Meine Begegnung mit Heroldsbach

Von Prof. Dr. Dr. Albert Mock

Der Ordensgeistliche, Theologe und Psychologe Prof. Dr. Dr. Albert Mock berichtet im folgenden Artikel über seine Erfahrungen mit Heroldsbach im Oktober 1963:

Kurz vor Abschluss meines Zweitstudiums in Psychologie brachte ich eine Wohltäterin unseres Ordens (Arnsteiner Patres sscc) an den Hauptbahnhof in Köln. Bei der langen Suche nach einem Platz im Wartesaal fand ich schließlich eine Lücke neben einem bärtigen älteren Herrn, ganz in Schwarz gekleidet, aber nicht als Priester, sondern eher wie einer unserer früheren älteren Brüder auf Reisen. Neben ihm saß eine Dame um die 50.

Ich fragte den älteren Herrn, ob die beiden Plätze neben ihm noch frei seien. Seine freundliche Antwort: „Wenn Sie sich trauen, neben einem suspendierten Priester Platz zu nehmen, gern.“  –  Meine Frage an ihn: „Wie denn das?“

Daraufhin erzählte er uns, dass er Professor für Askese und Mystik am Priester-seminar in Bamberg bzw. Freising gewesen sei und wegen seiner Einstellung zu den Ereignissen in Heroldsbach, die er im Auftrag Bambergs anfangs (mit-)untersuchen sollte, von allen priesterlichen Ämtern und Funktionen suspendiert worden sei.

Weil ich noch nie etwas davon gehört hatte, begann er longe et late darüber zu berichten, auch dass er ein dreibändiges Werk darüber geschrieben habe. Wegen der Eile meines Besuches bat ich ihn, ob ich seine Veröffentlichung darüber einmal bekommen könne.  Seine sehr erfreute Gehilfin  –  später als Christel Altgott aus Rheydt-Odenkirchen geoutet  – notierte sich sofort meine Adresse  –  und ich bekam das dreibändige Opus ziemlich schnell zugeschickt.

Bei der Verabschiedung sagte er noch mit fast sieghafter Freude, durch das Gespräch mit mir in eine Art manischen Größenwahn zurückversetzt, er sei fest überzeugt, dass Heroldsbach noch größer und bedeutender würde als Lourdes und Fatima zusammen.

Von meiner psychologischen Ausbildung her bei meinem akademischen Lehrer Undeutsch, der damals national wie international als bester Gerichtspsychologe angesehen wurde und mit dem Stockholmer Professor Trankell die Gesetze und Regeln über die „Realitätsadäquatheit von Zeugenaussagen“ aufgestellt hat, fühlte ich mich nun besonders motiviert, der Sache näher auf den Grund zu gehen.

Am 13. Oktober 1963 fuhr ich mit Undeutsch’s Assistenten über Bamberg nach Heroldsbach und schaute mir die Lage genau an. Ein Treffen mit den Seherkindern war aus Zeitmangel nicht vorgesehen, da wir ja das dreibändige Werk des Autors J. Walz und seine Vernehmungen kannten, der jedoch keine Explorationskompetenz erkennen ließ, sondern eigene subjektive Visionsvorstellungen und Erwartungen suggestiv mit in die Verhöre einfließen ließ. Überdies hatten wir an Ort und Stelle auch nicht mehr Zeit zur Verfügung.

Interessant war nur, dass wir beim Abgehen des in Frage kommenden Geländes einer „gläubigen Anhängerin“ begegneten, die ich nach einem bestimmten Erscheinungsort fragte. Ihre Antwort: „Immer gerade aus  –  und wenn Sie sich beeilen, treffen Sie noch Frau X mit Herrn Matthes (?) aus Augsburg mit ihrer Pilgergruppe an, die gerade eine Erscheinung haben.“

Meine Reaktion darauf: „Wie? Heute gibt es hier noch Erscheinungen?“  –  Ihre Antwort darauf: „Haben Sie noch keine Erscheinung gehabt?“  –  „Nein“, erwiderte ich.  –  Antwort: „Ach, Sie Armer!“

Nichts wie hin, dachte ich –  und traf auf die angekündigte „Sehergruppe“. Ich versuchte sofort, die „Anführerin“, „Visionsdeuterin“ und „Vorbeterin“ zu photographieren, aber sie entzog sich mir sehr geschickt, indem sie immer wie ein Wiesel um den dicken Stamm der Buche herumlief, um nicht ins Bild zu kommen.

