FAZ stellt klar: Oslo-Attentäter ist „kein christlicher Fundamentalist“

Auch der Templermythos ist eher freimaurerisch als christlich orientiert

Reinhard Bingener schrieb in einem FAZ-Artikel vom 26. Juli 2011 unter dem Titel „Anders Breivik und die Religion“ bereits einleitend:  „Als christlicher Fundamentalist kann Anders Breivik nicht gelten.

Die Begründung des FAZ-Autors: die Bezugnahme des Attentäters auf die Freimaurerei. Damit lasse sich das Etikett „christlich-fundamentalistisch“ durchaus „nicht in Übereinstimmung bringen“.

Die „Frankfurter Allgemeine“ erklärt weiter: „Denn die Freimaurerei beruft sich in deistischer Manier nur sehr vage auf einen „Allmächtigen Baumeister aller Welten“, ist aber strikt auf das Diesseits gerichtet und zudem  –  gerade in den katholisch geprägten Ländern Europas  –  in fast allen ihren Facetten feindlich gegen die Kirche eingestellt.“

Außerdem heißt es im FAZ-Artikel:

Als christlicher Fundamentalist kann Breivik auch deshalb nicht gelten, weil er sich in seinem 1518 Seiten starken Schriftenkonglomerat so gut wie gar nicht darum bemüht, seine Ansichten aus der Bibel heraus zu begründen, was das wichtigste Kriterium für Fundamentalismus wäre. Für die wesentlichen Themen des christlichen Fundamentalismus – Irrtumslosigkeit der Bibel, leibliche Auferstehung, Sühnetod Christi – zeigt Breivik in seinem Pamphlet keinerlei Interesse.“

Auch der mitunter zu lesende Hinweis, daß sich der Oslo-Attentäter auf die „christlichen Tempelritter“ berufen, läßt der FAZ-Beitrag zu Recht nicht gelten und schreibt: „

„Zu vermerken ist an dieser Stelle, dass sich die Freimaurer, als deren Mitglied sich Breivik auch bezeichnet, ebenfalls sehr stark auf den Templermythos beziehen, sowohl was den streng hierarchischen Aufbau betrifft als auch die Aura des Geheimnisvollen, die beide Gemeinschaften pflegten.“

Felizitas Küble

PS: Zwei Tage vor diesem FAZ-Artikel, am 24.7.2011, hatten wir hier in unserer Webseite klargestellt, daß Anders B. Breivik kein „fundamentalistischer Christ“ sein kann, weil er der Freimaurerei angehört – noch dazu im dritten Grad eines Meisters:

https://charismatismus.wordpress.com/2011/07/24/a-behring-der-attentater-von-oslo-outet-sich-als-freimaurer/


Christliche Araber zwischen allen Stühlen

Zur Situation verfolgter Christen im Nahen Osten

Die Unterdrückung und Verfolgung christlicher Araber in islamischen Staaten nimmt immer erschreckendere Ausmaße an, nicht allein im Irak. Dort jedoch erscheint der Terror radikaler Moslems besonders beängstigend: im Zweistromland, aus dem Abraham einst ins Gelobte Land weiterzog,  ist die Verfolgung der christlichen Minderheit an der Tagesordnung:

Christen werden bedroht oder entführt, Kirchen abgefackelt, Klöster zerstört und Geistliche ermordet. Fast eine Million Christen sind bereits aus diesem Land des Schreckens geflohen. Kreuzkuppel

Im Nahen und Mittleren Osten leben heute ca 500 Millionen Moslems und etwa 20 Millionen Christen  –  eine relativ kleine Minderheit also,  die durch den islamischen Fanatismus immer mehr an den Rand gedrängt oder zur Flucht genötigt wird.

Die Unterdrückung  christlicher Gemeinden erfolgt auch im einstmals christlichen Libanon (hier herrscht vor allem der Terror der Hisballah-Milizen), im Iran, Irak oder Iran, von Saudi-Arabien ganz zu schweigen: dort gibt es kein einziges christliches Gotteshaus.

In der öffentlichen Debatte um den Konflikt zwischen Israel und Palästinensern werden die christlichen Araber oft vergessen. In den letzten Jahrzehnten wuchs der Druck auf diese Palästinenser, freilich weniger durch die Israelis als vielmehr durch das Vordringen militant-islamischer Organisationen wie Hamas, Hisballah oder Dschihad.

