischen Medizinmännern, Geistheilern usw.

Die katholischen Autoren haben immer gelehrt, daß diese mit Hilfe der Dämonen ihre außernatürlichen Wirkungen hervorbringen, wenn solche wirklich feststehen. Da der Teufel Krankheiten hervorrufen kann, wie aus dem Evangelium feststeht (vgl. z. B. Lk 13,16), kann er diese natürlich auch wieder wegnehmen. Auch als gefallenem Geist bleiben ihm seine natürlichen Engelskräfte, die er mit der Zulassung Gottes ausüben kann. Oft halten diese Heilungen aber nicht lange an, weshalb eines der Kriterien, das die katholische Kirche für die Anerkennung einer Heilung fordert, ihre Dauerhaftigkeit ist. Wer aber prüft bei denen, die nach einem Heilungsgottesdienst laut verkünden, sie seien jetzt gesund, nach, ob sie auch nach sechs Monaten oder einem Jahr noch gesund sind?

In den meisten Fällen wird man allerdings den Teufel nicht benötigen, um die angeblichen Heilungen zu erklären. Wenn es sich bei ihnen nicht um klaren Betrug handelt (was mindestens bei einigen protestantischen Charismatikern nachgewiesen ist), so sind sie einfach das Ergebnis von Suggestion. Jeder hat sicher schon von den erstaunlichen Wirkungen gelesen, die Scheinmedikamente, sog. Placebos, bewirken können. Wegen des Zusammenhangs von Leib und Seele kann eine seelische Beeinflussung spürbare Auswirkungen auf den Leib haben. Sicherlich kann man durch Suggestion kein zerstörtes Organ von einem auf den anderen Moment wiederherstellen, wie es bei den echten Wundern bezeugt ist, denn dafür braucht es die Macht des Schöpfers – aber die Symptome einer Krankheit können sich wesentlich bessern oder sogar ganz verschwinden. Wenn also nach einem Heilungsgottesdienst manche erklären, ihre Schmerzen hätten aufgehört oder eine Lähmung habe sich gebessert, ist das überhaupt kein Zeichen einer übernatürlichen Ursache. Nicht selten sterben dann solche Patienten einige Wochen später an der Krankheit, von der sie angeblich geheilt wurden – sie wurden eben nicht geheilt, nur die Symptome der Krankheit waren verschwunden.

François Reckinger schreibt hierzu: „Ein Blick in die Literatur seit 1950 zeigt, daß, sooft in dem besagten Umkreis eine organische Krankheit eindeutig festgestellt wurde, die angebliche Heilung in Wirklichkeit eine vorübergehende Besserung war und die ‚Geheilten’ kurze Zeit später entweder tot waren oder genauso krank wie vorher. So berichtet etwa … K. Thomas von einer Krebskranken, die bei einer Veranstaltung des Evangelisten Hermann Zaiss in Langenfeld/Rhld. von ihrer Heilung Zeugnis gab. Lakonisch fügt er hinzu: ‚Als ich eine Woche später mit dem evangelischen Pfarrer in Langenfeld zu einer Besprechung über die Auswirkungen der Evangelisation von Zaiss in seiner Gemeinde verabredet war, mußte ich eine Stunde warten, weil er eine Beerdigung vorzunehmen hatte – es war jene ‹geheilte› Krebskranke’.“(2) Zum Teil wird sogar von den Befürwortern der charismatischen Erneuerung selbst zugegeben, daß die bei ihnen vorkommenden Heilungen nicht mit den medizinisch überprüften und kirchlich anerkannten Wundern verglichen werden können.(3)

Die in der schon mehrfach erwähnten Broschüre dokumentierten Beispiele der von Ames bewirkten Heilungen sind auch entsprechend armselig: Eine Frau aus Österreich schreibt, ihr Lungenkrebs sei nach einem Vortrag von Ames langsam zurückgegangen und sie fühle sich besser, besonders spirituell – geheilt wurde sie offensichtlich nicht. Eine Frau aus Deutschland gibt an, ihre Schmerzen in der Hand seien nach dem Heilungsgottesdienst im Laufe einiger Wochen verschwunden. Bemerken wir hierzu noch, daß die katholische Kirche als eindeutige Wunder normalerweise nur solche Heilungen anerkannt hat, die sich plötzlich vollzogen haben, denn wenn der Heilungsprozeß sich über einen längeren Zeitraum hinzieht, kann man das Wirken natürlicher Selbstheilungskräfte nicht ausschließen.

Was sind die Früchte solcher Heilungsgottesdienste?

Man muß nicht grundsätzlich ausschließen, daß Ames und andere katholische Charismatiker manches Gute bewirken. Gott kann auch auf krummen Zeilen gerade schreiben, und insofern diese Leute den katholischen Glauben predigen, zum Gebet, zur Beichte und überhaupt zum Sakramentenempfang auffordern, kann dies für manche ein Anstoß zur Bekehrung sein. So schreibt auch der hl. Paulus in bezug auf unlautere Prediger: „Andere verkünden Christus aus Eigennutz, nicht redlich; … Doch was liegt daran? Wenn nur auf jede Weise Christus verkündet wird, sei es aus Berechnung, sei es in Aufrichtigkeit“ (Phil 1,17 f). Es zeigt die ganze katastrophale Situation der Kirche, wenn heute fast nur von solchen Predigern den Leuten noch gesagt wird, sie sollten beten, beichten und die Gebote Gottes halten.