Die ganze Gruppe war ekstatisch im Glauben, ein neues „Sonnenwunder“ zu erleben. Sie schauten immer durch die sich leicht bewegende Baumkrone in die scheinende Mittagssonne und schädigten so nur ihre bereits blinzelnden Augen; zwei Dutzend, keine Tausende.

Wie jämmerlich und erbarmungswürdig, dieses irregeführte Völkchen, das nicht nur glauben, sondern sehen und hören, sinnlich wahrnehmen wollte, obwohl sie doch Jesu Worte an Thomas kannten: „Weil Du mich siehst, Thomas, glaubst Du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.“

In der Kapelle zurück, trafen wir dann noch den vorbetenden Bruder Norbert (einen Ex-Novizen aus dem Benediktinerorden, wie man uns sagte), vermutlich Langhojer. Im Grunde reichte uns das fürs Erste.

Im Sommersemester 1964 habe ich als Dozent für Psychologie und Philosophie an unserer Philosophisch-Theologischen Ordenshochschule in Simpelveld (NL) auf der Grundlage des dreibändigen Werkes von J. Walz und unserer eigenen Erlebnisse in Heroldsbach ein Seminar abgehalten, das theologisch im wesentlichen zum gleichen Ergebnis kam wie der jüngst in THEOLOGISCHES erschienene Artikel von Felizitas Küble  (Nr. 9-10/2007)  –  und gerichtspsychologisch als reine Fiktion zurückgewiesen werden musste.   Damit war für mich schon damals die Sache Heroldsbach abgehakt.

Die sogenannte „Vierfaltigkeit“, die bereits Anfang der 50er Jahre im Zusammenhang mit Schönstatt in kritischen Klerikerkreisen ins Gespräch kam und aus Anlass der Sendung von P. Sebastianus Tromp SJ als beauftragten Untersuchungskommissar des Vatikans nahelag, sich dort aber als noch rechtgläubig erwies, hatte mich schon 1963 insofern beschäftigt, dass ich in der näheren Region von Heroldsbach die barocken Kirchen und Altäre der Reihe nach abfuhr, in denen ich nach Darstellungen der „Krönung Mariens“ vor und von dem „Dreifaltigen Gott“ nachgegangen bin, um eventuelle Zusammenhänge aufzuspüren mit den gleichen und ungleichen Visionsvorstellungen und Phantasien der „Seherinnen“ von Heroldsbach. Desgleichen interessierten mich jene Pfingst-Darstellungen mit elf feurigen Zungen auf dem Haupt der Apostel als Symbol der Freimaurer.

Nach Abschluss der Visitation in Heroldsbach fragte mich Bischof  Rudolf Graber aus Regensburg über unsere Eindrücke und Untersuchungsergebnisse. Wir kannten uns, weil ich damals Mitglied des „Regensburger Kreises“ war, einem Beraterteam über Ostpolitik und die Lage der Kirche hinter dem Eisernen Vorhang. Als Grenzland-Diözese war Regensburg dieser Aufgabenbereich von der Bischofskonferenz übertragen worden. Meine Antwort an Bischof Graber: „Nur Fiktion, keine Vision.“ – Er kritisierte nur, dass die Bamberger zu hart und zu harsch mit den (Seher-)Kindern und ihren Sympathisanten bei ihrer Vernehmung umgegangen seien

Der zeitgeschichtliche Rahmen der Geschehnisse

Vorbemerkung über die wissenschaftlichen Methoden der Echtheitsprüfung von Heroldsbach.

Ausgangs- und Mittelpunkt der Auseinandersetzungen um Heroldbach sind die Aussagen der sieben Seherkinder, die von vielen Seiten unter die Lupe der Wissenschaft und des Glaubens  genommen wurden.

An erster Stelle stehen die Vernehmungen der Kinder und die damit zusammenhängenden Probleme der Glaubwürdigkeit und der Glaubhaftigkeit der Seherkinder und ihrer Vernehmer.