Diese Zwickmühle „zwischen allen Stühlen“ hat mitunter zur Folge, daß sich christliche „Palästinenser“ weniger aus Überzeugung, sondern wohl oft eher aus blanker Angst ablehnend zu Israel äußern und pro-arabische Lippenbekenntnisse abgeben, weil sie andernfalls Vergeltungsschläge extremer Moslems fürchten.

Seit Einführung der „Palästinensischen Autonomiebehörde“ verringerte sich der christliche Bevölkerungs­anteil in diesen Gebieten immer weiter. Nur 3%  der dort leben-den Araber sind Christen (meist orthodox oder katholisch). Manche von ihnen sind mit Juden verheiratet. In Nazareth gibt es besonders viele arabische Christen (20.000), wo- bei sie ein Drittel der Bevölkerung ausmachen.

Die schrittweise Durchsetzung der palästinensischen Selbstverwaltung (als Folge des Oslo-Abkommens) führte zu einer verstärkten Unterdrückung der christlichen Min-derheit, weshalb viele auswandern. Bis Anfang der 80er Jahre war z.B. Bethlehem mehrheitlich von Christen bewohnt; heute leben dort über 80% Moslems.

Landverkauf an Israelis mit Todesstrafe bedroht

Die Situation der arabischen Christen hat sich auch strafrechtlich verschlechtert. Die  „Palästinensische Autonomiebehörde“ (PA) führte mit Zustimmung von PLO-Chef Arafat ein Gesetz ein, das den Landverkauf an Israelis als “Hochverrat” einstuft und mit der Todesstrafe ahndet.

Im Mai 1997 bedrohte der damalige palästinensische Justizminister Freih Abu Medayin alle Araber mit der Todesstrafe, wenn sie Grundstücke an Israelis verkaufen. Zahlreiche  Araber wurden seitdem hingerichtet  – überdurchschnittlich viele von ihnen waren Christen.

Nach Protesten der US-Regierung erklärte Arafat seinerzeit,  bei den Tätern handle es sich um “unbekannte Personen”. Ein Jahr später wurde aus der “Selbstjustiz” ein Gesetz, das sowohl den Käufer wie den Verkäufer mit der Todesstrafe belegt, wenn “arabisches Stammland” an Juden veräußert wird.

Die PA berief sich zu ihrer Recht-fertigung auf ein altes jordanisches Gesetz, das man lediglich neu aufgegriffen habe. Es dient jedenfalls der Einschüchterung nicht allein der Christen, sondern letztlich aller arabischer „Untertanen“. PLO-Chef Arafat hatte mehrere Todesurteile gegen Palästinenser persönlich unterzeichnet, die angeblich mit Israel zusammengearbeitet haben sollen.

Vor allem unter christlichen Palästinensern greift oft die blanke Angst um sich, denn selbst Neutralität gilt im Herrschaftsbereich von Hamas und Co. als Kooperation mit dem verhaßten Judenstaat und damit als strafbare  „Kollaboration“.

Exekutiv-Kommandos sorgen für Angst und Schrecken unter Andersdenkenden. Der ehem. PLO-Justizminister Medayin schätzte die Zahl der  „Kolloborateure“ auf ca. 20.000  Menschen. Er forderte sie auf, sich „freiwillig“ zu stellen  und sich einem „fairen Prozeß“ zu unterziehen   – glatter Zynismus, bedenkt man die erlassenen Repressionen und zahlreichen Exekutionen.

Felizitas Küble, Leiterin  des Christoferuswerks in Münster

Foto: Petrusbruderschaft


Doppelte Moral anno 2011 – auch bei Bücherverbrennungen

Im Iran wurde mehrfach hunderte Bibeln verbrannt

Am 8. Februar 2011 wurden ca 300 Bibeln durch iranische „Revolutionsgarden“ öffentlich verbrannt, wie die Frankfurter IGFM (Internationale Gesellschaft für Menschenrechte) berichtet hatte.

Finden sich empörte Artikel darüber in bundesdeutschen MSM (Mainstream-Medien)?   –  Weit gefehlt.  Hierzulande kräht kein Hahn danach, erst recht kein Politiker oder führender Kirchenmann; es wird auch keine Stirne gerunzelt  – jedenfalls nicht öffentlich.

Offenbar besteht kein Anlaß für pflichtschuldige Beschwerden,  geschweige für einen Aufschrei des Entsetzens. Wellen der Empörung gab es hingegen weltweit, wochenlang und von höchster politischer Warte (darunter US-Präsident Obama), nachdem ein unbekannter Sektenprediger namens Terry Jones voriges Jahr für den 11. September eine Koranverbrennung ankündigte (aber nicht ausführte).

