„Die Warnung“: irrgeistige Botschaften weiter im Umlauf

Volker Jordan warnt erneut vor falschen „Visionen“

Seit einigen Monaten machen offensichtlich absurde „Botschaften“ die Runde, die unter dem Titel „Die Warnung“ Panik und Verwirrung unter Gläubigen verbreiten.

Wir haben hierzu bereits im Juni 2011 darauf hingewiesen, daß ähnlicher Unfug mit Berufung auf Garabandal auch  früher schon

VOLKER JORDAN

VOLKER JORDAN

in Umlauf gesetzt wurde: https://charismatismus.wordpress.com/2011/06/10/garabandal/

Volker Joseph Jordan (siehe Foto), ein junger Historiker und Konvertit, hat sich in einem kath. Internetforum mehrfach kritisch zu diesen angeblichen „Christus-Visionen“ einer „verborgenen Seherin“ geäußert.

Hier folgen zunächst zwei Wortmeldungen von Anhängern der „Warnungs-Visionen“,   danach einige gehaltvolle Entgegnungen von Volker Jordan:

1.
WICHTIGE BOTSCHAFT (gerade jetzt, wo die Finanzkrise in die heiße Phase geht!):
Der Ewige Vater wird die Neue Weltordnung von der letzten Verfolgung Seiner Kinder abhalten:
Freitag, 8. Juli 2011, 15.30 Uhr
 mit folgenden Punkten:
– Die Neue Weltwährung wird einer ungläubigen Welt präsentiert
– Plant eure Vorräte an Nahrungsmittel jetzt
– Satans Günstlinge sind Ameisen ähnlich, sie vermehren sich zu Tausenden
– Ratschlag an die Diener der Kirche
unter:
http://www.diewarnung.net/botschaften/2011/2011_07_08.htm
 
2.
Es ist ein Geschenk Gottes an uns Kinder die wir gläubig od. auch kleingläubig…od. ungläubig sind. Wenn nun der STOLZ in uns größer ist als die DEMUT , dann wird man diese Seite http://www.diewarnung.net/ belächeln….!

Und viele werden meinen laßt euch nicht……! Wer nun die Zeichen der Zeit nicht erkennt, der muß echt blind…taub…sein. Also ich lese die Botschaften seit einigen Tagen, und wenn man sich vorbereiten kann, dann wird man diese Warnung….eher überleben…verkraften als jene die weit weg sind vom Glauben…!  –  Also nehmt dies an als Geschenk Gottes, denn er will nicht das Seelen verloren gehn.

Hier folgt nun die Erwiderung von Volker J. Jordan:

Liebe Forums-Leser,

an sich wollte ich mich zu dieser Thematik nicht mehr äußern, da ich gemeint hatte, bereits alles Wesentliche gesagt zu haben. Nun sehe ich mich aber doch gedrängt, es abermals zu tun.

Wie ich bereits darlegte, enthalten die angeblichen „Botschaften“ der vermeintlich „begnadeten Seele“ dogmatische Irrtümer, z. B. den Chiliasmus, der von der Kirche klar abgelehnt worden ist.

[Anstatt die Kritik an diesen „Botschaften“ zu widerlegen, belegt der deutsche Betreiber jener Netzpräsenz (http://www.diewarnung.net/) sie vielmehr unfreiwillig, indem er ein längeres Zitat des hl. Augustinus aus dem „Gottesstaat“ anführt (http://www.diewarnung.net/infos/augustinus_Gottesstaat.htm).

Der hl. Augustinus brachte mit seiner Sicht den Chiliasmus bzw. Prämillennialismus in der Kirche mit seiner Erwartung einer Wiederkunft Christi zur Errichtung eines irdischen Tausendjährigen Reiches dadurch zum Erliegen, daß er dieses in der Johannesapokalypse erwähnte Reich auf die geistliche Herrschaft Christi mit den Seinigen bezog, mithin auf den Zeitraum zwischen dem ersten Kommen Christi mit Seinem Heilswerk und der Gründung der Kirche und Seinem zweiten Kommen zum Gericht am Ende der Zeit.]