Beide, Seherkinder und Verhörer, sind von gleicher Bedeutung  –  und wichtiger als die Glaubwürdigkeit ist die Glaubhaftigkeit, die „Realitätsadäquatheit der Aussage der Zeugen“.

Der Richter fragt, „was ist real und nachweisbar geschehen“, wie „kompetent“ ist der Zeuge in der Sache. Bei den Kindern ist natürlich ihr psycho-somatischer Entwicklungsstand zur Zeit des Geschehens zu beachten. Es kann begründet angenommen werden, dass sie zumindest bei der Anfangsbefragung glaubwürdig waren.

Was sich aber daraus nach zahlreichen und vielseitigen Verhören entwickelt hat, ist nur schwer zu diagnostizieren. Ähnlich ist es auch bei den vernehmenden Mitgliedern der bischöflichen Kommission, die rational wie emotional unterschiedliche Überzeugungen über Privatoffenbarungen in sich trugen. Davon befreit sie auch kein Schwur auf das Evangelienbuch, nach „bestem Wissen und Gewissen“ der Wahrheitsfindung zu dienen und ein gerechtes Urteil zu fällen, das vom „Ewigen Richter“ einmal offengelegt werden wird.

Prof. J. Walz hat die Kinder manchmal bis zu fünf Stunden befragt, was weder die Gestapo noch die Stasi einst ohne Ablösung vermochten. Er ersehnte geradezu die Anerkennung der Erscheinungen der Gottesmutter, was seine Vernehmungsmethode stark beeinflußte.

Zum besseren Verständnis der Geschehnisse um Heroldsbach ist eine Betrachtung des zeitgeschichtlichen Rahmens empfehlungswert. Es ist die Zeit Papst Pius XII. von seiner Bischofsweihe an als Eugenio Pacelli am 1. Erscheinungstag der Gottesmutter in Fatima am 13. Mai 1917 bis zur Verkündigung des Dogmas von der „Aufnahme der Gottesmutter Maria in den Himmel mit Leib und Seele“ am 1. November 1950, was ihn besonders motiviert hat, sich der Verehrung der Gottesmutter, insbesondere der Verehrung des „Unbefleckten Herzens Mariä“ zu widmen und ihrem Auftrag an den Papst, die Welt und Rußland ihrem Herzen zu weihen.

In die Kriegsjahre fällt die Weihe der ganzen Welt an das unbefleckte Herz Mariens am 31. Oktober 1942, ein Datum, das von vielen Gläubigen als Ende des Kriegsglücks Hitlers gedeutet wird durch die von da an beginnende Einkesselung der VI. Armee von Generalfeldmarschall Paulus vor Stalingrad.

Zwei Jahre später erfolgte die Einführung des Festes  vom Unbefleckten Herzen Mariens für die gesamte Kirche. In vielen Gottesdiensten, Andachten und Vorträgen wurden die Erscheinungen der Gottesmutter in Fatima trotz und auch wegen der eskalierenden katastrophalen Kriegszustände weit verbreitet.

Das große „Sonnenwunder“ von Fatima am 13. Oktober 1917 wurde als Hoffnungszeichen von den Gläubigen gefeiert, von den Ungläubigen aber verhöhnt. Während meines Westwalleinsatzes im Wehrertüchtigungslager nahe der luxemburgischen Grenze im September/Oktober 1944 wurde nicht nur darüber gespottet, sondern den wenigen katholischen Jugendlichen aus dem Konvikt in Fulda im vier Meter tiefen Panzergraben hin und wieder hinterrücks in Bein gestellt und beim Hinfallen gelacht. Der Unteroffizier durfte das natürlich nicht sehen. Wenn ich mich als Stärkerer wehrte, wurde ich sofort von fünf Gewaltbereiten der braunen Horde mit drohenden Fäusten umringt, eine Assoziation, die mir bis heute lebendig geblieben ist.

Nach dem Krieg wurden die Kirchen wieder sehr viel voller und wegen der großen Notlage nahmen auch die Pilgerprozessionen zu. Die Vorbereitung auf die große Feier der Dogmatisierung der „Himmelfahrt Mariens“ tat ein Übriges zur Verbreitung der Verehrung der „Assumpta“ (in den Himmel aufgenommenen Gottesmutter).

Von außergewöhnlicher Bedeutung entwickelte sich  der 1943 in den USA gedrehte Film „Das Lied der Bernadette“ nach dem gleichnamigen Buch des aus Prag geflüchteten jüdischen Dichter Franz Werfel. Er flüchtete 1940 vor der Gestapo nach Lourdes und machte das Versprechen, ein Buch über Bernadette zu schreiben, sollte er je die rettende Küste Amerikas erreichen. Der Film wurde in Deutschland ein Riesenerfolg von ungeahnter Wirkung nicht nur bei katholischen Christen.

Die deutsche Premiere fand am 10. September 1948 im Münchener Leopold-Theater unter der Schirmherrschaft von Kardinal Michael Faulhaber statt in Gegenwart des bayrischen Kultusministers und des US-Besatzungskommandanten. Beim Publikum war „Das Lied  der Bernadette“ ein voller Erfolg. Der Film lief mehrere Wochen lang vor ausverkauftem Haus und war geradezu ein Straßenfeger.

Ähnlich stark muss die Thematisierung der Ereignisse von Lourdes und Fatima auf die 7 zehn-  bis elfjährigen Mädchen von Heroldsbach am Sonntag, den 9. Oktober 1949 (Feier des Rosenkranzfestes) gewirkt haben, als sie bei schönem Herbstwetter aus der Andacht kamen, sich im Schlosspark Thurn auf eine Bank setzten und dabei den Wunsch äußerten: „Wie schön wäre es doch, wenn wir die Muttergottes auch mal sehen könnten!“

Die Sehnsucht danach muss so groß gewesen sein, dass die emotional Stärkste oder auch die Wortführerin der Gruppe plötzlich ausrief: „Ich sehe sie!“  –  Die Gruppendynamik der vorpubertierenden Mädchen begann ihre Wirkung; wie Domino-steine fielen nach und nach alle in den Ausruf: „Ich sehe sie auch…ich auch…ich auch.“  –  Keine wollte mehr zurückstehen. Diese Angabe über das starke Erscheinungsverlangen der Kinder ist nur von J. Walz erwähnt.

Langhojer beginnt mit der Erscheinung des göttlichen Namenszeichens im Birkenwald und der Vision der „weißen Dame“  –  eine bewußte Auslassung?

Was ist in Heroldsbach wirklich geschehen?

Die Antwort der kirchlichen Dekrete und der aussagenpsychologischen Untersuchung.

Dekret vom 28.9.1950 (Bistum Bamberg) und vom 2.10.1950 (Vatikan, Rom): Die Übernatürlichkeit der Vorgänge  steht nicht fest.

Dekret vom 18.7.1951 (Bamberg) und vom 15.8.1951 (Rom, Vatikan): Es steht fest, dass die genannten Erscheinungen nicht übernatürlich sind.

Ergebnis der Untersuchung von mir und meinem Team 1964:

Keine Visionen,  sondern Fiktionen (Phantasiegebilde): Psychische Konstrukte auf Grund starken Wunschdenkens  –  oder auch diabolische Irreführung von einer äußeren Macht.

Heroldsbach ist ein Opfer der Irreführung durch den „Vater der Lüge und Mörder von Anbeginn“, der sich als „Engel des Lichtes“ getarnt hat. Heroldsbach ist die wütende Reaktion Satans auf das „Dogma von der Aufnahme der Gottesmutter Maria in den Himmel mit Leib und Seele“. –  Ihr Zusammentreffen ist kein Zufall, sondern Fügung.

Kommissionsmitglied Prof. Faulhaber (Bamberg) lässt eine Seherin  ihre „Muttergottes“  fragen: „Bist du die Assumpta?“  –  Antwort: „Nein! Ich bin die Königin der Rosen. Ich bin die Rosenkönigin. Verwechselt es nicht mit Rosenkranzkönigin.“

Die Erklärung von J. Walz: das Kind habe das lateinische Wort nicht verstanden, sondern als etwas Absurdes aufgefasst.