Bundeskanzlerin Angela Merkel  protestierte ebenso entschieden dagegen wie muslimische Verbände, Kirchen und christliche Dachverbände. Die Ansage einer Koranverbrennung führte überdies zur Ermordung vieler Christen im Rahmen islamischer „Proteste“.

Dies steigerte sich, als derselbe Sektenprediger im März 2011 im Rahmen eines „Gemeindetribunals“, das quasi über den Islam „zu Gericht saß“, einen Koran verbrannte. Obwohl US-Präsident Obama die verantwortungslose Aktion scharf kritisierte, führte diese nicht-öffentliche Koranverbrennung zu islamischen Ausschreitungen in Afghanistan:

Anfang April 2011 wurden allein in Kandahar mindestens 12 Menschen (darunter 7 Mitarbeiter der UNO)  ermordet und über hundert Menschen (meist Afghanen) verletzt wurden. Diese Mordwelle ging sogar dem UN-Sicherheitsrat zu weit (zumal UN-Mitarbeiter betroffen waren)  –  und er verurteilte die Pogrome.

Allerdings hat die Verbrennung von dreihundert Bibeln im Iran keine Verurteilung des diktatorischen Regimes seitens der UNO nach sich gezogen,  obwohl sie längst vor der Koranverbrennungsaktion durch Terry Jones stattfand, also nicht als „Vergeltungsaktion“ hierfür angesehen werden kann.

Diese Einseitigkeit ist freilich nichts Neues unter der Sonne: Bereits 2010 wurden im Iran Hunderte von Bibeln verbrannt. Sogar mitten in Deutschland wurde die Heilige Schrift angezündet, teils vom Fernsehen selbst, teils von Linksradikalen in Berlin:

In einem Bericht vom 24.9.2010 wies die evangelikale Nachrichtenagentur „Idea“ darauf hin, daß Politik, Medien und Öffentlichkeit bei Bücherverbrennungen völlig unterschiedlich reagieren, je nachdem, ob es sich um den Koran oder um die Bibel handelt:  Die Ankündigung einer Koranverbrennung genüge für einen weltweiten „Aufschrei“, bei Bibelverbrennungen im großen Stil herrsche hingegen vielsagendes Schweigen im Blätterwalde  – so etwa nach folgendem Ereignis:

Ende Mai 2010 wurden in der west-iranischen Grenzstadt Sardasht hunderte Bibeln beschlagnahmt und verbrannt. Dies geht aus Internetveröffentlichungen  paramilitärischen Revolutionsgarden hervor: Demnach wurden hunderte Bibeln von Aserbaidschan aus ins Land geschmuggelt. Allerdings seien diese „pervertierten Torahs und Evangelien“ im Iran beschlagnahmt und verbrannt worden.

Aber auch Bibelverbrennungen in Deutschland rufen keine Welle des Entsetzens in Medien und Politik hervor; sie sorgen allenfalls für Randnotizen. So wurde z.B. im Juli 2007 in einem Beitrag des Hessischen Rundfunks für die kirchenkritische Sendung „Hardliner des Herrn“ eine Heilige Schrift verbrannt.

Tilman Jens, der Autor des Films, erklärte damals, daß es ihm darum gehe, die Bibel als  „Instrument der Angst“ und als „Gottes Feuerschwert“ vorzuführen. Unions-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Bosbach (CDU) fragte vor vier Jahren immerhin,  was wohl in Deutschland passieren würde, wenn es der Koran  gewesen wäre, der in einer Fernsehsendung verbrannt worden wäre.

Hier ein weiteres Beispiel einer Bibelverbrennung, die keinerlei empörte Reaktionen in Mainstream-Medien und Politik auslöste, sondern weitgehend totgeschwiegen wurde:

Am 26.9.2009 demonstrierten über tausend Lebensrechtler in Berlin in einem friedlichen „Marsch für das Leben“ gegen Abtreibung. Dabei wurden schweigend 1000 weiße Kreuze getragen, um an die getöteten Kinder im Mutterleib zu erinnern, die das Licht der Welt nicht sehen durften.

Linksextreme Randalierer hatten jedoch eine Heilige Schrift angezündet und sie  den Lebensrechtlern entgegengeschleudert. Das brennende Buch landete vor den Füßen von Martin Lohmann, dem Leiter des BVL (Bundesverband Lebensrecht). Ein beherzter Christ trat das Feuer sofort aus und reichte die Bibel an Lohmann weiter. Dieser übergab das angekokelte Exemplar an den österreichischen Weihbischof Andreas Laun, der es beim Gottesdienst in der Berliner Hedwigskathedrale hochhielt.