Sind offenkundige Fehlankündigungen und Irrtümer, die dem katholischen Glauben widersprechen, in „Botschaften“ enthalten (dazu ließe sich noch einiges ausführen), dann können diese nicht übernatürlichen, d. h. göttlichen Ursprungs sein, ganz gleich, in welch frommem Gewand sie daherkommen mögen, auch wenn angeblich Gott Vater, der Herr Jesus Christus oder die Gottesmutter darin sprechen.  vision

Das macht den Irrtum und die Irreführung sogar noch wesentlich schlimmer, als wenn es sich nur um endzeitliche Mutmaßungen und Spekulationen, falsche Berechnungen etc. handelte (an denen die Geschichte der Christenheit gerade seit dem 19. Jahrhundert nun wahrlich – leider – nicht arm ist).

Außerdem: in keiner einzigen kirchlich anerkannten Privatoffenbarung aus Vergangenheit und Gegenwart finden sich derartige harsche Worte und Verurteilungen (z. B. ist in der „Botschaft“ vom 2. Juli vom „Kampf“ die Rede, „den Satan inszeniert, um diese Botschaften in Verruf zu bringen“) gegen solche, die diesen Botschaften keinen Glauben schenken wollten bzw. konnten.

Nach der feststehenden Glaubenslehre der Kirche gehören Privatoffenbarungen nach dem Abschluß der öffentlichen Offenbarung nämlich selbst dann nicht zum Glaubensgut, wenn sie von der Kirche klar anerkannt worden sind.

Gab es z. B. in der Pariser Rue du Bac, in Fatima, Lourdes, Beauraing, Banneux, Pontmain oder Paray-le-Monial solche Verurteilungen der Gegner der den jeweiligen Sehern und Seherinnen zuteilgewordenen Mitteilungen?

Noch ganz abgesehen von den Inhalten, macht schon allein diese Tatsache jene angeblichen Manifestationen bezüglich der vermeintlich bevorstehenden „Großen Warnung“ äußerst suspekt. Und so kann ich nicht anders, als abermals entschieden davor zu warnen, ihnen irgendwelchen Glauben zu schenken.

Viele Grüße
Volker J. Jordan

Der Beichtspiegel von Pater M. Ramm und die „gelöschte“ Gewissensfrage 

Zudem fügte Herr Jordan seinen Ausführungen weitere aufschlußreiche Anmerkungen hinzu:

Liebe Forums-Leser,

gerade habe ich mir auf der Netzpräsenz mit den „Botschaften“ den dort zu lesenden Beichtspiegel angesehen und etwas gefunden, was bezeichnend ist und meinen bisherigen Eindruck nur bestätigt.

Dabei handelt es sich laut

http://www.diewarnung.net/sonstiges/beichte/pater_ramm.htm

um die Broschüre von Pater Martin Ramm FSSP: Beichtspiegel. Praktische Beichthilfe für Erwachsene, Thalwil 2007 (mir liegt die siebte Auflage vor), der hier kostenlos bestellt werden kann:

http://www.introibo.net/publikationen.htm

Zunächst einmal ist es lobenswert, daß dieser glaubenstreue, hervorragende Beichtspiegel, den ich selbst sehr gerne zur Beichtvorbereitung benutze, empfohlen wird.

Wenn, ja wenn da nicht wieder ein gewaltiger Pferdefuß wäre, durch den diese Netzpräsenz mit ihren „Botschaften“ sich selbst entlarvt:

Zwar wird der Beichtspiegel an sich weitgehend (wenn auch nicht ganz) vollständig abgedruckt, besonders bezeichnend ist aber das Fehlen einer kurzen, gleichwohl sehr wesentlichen Frage zur Gewissenserforschung im 1. Gebot, die in der von mir benutzen Buchausgabe auf S. 17 ganz unten steht:

„Habe ich Privatoffenbarungen über die Lehre der Kirche gestellt?“

Ist es Zufall, daß gerade diese Frage fehlt, die anderen Fragen zum 1. Gebot aber wiedergegeben werden?