Zum Vergleich dazu Bernadette Soubirous nach Xavier RECROIX, einem Missionspater, Volkskundler und international anerkannter Fachmann auf dem Gebiet der Privatoffenbarungen:

„Wie nachdenklich stimmen die Diskretion, die tiefe Ruhe, die innere Logik, der gesunde Menschenverstand, die Ausgeglichenheit, welche im Fall von Bernadette Soubirous immer vorherrschen. Die „weiße Dame“ hatte sich unaufgefordert zu erkennen gegeben und gesagt: „Ich bin die unbefleckte Empfängnis“.  –  Frage der Kommission: „Weißt du, was das heißt?“  –  Antwort: „Nein.“

Die Kommission versucht, sie in Widersprüche zu verwickeln wie „falsch verstanden“ oder sie hat „etwas anderes gesagt, was so ähnlich klingt“. Die einfache, aber klare Antwort Bernadettes darauf: „Nein, sie hat gesagt: Ich bin die unbefleckte Empfängnis“  –  „Viele Seher“, so Xavier Recroix weiter, „gleiten im Namen ihrer vernommenen Stimmen, ihrer Erscheinungen in die Ausgefallenheit, in Lächerlichkeit oder in die Verachtung ab. Niemand jedoch kann sich dem Charme des Kindes von Massabielle entziehen, die bei ihrer Aussage blieb.“

Ein zum Schmunzeln verführender Fall der Lächerlichkeit und klaren Fiktion ist ein Ereignis in Heroldsbach, als ein Journalist nach seinem vermissten Schreibstift sucht.

Als eines der Mädchen das wahrnimmt, ruft sie plötzlich: „Ich sehe den Schreibstift, der heilige Antonius hat ihn in der Hand.“  –  Darauf der Journalist: „Dann sag dem heiligen Antonius, er soll ihn mir zurückgeben, ich brauche ihn dringend.“  –  Das aber konnte weder die Seherin noch ihr heiliger Antonius. Ein hervorragendes Beispiel gegen  Heroldsbach und all seine Phantasiegebilde.

Aber nicht nur das Nein zur Assumpta, sondern auch die Zurückweisung, Königin des Rosenkranzes zu sein. „Ich bin die Königin der Rosen. Ich bin die Rosenkönigin. Verwechselt es nicht mit der Rosenkranzkönigin.“

Diese Aussage ist mehr als eine Fiktion, hier liegt eine klare theologische Sentenz vor, eine diabolische Einmischung in die Identifizierung der Vision, die Furcht vor der Frau, „die der Schlange das Haupt zertreten hat“ (Gen. 3).

Aber schon der Anfang der Erscheinungen durch das Schriftzeichen JSH, bei  Walz und Altgott  als griechische Schreibweise für „Jesus“ gedeutet, bei Langhojer und Internet als „Zeichen des dreifaltigen Gottes“ geglaubt, läßt den Diabolus, den „Verwirrer“ erkennen und den Verhunzer des göttlichen Namens durch die Waagerecht-Schreibung des S über J bis H.

Ein sehr viel ernsterer Fall für Heroldsbach, der schon kriminelle Formen annimmt, ist die „weinende Madonna“ im Jahr 2007. „Wer brachte die Madonna zum Weinen?“ titelte ein Journalist seinen Bericht. Hier liegt bewußte und willentliche Irreführung vor, ein primitiver letzter Versuch, den Glauben an die Erscheinungen der Gottesmutter in Heroldsbach zu retten. Auch dem Jesuskind liefen Tränen der Trauer über die Wangen wegen des Unglaubens so vieler. Das war auch dem Leiter der Gebetsstätte nicht ganz geheuer. Er nahm es weg und versteckte es im Schrank, wo die Tränen augenblicklich versiegten.

Die naturwissenschaftliche Prüfung der „Tränen“ ergab eine starke Übereinstimmung mit dem Leitungswasser aus der Küche des Pilgerheimes. Die anfänglichen Tränenzeugen gaben mit Hilfe der Polizei bis auf einen ihr Versehen bald zu. Der Leiter der Gebetsstätte hätte es nicht wagen können, auch die „Tränen der Gottesmutter“ vor den Pilgern in Frage zu stellen. Er hätte vermutlich seine Stelle quittieren müssen.

Wären die Tränendrüsendrückerinnen oder auch –drücker wenigstens so intelligent gewesen, eine gute Schauspielerin zu engagieren, die auf Anhieb Tränen des Schmerzes oder auch der Freude über das Antlitz der Gottesmutter hätte fließen lassen, dann wären es wenigstens echte Tränen einer Frau gewesen und kein Leitungswasser, wobei die chemische Analyse auch dieser Schauspielertränen die emotionale Unechtheit hätte aufdecken können. Was tut einer nicht alles, um sein Ziel zu erreichen.

Aber auch das herauszufinden, gehört zu den Findungsmethoden der Gerichts und Aussagepsychologie. (Vgl. auch Corneille „Il faut bonne mémoire après qu’on a menti“. Corneilles Komödie “Le menteur” IV,5)

Ein letztes schwerwiegendes Argument gegen die “Übernatürlichkeit” der Heroldsbacher Erscheinungen sind für mich die entsetzlichen Schmähungen, Verwünschungen und Verfluchungen gegen Frau Felizitas Küble wegen ihres Artikels in THEOLOGISCHES (Nr. 9/10) gegen die „blasphemischen Visionen“ in Heroldsbach, die sie als Abfall vom Glauben bezeichnete –  nicht als Hohn gegen die Gottesmutter, sondern als Zorn gegen den „Vater der Lüge, gegen den enttarnten  „Engel des Lichtes“ und sein „Visionen-Theater in fünf Aufzügen“.

Bis in die tiefste Hölle wurde sie verflucht und mit ihr auch die Zeitschrift und Leitung von „Theologisches“, denen sie auf die Fürbitte ihrer Maria  den Untergang an den Hals wünschten.

Nach erstem Atemholen schoss es aus mir in staccato heraus: „Dummheit, Wahnsinn, Psychose, diabolisch. Das ist niemals der Geist Christi und seiner heiligen Mutter, das ist er selbst, der Poneros.“

Im nächsten Atemzug drängte sich dann doch wieder nach oben das „Herr, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“

Dieser Fluch aus der Unterwelt ist eigentlich sogar ein Segen, verwandelt sich nach den Worten Jesu in sein: „Selig seid ihr, wenn ihr um meinet-, um der Wahrheit willen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet. Freuet euch und jubelt; euer Lohn im Himmel wird groß sein. Denn so wurden schon vor euch die Propheten verfolgt“. (Mt 5,11)

Liebe Freunde und Verehrer der Gottesmutter, das wollt Ihr ja sein und seid es auch im Kern Eures irregeführten Herzens, sonst könnte Euch nicht von der hilflosen Kirchenbehörde die „Gebetsstätte einer gesunden Marienverehrung“ als Ventil aus der Ratlosigkeit bei den leeren Kirchen und fehlenden Priestern geschenkt werden, ein Ort, der keine Erscheinungsstätte ist, auch wenn Ihr sie gegen alle Prüfungen und  kirchlichen Entscheidungen weiterhin dafür haltet (ein Irrglaube).

Warum verehrt Ihr nicht die „Magd des Herrn“, wie sie sich selbst genannt hat, in Euren Kirchen, in denen Ihr getauft wurdet, in denen Ihr beten und anbeten gelernt habt und glücklich zur ersten heiligen Kommunion mit IHM geführt, in der Firmung mit den Gaben  des Heiligen Geistes ausgestattet  und für Euer Leben gestärkt  wurdet, die höchste Gabe Gottes in der Welt, sein heiliges Opfer mit ihm feiern und empfangen dürft; wo Euch die Schuld, und wäre sie so zahlreich wie der Sand am Meer, vergeben wird, wo die Ehe nicht nur versextes Wasser dieser Welt, sondern ewiger Wein vom himmlischen Hochzeitsmahl des Lammes und seiner Braut Euch zur  „Einheit und Ganzheit in der Verschiedenheit“ als Abbild des dreifaltigen Gottes unauflöslich verbindet, und wo Euch die letzte Salbung  –  nicht nur Krankensalbung  – auf die Thronbesteigung als Priester und Könige vor Gott vor-bereitet?

