YOGA – nicht nur „Wellness“, sondern Weltanschauung

Die hinduistischen Wurzeln des Yoga

Dr. Jürgen Kuberski, ein evangelischer Theologe, der einige Jahren in Japan lebte,  kennt sich aus mit östlicher „Spiritualität“  – und auch mit Yoga, das von manchen lediglich als „Entspannungstechnik“ im Rahmen von „Wellness“  angesehen wird, sich aber durchaus nicht von seinen hinduistischen Wurzeln trennen läßt.

Jetzt erschien im evangelikalen Hänssler-Verlag das neue Kuberski-Buch „Yoga   – Von Wellness bis Weltanschauung“.    –  Die anspruchsvolle Zeitschrift  „Bonner Querschnitte“ sprach mit dem Autor über sein jüngstes Sachbuch; wir dokumentieren hier das aufschlußreiche Interview:

Herr Kuberski, warum noch ein Buch über Yoga?

Es gibt viele Bücher über Yoga, doch die meisten sind anwendungsorientiert: Man erfährt wenig über die Hintergründe des Yoga, dafür viel über die einzelnen Übungen und Stellungen (Asanas), meist mit Bildern.

Die meisten Bücher, die mehr über die Weltanschauung des Yoga berichten, sind von Yoga-Anhängern geschrieben und haben nicht die nötige kritische Distanz. Es fehlte ein kurzes und sachliches Buch über Yoga, das die ganze Bandbreite beschreibt, eben: „Yoga  – von Wellness bis Weltanschauung“.

Ist Yoga denn eher „Wellness“ oder „Weltanschauung“?

Das kommt ganz darauf an, wie man Yoga konkret betreibt. Der eine macht Yoga als Gymnastik im Fitnessstudio, der andere versucht, durch Chakra-Meditation sein Ich mit dem All zu verschmelzen. Dazwischen gibt es viele Abstufungen.

Doch letztlich beruhen auch die körperlichen Übungen des Yoga auf einer hinduistisch geprägten Weltanschauung, auch wenn das demjenigen, der sie praktiziert, oft nicht bewusst ist. Von daher ist Yoga eher „Weltanschauung“, auch wenn es oft als „Wellness“ praktiziert wird.

Wie populär ist Yoga eigentlich?

Yoga ist voll im Trend. Überall werden Yoga-Kurse angeboten, in Volkshochschulen aber auch in Schulen und Kirchen. Es gibt Yoga-Kurse für Schwangere oder für Manager. Eine Fülle von Yoga-Literatur und -Asseccoires erobert den Markt, der Yoga- und Wellness-Tourismus boomt, Tendenz stark steigend.

Allein in den USA hat Yoga als Wirtschaftszweig einen Jahresumsatz von fünf Milliarden Dollar. Die Popularität des Yoga wird auch hierzulande noch zunehmen.

Was meinen Sie: Ist Yoga eine Entspannungsmethode?

Ursprünglich nicht. Denn das Wort „Yoga“ ist mit unserem Wort „Joch“ verwandt und bedeutet „Anspannung“: Durch gezielte Anspannung, durch spezielle Atemtechniken und Körperübungen haben indische Yogis versucht, die Meditation zu unterstützen, aber von seinem Ursprung her wurde Yoga nie als Entspannungsmethode verstanden.

In der westlichen Welt hat man oft nur die Körperübungen übernommen und als Gymnastik- und Dehnungsübungen verstanden. Die meisten Übungen sind zwar nachweislich gesundheitsfördernd, doch dieser Effekt ist auch durch andere Formen der Gymnastik (z.B. Pilates) zu erreichen.

Wie sehr ist Yoga mit dem Hinduismus verbunden?

Yoga ist nur von seinem Ursprung im Hinduismus her zu verstehen: Yoga ist eine Technik, mit deren Hilfe man versucht, die Erlösung (oder besser Auflösung) zu erreichen, also einer der klassischen Erlösungswege im Hinduismus.