Diese linksradikale Bibelverbrennung geschah in der Nähe jenes Bebelplatzes, auf dem 1933 eine Bücherverbrennung der Nationalsozialisten stattfand.

Felizitas Küble, Vorsitzende des Christoferuswerks in Münster

 


Ein Historiker auf Abwegen

Prof. Wolfgang Benz vergleicht Islamkritik mit dem Antisemitismus

Der Berliner Historiker Dr. Wolfgang Benz leitete 20 Jahre lang das  „Zentrums für Antisemitismusforschung“. Weil er Islamkritik mit Antisemitismus gleichsetzte, gab es auch von jüdischer Seite zunehmend Kritik an dem linksorientierten Professor.

Dieser meldete sich jetzt zur Debatte um den Oslo-Attentäter ABB und erklärte: „Der Sumpf ist nicht unbedingt Schuld an den Blüten, die auf ihm gedeihen. Aber ohne den Sumpf gäbe es diese Blüten nicht“, sagte Benz gegenüber der Zeitungsgruppe WAZ. Zudem sei das Gedankengut  von ABB in weniger extremer Form längst in der bürgerlichen Mitte angekommen: „Das beweist der Erfolg von Sarrazins Buch“, behauptet Benz.

Wenn jemand verschiedene Vorgänge gleichsetzt, nennt man dies in Deutschland „Äpfel mit Birnen vergleichen“. Genau dies praktiziert der Geschichtsprofessor mittlerweile mit wachsender Leidenschaft und Verbissenheit.

Eine seiner Lieblingsbeschäftigungen bestand lange Zeit darin, Konservative mit der „braunen Keule“ publizistisch zu erledigen sowie die deutschen Vertriebenen im allgemeinen und den „Bund der Vertriebenen“ im besonderen in Mißkredit zu bringen.

Vor wenigen Jahren entdeckte der Berliner Historiker eine neue Spielwiese für seine Gedankenspiele, wobei sein mentales Steckenpferd der linksliberalen „Süddeutschen Zeitung“ und überhaupt dem Zeitgeist ebenso gefällt wie seine früheren anti-konservativen Rundumschläge.

Prof. Benz hat offenbar das Rad neu erfunden und weiß der staunenden Welt zu berichten, daß der Rassen-Antisemitismus, der im  19. Jahrhunderts aufkam, dasselbe sei wie die heutige sog. „Islamophie“,  von seriöser Seite auch als „Islamkritik“ bezeichnet. 

Er behauptet: „Die Wut der neuen Muslimfeinde gleicht dem alten Zorn der Antisemiten gegen die Juden.“

In diesem Zusammenhang veröffentlichte Benz voriges Jahr in der „Süddeutschen Zeitung“ unter dem bezeichnenden Titel „Hetzer mit Parallelen“ einen Artikel über angebliche strukturelle Ähnlichkeiten zwischen Judenfeinden und „Islamfeinden“:

http://www.sueddeutsche.de/politik/antisemiten-und-islamfeinde-hetzer-mit-parallelen-1.59486

Ausgangspunkt der neuen „Benz-Forschung“ ist hierbei die Frage nach der „Entstehung und Verbreitung von Vorurteilen“. Demzufolge ist das „Vorurteil“ gegen Juden letztlich dasselbe wie jenes gegen Muslime.

Prof. Benz ist denn auch   –  eigenen Angaben zufolge   –  stolz darauf, daß er solche „Weiterführungen“ fest im Blick hat:

„Das würde ich mir dann vielleicht auch als Verdienst zuschreiben, eine engere Antisemitismus-Forschung, die sich nur mit der Minderheit der Juden beschäftigt hat, etwas zu erweitern, um andere Minderheiten in den Griff zu nehmen, in der Hoffnung, jetzt über das Wesen des Vorurteils bessere Aufschlüsse und Erkenntnisse zu kriegen, das scheint mir immer noch höchst notwendig.“

Uns scheint es „höchst notwendig“, der Frage nachzugehen, ob „Antisemitismus“ und „Islamkritik“ strukturell tatsächlich dasselbe ist  – oder ob hier wesentliche Unterschiede bestehen.

Da hier keine Doktorarbeit angesagt ist, sondern lediglich Denkanstöße vermittelt werden, seien nachfolgend drei wesentliche Unterschiede zwischen Judenhaß und Islamkritik aufgezeigt:

1. Deutsche Juden waren sowohl im 19. Jahrhundert wie in der Weimarer Republik fast vollständig in das deutsche Volk und Land integriert. Man sprach damals mit Recht von einer „deutsch-jüdischen Symbiose“, die sich vor allem in der Literatur zeigte.