Kennt Ihr überhaupt den unvergleichlichen Reichtum Eurer Kirchen und Gotteshäuser, wo ER SELBER wohnt, unaufdringlich angestrahlt und eingeladen vom „ewigen Licht“ vor dem Tabernakel und wo Er auf Euch wartet ohne Terminabsprache?

Was erhofft Ihr Euch eigentlich von den leeren Versprechungen des Visions-Tourismus und der Erscheinungsindustrie? Wenn Euch „als Glieder des geheimnisvollen Leibes Christi“ Euer Heim zu eng und klein wird  und Euch hin und wieder die Sehnsucht erfasst, das welt-umfassende „Volk Gottes“ zu erleben, das „Katholon“ der Gemeinschaft aller Gläubigen seiner Kirche lebendig zu erfahren, dann pilgert zu den Gräbern der Apostel und Heiligen, die Euch den Glauben gebracht haben und denen Eure Väter die unvergleichlich schönen Kathedralen und Kunstwerke der Menschheit erbaut und komponiert haben; besucht sie nicht nur als leere Grabeshöhlen  und kalte Museen, sondern stimmt mit ein ins jubelnde „Te Deum“ des singenden Gottesvolkes; ein völlig anderes Erlebnis als ein Gang durch kalte Steine und erstarrte Mumien.

Hier könnt und dürft Ihr sehen, hören, den Duft des Weihrauchs und der Blumen riechen, geht und singt mit der Orgel um die Wette. Geht auch weiter zu den altehrwürdigen, den heiligen und anerkannten Marienwallfahrtsorten, sucht ihre Verehrung im Jahreskranz der liturgischen Feste, dann wird es nicht mehr nötig sein, neue pastorale Weiden ohne Pastor zu erfinden.

„Kommt und kostet, wie gut der HERR ist; selig alle, die bei IHM sich bergen.“

Erstveröffentlichung dieses Artikels  in der kath. Zeitschrift  „Theologisches“ (Nr. 7 – 8/2008)

 

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13 Kommentare on “Meine Begegnung mit Heroldsbach”

  1. Diana Degenhardt sagt:

    Ich ~ die Tochter seines Patenkindes ~ überbringe die traurige Nachricht, dass Prof. Dr. Dr. Albert Mock heute leider verstorben ist.

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  2. DrDrMartinBachmaier sagt:

    Der von Bamberg eingesetzte Priester, der die Gebetsstätte leitet, spricht von den Seherkindern. Der Status von Heroldsbach ist de facto schon etwas weiter fortgeschritten als der einer bloßen Gebetsstätte.

    Es ist unglaublich, dass man sich als Professor so unsachgemäße Argumente wie die hier im Artikel veröffentlichten vorzutragen traut. Und dass Priester die Höchststrafe in Kauf nehmen, weil Sie der Erpressung (Heroldsbach abschwören oder Suspendierung) nicht nachgaben, lässt einen da offensichtlich kalt.

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    • Guten Tag,
      der Vatikan hat der Errichtung einer Gebetsstätte nur unter der Bedingung zugestimmt, daß die kirchlichen Amtsträger dort keinerlei Propaganda für die Erscheinungen von Heroldsbach betreiben bzw. diese als echt hinstellen. Wenn sich Priester nicht hieran halten, ist dies gegenüber den Vorgaben der Glaubenskongregation nicht korrekt. Im übrigen sind die Argumente des Professors sehr wohl sachgemäß, Sie haben ihn in keinem Punkt widerlegt.
      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

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  3. Anonymous sagt:

    Ich z.B. gehe liebend gerne nach Heroldsbach, da ich selten eine heiligere Messe mitgefeiert habe. Davon ist ja leider in den meisten Kirchen nichts mehr zu spüren. Total verweltlicht und Zustände und Predigten, dass es einem graust! Wären die Priester alle immer im Willen Gottes gewesen und gotteshörig, so hätte man nie Erscheinungsstätten gebraucht. Aber nun ist dies leider anders. Gott sei Dank kann man ausweichen und nur für den gesamten Klerus um die Umkehr bitten.

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