Das schlimmste ist wohl, daß auf diese Weise Menschen, die aufrichtig Gott und die Vereinigung mit ihm suchen, auf einen Weg geführt werden, auf dem sie nie zu einer tiefen Gottesbeziehung finden können. Anstatt aus dem Glauben zu leben und das tägliche Kreuz zu tragen, werden sie angehalten, eine gefühlshafte, emotionale Gotteserfahrung zu suchen. Bezeichnend ist das Zeugnis einer Frau aus Ulm, nach einem Gebetstreffen habe sie beschlossen, sich für mehrere Wochen „häufig dem Erleben der Heiligen Messe auszusetzen“. Aber „Gott ist Geist“ (Joh 4,24), auf der Gefühlsebene kann man ihm nicht näher kommen. Außerdem rät man den Gläubigen sogar, sich außerordentliche Charismen und Erscheinungen zu wünschen, was gegen jede Regel einer gesunden Spiritualität ist. Ames sagt ausdrücklich, seine Gaben könnten auch andere haben, wenn sie nur richtig glaubten. Sich Erscheinungen und Wundergaben zu wünschen ist aber nichts anderes als Eitelkeit und Ich-Sucht und führt zum Neid auf solche, die vorgeben, diese Gaben zu besitzen. Wer um jeden Preis Erscheinungen haben will, wird vielleicht einmal tatsächlich solche erhalten – aber nicht von Gott.

Viele werden sich freilich nach einiger Zeit wieder abwenden, wenn die versprochene Heilung entweder nicht eintritt oder nicht anhält oder wenn die emotionale Begeisterung abgeflaut ist. Der charismatische Höhenflug ist eben oft nur ein kurzes Strohfeuer.

Die Charismatiker sind im allgemeinen auch blind für die Kirchenkrise. Alan Ames meint, man würde sich umsonst Sorgen um die Jugend machen, denn viele Jugendliche kämen zu seinen Vorträgen, würden Gott suchen und in den nächsten Jahren werde sicher ein gewaltiger Umschwung und ein neuer Frühling kommen. Noch deutlicher ist da P. Bill. Er sagt seinen Zuhörern, nach dem 2. Vatikanischen Konzil habe man ein neues Pfingsten erwartet, aber viele hätten sich gefragt, wo es sei. Doch jetzt sei durch ihn (und durch andere charismatische Prediger) das neue Pfingsten gekommen.

Wahre geistliche Hilfe in der Krankheit

Wer in seiner Krankheit wahre geistliche Hilfe sucht, braucht seine Zuflucht nicht zu zweifelhaften Wunderheilern zu nehmen. Das römische Rituale enthält einen Krankensegen, den man sich von seinem Seelsorger hin und wieder spenden lassen kann. Man darf jedoch nicht vergessen, daß eine geduldig getragene Krankheit eines der besten Mittel ist, um die Seele zu reinigen und näher zu Gott zu bringen. Der hl. Pfarrer von Ars, der selber viele Wunder wirkte (obwohl natürlich die allermeisten Kranken, die nach Ars kamen, nicht geheilt wurden), hat oft zum Ausdruck gebracht, daß das christlich getragene Leid besser als die Heilung ist. Da er alle Wunder, die bei ihm geschahen, der hl. Philomena zuschrieb, sagte er eines Tages:

„Ich habe gute Lust, der hl. Philomena jedes Wunderwirken an den Leibern zu verbieten. Sie muß vor allem die Seelen heilen. Der arme Kadaver, der verfaulen wird, bedeutet nicht viel.“

Dem Bruder Athanasius, der ihm seine Leiden anvertraute, antwortete er:

„Um so besser, mein Freund, um so besser! Das belebt den Glauben neu!“

Und einem Kranken hörte man ihn sagen:

„O mein Freund, ich weiß nicht, ob ich für ihre Genesung beten soll. Man soll das Kreuz nicht von Schultern herunternehmen, die es so gut zu tragen wissen.“(4)

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1Vgl. Joseph Ratzinger: Zur Lage des Glaubens, München 1985, S. 32 f.

2 Wenn Tote wieder leben – Wunder: Zeichen Gottes oder PSI? Verlag Ursula Zöller, Aschaffenburg 1995, S. 75. Dieses wertvolle Buch untersucht die angeblichen Wunder im außerkatholischen Bereich und kommt zu dem Ergebnis, daß es außerhalb der katholischen Kirche keine eindeutigen und klar bezeugten Wunder gibt.

3 So Johannes Mohr: Montanismus und charismatische Erneuerung, in: Peter Krämer, J. Mohr: Charismatische Erneuerung der Kirche. Chancen und Gefahren, Trier 1980, S. 57. Vgl. Fr. Michael Erlach SJM: Die charismatische Bewegung aus kirchenrechtlicher Sicht, in: Der Ruf des Königs Nr. 14 (2/2005), S. 4.

4 Trochu: Das Leben des hl. Pfarrers von Ars, Stuttgart 1928, S. 431, 439.