Juden machten sich also weder in der Kriminalstatistik negativ bemerkbar noch lagen sie dem Staat und seinem   –   soweit vorhanden   –  sozialen Netz auf der Tasche. Die Mehrheit der Juden war nicht „nur“ integriert, sondern sogar assimiliert (voll angepaßt)  – was auch in Kriegszeiten galt:

Der Anteil der jüdischen Freiwilligen im 1. Weltkrieg lag sogar höher als beim (nichtjüdischen) deutschen Durchschnitt. Die damaligen Juden wollten vor allem eines sein: in erster Linie Deutsche  – und das in Krieg und Frieden gleichermaßen.

Es liegt auf der Hand, daß Muslime in Deutschland mehrheitlich von diese Integration  – oder gar Assimilation  – weit entfernt sind.

Wer also heutige Islamkritik mit dem damaligen Antisemitismus vergleicht, der diffamiert die meisten damaligen Juden, weil er deren Integration ignoriert.

2. Die seriöse Islamkritik von Intellektuellen wie Henryk Broder, Necla Kelek oder Monika Maron richtet sich nicht gegen Muslime als Menschen, sondern allein gegen den Islam als Ideologie und als totalitäres System. 

Es wird nicht gegen Irrende geschrieben, sondern gegen den Irrtum. Viele Islamkritiker, darunter auch der holländische Politiker Geert Wilders, betonen ausdrücklich, daß sie Muslime bedauern, weil diese Gefangene ihrer hergestammten „Religion“ sind, also selber sozusagen Opfer des Islam.

Demgegenüber hat sich der Antisemitismus des 19. Jahrhunderts und erst recht der aggressive Judenhaß der Nationalsozialisten  wenig oder gar nicht mit der Religion, Kultur und dem Rechtsverständnis des Judentums befaßt, sondern vielmehr die Juden als Menschen diffamiert und ein bösartiges Zerrbild ihrer vermeintlichen „Eigenschaften“ geliefert.

3. Hinzu kommt ein weiterer Unterschied, auf den der Münchner Historiker Prof. Dr. Michael Wolffsohn aufmerksam macht: Heutige Islamkritiker unterstellen dem Islam durchaus keinen Plan einer finsteren „Weltverschwörung“, wie dies der frühere Antisemitismus mit nicht enden wollender Leidenschaft praktizierte, teils auch mit Hilfe der fälschlich den Juden unterschobenen „Protokolle der Weisen von Zion“ und ähnlicher Pamphlete.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster


Vietnam: Sozialistische Diktatur verfolgt Christen und ethnische Minderheiten

Weltverfolgungs-Index bietet Übersicht über Diktaturen

Open Doors, ein evangelikales Hilfswerk für verfolgte Christen, informierte jetzt darüber, daß das sozialistische bzw. spätkommunistische Regime in Vietnam das religiöse Leben seiner Bürger weiter scharf kontrolliert und Christen verfolgt. Zugleich werden Kritiker mundtot gemacht.

Die Verfassung garantiere zwar auf dem Papier die Religionsfreiheit, doch in der Praxis könne jede religiöse Aktivität, die als Kritik an der Regierung ausgelegt wird, verboten werden.  

Auf dem Verfolgungs-Index steht Vietnam weltweit auf Platz 18. Besonders bei Christen aus ethnischen Minderheiten im zentralen Hochland (sog. „Montagnards“) seien willkürliche Verhaftungen, Drangsalierung und Geldstrafen an der Tagesordnung.

Kirchenleiter und engagierte Bürgerrechtler, die gegen diese Unterdrückungspolitik eintreten, würden nicht selten mundtot gemacht, berichtet „Open Doors“.  So würden Kritiker z.B. wegen „Störung der öffentlichen Ordnung“ oder „Propaganda gegen die Regierung“ inhaftiert.

Von den knapp 91 Millionen Einwohnern Vietnams sind 54 % Buddhisten, 22 % Atheisten und 8 % Christen, davon 82 % Katholiken. Weitere 8 % gehören heidnischen Stammesreligionen an.

Weltverfolgungsindex: Auf Negativ-Platz 1 befindet sich die kommunistische Diktatur Nordkorea, gefolgt vom radikal-islamischen Iran und auf Platz 3 Saudi-Arabien.  –  Hier die gesamte Liste der Verfolgerstaaten:

http://www.opendoors-de.org/verfolgung/weltverfolgungsindex/plazierung_2010/

Felizitas Küble