Wohl kaum, denn in jenen „Botschaften“ werden ja just angebliche, neue Privatoffenbarungen gegen und über die Lehre der Kirche gestellt, so daß diese Frage für den Ersteller der deutschsprachigen Netzpräsenz geradezu demaskierend gewesen wäre.

Der Erscheinungs-„Jesus“ findet kirchliche Anerkennung „nicht wichtig“

Wie könnte es aber anders sein, wenn es auf

http://www.diewarnung.net/botschaften/2011/2011_07_09.htm

wortwörtlich heißt:

„Es ist nicht wichtig, ob die Kirche diese Botschaften anerkennt; denn die Zeit läuft davon. Meine gottgeweihten Diener werden viele, viele Jahre brauchen, um Meine Botschaften anzuerkennen. Also mache weiter.“

Bei der Lektüre dieses Satzes kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus. Deutlicher und schlimmer geht es nun wirklich nimmer!

Dieser „Jesus Christus“ entzieht hier Seiner Kirche, die Sein Leib ist, die Fülle dessen, der in allem durch alle erfüllt wird (Eph 1,22-23), die Befugnis zur Beurteilung von Mitteilungen, die angeblich von ihm stammen sollen, bestreitet die Notwendigkeit der kirchlichen Anerkennung und wirft seinen „Dienern“ gleichsam vor, sie bräuchten „viele, viele Jahre“ und somit deutlich zu lange für ihren Approbationsvorgang.

Daher vertraut er die Verkündung seiner ach so dringenden „Botschaften“ einer bewußt anonym bleibenden Dame an, die dieser ihrer Verantwortung über das Internet nachkommt …

(Biblischer Hinweis zum Thema „dringender“ Botschaften: dies spricht gegen Isaias 28,16 [Übersetzung nach Allioli/Arndt]: „Darum spricht der Herr, Gott, also: Sehet, ich lege in Sions Grundfesten einen Stein, einen bewährten Stein, einen kostbaren Eckstein, der auf festem Grunde liegt: wer glaubt, soll nicht eilen!“)

Unglaublich, was sich heute im religiösen und pseudo-apokalyptischen Kuriositätenkabinett so alles abspielt und welche göttlichen Ordnungen hier – so mir nichts dir nichts – über den Haufen geworfen werden!

Schlimm und traurig ist daran vor allem, daß dieser Betrug unter dem frommen Deckmäntelchen des Katholischen daherkommt, daß so manche ungefestigte Seelen dadurch irregeführt werden und in eine in dieser Form unbegründete Endzeitpanik geraten können.

Viele Grüße
Volker J. Jordan

Die Heilige Schrift warnt vor falschen Propheten

CHRIST sein heißt nüchtern sein: „Du aber bleibe nüchtern in allem!“ (2 Tim 4,2)

In der Auseinandersetzung mit irrgeistigen Phänomenen, die in unserer weithin orientierungslosen Zeit immer mehr Zulauf gewinnen, ist eine klare biblische Sicht   unentbehrlich; diese dient zugleich  der eigenen religiösen Festigung und dem Bemühen, mit Hilfe des Gotteswortes zur „Unterscheidung der Geister“ zu gelangen.

Daher folgt hier eine aufschlußreiche Auswahl entsprechender biblischer Aussagen:

 „Wenn jemand zu euch sagt: „Siehe, hier ist Christus!“ oder „dort ist er!“,  so glaubt es nicht.  Denn es werden falsche Christusse und falsche Propheten auftreten.  Diese werden große Zeichen und Wundertaten vollbringen, um womöglich selbst die Auserwählten zu verführen. Siehe, ich habe es Euch vorhergesagt.“  (Mt 24, 23 ff.)

