VATIKAN: Der „Osservatore Romano“ kritisiert Valtortas „Visionen“

3. Teil der Serie „Valtortas Irrtümer“

Die amtliche Vatikanzeitung „Osservatore Romano“ veröffentlichte am 6 1.1960 ein Dekret des „Heiligen Offiziums“  (später „Glaubenskongregation“ genannt) vom 5.1.1960.kleines-rituale

Demnach kamen die damals bekannten vier Bände der italienischen „Visionärin“ Maria Valtorta wegen „schweren Ungehorsams“ der Verleger auf den Index (Liste der kirchlich verbotenen Bücher),  zumal diese Bücher kein Imprimatur besaßen, also keine kirchliche Druckerlaubnis, obwohl das damals bei Veröffentlichungen über Visionen, Privatoffenbarungen etc. kirchenrechtlich streng vorgeschrieben war (Can 1385, 1 Nr. 2 CIC).

In einem ergänzenden Artikel des „Osservatore“ werden die Valtorta-Bände einer deutlichen Kritik unterzogen und die kirchliche Indizierung begründet.

Es handle sich, so der Titel des Artikels, um einen „schlecht geschriebenen Leben-Jesu-Roman“. Den Leser erwarte „nichts anderes als eine lange, wortreiche Leben-Jesu-Fiktion“.

Die Gründe, weshalb die Valtorta-Bände „in den Index der verbotenen Bücher gesetzt“ wurden, seien „leicht zu finden für jene,  welche die Geduld Hiobs aufbringen, die fast viertausend dichtgedruckten Seiten zu lesen.“

Der „Osservatore“ beanstandet zunächst die „endlosen Dialoge“ zwischen den verschiedenen Personen, „die diese Seiten bevölkern“: „Zuerst wird der Leser durch die Länge der Reden „erschlagen“, die Jesus und der seligen Jungfrau zugeschrieben werden.“

Die vier Evangelien aus dem Neuen Testament seien „bescheiden, zurückhaltend, Christi Reden sind knapp, markant, aber von hohem Niveau.“

Demgegenüber sei der „Jesus“ der Valtorta-Bände „der am meisten gesprächige“, der sich gern wiederhole.

Zur Gottesmutter heißt es: „In den Berichten der Evangelien bewundern wir die Demut und Stille der Mutter polskawebJesu.“    –  In den Büchern von Maria Valtorta zeige Maria jedoch „die Beredsamkeit eines modernen Propagandisten“; sie sei „immer und überall vorhanden“ und offenbar „stets bemüht“, die neuesten Lehren aus der marianischen Theologie zu präsentieren.

Es gäbe in Valtortas Beschreibungen des Lebens Jesu „neue Fakten, neue Gleichnisse, neue Charaktere und viele, viele Frauen.“

Einige Seiten seien „ziemlich rauh“ und manche der beschriebenen Szenen seien „modernen Romanen“ sehr verwandt.

Mitunter habe man den Eindruck, daß in den Bänden „eine neue Mariologie“ geprägt werde, wobei Aussagen aus dem 1. und 2. Band als Beleg zitiert werden.

Abschließend heißt es, daß die Valtorta-Bücher selbst dann eine Verurteilung verdient hätten, wenn es sich von vornherein nur um einen Roman handeln würde.

Da hier jedoch der Anspruch einer übernatürlichen Privatoffenbarung bestehe, sei die Verurteilung des Offiziums „besonders relevant“, weil „schwerer Ungehorsam“ vorliege.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster


3 Kommentare on “VATIKAN: Der „Osservatore Romano“ kritisiert Valtortas „Visionen“”

  1. P. Vuih sagt:

    Danke für diese Hinweise. Könnten Sie mal den Orginalwortlaut des Dekrets veröffentlichen oder dieses verlinken? Ich würde es – anlässlich einer Diskussion mit einem Bekannten hierüber, der entgegen meiner Erinnerung von kirchlicher Zulassung der Valtorta-Werke sprach – gern einmal im Original nachlesen, kann es im Internet aber nicht finden.

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  2. Stjepan sagt:

    Es ist so schlimm, dass so viele Katholiken der Kirche nicht mehr folgen! Man macht, was man will und was man selber für richtig hält! Viele warten sehnsüchtig auf immer neuere „Offenbarungen“ und nehmen unreflektiert auf, was sie in die Finger bekommen, ohne es theologisch zu prüfen. Und dann werden solche Offenbarungen noch leidenschaftlich gerne verbreitet, um noch andere Menschen in diese Sackgasse hineinzuziehen.

    Keinem dieser Katholiken reicht mehr das, was ihnen Gott in der Kirche und durch die Kirche schenkt. Es ist ihnen zu wenig! Sie wollen mehr als Gott!

    Ich selbst war bis vor einiger Zeit so! Doch durch die Gnade Gottes durfte ich zur Erkenntnis kommen, dass ich mehr wollte als Got, dass ich mich über Gott erhoben habe! Mir reichten seine Geschenke, die er uns in der Kirche und durch die Kirche gibt, nicht aus! Und die negativen Konsequenzen dieser Anmaßung sind nicht ausgeblieben!

    Deshalb möchte ich jeden Katholiken eindringlich davor warnen, über das hinaus zu gehen, was uns Gott in der Kirche schenkt. Irgendwann einmal, früher oder später, wird das negative Konsequenzen nach sich ziehen! Und wenn man dann noch andere Menschen hineingezogen hat, werden diese Konsequenzen um so schlimmer sein! Und dann gibt es kein zurück mehr! Dann wird man diese Konsequenzen tragen müssen! In früherer Zeit nannte man das „Gottes Strafe“. Die Heilige Schrift, für die sich so wenige Katholiken interessieren, spricht bei solchen Fällen immer von der Strafe Gottes!

    Heutzutage ist die Verwendung „Strafe Gottes“ selbst unter den Katholiken verpönt! Doch sie gibt es nach wie vor! Gott straft den Hochmut und den Ungehorsam auch heute noch!

    Die Heilige Schrift ist das Buch der Kirche! Sie ist ein großes Geschenk Gottes an uns! Sie steht über allen anderen Büchern! Dennoch gibt es so viele Katholiken, die dieses Geschenk für gering erachten. Stattdessen stellen sie schwarmgeistige Bücher und Privatoffenbarungen über die Schrift, so als seien sie (weit) bedeutender!

    Ich wünsche all diesen Katholiken, dass sie sich besinnen, dass sie bescheiden werden, dass sie mit dem zufrieden sind, was ihnen Gott in der Kirche und durch die Kirche geschenkt hat!

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