Viele Inhalte des Yoga sind eindeutig hinduistisch geprägt, wie man an den Konzepten von Meditation, Chakra, Mantra, Energie, Kundalini deutlich sehen kann. Von daher ist Yoga nicht vom Hinduismus zu trennen. Wenn man in der westlichen Welt Yoga oft als weltanschauungsfreie Gymnastik praktiziert, ist das entweder Etikettenschwindel oder es handelt sich nicht mehr um Yoga.

Da stellt sich dann die Frage: Kann man als Christ Yoga praktizieren?

Das kommt darauf an, welche Form des „Yoga“ man praktiziert. Die einzelnen Körperübungen sind gesundheitsfördernd und als solche auch in anderen Gymnastikformen zu finden.

Doch die Frage ist, inwiefern man sich auf die hinduistische Weltanschauung einlässt, die hinter den Übungen und Konzepten steckt. Der christliche Glaube unterscheidet sich in vielen Punkten von den Inhalten des Yoga, wie er oft gelehrt wird.

So ist es für Christen ausgeschlossen, bei der Mantra-Meditation indische Götternamen zu rezitieren. Doch weil es so viele Arten von „Yoga“ gibt  –  eben auch Yoga als reine Gymnastik  –  kann man keine pauschale Aussage treffen.

Deshalb habe ich in meinem Buch die Hintergründe des Yoga aufgezeigt und einige Kriterien genannt, anhand derer man diese Frage für sich beantworten kann.

Herzlichen Dank für das Gespräch.

Buch-Daten: 
Jürgen Kuberski: Yoga – Von Wellness bis Weltanschauung. Reihe: kurz und bündig. Holzgerlingen: Hänssler, 2011. Pb. 96 S. [D] 7,95 EUR. ISBN 978-3-7751-5282-2
 
Interview-Quelle:
http://www.bucer.org/246.html?&tx_ttnews%5Btt_news%5D=1656&cHash=c5477ecec1c204e6df5f3c9a6651d09b

2 Kommentare on “YOGA – nicht nur „Wellness“, sondern Weltanschauung”

  1. Holger Jahndel sagt:

    Die Thomas Christen in Indien nach dem Apostel Thomas praktizieren als Thomas Kirchen auch Yoga und Ayurveda. Siehe zu den Tattwas die 4 bzw. 5 Elemente-Lehre der griechischen Philosophie, schon bei Philon von Alexandrien und Justin dem Märtyrer als Kirchenvater und Clemens von Alexandrien als Heiligen Klemens und seinem Schüler Origenes. Siehe auch die Heiligen und Kirchenlehrer Albertus Magnus und Hildegard von Bingen und Kardinal Nikolaus von Kues als Cusanus und den Jesuiten Athanasius Kircher als Universalgenie und den heiligen Bernhard von Clairveaux und Benediktiner Stephen Harding und Hugo de Payens als Templer und den Arzt Arnaldus de Villanova und den Heilpraktiker Paracelsus und den Arzt van Helmonte als hermetischen Arzt und die Heilpraktikerschule der Hygieniker und das Engelwerk nach der Charismatikerin Gabriele Bitterlich und so weiter…

    Vier-Elementen-Lehre – Kathpedia

    http://www.kathpedia.com/index.php?title=Vier-Elementen-Lehre

    24.05.2017 – Die Vier-Elementen-Lehre bedeutet, dass alles Sein aus den vier Grundelementen Feuer, Wasser, Luft und Erde besteht. Sie findet sich vor allem in der griechischen Philosophie einige Jahrhunderte vor Christi Geburt, aber auch im biblischen Weltbild des Alten (vgl. Weish 7,17 EU; Weish 19,18 EU) und …

    Vier-Elemente-Lehre – Wikipedia

    https://de.wikipedia.org/wiki/Vier-Elemente-Lehre

    Nach der Vier-Elemente-Lehre besteht alles Sein in bestimmten Mischungsverhältnissen aus den vier Grundelementen bzw. „Essenzen“ oder „Wurzelkräften“ Feuer, Wasser, Luft und Erde als Prinzipien des „Glühend Verzehrenden, Flüssigen, Gasförmigen und Festen“. In der chinesischen Kultur gibt es ein ähnliches …
    ‎Griechische Philosophen · ‎Empedokles · ‎Alchemie · ‎Robert Boyle und das …

    Vier-Elemente-Lehre – AnthroWiki

    https://anthrowiki.at/Vier-Elemente-Lehre

    2 Alchemie. 2.1 Der Umweg über Ägypten und Arabien; 2.2 Ab dem Mittelalter in Europa; 2.3 Übersicht. 3 Heutige Bedeutung. 3.1 Robert Boyle und das Periodensystem der Elemente; 3.2 Kunst; 3.3 Die chinesische Fünf-Elemente-Lehre. 4 Die Entstehung der Elemente aus geisteswissenschaftlicher Sicht; 5 Siehe auch …
    ‎Griechische Philosophen · ‎Platon und Aristoteles · ‎Stoiker · ‎Robert Boyle und das …

    Vier-Elemente-Lehre – Chemie.de

    http://www.chemie.de/lexikon/Vier-Elemente-Lehre.html

    Vier-Elemente-Lehre Nach der Vier-Elemente-Lehre besteht alles Sein aus den vier Grundelementen Feuer, Wasser, Luft und Erde. Inhaltsverzeichnis 1.
    ‎Griechische Philosophen · ‎Alchemie · ‎Heutige Bedeutung · ‎Robert Boyle und das …

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    • Holger Jahndel sagt:

      Bund katholischer Ärzte, siehe auch zu Yoga usw.

      https://www.bkae.org/index.php?id=701

      Ist Yoga gefährlich?

      Lieber Arztkollege und Besucher*,

      in unserer Rubrik „besondere Therapieformen“ geben wir einige kurze, spezielle Informationen zu drängenden Fragen aus ärztlich-christlicher Sicht:

      Ist Yoga gefährlich?

      Nachstehend die detaillierte Frage und drei interssante Antworten.

      Yoga in der Schule?

      Besorgte Eltern haben sich an uns gewandt.
      Es geht um das Ziel, mit dem Thema „Yoga im Schulunterricht“ korrekt um zu gehen.

      Grund:
      Eine Arztkollegin aus Oberbayern ist sehr besorgt wegen einer Schülerin
      (12 J.) aus Niederbayern, die eine Psychose (Schlafstörungen) entwickelt hat:

      Sie wurde gezwungen, beim wöchentlichen Sportunterricht (2 Stunden) in der katholischen Realschule an einer Schulstunde ‚Yoga für Schüler‘ teilzunehmen.

      Sie und Ihre Mutter befürchten, unchristlich indoktriniert zu werden und damit vielleicht den Glauben zu verlieren.

      (Religionslehrer, Pfarrrer, Schuldirektor etc. sind in dieser Sache nicht ansprechbar, die Eltern befürchten Repressalien, wenn protestiert wird.)

      Fragen an Fachleute

      a) – Wie sehen Sie das Thema „Yoga“ für praktizierende Christen?

      – Eine Gefahr? Inwiefern?

      – Finger weg oder nicht so schlimm (nur eine Entspannungsübung)?

      b) – Ist Yoga offizieller Bestandteil des Lehrplanes?

      – Gibt es für Christen positive Seiten von Yoga?

      c) – Wie können wir der Schülerin und deren Eltern helfen?

      – Soll man das Kind von solch einer Art von Sportunterreicht befreien lassen?

      – Oder soll man eher mit der Mutter sprechen und dafür sorgen, daß das Kind nicht falsch erzogen und vielleicht durch das ungesund gläubige Elternhaus falsch indoktriniert wird?

      – Also: Beruhigung von Eltern und Kind?

      – Gibt es konfessionelle Unterschiede und Besonderheiten?

      https://www.bkae.org/

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