„Seid wachsam, damit ihr nicht irregeführt werdet. Denn viele werden unter meinem Namen auftreten und sagen „Ich bin es!“ und „Die Zeit ist gekommen.“  –  Lauft ihnen nicht nach.“   (Luk 21,8)

„Wenn alsdann jemand zu euch sagt: „Siehe, hier ist Christus“  – „Siehe, dort ist er!“, so glaubt es nicht. Denn es werden falsche Christusse und falsche Pro-pheten aufstehen und Zeichen und Wundertaten vollbringen, um wenn möglich selbst die Auserwählten irrezuführen.  Ihr aber seid wachsam! Siehe, ich habe euch alles vorausgesagt.“     (Mk 13, 21-23)

„Denn es wird eine Zeit kommen,  da man die gesunde Lehre nicht mehr ertragen will, sondern sich nach eigenen Gelüsten Lehrer verschafft aus Sucht nach Ohrenkitzel. Von der Wahrheit wird man sein Ohr abwenden und sich Fabeleien zuwenden. Du aber bleibe nüchtern in allem!“     (2 Tim 4,2)

„Seht zu, daß euch niemand verführt. Denn viele werden unter meinem Namen auftreten und sagen „Ich bin Christus.“  Und sie werden viele irreführen.“    (Mt 24,4-5)

„Auch viele falsche Propheten werden auftreten und viele irreführen. Und weil die Gesetzlosigkeit überhand nimmt, wird die Liebe in vielen erkalten.“      (Mt 24,11 f.)

„Niemand soll euch verachten, der sich in scheinbarer Demut gefällt oder sich in einem Kult der Engel großtut, der sich etwas auf Visionen einbildet  und grundlos aufgeblasen ist in seiner weltlichen Gesinnung.“    (Kol 2,18)

„Nicht jeder, der „Herr, Herr!“ zu mir sagt, wird ins Himmelreich eingehen, son-dern wer den Willen meines Vaters erfüllt, der im Himmel ist.  Viele werden an jenem Tage zu mir sagen: „Herr, Herr, haben wir nicht in Deinem Namen geweissagt, in Deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in Deinem Namen viele Wunderwerke vollbracht?  –  Alsdann werde ich ihnen erklären: Ich habe euch nicht gekannt! Weichet von mir, ihr Übeltäter.“     (Mt 7,20-23)

„Hütet euch vor falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber reißende Wölfe sind. An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.“     (Mt 7,15)

Daß sich Satan als „Engel des Lichts“ verstellt und seine Handlanger sich als „Diener der Gerechtigkeit“ tarnen, hat auch der heilige Apostel Paulus erklärt (2. Kor 11,14 f.).

Außerdem warnt Paulus, daß „in den letzten Tagen einige vom Glauben abfallen und verführerischen Geistern und satanischen Lehren anhängen.“   (1. Tim 4,1)

Leider kommt diese echte Botschaft des Himmels bei vielen Leuten nicht an, weil sie wenig oder gar nicht in der Hl. Schrift lesen, stattdessen aber ständig  am Tropf dubioser „Botschaften“ hängen, in denen man solche Mahnworte natürlich nicht findet (Satan warnt nicht vor sich selbst). Orientieren wir uns also am Licht der biblischen Botschaft und Prophetie, nicht am Zwielicht falscher Erscheinungen und „Offenbarungen“.

Daher wollen wir beherzigen, was Petrus, der erste Papst, uns verkündet, damit wir geistlich gesichert sind, bis der „Tag“ (Wiederkunft Christi) anbricht und Christus, der „Morgenstern“, das Herz der getreuen Gläubigen erfüllt:

„Und so besitzen wir umso zuverlässiger das prophetische Wort  – 
und ihr tut gut daran, daß ihr darauf achtet wie auf ein Licht,
das aufstrahlt an dunkler Stätte,
bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in euren Herzen.“
2. Petr 1,19
 
Zu guter Letzt ein heilsamer Aufruf des Apostels Paulus:
„So laßt uns nicht schlafen wie die anderen, 
sondern nüchtern und wachsam sein!“  (1. Thess  5,6)

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster